

Feine Lesung im Terzo Mondo, bin wegen Lydia hin, aber die anderen waren auch hörenswert. Lesungen locken mich allgemein nicht so sehr, weil ungefähr die Hälfte derer, die ganz gut schreiben kann, nicht zwingend die eigenen Texte virtuos vorträgt, was ja ohne Frage eine Kunst für sich ist, insofern werfe ich es auch einem Autor nicht vor, wenn er oder sie keine besondere Befähigung dafür hat. Allerdings verstehe ich nicht, wenn man sich dann auf die Bühne begibt und vor Publikum in ein Mikrophon liest. Das war an dem Abend jedenfalls kein Problem. Dass Lydia hervorragend vorträgt, wusste ich ja. Vielleicht bin ich auch etwas befangen, aber ich fand, ihre Art vorzulesen war die Kurzweiligste.


Am Flügel saß der Komponist und Lyriker Andreas Staffel, rechts Frederic Wianka. Links und rechts neben mir waren Ina, Jenny und Saskia. Wir hatten vorher noch gegessen und danach gab es wieder eine musikalische Einlage vom Terzo Mondo-Gastgeber Marc, begleitet von einem zweiten Gitarristen. Am schönsten ist mir seine Version von Chris Isaaks „Wicked Game“ in Erinnerung. Sehr, sehr schön war das. Musste daran denken, das ich Chris Isaak Ende der Achtziger live im Quartin Latin erlebt hatte. Dr. Motte stand eine Weile vor ihm und fotografierte oder filmte ihn. Die Serviererin erwähnte, das sei „Dr. Motte“, niemand hatte danach gefragt und ich verstand „Dr. Hoppe“. Wer ist Dr. Hoppe? Ach so… dann erst erkannte ich den Loveparade-Godfather selbst.

