Morgen ist ein Feiertag. Hatte ich wieder vergessen – und mir zwei Äpfel für mein Obstschälchen auf dem Schreibtisch eingesteckt, einen für heute, einen für morgen – bis jemand jemandem ein schönes langes Wochenende gewünscht hat. Im Schälchen sind jetzt drei Äpfel und eine Mandarine. In der Gemeinschaftsküche noch eine Paprika eine Tomate, eine Gurke, zwei Zitronen, rote Weintrauben und Ingwer. Nehme ich nachher alles mit, wenn es sonst keiner macht. Opfere mich gerne. Soll nicht schlecht werden.
Draußen ist herrliches Wetter. Gerade im Freien, mit Blick zur Sonne zu Mittag gegessen, gab Kabeljau mit Kartoffeln und buntem Salat. Dazu eine Fritz Cola superzero. Die bevorzuge ich eigentlich nicht, weil teurer als die Vita Cola ohne Zucker und weil sie auch nicht besser schmeckt. Ich mag die Vita Cola sehr gerne, die ist ein bisschen zitroniger, aber die war alle.
Meine Lieblings-Servicedame wollte mir ein Dessert schenken, aber da mir die andere auch sehr nette Mitarbeiterin schon eine doppelte Portion Kabeljau und Kartoffeln auf den Teller gepackt hat, hätte ich das Dessert einfach nicht mehr geschafft. Ich kämpfte zuletzt ein wenig mit dem letzten Stückchen Fisch, aber dann hab ich mich zusammengerissen, extra langsam gekaut und gedacht, das wäre doch lächerlich, wenn das nicht noch reinpasst.
Nebenher habe ich noch ein paar Absätze in einem schmalen Büchlein gelesen, das mich seit drei Tagen unterwegs begleitet, nämlich: „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ von meinem alten Kumpel Bodo Kirchhoff. Gibt ein paar launige Passagen. Die unverblümten sind mir immer die liebsten von ihm.

Draußen habe ich mit dem Tablett mit dem Essen auf einem gemauerten Absatz einen Platz in der Sonne gefunden, weil noch keine Stühle draußen standen. Auf das Mäuerchen habe ich einen Stoff-Einkaufsbeutel gelegt, damit es nicht so kalt am Popo ist.
Schade, dass das Dessert nicht mehr reingepasst hat, da gab es ein Glas mit rosa Joghurt oder Quarkspeise und oben drauf noch eine Schicht Rote Grütze. Genau meins.
Am Wochenende ist wieder Gallery Weekend in Berlin und mehr als sonstwo, geradezu exzessiv in meiner Ecke. Kann sein, dass ich heute Abend vielleicht bei einer Eröffnung am Gipsdreieck vorbeigucke, ist noch unsicher. Aber so Gallery Hopping von einer Galerie zur anderen, die ganze August- und Linienstraße entlang, ist mir zu stressig. Auch wenn da mitunter tolle Sachen zu sehen sind.
Wenn mittelmäßiges Zeugs präsentiert wird, ärgere ich mich immer ein bisschen und denke dann insgeheim Sachen wie „Much Ado About Nothing, was für eine prätentiöse Scheiße!“ Aber auf der anderen Seite gräme ich mich dann über mich selber, dass ich nicht der Typ für aufdringlich marktschreierische Selbstvermarktung bin. Und Klinkenputzen schon dreimal nicht. Daran haperts bei mir.