Während wir weiter in der Schlange warteten, eingelassen zu werden, belauschte ich drei Damen links von uns, von denen die eine das Wort führte. Sie erklärte, beide Sets gebucht zu haben, es sollte zwei Auftritte geben, einen um 19:30 und einen um 21:00 Uhr. Eintrittspreis übrigens 35 Euro. Ich hatte für das erste Set reserviert. Sie ließ uns gut hörbar daran teilhaben, dass ihr zur Kenntnis gekommen sei, dass „die drei Stones“, sie meinte damit Mick, Keith und Ronnie, am Vormittag ein vegetarisches Essen gehabt hätten. „Auf Auberginen-Basis“. Sie da also auf jeden Fall noch in Berlin gewesen seien. Zumindest bis Mittag. Ich fand das toll detailverliebt, dass sie „auf Auberginen-Basis“ betonte. Ich konnte das zwar bislang nicht verifizieren, aber vielleicht arbeitet sie ja in dem Lokal als Küchenkraft und hat die Auberginen schälen müssen. Ich meine: dürfen! Auch ich wäre bereit, für Mick und Keith Auberginen zu schälen, für Ronnie natürlich auch. Auch wenn Auberginen für meinen Geschmack ein bemerkenswert langweiliges Gemüse sind. Aber was tut man nicht alles als Fan!

Endlich durften wir in den Club, bekamen allerdings nur zwei Stehplätze. Zuerst standen wir ungünstig links vom Tresen, was nur praktisch war, um zwei große Carlsberg vom Fass zu bestellen. Dann wählten wir die Nische rechts von der Bühne, wo zudem zwei Barhocker rumstanden. Von der Sichtachse aus sah man erstmal hauptsächlich den handsomen jungen Gitarristen aus Israel, in Berlin lebend: Tal Arditi. Es war einfach traumhaft, was er seiner Gitarre entlockte, besonders bei Wild Horses. Lydia fand ihn im Profil speziell interessant, weil er sie an jemanden erinnerte. Ich versuchte hauptsächlich Bernard Fowler zu erhaschen. Noch weiter weg saß Tim Ries am Flügel, ich wusste gar nicht, dass er Klavier spielt. Das ganze Programm hatte die Überschrift „The Rolling Stones Project“, davon gibt es auch zwei Platten. Sehr bekannte Stones Songs wurden virtuos angejazzt umarrangiert. Auf der 2005 erschienen ersten Platte des Projekts haben neben Tim Ries und Bernard Fowler Charlie Watts, Keith Richards, Ron Wood, Norah Jones, Sheryl Crow, Bill Frisell, John Scofield, Darryl Jones und andere bekannte Größen mitgewirkt. Fortsetzung folgt!

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