Der mir bis Donnerstag völlig unbekannte ZigZag Club präsentiert sich kuschelig. Schwierig zum Fotografieren aber gut für die Atmosphäre und den Teint. Obwohl ich sieben Jahre in Schöneberg gewohnt habe – oder gerade weil – habe ich mich verlaufen. Ich lief von der S-Bahn Innsbrucker Platz in die falsche Richtung, hatte mir aus unerfindlichen Gründen zurechtgelegt, die Hausnummer Hauptstraße 89 müsste Laufrichtung Kleistpark sein. Wahrscheinlich hat es meine Phantasie überstiegen, dass unterhalb vom Innsbrucker Platz irgendein nennenswertes Lokal sein könnte. Das war ja früher schließlich auch nicht der Fall! Alles war im Dreh zwischen Kleistpark und Eisenacher Straße, weiter unterhalb war tote Hose. Ich rede allerdings von den Achtziger Jahren, wo ich eben in Schöneberg gewohnt habe und mich sehr gut auskannte. Long speech, no sense: ich drehte dann doch nach zehn Minuten misstrauisch um, da selbst die kuriosesten Berliner Hausnummerierungen (man ist ja einiges gewohnt) bestimmt nicht in der Hälfte der Straße mit 50 aufhören und mit 100 weitergehen. Es war wieder tropisch warm, als ich am 4. August gegen 19 Uhr da entlangtapste. Kurz vor dem Innsbrucker Platz kam mir Lydia in einem eleganten langen schwarzen Kleid mit Goldlamée-eingefassten Spaghettiträgern auf dem Fahrrad entgegen. Wir liefen gemeinsam zum ZigZag Club, wo schon eine lange Schlange wartete. Oben im ersten Stock des weißgetünchten Hauses war ein Fenster auf, aus dem tatsächlich Bernard Fowler amüsiert auf die Schlange guckte. Ich schien die einzige zu sein, die ihn dort bemerkte und winkte ihm enthusiastisch zu, er winkte fröhlich zurück. Später kamen wir uns noch etwas näher. Fortsetzung folgt!

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