Freitag hatte ich die Idee, die privaten Konversationen (überwiegend mit Lydia) über meine virtuellen Dating-Plattform-Aktivitäten zu copypasten. Das Formatieren der 29 A4-Seiten hat einige Zeit beansprucht. Dann war ich allerdings verabredet (kein Date in dem Zusammenhang) und hatte keine Zeit für den letzten Schliff. Eine Idee war auch, daraus eine Lesung zu veranstalten.

Um das Ganze mit noch mehr Authentizität und Substanz zu unterfüttern, schwebt mir vor, echte Chatfragmente einzubauen. Das lässt sich moralisch allerdings nur bewältigen, wenn man sich nicht ernsthaft verstrickt hat. Gut eignen sich dafür Kontakte, die mit einer Entmatchung endeten. Ich habe da schon ein schönes Potpourri von zum Teil haltlosen Halbsätzen.

Bislang gibt es keinen realen Kontakt, also keine Begegnung. Nicht, dass nicht auch schon mal danach gefragt worden wäre. Ich hatte dann auch wieder zu tun. Ich war z. B. bei Ina in Frohnau, Sachen rumräumen und grillen und Wein trinken. Oder ein paar Tage vorher mit Lydia bei einer Ausstellungseröffnung von einem schwulen Maler, wo fast nur schwules Publikum war. So stelle ich mich mir Galerien in San Francisco vor. Interessante Atmosphäre. Und noch vorher traf ich mich mit Maria zum Picknick mit einer gekühlten Flasche im Rosengarten vom Weinbergspark.

Ich ziehe aus mir selber nicht ganz klaren Gründen Treffen mit mir bestens bekannten und vertrauten Freundinnen den Treffen mit mir bestens unbekannten und komplett unvertrauten Tindermatches vor. Stimmt irgendwas nicht mit mir? Das sympathischste Match hat sich leider zurückgezogen, mit angekündigtem Löschen der app, aber wer weiß das schon. Ich hab tinder noch nicht platt gemacht.

Lydia ist der Meinung, wenn ich meine Erfahrungen auf einer Bühne zum Lesevortrag bringe, muss ich noch mindestens ein Date haben, sonst wäre das eine halbe Sache. Wahrscheinlich hat sie recht. Sie soll dann übrigens den anderen Part lesen, also was sie mir jeweils geschrieben hat. Alles ganz natürlich, wie im echten digitalen Leben. Ich sehe da ein Publikum. Wenn ich dann auch noch tinder-Chatstränge eingebaut habe, wären Männerstimmen sehr charmant. Freiwillige melden!

2 Antworten auf „03. August 2021

  1. Maria Schuster
    ich komme.

    Gaga Nielsen
    Das erwarte ich! 🙂

    P.S. Maria, mir fällt gerade ein, dass du ja auch ein paar kleine Sätze in diesem Jahrhundertstück hast, die niemand besser als Du lesen könnte! Proben sind nicht erforderlich, einfach direkt auf die Bühne und ablesen!

    Lydia G.
    ich kann mich kaum erinnern so viel Senf zu diesem Thema gehabt zu haben… 😉

    Gaga Nielsen
    Deine Einwürfe zu meinen epischen Erläuterungen machen ungefähr 5 Prozent des Konvoluts aus, kurz und knapp, aber kontinuierlich!

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