Gestern zufällig dieses Bild einer indianischen Madonna entdeckt, so schön, wie sie ihr Kind ansieht. Beim Durchblättern der beiden Brigitte-Hefte von 1961 an einem Artikel in einer Rubrik hängen geblieben, wo neue Maler vorgestellt wurden, nämlich die Malerin Nan Cuz-Schäfer. Leider war die Seite mit der Abbildung eines ihrer Bilder aus dem Heft gerissen, ich konnte nur den Text daneben lesen. Habe die Malerin daraufhin gegoogelt und erfahren, dass sie über dreißig Jahre in Deutschland lebte. Sie stammte aus Guatemala, wo sie bis zu ihrem achten Lebensjahr bei ihrer guatemaltekischen Mutter aufwuchs, der Vater war Deutscher, ein Fotograf. Sie begann erst Anfang der Fünfziger Jahre in Deutschland zu malen, schon erwachsen, bestärkt durch ihren damaligen deutschen Mann Georg Schäfer, Maler und Autor. 1971 verließen sie mit ihren Kindern Hamburg und zogen nach Guatemala, gründeten dort ein Kunstzentrum. Sie wurde 92. Es gibt in der ARD Retro-Mediathek einen Filmbericht über ihre erste Hamburger Ausstellung, 1960. Im Film wurde auch dieses schöne Bild gezeigt, hab einen Screenshot gemacht; der alte Filmbeitrag war schwarzweiß, sie malte oft reliefartig, erdige Töne.

Nan Cuz-Schäfer (1927 – 2019), Madonna, um 1960