Heute fand ich eine Karte mit einer Skulptur von Camille Claudel in meinem Briefkasten, „La Valse“, auch „Les Valseurs“. In der genaueren Beschreibung lese ich, dass der Mann vollständig unbekleidet ist und die Frau eigentlich nur ein Tuch um die Hüften trägt. Ich habe das gar nicht sehen können, aber es passt zu meiner Wahrnehmung von einer unglaublichen Intimität und Hingabe, die gewiss nichts mit Walzern zu tun hat, die in der Öffentlichkeit stattfinden. Der Anblick ging mir so nah, dass ich, als ich die Karte in der Küche im Stehen genauer betrachtete, mich auf der Spüle aufstützen musste und kurz weinte. So schön. Zu schön.

Camille Claudel, La Valse, 1891 – 1905

3 Antworten auf „22. April 2020

  1. Auf dem Hintergrund kommt nicht nur die Karte, sondern auch das Paar sehr schön zur Geltung – natürlich auch mit der Beobachterin im Hintergrund.
    Mich fasziniert auch der Faltenwurf, weil er so viel Bewegung in sich hat – ganz anders als die üblichen, statischen Faltenwürfe. Ich glaube, das Tuch ist wichtig, genau wie die Andeutung des Kusses, weil die Ahnung viel schöner und spannender ist als die tatsächliche Darstellung von Intimität.

  2. es wäre auf keinen Fall eine gute Idee gewesen, wenn beide unbekleidet wären, so wird er von ihrem Gewand umschmeichelt… es ist eine vollendete Skulptur, so viel Hingabe und Gefühl… mehr geht nicht.

  3. Ina Weisse
    Liebe Gaga, mir gefällt sehr, wie du die Postkarte zu einem Kunstprojekt adelst. Danke, dass ich ein Teil davon bin.

    Deine Ina

    Gaga Nielsen
    <3

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