Abermals Freude und Irritation am Postkasten! Am Samstag fiel mir eine Karte neben der gewohnten Reklame in die Hände, die schon aufgrund des außerordentlichen Formats für eine weitere Karte aus Künstlerhand sprach. Hatte mir etwa der Herr aus Hannover abermals geschrieben und wollte seinen Namen bekennen, somit Ross und Reiter nennen? Ich schob die Lektüre etwas auf, da ich hungrig aus meiner Werkstatt gekommen war und auch Einkäufe zu verstauen hatte. Auch die Waschmaschine wollte ich noch anschalten. Die Lektüre der Karte wäre dann der letzte Akt meiner samstäglichen Aktivitäten. Die Einkaufstüten auspacken und die Vorräte in den Kühlschrank und so weiter packen kann ich noch ohne Brille. Auch das Waschpulver finde ich ohne Sehhilfe und da ich nur ein Waschprogramm benutze, finde ich es fast blind. Dann war es endlich so weit. Ich setzte die Brille auf und hoffte, dass es keine anstrengende Botschaft sein würde, die mich hier mit einer weiteren Karte ereilt. Kaum erkannte ich das Schriftbild, waren alle Befürchtungen weg. Mit rotem Farbband hatte jemand sehr ordentlich und fehlerfrei eine unverfängliche und kurzweile Mitteilung auf einer mechanischen Schreibmaschine getippt. Aber lesen Sie bitte selbst:

Vom Überwintern auf den Balearen und Erinnerungen an Jugendjahre in Paris ist die Rede. Auch wird eine Dame erwähnt.

Nun kann es sich um den Kartengruß eines Herrn in Damenbegleitung handeln oder eine mir entfallene Freundin, die gemeinsam mit jener Antonia den kalten Wintermonaten entflohen ist. Des weiteren wird Besuch von Franz wird erwartet. Ich kenne einen Franz, und ich weiß mit Bestimmtheit, dass er bis vor kurzem auf einer kanarischen Insel weilte. Von dort ist es nicht so weit zu den Balearen, also könnte es sich durchaus um den mir bekannten Franz handeln. Aber dass er bereits auf eigene Faust reist, überrascht mich dann doch. Ich meine mich zu erinnern, er hätte gerade seinen achten Geburtstag gefeiert. Somit erneute Grübeleien, von wem die Rede ist. Die Sache mit Paris machte mich nach einer Weile stutzig. Hat nicht mein alter Freund S. immer wieder von seinen Jugendzeiten in Paris geschwärmt? Begann nicht dort seine Liebe zur Kunst und schnellen Automobilen und schönen Frauen? (auf der Karte nebulös als „Natur“ umschrieben) Ich konnte gar nicht schlafen deswegen, daher wollte ich mir durch eine spätnächtliche persönliche Anfrage Gewissheit verschaffen. So schrieb ich am 16. Februar 2020 um 0:34 Uhr:

„ich möchte ja nicht indiskret erscheinen, aber befinden Sie sich gerade auf den Balearen und denken oft an Jugendtage in Paris? (Falls nicht, vergessen Sie die Frage einfach sofort wieder!)“

Anderntags erhielt ich Antwort:

„In der Tat, liebe Frau Gaga! Aber woher wissen Sie denn das? Hat etwa Franz, die alte Plaudertasche, davon berichtet? Nun ein Glas Wein und sodann ins erfrischende Meer. Herzlich!“

Erleichtert entbot ich folgenden Gruß:

„Ich werde zu gegebener Stunde erhellen, wie mir diese Information zuteil wurde (inclusive Bildmaterial!). Wünsche noch herrliche Tage! Gruß an Antonia und Franz!“

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