Wieder einmal eine bildschöne Postkarte verschickt. Die ist aus der Galerie in meiner Straße, wo ich schon ein paar mal vor verschlossener Tür stand, und die Karte immer durch die Scheibe begehrte. Ich habe mir gleich zwei nehmen dürfen, eine für mich selbst, die andere zum Verschicken. Diese Postkarte geht an einen geheimen Ort in einem geheimen Bundesland, in dem unter anderem ein Gericht zu den regionalen Spezialitäten gehört, das ich gestern zum ersten mal in einem Schöneberger Restaurant gegessen habe. Dieses Gericht wird mit einer hellgrünen Soße gereicht, die mir eindeutig zu sauer war. Auch die Kartoffeln waren mir zu festkochend, aber sonst ein prima Lokal. Der Handkäs mit Musik war aber eine Delikatesse. Erstaunlich, dass sich dieser unattraktive, komisch riechende Käse, nach der Präparation mit Essig und Öl und Zwiebeln in so eine Leckerei verwandelt. Der Inhaber, der uns geradezu mütterlich bewirtet hat, kommt auch aus der Region dieser Spezialitäten. Motzstraße 10, Empfehlung!

2 Antworten auf „20. November 2019

  1. Handkäs mit Musik? Uiiiuiii, Sie sind ja mutig. Haben Sie etwa auch noch Ebbelwoi dazu getrunken?

    Grüne Soße schmeckt am besten selbstgemacht – und überhaupt ist jetzt dafür gar keine Saison. Frankfurt feiert die Grüne Soße nicht nur mit einem eigenem Festival, sondern hat ihr sogar ein Denkmal gesetzt. Ich mag die sehr, Handkäs mit Musik bislang jedoch nicht. Ebbelwoi geht inzwischen.

    Die schöne Karte mitsamt Briefmarke wird von der Empfängerin bestimmt sehr gewürdigt.

  2. Das war gestern alles frisch zubereitet, die sieben Kräuter bestimmt auch, aber ich kann halt leider nicht beurteilen, ob die starke Säure ohne einen abrundenden süßen Akzent, dem überwiegenden Geschmack der Soße aus der Herkunftsregion entspricht. Es gibt da wohl auch, wie bei allen Rezepten individuelle Abstufungen und Verfeinerungen. Es war nicht schlecht, aber mir fehlte eben so eine hauchzarte Süße in der Soße. Der Kräutergeschmack wurde von der Essigsäure überlagert. Ein gut informierter Hobbykoch, der auch schon auf diesem erwähnten Festival für die Soße war, die Soße aber auch nicht so überragend mag, meinte gar, die Säure käme nur von Creme Fraiche, ich habe aber deutlich Essig geschmeckt und fand ihn auch als Zutat (1 EL) in Rezepturen dafür. Die Qualität der Zutaten war hoch, die Eier Bio. Ganz schön angerichtet. Der Handkäs mit Musik, den ich nur kostete und sofort mochte, war in der Variante dargeboten, wo der Käse zerkleinert wird und ewig lange eingelagert wird und durchzieht. Bestimmt ein Riesenunterschied zu der Version, wo der Käse nur in diese dicken Scheiben geschnitten wird, und die Würze und Essig und Öl und Zwiebeln und Kümmel usw. gar nicht richtig durchziehen und der Käse im Inneren wie unbehandelt bleibt. Das schmeckt mir gar nicht. Ich habe das Gericht mit der Grie Soß stark mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle nachgewürzt, war dann ganz ok, aber doch eher ein Alltagsgericht für Zwischendurch. Wollte es nur endlich mal probiert haben, weil ich Kräuter auch sehr liebe und oft verwende. Das Schöneberger Lokal ist ganz kuschelig und sympathisch, sehr große Weinkarte und liebevolle Beratung. Der Wirt lässt nicht locker, bis er einen Wein gefunden hat, der einen total begeistert, so lange wird verkostet. War bei mir dann ein rheinhessischer Silvaner. Sehr, sehr gut. Ganz mineralisch, trocken, wenig Säure. Vier ganz voll eingeschenkte Gläser getrunken. Kein Kater, nur vom Alkohol etwas erholungsbedürftig.
    Das ist das Restaurant, ein absoluter Hot Spot der Gay Community von Schöneberg, in dem sich auch Heteros sauwohl fühlen. War eine warme Empfehlung von einigen Gastro-Profis, die ich kenne.

    Ebbelwoi war nicht im Glas gestern, gibt es aber selbstverständlich.

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