Ich habe mal wieder eine Postkarte geschrieben, das ist jetzt die schönste von den Verbliebenen aus der Schachtel. Mir fällt bei dem Motiv auf, dass es mich tatsächlich an einen Ausblick an der Havelchaussee auf die Havel erinnert, an so einer Anhöhe im Wald. Aber auf dem Motiv ist die walisische Küste zu sehen. Und viel Blau. Ina liebt Blau und geht gerne schwimmen. Auch eine meiner schönsten Briefmarken habe ich draufgeklebt, die Kreideküste von Jasmund ist da zu sehen. Ich bin da schon mal im Regen entlang gelaufen. Es ist interessant, die weißen Kreidefelsen, wenn sie nass sind, anzufassen, man hat eine ganz weiße Hand davon, die Kreide wird ganz schnell weich und glitschig. Ein Wunder, dass noch so viel übrig ist von den Kreidefelsen. Ich mag Kreide sehr gerne beim Malen, die matte, samtige Textur. Diese Karte geht in den hohen Norden von Berlin, wo Farin Urlaub aufgewachsen ist. Mehr verrate ich aber nicht, das fällt unter Datenschutz! Ich war heute noch nicht am Briefkasten, vielleicht habe ich ja auch eine Karte drin. Ich finde es sehr interessant, die Handschriften von meinen Freundinnen zu sehen, die waren mir zum größten Teil bislang völlig unbekannt. Eine Handschrift ist doch etwas sehr Persönliches. Und auch die Vorstellung, dass jemand extra eine Briefmarke aufklebt und zum nächsten Postkasten läuft, finde ich höchst ehrenvoll.

Vielleicht bastle ich demnächst selber Postkarten, wenn die in der Schachtel aufgebraucht sind, oder ich verschönere die übrigen ein bißchen. Mit einer Karte kann ich gar nichts mehr anfangen, sie hat als Motiv einen dunkelgrauen Untergrund und eine große beige Aufschrift, wie ein Foto von einem Ladenschild, das man an die Tür hängt, und darauf steht „HEUTE KEINE WARE“ Das war wohl mal kurz nach Mauerfall ein Lacher, so alt ist die Postkarte nämlich. Damals fand man es wohl kurios, dass es in einem Land innerhalb von Europa mal keine Ware, Bananen oder was eben in der DDR knapp war, gab. Finde ich heute einfach nur doof, den Kalauer. Die unfassbare Arroganz unserer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Die Karte hat es verdient, dass man vorne ein ansprechendes Motiv drüberklebt. Oder will hier jemand eine Postkarte von mir mit einem historischen Schild „HEUTE KEINE WARE“? Falls ja, bitte melden. Auf einen Familien-Kühlschrank geklebt, wäre es eigentlich schon wieder lustig, fällt mir gerade auf. Ich habe ja keinen zum Bekleben einladenden Kühlschrank, sondern so einen diskret eingebauten.

Eine Antwort auf „06. November 2019

  1. Ina W.
    Ich hatte mal einen Verehrer, der mir immer selbstgebastelte von Dada und Max Ernst inspirierte Postkarten schickte. Das war in den 80ern und sehr beglückend

    Gaga Nielsen
    hast du denn auch zurückgeschrieben?

    P.S. ordentlich wie ich bin, brauche ich erst die Fertig-Postkarten auf, und fertige dann selber!

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