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Ich war vor einer Woche in meinem Atelier und hatte nach Ewigkeiten die Kamera dabei – hatte ich ja berichtet. Und da war dieses eine unscharfe Bild von der einen rot und orange gestreiften Ecke, wo man sich hinlegen kann. Also ich mich hinlegen kann – weiter legt sich da ja keiner hin, ist ja kein Hotel. Ich habe das blöde unscharfe Bild dringelassen, zum steten Gedenken, dass ich die Bilder ohne Lesebrille auf der Nase gemacht habe. Das hat mich dann aber doch gefuchst, dass ich gerade die Ecke so unzulänglich erwischt habe. Ein paar Tage später habe ich noch mal die Kamera mitgenommen, eigentlich nur um von dieser einen Ecke wenigstens ein scharfes Bild zu machen. Aber dann ja – dann… fiel mir auf einmal auf und ein, welche Ecken ich ja außerdem auch nicht fotografiert hatte. Dann ging es wieder los. Kurz und gut, ich habe noch mal mindestens genauso viele Bilder gemacht wie ein paar Tage zuvor, am ersten September. Jetzt ist es aber auch gut. So gut wie alle wieder in Farbe. Nur für diesen Eintrag hab ich zwei in Schwarzweiß, aus Nostalgie. Es waren ja viele Menschen über einen langen Zeitraum überzeugt, ich würde nur schwarzweiße Fotografien machen. Dass die Aufnahmen aus meiner Werkstatt nahezu ausnahmslos in Farbe sind, liegt daran, dass ich Farben liebe, und zwar alle. Ich konnte die Farbigkeit ja selbst bestimmen, wie der liebe Gott. Wenn Farben grandios sind, habe ich kein Interesse, die Farbe bei einer Fotografie zu unterschlagen. Das war schon immer so. Ich habe jedoch in der Vergangenheit häufig Bühnensituationen eingefangen, die sich selten durch eine stimmige Farbdramaturgie bei Bühnenlicht und Bühnenkleidung ausgezeichnet haben, daher häufig die Reduktion auf Wesentliches in Schwarzweiß. Wer einen weiteren detailverliebten Spaziergang durch meine bunte Werkstatt machen möchte, hat nun noch umfassendere Gelegenheit herumzuflanieren und zu stöbern. Hier die ganze neue Strecke mit weiteren Winkeln und Zeug aus allen Himmelsrichtungen. Nur die Stuckdecke hab ich nicht fotografiert. Na ja – Mut zur Lücke heißt es ja immer – der Stuck ist ja nun auch nicht mein eigenes Werk. Jetzt ist die Kamera wirklich wieder im Ruhestand. Bis zu einem schönen, unbekannten Tag.

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5 Antworten auf „09. September 2019

  1. So qualifiziert kann nur jemand fragen, der bei diesem Anblick ein déjà vu hat….! Jawohl, das sind Musikkassetten aus den Achtziger bis Neunziger Jahren. Ich habe auch einen noch funktionierenden Kassettenrekorder, mit dem man die Dinger hören kann, mache ich aber ganz selten. Meist läuft die Musik über das Notebook, das schwarze Monitorteil, auch fotografiert. Die Kassetten haben teilweise Mitschnitte von einer Sendung von Radio 100 aus den Jahren 1986 – 1988, ich war in einen Typen verliebt, der einmal die Woche eine zweistündige Sendung mit viel interessanter Musik und seinen Ansagen hatte. Historische Dokumente. Schmachtend hing ich vorm Radio! Die Inlays sind gar nicht innenliegend, sondern außen aufgeklebt, ich wollte damals, dass sie zum Schlafzimmer passen, das war in den Farben, und die Plastik-Cases unsichtbar werden.

  2. Das sieht so toll aus, daß man direkt wieder Lust auf Musikkassetten bekommt. Es muß aber auch ziemlich viel Arbeit gewesen sein, für jede Hülle so etwas zu gestalten und aufzukleben. Womit hast du das denn geklebt? Normaler Alleskleber?

  3. es ist ca. dreißig Jahre her, aber ich kann morgen oder übermorgen mal ein Exemplar untersuchen und analysieren. Ich vermute mit Klebestift. Ist farbiges Druckerpapier, mit einer schönen Schrift den Inhalt getippt und ausgedruckt. Damals hatte man ja noch mehr Zeit für solche Basteleien, da weder Kinder noch Internet! Hatte ich wahrscheinlich ein Textfeld in der erforderlichen Papiergröße formatiert. Es stimmt, die Kassetten sehen dekorativer aus als CD-Hüllen. Ich muss aber gestehen, dass ich mit meinen CDs etwas ähnliches getrieben habe. Die stehen alle in meinem blau-weiß-türkisen Wohnzimmer in weißen Regalen, und die habe alle auschließlich farblich passende Rücken. Oft sind sie ja von Hause aus schon weiß mit schwarzer oder blauer Schrift auf der schmalen Seite. Bei denen, die dunkel waren oder rot oder braun, hab ich das Inlay auf die andere Seite gedreht und dann entweder mit Hand die weiße Rückseite neu beschriftet oder sogar schmale Papierschnipsel schon bedruckt eingelegt. Was für ein Aufwand! Aber mache ich heute nicht mehr, kaufe auch nur noch sehr selten CDs. Daher ist die große Menge schon durchgestylt ;-)

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