Aus meinem goldenen Notizbuch XXIX.
7. August 2019:

„S-Bahn, Bellevue – Zoologischer Garten, hübsches, kleines Mädchen, ca. 6 Jahre, lange blonde Haare, braun gebrannt, lächelt ihre Oma an. Sieht ihr superähnlich, wie geklont, nur älter. Opa strahlt auch. Enkelstolz! Herzerwärmend.“

Das Mädchen und ihre Großeltern (beide ca. Ende Sechzig) hatten richtig Freude aneinander. Aber das ist ja meistens zwischen Oma und Opa und den Enkelkindern der Fall. Wahrscheinlich sind sie auf dem Weg zu einem Ausflug, in Berlin scheint heute wieder die Sonne. So eine große Ähnlichkeit zwischen Enkelin und Oma! Beide hatten einen großen lachenden Mund und auch die Augenpartie total ähnlich, die Nase, alles. Oma hatte kein Make up, die Kleine natürlich auch nicht. Sechsjährige Mädchen malen sich ja noch nicht an. Wenn Oma sich ein bißchen schminkt, sieht sie bestimmt klasse aus, ein guter Typ. Hatte auch längere blonde Haare. So entspannt kann Familie sein, wenn keiner unnötigen Stress macht. Weil keiner zu viel erwartet und nicht zu viel herumerzogen wird. Können sich Eltern mal eine Scheibe abschneiden. Ich bin absolut für wohlerzogene Kinder mit guten Manieren. Da ich selbst keine Kinder erzogen habe, kann ich natürlich viel phantasieren, wie meine Kinder, hätte ich sie gehabt, zu den guten Manieren hätten kommen können, ohne ständig angezickt zu ermahnen. Man lernt ja angeblich am meisten von den Vorbildern in der nächsten Umgebung, die einen am stärksten beeindrucken. Demzufolge hätte ich versucht, die Kinder so von mir zu beeindrucken, dass sie mich gerne nachmachen wollen. So fanmäßig. Schon schade, dass ich nicht so eine kleine putzige Gaga Nielsen produziert habe, ein kleiner Junge wäre auch schön gewesen. Na ja, hat nicht sollen sein. Schon schade! Aber dafür viel Freizeit gehabt, war auch schön. Ist immer noch schön.

3 Antworten auf „07. August 2019

  1. Ich vermute, dass das Trio nicht aus Berlin war. Alle drei hatten diesen Reise-Glow im Gesicht. Die Blicke aus den S-Bahn-Fenstern waren so sehr interessiert und neugierig. Und auch, weil in Berlin die Sommerferien seit Montag vorbei sind. Oma und Opa hätten bestimmt nicht unterstützt, dass die Kleine die Einschulung schwänzt. Jünger als Sechs war sie glaub ich nicht. Mindestens Fünfdreiviertel. Im Augenblick sind noch überall in Deutschland Sommerferien, nur in Berlin und Brandenburg sind sie gerade eben schon vorbei. In Hamburg war heute letzter Ferientag. Vielleicht wohnen Oma und Opa auch in Berlin und haben die Kleine in den Ferien übernommen, und die Eltern machen mal wieder Urlaub zu zweit. Falls sie nicht getrennt sind.

    Apropos Einschulung, hier in der Mitte, ist ein Foto von mir von 1970 mit kleiner Schultüte, da war ich fünf, hab ich gekriegt, weil mein Bruder in die Schule gekommen ist, zum Trost. Ich wollte so gerne mit, auf einmal war ich allein daheim, wie doof! Daneben ist ein Foto vom Dezember 1971, da war ich dann schon selber zwei Monate ein Schulkind, sechs Jahre alt.

  2. Und das oberste Foto? Auf allen sieht man die kleine, beeindruckende Persönlichkeit. Du weißt ja nicht, wen Du alles bereits beeindruckt hast. Sowas erfährt man entweder nie oder sehr viel später.

  3. Das oberste Foto ist ein Schülerausweisfoto von 1981 aus dem Fix-Foto-Automaten. Da war ich also ungefähr fünfzehneinhalb oder sechzehn. Bald vierzig Jahre alt, das Foto… Am meisten identifiziere ich mich mit dem Foto von 1971, so fühle ich mich innerlich heute noch, wie ich da in die Welt gucke. Ich war übrigens sehr schüchtern. Bin ich in bestimmter Hinsicht immer noch. Nicht in jeder, aber wenn es um sehr persönliche, romantische Angelegenheiten geht.

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