Neuere Erkenntnisse! Physiotherapeut ist ein sehr toller Beruf. Ich habe jetzt zwei kennengelernt. Natürlich fand ich diese Tätigkeit schon immer sehr gut und respektabel, aber wenn man selber behandelt wird, erweitert sich die Wahrnehmung sehr stark. Der eine hat mit mir letzte Woche „exzentrisches Loslassen“ gemacht, der Florian. Das hat sich schon sehr gut angefühlt. Florian hat eine Textmarker-gelbe Irokesenfrisur und sechzehn Jahre Erfahrung. Ich schätze ihn auf ungefähr 37. Der andere heißt Roman und war heute dran. Wir sehen uns jetzt öfter. Ich nenne ihn heimlich Clark Kent, weil er genauso ausschaut. Also bevor er den Superman-Anzug anzieht. Clark hat ganz neue Sachen mit mir gemacht, ich musste mir das Oberteil ausziehen, er hat mich dann sehr forsch angefasst, aber es hat nicht wehgetan. Dann durfte ich mir das Oberteil wieder anziehen und wir sind in den Turn-Raum gegangen. Da ist ein großer Spiegel, über die ganze Wand, wie im Ballettsaal. Er hat vorgeturnt und ich habe nachgeturnt. Wir haben auch zusammen geturnt. Als ich in den Spiegel geschaut habe, ist mir aufgefallen, wie groß und athletisch er neben mir aussieht. Dabei bin ich doch auch schon nicht klein. Nächste Stunde ist Freitag, also übermorgen. Ich soll wieder mehr tanzen, regelmäßig, findet er. Ich finde auch! Zusammen turnen macht eigentlich Spaß. Aber auch wenn man alleine turnt und dann einer korrigiert oder anleitet, indem er einen an den Armfesseln festhält. Es hat mir gut gefallen. Habe mir dann auch gedacht, dass Jenny wahnsinnig privilegiert ist, dass sie einen Mann hat, der das auch kann. Toll. So ein sinnvoller Beruf. Zu keinem Zeitpunkt fragt man sich, was das eigentlich soll. Selbst wenn es nicht die Krankenkasse zahlen würde, wäre es kein rausgeschmissenes Geld. Ich bin ganz beeindruckt, wie so ein junger Mensch – ich schätze Clark auf Ende Zwanzig, Anfang Dreissig – auf so einen sinnvollen und hilfreichen Beruf kommt. Ich meine, er hätte auch Model oder Schauspieler werden können. Das Aussehen hätte er! Der Grund für die Turnstunden ist mein noch nicht ganz wiederhergestellter Ellbogen. Ich hatte – ich meine ich habe da gleichzeitig einen Tennis- und Golferarm, die Folge von einem Muskelanriss durch Gewalteinwirkung. Ich habe mich selber verletzt, als ich eine blöde Eisenstange mit einer Zange verbiegen wollte. Ist aber fast schon wieder heil. Aber nur fast! Sonst müsste ich ja nicht mehr zu Clark! Ich möchte das unbedingt feinsäuberlich mit viel professioneller Anleitung auskurieren, nicht dass man dann noch was verschleppt!

4 Antworten auf „05. Juni 2019

  1. Max Z.
    Der leise Verdacht steht im Raume, dass Frau N. nun ab- und an weitere leichte Selbstzerstörungstendenzen an den Tag legen wird, um Herrn Kents Kenntnisse auch zukünftig zu nutzen.

    Gaga Nielsen
    Niemals! Ich habe gehört, dass man auch Personal Trainer beschäftigen kann, die so etwas Ähnliches mit einem machen. Ich kann aber natürlich heute noch nicht absehen, ob es nicht doch den einen oder anderen Rückschlag während meines Genesungsprozesses zu verzeichnen geben wird. Wenn es nach den sechs Behandlungen noch nicht weg ist, muss ich wieder zu Doktor Finkbeiner und mir neue Stunden verschreiben lassen.

  2. Ich empfehle beim nächsten Mal Deine Superwoman Sachen anzuziehen. Die mit dem kleinen s, das so aussieht: https://wallpapercave.com/wp/r3d2GXb.jpg
    Ich sehe da parallelen zu Lois: https://tinyurl.com/yxs8wmmp
    das könnte ihn zu einer Enttarnung verleiten.
    Allerdings finde ich von Superman nicht sehr verführerisch, dass er seine Unterhose über der Kleidung trägt. Aber man sollte nicht so hohe Ansprüche an jemanden stellen, der die Welt rettet. Oder auch nur Dich.

  3. Mir scheint, du haftest etwas stark der Vergangenheit an. Clark ist auch älter geworden und hat sich entwickelt. Unterhose über dem Superdress ist mit Sicherheit passé. Es muss viel passiert sein, denn der Job beim Daily Planet war ja nicht schlecht. Als Physiotherapeut kann er seine Superkräfte noch gezielter und rund um die Uhr einsetzen, ich denke das hat eine Rolle bei der beruflichen Veränderung gespielt. Natürlich denke ich auch stark darüber nach, was ich zur nächsten Turnstunde trage, damit ich die geforderten Übungen noch besser ausführen kann. Es sollte nicht einengen aber doch die Form behalten! Andererseits wirkt man auch schnell overdressed, wenn man dem Outfit die tagelange Vorbereitung ansieht!

  4. zuckerwattewolkenmond – 6. Jun, 01:31
    Gutaussehende
    junge Physiotherapeuten, die auch noch etwas von ihrem Job verstehen, erleichtern die Heilung in der Tat. Ich hatte erst letztens auf der Kur in Swinemünde wieder das Vergnügen.

    g a g a – 6. Jun, 01:47
    Man kann den Beruf gar nicht genug würdigen! Ich mag auch, wenn man mir so ein bißchen fordernd gegenübertritt, weil man dann bewegungsmäßig an Grenzen und Muskeln geführt wird, von denen man bislang noch gar nicht wusste, dass man sie hat. Entdeckungsreise durch einen unberührten Kontinent! Wenn der Reiseleiter attraktiv ist, ist man einfach motivierter, man möchte ja auch punkten und sich nicht blamieren!

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