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Sechzehnter September. Ich kam von Katias Atelier in Moabit, lief Richtung Süden zur Turmstraße. Eigentlich wollte ich schnurstracks zu Evelyn Sommerhoff in die Wilhelmstraße, aber nicht ohne eine Flasche. In der Turmstraße sind alle erdenklichen Läden, Supermärkte und Späties, sogar Bio. Da war ein Alnatura-Markt, aber keine Kuhlschränke mit kalten Flaschen. Bei Rewe war meine Hoffnung größer, da sind ja Kühlschränke, darin nur Wasser, Limonade und Bier und diese fürchterlichen Energy Drinks, Red Bull-Dosen und ähnlicher Quatsch. Nicht eine Flasche Wein, von Champagner oder ähnlichem nicht zu reden. Nichts, was man mitbringen möchte. Weiter. Bio Company. Eigentlich gute Getränke im Sortiment, aber nichts gekühlt, einen grünen Smoothie wollte ich auch nicht als Mitbringsel präsentieren. Schräg gegenüber noch ein Späti. Die haben doch Kühlschränke, das weiß man doch. Ich sehe nur Bier, Wasser, Limo. Die beiden Verkäufer gucken neugierig, fragen, was es denn gerne sein dürfte. Ich sage „ich sehe gar keinen Wein im Kühlschrank…?“ Verkäufer: „doch wir haben, suche einen aus, hier oben auf dem Regal, wir haben, wir haben!“. Im Regal mit Rot- und Weißwein gibt es ganz oben auch Schaumweine, Sorten, die man nicht unbedingt trinken muss. Eine ist dabei, die könnte akzeptabel sein, schöne Flasche, was Italienisches, extra brut. Nehme die Flasche, zeige sie dem Verkäufer. Er „Das ist die einzige, die wir nicht gekühlt haben, die einzige!“ Hausnummern weiter noch ein Spätkauf, mein Blick scannt die Regale, verglasten Kühlschränke. Bier, Soft-Drinks, Wasser, nichts zum mitbringen. Was trinkbar wäre, ganz oben, unter einem Strahler zuverlässig auf lauwarm temperiert. Zur U-Bahn. Es gibt keinen direkten Weg zur Wilhelmstraße, außer ich nähme ein Taxi. Der Weg mit der U-Bahn führt mehr oder weniger halbwegs an meiner Wohnung vorbei, da sind auch Sachen im Kühlschrank, ausreichend gekühlte, die ich mitnehmen könnte.

So geschehen. Komme ich eben etwas später, aber nicht mit leeren Händen. Abermals verlaufen dann, vom Anhalter Bahnhof seltsam die Richtung aus den Augen verloren. Am Halleschen Ufer gelandet, und da war sie dann doch die Wilhelmstraße. Und Evelyns Atelier, ihr Königinnenreich, das sie verlassen muss, weil Start ups hineinkommen, die mehr Miete bringen, als Künstlerateliers. Zum ersten Mal die Bilder gesehen, das ganze im Atelier vorhandene Werk, was eben nicht verkauft ist. Eine Schatzkammer. Erotik. So subtil und doch satt. Wundervolle Werke. Nun zieht sie um. Außerhalb von Berlin. Wir trinken, reden, lachen, rauchen. Und fragen uns auch, wieso es so schwer ist, innerhalb der Stadt etwas geeignetes zu finden. Wenn man etwas hat, kann man sich sehr glücklich schätzen. Die beiden Flaschen, die ich mitgebracht habe, gehen zur Neige. Tiefgang steht auf dem einen Etikett. Ina ist da. Wir zeigen uns gegenseitig, welche Bilder von Evelyn wir am liebsten mögen. Ich zeige Evelyn alle, die ich kaufen würde, hätte ich Platz zum Hängen. Ich meine das Ernst. Ich neige überhaupt nicht zum Opportunismus in diesen Dingen. Dafür ist es mir zu wichtig, liegt mir zu sehr am Herzen. Ich bejuble auch keine lauen Lieder, nur die, die mich berühren. Wie so oft, brachte Ina mich nach Hause. Man kann in ihrem Auto so schön reden. Ein geschützter Raum für vertraute Gespräche. Dinge, die sich zwei Schreibende erzählen, die niemals geschrieben werden. KEEP CALM AND CARRY ON.











Eine Antwort auf „26. September 2017

  1. fb ~ 26.09.17 Ina Weisse
    Ich müsste eine kleine Bar im Auto haben. Schon immer mein Wunschtraum. Und ne Jukebox, dann wäre es perfekt…

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