geld macht nicht korrupt. – kein geld schon eher. (dieter hildebrandt) nein, jetzt kommt keine abhandlung über geld.
hier stand mal wenig erbauliches zu meiner akuten lustlosigkeit. schnell wieder gelöscht – das gewäsch möchte man dann ja doch niemandem zumuten. ich finde es ja immer vorbildlich, wenn zum beispiel frau oberhexe luisa francia live und très chic zweisprachig aus mju:’nik und anderswo ihre online-selbstbeweihräucherung zelebriert. da ist so gar nichts schnödes oder profanes im upgeloadeten alltag. ja, da kann man schon neidisch werden. da wird selbst das rendezvous mit einem profanen staubkorn zum ekstaseträchtigen initiationserlebnis.
so muß das sein. ganz, ganz toll. bescheidenheit ist eine zier doch weiter kommt man ohne ihr. schöne sätze darf man da lesen. wie zum beispiel, ihr neues mantra ist: „ich verzeihe mir alles“. tolle sache eigentlich, sich mal eben so lässig selber alles verzeihen, was man so verbockt hat – praktisch eben die frau. so ein schlechtes gewissen hie und da stört ja doch nur beim meditieren, also weg damit, ab in die yogi-tonne.
ich les es ja immer gerne. auch gerade, weil sie so ungemein stringent – um nicht zu sagen: mit wissenschaftlicher genauigkeit die nunmehr zahllosen indizien ihrer magischen wirksamkeit (böse böse worte wie ‚machtkomplex’ oder gar -neurose lägen einem auf der lästerzunge parat, aber das ist ein pfui-wort für frau luisa, das hat sie gar nicht gerne – wenigstens auf ihr spiegelbild bezogen; zumal sie ja als astrologisch mittelprächtig bewanderte ihre eigenes horoskop mit ihrer eins-a-alpha-macke-konstellation löwesonne plus frau wichtig- aszendent aus dem effeff kennen dürfte) zu dokumentieren weiß.
also jetzt mal ganz unter uns: man kann praktisch davon ausgehen, wenns regnet oder schneit, oder ein so richtig böser mann auf einer bananenschale ausrutscht, war sie es. also indirekt. also mit. also auch. mehr oder weniger. quasi. zumindest glaubt sie das selber gerne. ja mei. wenns hilft. binsenweisheiten auch mal ein bißchen frecher formuliert, das hat man einfach gerne. netter zeitvertreib. ich les es zwischendurch ja auch mal gerne. wenn mir gerade der pinsel steckenbleibt. doch doch. schon schön.
tolle sache das. ich finde es einfach gut, dass es leute (ooops ist das noch p.c. -? – leutInnen meine ich natürlich genauso) gibt, die einen so selbstlos und altruistisch in aller matriarchalen bescheidenheit an ihrer täglich fortschreitenden erleuchtung teilhaben lassen. auch dass man nun via internet immer genau weiß, wann und wo genau die zuletzt geturnte yoga-übung, die noch göttlicher und-überhaupt- und-sowieso als alle je zuvor unter der sonne praktizierten war, stattgefunden hat, möchte ich dringend wissen. derlei finde ich wichtig und inspirierend. ich meine: solche menschen sind mir und auch anderen in vielem ein beispiel.
schließlich sorgen diese unermesslich wichtigen, stillschweigend und uneigennützig zelebrierten und weltweit unterschätzten rituale maßgeblich dafür, dass unsere erde nicht in einem noch schlimmeren zustand als ohnehin schon ist. dankbar muß man sein. und die zahlreichen dünnen taschenbüchlein im aufgeplusterten alters- schwachsichtigkeits-großdruck kaufen, kaufen, kaufen. von dem geld kann frau francia dann nämlich bald wieder mit dem flieger nach afrika zu den dicken alten yoruba-priesterinnen fliegen, mit denen sie ganz toll perdu ist. da fassen sich dann alle an den händen und machen dort ein unheimlich wichtiges erdheilungsritual mit viel räucherzauber, gegen die böse böse luftverschmutzung zum beispiel. das ist fein. das wird die irritierten luftgeister bestimmt mächtig freuen. und so. irgendwie.