Ich las gerade den folgenden schönen Eintrag im Gästebuch von Vera von Lehndorff:
Sehr geehrte gnädige Frau,
Gratulation zu Ihrer sehr schönen Internet-Seite!
Vielen Dank für Vieles! Ich gehöre auch zu der jüngeren Generation, die Sie jetzt für sich entdeckt. Zuerst sah ich Sie in einer Talkshow und sah und hörte erst einmal eine interessante kluge Frau.
Ich hatte keine Ahnung von dem Ruhm…
Durch den Zufall, dens nicht gibt, kam Body Art in mein Leben, und es waren die Natur und Peterskirchen und Eisentorbilder, die mich so besonders berührt haben.
Danke für das Medium, das unter die Kruste sehen läßt, das die versunkenen Dinge feiert.
Für die Link-Liste möcht man Sie drücken…
Hoffe, Sie sind glücklich. Ich wünsche es Ihnen sehr; ich wette, eine Menge Menschen denken an Sie, wie ein bißchen ein Gebet für Sie.
Herzlich zugewinkt aus Deutschland.
Ihr Thomas Merschjohann

Irgendwann in den siebziger Jahren saß ich im elterlichen Wohnzimmer auf der Couch, die Eltern waren nicht da, die schweren, tieforangen grobleinenen Vorhänge waren zugezogen und im Spätabendprogramm im Ersten oder Zweiten gab’s ‚blow up‘ von Antonioni. Ich war ungefähr elf und sah dieses pantherhafte Wesen, nur ein paar Sekunden und war verzaubert, für immer und ewig.
Nicht, dass mir der Film ‚blow up‘ an sich etwas bedeuten würde – ich kaufte ihn Jahre später als Video (neben ‚Der mit dem Wolf tanzt’ und einer Bildkopfreinigungscassette, die einzigen Kaufvideos, die ich je erworben habe) und war reichlich enttäuscht, über den nicht mehr gefundenen, so intensiv erinnerten atmosphärischen Zauber, den ich als Kind scheinbar wahrgenommen hatte. Vielleicht war es damals die ungewohnte Begegnung mit einer Welt von hochkultivierten Erwachsenen im damaligen swinging London, die ich so nicht kannte. Eine ungeahnte Welt, die mir in vieler Form freier schien, als die mich unmittelbar umgebende. Sophisticated kommt einem vielleicht in den Sinn, beim Versuch den atmosphärischen Eindruck zu beschreiben. Heute kommt mir der Film geradezu banal, modisch, oberflächlich vor. Doch in den wenigen kurzen Sequenzen der Bewegungen der sehr jungen Veruschka lag bereits eine Ahnung des sich später enthüllenden und erfüllenden Zaubers eines menschlichen Wesens, das zwischen allen nur denkbaren Welten zuhause ist. Veruschka ist und bleibt eine zum Glück noch lebende, wunderbar lebendige Ikone des freien Geistes, der Schönheit, der Zeitlosigkeit und der Wildnis.
Ich liebe sie.