13. April 2010

Ich hab’s ja nicht so mit Lesungen, aber der flotte Titel bĂŒrgt ja bereits fĂŒr unzweifelhafte Kurzweil: Götter, Gurus und Gestörte. Morgen um Acht in der z-bar.
Und einer soll sogar Gitarre spielen und singen. Damit bin ich ja immer zu locken, wie man weiß. Außerdem habe ich den lieben Joq, der auch liest, schon lange nicht mehr vollgejammert. Zuletzt hat er mir betrunken eine seelsorgende Mail (Fisch!) aus dem Taxi geschickt, nach seiner letzten Lesung, Ende Januar, auch mit dem ĂŒberaus gutaussehenden Herrn Neft. (Glaub ich.) Ist aber schon wieder eine Weile her. Ich wollte ja hin, aber war verhindert, behindert. Morgen soll das aber anders sein. Fotoapparat nehm ich auch mit. Und auf die Lady mit dem komischen Azteken-Namen bin ich natĂŒrlich auch gespannt. Und auf Frau Streisand. Hoffentlich singt sie! Und auf alle, die mich kennen! Haltet mir bitte einen schönen Platz ganz vorne frei. Gibt Bildchen und Filmchen eventuell!

11. April 2010

Manchmal liebe ich am meisten das an jemandem, was er (oder sie), wenn es nach mir ginge, immer sein könnte. Und schon auch ist, aber vergleichsweise selten. Man muss aufpassen, dass die Phantasie nicht ĂŒberhand nimmt, und die Projektion bigger than life wird. Ich neige sehr dazu. Sehr. Aber vielleicht muss man auch nicht aufpassen, vielleicht ist es gut, dass ich so viel projezieren kann, phantasieren kann, provozieren kann. Ein kleines Detail genĂŒgt. Ein Moment, ein Augenblick, in dem es sich erfĂŒllte. Das ist das Fatale. Schön Fatale. Homme Fatale. Der Beweis, dass es erfĂŒllt werden kann. Manchmal. Daran halte ich mich fest, mit meinen Augen, meiner Seele, meinem Herz, an einem Quadratmillimeter. Die Hunderttausend Quadratmillimeter darum herum ignorierend. Weil der kleine diamantglitzernde Quadratmillimeter alles ĂŒberstrahlt, als ob der erste Sonnenstrahl das Paradies erhellt. Ich bilde mir dann ein, ich hĂ€tte den wertvollsten, wichtigsten, zentralen Quadratmillimeter an diesem Lebewesen entdeckt und halte ihm meinen Zauberspiegel, meine Kamera vor. Das Wesen ist dann immer sehr entzĂŒckt. BerĂŒckt, entzĂŒckt, von sich selbst. Ein schöner Moment. Dann hoffe ich, dass sich der Zauberaugenblick unendlich spiegelt. Ping Pong Ping Pong. Ich glaub an dich, du glaubst an dich, ich glaub an dich, du glaubst an dich. Ich sehe dich, du siehst mich, du siehst, ich sehe dich, und wie. Ich liebe dich. Du siehst, wie ich dich sehe, an meinen Augen siehst du es, und dass du mir gefĂ€llst. Du bist entzĂŒckt von dem Glitzern in meinen Augen, weil du weißt, es gilt dir, weil du mir gefĂ€llst. Und nun gefĂ€llst du dir. Und strahlst noch mehr. Ich halte den Zauberspiegel vor dein leuchtendes Gesicht und der Zauber wirkt. Glaube und Schönheit. Explodiert. Jetzt und hier.

10. April 2010

(Ich weiß, das wird jetzt langsam schleimig, Tina-Beatrix, aber…)
Bevor ich es vergesse! möchte ich doch noch schnell folgenden neuen Beitrag in meiner beliebten neuen Rubrik „Living Buddhism“ posten:
„Steh gerade und mit beiden Beinen fest in den Wolken!“
[ BEATRIX V. D. ]
[Living Buddhism, lect. 4]

11. April 2010

Manchmal liebe ich am meisten das an jemandem, was er (oder sie), wenn es nach mir ginge, immer sein könnte. Und schon auch ist, aber vergleichsweise selten. Man muss aufpassen, dass die Phantasie nicht ĂŒberhand nimmt, und die Projektion bigger than life wird. Ich neige sehr dazu. Sehr. Aber vielleicht muss man auch nicht aufpassen, vielleicht ist es gut, dass ich so viel projezieren kann, phantasieren kann, provozieren kann. Ein kleines Detail genĂŒgt. Ein Moment, ein Augenblick, in dem es sich erfĂŒllte. Das ist das Fatale. Schön Fatale. Homme Fatale. Der Beweis, dass es erfĂŒllt werden kann. Manchmal. Daran halte ich mich fest, mit meinen Augen, meiner Seele, meinem Herz, an einem Quadratmillimeter. Die Hunderttausend Quadratmillimeter darum herum ignorierend. Weil der kleine diamantglitzernde Quadratmillimeter alles ĂŒberstrahlt, als ob der erste Sonnenstrahl das Paradies erhellt. Ich bilde mir dann ein, ich hĂ€tte den wertvollsten, wichtigsten, zentralen Quadratmillimeter an diesem Lebewesen entdeckt und halte ihm meinen Zauberspiegel, meine Kamera vor. Das Wesen ist dann immer sehr entzĂŒckt. BerĂŒckt, entzĂŒckt, von sich selbst. Ein schöner Moment. Dann hoffe ich, dass sich der Zauberaugenblick unendlich spiegelt. Ping Pong Ping Pong. Ich glaub an dich, du glaubst an dich, ich glaub an dich, du glaubst an dich. Ich sehe dich, du siehst mich, du siehst, ich sehe dich, und wie. Ich liebe dich. Du siehst, wie ich dich sehe, an meinen Augen siehst du es, und dass du mir gefĂ€llst. Du bist entzĂŒckt von dem Glitzern in meinen Augen, weil du weißt, es gilt dir, weil du mir gefĂ€llst. Und nun gefĂ€llst du dir. Und strahlst noch mehr. Ich halte den Zauberspiegel vor dein leuchtendes Gesicht und der Zauber wirkt. Glaube und Schönheit. Explodiert. Jetzt und hier.

10. April 2010

(Ich weiß, das wird jetzt langsam schleimig, Tina-Beatrix, aber…)
Bevor ich es vergesse! möchte ich doch noch schnell folgenden neuen Beitrag in meiner beliebten neuen Rubrik „Living Buddhism“ posten:
„Steh gerade und mit beiden Beinen fest in den Wolken!“
[ BEATRIX V. D. ]
[Living Buddhism, lect. 4]

09. April 2010

Einen guten Auftrag annehmen, ist ein schönes GefĂŒhl. Aber einen guten Auftrag ablehnen, ist auch ein schönes GefĂŒhl. Und macht viel weniger Arbeit! Interessante Erfahrung auf jeden Fall. Die Wahl zu haben, und nein zu sagen, das ist schon… oh lĂ  lĂ . Zeit ist eben der grĂ¶ĂŸte Luxus. Ich kann nicht umhin, hier weitere Binsen zu verbreiten. Selbst wenn man bei einem Bild nur eine Kontraststufe nachschĂ€rft. Man öffnet die Datei. Dieses ganze Gefummel. Und man fotografiert ja nicht wenig. Heutzutage. Ah, frei wie ein Vogel, und Jan Freude gemacht.
In der AbenddĂ€mmerung ein Bad genommen. Hanf und Mohn. Und spĂ€ter telefoniert. Was geraucht, bißchen weißen Franzosen dazu, Internet war weg, ungefĂ€hr zwei, drei Stunden sinniert, wie ein Wochenende ohne Internet wĂ€re. Haha. Schon sehr ungewohnt. Wieviel GefĂŒhl von Kontakt daran hĂ€ngt. Also jetzt ist es wieder da. Nicht Großartiges passiert in der Zeit… aber es könnte. Alles wĂ€re möglich. Das Internet hat mir eh die grĂ¶ĂŸten Wunder beschert. Wenn auch indirekt. Den grĂ¶ĂŸten Aufruhr in meinem Leben der letzten Jahre gab es durch Kontakte, die direkt und noch mehr indirekt ĂŒber das Netz entstanden sind. Ein starkes GefĂŒhl der LebensintensitĂ€t kam damit durch die WohnungstĂŒr. Ich bin wieder trunken und ungenau, aber ein paar Wörter, ein paar brauchbare, sind sicher wieder dabei. Nehmt euch, was ihr braucht!

09. April 2010

Einen guten Auftrag annehmen, ist ein schönes GefĂŒhl. Aber einen guten Auftrag ablehnen, ist auch ein schönes GefĂŒhl. Und macht viel weniger Arbeit! Interessante Erfahrung auf jeden Fall. Die Wahl zu haben, und nein zu sagen, das ist schon… oh lĂ  lĂ . Zeit ist eben der grĂ¶ĂŸte Luxus. Ich kann nicht umhin, hier weitere Binsen zu verbreiten. Selbst wenn man bei einem Bild nur eine Kontraststufe nachschĂ€rft. Man öffnet die Datei. Dieses ganze Gefummel. Und man fotografiert ja nicht wenig. Heutzutage. Ah, frei wie ein Vogel, und Jan Freude gemacht.
In der AbenddĂ€mmerung ein Bad genommen. Hanf und Mohn. Und spĂ€ter telefoniert. Was geraucht, bißchen weißen Franzosen dazu, Internet war weg, ungefĂ€hr zwei, drei Stunden sinniert, wie ein Wochenende ohne Internet wĂ€re. Haha. Schon sehr ungewohnt. Wieviel GefĂŒhl von Kontakt daran hĂ€ngt. Also jetzt ist es wieder da. Nicht Großartiges passiert in der Zeit… aber es könnte. Alles wĂ€re möglich. Das Internet hat mir eh die grĂ¶ĂŸten Wunder beschert. Wenn auch indirekt. Den grĂ¶ĂŸten Aufruhr in meinem Leben der letzten Jahre gab es durch Kontakte, die direkt und noch mehr indirekt ĂŒber das Netz entstanden sind. Ein starkes GefĂŒhl der LebensintensitĂ€t kam damit durch die WohnungstĂŒr. Ich bin wieder trunken und ungenau, aber ein paar Wörter, ein paar brauchbare, sind sicher wieder dabei. Nehmt euch, was ihr braucht!

07. April 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76779733&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
â–șwatch on youtube
Nun also Helges Song vom vorletzten Montag. Ich hab ihn nicht gefragt, aber ich denke eigentlich ziemlich sicher, er ist von ihm. „Fuck the Tiger, fuck the snake, fuck the mud and fuck the rain“. Man muss sich das so vorstellen: er liest eine ziemlich lange Weile aus einem neuen Manuskript oder Buch (wie hier geschehen, Bar jeder Vernuft, „Jesus vom Sex Shop“) und dann, wenn er genug gelesen hat, nimmt er die Gitarre, die in greifbarer NĂ€he steht, und bringt sich ein bißchen in Stimmung. Nicht als prĂ€tentiös performender Singer/Songwriter, sondern als unser verrĂŒckter Helge mit den irren Geschichten aus aller Welt, der einfach ab und zu ein bißchen herumklimpert und dazu singt. Und dafĂŒr macht er das mit verdammt viel Seele. Wie ĂŒberhaupt alles. Helge hat eine große, warme Seele. DafĂŒr liebe ich ihn. Wir alle. Geht ja gar nicht anders. Okay, die Gitarre könnte besser klingen, aber die mĂŒssen wir ihm eben noch kaufen. Aber sonst, Lagerfeuer, Romantik, Wildnis, Alles. Großes Kino mit Dir. Immer. Gruß und Kuss nach Wien… Oder Marrakesch, oder wo immer du auch gerade bist.

07. April 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76779733&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
â–șwatch on youtube
Nun also Helges Song vom vorletzten Montag. Ich hab ihn nicht gefragt, aber ich denke eigentlich ziemlich sicher, er ist von ihm. „Fuck the Tiger, fuck the snake, fuck the mud and fuck the rain“. Man muss sich das so vorstellen: er liest eine ziemlich lange Weile aus einem neuen Manuskript oder Buch (wie hier geschehen, Bar jeder Vernuft, „Jesus vom Sex Shop“) und dann, wenn er genug gelesen hat, nimmt er die Gitarre, die in greifbarer NĂ€he steht, und bringt sich ein bißchen in Stimmung. Nicht als prĂ€tentiös performender Singer/Songwriter, sondern als unser verrĂŒckter Helge mit den irren Geschichten aus aller Welt, der einfach ab und zu ein bißchen herumklimpert und dazu singt. Und dafĂŒr macht er das mit verdammt viel Seele. Wie ĂŒberhaupt alles. Helge hat eine große, warme Seele. DafĂŒr liebe ich ihn. Wir alle. Geht ja gar nicht anders. Okay, die Gitarre könnte besser klingen, aber die mĂŒssen wir ihm eben noch kaufen. Aber sonst, Lagerfeuer, Romantik, Wildnis, Alles. Großes Kino mit Dir. Immer. Gruß und Kuss nach Wien… Oder Marrakesch, oder wo immer du auch gerade bist.

07. April 2010


Auch nicht so schlecht, als Datum. Siebter April. Ein paar Bilder wieder. Zweiter April. Die Sonne flutete. Gleißend sagt man auch gerne. Mich fasziniert es oft, wenn sich die Farben auflösen, die furiose Kraft des Lichts durch den maximalen Kontrast die Wahrnehmung der Farbe nivelliert. Das sind Farbfotos. Dann hole ich gerne meine Kamera vom Altar mit dem falschen Zebrafell und halte es fest. Das flutende Licht, das mir gerade geschenkt wird. Ich bin trunken. Zeige euch wieder ein paar Bilder von einem Moment, der vergangen ist und doch ewig. Ich schreibe gerne betrunken. Ich hab heut auch sehr lustige Kommentare geschrieben in meinem facebook und in dem von zwei anderen. Am lustigsten war, dass ich eine unvergessliche Begegnung wiederfand. Den einmaligen Gonçalo Sousa Monteiro, den ich nur einmal traf, vor ĂŒber zwei Jahren und ein Herz und eine Seele grinsten wir uns durch die Victoria Bar. Er schickte mir eine CD, die ich nie hören konnte, weil das Dateiformat so seltsam war und ich traute mich gar nicht, ihm das mitzuteilen. Und nun sehe ich sein Profilfoto bei facebook und muss lachen, weil er darauf so dermaßen verrĂŒckt und kriminell ausschaut. Wenn man das Bild sieht, kommt man wahrscheinlich nur schwer auf die Idee, mit was fĂŒr einem Format von Menschen man es da zu tun hat. Er hat Klasse und er hat GrĂ¶ĂŸe und ist einer der besten Bartender des Erdkreises. Urbi et Orbi. Wunderbarer Gonçalo. Beneidenswerte Hamburger. Ich war noch nie in seiner Bar in Hamburg, Le Lion. Schande ĂŒber mich. Es soll wunderbar sein. Bin ich mir ganz sicher.
Auf jeden Fall musste ich heute sehr lachen. Und das tat gut. Und Helges Song blieb liegen, aber dafĂŒr gibt’s vier Fotos vom zweiten April, nicht spektakulĂ€r, aber gute Momente. Ich las ein Buch zu Ende, in dem viel inspirierendes Zeug stand, das ich mir auch schon oft zusammengedacht hatte. Es gibt also noch mehr Irre als mich, auf diesem Erdball.

06. April 2010

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Nielsen vorher.
Übrigens Jörg Thadeusz – sehr, sehr nett. Wie man es sich eben immer schon gedacht hat. Den Rest hab ich ja schon angedeutet. NatĂŒrlich könnte man noch mehr ausplaudern. Banales Zeug, dass sich Helge kurz vor der Lesung eine neue Ray Ban fĂŒr hundertfuffzig Euros gekauft hat, um das Publikum mit seiner Coolness zu beeindrucken, und dann vergessen hat, das Ding aufzusetzen. Dass ich ihm seine Marlboros weggerraucht habe, und er meinen Zustand irritierend fand. Angesichts der UmstĂ€nde. Oder wie man so sagt. Haha. Aber alles ist ja im Fluss, wie wir Hobby-Esoteriker gerne sagen. Pantha dingens…! War ein schöner Abend. Wirklich. Auch da hinten auf der RĂŒckbank. Man muss auch mal dreideutig werden, ab und zu. Der Leser giert doch nach undurchsichtigen Details!
DemnÀchst Fuck The Tiger. Stay tuned.

05. April 2010

Krieg ich das schnell noch hin… einen Eintrag vom 5. April! Ich wurstle an Helges FUCK THE TIGER herum. Einen Song, den nicht viele kennen werden. Ich war hin- und hergerissen, weil die Gitarre nicht so richtig megamĂ€ĂŸig klingt. Man möchte ihm eine kaufen. Aber er singt schön. Er hat eine schöne Bluesstimme, der gute Helge. Ich lade das Dings einfach hoch. Ist schließlich historisch. Frau Nielsen macht ja immer gerne solche Sachen. Und gerade upload neunzig Fotos, lĂ€uft im background.
Geschafft! Eintrag fertig!

04. April 2010

Liebe Welt,
rechne bitte mit mir! Ich selber kann ziemlich gut rechnen, aber rechne Ă€ußerst ungerne. Und zwar in jeder Hinsicht. Aber du Welt, du rechnest doch gerne, also bitte: du darfst mit mir rechnen. Und zwar in jeder Hinsicht! Sag mir dann Bescheid, was dabei rausgekommen ist. Danke!
Deine Gaga Nielsen

03. April 2010

Was macht man nicht alles fĂŒr die ferne Freundin. „Los, ich will ein Foto sehen!“. „Ja, ja… wenn ich in Stimmung bin“. War ich dann wohl, vor einer Woche. Es ging um mein autodidaktisches Haarexperiment, dessen Fortschritt ich allabendlich am Telefon berichtete. Okay, ein Foto also. Ah – was nehme ich als Hintergrund? Weiße Wand ist langweilig. Ah…! Da ist ja noch dieses Plakat, das seit dem Winter eingerollt in der Ecke schlĂ€ft. Ich hĂ€tte es so gerne einmal aufgehĂ€ngt, aber keinen Platz dafĂŒr. Es ist so groß.
Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr hatte ich ein KĂ€rtchen im Briefkasten, bei der Nachbarin sei ein PĂ€ckchen abzuholen. Also in die zweite Etage, wo die sehr nette Nachbarin eine komische lange Papprolle aus der Ecke holt. Ich kriege einen Schreck – oh je, oh je – womöglich ein Bild, das mir ein dankbarer Blogleser zu Weihnachten schenken will… oh Gott oh Gott. Als ich in den Fahrstuhl einsteige, lese ich den Absender „Théùtre du Capitole, Toulouse, Sofiane Bouhassel, Dramaturge“ und es schnackelt. Ja, da war doch was. Vor vielen Monaten stellte ich dem Dramaturgen der Oper von Toulouse fĂŒr eine Inszenierung von Francis Poulencs Dialogues des CarmĂ©lites eine Aufnahme zur VerfĂŒgung. Es war eine Fotografie von Rosen im Regen auf einem Gedenkstein fĂŒr Dietrich Bonhoeffer. Und nun rolle ich das Plakat aus, dessen GrĂ¶ĂŸe mich ĂŒberrascht und stelle mir vor, wo es ĂŒberall hing, all die Monate in Toulouse… und ich habe es nicht gesehen. Aber jetzt habe ich es ja bei mir.
Es ist sehr schön geworden, mein Name steht auch drauf. Und es ist genau der richtige Hintergrund fĂŒr das Foto fĂŒr die Freundin. Aus dem einen Foto wurden dann hundertdreiundvierzig, wie das immer so ist bei Frau Nielsen, wenn sie in Stimmung ist und der Bordeaux wirkt. Nun ist es also alles verewigt. Die Haare und das Plakat. Alles vergĂ€nglich. Aber man muss manchmal auch ein bißchen auf den Pudding hauen, in diesem kurzen Erdendasein. Stimmt’s?


[…]

03. April 2010

Was macht man nicht alles fĂŒr die ferne Freundin. „Los, ich will ein Foto sehen!“. „Ja, ja… wenn ich in Stimmung bin“. War ich dann wohl, vor einer Woche. Es ging um mein autodidaktisches Haarexperiment, dessen Fortschritt ich allabendlich am Telefon berichtete. Okay, ein Foto also. Ah – was nehme ich als Hintergrund? Weiße Wand ist langweilig. Ah…! Da ist ja noch dieses Plakat, das seit dem Winter eingerollt in der Ecke schlĂ€ft. Ich hĂ€tte es so gerne einmal aufgehĂ€ngt, aber keinen Platz dafĂŒr. Es ist so groß.
Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr hatte ich ein KĂ€rtchen im Briefkasten, bei der Nachbarin sei ein PĂ€ckchen abzuholen. Also in die zweite Etage, wo die sehr nette Nachbarin eine komische lange Papprolle aus der Ecke holt. Ich kriege einen Schreck – oh je, oh je – womöglich ein Bild, das mir ein dankbarer Blogleser zu Weihnachten schenken will… oh Gott oh Gott. Als ich in den Fahrstuhl einsteige, lese ich den Absender „Théùtre du Capitole, Toulouse, Sofiane Bouhassel, Dramaturge“ und es schnackelt. Ja, da war doch was. Vor vielen Monaten stellte ich dem Dramaturgen der Oper von Toulouse fĂŒr eine Inszenierung von Francis Poulencs Dialogues des CarmĂ©lites eine Aufnahme zur VerfĂŒgung. Es war eine Fotografie von Rosen im Regen auf einem Gedenkstein fĂŒr Dietrich Bonhoeffer. Und nun rolle ich das Plakat aus, dessen GrĂ¶ĂŸe mich ĂŒberrascht und stelle mir vor, wo es ĂŒberall hing, all die Monate in Toulouse… und ich habe es nicht gesehen. Aber jetzt habe ich es ja bei mir.
Es ist sehr schön geworden, mein Name steht auch drauf. Und es ist genau der richtige Hintergrund fĂŒr das Foto fĂŒr die Freundin. Aus dem einen Foto wurden dann hundertdreiundvierzig, wie das immer so ist bei Frau Nielsen, wenn sie in Stimmung ist und der Bordeaux wirkt. Nun ist es also alles verewigt. Die Haare und das Plakat. Alles vergĂ€nglich. Aber man muss manchmal auch ein bißchen auf den Pudding hauen, in diesem kurzen Erdendasein. Stimmt’s?


[…]

01. April 2010

Manche EintrĂ€ge kann man doch immer wieder lesen. Streng genommen sollte dieser Strang zur PflichtlektĂŒre gehören. Ich denke mir das so, wie die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Eigentlich eine hĂŒbsche Vorstellung, dass Angela Merkel zum 1. Januar 2011 diesen Strang im deutschen Fernsehen vorliest. Öffentlich rechtliches Fernsehen nach meinem Geschmack. Die Menschen brauchen endlich wieder Inhalte!

01. April 2010

Manche EintrĂ€ge kann man doch immer wieder lesen. Streng genommen sollte dieser Strang zur PflichtlektĂŒre gehören. Ich denke mir das so, wie die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Eigentlich eine hĂŒbsche Vorstellung, dass Angela Merkel zum 1. Januar 2011 diesen Strang im deutschen Fernsehen vorliest. Öffentlich rechtliches Fernsehen nach meinem Geschmack. Die Menschen brauchen endlich wieder Inhalte!

31. MĂ€rz 2010

Am meisten muss ich ĂŒber die Bilder lachen, die ich gemacht habe, als Helge die BĂŒcher signiert hat. Wenn man nicht wĂŒsste, was er da gemacht hat, könnte man denken, er hat sich mit einigen Dutzend Frauen verabredet, um mal zu gucken, was so geht. Wie verliebt ihn die Damen angucken. Und er guckt immer adĂ€quat zurĂŒck. Kann man nicht anders sagen. Ganz schön viele Bilder. Ganz schön viele Frauen. Helge, Helge..! Jan heute Nachmittag, (er konnte ja – oder wollte nicht) am Telefon. „Und? wie war’s“ „So und so und bla bla bla und bla bla bla Rhabarber Rhabarber Rhabarber.“ „Ja und danach??? Hast du Fotos gemacht?“. „Ich hab nur bei der Lesung fotografiert, auf der BĂŒhne, und als er die BĂŒcher signiert hat. SpĂ€ter nicht.“ Jan: „Warum denn nicht??!!??“. „Weißt du Jan, Rhabarber Rhabarber Rhabarber…“ Jan: „???!!!??“. Ich erklĂ€re, dass es Situationen gibt, die man besser nicht dadurch bricht, dass man wie ein SchmetterlingsfĂ€nger die Kamera drauf hĂ€lt. Da Jan ein sensibler Mensch ist, wird er das verstehen. Aber Jan ist der investigative Typ, das weiß ich. Wenn Jan drei Stunden mit der schönen Cobra Killer-Lady in einer lauschigen Nische in einer schummrigen Bar gehockt wĂ€re, hĂ€tte er sie ganz sicher irgendwann in eine besser ausgeleuchtete Ecke gecirct und sie wĂ€re ihm möglicherweise gerne gefolgt. Ich dagegen rĂŒhre meine Kamera drei Stunden nicht mehr an und fotografiere mit meinem kleinen Erinnerungsobjektiv. Vor allem Helges Frau. Ich nenne sie einfach so. Mein Auge liebt sie sofort und ihre serbische Trinkfestigkeit und ihr Kichern. Wunderbare Frau. GlĂŒcklicher Helge. Wunderbare Annika, wunderbarer D’Artagnon, großartiger Frank. Wunderbarer Abend. Wunderbares Berlin: Halbdrei. Mit Frank Richtung Friedrichshain, raus am Alex, in die Federn.
Bilder bald.

28. MĂ€rz 2010

GedankenstĂŒtze fĂŒr morgen. Helge ĂŒber ein Jahr nicht gesehen. Dank Internet gefĂŒhlt ein halbes. Schöne Ablenkung, denk ich mir, Helge im Paket mit Herrn Thadeuz. Manchmal schreibt er von einem fernen Kontinent „…bin gerade in Marrakesch, ĂŒbermorgen weiter nach Lissabon, nĂ€chste Woche Wien und danach Berlin und dann sehen wir uns!“ Stimmt zwar nicht, also das mit dem Sehen (ich bin dann allerdings auch aus verschiedenen GrĂŒnden sehr faul mit konkret Verabreden gewesen und er vermutlich auch), war aber immer ein schönes GefĂŒhl. Als ob man sich schon ewig kennt, dabei haben wir uns nur einmal getroffen. Aber der Kontakt riss seither nicht ab.
Zur Freundin sage ich, das ist quasi die Bilderbuchvariante von jemanden des öffentlichen Lebens in der RealitĂ€t auf Augenhöhe treffen. So mĂŒhelos. Die Variante, die man sich immer wĂŒnscht und die sich durchaus eher selten erfĂŒllt. Manchmal denkt man sich zusammen, man mĂŒsste mit Sicherheit einen Draht zu jemandem haben, den man bewundert, dessen Werk einem vertraut ist, von dem man auch ein belebtes Bild hat, durch Filme oder Interviews und es kommt ganz anders. Habe ich schon erlebt. Irritierend. Ich nenne jetzt nicht den Namen, aber sehr irritierende Situation. Ich hoffe, ich bin morgen in Ausgehstimmung. Und schließlich habe ich mein großes Indianehrenwort gegeben, dass ich kommen werde. Indianerehrenwort muss man glaub ich halten.

28. MĂ€rz 2010

GedankenstĂŒtze fĂŒr morgen. Helge ĂŒber ein Jahr nicht gesehen. Dank Internet gefĂŒhlt ein halbes. Schöne Ablenkung, denk ich mir, Helge im Paket mit Herrn Thadeuz. Manchmal schreibt er von einem fernen Kontinent „…bin gerade in Marrakesch, ĂŒbermorgen weiter nach Lissabon, nĂ€chste Woche Wien und danach Berlin und dann sehen wir uns!“ Stimmt zwar nicht, also das mit dem Sehen (ich bin dann allerdings auch aus verschiedenen GrĂŒnden sehr faul mit konkret Verabreden gewesen und er vermutlich auch), war aber immer ein schönes GefĂŒhl. Als ob man sich schon ewig kennt, dabei haben wir uns nur einmal getroffen. Aber der Kontakt riss seither nicht ab.
Zur Freundin sage ich, das ist quasi die Bilderbuchvariante von jemanden des öffentlichen Lebens in der RealitĂ€t auf Augenhöhe treffen. So mĂŒhelos. Die Variante, die man sich immer wĂŒnscht und die sich durchaus eher selten erfĂŒllt. Manchmal denkt man sich zusammen, man mĂŒsste mit Sicherheit einen Draht zu jemandem haben, den man bewundert, dessen Werk einem vertraut ist, von dem man auch ein belebtes Bild hat, durch Filme oder Interviews und es kommt ganz anders. Habe ich schon erlebt. Irritierend. Ich nenne jetzt nicht den Namen, aber sehr irritierende Situation. Ich hoffe, ich bin morgen in Ausgehstimmung. Und schließlich habe ich mein großes Indianehrenwort gegeben, dass ich kommen werde. Indianerehrenwort muss man glaub ich halten.

28. MĂ€rz 2010

Vorvorgestern. Ich erinnere mich, als ein Song entstand. Vor einem Jahr. Und die Aufnahmen in meinem Archiv.
Fenster öffnen, Sonne hereinlassen.
Ich darf nicht vergessen, die Uhr umzustellen.

28. MĂ€rz 2010

Vorvorgestern. Ich erinnere mich, als ein Song entstand. Vor einem Jahr. Und die Aufnahmen in meinem Archiv.
Fenster öffnen, Sonne hereinlassen.
Ich darf nicht vergessen, die Uhr umzustellen.

27. MĂ€rz 2010

ah… Romy im MDR, Swimmingpool, jetzt. Ich hab den Film seit bestimmt fĂŒnfzehn Jahren auf einer alten Videocassette, aber es macht mehr Spaß ihn zu gucken, wenn man weiß, dass die Freundin auch gerade guckt, die deswegen das Telefonat verkĂŒrzte „da kommt gerade ein Film mit Romy Schneider, den ich nicht kenne, den will ich sehen!“. Okay. DafĂŒr werde ich immer VerstĂ€ndnis zeigen. Bei Romy doch immer. Ist auch wieder wie neu fĂŒr mich. Die Ästhetik der Endsechziger in Saint-Tropez, die junge Jane Birkin. Immer wieder ist es neu, wenn Jahre vergingen. Viele Jahre. So ist es. Viele Jahre vergingen, seit ich den Film zuletzt sah. Der junge Alain Delon, man kennt die background-story, wie sich die beiden wieder trafen, nach langer Zeit… sie waren vertraut, die Körper. FĂŒr die Kamera, vor der Kamera. Ich liebe diese leicht unscharfen Filmbilder, die nicht jene vulgĂ€re Direktheit von Hochauflösung aufdrĂ€ngen… ah… – und hier wieder Bordeaux. Romy liebte auch Bordeaux. Bordeaux und Champagner. Unterschreibe ich … ;-)

25. MĂ€rz 2010

»Ja, Cavett und ich, wir haben geredet so wie wir beide jetzt. Und ich habe dann gesagt: „Es gibt ein interessantes Experiment. Man nimmt die Hand, schaut sich an und schweigt. Und nachher erzĂ€hlt man sich, was man denkt.“ Wir haben, glaube ich, 48 Sekunden einfach geschwiegen. Und zum Schluss haben alle gesagt: „Das war das Beste an der Talkshow, dieses Schweigen.“ Der Produzent fiel in Ohnmacht, aber sie haben es drin gelassen.«
Maximilian Schell

25. MĂ€rz 2010

Frau hinter Theke. „(…) Etwas ist anders. Es hat sich etwas bei Ihnen verĂ€ndert. Ich merke das. Ich SPÜRE das.“ Sie lĂ€chelt verschwörerisch. Vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Verdings… – verbĂŒndend? (geheimbĂŒndlerisch? nein auch nicht) Es gibt so ein Wort… wie heißt das denn noch mal. (Wohl kleine Sonnendemenz.) Sie wiegt den Kopf hin und her und lĂ€chelt fein in sich hinein. Ich nehme das Wechselgeld und mein Ananassteak und wiegle ab „Nein… nicht, was Sie denken…“ Ich denke, Sie muss das denken. Was sonst. Aber sie hat recht. Ich sehe es in der Spiegelung der Scheibe. Die Schlange hĂ€utet sich im FrĂŒhlingslicht. Ich habe offenbar ein Feuerei gelegt. Flammen im Haar. Meine Mama wird es lieben. Sie hat meine echte Haarfarbe immer vermisst. MĂŒtter mögen ihre Kinder gerne naturbelassen. Jetzt hat das Kind wieder Kupfer im Haar. Ich muss an einen Erich KĂ€stner-Text denken „Zehn Frauen“. Den lieb ich sehr. Der bin ich.
An deinem Munde
Und zur selben Stunde
In fernem Land
An einem anderen Mund
Und wÀhrend ich dort wÀr
WĂ€r ich auch hier
Und wenn ich fort wÀr
WĂ€r ich bei dir
Wenn ich dich kĂŒsse
Fliegt ein glĂŒhender Stern durch die Nacht
KĂŒss ich den Andren
Sterben tausend Mann tausend mal in der Schlacht
Bei jedem Wimperschlag
Geschehen Geburt und Tod
Ist hier Tag ist woanders Nacht
So viele Lippen sind rot
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
In Treue gehĂŒllt und Betrug
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Und immer noch wÀrs nicht genug
In Rom und im Ritz
Und im Beduinenzelt
Im Krönungsmantel und ganz ohne Kleid
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn mal zur selben Zeit
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn Frauen möcht ich sein
Zehn mal ich selbst auf der Welt
Wenn ich dich umarme
Umarm ich dann nur dich?
HĂ€lst du mich im Arme
Umarmst du wirklich mich
Man ist in sich verbannt
Und gefangen fĂŒr alle Zeit
Im Krönungsmantel
und ganz ohne Kleid
Mit dunklem FlĂŒgelschlag
Ziehen stumm die WĂŒnsche dahin
Ist hier Tag ist woanders Nacht
Sag mir doch, sag mir doch
sags mir doch, wo ich bin
An deinem Munde
Und zur selben Stunde
In fernem Land
an einem anderen Mund
Und wĂ€hrend ich dich kĂŒsse
Schreibt einer sein erstes Gedicht
WĂ€hrend ich dich liebe
Liebst du mich nicht

24. MĂ€rz 2010

damn. wie ich das hasse, wenn dreikilometer mails aus diesem drecks-gmx-postach abstĂŒrzen, bevor ich sie gepostet habe. dann schreib ich nur noch, dass mir eine dreikilometermail abgestĂŒrzt ist und gmx ein verwichstes dreckspostfach ist mit widerlichen reklamefenstern.
So! Ah. ich liebe fluchen!
Solcherart zumindest. Das ist ja doch wohl erlaubt.
Bitteschön.
In der zweiten Mail verkĂŒrzt man dann wahrscheinlich auf das Wesentliche und schwafelt weniger.
Und jetzt geht Frau Nielsen schlafen.

20. MĂ€rz 2010

Denke an Euch drei. Hier DSDS. Halte die Kamera drauf (auf mich), gibt eventuell Opus 4X. Gerade dĂŒrftiges Cover eines Silbermondsongs. Kannte ich nicht, mochte ich aber gleich, den Song. Na ja. Man erkennt die QualitĂ€t eines Songs sogar, wenn er mittelprĂ€chtig gesungen wird, sofern grundsĂ€tzlich identifizierbar. Irgendwas mit Krieger. Ich stehe ja total auf diese traumschöne SĂ€ngerin, Stefanie Kloß. So eine Augenweide aber auch. (Skorpion)

20. MĂ€rz 2010

Denke an Euch drei. Hier DSDS. Halte die Kamera drauf (auf mich), gibt eventuell Opus 4X. Gerade dĂŒrftiges Cover eines Silbermondsongs. Kannte ich nicht, mochte ich aber gleich, den Song. Na ja. Man erkennt die QualitĂ€t eines Songs sogar, wenn er mittelprĂ€chtig gesungen wird, sofern grundsĂ€tzlich identifizierbar. Irgendwas mit Krieger. Ich stehe ja total auf diese traumschöne SĂ€ngerin, Stefanie Kloß. So eine Augenweide aber auch. (Skorpion)

20. MĂ€rz 2010

Es gilt, an jedem Tag herauszufinden, was die Bestimmung des Tages ist. Ich irre gerade noch ein wenig umher, aber wird schon werden. Dabei hab ich ja schon ein paar Sachen gemacht. Einen Flug gebucht und ein Hotelzimmer. Freundin vor gefakter facebook-(pishing-)mail gewarnt, die auffordert, das Passwort zu Ă€ndern. Eier in die Pfanne gehauen. Gegen Mittag an den Haaren herumgeschnippelt. Als junges MĂ€dchen konnte ich mir sogar eine Weile vorstellen, Friseuse zu werden, aber man hat mich eindringlich gewarnt. Friseuse durfte man dann irgendwann nicht mehr sagen, sondern nur noch Friseurin. Na ja, klingt ja auch wie Friteuse. Wer möchte schon von Beruf Friteuse sein. Ich stellte mir das dann auch nicht so angenehm vor, ohne auswĂ€hlen zu dĂŒrfen, jedem der dafĂŒr bezahlt, die Haare zu waschen und darin herumzufuhrwerken. Ich bin ein bißchen empfindlich, wenn es darum geht, mit jemandem auf TuchfĂŒhlung zu gehen. Zum Friseur kommen ja alle Alters- und AttraktivitĂ€tsausgaben. Ein bißchen Ă€hnlich auch wie diese anderen Berufe, wo man Leute anfassen muss. Da bin ich nicht emotionslos genug dafĂŒr. Das braucht ein robusteres GemĂŒt als meines. Ich fĂŒhle immer schnell so eine Art Infiltration mit dem Körper- und GefĂŒhlshaushalt eines anderen Menschen. Skorpion-Mond und -Neptun im zwölften Haus. Nicht mangelndes MitgefĂŒhl, eher zu viel. So eine ungesunde Dosis, die in die UnfĂ€higkeit zur Abgrenzung kippt. Aber ich kann mich schon ganz gut abgrenzen, indem ich suche zu vermeiden, bestimmte Kontakte und Situationen meiden. Da muss man auch nicht daran „arbeiten“, dann kĂ€me zwangslĂ€ufig die SensitivitĂ€t auf anderer Ebene abhanden. Eine mediale Ader ist sehr zweischneidig. Man empfindet sehr stark das GegenĂŒber und die Gedanken und GefĂŒhle der anderen. Wird von Bildern heimgesucht, so ein inneres Fernsehprogramm, das man gar nicht abonnieren wollte und findet manchmal nicht den Schalter, um die Kiste wieder auszuschalten. Ich meine nicht ein luzides Bewusstsein, in dem Sinne, dass ich konkrete Ereignisse vorhersehe, sondern eher ein starkes GefĂŒhl ĂŒber etwas habe und dazu gesellen sich so verwischte Bilder, die sich sehr wahr anfĂŒhlen (und spĂ€ter gerne erweisen). Dann wieder die Frage, was Zeit eigentlich ist, diese Idee eines linearen Zeitablaufes, den wir wahrnehmen. Existieren alle Ereignisse auf einer anderen Ebene bereits, und wir stapfen nur noch in den vorgegebenen FußabdrĂŒcken? Eben diese ewigen Fragen, die man sich immer wieder stellt. Von der Wiege bis zur Bahre. Gleich sieben.

17. MĂ€rz 2010

(zitiere mich)
„Was mich sehr fasziniert, nicht nur bei diesem Traum, in welcher HĂ€ufigkeit Sie sich erinnern. So selten ich mich an mehr als nur atmosphĂ€rische GefĂŒhlsfetzen erinnere, schreibe ich es auch auf. Ich hörte davon, man könnte das sehr kultivieren, in dem man ein Buch neben das Bett legt, und jegliche Erinnerung festhĂ€lt, dann stellt sich umso mehr ein. Ja, das habe ich auch erfahren, wenn ich dann komplexere TrĂ€ume aufschreibe (blogge, selten leider), stellen sich immer mehr Bilder ein. Aber es ist auch zeitaufwĂ€ndig. (…) Ich mag das Absurde, das uns die TrĂ€ume bescheren, am Liebsten, gar nicht das SchlĂŒssige oder dramaturgisch filmartig Passende. Nein, diese Wendungen. Ich sage manchmal, ich frage mich, welches Leben wird da mit mir gelebt. Nachts. Ich erwache mit komplexen GefĂŒhlen und einem nicht nur noch erinnerbaren GefĂŒhl von unfassbar viel Erlebten. So viel ist sicher. Mein Nacht-Leben. (…)“

15. MĂ€rz 2010

Wenn ich an einem tiefen Punkt bin, nehme ich hin und wieder nicht ganz unverzweifelt astrologische BĂŒcher zur Hand. Die Ephemeriden. Das Buch der Transite. Die letzte Wahrheit ist: man findet sie nicht darin. Sicher, StĂŒckwerk – aber das zentrale Geschehen… nein. Oder ich bin unfĂ€hig. Im Gegenteil kann man sogar sehr verzweifelnd vor viel zu großartigen Aspekten sitzen, so großartig, dass man es nicht wagte, sie auszusprechen, sich ĂŒber das allzu ferne Paradies wundernd. Interaspekte, Synastrie, Composite, nie gesehenes Gewimmel von Konjunktionen zwischen Sonnen, Monden, Jupitern, Venus und Mars, Merkur nicht zu vergessen, Neptun, Pluto, Uranus, Saturn, Aszendent und Deszendent. Ich meine: Jupiter in Konjunktion mit meinem Deszendent. Darf’s ein bißchen mehr sein. Ach, alles nutzloses, konstruiertes Menschenwerk. Gestern sage ich zu meiner Freundin, „Weißt du, wir beide sind nicht anpassungsfĂ€hig oder -willig genug. Nicht geschmeidig genug. Nicht weich und sĂŒĂŸ genug. Sicher, das sind wir auch, wenn uns gerade danach ist, wenn die Situation etwas SĂŒĂŸes hervorzulocken angetan ist. Aber nicht als Prinzip. „Noch was SĂŒĂŸes Schnuffi? Darf’s noch ein bißchen Schlagsahne sein?“ (Das Mutti-Prinzip) (hier bitte empörten MĂ€nnerSöhnchen-Aufschrei imaginieren: „Na und, was ist denn daran schlecht?). SĂŒĂŸ pah. Ich bin nicht mehr fĂŒnfzehn. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass das Leben so besonders sĂŒĂŸ wĂ€re, dass man nun gar nicht mehr ein noch aus wĂŒsste, vor lauter SĂŒĂŸigkeiten. Gelegentlich gut und schön. Aber sicher doch. Aber nicht als oberste menschliche SchlĂŒsselqualifikation. SĂŒĂŸ sein. Fuck it“. Lachen am anderen Ende der Leitung. Wahrscheinlich ein Eintrag, den man besser nicht bloggen sollte, so man opportunistisch gestrickt wĂ€re. Was ich nicht bin. Also scheiß drauf.

blue turns black turns grey turns blue turns grey turns black turns
Das war ein dunkler Tag heute. Das Wetter? Keine Ahnung. Interessiert mich nicht. Aber ich boxe mich da schon wieder raus. Muss eben sein, jetzt. Muss ich durch. Macht mich stÀrker. Alles. BÀrenstark.
Und dann die Weltherrschaft!
KĂŒsschen!

15. MĂ€rz 2010

Wenn ich an einem tiefen Punkt bin, nehme ich hin und wieder nicht ganz unverzweifelt astrologische BĂŒcher zur Hand. Die Ephemeriden. Das Buch der Transite. Die letzte Wahrheit ist: man findet sie nicht darin. Sicher, StĂŒckwerk – aber das zentrale Geschehen… nein. Oder ich bin unfĂ€hig. Im Gegenteil kann man sogar sehr verzweifelnd vor viel zu großartigen Aspekten sitzen, so großartig, dass man es nicht wagte, sie auszusprechen, sich ĂŒber das allzu ferne Paradies wundernd. Interaspekte, Synastrie, Composite, nie gesehenes Gewimmel von Konjunktionen zwischen Sonnen, Monden, Jupitern, Venus und Mars, Merkur nicht zu vergessen, Neptun, Pluto, Uranus, Saturn, Aszendent und Deszendent. Ich meine: Jupiter in Konjunktion mit meinem Deszendent. Darf’s ein bißchen mehr sein. Ach, alles nutzloses, konstruiertes Menschenwerk. Gestern sage ich zu meiner Freundin, „Weißt du, wir beide sind nicht anpassungsfĂ€hig oder -willig genug. Nicht geschmeidig genug. Nicht weich und sĂŒĂŸ genug. Sicher, das sind wir auch, wenn uns gerade danach ist, wenn die Situation etwas SĂŒĂŸes hervorzulocken angetan ist. Aber nicht als Prinzip. „Noch was SĂŒĂŸes Schnuffi? Darf’s noch ein bißchen Schlagsahne sein?“ (Das Mutti-Prinzip) (hier bitte empörten MĂ€nnerSöhnchen-Aufschrei imaginieren: „Na und, was ist denn daran schlecht?). SĂŒĂŸ pah. Ich bin nicht mehr fĂŒnfzehn. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass das Leben so besonders sĂŒĂŸ wĂ€re, dass man nun gar nicht mehr ein noch aus wĂŒsste, vor lauter SĂŒĂŸigkeiten. Gelegentlich gut und schön. Aber sicher doch. Aber nicht als oberste menschliche SchlĂŒsselqualifikation. SĂŒĂŸ sein. Fuck it“. Lachen am anderen Ende der Leitung. Wahrscheinlich ein Eintrag, den man besser nicht bloggen sollte, so man opportunistisch gestrickt wĂ€re. Was ich nicht bin. Also scheiß drauf.

blue turns black turns grey turns blue turns grey turns black turns
Das war ein dunkler Tag heute. Das Wetter? Keine Ahnung. Interessiert mich nicht. Aber ich boxe mich da schon wieder raus. Muss eben sein, jetzt. Muss ich durch. Macht mich stÀrker. Alles. BÀrenstark.
Und dann die Weltherrschaft!
KĂŒsschen!

14. MĂ€rz 2010

Ich denke an den Brief in meinem Schlafzimmer. Und meinen daneben. In Wahrheit zwei E-Mails. Und einen anderen, dritten, richtigen, auf Papier. Ich kaufte Briefpapier, dann. Sehr schönes. Nun liegt es hier. Unbeschrieben. Ich habe so ein kleines KĂ€stchen mit Briefmarken drin. Schöne, fast alle schon gestempelte. Um ein bißchen zu ĂŒbertreiben, wenn ich einen schönen Brief schicken will. Es sind sogar ein paar ganz alte darunter. Auf einer ist ein golden violettes Jugendstilmotiv. Auf einer anderen ein weißer Baum. Die BlĂ€tter sind wie ein Relief auf dem Papier der kleinen Marke eingeprĂ€gt. Sehr kostbar.
Ich fand die Marke, als ich noch bei meinen Eltern lebte, als Kind. Im Briefmarkenalbum meines Großvaters, der bis in die Siebziger Jahre Briefmarken sammelte und mir das Album spĂ€ter zum Spielen gab. Eine Marke hab ich immer bei jedem Umzug mitgenommen und aufgehoben. Eine Briefmarke mit einem blĂŒhenden weißen Baum. Noch war mir kein Brief kostbar genug, um sie aufzukleben. Ich zögerte jedesmal. Auch als ich vor ein paar Jahren viele herzensnahe Briefe schrieb. Diese kleine Marke behielt ich und wĂ€hlte andere, auch sehr schöne, um die UmschlĂ€ge schöner zu machen.
Ich habe mir sogar ein Tintenfass gekauft. Schwarz. Um den alten FĂŒllfederhalter bei diesem Brief wieder auszuprobieren. Um alles angemessen zu machen. Weil der FĂŒllfederhalter so lange nicht in Gebrauch war, fragte ich im SchreibwarengeschĂ€ft, was zu tun sei, ich wollte alles richtig machen. Die VerkĂ€uferin sagte, ich solle den FĂŒllfederhalter aufgeschraubt zwei Tage wĂ€ssern, bevor ich ihn neu fĂŒlle. Das tat ich. Sogar drei Tage. Es eilte ja nicht. Ich wollte nur schreiben, wenn ich in einer besonders schönen Stimmung dafĂŒr wĂ€re. Dann fĂŒllte ich den FĂŒllfederhalter mit der schwarzen Tinte. Ich fand, sie sĂ€he zu leblos aus, beinah tot, die schwarzgraue Tinte. Blau hat mehr Seele. Ich wollte ja einen Brief mit Seele schreiben. Ich kritzelte auf dem Papier herum und probierte aus, wie es sich anfĂŒhlt. Wie es sich anfĂŒhlen wĂŒrde, spĂ€ter dann. Wenn ich den Brief schreiben wĂŒrde. Die Feder war sehr hart. Es fĂŒhlte sich etwas kratzig an, nicht geschmeidig. Ich wollte gerne mit einem weichen Strich schreiben.
Aber zuerst die Tinte. Ich musste mich um die Farbe der Tinte kĂŒmmern. Ich ging wieder in ein SchreibwarengeschĂ€ft, diesmal ein anderes. Ich erzĂ€hlte dem VerkĂ€ufer von meinem alten FĂŒllfederhalter und was man mir geraten hatte. Er meinte, „klauen Sie ihrer Oma oder ihrem Opa ein Kukident, das wirkt sofort“. Ich sagte, „Ich habe keine Oma und keinen Opa mehr. Die sind alle unter der Erde.“ Dann kaufte ich ein kleines Tintenfass mit blauer Tinte. Ich ĂŒberlegte, ich könnte die blaue in die schwarze Tinte mischen, das wĂ€re kein so simples Königsblau, mehr so graublau. Das könnte sehr schön aussehen. Ich hatte mittlerweile auch Faserstifte zum Schreiben besorgt, mit einem weichen Strich. In Blau und in Schwarz. FĂŒr alle FĂ€lle. Zuhause mischte ich ein wenig von der blauen Tinte in die Schwarze und zog den FĂŒllfederhalter neu auf. Der Strich war immer noch sehr hart, ich legte den FĂŒller ein bißchen mutlos beiseite und dachte, ich könnte ja, wenn es so weit wĂ€re, dann doch mit dem schwarzen oder blauen Faserschreiber schreiben. Was sich eben am besten anfĂŒhlen wĂŒrde.
Ich dachte schon darĂŒber nach, wie ich den Brief beginnen wollte. Dass ich vielleicht schreiben wĂŒrde, dass ich mir extra Briefpapier gekauft habe und dass es das erste Mal seit zehn Jahren wĂ€re, dass ich jemandem einen handgeschriebenen Brief schicken wĂŒrde. Ja, so wollte ich es machen. So könnte der Brief anfangen. Alles andere wĂŒrde sich dann von selbst ergeben. Ich hatte vorsichtshalber zehn Blatt von einem sehr schönen Papier gekauft. Ich wusste ja nicht, wieviel ich schreiben wĂŒrde, wenn es soweit wĂ€re. Und zwei BriefumschlĂ€ge. Vielleicht wĂŒrde ich nur fĂŒnf Seiten oder weniger schreiben, dann hĂ€tte ich noch Papier fĂŒr einen zweiten Brief, fĂŒr spĂ€ter vielleicht. Ich dachte, ich wĂŒrde den Brief wenige Tage spĂ€ter schreiben. In Ruhe, vielleicht an einem Nachmittag. Wenn die Sonne durch das Fenster scheint und man schon den FrĂŒhling ahnen könnte. Vielleicht an einem Sonntag. Mit guten Gedanken im Herzen. Dieser Sonntag war noch nicht der richtige. Ich war zu traurig. Ich will mit einem schönen Brief antworten. Auch wenn darin gar keine Frage ist. Ich will den RosenblĂ€ttern antworten, die in der Mitte liegen.

13. MĂ€rz 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76778814&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
â–șwatch on youtube
Four days will quickly steep themselves in night
Four nights will quickly dream away the time
And then the moon, like to a silver bow
New bent in heaven, shall behold the night
William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream, Act 1, Scene 1, Hippolyta
Vier Tage tauchen sich ja schnell in NĂ€chte
Vier NÀchte trÀumen schnell die Zeit hinweg
Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen
Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

13. MĂ€rz 2010

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76778814&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
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Four days will quickly steep themselves in night
Four nights will quickly dream away the time
And then the moon, like to a silver bow
New bent in heaven, shall behold the night
William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream, Act 1, Scene 1, Hippolyta
Vier Tage tauchen sich ja schnell in NĂ€chte
Vier NÀchte trÀumen schnell die Zeit hinweg
Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen
Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

11. MĂ€rz 2010

Jetzt muss ich mich aber am Riemen reißen. Keine flapsigen EintrĂ€ge mehr, sonst ist es vorbei mit dem guten Ruf. Gestern vor dem Schlafengehen gerade noch kulturvoll Elisabeth Schwarzkopf verlinkt. (und sehr schön von vierzehn Engeln getrĂ€umt, vor dem Einschlafen…). Andererseits kann man sich das auch einmal erlauben. Wer will schon dauernd hochgestochenes Zeug lesen. Dass mir dieser ganze Shakespeare-Kram und so weiter Notaus Balsam auf der Seele ist, steht auf einem anderen Notenblatt im großen Konzert.

10. MĂ€rz 2010

Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei ArmlĂ€ngen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige FlĂ€che viel grĂ¶ĂŸer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die AtmosphĂ€re. Der Schatten ist nebensĂ€chlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hĂ€ngt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.

11. MĂ€rz 2010

heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrĂŒstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so ĂŒppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin ĂŒbrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.

11. MĂ€rz 1010

och ja, das hĂ€tte ich auch noch hingekriegt, da mit dem kessen weißen Brautanzug von Anja Gockel sophisticated gucken. Aber hat schon eine HĂŒbsche ausgesucht (Nielsen guckt Topfmodel).

11. MĂ€rz 2010

heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrĂŒstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so ĂŒppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin ĂŒbrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.

11. MĂ€rz 2010

haha – auch strange – ein halbes Glas Bordeaux, ein SchĂ€lchen Darjeeling, ein viertel Glas Bordeaux, ein halbes SchĂ€lchen Darjeeling, ein halbes Glas Bordeaux, ein kleines SchĂ€lchen Barjeeling, ein dreiviertel Glas Bordeaux, ein bißchen Darjeeling, Bordeaux Bordeaux Bordeaux… zum GlĂŒck tirnkt trinkt man in meinem Alter nur noch gutes Zeug. Also meistens. Also jetzt ;-)

10. MĂ€rz 2010

Abends, will ich schlafen gehn
Vierzehn Engel um mich stehn
Zwei zu meinen HĂ€upten
Zwei zu meinen FĂŒĂŸen
Zwei zu meiner Rechten
Zwei zu meiner Linken
Zweie, die mich decken
Zweie, die mich wecken
Zweie, die mich weisen
Zu Himmels Paradeisen
Engelbert Humperdinck



Evenings when I go to sleep
Fourteen angels with me keep
Two stand at my head
Two at the foot of my bed
Two are at my right hand
Two are at my left hand
Two in covers tuck me
Two at morning wake me
Two that point the way to rise
To heaven’s paradise

10. MĂ€rz 2010

Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei ArmlĂ€ngen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige FlĂ€che viel grĂ¶ĂŸer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die AtmosphĂ€re. Der Schatten ist nebensĂ€chlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hĂ€ngt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.

09. MĂ€rz 2010

Your eyes are lode-stars
and your tongue’s
sweet air
More tuneable than lark
to shepherd’s ear
When wheat is green
when hawthorn buds
appear
Sickness is catching
O, were favour so
Yours would I catch
fair Hermia, ere I go
My ear should catch
your voice
my eye your eye
My tongue should catch
your tongue’s
sweet melody
Were the world mine
Demetrius being bated
The rest I’d give
to be to you
translated
~
Ein Angelstern ist
Euer Aug die Töne
der Lippe sĂŒĂŸer
als der Lerche Lied
dem Hirten scheint
wenn alles grĂŒnt
und blĂŒht
Krankheit steckt an
o tĂ€t’s Gestalt
und Wesen
Nie wollt ich
angesteckt von Euch
genesen
Mein Aug lieh‘
Euren Blick
die Zunge lieh‘
Von Eurer Zunge Wort
und Melodie
WĂ€r mein die Welt
ich ließ damit
Euch schalten
William Shakespeare

08. MĂ€rz 2010

TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallĂšd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.

~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der GrasmĂŒck
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger TĂŒck
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefÀhrliche Vorbedeutung sein,
und wem jĂŒckt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grĂŒĂŸen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dĂŒnkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.

Wiliam Shakespeare

Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)

08. MĂ€rz 2010

TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallĂšd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.

~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der GrasmĂŒck
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger TĂŒck
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefÀhrliche Vorbedeutung sein,
und wem jĂŒckt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grĂŒĂŸen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dĂŒnkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.

Wiliam Shakespeare

Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)

07. MĂ€rz 2010


Lange tot und tiefverschlossen
GrĂŒĂŸt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blĂŒhn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dĂŒrren HĂŒlse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezĂŒrnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrĂŒbe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
UnergrĂŒndlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in KindertrÀumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens BĂ€umen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst GefĂŒhl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
SĂ€uselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe mĂŒde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig GlĂŒck
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurĂŒck
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kĂŒmmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens TrĂŒmmern
Dieser Unschuld Blume blĂŒht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine FĂŒlle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung ĂŒbermeistert
ZĂŒrnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorĂŒberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in sĂŒĂŸem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ

07. MĂ€rz 2010


Lange tot und tiefverschlossen
GrĂŒĂŸt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blĂŒhn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dĂŒrren HĂŒlse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezĂŒrnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrĂŒbe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
UnergrĂŒndlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in KindertrÀumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens BĂ€umen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst GefĂŒhl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
SĂ€uselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe mĂŒde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig GlĂŒck
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurĂŒck
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kĂŒmmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens TrĂŒmmern
Dieser Unschuld Blume blĂŒht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine FĂŒlle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung ĂŒbermeistert
ZĂŒrnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorĂŒberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in sĂŒĂŸem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ

05. MĂ€rz 2010

Und dieses Lied mag ich auch sehr. Immer wenn ich es höre, denke ich, wie gut es doch auf Rumours gepasst hĂ€tte. Es hĂ€tte sich nahtlos eingefĂŒgt. HĂ€tte kein Mensch gemerkt. Aber dieser Song von den Magnetic Fields ist viel jĂŒnger als die alte Scheibe von Fleetwood Mac. Ich wĂŒre ihn gar nicht kennen, wenn ein unersetzlicher CafĂ©hausbesitzer ihn mir nicht hĂ€tte zukommen lassen. Ich hör diesen Song nicht oft oder er kommt zufĂ€llig, aber wenn, dann ein paar mal hintereinander. Einmal lief das Lied einen ganzen Abend lang stundenlang. Es wurde mir erst zuviel, als es Zeit war, schlafen zu gehen.

04. MĂ€rz 2010

Vor achtzehn Jahren auf Santorin. Ich war mit dem Schiff angekommen, sechseinhalb Stunden Fahrt von PirĂ€us. Ein HĂ€uschen bezogen, das ich erst bei meiner Ankunft suchte, in OĂ­a, es war schon Abend, als das Schiff anlegte. Die RĂŒckwand Fels, in den Berg der Kaldera gehauen. In einem winzigen Lokal mit liebevoll gedeckten Tischen aß ich zum ersten mal zu Abend. Bestimmt irgendeinen Fisch. Blick auf die anderen Kykladeninseln in der Ferne. Ein Blick wie aus dem Flugzeug. Wer Santorin kennt, weiß sofort, was ich meine. Analoge Bilder. Ich hab sie nie hochgeladen. Bis auf jene Seite, die den Beginn der Strecke markieren sollte.
Und da lief diese Musik. Von Wim Mertens. Ein Soundtrack, ein score. „Der Bauch des Architekten“. Und die Sonne sank in irgendeinem furiosen Kupferton in die ÄgĂ€is. Das war ein guter Moment. Und auch der Wein. Ich mochte damals sehr gerne Weißwein, gerade den aus Santorin. Die Weinreben kringelten sich auf der Erde. Ende April, Anfang Mai. Die Touristen waren noch nicht da, die Saison hatte noch nicht richtig begonnen. Überall wurden die Mauern neu gekalkt, die Blumenbilder auf dem Asphalt erneuert. Solche Bilder hatte ich nie irgendwo zuvor gesehen in Griechenland. Blumen, wie von Kindern gemalt, so breit wie die Straße, mit dickem, weißem Pinselstrich. Und der Wind aus der Kaldera wehte jede Nacht den Sand unter der klappernden TĂŒr in mein Schlafzimmer. Der Wind trĂ€gt einen Namen. Ich habe ihn vergessen.

02. MĂ€rz 2010

„Einschreiben national mit RĂŒckschein“. Das bedeutet, der BrieftrĂ€ger klingelt und man muss auf einer rosa Karte unterschreiben, dass man die Post gekriegt hat. War vorhin auf der Post. Nach langer Zeit. Hab noch nie ein Einschreiben mit RĂŒckschein aufgegeben. Jetzt kann man sogar ganz modern im Internet nachschauen, wo die Post gerade ist, die man verschickt hat oder eine E-Mail-Benachrichtigung kriegen. Also bei so besonderen Zustellungsvermerken. Man geht auf die Seite von der Post und klickt auf Sendestatus und gibt die Sendungsnummer ein, die man beim Aufgeben bekommen hat und das Aufgabedatum. Also heute.

01. MĂ€rz 2010

Wahnsinn. Mama noch auf Intensivstation. Schwere OP. Alles wird gut. Fahrkartenkontrolle heute morgen, Monatskarte abgelaufen. Unwichtig. Schreibtisch von vorĂŒbergehend kranker Freundin aufgerĂ€umt. Weint (vor RĂŒhrung). Bin gesund. RĂ€ume auf. Tut gut. Arbeiten statt weißes Licht imaginieren. Weltliche und innere Baustellen in Ordnung bringen. Marode Substanz entfernen. Vermoderte TrĂ€ume wegfeudeln. Entwertende GefĂŒhle auf den Mond schießen. LauwĂ€rme vors Verfassungsgericht. Alles auf Anfang. Anders neu.