Wenn Du einen grünen Zweig im Herzen trägst, wird sich ein Singvogel darauf niederlassen.
Chinesisches Sprichwort
11. März 2010
Heul doch.
11. März 2010
Jetzt muss ich mich aber am Riemen reißen. Keine flapsigen Einträge mehr, sonst ist es vorbei mit dem guten Ruf. Gestern vor dem Schlafengehen gerade noch kulturvoll Elisabeth Schwarzkopf verlinkt. (und sehr schön von vierzehn Engeln geträumt, vor dem Einschlafen…). Andererseits kann man sich das auch einmal erlauben. Wer will schon dauernd hochgestochenes Zeug lesen. Dass mir dieser ganze Shakespeare-Kram und so weiter Notaus Balsam auf der Seele ist, steht auf einem anderen Notenblatt im großen Konzert.
10. März 2010
Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei Armlängen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige Fläche viel größer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die Atmosphäre. Der Schatten ist nebensächlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hängt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.
11. März 2010
Heul doch.
11. März 2010
Die altbackene „Miss Russia“ ist auch weiter. Aha.
Nun ja.
11. März 2010
heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrüstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so üppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin übrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.
11. März 1010
och ja, das hätte ich auch noch hingekriegt, da mit dem kessen weißen Brautanzug von Anja Gockel sophisticated gucken. Aber hat schon eine Hübsche ausgesucht (Nielsen guckt Topfmodel).
11. März 2010
heieiei, wie haben die das denn hingekriegt, die flachbrüstige – na, ah – dingens – dieses Model, schon geeignet – ah – in dem neuen YSL-Spot, dass die so üppig obenrum aussieht. Erstaunlich. Kate… ja, Kate Moss! Aber schon okay, die Gute. Schöne sexy Fresse. Rock’n’Roll halt. ha!
P.S. Ich bin übrigens nicht betrunken, ich schreib nur so.
11. März 2010
haha – auch strange – ein halbes Glas Bordeaux, ein Schälchen Darjeeling, ein viertel Glas Bordeaux, ein halbes Schälchen Darjeeling, ein halbes Glas Bordeaux, ein kleines Schälchen Barjeeling, ein dreiviertel Glas Bordeaux, ein bißchen Darjeeling, Bordeaux Bordeaux Bordeaux… zum Glück tirnkt trinkt man in meinem Alter nur noch gutes Zeug. Also meistens. Also jetzt ;-)
10. März 2010
Abends, will ich schlafen gehn
Vierzehn Engel um mich stehn
Zwei zu meinen Häupten
Zwei zu meinen Füßen
Zwei zu meiner Rechten
Zwei zu meiner Linken
Zweie, die mich decken
Zweie, die mich wecken
Zweie, die mich weisen
Zu Himmels Paradeisen
Engelbert Humperdinck

Evenings when I go to sleep
Fourteen angels with me keep
Two stand at my head
Two at the foot of my bed
Two are at my right hand
Two are at my left hand
Two in covers tuck me
Two at morning wake me
Two that point the way to rise
To heaven’s paradise
10. März 2010
Sonne flutet Schreibtisch. Eine Hand breit. Zwei Armlängen. Links und rechts Schatten. Obwohl die schattige Fläche viel größer ist, dominiert der handbreite Sonnenstrahl die Atmosphäre. Der Schatten ist nebensächlich, weil der Blick sich auf das Licht richtet. Die Hoffnung hängt an einem Lichtstrahl, einem Funken. Und sei er noch so klein.
09. März 2010
Your eyes are lode-stars
and your tongue’s
sweet air
More tuneable than lark
to shepherd’s ear
When wheat is green
when hawthorn buds
appear
Sickness is catching
O, were favour so
Yours would I catch
fair Hermia, ere I go
My ear should catch
your voice
my eye your eye
My tongue should catch
your tongue’s
sweet melody
Were the world mine
Demetrius being bated
The rest I’d give
to be to you
translated
~
Ein Angelstern ist
Euer Aug die Töne
der Lippe süßer
als der Lerche Lied
dem Hirten scheint
wenn alles grünt
und blüht
Krankheit steckt an
o tät’s Gestalt
und Wesen
Nie wollt ich
angesteckt von Euch
genesen
Mein Aug lieh‘
Euren Blick
die Zunge lieh‘
Von Eurer Zunge Wort
und Melodie
Wär mein die Welt
ich ließ damit
Euch schalten
William Shakespeare
08. März 2010
TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallèd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.
~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der Grasmück
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger Tück
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefährliche Vorbedeutung sein,
und wem jückt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grüßen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dünkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.
Wiliam Shakespeare
Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)
08. März 2010
TITANIA
What angel wakes me from my flowery bed?
BOTTOM
The finch, the sparrow, and the lark,
The plain-song cuckoo gray,
Whose note full many a man doth mark,
And dares not answer nay
for, indeed, who would set his wit
to so foolish a bird?
Who would give a bird the lie,
though he cry ‚cuckoo‘ never so?
TITANIA
I pray thee, gentle mortal, sing again
Mine ear is much enamour’d of thy note.
So is mine eye enthrallèd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me,
On the first view, to say, to swear, I love thee.
BOTTOM
Methinks, mistress,
you should have little reason for that:
and yet, to say the truth,
reason and love keep little company
together now-a-days:
the more the pity
that some honest neighbours
will not make them friends.
Nay, I can gleek upon occasion.
TITANIA
Thou art as wise as thou art beautiful.
~
TITANIA
Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?
ZETTEL
Der Kuckuck, der der Grasmück
So gern ins Nestchen heckt
Und lacht darob mit arger Tück
Und manchen Ehmann neckt
Denn sein Rufen soll
eine gar gefährliche Vorbedeutung sein,
und wem jückt es nicht ein bißchen
an der Stirne, wenn er sich
Kuckuck grüßen hört?
TITANIA
Ich bitte dich, du holder Sterblicher,
Sing noch einmal!
Mein Ohr ist ganz verliebt
In deine Melodie;
auch ist mein Auge
Betört von deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich deine schöne Tugend,
Beim ersten Blick dir zu gestehn,
zu schwören:
Daß ich dich liebe.
ZETTEL
Mich dünkt, Madame,
Sie könnten dazu nicht viel Ursache haben.
Und doch,
die Wahrheit zu sagen,
halten Vernunft und Liebe
heutzutage nicht viel Gemeinschaft.
Schade, daß ehrliche Nachbarn
sie nicht zu Freunden machen wollen!
Gelt, ich kann auch spaßen,
wenn’s darauf ankommt.
TITANIA
Du bist so weise, wie du reizend bist.
Wiliam Shakespeare
Call me Titania
Im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gaga Nielsen-Opus mit Titania/Oberon-DiaMonologen erscheint. Schließlich durfte ich bereits den Puck im Sommernachtstraum geben (Anno Dingens Neunzehnhundertsowienoch – aber Titania! Das ist meine wahre Rolle!)
08. März 2010
beyond sophistication
07. März 2010

Lange tot und tiefverschlossen
Grüßt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blühn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezürnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrübe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
Unergründlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in Kinderträumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst Gefühl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
Säuselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe müde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig Glück
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurück
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kümmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens Trümmern
Dieser Unschuld Blume blüht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung übermeistert
Zürnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorüberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in süßem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ
07. März 2010

Lange tot und tiefverschlossen
Grüßt mein Herz die schöne Welt
Seine Zweige blühn und sprossen
Neu von Lebenskraft geschwellt
O! ich kehre noch ins Leben
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht
Die ihr meine Klage kanntet
Die ihr liebezürnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft
Eure Not ist aus, ihr Lieben
Und das Dornenbett ist leer
Und ihr kennt die immertrübe
Kranke Weinende nicht mehr
Wie so anders ist’s geworden
Alles was ich haßt und mied
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage
Seit ich dieses Eine fand
Diotima! selig Wesen
Herrliche, durch die mein Geist
Von des Lebens Angst genesen
Götterjugend sich verheißt
Unser Himmel wird bestehen
Unergründlich sich verwandt
Hat, noch eh‘ wir uns gesehen
Unser Wesen sich gekannt
Da ich noch in Kinderträumen
Friedlich wie der blaue Tag
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag
Da mein erst Gefühl sich regte
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte
Säuselte dein Geist um mich
Ach und da mein schöner Friede
Wie ein Saitenspiel, zerriß
Da von Haß und Liebe müde
Mich mein guter Geist verließ
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig Glück
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurück
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand
Darbend vor des Himmels Lichte
Vor der Mutter Erde stand
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht
Neu an meinem Ideale
Neu und stark war ich erwacht
Dich zu finden, warf ich wieder
Warf ich meinen tragen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean.
Nun, ich habe dich gefunden
Schöner, als ich ahnend sah
In der Liebe Feierstunden
Hohe Gute! bist du da
O der armen Phantasien
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur
Hab‘, ins tiefste Herz getroffen
Oft um Schonung sie gefleht
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht
Wenn die Schlacken, die mich kümmern
Dieses Engelsauge sieht
Wenn vor meines Friedens Trümmern
Dieser Unschuld Blume blüht
Habe, wenn in reicher Stille
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut
Wenn ihr Geist, der mich begeistert
An der hohen Stirne tagt
Von Bewundrung übermeistert
Zürnend ihr mein Nichts geklagt
Aber, wie, in zarten Zweigen
Liebend oft von mir belauscht
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorüberrauscht
So umfangt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich
Und in süßem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich
Friedrich Hölderlin
φ
06. März 2010
06. März 2010
05. März 2010
Und dieses Lied mag ich auch sehr. Immer wenn ich es höre, denke ich, wie gut es doch auf Rumours gepasst hätte. Es hätte sich nahtlos eingefügt. Hätte kein Mensch gemerkt. Aber dieser Song von den Magnetic Fields ist viel jünger als die alte Scheibe von Fleetwood Mac. Ich würe ihn gar nicht kennen, wenn ein unersetzlicher Caféhausbesitzer ihn mir nicht hätte zukommen lassen. Ich hör diesen Song nicht oft oder er kommt zufällig, aber wenn, dann ein paar mal hintereinander. Einmal lief das Lied einen ganzen Abend lang stundenlang. Es wurde mir erst zuviel, als es Zeit war, schlafen zu gehen.
04. März 2010
Vor achtzehn Jahren auf Santorin. Ich war mit dem Schiff angekommen, sechseinhalb Stunden Fahrt von Piräus. Ein Häuschen bezogen, das ich erst bei meiner Ankunft suchte, in Oía, es war schon Abend, als das Schiff anlegte. Die Rückwand Fels, in den Berg der Kaldera gehauen. In einem winzigen Lokal mit liebevoll gedeckten Tischen aß ich zum ersten mal zu Abend. Bestimmt irgendeinen Fisch. Blick auf die anderen Kykladeninseln in der Ferne. Ein Blick wie aus dem Flugzeug. Wer Santorin kennt, weiß sofort, was ich meine. Analoge Bilder. Ich hab sie nie hochgeladen. Bis auf jene Seite, die den Beginn der Strecke markieren sollte.
Und da lief diese Musik. Von Wim Mertens. Ein Soundtrack, ein score. „Der Bauch des Architekten“. Und die Sonne sank in irgendeinem furiosen Kupferton in die Ägäis. Das war ein guter Moment. Und auch der Wein. Ich mochte damals sehr gerne Weißwein, gerade den aus Santorin. Die Weinreben kringelten sich auf der Erde. Ende April, Anfang Mai. Die Touristen waren noch nicht da, die Saison hatte noch nicht richtig begonnen. Überall wurden die Mauern neu gekalkt, die Blumenbilder auf dem Asphalt erneuert. Solche Bilder hatte ich nie irgendwo zuvor gesehen in Griechenland. Blumen, wie von Kindern gemalt, so breit wie die Straße, mit dickem, weißem Pinselstrich. Und der Wind aus der Kaldera wehte jede Nacht den Sand unter der klappernden Tür in mein Schlafzimmer. Der Wind trägt einen Namen. Ich habe ihn vergessen.
04. März 2010
03. März 2010
02. März 2010
02. März 2010
„Einschreiben national mit Rückschein“. Das bedeutet, der Briefträger klingelt und man muss auf einer rosa Karte unterschreiben, dass man die Post gekriegt hat. War vorhin auf der Post. Nach langer Zeit. Hab noch nie ein Einschreiben mit Rückschein aufgegeben. Jetzt kann man sogar ganz modern im Internet nachschauen, wo die Post gerade ist, die man verschickt hat oder eine E-Mail-Benachrichtigung kriegen. Also bei so besonderen Zustellungsvermerken. Man geht auf die Seite von der Post und klickt auf Sendestatus und gibt die Sendungsnummer ein, die man beim Aufgeben bekommen hat und das Aufgabedatum. Also heute.
01. März 2010
Wahnsinn. Mama noch auf Intensivstation. Schwere OP. Alles wird gut. Fahrkartenkontrolle heute morgen, Monatskarte abgelaufen. Unwichtig. Schreibtisch von vorübergehend kranker Freundin aufgeräumt. Weint (vor Rührung). Bin gesund. Räume auf. Tut gut. Arbeiten statt weißes Licht imaginieren. Weltliche und innere Baustellen in Ordnung bringen. Marode Substanz entfernen. Vermoderte Träume wegfeudeln. Entwertende Gefühle auf den Mond schießen. Lauwärme vors Verfassungsgericht. Alles auf Anfang. Anders neu.
28. Februar 2010
26. Februar 2010

25. Februar 2010
25. Februar 2010
Die Häfen waren geöffnet. Wir schifften uns ein
die Segel voraus, den Traum über Bord
Stahl an den Knien und Lachen um unsere Haare
denn unsere Ruder trafen ins Meer, schneller als Gott
Unsere Ruder schlugen die Schaufeln Gottes und teilten die Flut
vorne war Tag, und hinten blieben die Nächte
oben war unser Stern, und unten versanken die andern
draußen verstummte der Sturm, und drinnen wuchs unsre Faust
Erst als ein Regen entbrannte, lauschten wir wieder
Speere stürzten herab und Engel traten hervor
hefteten schwärzere Augen in unsere schwarzen
Vernichtet standen wir da. Unser Wappen flog auf
Ein Kreuz im Blut und ein größeres Schiff überm Herzen
Ingeborg Bachmann
24. Februar 2010
Meine Güte 23. September 1925 2005. Das ist ja schon nicht mehr wahr. Damals hab ich noch kommentiert. Und ließ kommentieren. Mittlerweile kommt man sich fast vor, als ob man Röhrenradio hört, wenn man in sein Blog schreibt. Mit Hingabe und Beachtung einer schönen Bildillustration, nicht wahr. Der Generation facebook ist das ja gar kein Begriff mehr. Ein schönes Bild zur rechten Zeit, wohlgesetzte Zeilen. Früher war eben doch manches besser. Ich bin altmodisch und mag das sehr gerne hier. Ich bin gerade in diesen Tagen wieder ganz frisch verliebt in mein kleines Blog mit seinem schönen Passepartout in freundlichem Schwarz und seinen zeitgeistfernen Inhalten. Sentimental! Wenn es ginge, würde ich meinem Blog jetzt am liebsten eine Tasse Tee anbieten. Solche Gesten sind wichtig. Und überhaupt. Gesten. Worte. Die richtigen. Und nicht zu viele. Und ganz viel weglassen. Eine Frage der Intensität. Sehr. Wenige Worte wohl zu setzen, ist eine Kunst, mit der ich sehr zu beeindrucken bin. Ich finde überhaupt, dass muss hier alles noch viel langsamer und altmodischer werden.
Mit freundlichen Grüßen
aus der Pferdedroschke
Gaga Nielsen
Sie wissen ja
24. Februar 2010
Meine Güte 23. September 1925 2005. Das ist ja schon nicht mehr wahr. Damals hab ich noch kommentiert. Und ließ kommentieren. Mittlerweile kommt man sich fast vor, als ob man Röhrenradio hört, wenn man in sein Blog schreibt. Mit Hingabe und Beachtung einer schönen Bildillustration, nicht wahr. Der Generation facebook ist das ja gar kein Begriff mehr. Ein schönes Bild zur rechten Zeit, wohlgesetzte Zeilen. Früher war eben doch manches besser. Ich bin altmodisch und mag das sehr gerne hier. Ich bin gerade in diesen Tagen wieder ganz frisch verliebt in mein kleines Blog mit seinem schönen Passepartout in freundlichem Schwarz und seinen zeitgeistfernen Inhalten. Sentimental! Wenn es ginge, würde ich meinem Blog jetzt am liebsten eine Tasse Tee anbieten. Solche Gesten sind wichtig. Und überhaupt. Gesten. Worte. Die richtigen. Und nicht zu viele. Und ganz viel weglassen. Eine Frage der Intensität. Sehr. Wenige Worte wohl zu setzen, ist eine Kunst, mit der ich sehr zu beeindrucken bin. Ich finde überhaupt, dass muss hier alles noch viel langsamer und altmodischer werden.
Mit freundlichen Grüßen
aus der Pferdedroschke
Gaga Nielsen
Sie wissen ja
23. Februar 2010

Es lohnt sich manchmal, zu lieben
was kommt, nicht ist oder war
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
im kältesten Februar
J. Ringelnatz
23. Februar 2010

Es lohnt sich manchmal, zu lieben
was kommt, nicht ist oder war
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
im kältesten Februar
J. Ringelnatz
17. Februar 2010
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76777725&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
Zufrieden sein und klagen ist ein Widerspruch. Getrost sein und verzagen ist ein Widerspruch. Uneinig sein und einig ist nicht einerlei. Sich zanken und vertragen ist ein Widerspruch. In Flucht zu schlagen einen Feind, und von dem Feind zu sein in Flucht geschlagen, ist ein Widerspruch. Zu suchen und zu meiden Eins zu gleicher Zeit. Zu fliehn und nachzujagen ist ein Widerspruch. Zu predigen für taube Ohren ist verkehrt. Und stummen Mund zu fragen ist ein Widerspruch. Sich weise dünken, und unwissend wissen sich, reich, und an Brocken nagen, ist ein Widerspruch. Die Königskrone tragen und den Bettelstab, sich härmen und behagen, ist ein Widerspruch. Doch Stab und Krone trägt mein Herz; und was es härmt, und was ihm mag behagen, ist ein Widerspruch. Unwissend weiß mein Herz, und weise dünkt es sich; Mein Herz, ich muß es sagen, ist ein Widerspruch. Ich pred’ge tauben Ohren, frage stummen Mund; Mein Herz mit seinen Plagen ist ein Widerspruch. Ich such‘ und meide, flieh‘ und jag‘, es schlägt mein Herz, Mein Herz mit seinem Schlagen ist ein Widerspruch. Uneinig ist’s und einig, und verträgt nur Zank; Mein Herz und sein Betragen ist ein Widerspruch. Zufrieden ist’s, und klagt, getrost, und zagt; mein Herz in diesen Frühlingstagen ist ein Widerspruch.
Friedrich Rückert
ξ
►watch on youtube
22. Februar 2010
facebook-chat mit Julian, 22. Februar 2010
10:54pmJulian
Julian
Was machst`n?
10:54pmGaga
kommentare löschen ;-)
10:55pmJulian
Besser so! Hier muß man wirklich aufpassen!
10:55pmGaga
ich hab nen Aufräumtick bei diesem beknackten facebook. Reduce to the max!
10:57pmJulian
Hab irgendwann mal meinen gesammten Lebenslauf aus versehen ausgespuckt..ne alte Schulfreundin von vor 25 Jahren war ganz begeistert…ich wußte nicht wie ich die Scheiße löschen soll..
10:58pmGaga
um gottes willen. aber dann hast du den button doch noch gefunden! du musst eben immer schön die brille aufsetzen!
11:00pmJulian
Ja Stecker rausgezogen, Brille kaputtgemacht und….alles wurde wieder besser…
11:01pmGaga
na bitte! geht doch! es gibt bestimmt selbsthilfegruppen für facebook geschädigte. aber viel interessanter ist dieses wunderbare geniale video von soap an skin, das ich mir seit gestern im loop reinziehe:
http://gaga.twoday.net/stories/6200341
sehr geil, genial.
11:08pmJulian
Gaga, das weckt in mir sehr schwarze Sehnsüchte, aber nicht schlecht, haste schön gemacht….was gibts noch?
11:11pmGaga
hab ich schön gemacht??? hab ich schön verlinkt. da werde ich ganz ehrfürchtig, bei so einem genialen kleinen meisterwerk. soap & skin trat im okt. 08 bei dem nico tribute konzert auf. da hab ich sie auch abgelichtet. dieser anschlag, wie sie in die tasten haut. donner und doria! wow. ich sehe selten videos, die mich überhaupt interessieren, ehrlich gesagt. aber das trifft mich auf der ganzen linie.
11:09pmJulian
Geh mal kurz Fluppen holen..
11:20pmGaga
ah fluppen. ich bin ja gesellschaftsraucherin, bei meinem frei gewählten eremitentum also sehr gesund! aber am liebsten sind mir ja blumen, wie die auf meinem balkon ;-)
11:25pmJulian
Gaga wie wunderbar..ich liebe Blumen doch braucht es leider noch ein bischen, bis sie das Blühen beginnen…gerade läuft ein Fim auf NDR mit Marian Faithfull, die ich mitlerweile auch sehr respektiere…toller Film über eine Hausfrau die für Ihren Sohn, durch Hand-Jobs versucht etwas zu Geld zu kommen
11:26pmGaga
den hab ich im kino gesehen, der ist super großartig! ich liebe marianne, ich bete sie an! großartigste lebende sängerin ever! hast du sie in der letzten zeit mal live erlebt? gottesdienst.
11:27pmJulian
Ne leider nich, werd ich auf jeden Fall!!!
11:29pmGaga
sie war ja sehr krank, man muss sich um seine ikonen kümmern, sonst ist es zu spät – diesen song hatte ich heute in der s-bahn by random auf den ohren. großartig, von ihrem album before the poison: http://www.youtube.com/watch?v=r9IbLK0k20k
11:30pmJulian
Habe mich immer früher um die Stones und Brian Jones und dessen Verhältnis zu ihr, besonders interessiert, Jagger war und ist ein Arschloch, muß sie auch ganz schön runtergeholt haben (ich hasse ihn!)
11:31pmGaga
brian jones war aber ein eitler affe! den mochte ich am wenigsten! früher war sie süß und hatte ein harmloses stimmchen, aber heute hört man, dass sie gelebt hat. (aber wie…)
11:33pmGaga
P.S. aber Sätze wie „ich hasse ihn“ haben meine volle Sympathie – nicht wegen Jagger, sondern grundsätzlich! Immer diese Licht und Liebe Scheisse, das kann doch keiner mehr hören!
11:35pmJulian
Ja das war Brian wohl schon…dachte einige Zeit ich sei sein Sohn (gleiche Nase, gleicher Sinn für Arrangemants), weil er 2 Kinder hatte die er boßhafterweise Julian taufen ließ…Na so ist der alte Gockel, das eigentliche Genie der Band, bis ENDE 60 im Pool ersoffen, oder ertränkt?!
11:38pmGaga
mir schnurz! wie, der hat zwei bälger in die welt gesetzt und zweimal den gleichen namen gegeben? wie doof! aber der name ist schon sehr schön! vielleicht war sein gedächtnis etwas in mitleidenschaft gezogen und so musste er sich nur einen namen merken. har har
11:38pmJulian
Und wie Marianne gelebt hat, blieb ja niemandem verborgen…und es ist schön zu sehen das solche Menschen, kurz vor ihrem Kollaps es doch noch schaffen wieder auf zu stehen und einen wunderbaren Beitrag in unserem Leben geben!
11:39pmGaga
jawoll! das hast du sehr schön gesagt: einen wunderbaren beitrag in unserem leben geben. amen! du solltest priester werden! So als Zweitberuf! Die haben auch schöne Kostüme. Schwarzweiß ist sowieso die einzig mögliche farbkombination bei bekleidung. außer natürlich noch ein fröhliches anthrazit.
11:40pmJulian
Dewegen hat er sie ja Julian genannt, war eben praktisch…DAS KANN DIR NICHT SCHNUR SEIN!!! Er war schließlich der Begründer der Stones
11:42pmGaga
och schön – er war praktisch veranlagt! damit kann er jetzt auch nicht mehr punkten, der zug ist abgefahren! begründer der stones bla bla – micky maus war schon sehr sexy. wie der da bei diesem konzert im hyde park oder wo das war in diesem weißen minikleid auftrat, mit seiner geilen schnute.
11:43pmJulian
kann leider nicht im Zölibat leben…Bullshit…was los? Übertreib nicht!!
11:44pmGaga
jeder kann im zölibat leben. das ist nur eine frage der – äh – technik!
11:45pmJulian
Genau!! Aber die begreif ich doch nicht!
11:45pmGaga
üben üben üben!
11:46pmJulian
AUF GAR KEINEN FALL!!!! Praktiziere doch die OOCH – TECHNIK
11:50pmGaga
die was? ich glaube diese art der konversation kann ich nicht mit meinem keuschheitsgelübde vereinbaren: http://gaga.twoday.net/stories/4585263/#4586750 ich muss mich jetzt bettfertig machen und auf das nachtgebet vorbereiten. ich bin da streng. bald schlägt die turmuhr mitternacht! geruhsame nachtruhe!
11:54pmJulian
Die wünsch ich Dir auch! Give it away now…
11:55pmGaga
Ich schließe dich in mein Nachtgebet ein! Amen.
11:58pmJulian
Wie kann ich Dir nur danken…diese Nacht werde ich endlich froh und zufrieden einschlafen…heilige Nacht!
Today
12:01amGaga
jetzt aber!
22. Februar 2010
21. Februar 2010

In alchemy there is a formula known in latin as Solve et Coagula, which means to dissolve to the purest elements and then reform. The idea is to turn base metals into gold, but the true alchemy is being able to have a Midas touch with misery. Turning pain into beauty. B. Kanaan
φ
19. Februar 2010

Foto: Peter Cujé
keep going
[…] reloaded
17. Februar 2010
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76777725&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
Zufrieden sein und klagen ist ein Widerspruch. Getrost sein und verzagen ist ein Widerspruch. Uneinig sein und einig ist nicht einerlei. Sich zanken und vertragen ist ein Widerspruch. In Flucht zu schlagen einen Feind, und von dem Feind zu sein in Flucht geschlagen, ist ein Widerspruch. Zu suchen und zu meiden Eins zu gleicher Zeit. Zu fliehn und nachzujagen ist ein Widerspruch. Zu predigen für taube Ohren ist verkehrt. Und stummen Mund zu fragen ist ein Widerspruch. Sich weise dünken, und unwissend wissen sich, reich, und an Brocken nagen, ist ein Widerspruch. Die Königskrone tragen und den Bettelstab, sich härmen und behagen, ist ein Widerspruch. Doch Stab und Krone trägt mein Herz; und was es härmt, und was ihm mag behagen, ist ein Widerspruch. Unwissend weiß mein Herz, und weise dünkt es sich; Mein Herz, ich muß es sagen, ist ein Widerspruch. Ich pred’ge tauben Ohren, frage stummen Mund; Mein Herz mit seinen Plagen ist ein Widerspruch. Ich such‘ und meide, flieh‘ und jag‘, es schlägt mein Herz, Mein Herz mit seinem Schlagen ist ein Widerspruch. Uneinig ist’s und einig, und verträgt nur Zank; Mein Herz und sein Betragen ist ein Widerspruch. Zufrieden ist’s, und klagt, getrost, und zagt; mein Herz in diesen Frühlingstagen ist ein Widerspruch.
Friedrich Rückert
ξ
►watch on youtube
16. Februar 2010
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
bright spot from London. My pleasure, Dylan.
14. Februar 2010
Schreiben, dich schreiben, dich malen. Dir ins Haar flechten all die ungesprochenen Worte, aufgehängt in der Luft, in der Zeit, im Zweig gelber Blüten, deren Schönheit mir den Atem raubt, wenn ich allein, in Gedanken, die Straße durchschreite. Eine Erklärung finden für das Geheimnis, den exakten Moment der Entdeckung, für die Liebe, für das Preßluftgefühl im gebogenen Körper, für das berstende Glück, das mich zu Tränen erschüttert, mir die Augen rötet, die Haut, die Zähne, wenn ich Blume werde, Kletterpflanze, Burg, Gedicht unter deinen Händen, die mich streicheln und entblättern, mir die Worte entreißen, mich von innen nach außen kehren, und wenn meine Vergangenheit sich ergießt, meine glückliche Kindheit, die Erinnerung, die Träume, das Meer, das brausend gegen die Jahre schlägt, immer herrlicher und höher, herrlicher und höher. Escribirte, escribirte, dibujarte. Llenarte el pelo de todas las palabras detenidas, colgadas en el aire, en el tiempo, en aquella rama llena de flores amarillas de cortes cuya belleza me pone los pelos de punta cuando vengo bajando sola, por la carretera, pensando. Definir el misterio, el momento preciso del descubrimiento, el amor, esta sensación de aire comprimido dentro del cuerpo curvo, la explosiva felicidad que me saca las lágrimas y me colorea los ojos, la piel, los dientes, mientras voy volviéndome flor, enredadera, castillo, poema, entre tus manos que me acarician y me van deshojando, sacándome las palabras, volteándome de adentro para afuera, chorreando mi pasado, mi infancia de recuerdos felices, de sueños, de mar reventando contra los años, cada vez más hermoso y más grande, más grande y más hermoso.
Giaconda Belli
14. Februar 2010
14. Februar 2010
13. Februar 2010
12. Februar 2010
Und meiner Lider fein Geweb durchflammte
der hohen Nacht geheimnisvoller Glanz
Und all mein Innres wurde Licht und Schimmer
und ein Entzücken, das ich nie gekannt
durchglühte mich und hob mein ganzes Wesen
in eine höhere Ordnung der Natur
ein leises Tönen hielt mich hold umfangen
als zitterte in jedem Sternenstrahl
der Ton der Heimat, die ihn hergesendet
ein Ton vor allen aber traf mein Herz
und ließ die andern mehr und mehr verstummen
und that sich auseinander wie der Kelch
Wir grüßen dich in deine stillen Nächte
als deiner Zukunft tröstliche Gewähr
es schalten ungeheure Willensmächte
in unsrer Tage blindem Ungefähr
So wandeln wir auf leichten Tänzerfüßen
die wir dereinst auch dein Geschick geteilt
und dürfen dich mit einem Liede grüßen
das dich auf Strahlen unsres Sterns ereilt
Auf Blumen wandeln wir wie leichte Falter
aus Früchten saugen wir der Kräfte Saft
uns ficht kein Elend an, zerbricht kein Alter
der frühern Leiden lächelt unsre Kraft
Denn allzu schön, als daß wir uns entzweiten
erschuf uns das Gestirn, das uns gebar
wir können uns nicht Schmerz und Not bereiten
die Schönheit macht uns aller Feindschaft bar
Wir lieben uns aus tiefsten Herzensgründen
wir trinken unsres Anblicks Glück und Huld
wir wissen nichts wie ihr von fahlen Sünden
und keinen ängstigt das Gespenst der Schuld
Oh komm! daß sich die dornenlose Rose
auch Deiner Schläfe duftend schmiegen kann
Die schönste Schwester diene deinem Lose
und schenke dich dem schönsten Mann – oh komm
Christian Morgenstern
12. Februar 2010
12. Februar 2010
11. Februar 2010
Ich trete an das Fenster und sehe, und sehe noch durch die stürmenden, vorüberfliehenden Wolken einzelne Sterne des ewigen Himmels! Nein, ihr werdet nicht fallen! Der Ewige trägt euch an seinem Herzen, und mich. Ich sehe die Deichselsterne des Wagens, des liebsten unter allen Gestirnen. Wenn ich nachts von dir ging, wie ich aus deinem Tore trat, stand er gegen mir über. Mit welcher Trunkenheit habe ich ihn oft angesehen, oft mit aufgehobenen Händen ihn zum Zeichen, zum heiligen Merksteine meiner gegenwärtigen Seligkeit gemacht.
J.W.v. Goethe, Werther
10. Februar 2010
exploring the unexpected
[serendipity]
µ
09. Februar 2010
Vergiss es nicht, mein wildes Herz
Und liebe sehnlich jede Lust
Und liebe auch den bittren Schmerz
Eh du für immer ruhen musst
Es ist kein Tag so streng und heiss
Des sich der Abend nicht erbarmt
Und den nicht gütig, lind und leis
Die mütterliche Nacht umarmt
Hermann Hesse
09. Februar 2010
08. Februar 2010
krahkrahwuffmiauwieher












Aber nicht genug damit, dass ich meine Leser nötige, meine neue Sammlung uralter Gaga Nielsen-Tierfotos anzuschauen, auch scheue ich mich nicht, dem Leser abermals mein Opus 5 aus dem Jahre 2007 anzudienen, welches meines Erachtens völlig zu Unrecht nicht den Grimme-Preis erhielt. Auch die fehlende Nominierung lässt mich, ohne jetzt hysterisch wirken zu wollen, an eine Verschwörung glauben. Es war mir schon immer wichtig, die Kamera schonungslos auf die Lebewesen drauf zu halten, mit denen ich die meiste Zeit verbringe. Und das waren damals eben die vierbeinigen Bewohner vom Zoo und Tierpark. Ich bin da nicht heikel. Hauptsache Bewegung vor der Kamera! Ob Mann oder Nilpferd!
http://blip.tv/play/gZg3jOAfAA
Mit freundlichen Grüßen!
Gaga Nielsen, Hollywood
08. Februar 2010
Wasser läuft ein. Badezusatz so schön, wie Name bescheuert. Zuverlässige Umarmung des heißen Wassers.
08. Februar 2010
08. Februar 2010
08. Februar 2010
Ich möchte aus meinem Herzen hinaus
unter den großen Himmel treten
Ich möchte beten
Und einer von allen Sternen
müsste wirklich noch sein
Ich glaube, ich wüsste
welcher allein
gedauert hat
welcher wie eine weiße Stadt
am Ende des Strahls in den Himmeln steht
rmr
08. Februar 2010
Ich weiß, daß mir nichts angehört
Als der Gedanke, der ungestört
Aus meiner Seele will fließen
(…)
Johann Wolfgang von Goethe
08. Februar 2010
Transzendenz
[Steinbruch]
08. Februar 2010
„Das sind alles nur Zeitfenster“ sagte ein Freund einmal zu mir. Als ich gestern und heute meine dreihundertfünfzig Flickr-Sets mit rund fünfzehntausend Bildern endlich mit Datum versehe und in die richtige Reihenfolge schiebe, in ihre chronologische Reihenfolge, nicht so, wie ich sie nach Lust und Laune hochlud, fällt mir der Satz immer wieder ein. Das sind alles nur Zeitfenster. Zeitfenster mit einem schwarzen Deckblatt. Alben. Fotobalben. Fenster in meine Zeit. Schöne Zeit. Gute Zeit. Wer die Bilder sieht, mag schlussfolgern „Du musst ein gutes Leben haben“. Ja, vieles ist und war oft gut in meinem Leben. Ich sehe es. Ja, ich sehe es… ich sehe es – Gerade noch ein paar Sammlungen gemacht, collections genannt. Ganz schön, um sich nicht durch diese Flut wühlen zu müssen, einfach mal zu sehen, was zum Beispiel in der Sammlung Blogger zu finden ist. Ihr habt mich immer machen lassen, das war nett. Ich erinnere mich an eine Lesung, da hieß es gar resolut, es gäbe Fotografier-Verbot, nur Gaga Nielsen darf Fotos machen! Da habe ich mich aber gebauchpinselt gefühlt. Na ja. Auch lange her. Und wieviel ich doch mit Jan unterwegs war, in welchem rasanten Tempo wir durch die Berliner Kunstszene gejagt sind, so viel Spaß dabei. Alles ein großes verrücktes Spiel. Wie leicht man Menschen näherkam. Das kommt wieder. Ich nehme gerade sehr viele Möglichkeiten nicht wahr, weil manchmal der richtigere Platz zuhause ist. Wo man die Dinge aus der Distanz zu begreifen, einzuordnen lernt. Jegliches. Und es erschlägt mich wieder und wieder, wenn ich diese vielen Fotostrecken sehe, die Dichte der letzten beiden Jahre. Wie vom Donner gerührt sitze ich vor meinem Monitor. Dieses eingemeißelte, genaue Datum darunter. Das war also das, was an diesem einmaligen Datum in der Erdgeschichte für mein Leben Bedeutung hatte und das war der nächste Tag und der nächste und der davor und der übernächste und … nicht nur meiner. So sitze ich davor. Vor meinen Gedenktafeln. Und ich habe das doch alles auch selbst gemacht. Nicht nur diesen flickr-account, der mein Leben festhält.

Und ich mache es wieder zu einem guten Leben. Ich bin nämlich eine gute Dramaturgin. Ja, ich mag brüchige Filme, bei denen man mit dem Protagonisten mitleiden kann und hofft, dass alles gut ausgeht. Meine liebsten Helden sind die, denen nicht alles sofort in den Schoß fällt. Die kämpfen müssen. Aber das letzte Standfoto zeigt gleißendes Licht. Das ist schwer einzufangen. Aber ich schaffe das.
07. Februar 2010
07. Februar 2010
07. Februar 2010
06. Februar 2010
06. Februar 2010
06. Februar 2010
Herz auf Zunge
06. Februar 2010
06. Februar 2010
06. Februar 2010
05. Februar 2010
Vielleicht kehrt Rio ja wirklich zurück. Es wäre doch auch schön, ihn hier zu haben. Sein Haus würde ich gerne noch einmal vorher sehen, seinen Zaubergarten und den Tisch mit der aufgeschlagenen Bibel. Das hat mich doch sehr bewegt, heute beim Mittagessen. Wenn er umgebettet wird, dann auf den Matthäi-Kirchhof, wo auch die Kapelle steht, in der er getauft ist, in Schöneberg, wie wunderbar.
Viele Jahre wohnte ich um die Ecke, in einer schattigen Wohnung im Parterre, meine erste eigene kleine Wohnung in Berlin. An schönen Tagen ging ich manchmal gerne auf den kleinen Kirchhof, um ein Sonnenbad zu nehmen, Nerudas Gedichte auf dem Schoß. Auf der Sonnenbank mit Vogelgezwitscher. Nur wenige Schritte daneben war ein Waschsalon, in dem sich meine Wäsche drehte. 19hundertsechsundachtzig.
Im Mai Zweitausendacht war ich nach vielen Jahren wieder dort. Diesmal mit Jan zu einer Gedenkfeier im kleinen Kreis, zu Ehren des dort beigesetzten Malers und Poeten Friedrich Schröder Sonnenstern. Einer der Nachfahren dieses phantastischen Surrealisten, dessen Werk mich verwirrend und elektrisierend an das Werk von Victor Brauner erinnert, hatte uns herzlich eingeladen. Es war der Geburtstag meines Bruders. Daran dachte ich. Dass es irgendwie passt, an so einem Tag, am Grab eines anderen Verrückten zu gedenken. Rio hätte die Bilder von Sonnenstern auch geliebt.
Weiter stand heute nichts meine kleine Welt bewegendes in der ulkigen Zeitung mit den großen Überschriften. Nur, dass Udo Walz ab 22. Februar die Galerie Bremer unter seine Fittiche nimmt und es dann ein kleines Restaurant mit Pasta geben wird. Das wird bestimmt fein. Und Rolf Eden wird Achtzig und ist gut drauf. Das stand aber nicht in der B.Z., sondern hat mir Jan gestern am Telefon erzählt. Er traf ihn vorgestern in der kleinen Weltlaterne. Ich gab ihm den Hinweis, dass einer der Stammgäste, ein Maler eine slideshow mit tausend Fotos der letzten Jahrzehnte in der Weltlaterne zeigt. Mit Klaviergeklimper. Eigentlich wäre ich gerne hin, aber ich hörte so kurzfristig davon und war nicht in Stimmung, alles stehen und liegen zu lassen. Jan hat ein ganz schönes Foto von Rolf Eden gemacht. Mir ist er ja sympathisch, mit seinen augenzwinkernden Macho-Sprüchen, die man nicht zu ernst nehmen sollte. Ein echtes Berliner Urgestein. Ach ja, Butterfisch mit Dillsauce und Gemüse hatte ich zu meinem Käseblättchen. Und bald ist Wochenende.
05. Februar 2010
Warum ich wieder zum Papier mich wende?
Das mußt du, Liebster, so bestimmt nicht fragen
Denn eigentlich hab ich dir nichts zu sagen
Doch kommts zuletzt in deine lieben Hände
Weil ich nicht kommen kann, soll, was ich sende
Mein ungeteiltes Herz hinübertragen
Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen
Das alles hat nicht Anfang, hat nicht Ende
Ich mag vom heutgen Tag dir nichts vertrauen
Wie sich im Sinnen, Wünschen, Wähnen, Wollen
Mein treues Herz zu dir hinüberwendet
So stand ich einst vor dir, dich anzuschauen
Und sagte nichts. Was hätt ich sagen sollen
Mein ganzes Wesen war in sich vollendet.
Johann Wolfgang von Goethe
(das erste, das ich fand)
05. Februar 2010

14. August 2006
Kinder und Tiere gehen immer. Sonne in Berlin. Heute tut sie nicht weh. Ohne Arg scheint sie durchs Fenster. Ich tippe ein Passwort und trinke Kaffee. Vor mehr als zwanzig Jahren sagte eine Frau, die mich und meinen Bruder recht gut kannte, „Ihr beiden seid Wesen aus einer anderen Zeit. Ihr gehört in die Epoche der Romantik, mit euren großen verträumten Augen.“ Sie sagte noch etwas sehr schönes, das mich rührte, aber ich habe es vergessen. Sie lebt nicht mehr, ich kann sie nicht fragen. Ich fühlte, sie hatte recht. Sie war Astrologin und amüsierte sich über mein Horoskop, weil sie halb scherzend, halb ernst meinte, ich wäre womöglich die Reinkarnation von Goethe. Da wären so viele Parallelen in unserem Geburtsbild. Die Sonne, der Skorpionmond und Aszendent, wenn ich es recht erinnere. Das chinesische Zeichen der Schlange. Das starke zwölfte Haus. Dies und das und jenes. Na ja. Ich nahm es heiter hin, ohne daran zu glauben. Wie komme ich jetzt darauf… Als ich in Weimar war, hatte ich jedenfalls kein déjà vu und bin auch sonst nicht immer hin und weg von seinem Werk. Aber natürlich voller Respekt. Vielleicht sollte ich ihm mehr Aufmerksamkeit schenken. Die Magie in seinen Zeilen finden. Das hat er bestimmt verdient. Im Grunde las ich nur den Faust und ein paar verstreute Gedichte und Zitate. Ich sehe mal nach und komme wieder. Mit Johann Wolfgang. Ich bin gut im Querlesen und Finden. Ihr müsst nicht lange warten.
„Getret’ner Quark wird breit nicht stark!“
05. Februar 2010
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Niemand soll mich weinen sehn
Als in Feld und Aue
Blumen, deren Augen stehn
Meinen gleich, im Thaue
Zu den Blumen will ich gehn
Denen ich vertraue
Niemand soll mich weinen sehn
Als in Feld und Aue
Blumen schweigen still bescheiden
Wollen trösten nicht mein Leiden
Noch an meinem Weh
sich weiden
Niemand soll mich weinen sehn
Als in Feld und Aue
Blumen, deren Augen stehn
Meinen gleich, im Thaue
Friedrich Rückert
04. Februar 2010

3. März 2007
Gerade war ich versucht, März da oben hinzutippen. Da ganz oben. Wo das Datum steht. Aber heute ist immer noch Februar. Der vierte Februar 2010.
04. Februar 2010
Ein Kind voll Wehmut und voll Treue
Verstoßen in ein fremdes Land
Ließ gern das Glänzende und Neue
Und blieb dem Alten zugewandt
Nach langem Suchen, langem Warten
Nach manchem mühevollen Gang
Fand es in einem öden Garten
Auf einer längst verfallnen Bank
Ein altes Buch, mit Gold verschlossen
Und nie gehörte Worte drin
Und wie des Frühlings zarte Sprossen
So wuchs in ihm ein innrer Sinn
Und wie es sitzt und liest und schauet
In den Kristall der neuen Welt
An Gras und Sternen sich erbauet
Und dankbar auf die Kniee fällt
Verkündiger der Morgenröte
Des Friedens Bote sollst du sein
Sanft wie die Luft in Harf und Flöte
Hauch ich dir meinen Atem ein
Novalis
04. Februar 2010
Soljanka
04. Februar 2010
04. Februar 2010
Kennst du sie, die selig, wie die Sterne
Von des Lebens dunkler Woge ferne
Wandellos in stiller Schöne lebt
Die des Herzens löwenkühne Siege
Des Gedankens fesselfreie Flüge
Wie der Tag den Adler, überschwebt?
Die uns trifft mit ihren Mittagsstrahlen
Uns entflammt mit ihren Idealen
Wie vom Himmel, uns Gebote schickt
Die die Weisen nach dem Wege fragen
Stumm und ernst, wie von dem Sturm verschlagen
Nach dem Orient der Schiffer blickt?
Die das Beste gibt aus schöner Fülle
Wenn aus ihr die Riesenkraft der Wille
Und der Geist sein stilles Urteil nimmt
Die dem Lebensliede seine Weise
Die das Maß der Ruhe, wie dem Fleiße
Durch den Mittler, unsern Geist, bestimmt?
Die, wenn uns des Lebens Leere tötet
Magisch uns die welken Schläfe rötet
Uns mit Hoffnungen das Herz verjüngt
Die den Dulder, den der Sturm zertrümmert
Den sein fernes Ithaka bekümmert
In Alcinous Gefilde bringt?
Kennst du sie, die uns mit Lorbeerkronen
Mit der Freude beßrer Regionen
Ehe wir zu Grabe gehn, vergilt.
Die der Liebe göttlichstes Verlangen
Die das Schönste, was wir angefangen
Mühelos im Augenblick erfüllt?
Die der Kindheit Wiederkehr beschleunigt
Die den Halbgott, unsern Geist, vereinigt
Mit den Göttern, die er kühn verstößt
Die des Schicksals eh’rne Schlüsse mildert
Und im Kampfe, wenn das Herz verwildert
Uns besänftigend den Harnisch löst?
Die das Eine, das im Raum der Sterne
Das du suchst in aller Zeiten Ferne
Unter Stürmen, auf verwegner Fahrt
Das kein sterblicher Verstand ersonnen
Keine, keine Tugend noch gewonnen
Die des Friedens goldne Frucht bewahrt?
Friedrich Hölderlin
03. Februar 2010
Es ist ein Gutes, sich an das Helle zu erinnern. Ich beobachtete mich dabei, dass ich, obgleich sehr traurig, zu lächeln begann, als ich einen alten Film sah, in dem ich übermütig war und lachte. Wenn man von sich selbst ein Bild anschaut, auf dem man lächelt oder sogar lacht, erinnern sich die Zellen und justieren sich ein bißchen. So, wie Musik die kosmische Ordnung in einem Lebewesen wiederherzustellen vermag. Deswegen tröstet Musik so sehr. Weil die verschobenen, verkanteten Atome und Quanten für einen Moment in ihre unverletzte Ordnung zurückkehren. Daran glaube ich. Das habe ich mir selbst ausgedacht und bin ganz und gar davon überzeugt. Dasselbe geschieht, wenn man Lyrik liest, die einen wirklich berührt. Dann kommt etwas in Ordnung. Und die guten, heilen(den) Kräfte fließen weicher, unbehinderter. Die aufstrebende Kraft eines Lachens, das aus einem warmen fühlenden Herzen kommt. Wenn wir lachen, sind wir im Paradies.

16. Juli 2008, Berlin
03. Februar 2010
Du bist mein fernes Tal
verzaubert und versunken
Oft hast du mir in Not und Qual
empor aus deinem Schattenland gewunken
und deine Märchenaugen aufgetan
daß ich entzückt in kurzem Wahn
mich ganz zu dir zurück verlor
Hermann Hesse
03. Februar 2010
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Schnee von (vor)gestern. Ein heiter bewölkter Juliabend im Jahr 08.
kid37 gewidmet.
02. Februar 2010
Da ich noch um deinen Schleier spielte
Noch an dir, wie eine Blüte hing
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte
Der mein zährtlichbebend Herz umfing
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand
Eine Stelle noch für meine Tränen
Eine Welt für meine Liebe fand
Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte
Als vernähme seine Töne sie
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie
Da im Hauche, der den Hain bewegte
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte
Da umfingen goldne Tage mich
Wenn im Tale, wo die Quell mich kühlte
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien
Wenn ich da, von Blüten übergossen
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen
Aus den Höhn die goldne Wolke sank
Wenn ich fern auf nackter Heide wallte
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen
Da erschienst du Seele der Natur
Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen
Schöne Welt! in deiner Fülle mich
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen
In die Arme der Unendlichkeit
Die das Eine, das im Raum der Sterne
Das du suchst in aller Zeiten Ferne
Unter Stürmen, auf verwegner Fahrt
Weint mein Herz der Trennung bittre Zähre
Und entflieht in seine schönre Welt
Was zum Raube sich die Zeit erkoren
Morgen steht’s in neuer Blüte da
Friedrich Hölderlin

02. Februar 2010

Nach Hiddensee. Im Juli 2005. Ich nahm aus einer Laune das Schiff von Stralsund, stieg in Kloster aus. Und fand keine Unterkunft. Zu keinem Preis. Lief zwischen den sanften Grashügeln herum, schnupperte die Luft, die wehenden Mähnen der kleinen Pferde. Und nahm das letzte Schiff zurück. 19:20 Uhr. Wenig später wollte ich noch einmal hin. Ich dachte zeitig daran, mir ein Häuschen nah dem Strand zu mieten und hatte wunderschönes Wetter, Ende August, Anfang September 2005. Unvergessliche Ferien. Damals hatte ich noch meine Olympus, mit einem wunderbaren Objektiv. Wenn ich Bilder wie diese Möwenfeder sehe, kriege ich Heimweh nach meiner Kamera. Ich bin überhaupt ein bißchen anhänglich.
02. Februar 2010
Was zum Teufel ist ein ‚Hamburger Schnitzel‘? Ah ja. Paniertes Schweineschnitzel mit Spiegelei oben drüber. Bzw. in der DDR-Version (hä?) paniertes Hackfleisch in Schnitzelform mit Ei drüber. Aber mit Fleisch gab es doch kein Problem in der DDR? Meine Angehörigen in Treptow haben mir im Juni 1989 versichert, es gäbe Grundnahrungsmittel in Hülle und Fülle. Fleisch, Wurst, Schrippen, Eier, Kartoffeln, Milch, Äpfel kein Problem. Nur importierte Zitrusfrüchte und Bananen eben begrenzt. Und Milkaschokolade und Jacobs-Kaffee nur im – Dings – im … ah – Mitropa? Nee – wie hieß das noch? Exclusiv? Oder war das der spezielle Bekleidungsladen für gehobene Ansprüche? Ah – ! Ich weiß es wieder: „Intershop“. Im Intershop holte man Parfüm, Nylonstrumpfhosen und Milkaschokolade und den ganzen Westkram. So war das. Aber das mit dem Hamburger Schnitzel à la DDR halte ich für eine Diffamierung. Ich war ja nicht dabei, vielleicht war es im Rest der Deutschen Demokratischen Republik ja auch mit der Fleischversorgung schwierig. Hört man ja immer, dass neidisch nach Ostberlin geschielt wurde, weil da nicht nur alle Westprogramme gut zu empfangen waren, sondern vieles zu repräsentativen Zwecken im Angebot war. Aber systemunabhängig erlaube ich mir zu vermuten, dass „Ostberlin“ auch heute, nach der totalen imperialistischen Gleichschaltung kulturell und versorgungstechnisch einiges mehr zu bieten hat, als die Ränder der Republik, ob West oder Ost. Spüre den Wein von gestern ein bißchen in den Knochen. Kopf ist ein bißchen langsam. Muss mal wieder ein Foto posten. Weiß nur nicht was. Vielleicht mich selber! Never change a running system.
02. Februar 2010
Was zum Teufel ist ein ‚Hamburger Schnitzel‘? Ah ja. Paniertes Schweineschnitzel mit Spiegelei oben drüber. Bzw. in der DDR-Version (hä?) paniertes Hackfleisch in Schnitzelform mit Ei drüber. Aber mit Fleisch gab es doch kein Problem in der DDR? Meine Angehörigen in Treptow haben mir im Juni 1989 versichert, es gäbe Grundnahrungsmittel in Hülle und Fülle. Fleisch, Wurst, Schrippen, Eier, Kartoffeln, Milch, Äpfel kein Problem. Nur importierte Zitrusfrüchte und Bananen eben begrenzt. Und Milkaschokolade und Jacobs-Kaffee nur im – Dings – im … ah – Mitropa? Nee – wie hieß das noch? Exclusiv? Oder war das der spezielle Bekleidungsladen für gehobene Ansprüche? Ah – ! Ich weiß es wieder: „Intershop“. Im Intershop holte man Parfüm, Nylonstrumpfhosen und Milkaschokolade und den ganzen Westkram. So war das. Aber das mit dem Hamburger Schnitzel à la DDR halte ich für eine Diffamierung. Ich war ja nicht dabei, vielleicht war es im Rest der Deutschen Demokratischen Republik ja auch mit der Fleischversorgung schwierig. Hört man ja immer, dass neidisch nach Ostberlin geschielt wurde, weil da nicht nur alle Westprogramme gut zu empfangen waren, sondern vieles zu repräsentativen Zwecken im Angebot war. Aber systemunabhängig erlaube ich mir zu vermuten, dass „Ostberlin“ auch heute, nach der totalen imperialistischen Gleichschaltung kulturell und versorgungstechnisch einiges mehr zu bieten hat, als die Ränder der Republik, ob West oder Ost. Spüre den Wein von gestern ein bißchen in den Knochen. Kopf ist ein bißchen langsam. Muss mal wieder ein Foto posten. Weiß nur nicht was. Vielleicht mich selber! Never change a running system.
01. Februar 2010
Schönes Telefonat*. (Sehr)
aber jetzt zu Bett!
*) kein gesungener Gesang, – gesprochener ;-)
01. Februar 2010
Seltsam ansteigende Zugriffszahlen. Dreißig Prozent. Und zwar seit den Einträgen mit den gesperrten Kommentaren. Na ja. Als Michael Jackson gestorben ist, gab es auch einen Ruck durch den digitalen Blätterwald, warum also nicht hier. Ich kann für immer neuen Content garantieren.
Eigentlich ein nicht adäquater Eintrag, da zu wenig jammerig. Ich gelobe Besserung. Lade ich auch nur hoch, weil gerade Freundin vorgelesen, die zu kichern anfing (hat getrunken), ich relativierte, dass ich immerhin beim Heranziehen des Vergleiches schwankte zwischen Elvis, Prinzessin Diana und the King of Pop. Selbstzweifel selbst im Größenwahn. Wobei ja nicht ich zu betrauern bin. Höchstens zu bedauern. Ich poste den Quatsch jetzt. So zur Abwechslung. Ich weine im Übrigen auch gerade überhaupt nicht, sondern rufe gleich die angeheiterte Freundin zurück. (Und zwar mit einem Glas Rotwein in der Hand.) Womöglich wird gesungen!
01. Februar 2010
Dann kam ich oft zurück an meinen Schreibtisch und fand ein Lebenszeichen von dir. Ich hatte zu Mittag gegessen und dabei in der blöden Zeitung gelesen, für die man eigentlich nur Bilder gucken können muss, lesen ist gar nicht notwendig. Das war genau richtig, so nebenher, beim Essen. Ich schrieb dir dann, was ich gegessen hatte. Und manchmal, was unter den blöden Bildern stand. Unvorstellbar, dass ich das jemand anderem mitgeteilt hätte. So banal. Wer interessiert sich dafür, was in meinem Magen landet, womit ich meine Lebensfunktionen aufrecht erhalte, was mir gerade geschmeckt hat. Aber gerade das erscheint einem wunderbar und phänomenal, dass das eine Nachricht sein soll. Tag für Tag. Diese einfachen Dinge, die in Wahrheit gar nicht unwesentlich sind. Immerhin wird aus der gebratenen Hühnchenbrust ein Stück meines Körpers, vielleicht die Haut an meinem rechten Handgelenk oder sogar ein Stück meines Hasenherzes. Und ich las gerne, was du gegessen hattest.
Ich hatte vorhin eine scharf angebratene Hühnchenbrust mit Gemüse und Salat und eine Käsesoße drüber. Und eine Cola. Wahrscheinlich blogge ich deshalb plötzlich so viel, weil ich diesen banalen Kram nicht mehr mailen kann. Niemandem zumuten will. Nein, das ist Quatsch. Quatsch mit Käsesoße. In Wahrheit schreibe ich sehr schöne Mails, nur das ab und zu eine Hühnchenbrust mit Gemüse drin vorkommt. Was keine Schande ist. Das Dumme ist nur, dass es niemanden sonst gibt, dessen Mittagessen mich so sehr interessiert hat, wie deines.
01. Februar 2010
Heute morgen auf dem Weg, by random Stevie Nicks Song „Planets of the Universe“. Der Song gehört zu einer Reihe Demotracks, die für die Aufnahme von Rumours entstanden und es nicht auf das Album schafften. 2004 erschien eine besondere Edition von Rumours mit all den Titeln des Albums, die mehr oder weniger jeder kennt, sowie den rough- und demoversions und weiterem unveröffentlichtem Material. Ich habe Planets of the Universe schon lange auf meinem Player, aber noch nie so bewusst gehört. Heute Morgen hat er mich erschüttert. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was mir Musik bedeutet, welche Intensität in einen Augenblick fließt, wenn die Musik plötzlich zum Lebenssoundtrack gerät. Dann begreift man, dass es auch ein schöner Film ist, das eigene Leben, selbst in trauriger Zeit. Wie man dann durch eine Straße läuft, die Sophienstraße im Morgenlicht, jemand Worte ins Ohr singt, die für einen gedacht scheinen. In der Neuauflage liegt ein booklet bei, in dem die Geschichte der Entstehung des Albums erzählt wird. Nicht (nur) die tontechnische Hintergrundgeschichte, vor allem die persönliche. Alle Lieder auf diesem Album erzählen von Abschied und Trennung, weil es das war, was zwischen den Beteiligten geschah. Und so entstanden gewiss die schönsten Songs, die Fleetwood Mac jemals geschrieben haben, durch die Verarbeitung des Schmerzes der Entzweiung. Als ich das las, begriff ich die Zeile in Dreams, thunder only happens when it’s raining.
And the planets of the universe go their way, not astounded by the sun or the moon or by the day
http://www.ipernity.com/mp/7232724.10b14226.mp3.swf
double-click
31. Januar 2010
31. Januar 2010
31. Januar 2010
Ein großer Fehler vielleicht. (Angst)
Glaube Liebe Hoffnung.
Alles.
Nicht sprechen. Nicht sprechen.
Ihr da draußen, Ihr versteht das. Wenn ich eure Mails mit undurchsichtigem Gestammel beantworte, Kommentarfunktion abschalte. Ich weiß, Ihr versteht das. Gaga Nielsen’s Livestream. Die kriegt es hin und sagt soviel ohne einen genauen Satz zu sagen. Das soll mir erst mal einer nachmachen. Das geht in vierzig Jahren in einen fest installierten Monitor im Museum für Kommunikation ein und dann wird sich die 84-jährige, für ihr Alter noch sehr rüstige (und bedeutend jünger aussehende! Höchstens 72!) Gaga Nielsen fragen lassen müssen „Und – konnte man das immer an Ihren Blogeinträgen ablesen, wenn etwas Einschneidendes geschehen ist?“ Und dann wird Gaga Nielsen mit ihrem Stock mit dem ziselierten Silberknauf herumfuchtelnd antworten: „Darauf können Sie einen lassen, junger Mann!“
31. Januar 2010
31. Dezember 2010

Nein, es ist nichts
31. Januar 2010
Die Staatstrauer ordnet eine zentrale staatliche Stelle nach einem persönlichen großen Unglück der Königin an. Als Ausdruck der Staatstrauer wird in Gaganien Trauerbeflaggung angeordnet und öffentliche Feiern werden abgesagt. Die Staatstrauer wird in Abhängigkeit der Bedeutung der Person oder des Ereignisses in unterschiedlicher Länge, über ein, drei oder sieben Tage angeordnet.
Ein, drei oder sieben Tage, das ist ja lächerlich. Ich werde umgehend eine Depesche erlassen, dass dieser Punkt geändert wird. Einhundert, dreihundert oder siebenhundert Tage.
31. Januar 2010
Wettergott, du Volltrottel. Mit dir muss man wohl wie mit einem Klippschüler reden. Hast du es also endlich kapiert. Und das nächste mal gleich den Rohrstock! Antiautoritäre Erziehung scheint ja nachweislich nicht zu fruchten. Wenn du noch einmal deine Sonne mitbringst, muss ich leider einen Brief an deine Eltern schreiben.
31. Januar 2010
Wettergott, du Volltrottel. Mit dir muss man wohl wie mit einem Klippschüler reden. Hast du es also endlich kapiert. Und das nächste mal gleich den Rohrstock! Antiautoritäre Erziehung scheint ja nachweislich nicht zu fruchten. Wenn du noch einmal deine Sonne mitbringst, muss ich leider einen Brief an deine Eltern schreiben.
31. Januar 2010
Die Staatstrauer ordnet eine zentrale staatliche Stelle nach einem persönlichen großen Unglück der Königin an. Als Ausdruck der Staatstrauer wird in Gaganien Trauerbeflaggung angeordnet und öffentliche Feiern werden abgesagt. Die Staatstrauer wird in Abhängigkeit der Bedeutung der Person oder des Ereignisses in unterschiedlicher Länge, über ein, drei oder sieben Tage angeordnet.
Ein, drei oder sieben Tage, das ist ja lächerlich. Ich werde umgehend eine Depesche erlassen, dass dieser Punkt geändert wird. Einhundert, dreihundert oder siebenhundert Tage.















Es gibt so Schönes in der Welt,