In meiner kleinen Schreibstube. Bis jetzt siebenunddreißig Karten mit persönlichen Zeilen verschickt, sechs persönlich in die Hand gedrückt. Sieben werden noch verschickt. Oder mehr. Die andern verteil ich in der Stadt, wo mich ein Ort oder wer entzückt! Hab tausend Stück – verrückt! Hoffe, Empfänger fühlen sich beglückt!
trunken bloggen: mit Saskia im ??? „Circus Hotel“ Bar mit doofem Namen „Lost my Voice“. Stundenlang rumgefrickelt und … na ja – nicht hinbekommen, was wir hinbekommen wollten. Scheiß-Theme „Elegant … Dings. „Magazine“. Scheißdreck-Menüführung. Rotwein, Weißwein, vorher Schampus. Nun spricht Saskia eine wirre Nachricht an Jenny auf ihr Smartphone… Blog wichtiger als Kind usw. usf. nun elegant gescheitert… usw. usf. Gute Nacht. Aber Zigarette von vor der Tür war lustig. Neue Bekanntschaft. Schwul, Mutter 84 hat Eisprung. Gute Nacht.
In alten (online) Alben geblättert. Vor zehn Jahren, 27. November 2014, Ina und ich bei einer Ausstellung über Kate Moss in der Galerie Hiltawasky. Habe heute Nachmittag vierzehn Rahmen gekauft, aufgekauft, eine Sorte von einem Profil. Ich hege den vagen Plan, auch einige Fotografien abzuziehen. Ich weiß noch nicht genau, wie und was ich da auswähle. Bei dem riesigen Konvolut schwierig. Vielleicht Bilder der Musikerinnen und Musiker, die auftreten werden und noch ein paar Highlights, wie z. B. eines meiner Portraits von Veruschka. Und Erinnerungen an ein paar besondere Begegnungen. Vielleicht unten im Barbereich verteilt, und bei der kleinen Bühne, in Winkeln, wo keine größeren Flächen sind. Es soll kein Schwerpunkt sein, nur nicht komplett wegfallen.
Bißchen viel Wodka gestern Nacht… ja, der beim Weihnachtsmarkt gekaufte, in eine Flasche umgefüllte. Schon gut, aber ließ sich dann sehr, sehr leicht trinken. Wollte nach Mitternacht keine andere Flasche mit weniger Prozentigem aufmachen, so (vermeintlich) kurz vorm Schlafengehen. Stand dann in Griffweite. Wurde nach vier mit dem Schlafengehen. Aber grundsätzlich schon sehr gut, so etwas im Haus zum haben. Für Momente wie Heimkommen, einfach mal einen kleinen Wodka zur Einläutung des Feierabends. Aber nur einen Schluck. Dann kochen, und leichtere Getränke. Empfehlung an mich. Habe mir seit einigen Wochen angewöhnt, grundsätzlich immer eine Kanne Tee, Darjeeling, zu kochen, die dann den ganzen Abend bereit steht, auf dem Stövchen. Verhindert übermäßigen Alkoholgenuss bei mir, tut immer gut, und schmeckt mir auch. Dazwischen dann ein, zwei Gläser „Anderes“.
Plan war, auf direktem Weg zu Edeka und Rossmann. Der führte durch die Sophie-Gips-Höfe. Am Ausgang zur Sophienstraße überraschte mich der gar nicht überraschende kleine Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk und Spezialitäten. An einem Stand waren Schraubgläser mit Flüssigkeiten, dabei ein großes Schild: „Kein Honig – Schnaps!“ Ich verstand das Konzept nicht, Schnäpse in Schraubgläsern anzubieten und sagte zum Händler-Pärchen: „Das möchte ich aber mal sehen, wie Sie den Schnaps daraus in ein Glas gießen! Er greift unter den Tisch und holt ein Schraubglas hervor, das mit einem Ausgießer in der Mitte des Deckels versehen war. Keine sehr überzeugende Konstruktion, auch optisch, ästhetisch nicht, selbst wenn es funktioniert.
Schon wurde mir angeboten, ob ich kosten möge. Warum nicht, ein Schnäpschen zum Aufwärmen. War gut. Fünfzigprozentiger „Bio“-Wodka. Es gab auch eine cremige Variante, die mich zunächst nicht interessiert hatte. Aber warum nicht auch mal probieren! Ebenfalls delikat. Prost! Wegen der zugewandten Konversation beschloss ich eine Flasche von dem reinen Destillat zu kaufen. Der Händler fragte, ob ich einen Ausgießer hätte, das Zusatzteil, das es auch zu kaufen gab. Ich winkte freundlich ab und erklärte, dass ich es nicht bräuchte, weil ich den Schnaps daheim in eine richtige Flasche umfüllen würde. Man nahm mir die Unverblümtheit nicht übel, wir verabschiedeten uns mit den besten gegenseitigen Wünschen.
Zwanzig Meter weiter blieb ich an einem Stand mit schönen Schneidbrettern aus Olivenholz hängen. Ein ovales gefiel mir recht gut und ich beschloss (trotz keines Mangels an Holzschneidbrettern in meiner kleinen Küche) auch diesen Händlern eine kleine Freude zu machen, indem ich mich kauffreudig zeige. Das waren sehr schöne kleine Begegnungen. Nun kann ich sagen: auch ich war auf dem Weihnachtsmarkt!
Nachdem ich meine Lebensmittelvorräte bei Edeka aufgefüllt hatte, vorher ein paar Sachen – auch zwei Feuerzeuge – bei Rossmann erstanden hatte, ging ich mit schweren Baumwollbeuteln wieder heim. Dort räumte ich in Zeitlupe die Einkäufe aus den Taschen, aß nebenher ein paar Chili-Kessel-Chips und wurde merklich fauler. Dabei sah ich mir mehrere Folgen interessanter Gespräche des „Hotel Matze“ auf youtube an. Lange Gespräche mit Tiefgang. Ich merkte, wie meine Lust schwand, die Wohnung gegen Abend noch einmal zu verlassen.
Eigentlich wollte ich zur Aufführung eines Filmes und anschließendem Konzert über und mit Mona Mur, eine geheimnisvoll attraktive Szene-Erscheinung aus den Achtzigern, die jetzt, mit Mitte Sechzig immer noch aktiv ist und interessante Musikprojekte präsentiert. Wäre in der Galiläa-Kirche Nähe U-Bahnhof Weberwiese gewesen. Aber da keine Freundin mitkommen konnte oder wollte, die mir einen entscheidenden Schubs hätte geben können, blieb ich in meiner chilligen Position im warmen Wohnzimmer und ließ weiter Youtube Clips laufen.
Und da bin ich immer noch, während ich das tippe. Jetzt läuft gerade nebenher die Verfilmung von 1974 von Johannes Mario Simmels Roman „Die Antwort kennt nur der Wind„. Ich erinnere mich an alle Verfilmungen der Simmel-Romane vor allem atmosphärisch und ästhetisch. Bei diesem mit Maurice Ronet und Marthe Keller (und Karin Dor und Eva Pflug) war mir diffus hängengeblieben, dass er in Südfrankreich, in Cannes spielt (wo Simmel lebte) und Marthe Keller eine Malerin spielt, die die dort ansässige High Society portraitiert. Was ist Marthe Keller für eine attraktive Frau. Sie lebt noch. Jedenfalls wollte ich vor allem diese Szenen noch einmal sehen, wo sie an ihrer Staffelei steht. Die hatten damals Eindruck bei mir hinterlassen. Wirre Geschichte um Versicherungsbetrug in gehobenen Kreisen, aber ästhetisch sehenswert. Auch die betont romantisch angelegte Filmmusik ist ein interessantes Stilmittel dieser Siebziger Jahre-Filme. Zeitkolorit.
Heute wieder ein Kapitel im Akt des Nachlassverfahrens. In der Schule hatten wir Physik und Chemie. Letzteres mit abstrusen Experimenten mit Reagenzgläsern. Als hätte jedes Schulkind eine Zukunft in einem Labor zu erwarten. Aber wie die bürokratische Dramaturgie eines Nachlassverfahrens bei vorliegendem, notariell beglaubigtem Testament ist, war in meiner Schulzeit kein Thema. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit nicht so gering, dass man damit einst konfroniert wird. Ok: „We’re gonna cross that bridge, when we come to it.“ Dann eben jetzt. Dass ein Testament vom Amtsgericht „eröffnet“ wird, bedeutet nicht, dass hiermit ein Akt bis zur abschließenden Testamentsvollstreckung begonnen hat, der mit einem Schlussakt in Gestalt eines behördlichen Bescheides, irgendeiner Mitteilung endet. In meinem, unserem Fall war die Mitteilung zur Testamentseröffnung bereits der abschließende Akt. Die Verfügungen umzusetzen, obliegt der Verantwortung der Erben. Da gibt es nicht zwangsläufig einen berufenen Nachlasspfleger. Wie auch immer. Nach heutigem telefonischem Nachhaken bin ich schlauer. Also mit Herrn F., dem mit dem Nachlasskonto betrauten Bank-Mitarbeiter ins Benehmen setzen. Habe ich angestoßen. Nächste Schritte sind nun klar. Das hat mich heute Vormittag beschäftigt. Danach andere Sachen auf dem Schreibtisch. Aber ganz sicher keine vorbereitenden Aktivitäten für meine Ausstellung. Allerdings habe ich die vergangenen zwei Wochen schon so einiges angeleiert. Zum Beispiel durchaus amüsiert ein Gästebuch bestellt, personalisiert angefertigt, und auch schon geliefert bekommen. Das wird ausliegen. Bei der Recherche „personalisiertes Gästebuch“ fand ich nur Gästebücher für Hochzeiten. Es gab online eine Eingabemaske für die Beschriftung mit Goldprägedruck. Gedacht für die Vornamen des Brautpaares. Die Braut heißt Gaga Nielsen und der Bräutigam Sevenstar. Sieht richtig beeindruckend aus. Ich werde aber am 10. Januar kein Brautkleid tragen. Ich heirate diese zauberhafte Galerie ja nicht. Aber eine belebende und wärmende Winter-Affäre.
Nix Paris 1954, Berlin 2024. Mitte, Sevenstar. Where the magic happens: die kleine Bühne der Kellerbar. Viereinhalb Meter breit. Improvisiert in einer Nische des historischen Gemäuers. Santé.🍷
Ich liebe das Gemäuer von Sevenstar. Jeder Winkel zeigt Substanz und Patina. Damit müssen die Bilder natürlich auch in Konkurrenz treten, das ist schon klar. Aber ich werde mit einem sorgsamen Händchen auswählen, was wohin will. Man kann es immer nur vor Ort entscheiden. Grob vorsortieren ist anhand von Formaten zwar schon möglich, aber am Ende entscheidet der Lichteinfall und wie die Texturen von Bild und Wand korrespondieren. Vielleicht mache ich Farbwelten. Ich neige dazu.
Soeben vier zu „Gagas Wunschkonzert “ und zur Ausstellungs-Eröffnung geladende FB-Freunde wieder von den beiden Gästelisten entfernt. Grund: drei davon sind tot, nämlich Abi Ofarim, Gerald Uhlig, Udo P. Klein (Blick nach oben). Und ein weiterer, nicht genannter, ist unwiderruflich im Pflegeheim. Schade. Hätte Euch bestimmt gefallen! Ich glaube, wenn man den FB-Account eines Verstorbenen zum Nachlass-Account erklärt, kommen sie nicht mehr in die Auswahl-Liste für Einladungen. Deshalb war Irina nicht in der Liste. Lerne gerade allerhand über die Eigenheiten vom FB-Einladungs-Tool. Habe ich vorher nie benutzt. Bin seit 2009 bei FB. Nun Lernprozess im Schnellverfahren. Z. B. kann man ein Event nicht zuerst auf „privat“ setzen und dann später auf „öffentlich“. Das lässt sich dann nicht mehr ändern. Ist ja wohl ein Programmierungsfehler. Ich hätte gerne mal erst alles schick gemacht und dann die Einladungen öffentlich gemacht. So bekommt ihr jetzt mit, dass ich den Event-Header vom Gaga-Wunschkonzert noch zweimal geändert habe. Sorry, falls das Verwirrung gestiftet hat. Und nun klickt endlich mal auf „zusagen“ oder „interessiert“ oder kloppt die Einladung in die Tonne! Aber Letzteres werdet ihr später bereuen! 😁
Es ist zwar noch zwei Monate hin, bis diese musikalische Sternstunde am Freitag, dem 24. Januar 2025 um 20 Uhr über die Bühne geht, aber bitte jetzt schon vormerken. Also ich täte hingehen, wenn ich nicht eh schon dort wäre! Es kommt von mir handverlesenes Liedgut zur Aufführung. Ein weltbekanntes Chanson wird sogar in einer neu aufgelegten Interpretation uraufgeführt. Ich will es noch nicht verraten, das würde den Druck für die Interpreten unnötig erhöhen! Also ich freue mich! 🤩
Ich sollte vielleicht gar nicht so stark zum Erscheinen auffordern, weil das Ordnungsamt Mitte sonst wieder seine Einsatzkräfte rekrutieren muss, um die Zaungäste von der Straße zu entfernen. Menschenansammlungen vor der Galerie werden nicht geduldet!
★ E I N L A D U N G G A G A s ★ W U N S C H K O N Z E R T L I V E ★ I N ★ D E R ★ S E V E N S T A R ★ K E L L E R B A R
Fr, 24. Januar 2025 von 20:00 – 22:00 Uhr Gormannstraße 7 in 10119 Berlin (U-Bahnhof Weinmeisterstr.) Für Getränke ist gesorgt.
Dresscode: Black Tie Der Eintritt ist frei!
Bei Gagas Wunschkonzert handelt es sich um eine intime musikalische Performance, die Gaga Nielsens Ausstellung „WELCOME TO GAGANIA“ begleitet, und bei der befreundete Musikerinnen und Musiker emotional besetzte Musikstücke, die von der Künstlerin besonders geschätzt werden, und zur Inspiration bei der Verfertigung ihrer Werke dienten, zum Vortrage bringen.
Es wirken mit: Alban Nikolai Herbst, auxcapri, Cosmic, Hans Rohe, Jenny Kittmann, Karl Neukauf, Maria Schuster und Saskia Rutner.
Während der Laufzeit der Ausstellung vom 10. – 29. Januar 2025 sind weitere Special Events wie Film-Nachmittage an Sonntagen unter Mitwirkung besonderer Gäste geplant – STAY TUNED!
Noch gar nicht gebloggt heute, aber vielfältig tätig gewesen. Gelernt, dass man am Terminal max. tausend Euro von Festgeld auf Giro buchen kann. Aha. Umgekehrt geht mehr. Aber wen interessieren meine Bank-Angelegenheiten? Mich ja selber kaum! Interessant ist Geld nicht, wenn es regungslos angehäuft liegt, sondern in Bewegung kommt, wenn es fließt, Dinge anschiebt.
H E R Z L I C H E ★ E I N L A D U N G Z U R ★ A U S S T E L L U N G S E R Ö F F N U N G G A G A ★ N I E L S E N ★ @ ★ S E V E N S T A R “ W E L C O M E ★ T O ★ G A G A N I A „
Gaga Nielsen gibt ab Fr, 10. Januar 2025 bis einschließlich Mi, 29. Januar 2025 in der Sevenstar Gallery Berlin, Einblick in ihr sentimentales Archiv, bestehend aus Bildern, Skulpturen, Filmen und Fotografien der letzten zwanzig Jahre, ihre bislang geheime Sammlung eigenhändig gezauberter Schätze.
Opening: Fr, 10. Januar von 19:00 – 23:30 Uhr Für Getränke ist gesorgt!
Öffnungszeiten: täglich von 14 – 19 Uhr in der Gormannstraße 7 in 10119 Berlin Mitte (U-Bahnhof Weinmeisterstr.)
Der Eintritt ist frei!
– Vorankündigung –
Am Freitag, dem 24. Januar 2025 findet von 20:00 – 22:00 Uhr in der Kellerbar von Sevenstar eine Performance statt, bei der befreundete Musikerinnen und Musiker, die die Werke der Künstlerin inspiriert haben, Hörbeispiele von den die Inspiration auslösenden Sequenzen zum Vortrage bringen werden. Es wirken mit: auxcapri, Alban Nikolai Herbst, Cosmic, Hans Rohe, Jenny Kittmann, Karl Neukauf, Maria Schuster und Saskia Rutner.
Der Eintritt ist frei!
Während der Laufzeit der Ausstellung sind weitere Special Events wie Film-Nachmittage an Sonntagen mit Mitwirkung besonderer Gäste geplant – STAY TUNED!
So, und jetzt alle aufgehorcht! Eben von Amazon eine Message mit folgendem Betreff erhalten: „Deine Amazon.de-Bestellung mit „Dein Weddingshop Deluxe Hochzeitsgästebuch“ wurde versandt!“
Schnell noch bloggen. Hab heute viel hinter den Kulissen abgestimmt. Bald Näheres, wenn alle Termine fix sind. Ich bastle an einem farbenfrohen Plan für den sonst so grauen Berliner Januar, mit Highlights am Wochenende. Nicht nur für mich alleine!
Folgendes: in der Nacht von Freitag auf Samstag, nach der Ausstellungseröffnung der Anonymen Zeichner, kam ich irgendwann nach vier heim und obwohl bettschwer und trunken, musste ich auf die Schnelle noch in groben Zügen in ein Chatfensterchen schreiben, was ich gerade erlebt hatte. Ich teilte also Jenny und Saskia mit: „(…)Ich war gerade mit Lydia bei einem Opening einer Austellung in Kreuzberg. Wir hatten einen völlig absurden Irrweg von der U-Bahn-Halte Kottbusser Tor zum ja nun gar nicht weit entfernten Mariannenplatz. Der Scheiß-Kotti treibt mich jedesmal in den Irrsinn – null Orientierung. Dann wirtschaftete Lydia mit ihrem Smartphone herum, es wurden verdrehte Vorgaben von der Navi-Tante avisiert, wir immer in die falsche Richtung. Fühlte sich schon wie Wandertag an. Hätte fast an einem Edeka mit Spät-Öffnung Rast eingelegt, um Proviant für die weitere Wanderung zu besorgen. Ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde später sind wir dann doch irgendwie im Bethanien angekommen. Himmel und Menschen! Tausend (exakt 1000) Künstler stellten anonyme Zeichnungen in den altehrwürdigen Gemäuern aus. Sprich: an zig Wänden klebten kleinteilige Zeichnungen der Tausend, aber man konnte nicht wissen/erkennen, von wem. Erst beim Kauf wurde erhellt, von wem man etwas erstanden hat. Der Name stand unter dem angeklebten Bild. Alle Bilder hatten den Einheitspreis von 250 Euro. Wir haben nix gekauft, uns aber schön unterhalten, u. a. mit Sebastian, der dort ausstellte (alter Bloggerfreund von mir).
Danach noch in eine nicht so weit entfernte Kneipe, Tendenz Spelunke. Leicht punkig, aber mit den alten Schultheiss-Leuchtreklame-Lampen überall. Als Zapfenstreich war, fiel ein bestimmter weiblicher Gast vom Barhocker. Rappelte sich wieder auf, fiel wieder runter, lachte debil 🙂 Dann war aber endgültig Schluss und Bettschwere. Lydia hatte die Idee, anstatt zur nächsten U-Bahnhalte der U8 zu tapern, ein „Bolt“-Taxi zu rufen, indem sie die Zielstraße und unseren Standort in irgendeine App eintippte. „Ümüt“ (o. ä.) kam dann auch pünktlich, rief nach „Lydia“ und wir identifizierten uns und stiegen zu. Eigentlich sollte das nächste Ziel die Joachimstr. xy in Mitte sein, wo ich zu geruhen pflege. Aber: Ümüt hielt in der Joachimsthaler Str. xy sein Fahrzeug an. Ich war verwirrt. Komisch, konnte mich an gar keine Ecke in meiner Hood erinnern, die dem ähnelte… nun ja. Lydia hatte sich halt vertippt und statt Joachim- Joachimsthaler Str. eingegeben. Also wurde ein Folgeauftrag ausgesprochen. und wir zurückkutschiert…“
Nächste Message am darauffolgenden Abend: „Die Alkoholvergiftung, die Du Dir gestern ersparst hast, hab ich für Dich übernommen, Saskia. Daher besteht mein heutiger Blogeintrag nur aus zwei Wörtern: „Heute: Ruhetag.“ 🙂
Aber Sebastian bedankte sich artig und liebreizend für unsere Gesellschaft. Ihn wird es nicht gestört haben, dass wir betrunken waren, er wars ja selber! Folgende Zeilen ließ er mir zukommen:
„…und ich danke herzlich fürs Kommen und fürs Teilhaben! Es war mir einmal wieder ein wirklich ganz wunderbarer Abend, der zuletzt ja in der goldenen Harfe, nein, im weissen Elefant, nein, im blauen Affen, nein, im goldenen Hahn endete bis spät in die Kreuzberger Nacht am Heinrichplatz, nein, jetzt Rio-Reiser-Platz. Dabei auch die wunderbare Lydia G., der ebensolche Juergen-Arne K., die Christine R. als Bildhauerin und wir zwo. Merci, liebe Gaga. Und hoffentlich auf bald, lang lebe das Blogwesen!“
Da kann man doch nur unterschreiben und sich freuen, dass man nach zwei Tagen schwerem Kater wieder wortreich zu bloggen imstande ist!
Und mit diesem Bild von Sebastian Rogler sage ich Adieu zu Manfred Eichel, den ich am 3. Oktober, nur fünf Wochen vor seinem plötzlichen Tod noch kennenlernen durfte. Es war mir ein Vergnügen, lieber Manfred. Das kleine „adieu“ unten auf dem Bild hatte ich am Freitag davor stehend ohne meine Lesebrille gar nicht lesen können. Erst jetzt, das Foto betrachtend, sehe ich es… adieu
Freitag, 15. November. Eröffnung im Künstlerhaus Bethanien. Anonyme Zeichner’innen. 1000 Zeichnungen hängen anonym an vielen Wänden, jede kostet 250 Euro. Erst, wenn man ein Bild kauft, erfährt man, wer das Bild erschaffen hat. Der Name steht unter den Bildern an der Wand. Meistens sind es kleinformatige Werke, oft in Postkartengröße oder doppelt so groß oder auch DIN A 4. Selten bis gar nicht, größer. Ich war mit Lydia da, weil mein lieber Freund Sebastian Rogler auch mit einem Werk vertreten war.
Das war mein kurzer Besuch im SPORE, am letzten Sonntag. Das meiste eingefangen, außer dem Hörsaal, dem „Auditorium“, das ausschaut wie ein Hörsaal in einer Uni, nur mit Blick in den Garten.
Oben im Spore-Gebäude geht die Austellung weiter. Eine Raum-Installation ist dem Wasser gewidmet, „Water Bodies“. Ein Gedicht eines kurdischen Dichters ist auf einer Tafel zu lesen, zu Deutsch:
„Ich hörte auf das Herz der Erde Es erzählte mir von seiner Liebe und dem Regen
Ich lauschte auf das Herz des Wassers Es erzählte mir von seiner Liebe und dem Springbrunnen
Ich lauschte auf das Herz des Baumes Es erzählte mir von seiner Liebe und den Blättern
dann hörte ich auf das Herz der Liebe Es erzählte mir von der Freiheit“
Bei nächster Gelegenheit geh ich wieder hin und setze mir die 3D Virtual Reality Brille auf, die dort bereit liegt. Die Installation besteht bis 23. Februar 2025. Die Fresken sind so schön. Nicht entfernen.
Wir spazieren weiter. Bilder an einer Wand vom Café im SPORE. Während ich so vor mich hinblogge, gehen mir viele Sachen und Ideen durch den Kopf., z. B. eine Blogger-Lesung zu veranstalten. Und zwar schon im Januar. Ich hätte da eine lauschige Keller-Bar.
SOLIN „Ich gehe zum Aldi und Rewe weil die Sachen gut und günstig – Ich kaufe gerne bei REWE ein – Ich kaufe gerne bei ALDI ein. Mein Ort der Erholung wenn ich gestresst bin, kaufe ich langsam. Tost Brot“
„Ich wohne am Hertzbergplatz – In meiner Nähe gibt es ein Schule und MiniGolfplatze – Meine Kinder spielen bei Rutschen – Grundschule – Meine Kinder war am Grundschule besuchen“
SAADIA „Ich ging zu Kaufland um Sachen einkaufen – Ich treffe zwei mal am Woche mit meine Freunde, wir kaufen und Kaffee trinken.“
Aber trotz der scheinbaren Haupt-Freizeitbeschäftigung der Kids (?) mit ihren Erziehungsberechtigten (?) bei Rewe, Aldi und Kaufland einzukaufen, haben sie es irgendwie in einen (mutmaßlich) interkulturellen (?) Malworkshop geschafft, dessen Ergebnisse nun im SPORE präsentiert werden. Eine erste Ausstellung in gehobenem Ambiente. Das gibt doch Hoffnung und inspiriert vielleicht auch, öfter mal ins SPORE zu gehen, wenn Aldi auch verführerisch nah ist. Und man muss ja auch ab und zu einkaufen. Letztlich weiß ich auch gar nicht, wie die kreative Vorgabe für diese Werke war. Das Thema könnte gewesen sein, wie sieht ein typischer Wochentag von Dir aus? Male ein Bild! Oder so. Jedenfalls finde ich die Ergebnisse ganz süß. Wie die Grundschule gemalt ist, gefällt mir ausgezeichnet. Nicht ganz einleuchtend ist mir, wieso das Kind von „meine Kinder“ schreibt. Oder ist das gar kein Kind gewesen, sondern eine (sehr, sehr) junge Mutter? Vielleicht war da auch irgendwo eine kleine Erklärtafel, die ich nicht beachtet habe. Ich will keine Schleichwerbung für Rewe und Aldi machen, aber ich kaufe auch alle paar Tage bei Rewe ein. Edeka ist in Neukölln evt. nicht so vertreten. Bei Aldi war ich länger nicht, liegt nicht direkt auf meinen Wegen. Kaufland nur ganz selten. Auch nicht auf meinem Weg.
OH… MEXICO…! Auch im SPORE, im Foyer. Altar zu Ehren der Toten, „Ofrenda“. Am 17. November wird dort das mexikanische Totenfest, „Día de Muertos“ gefeiert. Ist alles hier nachzulesen.
SPORE, Hermannstr. 86. Die Architektur erinnert mich atmosphärisch an den großzügigen Bereich im BIKINI-Haus in der Budapester Straße, wo der Ausblick zu den Affenfelsen vom Zoo ist. Es gibt einen Café-Bereich mit schönen Sitzecken mit bunten Kelim-Kissen. Die schönsten Plätze waren besetzt. Deswegen konnte ich die nicht fotografieren, ich vermied, die Gäste und ihre Gespräche zu irritieren. Eigentlich wollte ich ja nur kurz schauen.
„LIEBLOSE ORTE MÜSSEN WIEDER BEL(I)EBT WERDEN“ steht auf dem Flyer. Ich muss gestehen, diese Ecke von Berlin, da in der Hermannstraße, nah dem U-Bahn-Zugang Leinestraße, um die Ecke bei meinem Atelier, ist bei mir nicht ausgesprochen beliebt. Aber dieser neue Ort, ein Treffpunkt für Austausch und Ausstellungen wurde bei mir am letzen Sonntag sehr schnell sehr beliebt. Ich trat hauptsächlich näher an die Scheibe, um die aufgeklebten Buchstaben anzusehen, weil ich gerade angefangen hatte, mich mit Text auf Schaufenstern zu befassen. Ich studierte, wie die Öffnungszeiten avisiert wurden, zweisprachig, deutsch, englisch, die Typographie. Ein Mitarbeiter von SPORE, so heißt der neu erschaffene Treffpunkt, fühlte sich davon animiert, vor die gläserne Eingangstür zu treten, mit einem einladenden Lächeln. Er lud mich ausdrücklich ein, näher zu kommen, sich alles von innen anzusehen. Ich war schon eine Weile neugierig gewesen, was hier für ein modernes Gebäude entstanden war, welchen Zweck es genau hatte. Dieses freundliche Auf-mich-zugehen hat es wohl für mich gebraucht, um hineinzugehen. Es gab viel zu sehen. Ich staunte. Was und worüber, zeige ich ihn den nächsten Einträgen.
„ER LIEBT MICH – – – ER LIEBT MICH NICHT„, letzte Papprückwand aus meinem Fundus, drei schwarze Leysieffer Sahnetrüffel-Pralinendosen-Einlagen, runder Rest Spiegel-DC-fix, drei Etiketten Bio-Flaschengärung Weingut Feth Cuvée Pinot 2021 Brut, acht Puderdosen-Alu-Einlagen, zwei Lidschattendosen-Alu-Einlagen, weiß lackierter Metallring und schwarzer Kunststoffchip unbekannter Provenienz, eine nie benutzte Kreise-mal-Schablone aus Edelstahl, zwei größere weiße Trennscheiben, eine kleinere weiße Trennscheibe, neun dreieckige Spiegelscherben, eine runde Büroklammer, ein abgebrochener Handtaschen-Reißverschluss-Anhänger, elf alte, ausrangierte Edelstahl-Teelöffel, Kleber, 50 cm x 90 cm, schwarzer Schattenfugenrahmen folgt demnächst, habe ich heute bestellt, 10. November 2024, Staatl. Museen von Gaganien
STIEBEL ELTRON. Todschicker Kerzenhalter, Königreich Gaganien. 2022 explantierter Wärmetauscher von kaputtem Stiebel Eltron-Durchlauferhitzer, Spiegelscherben, Kleber, Höhe 37 cm, ⌀ 6,7 cm, 8. November 2024, Staatliche Museen v. Gaganien
Wenn man Sachen macht, die man nicht nur angucken, sondern auch irgendwie benutzen kann, spricht man von „angewandter Kunst“. Finde ich gut! Ich präsentiere hiermit was Angewandetes, nämlich einen schicken Kerzenhalter, der sich auf jeder Fest-Tafel gut macht. Gibt’s bislang leider nur einmal, aber vielleicht habt ihr ja auch mal einen kaputten Durchlauferhitzer und dann könnt ihr es nachbauen. Ist aber ziemlich viel Gefrickel, die ganzen Anschlüsse zu entfernen. Auch ist Wasser in der schweren Kupferröhre. Ich wollte sie eigentlich komplett auseinanderbauen, weil ich so neugierig auf das Innenleben war, aber das war ab einem bestimmten Punkt nicht mehr ohne rohe Gewalt möglich. Und dann fiel mir gestern, nach zweieinhalb Jahren, wo die Kupferröhre, die „Wärmetauscher“ im Fachjargon heißt, beim mir rumsteht, auf, dass es doch eigentlich prädestiniert für einen Kerzenhalter ist. Die Schraublöcher habe ich elegant unter den Scherben versteckt. Die waren aber nur ganz oben, nicht auf dem Bauch. Muss noch so schlanke Kerzen kaufen, hab bei mir überall nur ganz dicke, die mag ich eigentlich lieber, Aber für das Teil mache ich eine Ausnahme! Eigentlich wollte ich gestern nur meine Materialien sortieren. Und als mir dabei in die Hände fiel, ging mir ein Licht auf!
Gestern, nach ausgiebiger Besprechung. Ich brainstorme gerade über verschiedene Varianten, meine gaganischen Bilder auf die Reise in die Öffentlichkeit zu schicken. Es gibt auch schon allerhand Fortschritte, sogar sehr konkrete Möglichkeiten. Schwurbel schwurbel. Sobald Daten fix sind, mehr. Stay tuned…!
Nachfolgend meine Gedanken, mein Antwort-Kommentar auf die sehr lesenswerte heutige Kolumnevon „Mitte-Schnitte“ Saskia über ihre Kindheit im Osten und den damaligen Zauber von Milka und Milky Way und den Geschmack von grenzenloser Freiheit:
„Deine vielen Erinnerungen rühren mich. Auch, oder gerade, weil ich auf der anderen Seite, im Westen war – mit einem Teil der Familie in Ostberlin, für die ich mit meinen Eltern als Kind die Westpakete in die „Ho-Chi-Minh-Straße“ (heute Weißenseer Weg) bestückte. Unsere Verwandten haben nie um West-Pakete gebeten – es war viel mehr so, dass sie von meinen Eltern und meiner Tante geradezu gedrängt wurden, uns mitzuteilen, welche Sachen schwer zu bekommen sind, mit denen man ihnen eine Freude machen könnte. In jedem Paket waren Nylon-Strumpfhosen, Jacobs-Kaffee „die Krönung“, Milka-Schokolade, Ritter Sport, Sarotti und bestimmt auch Schogetten. Schokoriegel wie Milky Way aber nicht, damit verband meine Familie eher ein neumodisches Kinkerlitzchen-Produkt für Kinder. Fällt mir jetzt erst auf, dass ich mir Schokoriegel wie Snickers (mein Favorit) immer selber gekauft habe. Oft kam die Rückmeldung aus Ostberlin, dass das Paket augenscheinlich vor der Zustellung geöffnet und wieder zugeklebt worden war, ebenso die Briefe. Alles wurde genau untersucht.
Dass ein Telefon ein Luxus für Ost-Familien war, hatte ich auch vergessen. In dem Brief von der Ostberliner Großtante an meine Eltern von 1963, den ich neulich gepostet hatte, war am Ende des Briefes die Nummer vom Telefon-Anschluss vermerkt, den sie hatten. Aber da hatte die Familie meines Wissens noch gar keine besonderen Kontakte. Wenn ich die Geschichten und Mitteilungen aus Ostberlin hörte, entstand bei mir vor allem der Eindruck einer starken Überwachung und Vorsicht bei der Kommunikation Richtung der West-Verwandten. Aber der Lebensstandard wirkte auf mich nicht so bedauernswert und auch gar nicht stark von dem meiner eigenen Familie abweichend – wir hatten ja auch nur eine Doppelhaushälfte, keine Villa und Mama achtete auf Sonderangebote. Ich hatte in den Siebzigern anfänglich „Jingler“-Jeans von C & A statt der begehrten, viel teureren „Wrangler“, bis ich mich bockig durchsetzte.
Und da unser Ostberliner Onkel Wolfgang als gefragter Jazz-Drummer nicht nur mit Manfred Krug spielte, sondern bald zum Reisekader gehörte, um mit Günther Fischer und anderen Jazz-Formationen zu Festivals ins westeuropäische Ausland reisen zu können, schien es ja doch irgendwie nicht so schlimm zu sein. Der kam mehr rum, als mein ebenfalls musizierender Vater im Westen. Aber das war natürlich eine privilegierte Konstellation, die nur Politiker, Sportler, Wissenschaftler oder Kulturbotschafter aus der DDR hatten.
Zur Zeit des Mauerfalls arbeitete ich in Steglitz, wo die große Einkaufsstraße, die „Schloßstraße“ liegt. In den Mittagspausen ging ich oft dort entlang, kaufte ein oder ging in eines der Kaufhäuser oder vielen Schuhgeschäfte, die sich dort wie auf einer Perlenkette aneinander reihten. Nach dem 9. November 1989 war die immer schon gut besuchte Schloßstraße dermaßen mit neugierigen Ostberlinern bevölkert, dass man kaum noch Platz auf dem Gehsteig fand. Ich bekam einen sehr starken Eindruck von den Unterschieden im Kleidungsstil. Damals waren stone-washed Jeans gerade aus der Mode gekommen und die Ossis trugen sie stolz. Nachhaltig! Und viele beige Jacken. Und einmal kam mir ein älterer Mann entgegen, der hatte eine fast leere Plastiktüte in der Hand, trug sie, als wäre sie eine feine Ledertasche. Ich weiß nicht mehr, ob sie von Aldi war oder einem anderen West-Supermarkt. Ich erkannte das veraltete Logo, so sahen die Tüten des Ladens schon seit vielen Jahren nicht mehr aus. Die Farben waren bereits verblichen, sie war auch leicht geknittert. Wie eine Reliquie aus einem Museum. Das rührte mich dermaßen, dass mir die Tränen kamen. So viel Wertschätzung für eine Plastiktüte aus dem Westen.
Danke für Deine Erinnerungen, Saskia.
P.S. Gerade fällt mir ein, ich hab das Silber-Papier der Milka-Schokolade auch immer vorsichtig aufgemacht und dann mit dem Daumen-Nagel glatt gestrichen. Das sah so schön aus. Weiß aber nicht mehr, ob ich danach irgendwas damit gemacht habe. Mir entfallen… aber ich hebe heute noch schöne Schokoladenverpackungen auf und verwurste Teile davon manchmal in meinen Bildern 🙂“
Gestern, Kino Hackesche Höfe. Place to Be, Documentary to See. Nach dem Film gab es ein Gespräch mit Kino-Chef Gerhard Gross und dem Regisseur Andres Veiel. Ich habe mich in den vergangenen zwanzig Jahren immer wieder intensiv mit Leni Riefenstahl und ihrer zwiespältigen Selbstdarstellung beschäftigt.
Setzt natürlich Faszination voraus. Die unterstelle ich auch dem Regisseur und der Produzentin Sandra Maischberger, sowie dem Rest der Menschheit. Der Film war für mich in gewisser Weise eine Fortsetzung von Ray Müllers hervorragender Doku „Die Macht der Bilder“ aus dem Jahr 1993, die zu Lebzeiten Riefenstahls, mit ihrer Mitwirkung entstand und daher gewisse Aufnahmen nicht beinhaltete, die Müller bei den Gesprächen mit ihr gemacht hatte.
Diese neue Doku von Veiel arbeitet sehr stark mit dem Archiv von Riefenstahl, dem gesamten Nachlass. Sie hat sehr viel aufgehoben. Einiges vielleicht auch sehr gezielt nicht. Für mich waren relativ wenig Neuigkeiten in der neuen Doku, ich habe mich aber auch sehr gut auf dem Laufenden gehalten. Neu tatsächlich waren dann die Filmfragmente von Müller, die Leni Riefenstahl zeigen, wie sie sich während der Gespräche stark echauffiert und abbricht und auch privates Material, wie Privatfilme der späten Leni Riefenstahl beim Spaziergang im Schnee mit dem aus dem Gefängnis entlassenen Albert Speer und auch Aufzeichnungen von Telefonaten über Gagenhöhen. Die beiden hatten ihre alte Freundschaft weiter gepflegt und waren offenbar Partners in Crime, man gab sich Tipps in Richtung Vermarktung der eigenen Story.
Leni Riefenstahl rief stolze Gagenforderungen auf, wenn sie sich auf ein Gespräch einließ. Konnte sie sich offensichtlich erlauben, interessant genug war ihre schillernde und in Teilen fragwürdige Selbstdarstellung. Das Interessanteste an ihr, neben ihrem visuellen Talent, ist wohl, das sie immer wieder Sympathien errungen hat, auch von Gegnern. Sogar, wenn man ihre offensichtliche Selbstschutz-Strategie durchschaut hatte. Die Doku von Veitel arbeitet sehr stark mit Bildern aus Riefenstahl-Filmen, man kommt abermals nicht umhin, von der reinen Ästhetik gefangen und fasziniert zu sein. Es ist eben kontrovers. Der Film stand ganz oben auf meiner to do-Liste. Ich empfehle ihn. Veitel spart nicht mit Kritik an Riefenstahls Verschleierungsaktivitäten, muss ihr aber als visueller Künstlerin, in Hinsicht Kamera und Schnitt, Respekt zollen. Und abermals komme ich nicht umhin, die alte Queen Elizabeth II. zu zitieren: „Life is full of contradictions.“
LUCY IN THE SKY WITH DIAMONDS. Leinenvorhangrest auf Mangoschrank-Verpackungskarton, Kupferklammern von Mangoschrank-Verpackung, Gehölz (Reste von Blumenstöckchen, Sushistäbchen, Treibholz, Holzspatel, Snackpiekser, kaputte Pinselgriffel), Spiegelsplitter, Geschenkpapier, Blütenteile aus Kupfer-Flittergirlanden-Vorhang vom Ball der Künstlerinnen 2023, Schnipsel von sechs Bordeaux-Alu-Manschetten, Textilfragment von Handtaschenverschluss, Kleber, Schattenfugenrahmen aus Lindenholz, mattweiß lasiert, 14./22./29. Oktober, 7./8./9./10./11. November 2023, 17./28. Dezember 2023. Update (Grundierung): 24./28./29./31. März 2024, 6. April, 10./19. Mai 2024, 3./4. November 2024, 93 x 113 cm, , Staatliche Museen von Gaganien
Nach über einem Jahr ist LUCY IN THE SKIES WITH DIAMONDS wirklich fertig. Schwierig zu fotografieren, man bräuchte einen Lampenladen. Aber ich habe viele Perspektiven davon früher eingefangen, während ich daran arbeitete. FINISH!
Gestern weiter weiß auf weiß, Zwischenräume gepinselt. Seit Mitte Mai nicht zu Ende gemacht. Es war so viel los, kam so viel dazwischen. Und es war auch keine Arbeit, auf die ich Lust hatte, weil langwierig, umständlich, kleinteilig. Aber ich bin gestern weit gekommen und heute wird es vielleicht fertig, das „Lucy in The Sky With Diamonds“-Bild. Gegen Mittag kommt der Installateur, der die Therme wartet und Wasser auffüllt. Er hat eigentlich keine Termine frei, aber schiebt es mittags dazwischen. Gesegnet sei Herr Wolter. Die Vermieterin hat mich ermahnt, dass ich die Therme alle zwei Jahre warten lassen muss. Steht sogar im alten Mietvertrag. Habe ich nie beachtet. Ich dachte, die Wartung sei der jährliche Besuch vom Bezirksschornsteinfeger, der die Funktion prüft und die Abgaswerte misst und danach seinen Aufkleber drauf macht, dass das Gerät überprüft wurde. Mein Irrtum ist mir ein wenig peinlich.
Fall, leaves, fall, die, flowers, away, lengthen night and shorten day. Every leaf speaks bliss to me fluttering from the autumn tree. I shall smile when wreaths of snow blossom where the rose should grow. I shall sing when night’s decay ushers in a drearier day. Emily Brontë
GROßER MUSIKPREIS VON GAGANIEN. Kaputter Brausekopf, Scherbe von zerbrochenem, silber lasiertem Keramikkerzenleuchter, blecherne Keksdose, weiße Reparatur-Spachtelmasse, Kleber, Spiegelscherben, 7., 8., 9., 10. März 2019. Höhe 31 cm, Durchmesser 11 cm, Staatliche Museen v. Gaganien.
Noch einmal in Farbe dokumentiert, für mein Werk-Verzeichnis, bevor ich an den Entstehungsort dieses Prototyps entschwinde.
Gestern war ich in meiner Werkstatt, wo der Prototyp des Großen Musikpreises von Gaganien steht. Habe ihn mal selbst in die Hand genommen, hat schon Gewicht der Preis. In jeder Hinsicht! Mir ging noch durch den Sinn, wen ich von der Liste in der Vergangenheit noch live erleben durfte, die nicht mehr unter uns weilen. Da sind vier Giganten dabei, vor denen ich mich hiermit extra verneige, nämlich Frank Sinatra, Leonard Cohen, Lou Reed und Rio Reiser. Das Konzert von Frank Sinatra am 3. Juni 1993 in der Berliner Deutschlandhalle ist das Eindrucksvollste von allen gewesen. Aber das habe ich schon so oft erzählt. Unvergesslich.
Hab mich eben bei gmx eingeloggt, um meiner Vermieterin ein Foto vom Wasserstand der Heiztherme in meinem Atelier zu schicken, damit sie mir alsbald den Fachmann schicken kann, der das Wasser auffüllt, Muss alle paar Jahre gemacht werden, sonst springt die Pumpe nicht an und die Bude bleibt kalt. Jedenfalls – als ich mich wieder auslogge, sehe ich die Schlagzeile, dass in Berlin eine Dachgeschosswohnung gebrannt hat. Es stand auch Berlin Moabit dabei, aber einen ganz kurzen Moment hatte ich den alten Reflex, „wenn Mama das hört/liest, macht sie sich bestimmt Gedanken“ – weil ich ja auch in Berlin in einer Dachgeschosswohnung bin. Aber nicht in Moabit. Dann fiel mir erst ein, dass sie solche Gedanken ja wahrscheinlich gar nicht mehr haben wird, weil es im Himmel (hoffe ich!!!) keine gmx-Schlagzeilen oder sonstige Nachrichten gibt. Puh. Die alten Reflexe… Ich war früher oft erstaunt, was sie in Bayern alles über Berliner Allerweltsnachrichten mitbekommen hat. Sie wusste manchmal besser als ich Bescheid, was für Katastrophen in Berlin passiert sind. Ich war wie auf einer fernen Wolke, da oben in meinem Adlerhorst und hab alles ausgeblendet und sie war bestens informiert. Ulkig.
Was war das gestern für ein rauschendes Fest! Bis in die Morgenstunden wurde bei der After Show Party gefeiert, der Dom Perignon und die besten Weine flossen in Strömen! Bier gab es natürlich auch, Jever vom Fass. Der erste Große Musikpreis von Gaganien wurde von der Branche sehr gut angenommen, besser hätte es gar nicht laufen können! Geladen waren natürlich alle Künstler auf meiner Lieblingsplaylist, die ich dann einfach zur Gästeliste umgemodelt hatte. Es gab keine einzige Absage! Umständehalber wurde an zwei Event Locations gefeiert, eine in etwas höheren, himmlischen Gefilden, dort waren ca. siebzig Gäste. Die übrigen ca. hundertsiebenundsechzig, die noch auf Erden wandeln, hier unten in einer Top Location in Berlin Mitte. Zufällig wohne ich da auch, das war sehr praktisch für mich! Hatte gar keinen Kater heute nach dem Aufwachen. Was ich ja noch schuldig bin, ist die Gästeliste (siehe unten) mit den Nominierten.
Und last but not least: der Preis! Sicher hat sich mancher schon gefragt, wie die Trophäe, die in Bronze, Silber, Gold, Platin und Diamant verliehen wurde, überhaupt aussieht! Hier also Abbildungen des Großen Musikpreises von Gaganien. Es handelt sich um eine ca. 30 cm hohe, formschöne Skulptur, die ich eigenhändig gestaltet habe, und die sicher jeder Musikschaffende gerne neben einem Grammy in seiner Vitrine hätte. Es gibt durchaus Pläne, den Großen Musikpreis von Gaganien auch in der Zukunft zu vergeben, aber nicht jedes Jahr. So grundlegend ändert sich meine Lieblingsplaylist von einem Jahr zu anderen nicht, das wäre langweilig. Auch darf nicht vergessen werden, dass so eine Premiumveranstaltung eine riesige Logistik und Vorbereitung erfordert. Da möchte ich jetzt gar nicht näher darauf eingehen, wie lange der Musikpreis 2024 von mir vorbereitet wurde. Auf jeden Fall war es eine gelungene Preisverleihung, an die ich noch oft und gerne zurückdenken werden. Innigsten Dank auch an alle Gewerke, die Tontechniker, die Regie, die Kameraleute, die Kabelträger, die tolle Küchenbrigade, all die charmanten Service-Kräfte, auch vom Einlass, dem Garderobenbereich und den WCs. Last but not least, die vielen Helferlein und Putzfeen, bei denen ich mich nachher noch persönlich mit Handschlag bedanken werde! Bis zum nächsten GROßEN MUSIKPREIS VON GAGANIEN!
Ace – How long has this been going on? Adamo – Oui la mer a bercé tant d’amours Adikara Fardy – Quando Quando Quando Al Bowlly – Close your Eyes Al Green – How can you mend a broken heart? André Heller – Lied an eine Schauspielerin Aretha Franklin – One Step Ahead Aretha Franklin – A Natural Woman Aretha Franklin – Say a little Prayer Astrud Gilberto & Stan Getz – The Girl From Ipanema Audrey Hepburn – Moonriver Barbra Streisand – Lover Man Barbra Streisand – What Are You Doing The Rest Of Your Life Beatles – And I Love Her Beatles – In my Life Bee Gees – How Deep is Your Love? Bellini; Maria Callas – Ah, non credea miriarti (La Somnambula) Benjamin Biolay – Dernier souper au château Benjamin Biolay – La garçonnière Benjamin Biolay – Rose Kennedy Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Folle de toi Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Holland Spring Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Les lendemains qui chantent Bernard Fowler, Tim Ries – Wild Horses (live, 1. Set ZigZag Club) Bernard Fowler, Tim Ries – Wild Horses (live, 2. Set ZigZag Club) Bill Withers – Ain’t no Sunshine Billie Eilish – Idontwannabeyouanymore Billie Holiday – How Deep ist the Ocean? Bing Crosby – I Surrender Dear Blake Shelton & Gwen Sebastian – My Eyes Blake Shelton & Gwen Stefani – Happy Anywhere (live acoustic) Blake Shelton & Gwen Stefani – Happy Anywhere (Studio) Blake Shelton & Gwen Stefani – Nobody but you (live acoustic) Blake Shelton & Gwen Stefani – Nobody but you (Studio) Blossom Dearie – Someone To Watch Over Me Brad Paisley & Carrie Underwood – Remind me Brigitte Bardot – La Madrague Brigitte Bardot – Und histoire de plage Brigitte Bardot & Sacha Distel – Le soleil de ma vie Bruce Springsteen – I’m on Fire Bryan Ferry – I’m In The Mood For Love Burt Bacharach, B.J. Thomas – Raindrops keep fallin on my head Burt Bacharach; Carpenters – Close To You Burt Bacharach; Dusty Springfield – The Look Of Love Burt Bacharach; Herp Albert – This Guy’s in Love With You Burt Bacharach; Jackie Deshannon – What the World needs now Cäthe – Hallelujah (nicht der Cohen-Song) Campino & Birgit Minichmayr – Auflösen Cassandra Wilson – Harvest Moon (N. Young) Cassandra Wilson – Until Caterina Valente – Sempre Sempre Sempre Caterina Valente – Les Moulins de mon Cœur (live) Charles Aznavour – La Mamma Charles Trenet – La Mèr Chet Baker – I’ve Never Been In Love Before Chet Baker – My Funny Valentine Chet Baker – The Touch Of Your Lips Chet Baker & Ruth Young – Autumn Leaves Chris & Morgane Stapleton – Tennessee Whiskey (live) Chris Norman & Suzi Quatro – Stumblin in Christina Kateris – Tennessee Whiskey Cora Frost – Chanson d’Hélene (live, dt. „Als Du fortgingst…“) Cosmic/Georg/Poetryclub – Schwesterbraut Cousteau – The Last Good Day Of The Year CPR; David Crosby – Rusty and Blue (Studio) Dalaras – Mi Milas Dalida – Am Tag als der Regen kam Dalida & Alain Delon – Paroles, Paroles Danny Dziuk & Antoine Villoutreix – Tempelhofer Feld David Crosby – Rusty & Blue (live) Dean Martin – Sway Delibes; Netrebko, Garanca – Duo des Fleurs (Lakmé) Deva Premal Miten – Gayatri Mantra Diana Krall – I’ve Grown Accustomed To His Face Dick Haymes & Al Lerner – Any Time at all Dinah Washington – What a Difference a Day Makes Dionne Warwick – Theme from Valley of The Dolls Dominic Miller – Do You Want Me Don Potter – Children of Sanchez Dooley Wilson – As Time Goes By (Casablanca) Doris Day – Again Doris Day – Close Your Eyes Doris Day – Falling in Love Again Doris Day – Daydreamin’ Eagles – New Kid in Town Eagles – One Of These Nights Eagles – Seven Bridges (live) Ed Sheeran – Shape of You Eddie Vedder – Girl From The North Country Ella Fitzgerald – I Love Paris Ella Fitzgerald – These Foolish Things Ella Fitzgerald & Joe Pass – A Foggy Day Ella Fitzgerald & Louis Armstrong – Stars Fell on Alabama Elton John – Love Song Elvis Presley – Can’t Help Falling in Love With You Elvis Presley – I Need Somebody To Lean On Epidemic Sounds – Piano Eric Clapton – Layla (live MTV unplugged) Esther & Abi Ofarim – Morning Of My Life Etta James – At Last Etta James – I’d Rather Go Blind Eva Cassidy – Autumn Leaves Everly Brothers – All I Have To Do Is Dream Fink – Perfect Darkness Fleetwood Mac – Dreams Fleetwood Mac – Planets Of The Universe (Demo) Françoise Hardy – Comment te dire Adieu Françoise Hardy – Tous les garçons et les filles Frank Sinatra – I’ve Got You Under My Skin Frank Sinatra – It Was A Very Good Year Frank Sinatra – Moon River Frank Sinatra – Summerwind Franz Schubert; Trio Wanderer – Trio No. 2 , Opus 100 , Andante con moto Franz Schubert, Ludwig Rellstab; Angela Gheorgiu – Ständchen Franz Schubert, Ludwig Rellstab; Philippe Sly & Adam Cicchillitti – Ständchen Franz Schubert, Ludwig Rellstab; Richard Tauber – Ständchen Franz Schubert; Hüseyin Sermet – Fantasie in F moll, Opus 103 George Benson – Ode to a Kudu Gilbert O’Sullivan – Clair Glen Campbell – Gentle On My Mind; Glen Campbell – If You Go Away Glen Campbell – Rhinestone Cowboy Glen Campbell – Witchita Lineman Glen Campbell – Yesterday, When I Was Young Glen Campbell – By the Time I get to Phoenix Gordon Lightfood – If You Could Read My Mind Grace Jones – Breakdown Gregor Meyle – Sunday Lover (Guano Apes Cover, Sing m. Song) Gustavo Santolalla – Amelia Desert Morning Gustavo Santolalla – Breathing Soul Gustavo Santolalla – Morning Pray Händel; Elin Manahan Thomas – Eternal Source of Light Harry Belafonte – Try To Remember (live) Henry Mancini – Moon River Henry Wright – Abat-Jour Herbert Grönemeyer – Fang mich an Herbert Grönemeyer – Mensch Hildegard Knef – Für mich soll’s… Hildegard Knef – In der Stille der Nacht Hildegard Knef – Nichts haut mich um, aber Du Hildegard Knef – This Girl’s In Love With You Hoagy Carmichael – Stardust, Ilse de Lange – Für Dich Jack Johnson – I Shall be Released Jasmin Tabatabai – La Chanson d’Hélène Jenny Kittmann & Karl Neukauf – Sag es leise Joanne Shenandoah – Prophecy Song João Gilberto – ho ba la la John Cale – Amsterdam John Denver – Annie’s Song Joni Mitchell & Friends Brandi Carlile, Annie Lennox – I’m Still Standin’ (live, Elton John Tribute Concert) Julia Neigel – Tief in meiner Seele Julie London – Cry Me A River Julie London – Fly me to the Moon Julio Iglesias – Un Canto A Galicia Julio Iglesias – Caruso – Ti voglio bene assai Julio Iglesias & Dalida – La Vie en Rose (live) Kelly Clarkson – I Can’t Make You Love Me Lady Antebellum – Need You Now Lady Gaga & Bradley Cooper – Shallow Leonard Cohen – A Thousand Kisses Deep Leonard Cohen – Dance Me To The End Of Love Leonard Cohen – Famous Blue Raincoat Leonard Cohen – Here It Is Los Lobos – Sabor a mi Lotte & Max Giesinger – Auf das, was da noch kommt Lou Reed – Berlin Lou Reed – Coney Island Baby Lou Reed – Love makes you feel (…ten foot tall) Lou Reed – Modern Dance Lou Reed – Perfect Day Lou Reed – Ride Into The Sun Luiz Bonfa; Elizete Cardoso – Manhã de Carnaval (Orfeu Negro) Lüül & Band – Solarboot Song Manfred Krug – Danke für den Abend Manfred Krug – Du sagtest leider nur Gute Nacht Manfred Krug – Früh war der Tag erwacht Manfred Krug – Komm und spiel mit mir Manfred Krug – Wenn’s draußen grün wird Manfred Krug – Morgen Manfred Krug & Uschi Brüning – Auserwählt Marty Robbins – Love is Blue Marvin Hamlisch – The Way We Were Matt Monroe – The Music Played (engl. „Was ich Dir sagen…“) Melody Gardot – Love me Like a River Does (live) Melody Gardot – Love me like a River does (Studio) Michael Jary; Rudi Schuricke – Komm zurück (j’attendrai), Michael Patrick Kelly – Memories MWNN feat. Duke Meyer – Ich fühl mich gut MWNN, feat. Duke Meyer – Es kann auch Liebe sein, Nancy Sinatra & Lee Hazlewood – Summerwine Nancy Wilson – Wish You Love Nat King Cole – I Love You for Sentimental Reasons Nat King Cole – Perfidia Nat King Cole – Quizas Quizas Quizas Nat King Cole – Te quiero dijiste Nat King Cole – No me platiques Nat King Cole – suas mãos Nat King Cole – True Love is a Many Splendored Thing Neil Young – Cowgirl in The Sand Neil Young – Tell Me Why Neil Young – Comes A Time Neil Young – Hey Babe Neil Young – Lotta Love Neil Young – What did you do to my life? Nick Cave – Jesus of the Moon Nicole Croisille & Pierre Barouh – Un Homme et une Femme Offenbach; Netrebko, Garanca – Barcarolle (Hofmanns Erz.) Oleta Adams – Get Here If You Can Patti Smith – Dream of LIfe Paul Anka – Put Your Head on My Shoulder Paula Cole – Autumn Leaves Pink Floyd – Wish You Were Here Quicksilver Messenger Service – Gone again Red Hot Chili Peppers – Hey Richard Tauber – Schäferlied Rio Reiser – Frühlingssturm Rio Reiser – Herbst Robert Palmer – Johnny And Mary Rod Stewart – Windy Town Rolling Stones – Play with Fire Rolling Stones – Wild Horses (Studio) Rolling Stones – Gimme Shelter Rolling Stones – Paint it Black Romy Schneider & Michel Piccoli – Chanson d’Hélene Ronan Keating – Life is A Rollercoaster (live) Rosanne Cash – Girl From The North Country (live Band) Rosanne Cash – Girl from the North Country (live solo) Roxy Music – Don’t Stop The Dance Rudy Bennett – How can We Hang on to a Dream? Rue Royale – Set Out To Discover (live) Sade – Sweetest Taboo Sammy Davis Jr. – The Party’s Over Sarah Vaughan – The Time For Love Schön Blond feat. Maria Schuster – Alles Selig – Neuanfang Shawn Mendes & Camilla Cabello – Señorita Silbermond – Genau so Simply Red – Holding Back The Years Sophia Loren & Tonis Maroudas – Ti ne afto pou to lene agapi Sophie Milman – I Can’t Make You Love Me Sophie Milman – Where do you start? The Common Linnets – Calm After The Storm The Doors – Riders On The Storm The Jayhawks – Two Hearts Them – It’s all over now Thin Lizzy – Dancing in the Moonlight Tom Waits – Blue Valentines Tom Waits – Kentucky Avenue Udo Jürgens – Als ich fortging Udo Jürgens – Un air sur mon piano (was ich Dir sagen will) (live) Unknown – Ambient Velvet Underground & Nico – Femme Fatale Vivi Bach – Der Boy von Ipanema Yusuf (Cat Stevens) – Heaven Zach Bryan – I remember everything
Bei Heidi heißt es alljährlich: „Nur Eine kann Germany’s Next Top Model werden!“ Beim Großen Musikpreis von Gaganien hingegen können auch Zwei den ersten Preis in der höchsten Kategorie DIAMANT kriegen! So geschehen. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 IN DIAMANT geht an zwei ganz große Performer der Musikgeschichte. Es ist ihnen gelungen, mit je sieben Premium-Titeln aus ihrem Spitzen-Repertoire dauerhaft ihren Platz auf meiner Lieblingsplaylist zu behaupten. Ich verneige mich vor MANFRED KRUG und NAT KING COLE! (Taschentücher werden gezückt, das Auditorium erhebt sich, nie mehr endender Applaus)
Nat King Cole hat sich speziell mit seinen Interpretationen spanischsprachigen Liedgutes bei mir hervorgetan. Mein einstiger (bedeutend älterer) lateinamerikanischer Langzeitlover brachte mir Anno 1992 diese unwiderstehlichen Aufnahmen näher. In dessen südamerikanischem Heimatland Kolumbien wurde neben Nat King Coles zartem Schmelz, besonders sein starker nordamerikanischer Akzent in den Aufnahmen seiner beiden spanischsprachigen Alben aus den Jahren 1958 und 1962 geschätzt, man könnte auch sagen, seine etwas anrührend unbeholfene Aussprache des Spanischen. Das machte ihn seinerzeit dort zum Publikumsliebling.
Bei Manfred Krug ist besonders zu würdigen, dass die lyrisch-erotischen Ausnahme-Texte seiner jazzig swingenden Schlager ausnahmslos von ihm selber stammen. In aller Bescheidenheit hat er unter dem Namen „Clemens Kerber“ getextet. So beschließe ich diese schöne erste Preisverleihung des Großen Musikpreises von Gaganien 2024 mit seinen Worten: DANKE FÜR DEN ABEND!
Aha. Interessante Entwicklung. Dieses Halloween scheint sich rasant in Richtung Fasching ohne Themenschwerpunkt zu transformieren. Ich feiere bislang nicht mit, habe auch keinerlei Affinität zu Horror und Grusel, weder im Film, noch belletristisch, noch was Kostümierungen angeht. Nun aber scheint sich eine Lockerung aufzutun und Grusel, Horror oder Splatter ist kein Muß mehr. Schon bei Heidi Klums jährlichen Halloween-Parties haben einige Gäste seit geraumer Zeit ganz ungruselige Verkleidungen, fiel mir auf. Eigentlich verkleide ich mich auch mal ganz gerne.
Wenn es so weitergeht, finde ich vielleicht doch noch Gefallen am zweiten Kurz-Fasching Ende Oktober. Dann ginge ja auch meine Cleopatra-Verkleidung. Oder was ganz Schlichtes, wie es Katia mal beim Ball der Künstlerinnen gemacht hat. Sie hatte sich als „Sachbearbeiterin“ verkleidet, mit praktischer Kurzhaarfrisur-Perücke, Brille und Bürotasse. Fand ich toll! Dass ich überhaupt mitkriege, dass dieses Halloween ist, liegt überwiegend an der Berichterstattung über Heidis Party. Und gestern war im Bistro, wo ich zum Mittagessen war, eine Girlande, die ausschaute wie lauter geschnitzte Kürbisse und ein paar Monstergesichter dazwischen.
Und zuguterletzt: als ich gestern auf dem Heimweg die Ecke Joachimstraße/Gipsstraße kreuzte, rief ein circa zehnjähriges Mädchen, das wie eine Fee oder Prinzessin verkleidet war, vom Balkon runter: „Wollen Sie Süßigkeiten? Wollen Sie Süßigkeiten? Hier kommen Süßigkeiten!“ Sie hat es allen zugerufen, mit Begeisterung, die Hände voll, bereit, den Süßkram auf die Passanten regnen zu lassen. Sehr süß. Mal kein um Süßigkeiten bettelndes Kind, sondern ein gebe-freudiges. Schöne Entwicklung!
Diesmal ohne Palaver: der Große Musikpreis von Gaganien 2024 IN PLATIN für jeweils sechs Titel auf meiner Lieblingsplaylist geht an die folgenden vier, ihre Musik selbst komponierenden Musiker:
Ich gratuliere von Herzen, durchweg Titel, die mich seit Jahrzenten begleiten. Zwei der Vier, nämlich Lou Reed und Neil Young habe ich mehrmals auch live erlebt. Neil Youngs Album „Harvest“ war um 1979 der Auftakt zu einer langen musikalischen Beziehung, 1980 wünschte ich mir das erste Soloalbum von Lou Reed zum 15. Geburtstag und bekam es von meinem Bruder. Drei Titel, die heute noch auf der Lieblingsplaylist sind, stammen aus diesem Album. „Berlin“, „Love Makes You Feel“ und „Ride Into The Sun“. Was ich damit alles verbinde, sprengt den Rahmen der Preisverleihung!
Es ist doch so: Preisverleihungen sind eine langatmige Angelegenheit. Das weiß jeder, der schon einmal die Oscar-Nacht ab rotem Teppich durchgemacht hat. Zu Beginn werden immer die ganzen Gewerke rund um die Filmproduktion gewürdigt. Was ja auch schön und ehrenhaft ist. Die Berichterstattung nächsten Tags bezieht sich dann aber immer nur auf den roten Teppich am Anfang, wer hatte was an, und die ca. letzte Stunde der vielstündigen Verleihung, wenn endlich die besten Schauspieler und der beste Film prämiert werden. Meine in Eigenregie organisierte Verleihung des Großen Musikpreises von Gaganien 2024 ist eben auch eine sehr würdevolle Angelegenheit. Das geht nicht husch-husch, wie im Schnell-Imbiss. Hier wird Jahrhundert-Musik preisgekrönt, der Soundtrack meines Lebens, um es mal ein bißchen rührselig auszudrücken. Schreiten wir nun zur Verleihung der Großen Musikpreises von Gaganien IN GOLD! (Und dies wird nicht die letzte Kategorie sein. Zwei kommen noch!) Nun aber zu den Preisträgern. Der Große Musikpreis von Gaganien IN GOLD, in der Kategorie „Beliebtester Künstler mit fünf Titeln auf meiner Lieblingsplaylist“ geht an die folgenden Musik-Künstler, nämlich:
Ich finde die Musik spricht für sich, ich sehe keinen Grund, mich in weiteren Erläuterungen zu ergehen. Herzlichsten Glückwunsch! Und Danke an Blake Shelton und Gwen Stefani fürs Kommen. Gwen ist ja immer ein Hingucker. Tolles Kleid, tolle Frisur! An den Trennungsgerüchten scheint ja doch nicht so viel dran zu sein. Es wäre auch schade, wenn es keine weiteren Duette von den Beiden gäbe. Ich war früher gar kein Fan von Gwen Stefani, aber jetzt ja!
Kommen wir nun zum Großen Musikpreis von Gaganien IN SILBER! Sieben Musik-Acts dürfen sich auf die silberne Trophäe freuen, die für vier Musiktitel auf meiner Lieblingsplaylist vergeben wird. Gewonnen haben:
Der Musikpreis und vor allem die festliche Preisverleihung wurde von langer Hand von mir vorbereitet und ich habe natürlich bedacht, dass ein beträchtlicher Teil der Preisträgerinnen und Preisträger mittlerweile auf einer anderen Ebene teilhaben wird. Aber auch im Himmel sollte es möglich sein, eine Fest-Tafel zu decken und so habe ich entsprechende Plätze inclusive Catering reservieren lassen. Ich habe mir sagen lassen, dass im Himmel Manna recht beliebt ist. (Nicht zu verwechseln mit den delikaten österreichischen „Manner“-Schnitten aus Waffeln mit Haselnussfüllung). Im Evangelium nach Matthäus, 26 verkündet Jesus: „Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters.“ Demzufolge gibt es da oben „von der Frucht des Weinstocks“. Das kann sowohl Wein als auch Champagner sein. Daher habe ich pro Tisch (für sechs bis sieben Personen) jeweils eine Kiste Dom Perignon, eine Kiste Sancerre und eine Kiste Chateauneuf du Pape geordert, das sollte reichen. Wegen der Tischordnung habe ich mir speziell bei der Kategorie Großer Musikpreis IN SILBER auch noch mal Gedanken gemacht. Ich komme auf sieben Personen, nämlich: Charlie, Chet, Doris, Ella, Frank, Hilde und Leonard. Die Sitzordnung ist im Uhrzeigersinn wie folgt am runden Tisch: Chet, Hilde, Frank, Ella, Charlie, Doris, Leonard. In der Tischmitte ist ein kreisförmiger High End-Monitor, auf dem die Preisverleihung via Zoom von unten nach oben live übertragen wird. So können die Preisträger oben den leider wenigen unten Anwesenden der Silber-Kategorie zuprosten. Da unten nur Ruth (die Witwe von Chet) und Keith und Mick und Ronnie als direkte Preisträger sein können, durften sie je eine Begleitung ihrer Wahl mitbringen. Ich erkenne hier die aktuellen Herzensdamen, als da wären: Patti, Melanie und Sally. Gratulation auch an die Damen zu diesen talentierten Herren und noch viele schöne Jahre hier unten!
Nun kommen wir zur Verleihung des Großen Musikpreises von Gaganien für die Gewinner in der Kategorie „Künstler mit drei Titeln auf meiner Lieblingsplaylist“. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 IN BRONZE geht an:
Aretha Franklin und Glenn Frey konnten leider nicht zur Preisverleihung kommen (Blick nach oben) Aber dafür begrüße ich umso herzlicher Brigitte Bardot, Don Henley, Joe Walsh und Gustavo Santolalla, die sich einen gemeinsamen Tisch teilen, wie ich von hier sehe. Der Champagner und der Bourbon fließt schon in Strömen. Santé und Cheers! Herzlichen Glückwunsch und Danke fürs Durchhalten. Nicht nur altersmäßig, auch bei dieser doch recht ausgedehnten Preisverleihung. Zum Glück werden zwischendurch Canapés serviert. Wer gerade das Vorurteil gepflegt haben sollte, dass bei den Siegern ja nun wirklich nur absolute Mainstream-Künstler und Household-Names vertreten sind, wird mit Gustavo Santolalla eines Besseren belehrt. Ein Name, der nicht auf Anhieb jedem geläufig sein dürfte. Wikipedia klärt auf: „Im Jahr 2005 wurde der aus Buenos Aires stammende Santolalla vom Time Magazine unter die 25 einflussreichsten Lateinamerikaner in den USA gewählt, während er 2006 und 2007 jeweils den Oscar als bester Filmkomponist gewann.“ Der Oscar 2006 war für den Soundtrack zu „Brokeback Mountain“, der Oscar 2007 für „Babel“. Und aus eben diesem eindrucksvollen Film stammen die drei Titel, denen Santolalla heute Abend den Großen Filmpreis von Gaganien in Bronze verdankt! Der Film war für mich aber nicht nur ein musikalisches Erweckungserlebnis, sondern auch, was Brad Pitt angeht. Den hatte ich bis dahin nämlich gar nicht ernst genommen. Ab Babel wusste ich, dass er nicht nur handsome, sondern auch richtig gut ist. Hat mich vor achtzehn Jahren sehr berührt, seine dosierte, sensible Darstellungskunst.
Kommen wir nun zum letzten Preisträger in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Lieblingsplaylist“. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 freut sich über einen weiteren großen Preisträger. Ebenfalls dreimal (unter insgesamt 256 Titeln) vertreten:
WILD HORSES
Komponisten: Keith Richards Mick Jagger
Die drei Aufnahmen von Wild Horses auf meiner Liste sind:
Das war allerdings ein ganz knappes Höschen, da es sich bei zwei der drei Aufnahmen quasi um dieselbe Interpretation, wenn auch zwei verschiedene Aufnahmen handelt. Mir gefallen aber beide so gut, dass ich sie einfach nicht aussortieren mag. Sie sind mir auch eine liebe Erinnerung an den ganz zauberhaften Abend, als die beiden Aufnahmen im ZigZag-Club in Berlin entstanden. Bernard Fowler und Tim Ries sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil bei Studio-Aufnahmen und Tourneen der Rolling Stones. Sie gehören im Grunde zur Band. Tim Ries, der Saxophonist hat aber noch weitere eigene Projekte, nämlich das „Rolling Stones Project“, in dem wiederum auch der überaus virtuose Backing Vocals-Sänger Bernard Fowler singt. Sie präsentieren Stones-Titel in einem neuen, angejazzten Kleid. Mit diesem Projekt waren sie im August 2022, im Jahr der „Stones Sixty“-Jubiläumstour, einen Tag nach dem gefeierten Abschluss-Konzert in der Waldbühne, im kleinen, lauschigen ZigZag-Club in Schöneberg. Ich hatte das Glück, Tickets zu bekommen, was nicht ganz einfach war. Die eine Aufnahme hat Lydia mit ihrem Smartphone mitgeschnitten, die andere ein anderer Gast. Sie spielten zwei Sets, wir waren im ersten, die Aufnahme vom zweiten Set ist auf youtube. Über den schönen Abend habe ich mehrere Einträge verfasst, man kam den Musikern sehr nah, das war toll (inclusive Dankbarkeit zum Ausdruck bringenden Umarmungen und Küsschen!). In dem Eintrag sind auch Fotos.
Man wird kaum jemandem erklären müssen, was „Wild Horses“ für ein Lied ist, es dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Was aber nicht jeder wissen wird (es sei denn, es handelt sich um einen ganz großen Stones-Fan), was hinter dem Text steckt. Der maßgeblichste Teil der Komposition stammt von Keith Richards, einschließlich der Lyrics des Refrains „Wild, wild Horses couldn’t drag me away“. Damit ging er zu Mick, der dann das textliche Füllmaterial, die Verse kreierte. Keith beschreibt es in seinen eigenen Worten folgendermaßen:
„I wrote this song because I was doing good at home with my old lady (Anita), and I wrote it like a love song. Yeah, it has to do with Marlon’s birth, ‚cause I knew we were going to have to go to America and start work again, to get me off my ass, and not really wanting to go away. It was a very delicate moment, the kid’s only two months old, and you’re goin‘ away. Millions of people do it all the time but still …I just had this, ‚Wild horses couldn’t drag me away‘, and I gave it to Mick, and Marianne just ran off with this guy and he changed it all around, but it’s still beautiful. It was one of those magical moments when things come together. It’s like “Satisfaction”. You just dream it, and suddenly it’s all in your hands. Once you’ve got the vision in your mind of wild horses, I mean, what’s the next phrase you’re going to use? It’s got to be couldn’t drag me away.“
Mick hingegen relativiert ein wenig, dass sich seine Verse explizit auf Marianne bezögen: „Everyone always says it was written about Marianne but I don’t think it was; that was all well over by then. But I was definitely very inside this piece emotionally. This is very personal, evocative, and sad. The vulnerability! Well, that’s what you’ve got to do with these kinds of tunes. You’ve got to emote it, otherwise it’s meaningless. When I wrote those verses I was feeling vulnerable, so you take it up.“
Mir gefällt dieses zart besaitete Meisterwerk über Jahrzehnte ohne Abstriche. Bob Dylan nennt „Wild Horses“ als einen der drei Songs der Stones, die er gerne selbst geschrieben hätte. Auch das ist eine große Qualität von Keith und Mick, dass sie zusätzlich zu ihrer Bühnen-Coolness eine verletzliche Seite zeigen, die in ihre Kunst einfließt. Das sind die ganz großen Künstler, die zarte Gefühle zu teilen verstehen. Damit kriegt man das Publikum. Mich sowieso.
Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 freut sich über einen weiteren großen Preisträger in der Kategorie der beliebtesten, weil am häufigsten vertretenen Kompositionen auf meiner Lieblingplaylist mit insgesamt zweihundertsechsundfünfzig Titeln. Dreimal dabei, das mir nie langweilig werdende, ganz liebreizende:
STÄNDCHEN
Komponisten: Franz Schubert (Musik) Ludwig Rellstab (Text)
Meine drei liebsten Interpretationen vom Ständchen sind von:
Franz Peter Schubert komponierte den Liederreigen „Schwanengesang“ zwischen August und Oktober 1828, dazu gehört auch das Ständchen. Es war das Jahr seines Todes, kurz nach der Vollendung starb er am 19. November 1828. Er wurde nur einunddreißig Jahre alt, Typhus und Syphilis rafften ihn dahin. Auf einigen hinterlassenen gemalten Portraits (die Photographie steckte noch in den Kinderschuhen, war noch nicht verbreitet) wirkt er etwas älter. Im weiteren Verlauf der Preisverleihung werde ich in einer anderen Preis-Kategorie noch einmal auf ihn zurückkommen. Das Ständchen wäre so in etwa die Messlatte für ein Lied, das mir ein Verehrer widmen dürfte. Ich wäre beeindruckt und entzückt!
Großer Musikpreis von Gaganien 2024: nächster Preisträger – hier bei mir wird nicht umständlich nominiert, dann selektiert und aussortiert, sondern direkt prämiert! Und zwar mehrfach. Denn: es kann nicht nur einen Lieblingstitel geben. Das wäre ja ein Armutszeugnis für die Musikwelt. Daher: in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Playlist“ der nächste Siegertitel mit drei großartigen Interpretationen ist:
MOON RIVER
Komponisten: Henry Mancini (Musik) Johnny Mercer (Text)
Die grandiosen All Time Favourite Versionen stammen von:
Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand dem Zauber dieser Komposition entziehen kann. Es ist eines der wenigen Lieder, das ich selbst oft (alleine für mich) gesungen habe. Sogar den Text kann ich auswendig. Gut, er ist nicht so umfangreich, aber bei mir will das etwas heißen. Auswendiglernen ist nicht meine Stärke, was mich leider Gottes so gar nicht für die Schauspielerei qualifiziert – obwohl ich sehr eindrucksvoll über eine Bühne schreiten kann! Das wurde mir zumindest vor 25 Jahren von zwei Fachkräften von der Ernst Busch attestiert. Aber gesprochenen Text AUSWENDIG lernen? Bitte nicht. Da würde ich lieber im Backstage Stullen schmieren.
Weiter geht es mit dem nächsten preisgekrönten Song vom Großen Musikpreis von Gaganien 2024 in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Playlist“. Verdienter Siegertitel mit drei der besten Interpretationen ist:
GIRL FROM THE NORTH COUNTRY
Komponist: Robert Zimmermann aka Bob Dylan (Musik, Text)
Die Ur-Version des Urhebers Bob Dylan hat es nicht auf meine Lieblingsplaylist geschafft, das wird sich auch sicher nicht mehr ändern. Ich respektiere Bob Dylan als Songwriter, aber als Gesangsinterpret ist er überhaupt nicht auf meiner musikalischen Wellenlänge. Dagegen hat Rosanne Cash, die Tochter von Johnny, gleich zweimal ins Schwarze getroffen. Ihre Interpretationen des Liedes, live, einmal solo, einmal mit Band, sind mir die liebsten. „Girl From The North Country“ ist auf der legendären Liste mit hundert Songs, die Rosanne nach Meinung ihres Vaters Johnny Cash unbedingt kennen und spielen sollte. So geschehen. Sie veröffentlichte das Album „The List“ mit zwölf der ihr liebsten Lieder von der Liste ihres Vaters. Girl From The North Country ist dabei. Ich kannte den Song ganz lange überhaupt nicht, bis ich ihn in einem Konzert in Berlin in ganz anderer Interpretation hörte, was mich neugierig geworden veranlasste, auf youtube wohl sämtliche dort hochgeladenen Versionen durchzuhören. Ich erkannte das großartige Potenzial der Komposition, brauchte aber eine Weile, bis ich diese mich endlich wirklich überzeugenden Versionen von Rosanne Cash und Eddie Vedder fand. Letztere auch großes Kino.
Das bei Freunden des französischen Chansons und vor allem Romy Schneider-Fans bekannte „La Chanson d’Hélene“ hat keinen eigenen Wikipedia-Eintrag, aber der Film, aus dem es stammt: „Les Choses de la Vie„, in der deutschen Fassung „Die Dinge des Lebens“ aus dem Jahre 1970, Regie Claude Sautet, in den Hauptrollen Romy Schneider und Michel Piccoli. Cineasten kennen das filmische Meisterwirk natürlich. Der Film ist in zwei Teilen online bei dailymotion zu sehen. Dem Chanson haben wir es zu verdanken, dass wir nun auch wissen, dass Romy sehr schön singen konnte. Der große französische Komponist Philippe Sarde weilt noch unter uns und kann den Preis persönlich entgegennehmen, was für eine Sternstunde! Jean-Loup Dabadie, Romy und Michel Piccoli sehen von ganz oben zu. Jasmin Tabatabai, die sich seit einigen Jahren dem Chanson widmet, begrüße ich in der ersten Reihe und gratuliere zu ihrer behutsamen Interpretation. Gleiches gilt für Cora Frost, die das Lied in einer deutschen Fassung im Repertoire hat. Allen herzliche Gratulation!
Nachdem ich meine Lieblingsplaylist durchforstet, ausgemistet und neu geordnet habe, steht die abschließende Auswertung an! Nachdem mir ins Auge fiel, dass einige Titel mehrfach vertreten sind, ermittelte ich, welche Musikstücke mir derart ans Herz gewachsen sind. Um das zu würdigen, habe ich keine Mühen gescheut und den „Großen Musikpreis von Gaganien“ ins Leben gerufen, der 2024 erstmalig in diesem großen online Festakt hier und jetzt verliehen wird. Die große Preisverleihung beginnt mit der Kategorie “Beliebteste Komposition”. Gewürdigt werden zunächst alle Musikstücke, die mit 3 verschiedenen Aufnahmen in meiner Lieblingsplaylist vertreten sind. Ich präsentiere nun die erste von sechs preisgekrönten Kompositionen. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 für die bei mir beliebtesten Kompositionen geht an:
AUTUMN LEAVES
und die beiden Komponisten: Joseph Kosma (Musik) Johnny Mercer (Text)
In Wikipedia steht die ausführliche Entstehungsgeschichte der Komposition. Die reinste Doktorarbeit. Hier nur ein kurzer Auszug: „Autumn Leaves ist der englische Titel des von Johnny Mercer aus dem Französischen übertragenen Chansons Les Feuilles mortes, das 1945 von Joseph Kosma auf ein bestehendes Gedicht von Jacques Prévert (1900–1977) komponiert wurde. (…) Später wurde es in der englischen Version ein Nummer-eins-Hit und ein Jazzstandard. (…) Im Jahr 1949 übertrug Johnny Mercer den Text des Liedes ins Englische“ usw. usf. Es folgen schier endlose Auflistungen, wer das Lied wann aufgenommen hat und in welchen Filmen es verwendet wurde etc. pp. Ich habe nun ein wenig die Befürchtung, dass hier weitere Anwärter für meine Lieblingsplaylist lauern könnten, finge ich erst an, mir alle Interpretationen durchzuhören. Ich will es für heute bei den bewährten Spitzen-Aufnahmen von Chet Baker & Ruth Young, Eva Cassidy und Paula Cole belassen, sonst wird der Eintrag gar nicht mehr fertig. Ich gratuliere recht herzlich! Ach! Ruth Young und Paula Cole sind persönlich erschienen, um den Preis entgegenzunehmen, das ist schön! Bitte Applaus für die Damen! Die leider aus wichtigem Grund nicht an dieser schönen Preisverleihung teilnehmenden beiden Komponisten Joseph Kosma und Johnny Mercer, ebenso Fr. Eva Cassidy und Hr. Chet Baker, erhalten den Preis per Kurier an ihren finalen Aufenthaltsort.
Wieder Herbst am Gipsdreieck, vorhin schnell eingefangen, bevor es dunkelte. Dabei meine dreizehn Nachrücker auf der Lieblingsplaylist durchgehört. Es sind bis auf drei neu dazugekommene Titel, überwiegend ältere Songs, die schon mal darauf waren und eine Weile pausieren durften. Willkommen zurück! Schon einmal dabei gewesen und nun zurückgekehrt sind:
Dalaras – Mi Milas Dean Martin – Sway Ilse de Lange – Für Dich Jenny Kittmann & Karl Neukauf – Sag es leise Julio Iglesias – Un Canto A Galicia Neil Young – Comes A Time Neil Young – Lotta Love Oleta Adams – Get Here Sophia Loren & Tonis Maroudas – Ti ne afto pou to lene agapi Thin Lizzy – Dancing in the Moonlight
Neu hingegen, da zum ersten mal mit dabei, sind diese drei Lieder: Marvin Hamlisch – The Way We Were (Orchesterfassung) Udo Jürgens – Als ich fortging (neu, post mortem veröffentlicht) Zach Bryan – I remember everything (jüngst von mir entdeckt).
Das Udo Jürgens-Lied ist wohlgemerkt eine völlig andere Komposition, als der alte DDR-Hit von Karussell. Udo hat zufällig denselben Titel gewählt, seine Kinder Jenny und John haben es im Nachlass seiner unveröffentlichten Demos entdeckt und den versierten Produzenten Curt Cress gewinnen können. Es klingt von vorne bis hinten wie eine große Udo Jürgens-Ballade. Anrührend. Nicht so ganz überzeugt mich hingegen das eigens dafür gedrehte Video in elegantem Schwarzweiß vor Wiener Kulisse. Visuell sehr ansprechend und ästhetisch, wie eine Werbung für Burberry Trenchcoats. Mich stört der betont melancholisch guckende männliche Darsteller. Das ist mir zu plakativ. Besser hätte ich es gefunden, wenn man gar keinen Kopf von ihm gesehen hätte. Meinethalben gerne einen durchs schöne Wien flanierenden Mann ohne Gesicht, so dass man eher an Udo hätte denken können. Damit noch etwas im Unwägbaren bleibt. So ist es mir eindeutig zu dick aufgetragen, schwülstig, parfümiert. Das hat dieses Chanson überhaupt nicht nötig. Ich muss dazu kein zerknautschtes Männergesicht sehen, das mit vielsagendem Dackelblick pathetisch in die Ferne guckt. Aber musikalisch wie das Best of seiner schönsten Balladen. Ein letzter Abschiedsgruß von Udo.
Hier kommt wieder einmal ein historisches, privates Briefdokument aus dem Nachlass meiner Mama. Ich vermute, es ist einer der ersten Briefe, den Karin 1963 aus Ostberlin erhalten hat. Die Schreiberin war eine Cousine meines Vaters, die sie damals noch nicht persönlich kannte, da es nach dem Mauerbau für die Berliner Angehörigen keine Möglichkeit gab zur Hochzeit nach Westdeutschland zu reisen und die Braut, also meine Mutter, persönlich kennenzulernen. Die Zeilen richten sich daher (noch) nicht direkt an Karin, sondern an die ganze Familie, also meinen Vater und seine Eltern. 1963 war ich noch nicht auf der Welt, aber Mama gerade schwanger mit meinem Bruder. Erst als Anne, die den Brief schrieb, im Pensionsalter war, durfte sie regelmäßig Familienangehörige im Westen besuchen. So ein Visum hatten viele. So hat sich durch die Besuche ein tiefes Vertrauensverhältnis entwickelt, man könnte sagen, Karin und Ihre quasi-Schwieger-Cousine oder wie man das nennen könnte, haben eine richtige Freundschaft entwickelt und sich viel Familiäres mitgeteilt. Die Ostberliner Familie war auch Adressat unserer Westpakete nach Ostberlin. Zu dieser Familie gehörte auch Wolfgang, der damalige Schlagzeuger von Manfred Krugs Combo. Etwas mehr noch zur Korrespondenz zwischen den Familien habe ich gerade in einer Kommentarantwort an Saskia geschrieben, wo es um die von uns beiden sehr geschätzte Musik von Manfred Krug ging, der rekordverdächtig mit sieben Liedern auf meiner Lieblingsplaylist ist.
»Saskia: „Danke für den Abend“ mein absolutes Lieblingslied von Manfred Krug (…) Und dein Onkel hat in der Band gespielt? 🙌
Gaga: Wolfgang „Zicke“ Schneider, der auf allen Platten von Manfred Krug, auch seiner allerletzten, kurz vor seinem Tod aufgenommenen, Schlagzeug gespielt hat, auch Jahre mit ihm tourte, und der heute noch in der Combo vom legendären DDR-Bandleader Günther Fischer spielt, hat in den Siebzigern Annelore geheiratet, die Tochter meiner Ostberliner Tante Anne, die eine Cousine meines Vaters war. Es gab immer innigen Briefwechsel zwischen dem Ostberliner Familienzweig und meinen Eltern. Erst gestern hatte ich drei Briefe aus dem Nachlass meiner Mama in der Hand. Einen von 1963, nach Mauerbau, einen von 1988, vor Mauerfall und einen von Januar 1990, kurz nach Mauerfall. Bewegend. Den von 1963 poste ich mal. Da kommt Wolfgang noch nicht drin vor, nur seine künftige Angetraute, die damals 17-jährige Annelore. Ich hab sie mal kurz vor Mauerfall in Ostberlin besucht, das war sehr nett. Im Bad stand französisches Parfum, das hatte Wolfgang mitgebracht, wenn er im Westen auf Tour war, bei Jazzfestivals, er gehörte zum sog. „Reisekader“.
Für mich war er von Kind an ein vertrauter ferner Onkel, weil so oft von ihm und seinen Aktivitäten mit „Manne“ in der Familie die Rede war (z. B. auch Triviales aber doch Bemerkenswertes wie, dass „Manne“ neuerdings eine Sauna in seinem Haus hatte, die die Band dann auch mal ausprobierte). Dass er anfing im Metropol-Theater zu spielen und auch als es dann nach vielen Jahren, wegen der „Abwicklung“ vorbei war. In den Briefen ist ein sehr vertrauter Ton und auch tw. so familieninterne Details bzw. in den späteren Briefen, als die Zensur vorbei war, so unverblümte Aussagen, dass ich mich gar nicht trauen würde, sie in Gänze zu veröffentlichen 🙂 Die Tante, die so viele Briefe geschrieben hat, Wolfgangs Schwiegermutter ist 2016 in derselben Woche wie Manfred Krug gestorben, hochbetagt. Ich glaube, in meinem Elternhaus finden sich Hunderte Briefe über fünfzig Jahre hinweg von ihr, in der sie en detail mitteilte, was in der Berliner Familie gerade Wichtiges passierte. Hier ist ein schönes Interview mit Wolfgang in der TAZ.«
Bryan Ferry – I’m In The Mood For Love Nat King Cole – Perfidia Rosanne Cash – Girl From The North Country (live, Band) Manfred Krug – Danke für den Abend Chet Baker – I’ve Never Been In Love Before Manfred Krug – Wenn’s draußen grün wird Shawn Mendes & Camila Cabello – Señorita Julia Neigel – Tief in meiner Seele Eagles – One Of These Nights
Ich würde schon sagen, das ist eine harte Tür, da reinzukommen. Hut ab vor allen Musik-Künstlern, die es über Jahre, ja Jahrzehnte geschafft haben, ihren Platz zu behaupten. Ich werde noch eine abschließende Auswertung machen, welche Künstler am häufigsten vertreten sind. An denen kann man sich dann ganz praktisch ein gutes Beispiel nehmen, um auch mal auf die Liste in meinem Wohnzimmer zu gelangen. Manch einer hat es schon für kürzere Zeit geschafft, aber war dann doch eine – nun ja – nicht gerade Eintagsfliege – aber halt nicht für die Ewigkeit. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass jemand rausgeflogen ist und dann ein paar Jahre später wieder im Recall war. Das ist eine hochemotionale Angelegenheit mit dieser Playlist. Jetzt habe ich zum Beispiel identifiziert, dass ich derzeit keine übermäßig melancholischen Werke darauf haben möchte, die irgendeine Form von Trauer präsentieren. Elegisch ist passabel, aber nicht abhanden gekommene Hoffnungen dunkelgrau manifestierend.
Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil Sieben. Weiter gehts mit dem Besten aus meiner heimischen Musik-Box. Beim Mitzählen komme ich auf 245 von 256 Titel, die ich bisher hier gepostet habe. Werde als Nächstes versuchen, die noch ausstehenden elf Titel gezielt zu identifizieren. Bislang nur zwei Stücke auf der Löschen-Liste. Eventuell gibt es eine Doppelung irgendwo… ob ich unbedingt die zwei Live-Versionen von „Wild Horses“ von Bernard Fowler und Tim Ries der Mitschnitte vom ZigZag-Club in Berlin da drauf haben muss, zweifle ich gerade leicht an. In der folgenden Litanei möchte ich besonders empfehlend auf zwei Lieder des von uns allen geliebten Rio hinweisen, nämlich „Frühlingssturm“ und „Herbst„. Rio Reiser singt und begleitet sich daheim am Klavier, ganz zarte Stücke die beiden, ganz arg geliebt von mir.
Burt Bacharach; Dusty Springfield – The Look Of Love Doris Day – Close Your Eyes Franz Schubert – Trio No. 2, Opus 100, Andante con moto Alicia Keys – Empire State Of Mind Adikara Fardy – Quando Quando Quando Michael Patrick Kelly – Memories Sophie Milman – I Can’t Make You Love Me Rio Reiser – Frühlingssturm Herbert Grönemeyer – Mensch Aretha Franklin – One Step Ahead Brad Paisley & Carrie Underwood – Remind me The Common Linnets – Calm After The Storm Caterina Valente – Sempre Sempre Sempre Nancy Wilson – Wish You Love Chet Baker – The Touch Of Your Lips Manfred Krug – Früh war der Tag erwacht Etta James – I’d Rather Go Blind Gordon Lightfood – If You Could Read My Mind Benjamin Biolay – Dernier souper au château Rio Reiser – Herbst Romy Schneider & Michel Piccoli – Chanson d’Hélene John Cale – Amsterdam Sarah Vaughan – The Time For Love Barbra Streisand – What Are You Doing The Rest Of Your Life (Demo) Nat King Cole – Te quiero dijiste Elton John – Love Song Matt Monroe – The Music Played (engl. „Was ich Dir sagen will“) Benjamin Biolay – La garconnière Unknown – Ambient Elvis Presley – I Need Somebody To Lean On Christina Kateris – Tennessee Whiskey Harry Belafonte – Try To Remember (live) Henry Mancini – Moon River Ella Fitzgerald & Joe Pass – A Foggy Day Esther & Abi Ofarim – Morning Of My Life Rue Royale – Set Out To Discover (live) Herbert Grönemeyer – Fang mich an Leonard Cohen – A Thousand Kisses Deep Barbra Streisand – Lover Man Charles Aznavour – La Mamma Lou Reed – Perfect Day Doris Day – Again John Denver – Annie’s Song Frank Sinatra – Moon River Brigitte Bardot & Sacha Distel – Le soleil de ma vie Ella Fitzgerald – These Foolish Things Julie London – Cry Me A River Leonard Cohen – Here It Is Manfred Krug – Du sagtest leider nur Gut Nacht Leonard Cohen – Dance Me To The End Of Love Fleetwood Mac – Planets Of The Universe (Demo) Eddie Vedder – Girl From The North Country Adamo – Oui la mer a bercé tant d’amours Robert Palmer – Johnny And Mary Bellini; Maria Callas – Ah, non credea miriarti (La Somnambula) Dominic Miller – Do You Want Me Chet Baker & Ruth Young – Autumn Leaves Frank Sinatra – Summerwind Frank Sinatra – It Was A Very Good Year Bernard Fowler, Tim Ries – Wild Horses (live, 1. Set ZigZag Club) Fleetwood Mac – Dreams F. Schubert, Rellstab; Philippe Sly & Adam Cicchillitti – Ständchen Brigitte Bardot – La Madrague Cora Frost – Chanson d’Hélene (live, dt. „Als Du fortgingst v. mir“) Cäthe – Hallelujah (live, nicht der Cohen-Song) Nat King Cole – Quizas Quizas Quizas Henry Wright – Abat-Jour Blake Shelton & Gwen Stefani – Nobody but you (Studio)
Nach ausgiebigem Studium der in lachsfarbenes Leinen gebundenen Menükarte entschied ich mich für die französische Maishähnchenbrust vom Grill mit Grüner-Pfeffer-Sauce und Tagesbeilage, in diesem Fall einem Gemüsepotpourri mit Kartoffeln. Kaum zu glauben, ich musste das Bestellte nicht nachwürzen, es war hervorragend gewürzt, Röstaromen à la bonheur, und hatte zudem eine unerwartete, gewisse, aber nicht übertriebene Schärfe, die ich immer mag. Zu diesem herzhaften Gericht trank ich ein gut eingeschenktes Veltins vom Fass. Meine Tischnachbarn Lydia und Bernward entschieden sich für verschiedene Pasta-Gerichte. Lydia bestellte ebenfalls ein Veltins.
Bernward wählte einen kräftigen Rotwein, Nero d`Avola BIO aus Sizilien. Nachdem ich das zufriedenstellende Gericht verzehrt und Vertrauen in die Küche gefasst hatte, ließ ich mir die Dessertkarte reichen, ebenfalls in lachsfarbenes Leinen gebunden. Ich schwankte zwischen drei Nachtischvarianten, einigte mich dann mit mir auf das Mandel-Krokant-Parfait mit Schokoladensoße und als Begleitung einen erfrischenden Schaumwein. Das Bestellte kam kunstvoll auf einer rechteckigen Porzellanplatte angerichtet, wo es nicht lange verweilte. Fast hätte ich ein Foto gemacht. Das schien mir dann aber deutlich nicht zur Eleganz der gesamten Dramaturgie zu passen. Es sah einfach wirklich sehr schön aus.
Der vorzügliche Schaumwein sollte nicht der letzte bleiben. Nora wählte eines der Desserts, das auch ich in die engere Auswahl gefasst hatte, eine Trilogie mit sehr attraktiv klingenden Köstlichkeiten. Obwohl wir nicht alle gemeinsam an einem Tisch sitzen konnten, gab es immer wieder Austausch mit Nora, die ihren Platz an der langen Tafel neben unserem Tisch hatte. Sie gesellte sich zwischendurch immer mal wieder zu uns und schenkte uns ihre Zeit und Aufmerksamkeit. In jeder Hinsicht ein feiner Abend.
Wir verständigten uns in der Galerie darauf, dass es nun zu einem italienischen Lokal ganz in der Nähe ginge. Nora hatte die Info, dass im „La Gondola Due“ reserviert war. Italienisch. Daraus generierte Noras Kopf „Pizzeria“. Ich freute mich, dass nun noch ein gemütliches Beisammensein mit Speis und Trank winkte, egal ob unaufgeregte Pizzeria oder gehobene Lokalität. Wir folgten der kleinen ortskundigen Gruppe, die voran spazierte und nach wenigen Minuten Halt vor dem Lokal machte, das mich beim Hinweg geradezu magnetisch gelockt hatte. Schon beim Entrée war klar, dass wir hier nicht in einer rustikalen Pizzeria gelandet waren, sondern in der gehobenen Kategorie eines Restaurants mit italienischer Küche und Ausrichtung „Fine Dining“. Ich hatte den Eindruck, dass sich angesichts des kuscheligen Ambientes niemand unwohl fühlte. Im hintersten Bereich waren mehrere nebeneinander stehende Tische reserviert. Mit Wohlwollen nahm ich die gedrechselten Pfeffermühlen auf den exquisit mit weißer Tischwäsche eingedeckten Tischen zur Kenntnis. Die rot-samtenen weichen Polstersessel, die schmeichelnde Beleuchtung. Den zuvorkommenden Service. Nora amüsierte sich wie ein Kind, wir uns mit. Muss so schön sein, wenn die eigene Ausstellungseröffnung überraschend mit dem Besuch in einem derart schönen, komfortablen Lokal gekrönt wird. Das elegante Restaurant mit Liebe zum Detail findet sich am Mexikoplatz vier.
Das sind zwei Arbeiten von Claudia Marx, die mir sehr gut gefielen. Die Hängung der Papier-Collagen ist korrespondierend mit den bemalten Leinwänden der virtuosen Nora Sturm. Aber davon kann sich jeder selbst bis zum 16. November 2024 in der Galerie Kairos ein Bild machen. Sie ist in einer der Nebenstraßen um den Mexikoplatz, in der Karl-Hofer-Str. 39 in Berlin Zehlendorf.
Gestern folgte ich einer Einladung, die mich zum Mexikoplatz führte. Der ist in Zehlendorf, in der Nähe meiner ersten Unterkunft in Berlin. Am zweiten April Neunzehnhundertsechsundachtzig fand ich einen ersten Unterschlupf bei einer befreundeten Kunststudentin in der Argentinischen Allee, die vorher wie ich in Nürnberg gewohnt hatte und deren Familie aus Berlin stammte. Sie hieß Jacqueline. Der S-Bahnhof am Mexikoplatz, wo ich gestern ausgestiegen bin, hieß damals „Lindenthaler Allee“. In Wikipedia lese ich überrascht, dass der bildschöne Jugendstil-S-Bahnhof, vielleicht der schönste in Berlin, im Laufe der Geschichte noch weitere Namen hatte: „(…) am 1. November 1904 unter dem Namen Zehlendorf-Beerenstraße eröffnet. Sieben Jahre später, am 15. Dezember 1911, folgte die erste Umbenennung in Zehlendorf-West. (…) Ende der 1950er Jahre erfolgte die zweite Umbenennung. Ab dem 28. September 1958 hieß der Bahnhof Lindenthaler Allee. (…) am 7. März 1987, erfolgte die dritte, noch heute gültige Umbenennung in S-Bahnhof Mexikoplatz.“ Lange war ich nicht mehr dort, so freute ich mich, eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung in dieser lauschigen Ecke von Berlin zu haben. Es sieht dort ein bißchen aus wie eine Theaterkulisse in einem Boulevard-Stück von einem Platz der Jahrhundertwende.
Der vorletzten Jahrhundertwende, wohlgemerkt. Als ich aus dem Bahnhofsgebäude kam, war es längst dunkel, das lockende warme Licht von den Fenstern eines großen italienischen Restaurants schien heimelig in die milde Nacht, ich hatte sofort Lust, hineinzugehen, aber ich wurde ja in der Galerie erwartet. Auf den (wieder einmal) letzten Drücker war ich losgegangen. Wobei ich es aber schon auch gerne so halte, eher gegen Ende bei einer Eröffnung einzutrudeln, die Bilder sind schnell betrachet, dann kann gerne der gemütliche Teil in einem Lokal kommen. Die Galerie heißt „Kairos“ und wird vom „Kunstverein Schlachtensee“ betrieben. Es gab Malerei von Nora Sturm, einer Freundin von Lydia und mir, und Collagen von Claudia Marx zu sehen. In der Einladung wurde auch Musik angekündigt: „Till Batzdorf, Gitarre, Gesang“. Das habe ich etwas spät gelesen, sonst hätte ich vielleicht doch nicht so herumgetrödelt und daheim noch in Ruhe den sechsten Eintrag über meine Lieblingsplaylist gebloggt. Als ich kurz nach Neun kam, war Lydia schon ein Weilchen da, auch Bernward Reul und noch weitere Gäste. Ich sagte zu allen Hallo.
Natürlich auch zu Nora. Dann kam ich ganz kurz mit dem Musiker Till ins Gespräch, ich wusste gar nicht, dass er es ist, aber er sah am ehesten aus wie ein Musiker. Das habe ich im Gefühl, die Gitarre hatte er schon weggepackt, blöd, hätte ich gerne gehört.
Ein sehr sympathischer junger Mann mit einem offenen Blick. Nicht auf den Fotos hier, denn das ist der Fotograf Bernward Reul. Es war nun auch bei den anderen deutliche Aufbruchstimmung und es wurde verabredet sowie mitgeteilt, in welches Lokal es jetzt ginge.
Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil VI. Das Foto mit dem alten Tonbandgerät habe ich auch im Deutschen Historischen Museum Unter den Linden gemacht. Mein Vater hatte genau so eines. Bestimmt steht es noch in seinem Musikkeller im Elternhaus. Er war die Generation Tonband und hat es auch noch benutzt, als es schon Kassettenrekorder gab. Mein Bruder und ich waren Generation Kassettenrekorder. Wenn ich das Tonbandgerät so betrachte, ist es auf jeden Fall hübscher und hochwertiger gebaut, als jeder Kassettenrekorder, den wir je hatten. Gar kein Vergleich. Wie schön waren alle Unterhaltungsgeräte der Fünfziger Jahre. Elegante Gehäuse, oft aus edlem Holz, weiche, Silhouetten. Da werde ich etwas nostalgisch, obwohl ich sonst ganz bestimmt kein nostalgisch veranlagter Typ à la „früher war doch alles besser“ bin.
Nick Cave – Jesus of the Moon Magnetic Fields – No one will ever love you Yusuf (Cat Stevens) – Heaven Patti Smith – Dream of LIfe Lou Reed – Coney Island Baby Nat King Cole – I Love You for Sentimental Reasons Gustavo Santolalla – Breathing Soul Neil Young – Tell Me Why Sophie Milman – Where do you start? MWNN feat. Duke Meyer – Ich fühl mich gut Eagles – New Kid in Town Dooley Wilson – As Time Goes By (Casablanca) Brigitte Bardot – Und histoire de plage Bee Gees – How Deep is Your Love? Ethelbert Nevin; Artem Belogurov – Water Scenes Op.13, II.Ophelia Burt Bacharach; Herp Albert – This Guy’s in Love With You The Doors – Riders On The Storm Hildegard Knef – Nichts haut mich um, aber Du Al Green – How can you mend a broken heart? Katey Brooks – I Fought Lovers Astrud Gilberto & Stan Getz – The Girl From Ipanema Ronan Keating – Life is A Rollercoaster (live) Cassandra Wilson – Harvest Moon (N. Young) Cassandra Wilson – Until
Oh. Das Fenster von außen in der Abendsonne. Es ist nicht gelb. Und der Boden. Ganz weiches Blech. Aluminium? Ich könnte eine Beule hineinmachen. Nein. Nur schnell ein paar Bilder mitnehmen.
Nur Handwerker haben diesen Bereich bisher betreten. Und ich. Aber bitte nicht verraten. Es war ja nur noch heute. Dann nicht mehr. Außer vielleicht mal, wenn der Himmel wieder tiefblau ist.
Heute bin ich aus dem Fenster im siebten Stock gekrabbelt. Das hatte ich schon eine Weile vor, seit ich einmal draußen war, weil ich neugierig zwei Handwerker besuchte, die eine Fensterscheibe austauschten. Vorher sind immer wieder andere Handwerker durch das Fenster aufs Dach, sie haben Solar-Paneele installiert. Also musste es ja auch mir möglich sein, da mal rauszugehen und zu gucken! Und heute hatte ich auch den Fotoapparat dabei, ideal! Habe auf dem Dach mehr Fotos gemacht. Der Boden war leicht nachgiebig, eine Haut aus Aluminium. Daher nicht so gut als Dachterrasse geeignet. Bin bestimmt schwerer als ein Solarpanel.