Der Weg in die Unterwelt von Gaganien. Was mir in den vielen Stunden in der Galerie auch sehr auffiel, ist ein ganz großer Unterschied zu anderen Galerien. Es gibt einige Unterschiede, angefangen bei der freigelegten archaischen Bausubstanz, über das subtile Lichtkonzept, die hauseigene Kellerbar. Man könnte endlos fortsetzen. Aber ein ganz, ganz auffälliger Unterschied ist, dass die Besucher sofort nach dem Reinkommen den Reflex haben, ihre Jacke, ihren Mantel auszuziehen. Ja, es ist kuschelig warm, aber auch andere Galerien sind ausreichend geheizt. Bei Sevenstar jedoch gibt es offenbar das Empfinden, in ein Wohnzimmer zu kommen, wo man gerne länger verweilen möchte. Amüsiert mich jedes Mal. Kann mich nicht erinnern, wann ich selbst je in irgendeiner anderen Galerie beim Ausstellungsbesuch meine Jacke oder meinen Mantel ausgezogen hätte. Ein Unikum.
Ein aufregender Tag… Abend… An alle, die insbesondere Saskias Auftritt entgegenfieberten: sie fiebert mit. Aber leider im Wortsinne… Es gibt aber noch immer einige andere hoffentlich gesunde Acts, auf die ich mich freue… Und vor allem die Herren im dunklen Anzug :-) Erstaunlich, dass eine Dresscode-Ansage so viel Aufruhr auszulösen vermag. Ich werde mich auch beugen, habe vorhin sogar noch ein Teil deswegen mit dem Bügeleisen bearbeitet, was nicht zu meinen Steckenpferden gehört. Also Bügeln. Macht euch schick, ich freu mich. Das gibt ein tolles Bild. 🤩
Dann wird es Nacht in Gaganien und die sieben Sterne erstrahlen violett über den Schaufenstern. Heute Nachmittag war die neue Barfrau für Freitag da. Habe ein gutes Gefühl. Wir spielten Bewerbungsverfahren – „spielten“, weil ich da schon längst wusste, dass ich sie haben will, und sie wusste es auch. Sie sollte mir vorführen, wie sie eine Crémant-Flasche öffnet. Der zweite Teil mit dem satten, ruhigen Plopp war vollendet. Den Korken lockern kriegt sie noch schneller hin, habe ihr gezeigt wie. Wir haben uns total verquatscht. Aus Datenschutzgründen nenne ich keine Namen und Hintergründe, aber ich könnte sie ohne Vorbehalte adoptieren. Hat aber schon Eltern, zum Glück. Später kam Jan, unangekündigt, aber immer willkommen. Haben uns länger unterhalten, wie alles so läuft. Ich habe früher nie auf die regulären Öffnungszeiten von Galerien geachtet, war eh immer nur bei den abendlichen Vernissagen oder Finissagen, also überwiegend. Jan ließ mir eine Karte von einer Galerie da, die gerade eine Eröffnung hatte und auf der Karte die diversen special Events wie Kuratorenführungen avisiert. Und die regulären Öffnungszeiten, nämlich Do. bis Sa. 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung. Klingt realistisch. Ich würde den Sonntag dazunehmen. Jan machte ein paar Fotos von mir in den drei oberen Ausstellungsräumen. Bin noch da, bereite was vor in der Kellerbar. Die Blumen von der Eröffnung auseinandersortiert, neu arrangiert. Ein paar haben überlebt, schon fast zwei Wochen her. Jetzt entsorge ich noch die welken Blumen. Das wilde Blumenmonstrum von Thorsten, dem Galeristen, sieht auch trocken apart aus, habe es nicht zum Müll getan, im Gegenteil. An ein schweres Eisenteil geknebelt, steht jetzt frei auf dem Boden. Wird er gucken. Er kam später als die meisten zur Eröffnung, nachdem wir den ganzen Nachmittag noch herumgefrickelt hatten, brauchte er eine Pause. Dann kam er mit wehendem Mantel, mit diesem Wunder, das ich außerstande bin, botanisch zu benennen, die Treppe runter, überreichte es grinsend mit den Worten: „Ich musste nach Peru, die Blume für Dich holen!“
Eine ganz zauberhafte Kolumne von Mitteschnitte Saskia über ihre mehrfachen Besuche in „Gagania“, meiner Ausstellung bei Sevenstar. Auch einige Andere (Bernward, Doro, Lüül, Mequito) haben über ihre Eindrücke geschrieben, das werde ich bald alles noch haarklein und hingebungsvoll extra würdigen. Versprochen!
@ ALLE: meine Barfrau für Freitag fällt wegen Krankheit aus, kennt wer wen, vertrauenswürdig, geschickt, flink mit Gastro-Erfahrung, gerne Studenten, gibt 15 Euro pro Stunde, 24. Januar von 19 – 24 Uhr, Sevenstar. Job: bei Gagas Wunschkonzert hinterm Tresen stehen, Getränke ausschenken, abkassieren. Tolle Atmosphäre.
Ich gehöre jetzt zum Inventar von Sevenstar! Permanente Exposition von Gaga Nielsen im Lindgrünen Salon! Meine schönsten Momente der vergangenen Tage in der Gallery: Besucherinnen, Flaneure, gelockt vom Schaufenster, staunen Bauklötze, als sie es von innen sehen. Ich jauchze innerlich. Meine ganzen Tiere, die auf Leinwänden zu mir gekommen sind, werden angestaunt. Und ganz großes Highlight: little Charlie, dreijähriges Sweetie von Saskia kommt mit Mama vorbei und malt im Blauen Salon einen wundervollen Schmetterling, einen Marienkäfer, eine Sonne und zwei Herzen an die Gallery-Wand. Ich hab sie dazu aufgefordert, im Sinne der totalen Freiheit der Kunst (nur minimal kuratiert bei der Farbauswahl), die auch Thorsten, der wundervollste aller Galeristen propagiert. Sein Standardsatz zu mir: Du kannst machen, was Du willst! Und so hat little Charlie nun ihre erste Dauerausstellung bei Sevenstar. Ich leider nicht. Außer beim vergoldeten Tempel-Bodengitter. Nun ganz fertig und signiert.
So, die Damen und Herren. Heute ist Montag. Noch viermal schlafen bis zu Gagas Wunschkonzert. Einige haben von mir persönliche Einladungskarten bekommen. Auf diesen steht auch dieses Special Event am Freitag. Was aber leider nicht auf der Karte steht, ist der Dresscode, der dem Facebook-Event zu entnehmen ist, der da lautet: „Black Tie“. Im saloppen Berliner Nacht- und Konzertleben ist es ja leider eine Seltenheit, dass man diesen schönen Dresscode live zu Gesicht bekommt. Eigentlich nur an Silvester in der Paris Bar. Das möchte ich gerne auf diesen Abend in der schönsten Galerie von Mitte erweitern. Der Eintritt ist weiterhin frei. Wer also bis jetzt noch nicht präsent hatte, dass ich gerne (Blick zu den Herren der Schöpfung) schwarze Anzüge, weiße gebügelte Herrenhemden und schwarze geputzte Schuhe, gerne auch einen schwarzen Binder oder gar eine Fliege beim Einlass sehen möchte, kann jetzt mal im Kleiderschrank nachsehen, ob da was Entsprechendes vorhanden ist. Der Dresscode erlaubt in geschlossenen Räumen auch keine Kopfsocken, Strickmützen, Base Caps, Basken-, Schieber-, Jockey- oder Pelzmützen. Gerne könnt Ihr warm eingepackt ankommen, aber die Funktionsklamotten und Hoodies und Strickwaren und Turnschuhe können leider nicht während des Konzertes anbehalten werden. Ist auch nicht nötig, da bestens geheizt ist. Das weibliche Geschlecht macht sich ja sowieso meist zurecht. Hier der Hinweis: auch Damen in schulterfreien Abendroben werden nicht frieren. Versprochen! Für die organisatorische Vorbereitung wäre es hilfreich, wenn Ihr verbindlich im fb-Event angebt, ob Ihr dabei sein werdet, hier geht’s lang: GAGAs WUNSCHKONZERT.
P.S. und wer von den Herren GANZ unsicher ist, stellt sich einfach die Frage: „Was würde Bryan Ferry anziehen?“ 😁
Flanieren in Mitte. Elegante Passanten. Blick von der anderen Straßenseite auf die Galerie bei Sonnenschein. Die Galerieräume wirken unbeleuchtet, dass sie es nicht sind, tritt erst zutage, wenn die geradezu alpin gleißende Sonne weiterzieht. Heute sieben charmante Besucherinnen und Besucher bei Sevenstar. Aufnahmen von heute 14:24 Uhr. Morgen und voraussichtlich auch Dienstag öffne ich erst abends ab 18 Uhr. Werktag-Nachmittage sind nicht bevorzugt für Galeriebesuche, sofern nicht verabredet.
Die Sonne ist heute Nachmittag die Königin. Sie überstrahlt alles. Ihr Licht ist so gewaltig, dass die Galerieräume durch das Schaufenster wie in Halbdunkel getaucht wirken, obwohl alle Scheinwerfer an sind. Bitte sehr, Ihr Auftritt. Wenn sie später sinkt, erstrahlt Gaganien in vollem Glanz. Das ist wörtlich zu nehmen.
Mein Schreibtisch im lindgrünen Salon bei Sevenstar. Links oben „Libellenkönigin II.“, darunter „Libellenkönigin III. Kommt gerne vorbei. Foto vom Salon: Bernward Reul, Einzelaufnahmen von mir.
Gucke nen alten James Bond Film auf Vox. Mit Roger Moore, Barbara Bach und Curd Jürgens! Und Carly Simon singt den Titelsong. Noch nie gesehen. Ach doch! Den hab ich doch evt. sogar damals im Kino gesehen: „Der Spion, der mich liebte“. Erwarte déjà vus. 1977/1978 in die Kinos gekommen. war ich zwölf/dreizehn. Erinnere mich deutlich, dass ich Roger Moore schon damals unsexy fand. War mir fast peinlich, weil so viele von ihm schwärmten. Kann ich heute noch verstehen, dass er mich erotisch komplett nicht erreicht. Nicht mein Fall. Zu brav. Aber hey: Curd Jürgens. Das ist schon eine andere Nummer. Curd ist toll. Fand ich auch damals schon, obwohl er schon ein weißhaariger Mann war. Dieser leicht diabolische Blick.
Keine Ermahnung, nichts zu berühren. Niemand tatscht grobmotorisch auf ausgestellte Sachen. Nur zart streichelnd. Das finde ich schön. Zum Beispiel die temperamentvolle Aida, die ich vorher nicht kannte, hat unterstrichen von eindringlichen Gesten vermittelt, was sie wahrnimmt. Das war so viel, für mich das reinste Geschenk. Sie war so ziemlich das genaue Gegenteil von diesem einen mir unangenehmen Besucher, den ich dann zu später Stunde bat, zu gehen. In dem Ausmaß, wie Aida zu allem etwas einfiel und alles war hochinteressant und sehr scharfsinnig, hatte er zu nichts eine Meinung, ja konnte nur knapp und unwillig beantworten, was ihn überhaupt hierher geführt hatte (eine Einladung über einen Verteiler). Aber ich will mich nicht mit diesem seltsamen Zeitgenossen aufhalten. Lieber erfreue ich mich daran, dass sich die meisten mit den Sachen auseinandergesetzt haben. Was bei einer feuchtfröhlichen Ausstellungseröffnung nicht ganz selbstverständlich ist. Mir drängt sich immer ein wenig der Vergleich mit einer Hochzeit auf. Es ist schon schön, wenn das Brautpaar nicht ignoriert wird. Das Paar besteht in dem Fall – wenn man mir den Vergleich gestattet – aus mir und der Kunst. Ich heirate die Kunst. Und natürlich Sevenstar. Wie es schon auf dem Gästebuch in Goldlettern gedruckt ist. Wie ich zu diesem besonders schönen Gästebuch kam, habe ich gerne jedem erzählt. Ich suchte online nach personalisierbaren Gästebüchern. Wo man also die Beschriftung des Einbands individuell anpassen kann. Da gibt es einige sehr einfache Modelle, aber auch ein paar besonders schöne. Mich interessierte Letzteres. Das waren ausschließlich Gästebücher, die für Hochzeiten gestaltet wurden. Meines hat einen Elfenbeinton und goldgeprägte Schreibschrift. Die Eingabemaske ist so aufgebaut, dass man in die ersten beiden Felder die Namen des Paars eingibt und dann ist eine dritte Zeile für das Hochzeitsdatum vorgesehen. Ich habe das etwas angepasst. Bei meinem Buch steht als Brautpaar: „Gaga Nielsen + Sevenstar“ und als Hochzeitsdatum: „Welcome to Gagania“. Gut, dass man da nicht nur Zahlen eintragen konnte! Es sieht sehr schön aus, und ich werde es bald zeigen. Es müssen aber noch mehr Einträge hinein, da ist noch Platz. Was schon drinsteht, ist zauberhaft. Und auf der Rückseite ist ein kleines goldenes Herz.
Wie lange haben denn Kinder heutzutage Schule? Gerade, 14.41 Uhr, laufen drei ca. zehnjährige Kids mit Schulranzen an der Galerietür vorbei, als kämen sie von der Schule. Oder wurde noch ein Stündchen r̷u̷̶̷̶̷m̷̶̷̶̷g̷̶̷̶̷e̷̶̷̶̷t̷̶̷̶̷r̷̶̷̶̷ö̷̶̷̶̷d̷̶̷̶̷e̷̶̷̶̷l̷̶̷̶̷t herumgestromert und gespielt, bevor es heimgeht?
Das war so nicht geplant. But… „Life is what happens to you, while you’re busy (…)“ etc. pp. Gestern wäre ich eigentlich gar nicht regulär in der Galerie gewesen, aber es ergab sich dann doch. Ich arbeitete ein bißchen am Bodengitter, bei dem ich noch einzelne Segmente mit Blattgold überarbeite, bis sich ein kathedrales Kreuz abzeichnet. Saskia kam vorbei, um ein Foto für ihre Kolumne, die jeden Mittwoch auf Mitteschnitte erscheint, zu schießen. Mit ihrem Smartphone, experimentelle Selfies, die den jeweiligen Beitrag illustrieren. Da ich ohnehin da war, bot ich Unterstützung an, falls es irgendeine Lampe zu halten gäbe o. ä. Keineswegs umfasste das Angebot, dass ich sie fotografiere. Meine Kamera war zwar zufällig in der Galerie, aber der Akku war leer und ich war ja auch anderweitig beschäftigt. Aber Saskia schaffte es mit ihrer ganzen Verführungskunst, mich dazu zu bringen, mit ihrem Smartphone einige Bilder von ihr auszulösen, wobei sie mir erst erklären musste, wo man da drauf tippt. „Guck, der weiße Kreis, da einfach drauf!“. Aha. Beim ersten mal klebte mein Finger wohl zu lange auf dem Auslöser – ich hatte auch noch klebrige Anlegemilch vom Blattvergolden am Zeigefinger – ich machte ein Video, statt ein Foto. Auch für Saskia interessant, dass beharrliches Draufdrücken auf diesen weißen Kreis eine Videoaufnahme auslöst. Letztlich landeten wir in der Kellerbar von Sevenstar Gagania, wo sich Saskia die tollsten Fummel anzog und ich drückte mutig, bzw. tippte kurz auf diesen weißen Kreis. Unter anderem entstand dabei dieses Foto auf dem WC von Sevenstar, wo auch einige Werke von mir links vom Spiegel hängen. In einer Fotografie spiegelte sich Saskias Profil, im danebenhängenden Spiegel war sie frontal zu sehen. Bilder wie aus einem Privatclub. Wir waren sehr von unserem Tun angetan. Eines der Bilder landete in ihrer heutigen Kolumne „Die spannendste Person im Raum„. Danach entspannten wir uns bei bestem Rotwein auf dem Zweisitzer in der Lasterhöhle. Wieder eine Flasche Rotwein weniger. Was für Abende in Sevenstar Gagania. Bin gespannt, wer heute vorbeikommt. Bin ab 14 Uhr da, meist auch länger als nur bis 19 Uhr. Bzw. zeige ich mich offen für längere Öffnung – mutig klingeln!
Danke für diesen wunderbaren Artikelüber meine Ausstellung im Faustkultur Magazin. Kulturtipp! Ich möchte am liebsten gleich hingehen…! Ach so.. ich bin ja schon da. Darf man daraus zitieren? Ich mache es mal. Der Autor Alban Nikolai Herbst hat den Text des Artikels auch auf seiner Dschungelseite. Auszug:
„(…) In der kultigen Galerie SevenStar entfaltet sich eine Ausstellung, die Berlins Schönheit und Schmerz gleichermaßen einfängt. Blattgold trifft auf subtile Risse, Eleganz auf ironische Schwere – ein Echo von Klimt, von Stuck und Ernst, das den Besucher in ein zweites Fin de Siècle entführt. Doch Vorsicht: Die Kellerstufen sind genauso abgründig wie faszinierend. Tauchen Sie ein in ein Abenteuer, das Sie ebenso verzaubern wie verstören wird.“
Bislang habe ich es nicht erwähnt, aber wenn Sevenstar auf ist, wie jetzt gerade z. B., gibt es auch immer was zu trinken 🙂 Also falls wer Lust hat, vorbeizukommen…
Übermütiges Herumkaspern vor der Fotowand. Dabei ist es gar kein Kasperletheater, was ich da gehängt habe. Vor allem die Fotografien sind eher auf eine schöne Art ernst, sensitiv, sinnlich oder erzählen von ernsthaftem Beglücktsein, Entrücktsein. Wie es in besonderen Momenten beim Musizieren, bei Gesang entsteht. Was die drei Abbildungen von mir von Bernward Reul und Jan Sobottka angeht, hatte sich wohl Erleichterung Raum verschaffen, dass ich tatsächlich alles fertig gehängt und gestellt hatte. Mich abendfein festlich umzuziehen, war mir weder zeitlich noch mental möglich. Aber da die Räume der Kellerbar irgendwie auch so einen gewissen Charme eines Kellers in einem alten Schloss in der Normandie oder der unteren Gewölbe eines Anwesens in den Schweizer Bergen haben, und ich mich dort regelrecht zuhause fühle, ist es gar nicht so unangemessen, dass ich die Wintergäste in meiner kuscheligen Azteken-Jacke empfing. Daheim laufe ich ja auch nicht in Pailletten gewandet herum. Ich fühlte mich so wohl. Wobei zu erwähnen ist, dass die Räume der Galerie – sowohl oben als auch unten – alles andere als kalt sind, auch ohne die Heizung aufzudrehen, ist es immer wohnlich warm. Das erstaunte viele Gäste. Die Portraits an der Wand sind alle von mir, die Fotos davon hier sind von Bernward Reul, Jan Sobottka, Jan-Berend Klein und Victoria Liebherr (die Lady mit der roten Mütze neben mir). Danke dafür. Ganz zauberhafter Besuch. Gerne auch noch einmal hier.
Bildunterschrift: „Ein wohlverdientes Gläschen“ oder auch zwei :-) Foto: Bernward Reul. Ich stand den ganzen Tag der Eröffnung unter Strom und bin ca. anderthalb Stunden vor dem Opening einmal richtig ausgerastet und habe so geschimpft und geflucht, dass Thorsten, der Galerist und Ronnie, der Elektriker ganz schnell auf leisen Sohlen nach unten in die Kellerbar flüchteten. Ich glaube, das hörte sich richtig gefährlich an. Es gibt zwischen dem einen und anderen Ausstellungsraum so eine kleine morsche Tür ohne Funktion bzw. für mich nur reiner Untergrund, um etwas zu hängen. Die Scheißtür sollte immer geschlossen sein und war auf einmal auf, ich wollte sie mit Wucht schließen, haute sie ins Schloss, das nicht mehr schließt, und meine grobmotorische Aktion führte dazu, dass eines der beiden Bilder die daran hingen, runterfiel. Der Rahmen zerbrach an einer Ecke. Der Countdown lief. Ich suchte die Klebetube und fluchte, fluchte, fluchte „SO EINE VERDAMMTE SCHEISSE – WELCHER VOLLIDIOT HAT DIE TÜR AUFGEMACHT???!!!??? FUCK!!!!“ Ich kann mir inzwischen durchaus vorstellen, dass das Scheißding von alleine aufklappte. Jedenfalls hab ich nach dem Leimen einen Nagel genommen und die Tür vernagelt. Als Lydia dann kam, kriegte sie auch meine Echauffiertheit ab, die Ärmste. Aber nun alles wieder gut. Warum erzähle ich das? Weil ich mich daran erinnere, wie gestresst ich war und auf dem Foto hier sehe ich so gelöst aus. Der Kleber trocknete rechtzeitig, das Bild hing wieder, keiner hats gemerkt.
Um die Eröffnung und Ausstellung für mich zu dokumentieren, suche ich alle Bilder, die mir zuteil werden, zusammen und stelle sie in jeweils ein Album, das sich auf einen Austellungsbereich bezieht. Unter jedes Foto schreibe ich den Photocredit, den Namen des Fotografen, der Fotografin. Das erste hab ich jetzt hochgeladen und heißt „Die Fotowand„, ist hier zu sehen. Schön, wie Blickwinkel verschiedener Menschen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Ich hoffe, dass keine/r von den Fotografen kleinlich damit sein wird, wenn Bilder daraus zur Dokumentation oder zur Illustration der Ausstellung verwendet werden. Ich hab mich ja auch großzügig gezeigt, das wäre ja geradezu ein Affront. Ich bedanke mich aufs Herzlichste für das Festhalten dieser schönen Augenblicke bei Aida Gey, Bernward Reul, Jan Sobottka, Jan-Berend Klein und Victoria Liebherr. So schön, dass Ihr da wart.
What a night… hab keine Bilder gemacht, aber Andere. Um halbsechs in der Früh die Galerie verlassen. Heute Nachmittag Party-Reste wegräumen. War wirklich schön. Eben zwei Zufallsbesucher in der Galerie gehabt. Sie waren auf dem Weg in ein Restaurant in der Nähe, schauten durch die Scheiben und wollten dann spontan sehen, was das für eine Ausstellung ist. Ein sympathisches Paar. Sie machte mehrere Fotos und erklärte, das, was sie durch die Scheibe sehen konnte, sprach sie sofort so stark an, dass sie mehr sehen wollte. So ein schönes Feedback. Auch in meinem Gästebuch. Hat mir vorhin sehr das Herz erwärmt, als ich die Einträge las. Danke an alle, die gestern gekommen sind und mit so warmen Worten meine Sachen gewürdigt haben. Bin gerührt. Auch großartig finde ich, wenn mir jemand sagt, mit welchen Sachen er oder sie nicht so viel anfangen kann und dann aber nachsetzt, was er oder sie hingegen sehr mochte. Das gibt mir viel. Alles. Noch einmal die herzliche Einladung an irgendeinem Tag zwischen 14 und 19 Uhr meine Ausstellung anzusehen. Täglich geöffnet, kein Ruhetag. Bis einschließlich 29. Januar 2025. You’re cordially invited.
IN MEMORIAM DAVID – SPACE ODDITY. Papier-Fragmente, Acryl. Textmarker, Kleber, Prunkrahmen „Roma“, 110 x 75 cm, Dezember 2018 und Januar 2019, Staatliche Museen v. Gaganien. Heute vor neun Jahren, am 10. Januar 2016 starb der von aller Welt geliebte David Bowie. Heute, neun Jahre später, am 10. Januar 2025 wird er bei uns sein. Mit diesem Bild von mir. Es ist mein liebstes in der Ausstellung bei Sevenstar, die heute Abend um 19 Uhr eröffnet wird. Ich hänge sehr daran. In der Kellerbar gibt es noch ein zweites Bild, das ihm gewidmet ist. Könnt Ihr alles sehen. Und ich würde Euch gerne sehen. Und nun die Frage aller Fragen: SEHEN WIR UNS…??? Ich weiß übrigens noch gar nicht, was ich anziehen werde. Erstmal Arbeitsklamotten, ein paar Kleinigkeiten müssen noch finalisiert werden. Die Holy Circles an die Decke. Dies und das. Und dann: WELCOME TO GAGANIA…!
Ich hoffe doch sehr, es wird ein Mekka für Euch, was Ihr ab morgen in Sevenstar-Gagania sehen werdet. Gestern Nacht die letzten fünf Bilder gehängt. Das Teil hier ist im vorderen Blauen Salon. Auf den Fotos hier, in meinem Atelier. Nun on the road im schönsten Exil. MEKKA. Niederegger-Marzipan-Inlay, Pannesamt, Karton, Kleber, Acryl, Spiegelscherben, Mosaiksteine, Messingbügel von kaputter Lesebrille, Blattgold, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Februar, 8., 10., 11. März 2023, 43,4 x 73,3 cm, Staatliche Museen von Gaganien.
Etikett von dem premium Cognac, den ich am Freitag auf den Markt bringe. Okay, okay – nicht ganz – mehr eine Art Waschzettel, der aber nicht hinten aus meinem Pullover hängt, sondern an einigen Stellen in der Gallery. Nicht jedes Objekt hat einen individuellen QR, sondern das ganze Album, das nach Farbräumen sortiert ist. Vor einem mysteriösen Werk stehend, sucht man im Raum nach dem ovalen Sticker an einer der Wände, scannt und scrollt sich im Album z. B. zu grün, sollte das Objekt irgendwie grün sein. Dürfte schnell gefunden sein. Beim Klick aufs Einzelbild kommen Details wie Titel, Materialien, Verfertigungsdatum, Größe. Was manchmal ganz interessant oder lustig sein kann. Eher wohl aber nicht bei einem Bild das nur aus Acrylfarbe auf einer Leinwand besteht. Da wäre dann vielleicht der Titel interessant, den ich mir dazu ausgedacht habe. So kann man dann auch ein Gespräch mit mir beginnen: „Hallo, Frau Nielsen! Ich habe gerade gelesen, dass Sie im Bild mit dem Titel „Das Schlürfen ist nicht gestattet“ (gibts wirklich, Abteilung braun-schwarz-gold) Kondomverpackungen verarbeitet haben. Können Sie erklären, warum?“ Wer jetzt noch nicht neugierig geworden ist, dem kann ich auch nicht helfen. Ich geh wieder rüber in die Gallery, die letzten fünf Teile von insgesamt hundertsiebenundsechzig hängen, stellen.
Heute detoxen und fleißig sein. Gestern ist nicht so viel passiert in der Gallery, außer Getränkelieferung entgegennehmen, einräumen und ein einziges Bild aufhängen. Dann kam Thorsten, der Galerist, um Scheinwerfer auszutauschen und wir versackten in der viel zu schönen Kellerbar. Der gelieferte Rotwein wurde intensiv verkostet. Auch die laufende Lieblingsplaylist haben wir aufmerksam durchgehört und für sehr gut befunden. Wir saßen zuerst auf den Regiestühlen vor der Fotowand. Sitzt sich gut. Dann wechselten wir auf den gemütlichen Zweisitzer in der kuscheligen Nische mit dicken Kissen im Rücken. Auch eine sehr lauschige Ecke. Unsere intensiven Gespräche beim Bio Tempranillo wollten kein Ende nehmen, dabei musste Thorsten doch noch auf eine Geburtstagsparty, zu der er mich mitnehmen wollte, aber ich erkannte die Gefahr und blieb lieber, um wenigstens ein Bild aufzuhängen. Die Unterhaltungen mit Thorsten sind aber auch zu schön. Wann er erstmal erzählt, will man gar nicht, dass er aufhört. Als ob eine Passionsblume ihre Blüte öffnet, die nur einmal im Jahr für vierundzwanzig Stunden blüht. Ich habe ihn in den siebzehn Jahren, die wir uns kennen, noch nie nach seiner Zeit mit Michael gefragt. Gestern erzählte er von sich aus, dass Marlon gerne zum Filmegucken kam. Auch seine alten von früher schauten sie manchmal an. Die Scheinwerfer kriegen wir schon noch hin.
Danke für diese Message mit minutiösen Angaben, lieber Lieferservice: „Vielen Dank für Ihre Bestellung bei unserem Lieferservice. Selbstverständlich können Sie erwarten, dass Ihre Lieferung pünktlich bei Ihnen ankommt. Dies können wir heute nicht erfüllen. Die Lieferung trifft voraussichtlich zwischen 06.01.2025 17:13 Uhr und 06.01.2025 17:57 Uhr ein. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.“. Dann kann ich jetzt ja mal in aller Ruhe nach unten aufs Klo gehen, ohne den Getränkelieferanten zu verpassen. Gut, dass mein Alkoholismus nicht so schwer ausgeprägt ist, dass ich schon vor 17:13 dringend was trinken müsste.
AMAZONIEN. Acryl auf Leinwand, November 2003, 120 cm x 150 cm, Staatliche Museen von Gaganien. Gestern Nacht um halbvier in der „großen Galerie“ von Sevenstar gehängt. Mache gleich weiter. Bei dem fast zweiundzwanzig Jahre alten Bild denke ich seit vielen Jahren unentwegt, das gäbe auch einen schönen Kinderzimmerteppich ab. Z. B. im weltweiten Sortiment von IKEA. Wobei praktisch denkende Eltern eventuell reinigungstechnische Bedenken wegen der weißen Teppich-Bereiche am Rand haben könnten. Meinethalben dann auch als Reproduktion für die Wand.
Gerade neu gelernt, wie man Personen von der Einladungs-Gästeliste bei einem Facebook-Event löscht und gleich ausprobiert. War ein Versuchskaninchen. All die anderen, die Ihr zur Eröffnung am zehnten oder zum Gaga-Wunschkonzert am vierundzwanzigsten Januar eingeladen habt, und die ich bislang gar nicht kenne, dürfen erstmal auf den beiden Listen bleiben :-) Könnten ja sehr nette und womöglich kunst-affine Menschen darunter sein.
Mir wurde schon empfohlen, um Rückmeldung bzw. explizite Zusage per Mail zu bitten. Aber das will ich nicht auch noch bewirtschaften müssen. Alles andere: streng kuratiert! Speziell gerne dürft ihr charismatische, eloquente, gutaussehende männliche Freunde einladen, die zum Beispiel vorzugsweise von Beruf Museums-Direktor in Berlin, London, New York oder Paris sind. Pfiffige Journalisten, Kuratoren.
Die flüchtig bekannte Yoga-Lehrerin von der VHS Reinickendorf eher nicht. Huch…! Hat die nette Gaga Nielsen jetzt einen Höhenflug? Ich sag mal so: äh… ja. Was vielleicht ein bißchen arrogant rüberkommt, hat schlichtweg kalkulatorische Hintergründe. Die Getränke werden leider Gottes nicht von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gesponsert. Wobei schon mehr als drei Flaschen pro Getränkesorte geordert wurden. Sonst müsste es ja auch nicht geliefert werden.
Also ich freu mich auf Euch und Eure Lieben, die Lust auf meine Sachen haben. Und die flüchtig bekannte Yoga-Lehrerin darf dann gerne bis einschließlich 29. Januar 2025 während der regulären täglichen Öffnungszeiten 14 – 19 Uhr vorbeischauen. Ich werde Montag und Dienstag ausgenommen, täglich selbst in der Galerie anzutreffen sein und bin sehr ansprechbar.
Drei Bereiche der Ausstellung sind schon fertig aufgebaut. Der blaue Salon, der lindgrüne Salon und die Kellerbar, die auch Ausstellungsbereich ist. Heute widme ich mich ganz dem großen Galeriebereich, wo die Leuchtringe hängen, die am Freitag wieder gehängt werden. Die Künstler vor mir hatten sie abgehängt. Dabei gehören die doch so sehr zu Sevenstar.
Waren aber tolle Künstler, Schmuckdesigner, die für internationale Acts extravagante Bühnen-Accessoires machen. Als sie neulich was abholten, haben sie mit mir ein Segens-Ritual für meine Ausstellung am historischen Brunnen im Keller gemacht. Den werdet ihr auch sehen, wenn ihr kommt. So aufregende Räume. Der Claim von Sevenstar war immer „Unseen Photography“. Das lässt sich erweitern auf „Unseen Gallery“. Ich liebe diesen Ort.
Ulkig, manche klopfen an die Scheibe der verschlossenen Galerietür, um mal zu gucken. Dabei bau ich doch erst auf… Aber es sieht jetzt schon interessant aus, das muss ich zugeben 😉. Ist noch viel zu tun, viel zu hängen. Obwohl es mir auch gefällt, wenn die Bilder einfach auf dem Boden stehen, an der Wand lehnend. Bei manchen lasse ich es auch so. Gefällt mir. Muss nicht alles spießig ausgezirkelt aufgehängt werden. Wobei auch das natürlich in Wahrheit ausgezirkelt sein wird. Aber das werden die Besucher nicht unbedingt realisieren, nur dass es gut aussieht. Ein Bild wird an dem antiken Schreibtisch im lindgründen Salon lehnen, da hat es die beste Präsenz, besser als an einer der Wände hängend. Habe jeden Winkel ausprobiert, da ist es perfekt. Fotos vom Aufbau mache ich nicht. Die müsste man dann ja auch wieder verarbeiten, keine Zeit. Außerdem bin ich dauernd noch am verändern. Das Geheimnis wird am 10. Januar gelüftet, nicht vorher. Als Jenny mir gestern mit Lydia beim Transport zur Hand ging und wir danach in der Galerie saßen, packte ich ein paar Äpfel aus meiner Tasche auf den alten Schreibtisch, neben mein Notebook. Jenny machte ein Foto davon und postete heute, sie hätte einen Einblick hinter die Kulissen von der Galerie erhalten. Sehr gute Wahl, das Motiv mit den Äpfeln, das Geheimnis bleibt gewahrt, da ich keine Äpfel ausstellen werde! Wenn es auch zwei Obstschalen in zwei Ecken geben wird. So, ich mache jetzt weiter. Kissenhüllen mit Verpackungsmaterial ausstopfen. Die Luftpolsterfolie etc. brauche ich wieder für den Rücktransport, so ist sie sehr geschickt und dekorativ weggeräumt. Ich bin schon manchmal ganz schön pfiffig! Bild: DER LETZTE ARCHAEOPTERIX, Acryl auf Leinwand, 4., 11., 17., 18. Februar und 27. u. 28. Mai 2007, 70 x 120 cm, Staatl. Museen v. Gaganien
HAPPY NEW YEAR – FROHES NEUES JAHR! Ein prosperierendes neues Jahr. Traut Euch, neue Sachen zu machen. Ich copypaste Auszüge einer heutigen abendlichen Message. Ich war gestern Teil eines kleinen Damenkränzchens in der Sevenstar Kellerbar. Also wir waren zu dritt, Lydia, Saskia (die kurz nach Mitternacht eintrudelte) und ich: „bin von den Toten auferstanden, sehr ausdauernd schnurrender Kater… na ja so soll es ja üblich sein, nach Silvester. „Bier auf Wein, das lass sein“. Es war aber auch die schiere Menge denk ich… wir haben zu dritt 4,25 Flaschen Schaumwein und drei bis vier Biere vernichtet, an diesem bekenntnisreichen, aber doch auch sehr schönen Abend. (…) Ich erhol mich weiter. (…) Mir ist dunkel in Erinnerung, dass es schon hell war, als wir uns vor Sevenstar auf unsere (zum Glück sehr kurzen) Heimwege machten. Weit nach acht, schon eher fast neun… Also nochmal Happy New Year allen. Ein gesundes auch, damit wir bald wieder weiterfeiern können! :-) Bin noch mit mir am Aushandeln, ob ich es kräftemäßig hinkriege, rüber zu Sevenstar zu gehen und unten mal durchzulüften und die Gläser abzuspülen und die leeren Flaschen und Sushi-Schälchen wegzuräumen – wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, war Saskia sehr angetan von der lauschigen Kellerbar! Sie fühlte sich sehr französisch dort und fing an en français zu parlieren, was ja auch zu dem Chanson passt, das sie dort performen soll. Außerdem haben wir zu dritt als passionierte eigentlich Nicht- aber dann doch-Gelegenheitsraucherinnen eine ganz Schachtel Camel extra groß platt gemacht, die Lydia in der Ritze geholt hatte:-)“
VER SACRUM (Hl. Frühling). Acryl, Rahmenrückwand, 85 x 75 cm, 25., 26., 27., 28. u. 29. Okt. 2019, Staatliche Museen v. Gaganien
PRAYER. Anrufung. Gebet. Nicht definierbare, weil unerinnerbare Scharnierteile, Handtaschenglieder, Verpackungskarton, Tippex, Schrauben, 21 x 29 cm, 15. Mai 2018, Staatl. Museen v. Gaganien
Thorsten Heinze Liebste Gaga, wie schön, freue mich so sehr, dass Du da bist, die Gallery zum Funkeln bringst.
Gaga Nielsen (…) Die Bar war nie schöner als jetzt. Wirst staunen. Ich baue meine Sachen perfekt ein, ohne Deine Arrangements zu ändern. It’s a match! Das Lustigste ist, was ich mit dem DJ-Pult gemacht habe, das muss unbedingt bleiben. Du wirst es nicht erkennen.
Foto vom 6. Oktober 2016, aufgenommen bei Sevenstar. Thorsten kommt nachher wieder aus Hamburg nach Berlin. Er lebt hauptsächlich in seiner Geburtsstadt Hamburg und ist alle paar Tage in Berlin. Unvergleichliche Wertschätzung. Ich war in vielen, vielen Galerien in Berlin, es gibt einfach keine schönere. It’s magic.
Gruß aus Gaganien – GREETINGS FROM GAGANIA! Diese Luftaufnahme kann ich leider noch nicht aufhängen, weil sie noch nicht hier bei mir bei Sevenstar ist. Der große Transport mit ca. 75 Teilen geht am 3. Januar über die Bühne. Bis dahin hänge ich die ca. zwanzig Bilder, die von meinen anderen beiden geheimen Kunsthorten schon hier sind. Hole gleich noch einige und einen Bambus-Regiestuhl aus meiner Wohnung. Der passt schön in den lindgrünen Salon bei Sevenstar, von wo aus ich das hier schreibe. GAGANIEN (Luftaufnahme m. Drohne). Gesso, Acryl, Leinwand, 60 x 80 cm, 22. – 23. August 2020, Staatliche Museen v. Gaganien.
Das nehme ich gleich unter den Arm und häng es auf, im oberen Bereich von Sevenstar, bei den Wänden mit der grünen Patina. BEANS & DREAMS. Aquarellpapier, Tinte, Grundierung, Acryl, Spachtel, Fragmente Corona-Stoffmaske, Klebstoff, Leinwand, 60 x 80 cm, 5. – 26. September 2021, Staatliche. Museen v. Gaganien
Was steht denn auf den hundert Blättern der Rose all? Was sagt denn tausendfaches Schmettern der Nachtigall? Auf allen Blättern steht, was stehet auf einem Blatt; Aus jedem Lied weht, was gewehet im ersten hat:
Dass Schönheit in sich selbst beschrieben hat einen Kreis, Und keinen andern auch das Lieben zu finden weiß. Drum kreist um sich mit hundert Blättern die Rose all, Und um sie tausendfaches Schmettern der Nachtigall
Friedrich Rückert, Zauberkreis, Gedichtband „Oestliche Rosen“, 1822
Kann Kunst festlich sein? Na klar! Für mich ist Kunst per se ein Fest. Ich liebe Reduktion auf das Wesentliche, wenn es aber viel Wesentliches gbit, möchte ich das auf gar keinen Fall beschränken. Mehr des Guten ist mehr. Jupiter ist meinem Herzen näher als Saturn. Der Zauberkreis hier wird am Freitag verpackt und geht dann auf die kleine Reise von der West- in die Ostcity. Wünsche zauberhafte Stunden, ob im Kreis oder im Viereck. Nach Sonnenaufgang folge ich meinem Stern und trage schon mal ein paar Sachen rüber zu Sevenstar. Kleinere, erste Vorbereitungen.
ZAUBERKREIS: LANZE-PFLANZE, GELEGE, GOLD-PLISSEE, SHRINE. Altes, rundes Verkehrsschild vom Straßenrand (Baustelle Gipsstraße), Frühstücksbrettchen, Blattgold, Acrylstifte, zwei ausrangierte Spülschrankgriffe, Kleber, Pralinenschachteleinlagen, Eyelinerverschlusskappen, Acryl, Teilsegment Styroporverpackung Onyx-Weinkühler, 36 sinnlose Zierknöpfe, Spiralen Stiebel Eltron-Boiler, Spiegelkachelscherben, Segment OH-Folienschachtel, Kaffeetassenverpackungsschachtel, Lackstift, 3D-Leinwand, 60 x 60 x 4 cm, 4., 12., 14., 15., 16., 17., 18., 19. und 22. Mai 2022, Staatliche Museen von Gaganien, Privatsammlung Fasanenstraße
Entstanden im Mai 2020 oder früher. Titel vergessen. Muss auf der Rückseite stehen. Vielleicht „Zauberwald“? Könnte sein. Sehe ich mir genauer an, wenn ich es verpacke. Kommt in die Ausstellung.
Zwischen Ausstellungsverpackungs-Aufregung (meiner) und Weihnachtsgeschenkeverpackungs-Turbulenzen (Euren) sende ich eine Friedensbotschaft von Friedrich Rückert. Schade, dass sie nicht alle erreichen wird. Aber einen Versuch ist es allemal wert.
„Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes. Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.
Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst. Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er. Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.
Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut, Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut. Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.
Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen Versöhnend dann soweit du kannst, umherzureichen. Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze; Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.“
KÖNIGIN DES TAGS. Glücklicher Zufall. Während ich gestern Nacht an einer Übersicht der Exponate herumformatierte, wurden die Bildelemente mitmarkiert. Dadurch zeigten sich die Bilder in den Komplementärfarben der Originalfarben. Bei diesem Bild, das im Original nachtblau ist, und KÖNIGIN DER NACHT heißt, gefiel mir das taghelle Ergebnis so gut, dass ich einen Screenshot davon machte, speicherte und es logisch KÖNIGIN DES TAGS taufte. Voilà. Zwischen Ausstellungslogistik schnell noch ein neues Bild rausgehauen, mache ich mir einen schlanken Fuß. Mal sehen, wie ich es weiterverwerte. Vielleicht als Leinwanddruck und überarbeiten, optimieren. Das Original ist sechzig mal achtzig. Hier zum Vergleich zu sehen. Und in echt ab 10. Januar bei Sevenstar.
»Und wie der Schmetterling erwacht vom Puppentraum, schwingt der Gedanke frei sich über Zeit und Raum. Wie, wann die Frucht ist reif, von selbst die Kapsel springt und hin der Saame fliegt, von Himmelsluft beschwingt.«Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen, 1836.
Bißchen näher dran. Gestern transportbereit verpackt. Als nächstes sind dann die anderen, die großen Bilder dran. Und die Skulpturen. Einige brauchen Luftpolsterfolie, zum Schutz der Bilder und Objekte, aber auch damit sich beim Transport keiner die Hände zerschneidet. Da sind einige mit gefährlich scharfen Spiegelscherbenkanten dabei. Möchte mich nicht anschließend mit meiner Haftpflichtversicherung befassen müssen. An was man alles denken muss. Es nimmt kein Ende! Außerdem heute einen zweiten Netzadapter für mein leistungsfähigstes Notebook bestellt. Habe das Teil in der Wohnung vorwiegend am Stromnetz und die Kabellage geschickt versteckt. Den Adapter möchte ich nicht ständig hin- und hertragen. Der Akku ist zwar recht gut und leistungsfähig, auch über viele Stunden, aber wenn das der Quell meiner Lieblings-Playlist ist, sollte nicht zu befürchten sein, dass da irgendwas nicht funktioniert. Große Nägel brauche ich auch noch. Kleinere hab ich reichlich. Und dann die Kärtchen für die Schilder neben den Exponaten. Oder reicht es, wenn Listen herumliegen, mit kleinen Abbildungen und entsprechendem Text? Daneben ist schon auch gut – oder? Zumal: bei Sevenstar gibt es in gewissen Abständen verschraubte Schildchenhalter aus Stahl.
Kleiner Test, was die Laufweite der Schriftzüge angeht. Ich muss noch am Rhythmus der Abstände von G A G A N I E L S E N herummanipulieren. Ca. drei Zentimeter mehr zwischen den Buchstaben, damit die Lücke in der Mitte nicht mehr als solche wirkt. Da habe ich mich bei der Bestellung wohl etwas verrechnet. Man klebt die Buchstaben nicht einzeln, sondern normalerweise den kompletten Schriftzug. Aber da muss ich dann wohl mit der Schere ran. Vorgabe für die Breite ist eine beispielhafte Reihe mit elf Bildern nebeneinander. Die Überschrift passt. Na dann, wohlan!
Meine Vorbereitungen. Von hinten etwas langweilig. Ich beginne am Mittelpunkt der Wand mit dem mittleren Bild der mittleren Reihe, No. 28. Dann baue ich nach oben und unten an. Wenn die Höhe gut ist, nach links und rechts. Kann aber sein, dass es vertikal zentriert gar nicht so gut aussieht, aus unerfindlichen Gründen die Höhe nicht stimmig ist. Das entscheidet das Gefühl. Habe ich schon häufiger beim Hängen erlebt. Auch, dass mir jemand zum exakt gleichen Abstand zu Decke und Boden riet und es einfach falsch wirkte. Ein Konzept ist schon gut, aber man darf sich nicht zu beharrend festlegen. Mit Materie und Raum spielen.
Tête-à-Tête mit Jean-Michel. Leider habe ich die Ausstellung 2001 nicht gesehen. Schade, zumal ich damals schon in der Nähe wohnte. Beate überließ mir eines der Plakate. Sie war damals die Galeristin. Pictureshow hieß ihre Galerie in der Oranienburger Straße. Ich hörte davon, bin aber nicht hin, ich war zu schüchtern.
Ein Preis wurde verliehen. Ich studierte die Logistik des Caterings. Wie sehen die Weingläser aus. Wie und was wird ausgeschenkt. Wie viel (bzw. wenig). Während die Laudatoren und der Preisträger sprachen, gab es noch kein aktives Angebot von Getränken. Kurzstielige, bauchige, preisgünstige Gläser. Wasser (Leitungswasser?) in Glaskaraffen, Grüner Veltliner und Rotwein, Primitivo. Eine weibliche junge Servicekraft schenkte nach Ende der Ansprachen auf Anfrage die Gläser ein, zu zwei Fünftel gefüllt. Knapp kalkulierte Bewirtung? Man hielt sich sehr befangen zurück.
Beate und ich, vorgestern, am frühem Sonntag Abend bei ihr, zwischen Kunst und Couture. Ich kam aus meinem Atelier und schaute vorbei. Die Kamera blieb weitestgehend in der Tasche, ich werde ja nun nicht für privates Paparazzen bezahlt. Aber schön, dass wer (ja, wer?) dieses Foto von uns machte im Flur. Jedenfalls ein jüngerer Mann, also jünger als wir (womit ich nichts andeuten will). Wenn sie nicht selber lacht, bringt sie andere zum lachen, die gute Beate. Schade, dass man das alles nicht erzählen kann. Kurzweilige Begegnungen. Bleibt die Hoffnung, dass sie in ihren ersehnten Memoiren das eine oder andere durchblicken lässt :-)
Übergabe auf dem Weg. Für Lydia, die Griechenland-Verrückteste unter meinen Freundinnen. Ein tolles Mitbringsel, oder? Diese Single von dem Titel-Lied von Alexis Zorbas. Was für ein schönes Cover. Hab mir eine Farbkopie davon gemacht. Die Schallplatte ist vermutlich sechzig Jahre alt. Der Film kam 1964 raus. Aber wann Beate die kleine Platte mit dem Welthit für ihre kleine Sammmlung erstanden hat, kann sie nur selbst beantworten. Wie auch immer: vielen Dank, liebe Beate, dass ich sie Dir gestern abluchsen durfte.
Adrian v. Ribbentrop, Alban Nikolai Herbst, Alexander Hacke, Amanda Palmer, Angela Winkler, Astrid North, Catherine Lorent, Cosmic/Georg, Danielle de Picciotto, Doro/Hotel Mama, Duke Meyer/Eibensang, Fiona Bennett, Gaga Nielsen, Gäste Café Einstein, Gerald Uhlig, Gisela Getty, Hanns Zischler, Hans Rohe, Helge Timmerberg, Henry de Winter, Iggy Pop, Ina Weisse, Irina Rosanowski, Jan Sobottka, Jenny Kittmann, Judy Winter, Jutta Winkelmann, Karl Neukauf, Lydia Gebel, Maria Schuster, Marianne Rosenberg, Martin Meyer, Miriam/Modeste, Monika Döring, Robert Stadlober, Saskia Rutner/SIR, Thorsten Heinze, Tim Schneider, Vera v. Lehndorff/Veruschka, Wim Wenders, Wolf Wondratschek.
Fünfundfünfzig Portraits. Von roundabout dreiundvierzig Persönlichkeiten. Einige sind zwei bis viermal dabei – Gaganias Next Top Models sozusagen. Ich kann da nicht demokratisch herangehen, das wird wohl hoffentlich jeder verstehen. Die Hängung steht noch nicht fest. Vielleicht in elf Reihen mit jeweils fünf Portraits untereinander an der Rückwand der Bühnen-Nische.
Wenn ich das mache, dann hänge ich so, dass ganz links Portraits im Profil sind die nach rechts gucken, in der Mitte frontale Aufnahmen, recht Profilaufnahmen, die nach links zur Mitte schauen. Aber vielleicht hänge ich auch kleine Gruppen untereinander an die Pfeiler vom Gewölbe. Das kann ich erst vor Ort entscheiden. Also Anfang Januar, wenn alles hintransportiert ist und der Aufbau über die Bühne geht. Immerhin habe ich jetzt schon mal die Matheaufgabe gelöst, dass es elf Reihen sein müssten, die dann dreieinhalb Meter breit wären. Auch ist zu bedenken, dass die Bilder so hängen sollten, dass es noch möglich ist, die Beschriftung zu entziffern. Auch für kleiner gewachsene Menschen. So viel zu bedenken, man macht sich ja keine Vorstellung! Das ist richtig, richtig viel Arbeit. Ich will mir noch gar nicht ausmalen, wie lange ich brauchen werde, um die fünfundfünfzig Nägel im richtigen Abstand in die Wand zu hauen.
Das unterschätzt man auch gerne. Hört sich so simpel an. Und dann nochmal so viele von meinen anderen Bildern, den Gemälden, Collagen und Assemblagen. Und ein paar Skulpturen dazwischen. Und die Sockel für die Skulpturen. Und die Beschilderungen. Und und und… puh! Und dann lasse ich mir ja von niemandem reinreden. Aber genau so will ich es ja. Wäre ein maximaler Störfaktor für mich, wenn da jemand außer mir kuratorisch tätig werden wollte. Da bin ich Diktator (un-gegendert).
Gestern, als ich eines der 55 Bilder mit den Portraitfotos rahmte und beschriftete, musste ich nachschauen, ob der Nachname der abgebildeten Persönlichkeit mit ö oder mit oe geschrieben wird. Dabei erfuhr ich, dass sie tot ist. Am 2. Mai 2024 gestorben. Nicht jung, im Alter von 87. In einem Nachruf stand. dass sie die Woche davor noch tanzen war. Im Berghain oder einem anderen Club, wo sie regelmäßig und gerne war. Monika Döring, die Berliner Konzertveranstalter-Legende. Immer expressionistisch stark geschminkt, mit platinblonder Ananasfrisur. Ich erinnere mich an ihren aufmerksamen Blick. Nun kommt sie noch einmal zu Ehren.
Heute früh Kreuzung Auguststraße Ecke Joachimstraße. Oranges Müllauto von der BSR biegt um die Ecke. Die große, viereckige Windschutzscheibe von dem großen Transportauto hat rundum Lichtergirlande mit großen Leuchtkugeln. Schaut aus wie die Garderoben-Schminkspiegel-Beleuchtung einer Hollywood-Diva. Ob das jetzt alle BSR-Autos haben, oder die weihnachtsverliebte Privat-Deko vom Müllautofahrer ist, weiß ich leider nicht. Die BSR hat ja zeitweise lustige Ideen. Jedenfalls putzig. Gefällt mir! Ich rahme jetzt weiter Fotos. 55 Stück. Da ist evt. auch eins von Euch dabei. Wenn ich fertig bin, schreib ich die Namen und poste es!
Gestern stand ich eine Weile auf dem U-Bahnsteig am Bahnhof Zoo Richtung Theodor-Heuss-Platz. Dort steht ein Schaukasten von der Werbefirma WALL mit zwei großen Werbeplakaten aus Papier, die abwechselnd zu sehen sind, indem immer eines mechanisch nach oben gerollt wird und dann ca. zehn Sekunden stehen bleibt. Das eine war ein schickes Modefoto von H&M, das andere ein Plakat einer anderen Firma, das mir nicht erinnerbar ist. Das Aufrollen machte ein schleifendes Geräusch und ich fand es rührend altmodisch, dass es das überhaupt noch gibt. Die Firma Wall hat inzwischen auch digitale Schaukästen, wo auch Videos ablaufen. Die mit den Papierplakaten sind bestimmt billiger zu buchen, obwohl Papier bedrucken ja eigentlich aufwändiger ist als digitale Bilder herzustellen. Aber ich weiß es nicht. Ich dachte noch, dass der mechanische Werbeschaukasten sicher bald ausstirbt. Vorhin war ich am Alex um Sachen zu besorgen. Als ich aus der U8 gestiegen bin, war auf dem Bahnsteig wieder so ein Schaukasten, diesmal aufgeschraubt und aufgeklappt und ein Mitarbeiter der Wall-Firma schickte sich an, ein Plakat auszuwechseln, indem er den Klebstreifen oben abzog, mit dem das eine an das andere Plakat geklebt war. Ich blieb stehen und schaute zu und sagte, was mir durch den Kopf ging: „Erstaunlich, dass es das noch gibt, heutzutage, wie so ne Klorolle!“ Er lachte und meinte fröhlich: „Na, ick hoffe, noch lange, sonst werd ick arbeitslos!“ Ich: „Ich überleg schon, ob ich auch mal ein Plakat dafür in Auftrag gebe!“ Fand ich interessant, dass ich mir gestern so ausgiebig einen Kopf über die Kästen machte und heute direkt reingucken konnte, wie die aufgerollt sind. Und dass die mit ganz normalem Tesafilm aneinandergeklebt sind. Gar kein Hexenwerk!
Brauche mehr Rahmen. In den vergangenen Stunden mein Bildarchiv durchstöbert. Statt fünfundzwanzig Bildern, um die achtzig sehr sehenswerte selektiert. Aber selbst für die fünfundzwanzig Passepartouts fehlen mir noch neun Rahmen.
Achtzig Fotografien möchte ich nun wirklich nicht an die Wand nageln. Das soll nicht der Schwerpunkt sein. Ich schaue mal morgen, wieviele Rahmen ich von dem Profil noch auf die Schnelle finde. Dann Best of von den achtzig-X. Tendiere dazu, Prominente rauszuschubsen, wenn ich von weniger prominenten Freunden eine intensivere Aufnahme habe. Tom Tykwer musste schon dran glauben. Sorry, Tom! Aber wir sind ja nicht inniglich befreundet und hatten auch nie was miteinander :-) Bei Eva-Maria Hagen schwanke ich auch. Wollte die Toten ein bißchen ehren. Wie zum Beispiel auch Gerald Uhlig, den Spiritus Rector vom Café Einstein Unter den Linden. Habe ihn einige Male getroffen und wir hatten immer sofort einen ganz unmittelbaren Draht beim Austausch. Ging immer in die Tiefe. Doch, Gerald sollte drinbleiben. Rosa von Praunheim? Interessante Bilder aus seinem Wohnzimmer mit langjährigen Weggefährtinnen. Mal sehen. Aber vor allem lasse ich mich von der Intensität des Moments leiten. Und jetzt muss ich langsam mal schlafen gehen. Lange Tage und Abende für mich…
Prototyp für die Fotografien in der Kellerbar von Sevenstar. Hier Saskia. Es gibt ca. zwanzig gerahmte Portraits aus zwanzig Jahren. Unter anderem der Künstler, die auftreten am 24. Januar.
In meiner kleinen Schreibstube. Bis jetzt siebenunddreißig Karten mit persönlichen Zeilen verschickt, sechs persönlich in die Hand gedrückt. Sieben werden noch verschickt. Oder mehr. Die andern verteil ich in der Stadt, wo mich ein Ort oder wer entzückt! Hab tausend Stück – verrückt! Hoffe, Empfänger fühlen sich beglückt!
trunken bloggen: mit Saskia im ??? „Circus Hotel“ Bar mit doofem Namen „Lost my Voice“. Stundenlang rumgefrickelt und … na ja – nicht hinbekommen, was wir hinbekommen wollten. Scheiß-Theme „Elegant … Dings. „Magazine“. Scheißdreck-Menüführung. Rotwein, Weißwein, vorher Schampus. Nun spricht Saskia eine wirre Nachricht an Jenny auf ihr Smartphone… Blog wichtiger als Kind usw. usf. nun elegant gescheitert… usw. usf. Gute Nacht. Aber Zigarette von vor der Tür war lustig. Neue Bekanntschaft. Schwul, Mutter 84 hat Eisprung. Gute Nacht.
In alten (online) Alben geblättert. Vor zehn Jahren, 27. November 2014, Ina und ich bei einer Ausstellung über Kate Moss in der Galerie Hiltawasky. Habe heute Nachmittag vierzehn Rahmen gekauft, aufgekauft, eine Sorte von einem Profil. Ich hege den vagen Plan, auch einige Fotografien abzuziehen. Ich weiß noch nicht genau, wie und was ich da auswähle. Bei dem riesigen Konvolut schwierig. Vielleicht Bilder der Musikerinnen und Musiker, die auftreten werden und noch ein paar Highlights, wie z. B. eines meiner Portraits von Veruschka. Und Erinnerungen an ein paar besondere Begegnungen. Vielleicht unten im Barbereich verteilt, und bei der kleinen Bühne, in Winkeln, wo keine größeren Flächen sind. Es soll kein Schwerpunkt sein, nur nicht komplett wegfallen.
Bißchen viel Wodka gestern Nacht… ja, der beim Weihnachtsmarkt gekaufte, in eine Flasche umgefüllte. Schon gut, aber ließ sich dann sehr, sehr leicht trinken. Wollte nach Mitternacht keine andere Flasche mit weniger Prozentigem aufmachen, so (vermeintlich) kurz vorm Schlafengehen. Stand dann in Griffweite. Wurde nach vier mit dem Schlafengehen. Aber grundsätzlich schon sehr gut, so etwas im Haus zum haben. Für Momente wie Heimkommen, einfach mal einen kleinen Wodka zur Einläutung des Feierabends. Aber nur einen Schluck. Dann kochen, und leichtere Getränke. Empfehlung an mich. Habe mir seit einigen Wochen angewöhnt, grundsätzlich immer eine Kanne Tee, Darjeeling, zu kochen, die dann den ganzen Abend bereit steht, auf dem Stövchen. Verhindert übermäßigen Alkoholgenuss bei mir, tut immer gut, und schmeckt mir auch. Dazwischen dann ein, zwei Gläser „Anderes“.
Plan war, auf direktem Weg zu Edeka und Rossmann. Der führte durch die Sophie-Gips-Höfe. Am Ausgang zur Sophienstraße überraschte mich der gar nicht überraschende kleine Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk und Spezialitäten. An einem Stand waren Schraubgläser mit Flüssigkeiten, dabei ein großes Schild: „Kein Honig – Schnaps!“ Ich verstand das Konzept nicht, Schnäpse in Schraubgläsern anzubieten und sagte zum Händler-Pärchen: „Das möchte ich aber mal sehen, wie Sie den Schnaps daraus in ein Glas gießen! Er greift unter den Tisch und holt ein Schraubglas hervor, das mit einem Ausgießer in der Mitte des Deckels versehen war. Keine sehr überzeugende Konstruktion, auch optisch, ästhetisch nicht, selbst wenn es funktioniert.
Schon wurde mir angeboten, ob ich kosten möge. Warum nicht, ein Schnäpschen zum Aufwärmen. War gut. Fünfzigprozentiger „Bio“-Wodka. Es gab auch eine cremige Variante, die mich zunächst nicht interessiert hatte. Aber warum nicht auch mal probieren! Ebenfalls delikat. Prost! Wegen der zugewandten Konversation beschloss ich eine Flasche von dem reinen Destillat zu kaufen. Der Händler fragte, ob ich einen Ausgießer hätte, das Zusatzteil, das es auch zu kaufen gab. Ich winkte freundlich ab und erklärte, dass ich es nicht bräuchte, weil ich den Schnaps daheim in eine richtige Flasche umfüllen würde. Man nahm mir die Unverblümtheit nicht übel, wir verabschiedeten uns mit den besten gegenseitigen Wünschen.
Zwanzig Meter weiter blieb ich an einem Stand mit schönen Schneidbrettern aus Olivenholz hängen. Ein ovales gefiel mir recht gut und ich beschloss (trotz keines Mangels an Holzschneidbrettern in meiner kleinen Küche) auch diesen Händlern eine kleine Freude zu machen, indem ich mich kauffreudig zeige. Das waren sehr schöne kleine Begegnungen. Nun kann ich sagen: auch ich war auf dem Weihnachtsmarkt!
Nachdem ich meine Lebensmittelvorräte bei Edeka aufgefüllt hatte, vorher ein paar Sachen – auch zwei Feuerzeuge – bei Rossmann erstanden hatte, ging ich mit schweren Baumwollbeuteln wieder heim. Dort räumte ich in Zeitlupe die Einkäufe aus den Taschen, aß nebenher ein paar Chili-Kessel-Chips und wurde merklich fauler. Dabei sah ich mir mehrere Folgen interessanter Gespräche des „Hotel Matze“ auf youtube an. Lange Gespräche mit Tiefgang. Ich merkte, wie meine Lust schwand, die Wohnung gegen Abend noch einmal zu verlassen.
Eigentlich wollte ich zur Aufführung eines Filmes und anschließendem Konzert über und mit Mona Mur, eine geheimnisvoll attraktive Szene-Erscheinung aus den Achtzigern, die jetzt, mit Mitte Sechzig immer noch aktiv ist und interessante Musikprojekte präsentiert. Wäre in der Galiläa-Kirche Nähe U-Bahnhof Weberwiese gewesen. Aber da keine Freundin mitkommen konnte oder wollte, die mir einen entscheidenden Schubs hätte geben können, blieb ich in meiner chilligen Position im warmen Wohnzimmer und ließ weiter Youtube Clips laufen.
Und da bin ich immer noch, während ich das tippe. Jetzt läuft gerade nebenher die Verfilmung von 1974 von Johannes Mario Simmels Roman „Die Antwort kennt nur der Wind„. Ich erinnere mich an alle Verfilmungen der Simmel-Romane vor allem atmosphärisch und ästhetisch. Bei diesem mit Maurice Ronet und Marthe Keller (und Karin Dor und Eva Pflug) war mir diffus hängengeblieben, dass er in Südfrankreich, in Cannes spielt (wo Simmel lebte) und Marthe Keller eine Malerin spielt, die die dort ansässige High Society portraitiert. Was ist Marthe Keller für eine attraktive Frau. Sie lebt noch. Jedenfalls wollte ich vor allem diese Szenen noch einmal sehen, wo sie an ihrer Staffelei steht. Die hatten damals Eindruck bei mir hinterlassen. Wirre Geschichte um Versicherungsbetrug in gehobenen Kreisen, aber ästhetisch sehenswert. Auch die betont romantisch angelegte Filmmusik ist ein interessantes Stilmittel dieser Siebziger Jahre-Filme. Zeitkolorit.
Heute wieder ein Kapitel im Akt des Nachlassverfahrens. In der Schule hatten wir Physik und Chemie. Letzteres mit abstrusen Experimenten mit Reagenzgläsern. Als hätte jedes Schulkind eine Zukunft in einem Labor zu erwarten. Aber wie die bürokratische Dramaturgie eines Nachlassverfahrens bei vorliegendem, notariell beglaubigtem Testament ist, war in meiner Schulzeit kein Thema. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit nicht so gering, dass man damit einst konfroniert wird. Ok: „We’re gonna cross that bridge, when we come to it.“ Dann eben jetzt. Dass ein Testament vom Amtsgericht „eröffnet“ wird, bedeutet nicht, dass hiermit ein Akt bis zur abschließenden Testamentsvollstreckung begonnen hat, der mit einem Schlussakt in Gestalt eines behördlichen Bescheides, irgendeiner Mitteilung endet. In meinem, unserem Fall war die Mitteilung zur Testamentseröffnung bereits der abschließende Akt. Die Verfügungen umzusetzen, obliegt der Verantwortung der Erben. Da gibt es nicht zwangsläufig einen berufenen Nachlasspfleger. Wie auch immer. Nach heutigem telefonischem Nachhaken bin ich schlauer. Also mit Herrn F., dem mit dem Nachlasskonto betrauten Bank-Mitarbeiter ins Benehmen setzen. Habe ich angestoßen. Nächste Schritte sind nun klar. Das hat mich heute Vormittag beschäftigt. Danach andere Sachen auf dem Schreibtisch. Aber ganz sicher keine vorbereitenden Aktivitäten für meine Ausstellung. Allerdings habe ich die vergangenen zwei Wochen schon so einiges angeleiert. Zum Beispiel durchaus amüsiert ein Gästebuch bestellt, personalisiert angefertigt, und auch schon geliefert bekommen. Das wird ausliegen. Bei der Recherche „personalisiertes Gästebuch“ fand ich nur Gästebücher für Hochzeiten. Es gab online eine Eingabemaske für die Beschriftung mit Goldprägedruck. Gedacht für die Vornamen des Brautpaares. Die Braut heißt Gaga Nielsen und der Bräutigam Sevenstar. Sieht richtig beeindruckend aus. Ich werde aber am 10. Januar kein Brautkleid tragen. Ich heirate diese zauberhafte Galerie ja nicht. Aber eine belebende und wärmende Winter-Affäre.
Nix Paris 1954, Berlin 2024. Mitte, Sevenstar. Where the magic happens: die kleine Bühne der Kellerbar. Viereinhalb Meter breit. Improvisiert in einer Nische des historischen Gemäuers. Santé.🍷
Ich liebe das Gemäuer von Sevenstar. Jeder Winkel zeigt Substanz und Patina. Damit müssen die Bilder natürlich auch in Konkurrenz treten, das ist schon klar. Aber ich werde mit einem sorgsamen Händchen auswählen, was wohin will. Man kann es immer nur vor Ort entscheiden. Grob vorsortieren ist anhand von Formaten zwar schon möglich, aber am Ende entscheidet der Lichteinfall und wie die Texturen von Bild und Wand korrespondieren. Vielleicht mache ich Farbwelten. Ich neige dazu.
Soeben vier zu „Gagas Wunschkonzert “ und zur Ausstellungs-Eröffnung geladende FB-Freunde wieder von den beiden Gästelisten entfernt. Grund: drei davon sind tot, nämlich Abi Ofarim, Gerald Uhlig, Udo P. Klein (Blick nach oben). Und ein weiterer, nicht genannter, ist unwiderruflich im Pflegeheim. Schade. Hätte Euch bestimmt gefallen! Ich glaube, wenn man den FB-Account eines Verstorbenen zum Nachlass-Account erklärt, kommen sie nicht mehr in die Auswahl-Liste für Einladungen. Deshalb war Irina nicht in der Liste. Lerne gerade allerhand über die Eigenheiten vom FB-Einladungs-Tool. Habe ich vorher nie benutzt. Bin seit 2009 bei FB. Nun Lernprozess im Schnellverfahren. Z. B. kann man ein Event nicht zuerst auf „privat“ setzen und dann später auf „öffentlich“. Das lässt sich dann nicht mehr ändern. Ist ja wohl ein Programmierungsfehler. Ich hätte gerne mal erst alles schick gemacht und dann die Einladungen öffentlich gemacht. So bekommt ihr jetzt mit, dass ich den Event-Header vom Gaga-Wunschkonzert noch zweimal geändert habe. Sorry, falls das Verwirrung gestiftet hat. Und nun klickt endlich mal auf „zusagen“ oder „interessiert“ oder kloppt die Einladung in die Tonne! Aber Letzteres werdet ihr später bereuen! 😁
Es ist zwar noch zwei Monate hin, bis diese musikalische Sternstunde am Freitag, dem 24. Januar 2025 um 20 Uhr über die Bühne geht, aber bitte jetzt schon vormerken. Also ich täte hingehen, wenn ich nicht eh schon dort wäre! Es kommt von mir handverlesenes Liedgut zur Aufführung. Ein weltbekanntes Chanson wird sogar in einer neu aufgelegten Interpretation uraufgeführt. Ich will es noch nicht verraten, das würde den Druck für die Interpreten unnötig erhöhen! Also ich freue mich! 🤩
Ich sollte vielleicht gar nicht so stark zum Erscheinen auffordern, weil das Ordnungsamt Mitte sonst wieder seine Einsatzkräfte rekrutieren muss, um die Zaungäste von der Straße zu entfernen. Menschenansammlungen vor der Galerie werden nicht geduldet!
★ E I N L A D U N G G A G A s ★ W U N S C H K O N Z E R T L I V E ★ I N ★ D E R ★ S E V E N S T A R ★ K E L L E R B A R
Fr, 24. Januar 2025 von 20:00 – 22:00 Uhr Gormannstraße 7 in 10119 Berlin (U-Bahnhof Weinmeisterstr.) Für Getränke ist gesorgt.
Dresscode: Black Tie Der Eintritt ist frei!
Bei Gagas Wunschkonzert handelt es sich um eine intime musikalische Performance, die Gaga Nielsens Ausstellung „WELCOME TO GAGANIA“ begleitet, und bei der befreundete Musikerinnen und Musiker emotional besetzte Musikstücke, die von der Künstlerin besonders geschätzt werden, und zur Inspiration bei der Verfertigung ihrer Werke dienten, zum Vortrage bringen.
Es wirken mit: Alban Nikolai Herbst, auxcapri, Cosmic, Hans Rohe, Jenny Kittmann, Karl Neukauf, Maria Schuster und Saskia Rutner.
Während der Laufzeit der Ausstellung vom 10. – 29. Januar 2025 sind weitere Special Events wie Film-Nachmittage an Sonntagen unter Mitwirkung besonderer Gäste geplant – STAY TUNED!
Noch gar nicht gebloggt heute, aber vielfältig tätig gewesen. Gelernt, dass man am Terminal max. tausend Euro von Festgeld auf Giro buchen kann. Aha. Umgekehrt geht mehr. Aber wen interessieren meine Bank-Angelegenheiten? Mich ja selber kaum! Interessant ist Geld nicht, wenn es regungslos angehäuft liegt, sondern in Bewegung kommt, wenn es fließt, Dinge anschiebt.
H E R Z L I C H E ★ E I N L A D U N G Z U R ★ A U S S T E L L U N G S E R Ö F F N U N G G A G A ★ N I E L S E N ★ @ ★ S E V E N S T A R “ W E L C O M E ★ T O ★ G A G A N I A „
Gaga Nielsen gibt ab Fr, 10. Januar 2025 bis einschließlich Mi, 29. Januar 2025 in der Sevenstar Gallery Berlin, Einblick in ihr sentimentales Archiv, bestehend aus Bildern, Skulpturen, Filmen und Fotografien der letzten zwanzig Jahre, ihre bislang geheime Sammlung eigenhändig gezauberter Schätze.
Opening: Fr, 10. Januar von 19:00 – 23:30 Uhr Für Getränke ist gesorgt!
Öffnungszeiten: täglich von 14 – 19 Uhr in der Gormannstraße 7 in 10119 Berlin Mitte (U-Bahnhof Weinmeisterstr.)
Der Eintritt ist frei!
– Vorankündigung –
Am Freitag, dem 24. Januar 2025 findet von 20:00 – 22:00 Uhr in der Kellerbar von Sevenstar eine Performance statt, bei der befreundete Musikerinnen und Musiker, die die Werke der Künstlerin inspiriert haben, Hörbeispiele von den die Inspiration auslösenden Sequenzen zum Vortrage bringen werden. Es wirken mit: auxcapri, Alban Nikolai Herbst, Cosmic, Hans Rohe, Jenny Kittmann, Karl Neukauf, Maria Schuster und Saskia Rutner.
Der Eintritt ist frei!
Während der Laufzeit der Ausstellung sind weitere Special Events wie Film-Nachmittage an Sonntagen mit Mitwirkung besonderer Gäste geplant – STAY TUNED!
So, und jetzt alle aufgehorcht! Eben von Amazon eine Message mit folgendem Betreff erhalten: „Deine Amazon.de-Bestellung mit „Dein Weddingshop Deluxe Hochzeitsgästebuch“ wurde versandt!“
Schnell noch bloggen. Hab heute viel hinter den Kulissen abgestimmt. Bald Näheres, wenn alle Termine fix sind. Ich bastle an einem farbenfrohen Plan für den sonst so grauen Berliner Januar, mit Highlights am Wochenende. Nicht nur für mich alleine!
Folgendes: in der Nacht von Freitag auf Samstag, nach der Ausstellungseröffnung der Anonymen Zeichner, kam ich irgendwann nach vier heim und obwohl bettschwer und trunken, musste ich auf die Schnelle noch in groben Zügen in ein Chatfensterchen schreiben, was ich gerade erlebt hatte. Ich teilte also Jenny und Saskia mit: „(…)Ich war gerade mit Lydia bei einem Opening einer Austellung in Kreuzberg. Wir hatten einen völlig absurden Irrweg von der U-Bahn-Halte Kottbusser Tor zum ja nun gar nicht weit entfernten Mariannenplatz. Der Scheiß-Kotti treibt mich jedesmal in den Irrsinn – null Orientierung. Dann wirtschaftete Lydia mit ihrem Smartphone herum, es wurden verdrehte Vorgaben von der Navi-Tante avisiert, wir immer in die falsche Richtung. Fühlte sich schon wie Wandertag an. Hätte fast an einem Edeka mit Spät-Öffnung Rast eingelegt, um Proviant für die weitere Wanderung zu besorgen. Ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde später sind wir dann doch irgendwie im Bethanien angekommen. Himmel und Menschen! Tausend (exakt 1000) Künstler stellten anonyme Zeichnungen in den altehrwürdigen Gemäuern aus. Sprich: an zig Wänden klebten kleinteilige Zeichnungen der Tausend, aber man konnte nicht wissen/erkennen, von wem. Erst beim Kauf wurde erhellt, von wem man etwas erstanden hat. Der Name stand unter dem angeklebten Bild. Alle Bilder hatten den Einheitspreis von 250 Euro. Wir haben nix gekauft, uns aber schön unterhalten, u. a. mit Sebastian, der dort ausstellte (alter Bloggerfreund von mir).
Danach noch in eine nicht so weit entfernte Kneipe, Tendenz Spelunke. Leicht punkig, aber mit den alten Schultheiss-Leuchtreklame-Lampen überall. Als Zapfenstreich war, fiel ein bestimmter weiblicher Gast vom Barhocker. Rappelte sich wieder auf, fiel wieder runter, lachte debil 🙂 Dann war aber endgültig Schluss und Bettschwere. Lydia hatte die Idee, anstatt zur nächsten U-Bahnhalte der U8 zu tapern, ein „Bolt“-Taxi zu rufen, indem sie die Zielstraße und unseren Standort in irgendeine App eintippte. „Ümüt“ (o. ä.) kam dann auch pünktlich, rief nach „Lydia“ und wir identifizierten uns und stiegen zu. Eigentlich sollte das nächste Ziel die Joachimstr. xy in Mitte sein, wo ich zu geruhen pflege. Aber: Ümüt hielt in der Joachimsthaler Str. xy sein Fahrzeug an. Ich war verwirrt. Komisch, konnte mich an gar keine Ecke in meiner Hood erinnern, die dem ähnelte… nun ja. Lydia hatte sich halt vertippt und statt Joachim- Joachimsthaler Str. eingegeben. Also wurde ein Folgeauftrag ausgesprochen. und wir zurückkutschiert…“
Nächste Message am darauffolgenden Abend: „Die Alkoholvergiftung, die Du Dir gestern ersparst hast, hab ich für Dich übernommen, Saskia. Daher besteht mein heutiger Blogeintrag nur aus zwei Wörtern: „Heute: Ruhetag.“ 🙂
Aber Sebastian bedankte sich artig und liebreizend für unsere Gesellschaft. Ihn wird es nicht gestört haben, dass wir betrunken waren, er wars ja selber! Folgende Zeilen ließ er mir zukommen:
„…und ich danke herzlich fürs Kommen und fürs Teilhaben! Es war mir einmal wieder ein wirklich ganz wunderbarer Abend, der zuletzt ja in der goldenen Harfe, nein, im weissen Elefant, nein, im blauen Affen, nein, im goldenen Hahn endete bis spät in die Kreuzberger Nacht am Heinrichplatz, nein, jetzt Rio-Reiser-Platz. Dabei auch die wunderbare Lydia G., der ebensolche Juergen-Arne K., die Christine R. als Bildhauerin und wir zwo. Merci, liebe Gaga. Und hoffentlich auf bald, lang lebe das Blogwesen!“
Da kann man doch nur unterschreiben und sich freuen, dass man nach zwei Tagen schwerem Kater wieder wortreich zu bloggen imstande ist!
Und mit diesem Bild von Sebastian Rogler sage ich Adieu zu Manfred Eichel, den ich am 3. Oktober, nur fünf Wochen vor seinem plötzlichen Tod noch kennenlernen durfte. Es war mir ein Vergnügen, lieber Manfred. Das kleine „adieu“ unten auf dem Bild hatte ich am Freitag davor stehend ohne meine Lesebrille gar nicht lesen können. Erst jetzt, das Foto betrachtend, sehe ich es… adieu
Freitag, 15. November. Eröffnung im Künstlerhaus Bethanien. Anonyme Zeichner’innen. 1000 Zeichnungen hängen anonym an vielen Wänden, jede kostet 250 Euro. Erst, wenn man ein Bild kauft, erfährt man, wer das Bild erschaffen hat. Der Name steht unter den Bildern an der Wand. Meistens sind es kleinformatige Werke, oft in Postkartengröße oder doppelt so groß oder auch DIN A 4. Selten bis gar nicht, größer. Ich war mit Lydia da, weil mein lieber Freund Sebastian Rogler auch mit einem Werk vertreten war.