Heringsdorf Villa Irmgard
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Mit dem ägyptischen Wandbehang und der orientalischen Schabracke über dem korrespondierend geschmückten Diwan fand Gorki 1922 die angesagteste Wohnmode vor, bekannt als „Egyptian Revival“ oder „Ägyptomanie“. Zusätzlich entfacht durch die spektakuläre Entdeckung des weitgehend unberührten Grabes von König Tutanchamun im November 1922 durch Howard Carter. Nach dem Fund 1922 brach ein regelrechtes Fieber aus. Designer auf der ganzen Welt adaptierten die altägyptische Ästhetik und verschmolzen sie direkt mit dem damals aufkommenden Art-Déco-Stil. Skulpturen und Nofretete-Büsten, Vasen, Buchstützen, Spiegel mit goldenen Pharaonenmasken, Textilien mit Lotusblüten-, Skarabäen- und Hieroglyphenmotiven. Könnte auch sein, dass die abgebildeten textilen Wohnaccessoires erst nach Gorkis Aufenthalt ihren Weg in die Villa fanden, aber sie rühren vermutlich aus genau dieser Epoche. Damals kamen erstmalig, nur für die besser situierte Gesellschaft erschwingliche Reisen nach Ägypten in Mode, ein großer Luxus, und es ist vorstellbar, dass der arrivierte Sanitätsrat Becher mit Gattin eine Nilkreuzfahrt unternahm und die Gegenstände auf einem orientalischen Markt als Souvenirs bekam.

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