
Kurioses Déjà-vu heute an genau derselben Stelle am Hackeschen Markt, wie am 24. Juni. Wieder läuft eine junge Frau vor mir auf dem Gehweg, ähnliche Frisur, ähnliche Statur, aber eine andere Person. Wetterbedingt (es war regnerisch und eher kühl vorhin) ist sie alles andere als leicht bekleidet, sie trägt einen leichten Kurzmantel und eine lange Hose, Blickfang ist ihr Rucksack mit der Aufschrift „Antrag abgelehnt“. Ich konnte nicht umhin, an ihren heimlichen Zwilling zu denken, die Passantin an dem heißen Tag, die sehr wenig anhatte, was durchaus auch lasziv wirkte. Die junge Frau von heute war wie ein Gegenentwurf zu ihr gekleidet, maximal bedeckt und kein bisschen figurbetont, brav und bieder. Ein Outfit das nur sehr um die Ecke gedacht, erotische Assoziationen auslösen dürfte. Die Aufschrift auf ihrem Rucksack schien mir wie die Antwort auf eine potenzielle Annäherung: „Antrag abgelehnt“. Als hätte sich eine höhere Wesenheit, die mich dazu bringen wollte, schon wieder ein Bild zu zaubern, einen Scherz erlaubt und mich zu dieser Replik auf das „leichte Mädchen“ von neulich provozieren wollen. Ich muss daher zum Vergleich die leichtbekleidete Dame noch einmal präsentieren, dieser konträre, aufeinanderfolgende Eindruck ist einfach kurios.

An dieser Stelle scheint es mir passend zu erwähnen, dass ich die Figuren mit sehr viel Bedacht anlege, en detail beschreibe. Wenn eine Figur an bestimmten Stellen kurvig ist, wie beispielsweise die junge Frau neulich, die ich von hinten am Lampengeschäft vorbeigehen sah, mit der hellen Hose, die den Hintern zum absoluten Blickfang machte, ist das vor allem meine dezidierte, explizite Vorgabe. Tatsächlich musste ich an diesem schönen Popo ganz schön herumdoktern, weil er mir wiederholt nicht sexy genug war, mindestens viermal musste nachgebessert werden, ich wurde schon pampig, weil mir der Hintern zu wenig Sex Appeal hatte, das ging dann so weit, dass ich nicht mehr von Hintern oder Popo sprach, sondern leicht ausfällig wurde à la: „den ARSCH dicker!“ Denn von Hause aus hat Gemini keine prominent hervorragende Darstellung dieser Körperpartie angeboten. Das erwähne ich, weil mir meine liebe Freundin Ina neulich im Terzo Mondo spiegelte, sie habe den Eindruck, dass „die KI“ mit klischeehaften Stereotypen und Überzeichnungen arbeitet und nannte als Beispiel den Hintern der Frau mit der weißen Hose. Das fand ich sehr lustig! Der Hintern WAR so, nicht weil eine KI oder ich überzeichnete Klischees im Kopf haben, sondern weil dieser wirklich schöne Hintern mit seinem rhythmischen Gewackel ein belebender, ja schöner Anblick war! Ich musste diesen Teil der Schöpfung angemessen würdigen.