Nun wird sich mancher fragen, wieso ich so lange brauche, um zur Sache, also zur Burg selbst zu kommen. Dem weiß ich zu entgegnen: gerne begeben Sie sich selbst dereinst auf den Weg zur Nürnberger Kaiserburg und werden feststellen: man fährt nicht mit dem Taxi zur Adresse „Burg 1“, steigt aus, klingelt, die Tür geht auf und schon ist man mittendrin, in der guten Kaiser-Stube. Das wäre eine schlechte Burg! Die Bastion will erobert werden, strategische Annäherung ist vonnöten. Das Allerheyligste wird nicht holterdipolter wie zu später Stunde der Späti gestürmt, wenn der Kühlschrank leer ist. Die Annäherung folgt zurecht einer hochkomplizierten Dramaturgie. Diese möchte ich für die Daheimgebliegenen erlebbar machen! Nachdem wir also den äußeren Burghof durchschreiten duften, holen wir uns erst einmal einen Passierschein, ein Billet für den Zutritt der Burg, und dürfen sodann durch den inneren Burghof, von wo wir Einlass erbitten.

Aber erst einmal eine kleine Rast. Im Schatten, gegenüber des Lindenbaumes in der Mitte, steht eine Bank, die ist meine. Proviant habe ich auch dabei: sprudeliges Wasser, Nüsschen, Salamiwürstchen und einen Apfel. Hier lässt sichs gut seyn! Da fällt mir ein: schon lange nicht mehr Albrecht erwähnt! Der hatte von der Linde auch schon gehört, nämlich schreibt er in seiner Familienchronik, vom Vater überliefert: „(…) als man gezählt hat nach Christi Geburt 1455 Jahr, an St. Loyentag (25. Juni). Und auf denselben Tag hatte Philipp Birkamer (Pirkheimer) Hochzeit auf der Vesten, und war ein grosser Tanz unter der grossen Linden.“

Die Besucherinformation weiß zu berichten: „Im inneren Burghof stand, bis sie ersetzt werden musste, die mehrere hundert Jahre alte „Kunigundenlinde“. Sie soll von der heilig gesprochenen Kaiserin Kunigunde gepflanzt worden sein.“ Und Kunigunde hat sie wohl aus Dankbarkeit gepflanzt, weil ihr Kaiser Heinrich II. zu Pferd an einem Abhang von einem Baum gerettet wurde. Die Linde im Hof war ein Ableger, ein Zweiglein vom rettenden Lindenbaum, so geht die Sage. Eine gute halbe Stunde muss ich da gesessen sein und sinniert haben, es geht auf halbdrey zu! Nun aber frisch gestärkt hineyn in die große Veste! Ich erbitte nun etwas Geduld die Fortsetzung meiner ansonsten recht zügigen Berichterstattung betreffend, da mich bis in die Abendstunden anderweitige Tagesgeschäfte beanspruchen. Bleiben Sie dran, Fortsetzung folgt!

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