Hallöchen! Da kommen wir der Burg jetzt aber entschieden näher. Der Sinwell-Turm guckt schon zwischen Fachwerkhäusern hervor, zum Greifen nah. Einmal habe ich ihn schon gezeigt, aus der Entfernung vom Lorenzer Platz, beim Tugendbrunnen. Hier, zur Erinnerung der Blick aus der Ferne. Dass sich das Fachwerk hier verdichtet, liegt sicher an den Wiederaufbaubemühungen nach dem zweiten Weltkrieg, wo Prioritäten gesetzt werden mussten, wo man den Aufwand betreibt. Wer die Bedeutung von Nürnberg während der Nazizeit erinnert, wird verstehen, dass Nürnberg ebenso wie Berlin und München ein vorrangiges Ziel der Angriffe sein musste. Weil das den Nürnbergern völlig klar war, haben sie viele Kunstschätze im sogenannten unterirdischen Kunstbunker geschützt. Aber die Häuser selbst konnten sie nicht schützen, wie auch. Höchstens durch freiwillige Kapitulation, aber dafür war die sture Nazi-Idiotie zu sehr in ihrem Fahrwasser, eben zu dumm und kurzsichtig. Als ich den Sinwellturm von da an immer wieder durchblitzen sah, wuchs mein Wunsch, hinaufzusteigen. Habe ich auch gemacht, aber dazu später, viel später. Wir haben noch mehr anzuschauen, es geht immer noch bergauf in der Bergstraße.

3 Antworten auf „14. August 2022

  1. Und ob. Das sogenannte „Reichsparteitagsgelände“ federführend von Albert Speer entworfen und gebaut, auf dem Zeppelinfeld, wo die gigantischen Aufmärsche von Leni Riefenstahl in Szene gesetzt wurden. Das gibt es noch, später wurden dort große open air Konzerte aufgeführt, und die Einstürzenden Neubauten haben 1986 dort im „Goldenen Saal“, der weder vorher noch danach für solche Zwecke benutzt wurde, ein Konzert als Gegenzauber gemacht, das viel Aufsehen erregte.

    Hier Näheres über das Gelände:
    https://www.br.de/mediathek/video/erbe-und-buerde-das-nuernberger-zeppelinfeld-av:585dc7123e2f290012a84f79

    https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/themen/nationalsozialismus/das-reichsparteitagsgelaende

    https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Saal_(N%C3%BCrnberg)

  2. arboretum – 15. Aug, 21:19
    ZDF Aspekte berichtete 1986 über das Konzert der Einstürzenden Neubauten. Es muss elend kalt da drin gewesen sein, das ist trotz der schlechten Qualität des Videos zu erkennen.

    An das Reichstagsgelände erinnere ich mich noch. Damals gab es das Dokumentationszentrum natürlich noch nicht, aber mein Vater erklärte uns das alles. Es war sonst niemand dort außer uns, überhaupt wirkte es so, als wolle die Stadt davon lieber nichts wissen.

    Der Link zum „Goldenen Saal“ funktioniert so nicht, vielleicht aber dieser. https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Saal_(N%C3%BCrnberg)

    g a g a – 15. Aug, 21:42
    Danke für den Link zu dem Aspekte-Bericht. Ich wäre damals gerne hingegangen, aber die Tickets waren zu schnell vergriffen. Blixa war damals auf dem Cover des Nürnberger-Stadtmagazins „Plärrer“ (gibt es nicht mehr), ich hatte das Cover und die Ankündigung aufbewahrt, hab ich noch. Passte alles in meine Aufbruchstimmung im Frühjahr 1986…

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