DER BADEMEISTER, Kugelschreiber in Notizbuch, 1982, DIN A 5

Wenn mir langweilig war im Unterricht, und das war öfter der Fall, habe ich gerne mal etwas gezeichnet. Die Lehrkräfte oder meine Banknachbarin. Manchmal aber auch so ganz frei phantasierte Gestalten. Zum Beispiel den Bademeister hier. Er sitzt auf einem Hochsitz am Strand, und kontrolliert das Geschehen. Sagen wir wie es ist: es ist ein alter Sack, mit dem man eigentlich nichts zu tun haben will. Aber die Welt ist rund und bunt, und solche Leute gibt es eben auch. Alte, weiße Männer, die sich für wichtig halten und gerne Kontrollblicke werfen.

Was ich bei der Zeichnung wohl nicht bedacht hatte war, dass so ein Bademeister eigentlich etwas sportlich sein muss, weil er ja nicht nur mit dem Megaphon die Leute aus dem Wasser ruft, sondern im Notfall auch rausschwimmen muss und retten. Ich bin mir nicht so sicher, ob der alte Bademeister das hinkriegt. Aber vielleicht sind das auch unangebrachte Vorurteile, dass jemand, der so bucklig dasitzt, keine Sprungkraft mehr hat. Also falls ich da etwas Falsches unterstelle, entschuldige ich mich beim Bademeister.

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