Gestern Vormittag vorgehabt, eine interessante Wahrnehmung in der S-Bahn hier festzuhalten, dann verlief der Tag etwas anders als erwartet. Ich bekam einen Anruf vom Eigentümer meines Ateliers, dass am Tag davor eine Notöffnung durch die Polizei und Feuerwehr veranlasst wurde, weil die Nachbarin unter mir einen Wasserschaden von oben bemerkte. Ich war zwei Tage nicht dort und für die Nachbarin nicht kontaktierbar. Hätte ja auch sein können, dass ich tot hinter der Tür liege.

Der Eigentümer erklärte, dass das Wasser abgedreht und ein neues Schloss eingebaut wurde, und ich nun zur Polizeiwache müsste, um die Schlüssel zu bekommen, mit Mietvertrag und Personalausweis. Alsdann sollte ich Kontakt zum Installateur aufnehmen, der den „geplatzten Panzerschlauch“ austauschen soll und auch die sonstige Installation prüfen. Puh. Mit viel Beharrungsvermögen habe ich den Klempner telefonisch dazu gebracht, sich mit mir um 17 Uhr beim Objekt zu treffen, da hätte er gerne schon Feierabend gemacht.

So war ich nun gestern Nachmittag auf der Polizeiwache Abschnitt 55 in der Rollbergstr., ging alles reibungslos über die Bühne. Der Polizist begutachtete den Mietvertrag mit der sehr akzentuierten (schwer leserlichen) Handschrift meines Vermieters und hatte dann sichtbar keine Lust, die Eintragungen wissenschaftlich zu analysieren und gab mir die Schlüssel. Ganz altmodische Polizeiwache, dass keine mechanischen Schreibmaschinen auf den Siebziger Jahre-Schreibtischen standen, war fast ein wenig schade. Es gab schon Computer, sogar Flachbildschirme. War ich da also auch einmal.

Dann etwas bang vor der Tür meiner Werkstatt, was würde mich erwarten? Ein Durcheinander wie nach einem Einbruch, umgeworfene Bilder, eine Pfütze auf dem Boden? Nichts da. Sie waren sehr umsichtig, die Feuerwehrleute und hatten zwei Zettel hinterlassen. Dann kam der Klempner und hat den Schlauch gewechselt und alles war wieder ok. Also Glück im Unglück. Bei dem Wort „Notöffnung“ zuckt man schon zusammen.

Die interessante S-Bahn-Beobachtung erzähle ich später noch.

3 Antworten auf „14. August 2020

  1. Ich verstehe bloß nicht, warum sich die Nachbarin nicht erstmal an Eigentümer/Vermieter gewandt hat, der ja anscheinend weiß, wie man dich kontaktieren kann. Zumal das Wasser ja wie es sich anhört nicht in Sturzbächen und Fontänen gelaufen ist. Ich rufe bei sowas immer den Vermieter an, der dann eh alles in die Wege leitet, was nötig ist. Mir wäre ebenfalls mulmig gewesen, die Wohnung zu betreten, vor allem in Anbetracht deiner vielen, sicherlich nicht wasserfesten Werke darin.

  2. Hab ich auch drüber nachgedacht. Allerdings steht auf dem Einsatzprotokoll der Feuerwehr, dass der Notruf um 22 Uhr eingegangen ist. Kann gut sein, dass sie keine Mobilnummer von unserem Vermieter hat, ich bin mir auch nicht sicher, ob ich eine habe. Er ruft immer mich an, aber im zweiten Schritt, zuerst schreibt er eine Mail, wenn etwas anliegt. Und der Vermieter wohnt ganz woanders, bei ihm hätte sie auch nicht mal eben klingeln können. Ich hab eine Büronummer von ihm, glaub ich… aber um 22 Uhr wird er da auch nicht mehr sein. Ist ja alles gut ausgegangen. Ich hätte übrigens, wäre ich dagewesen, auch nicht gewusst, wo ich herumschraube, um das Wasser zu stoppen. Sicher unter der Spüle, schon klar, aber welches Teil genau…? Hätte ich herumdilettiert. Im Bad ist auch ein Wasserabdrehhahn, hinter einer Kachel versteckt, der war mir noch gar nicht bekannt, sah ich gestern zum ersten mal, weil die Kachel weg war.

  3. Ina Weisse
    Gut, dass du den Mietvertrag zu Hand hattest, ich hätte etwas suchen müssen. und was, wenn du den Vertrag im Atelier gehabt hättest??

    Gaga Nielsen
    Dann hätte ich dem Polizisten genau das erklärt und ihm vorgeschlagen, dass ich mit ihm oder einem oder auch gerne zwei Kollegen gemeinsam im Polizeiauto hinfahre, er aufmacht, ich ihm den Vertrag vorlege und er mir dann die Schlüssel aushändigt. Ich bin noch nie Polizeiauto gefahren, hätte mir gefallen. Im Bestatterauto mitfahren kenn ich schon (m. Maria!), das ist toll!

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