ORAKEL. Telefonkritzelei, Kugelschreiber auf Post-it-Haftnotiz, 10. Januar 2008, 7,5 x 7,5 cm, Staatl. Museen von Gaganien

Schade, dass ich nicht notiert habe, mit wem ich telefoniert habe und worum es ging. Das Kritzeln ergab sich immer bei längeren Telefonaten. Ich habe seit Jahren keine Telefonkritzelei mehr gemacht. Wenn ich privat telefoniere, dann fast nur mit meinen Eltern. Meine Freizeitkonversation hat sich nahezu vollständig auf Tippen im Chat und persönliche Begegnung verlagert. Den Zettel zu betiteln und hochtrabend zu signieren, erscheint mir aber schon angemessen. Das sieht doch ein bißchen wie das Ergebnis einer Sitzung mit Totem und Hühnerbein beim Voodoopriester aus. Lesen konnte ich es damals wie heute nicht. Falls da jemand mehr erkennt, gerne als Kommentar.

16 Antworten auf „30. Juli 2020

  1. den seh ich auch, und unten einen oder sogar mehrere Knochen. Aber was ist die Botschaft aus dem Unterbewußten? Ich denke, so was zu deuten, ist so schwierig wie die Frage „was kommt nach dem Tod?“ uff… es gab andere Kritzeleien, die total eckig waren, ist mir dunkel in Erinnerung, habe es selten aufgehoben…

  2. Bernward R.
    Das ORAKEL könnte nebenbei eine coole CD kleiden .. Gruß, b.

    Gaga Nielsen
    dann lass mal deine Connections zur Plattenindustrie spielen 😉
    eben noch mal geguckt – ich gebe dir Recht! Gibt es die Red Hot Chili Peppers eigentlich noch?

    Valerian S,
    Wunderschön!

    Gaga Nielsen
    <3

  3. Ich würde behaupten, wenn man eckig kritzelt, kommt das mehr aus der linken Gehirnhälfte, und sowas wie oben eher wenn die rechte Gerhirnhälfte aktiv ist. Weiß aber nicht, ob das wirklich so ist.

  4. …aber was will uns der Dichter damit sagen? Der Mensch ist so komisch gestrickt, dass er immer in allem einen Sinn erkennen will und Antworten auf Fragen sucht, die man sich vielleicht nur aus menschlicher Gewohnheit stellt. Man könnte ja auch sagen, ist eben irgendein Gekritzel, ist doch egal. Aber nein, immer wieder die Suche nach dem Sinn!

  5. Ist ja nicht immer verkehrt. Träume z.B. erhalten häufig sehr klare Botschaften, wenn man sich darauf einläßt und sein eigenes „Traumvokabular“ schon entschlüsselt hat. Und solche Kritzeleien können in der Tat etwas aus der Psyche erzählen, wie man ja auch bei Kinderzeichnungen erkennt und psychologisch nutzt. Kommt halt immer auf die Ausgewogenheit an und daß man es mit einer Analyse nicht übertreibt. Wo wir dann wieder bei der Ausgewogenheit zwischen rechter und linker Gehirnhälfte wären. *gg*

  6. Dass du deine Träume seit vielen Jahren gut erinnerst und aufschreibst und Schlüsse daraus ziehst, ist mir bekannt. Aber hast du auch schon einmal eine Handlung daraus abgeleitet, für dich konkret erinnerbar? Ich meine damit, ob du nach einem Traum eine Klarheit über eine nebulöse Angelegenheit hattest, die zu einer Aktivität geführt hat, beispielsweise den Kontakt zu jemandem zu beenden, oder einen Lebensaspekt konkret zu verändern?

  7. Ja, das kam schon vor. Das waren aber dann sogenannte Wahrträume, die so oder ähnlich in Erfüllung gegangen sind. Aber auch auf der psychologischen Ebene kann ich manchmal bestimmte Dinge erkennen, die mir im Wachbewußtsein unbemerkt blieben und kann dann auf dieser inneren Ebene handeln, um zu intervenieren.

  8. Hab gerade den Begriff „Wahrtraum“ recheriert, da er mir nicht bekannt war…
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrtraum

    Ich bemerke auch Unterschiede von Intensität, also dem Empfinden von Wahrhaftigkeit, realem Erleben, bei meinen Träumen. Was dann besonders interessant ist, wenn man das Gefühl hat, mit einem nahestehenden Toten etwas Reales erlebt zu haben. Ich hatte das immer wieder mit meinem Bruder, der seit 1987 nicht mehr lebt. Es ist oft in trivialer Weise alltäglich, was dann aber aufgrund der unspektakulären Begebenheiten fast eine tröstliche Dimension hat, so als würde der gemeinsame Lebensweg fortgesetzt werden, ganz ohne Pathos. Eine irritierende Normalität.

  9. Das kenne ich auch. Völlig normal. In meinen Träumen ist es oft außerdem so, daß die Toten leben, aber die Lebenden dazu (Partner usw.) tot sind. Ich habe für mich daraus den Schluss gezogen, daß es Menschen gibt, mit denen man immer irgendwie verbunden bleibt, auch auf einer anderen Ebene, wenn sie nicht mehr leben. Manchmal neige ich sogar zu der Vermutung, daß die ganze sogenannte Realität ein Witz ist.

  10. ich hoffe immer, dass man auf diese Fragen beim Todesvorgang endlich Antwort erhält… Klarheit darüber, ob es das, was wir als Zeit, aufgeteilt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennen, in einer anderen, vielleicht übergeordneten Dimension, gar nicht gibt. Was das Empfinden von Gleichzeitigkeit von Vergangenem, Gegenwärtigen und Künftigen im Traumbewusststein erklären könnte, und auch sogenannte Hellsichtigkeit.

  11. Genau, vielleicht efahren wir es dann. Ich muß da immer an den Traum denken, den ich von meiner Tante hatte, kurz nachdem sie verstorben ist. Ich sah sie darin mit einem großen schwarzen Bären, der über ihr lag und ich dachte zuerst, sie kämpft mit dem Bären. Doch dann sah ich, daß sie lachte und lachte und lachte und mehr mit dem Bären tollte – so nach dem Motto „Was für einen Bären haben die mir aufgebunden!“ Und ich dachte bei mir spontan, aha, sie weiß jetzt bescheid.

  12. Wundervoll…. will auch Bescheid wissen, aber wenn es erst auf der anderen Seite möglich, ist, warte ich gerne noch und vertreib mir die Zeit möglichst angenehm. Die Erde ist so schön. Wir haben echt den Premiumplaneten gekriegt, sag ich mal mangels besserer Kenntnis von anderen belebten Planeten in anderen Sonnensystemen…

  13. C. Araxe – 31. Jul, 01:52
    Der Adler, oder das über allen Schwebende und Bestimmende, weist mit allen Augen der Himmelsrichtungen auf den Tod. Der Tod durchbricht die ohnehin schon abwärts weisende Lebenskurve. Aber die Kurve zeigt letztendlich aufwärts. Also alles nicht so schlimm. Da funkte nur kurz mal was Zerstörerisches rein, aber das wurde mit einigen Brüchen überwunden und es geht wieder aufwärts. Alles gut.

    g a g a – 31. Jul, 02:11
    Und wo genau ist in dem Motiv der Tod verortet? Ich bin ja immer fasziniert, wenn jemand mit großer Bestimmtheit Aussagen über ein Motiv aus meiner Hand trifft. Und auch interessant: wie so eine Betrachtung zustande kommt. Telefonkritzeleien entwickeln sich ja wie Automatisches Schreiben aus dem Unbewußten. Meine Bilder nicht unähnlich, da kann ich aber immerhin nachvollziehen, wo ich bei meiner jeweiligen intellektuellen Abwesenheit gefühlsmäßig war. Interessant ist immer, was andere wahrnehmen, empfinden, interpretieren. Aber mit Bestimmtheit eine Aussage zu treffen, als handele es sich um Fakten, ist mir doch befremdlich. Wie kommt die Sichtweise zustande, C. Araxe?

  14. kid37 – 31. Jul, 14:13
    Habe gerade überlegt, ob wir da vielleicht telefoniert haben. Dann heißt es, von oben nach unten gespult: Auge zu und durch! Das könnte dazu passen, daß ich am Telefon (sonst ja niemals) ab und an in einen Wasserfallmodus gerate, was dazu führt, daß der/die/das Zuhörer mir gerne den ein oder anderen Knochen brechen möchte. Oder das Kabel (was man damals noch hatte) durchschneiden. Das ist jetzt sehr pragmatisch, weniger metaphysisch interpretiert. Diesen „Teppichläufer“ mit den vier runden Symbolen kriege ich allerdings nicht unter.

    g a g a – 31. Jul, 14:36
    Vielleicht kann man mit der entsprechenden einschlägigen, überbordenden Phantasie in dem Teppichläufer auch ein ausgehobenes Grab mit vier Urnen sehen! Teppichläufer wäre freilich die lebensbejahendere Interpretation. Wenn man in einem düsteren Universum lebt, liegen dunkle Auslegungen sicher näher. Ich glaube zu erinnern, dass ich das an meinem Schreibtisch gekritzelt habe, wo ich selten rein private Telefonate absolviere. Oder wir hatten 2008 einen geschäftlichen Kontakt, den ich vergessen habe? In meiner Wohnung gibt es keinen Haftnotizblock, noch nie.

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