Wer heute seinen Postkasten besucht, könnte darin ein Kärtchen von mir finden. Am Freitag war wieder Frühlingstombola, allerdings vielleicht zum letzten mal. Ich habe mich nämlich ein bißchen mit Fortuna herumgestritten. Sie will immer nur sieben Karten verlosen, ich muss mich dann ihrer Entscheidung beugen. Sie ist da leider sehr autoritär und lässt nicht mit sich handeln. Diesmal hat es mich besonders geärgert, weil ich das Motiv gerne den ausgewiesenen Blumenliebhaberinnen unter meinen Freundinnen zukommen lassen wollte, z. B. J. und C., aber ich konnte einfach nicht schummeln. Am Ende trifft es ja auch so immer die Richtigen, das will ich gar nicht bestreiten.

Außerdem hat sie auch noch mit mir geschimpft, weil ich bei den letzten Postkarten den Text aufgedruckt habe und nur die Anrede und die Anschrift mit der Hand geschrieben. Das wäre kein guter Stil und wirkt unpersönlich, hat sie gemeint. Wahrscheinlich hat sie da auch ein bißchen recht. Ich wollte aber auch ganz viel auf die Karten schreiben und so klein kann ich nicht mit der Hand schreiben, deswegen! Jedenfalls habe ich diesmal wirklich alles, alles mit der Hand geschrieben, aber dafür ist die Glücksbotschaft halt entsprechend kürzer! Man kann nicht alles haben! Aber sie kommt wie immer von Herzen.

Am meisten freue ich mich, wenn Gewinner dabei sind, die bis jetzt noch gar nicht gewonnen haben, nämlich K. und P.! Wegen der Diskretion muss ich die Namen abkürzen, mir reicht schon der Ärger mit Fortuna! Also gewonnen haben: A., I., K., M., M., M. und P. (alles Mädchen)

13 Antworten auf „11. Mai 2020

  1. Fortuna gesteht nicht allen eine Postkarte zu, weil es eben etwas ganz Besonderes ist. Umso mehr freuen sich die, die Glück haben. So ist das nun einmal bei einer Tombola – immerhin bekommt auch keiner eine Niete.

    Und nachdem ich mitunter mein eigenes Gekrickel nicht mehr lesen konnte, fand ich es auch nicht schlimm, dass eine Karte gedruckt war.

    P.S. Das ist ein sehr schönes Motiv für einen Frühlingsgruß.

  2. Stimmt, keiner kriegt eine hässliche Niete! Wobei man natürlich auch nicht genau weiß, ob nicht doch die eine oder andere Empfängerin die Augen verdreht. Das einzig Gute ist dann, dass man die Karte unauffällig in eine Schublade legen kann, sie nimmt keinen großen Platz weg und verlangt auch keine Präsentation im Besuchsfall wie Nippesfiguren. Jedenfalls habe ich mich auf diese Weise wieder einmal in Erinnerung gebracht. Es weiß ja sonst kaum einer, dass es mich noch gibt!

  3. Als könnte jemand, der hier liest oder Sie gar kennt, vergessen, dass es Sie gibt. Nein, das ist schier unmöglich, Sie sind unvergesslich.

    Ebensowenig glaube ich, dass jemand so eine schöne Karte einfach in die Schublade stopft. Solche Banausen kennen Sie doch gar nicht – oder zumindest nicht deren Anschrift. ;-)

  4. Als ich am späten Nachmittag das Haus verließ, fand ich die schöne Karte im Briefkasten – ich habe mich sehr gefreut! Sie steht jetzt hier an meinem Schreibtisch und kommt später für eine Weile in mein Mini-Museum. Erma Bossis Portrait von Marianne von Werefkin habe ich nun genug gesehen, das wandert ins Depot.

    Bitte richten Sie Fortuna meine herzlichen Grüße und artigen Dank aus.

  5. …so viel Glück! Wenn ich richtig zähle, jetzt schon zum dritten mal – aller guten Dinge sind drei! Ich glaube, so oft hat noch niemand gewonnen. Bin mir sogar fast sicher (obwohl ich langsam ein bißchen den Überblick verliere). Hat jedenfalls nicht die Falsche getroffen, in Anbetracht des Sachverhalts, dass die gute alte Postkartenkultur nicht auf Irritation oder Befremden stößt!

  6. zu „vergessen werden“… ich weiß schon, dass ich mit meiner Twitter- und Instagram-Abstinenz kein mengenmäßig großartiges Feedback zu erwarten habe. Aber ich weiß die wenigen Rückmeldungen meiner treuesten Leserinnen und Leser über die Maßen zu schätzen und zu würdigen. Niemals würde ich einen Kommentar unbeantwortet lassen! Ich freue mich über jeden Kommentar wie am ersten Tag. Langsam dämmert mir, dass man mit einer schönen Dankbarkeit lebt, wenn man nicht mit Zuspruch überschüttet wird. Das gilt für alle Lebensbereiche. Vorgestern hat mir die Charité einen Fragebogen geschickt, in dem ich ausführlich zu meiner Verfassung und Befindlichkeit und Gesundheit seit der Coronageschichte befragt wurde. Ich konnte so viel positiv beantworten, dass mir noch mal mehr bewusst wurde, dass ich aufgrund meiner privaten Lebenssituation so eine gute Widerstandsfähigkeit gelernt habe, dass mir das Ganze undramatisch von der Hand geht. Andere fänden es vielleicht schlimm und bedauernswert. Ich meine vor allem, was das dauerhafte Abstandhalten und Alleinleben angeht. Ja, man kann guter Dinge sein, auch wenn man seine freie Zeit komplett allein verbringt.

  7. Ein ganz wunderbares Motiv, das mich sehr an Fliederblüten erinnert. Ich mag die Farben gerne, in Garbo-Kombination noch mehr. Die Karte kam etwas geknickt heute bei mir an – das passt, denn ich bin ja auch ein bisschen geknickt. Ich lege sie einfach erst mal in einem Stapel ab, damit sie sich wieder glättet. Postkarten stecke ich auch gerne in Bücher als Lesezeichen. Wenn ich das Buch nach einer gewissen Zeit wieder in die Hand nehme, entdecke ich die Karten und lese sie wieder. So ist es ein mehrmaliges Vergnügen.

    Vielen Dank an Fortuna. Glück braucht man ja für alles.

  8. oh… Eselsohren… na ja, ist dann halt die Patina des Lebens einer Postkarte. Die erlebt eben mehr als eine E-Mail. Ich habe bei anderen Motiven auch schon zweimal gesehen, dass die Farbe abgestoßen war, was mich auf die Idee brachte (aber noch nicht umgesetzt bislang), bei einem neuerlichen Versand in alle Winde, Zellophan auf die Vorderseite zu kleben, so leicht um die Kante gebogen, und bei Empfang zieht man die Folie dann ab. So wäre die Postkartensache noch gewahrt und es wäre noch kein Brief. man könnte freilich auch Karten in Umschläge stecken, aber ich möchte, dass meine Karten was von der Welt sehen und richtige Poststempel kriegen. Auf jeden Fall danke für diese beiden Rückmeldungen, dass sie angekommen ist. Man darf übrigens die schadhaften Stellen auch ausbessern (mit eigenen Bunt- oder Filzstiften). Oder auch mit dem Bügeleisen drübergehen!

  9. Kavi
    12. Mai um 19:20 ·
    Liebe Gaga, ich hab mich riesig gefreut. Dankeschön für den Frühlingsgruß💕🌹🌸🌼💙💚

    Phyllis
    Je suis honoré! Merci ma belle!

    Ina
    Ist sie nun angekommen oder hat sie der Postbote in den Graben geworfen. Nein, unsere Postbotin war brav. Da ist sie: Liebste Ina grüßt liebste Gaga

    Gaga Nielsen
    hey, du hast ja schon wieder gewonnen…! Fortuna scheint dich gern zu haben. (und ich auch)

    Ina
    Ja heute hatte ich auch so ein Gefühl, ich meine Fortuna betreffe nd. Und für dich sowieso.

    Maria
    Liebe Gaga, danke für die schöne Karte! Habe mich sehr gefreut! Hab Dich lieb. Einen bezaubernden Tag wünsche ich Dir! Kuss

  10. Was die Widerstandsfähigkeit betrifft, muss ich Dir unumfänglich recht geben, auch wenn es nicht immer einfach oder angenehm ist. Da kann man nur hoffen, dass so eine Phase auch andere nach innen lenkt, um etwas unabhängiger von äusseren Gegebenheiten zu werden.

    Ich finde übrigens das obere Bild von Dir sehr hübsch, wie ich auch sonst die Idee, Dich mit Deinen Karten abzulichten sehr schön finde. Die Karten bekommen gleich einen ganz anderen Kontext. Und ja, sie sollen unbedingt was von der Welt sehen, sowie die Welt die Karten. Manchmal überlege ich, ob eine Postbotin auch die Karten betrachtet, die sie einwirft. Ich würde es tun.

  11. Das Interessante ist, dass so eine spezielle Hornhaut auf der Seele das Schmerzhafte besser abfedert, aber das Erfreuliche noch besser durchlässt und zum Herzen weiterleitet. Wunder der Seelennatur.

    Die Idee mit den Kartenfotos habe ich ein bißchen von Erpresserfotos von Entführten geklaut, die eine aktuelle Tageszeitung in die Kamera halten, als Beweis, dass sie den Tag, an dem die Zeitung erschienen ist, noch erlebt haben. Heute ist das ja kein Beweis mehr, wo sich alles digital hinbasteln lässt. Aber ich betone, dass es sich bei meinen Fotos nicht um Fotomontagen handelt. Ich lebe noch, und diesen Kommentar verfasst nicht mein körperloser Geist. Lange hatte ich ja gar keine Fotos von mir erstellt, aber in dieser besonderen Zeit kommt es mir doch hilfreich vor, um meinen Freunden zu zeigen, wie es auch in dieser Hinsicht um mich steht. Ich habe mich seit Ende Februar mit niemandem privat getroffen. Ja, und ich täte auch schöne Postkarten ausgiebig anschauen und überfliegen, wäre ich Briefträgerin. Ich mache es auch ein bißchen, um die Postboten und Sortierer zu erfreuen.

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