František Kupka „Plans par couleurs“ 1910 – 1911. Das Bild hängt im Centre Pompidou in Paris. Ich habe es vor etwa dreissig Jahren entdeckt, und zwar als kleine farbige Abbildung auf einer Seite der deutschen Vogue. Ich habe es ausgeschnitten und immer irgendwo hingeklebt, wo ich es sehen konnte. Das kleine Bild ist bei irgendeinem Umzug beim Ablösen zerrissen, Damals gab es noch kein Internet und ich konnte mir keinen Ersatz ausdrucken. Ich weiß gar nicht, ob ich es 1995 im Centre Pompidou gesehen habe. Vielleicht doch, ja kann sein. Mir ist, als hätte ich dann erst gewusst, wer es gemalt hat. Aber manchmal erinnert man sich auch nicht richtig und baut sich die Bruchstücke der Erinnerung zu einer neuen Wahrheit zusammen. Ich mag das intensive Licht und die Geste, die Silhouette. Ich finde allerdings, es gibt einen kleinen Fehler: er hätte die Nase nicht so herausstellen sollen. Dieses auffällige Dreieck hätte es nicht gebraucht. Aber dennoch ein Bild, das ich sehr mag und mein Leben begleitet. Ich habe es mir vor einiger Zeit größer ausgedruckt und es steckt seitlich im Rahmen von einem Spiegel im Flur. Kupka hat in Prag studiert und sein Weg führte ihn nach nach Frankreich, er starb 1957 in der Nähe von Paris, im Alter von 86 Jahren. Das Bild malte er mit 39. Im Mai 2019 wurde ein Bild von ihm („Vertikale Flächen“) für 2,5 Millionen Euro versteigert.

4 Antworten auf „05. April 2020

  1. Als ich in London lebte, hatte ich mir dieses Poster in einem kleinen Posterladen in Covent Garden gekauft, ohne zu wissen, wer er war. Mir gefiel es einfach gut. Auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland hing es lange in meinem Zimmer. Ich habe es leider noch nie im Original gesehen.

  2. Ich habe mich auch so gefreut, als ich es sah, dass ich sofort etwas dazu schreiben musste, obwohl ich gerade eigentlich keine Zeit dafür habe. Deshalb habe ich auch noch nichts zu Ihren früheren Postings und der Frage, welche Werke man gern selbst daheim hätte, geantwortet. Ich hoffe, ich komme noch in absehbarer Zukunft dazu.

  3. ich verstehe, dass nicht alle in „Kurzarbeit“ sind und Däumchen drehen oder Home Office mit ausgiebigen Hobby-Anteil praktizieren. Manchmal nervt es mich ein bißchen, wenn über die gegenwärtige Zeit so kommuniziert wird, als ob keiner mehr arbeiten müsste, außer natürlich die Kassierer/innen im Supermarkt und Drogeriemarkt und ärztliches Personal und Polizei und Müllabfuhr. Dass meine paar treuen Leser/innen keine Kunstbanausen sind, ist mir schon auch klar, aber so intensiv wie ich mich mit bildender Kunst in meinem Leben beschäftigt habe und beschäftige, das ist sicher auch nicht der Standard. Ich führe seit einigen Jahren aktivere Liebesbeziehungen mit Kunstwerken als mit Menschen. Und jetzt natürlich noch mehr als sonst. Was bleibt mir auch sonst noch übrig…

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