Aus meinem goldenen Notizbuch XXXV.
auch 27. November 2019:

„S-Bahn, Ringbahn S 42 (linksrum), Bundesplatz nach Hermannstr.

Junger Mann mit angenehmer Stimme erzählt vom Job (Sprecherberuf). Er spricht am nächsten Tag etwas ein, und der Regisseur und Produzent sind via Facetime zugeschaltet. Sieht aus wie Kafka in jung.“

Das hat er jemandem am Telefon erzählt, ich stand mit dem Rücken zu ihm, neben ihm, ich konnte es nicht überhören. Vor der Erwähnung der Aufnahme war die Rede von Alltäglicherem, wie der Tag mit seiner Anreise verlief, und ich dachte mir, was für eine wohlklingende Stimme. Danach kam erst der Teil mit der Erwähnung der beruflichen Tätigkeit. Dass bei Studioarbeit ein Regisseur und Produzent heutzutage offenbar gar nicht im Studio sein muss, wurde mir da auch zum ersten mal klar. Er erwähnte dann auch noch, dass er den Abend damit verbringen muss, einen Text in Gebärdensprache zu lernen, für ein Lied, das er einsingen muss. Auch interessant. Wieso schaut man sich jemanden an, der singt, und den man nicht hört, um den Text, den man auch lesen könnte, in Gebärdensprache zu sehen? Hm. Vielleicht habe ich es auch falsch in Erinnerung. Der junge Mann mit der schönen Stimme war recht klein und filigran. Hat mich überrascht, weiß gar nicht, warum. Habe ich erst gesehen, als sich bei einer Haltestelle die Situation lockerte und ich mich drehte, um einen frei gewordenen Platz einzunehmen. Dann war er außer Hörweite und ich bald schon am Ziel.

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