Ein Jammer-Eintrag. Habe etwas Kopfweh. Heute hat mir die Physiotherapie nicht gefallen. Danach war ich richtig traurig, bin es immer noch. Sogar geweint. Hatte meinen schicken neuen Donna Karan-Sport-BH mit den tollen schwarzen Trägern kreuz und quer unterm Shirt an, aber der erblickte gar nicht das Licht der Öffentlichkeit. Ich musste wieder turnen. Hätte ich bloß nicht erzählt, dass ich mir Hanteln gekauft habe, die ich übrigens nicht dabei hatte, weil zu schwer und auch albern. Da sind ja welche, in der Physio-Praxis. Lieber hätte ich mich einfach auf die Liege gelegt, ich war auch ein bißchen müde, aber man muß sich ja immer dynamisch zeigen. Kneifen gibt’s nicht, dann steht man gleich als alte Schabracke oder Verliererin da, obwohl man nur rechtschaffen müde ist, weil mehrere Stunden gearbeitet. Dann wird dauernd herumkorrigiert: „Bitte die Ellenbogen noch weiter nach hinten, bitte das Kinn noch höher, bitte noch fester zupacken, bitte die Handflächen noch mehr nach außen, bitte noch mehr Kraft auf den kleinen Finger“ etc. pp. Ich will nicht bei Olympia mitmachen! Hatte heute gar keinen Spaß. Zuguterletzt habe ich mich so sehr angestrengt, um alles vorschriftsmäßig zu absolvieren, dass ich wohl übertrieben habe und plötzlich einen sehr stechenden Schmerz im Armgelenk, meiner Baustelle, die eigentlich schon wieder ganz ok ist, hatte. Wie ein großer Dolch, der einmal durchs Gelenk gestoßen wird. Wenigstens hat es nicht geblutet. Ich hab richtig „aua, aua, aua“ gewimmert. Dann ist Clark aber doch ganz schön erschrocken. Es war ja wieder selbst verschuldet, aber nach seiner Anleitung. Er hatte mich gar nicht angefasst. Dann hat er die Turnerei abgebrochen und wir sind doch noch in den Behandlungsraum. Ich war leicht traumatisiert. Dann hat er lauter Sachen gemacht, die total harmlos waren und alle drei Sekunden gefragt, ob das jetzt weh tut. Nein, hat es nicht, aber ich war irgendwie durch den Wind. Außerdem drückt er mir immer so fest die Hand zur Begrüßung, also müsste er mir seine Superkraft beweisen. Heute hab ich da auch schon leicht „aua“ gesagt und als Revanche seine Hand gepackt und genauso gedrückt. Aber da grinst er ja nur. Für ihn wahrscheinlich eine Streicheleinheit. Also mir war es heute zu anstrengend. Ich finde Physiotherapie soll Spaß machen, wohltuend sein und entspannen. Danach hatte ich Hunger, war auf dem Weg in meine Werkstatt und musste mit dem Bus fahren, die U 9 ist streckenweise unterbrochen. Im Atelier hab ich mich erstmal total erschöpft auf die Isomatte gelegt. Dann was gegessen, Tee gekocht und nur ein paar kleine Sachen gemacht. Recht bald wieder heimgefahren. Also für meine Verhältnisse. Schon kurz nach 23 Uhr. Jetzt habe ich mich ausgesprochen und gehe schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Nächste Physio am Donnerstag. Schlimmer kanns ja nicht werden!

22 Antworten auf „16. Juli 2019

  1. Das tut mir leid. Ich kenne sowas ähnliches und war gestern auch traurig, weil ich bei meinen sonst leichteren Übungen Schmnerzen hatte. Die Behandlungsschmerzen gehören bei mir seit Anbeginn dazu. Da sind Muskeln verspannt und das tut einfach weh, wenn man die lockern will. Die Physio ist halt keine Wellnessmassage, auch wenn es menschlich immer lustig und nett ist. Vielleicht ist Clark insgeheim doch Hulk in Maskierung.

  2. „Die Physio ist halt keine Wellnessmassage“. Das ist sehr wahr, aber könnte das nicht doch sein? Ich hab mich gestern danach wirklich gefragt, ob ich ich es hinschmeißen soll und mir einen Masseur suche, der mir sanft weiterhilft. Hab immer noch Kopfweh. Hab ich sonst nur von zu schlechtem Wein oder zu viel oder Durcheinandertrinken (was ich nur noch selten mache).

    Tatsächlich ist er manchmal ein bißchen grobmotorisch, aber unabsichtlich, das ist die Superkraft, die sich den Weg bahnt. Wenn man komplett gesund ist, findet man es amüsant.

  3. Ja, wenn man angeschlagen ist, liegen nicht nur die Verletzungen, sondern auch die Seele blank. Da braucht es ein wenig Einfühlungsvermögen. Das Amüsieren bekomme ich auch nicht immer hin aber ich versuche es zumindest. Mir war in den letzten Jahren oft zum Weinen zumute. Du machst das schon richtig, neuer Tag, neuer Versuch. Und keiner sollte einem anderen einreden, wie der zu fühlen hat. Nicht körperlich und nicht seelisch.

  4. Elvira V.
    Lass dich mal eben virtuell umarmen!

    Gaga Nielsen schnief
    (hab immer noch Kopfweh, und ganz ohne Alkohol, dann wüsste man wenigstens warum)

    Elvira V.
    Tja, man wird alt.

    Claudia T.
    Hm … auch für Physio gilt an manchen Tagen geht mehr oder weniger als an anderen Tagen. Und ja, man kann dem Physiotherapeuten vorher sagen, dass nicht Dein bester Tag ist – ein guter Physiotherapeut ist für eine solche Info dankbar und kann darauf reagieren.

    Gute Besserung!

    Gaga Nielsen
    danke… das blöde ist, dass ich mich eigentlich auf die Stunde gefreut hatte, ich war davor nicht schlecht drauf, weder traurig noch so erschöpft. Aber ich sag ihm das nächste mal, wies mir danach gegangen ist. Ist er wahrscheinlich schockiert. Er lernt ja auch noch dazu, ist ja noch so jung.

  5. Was ich erst lernen mußte, war, daß man auch Physiotherapeuten, Kursleitern, Fitnesscoaches (genauso wie Ärzten und anderen Autoritäten) nicht alles glauben soll. Als ich damals die Rückenschmerzen hatte, war es zum Beispiel so, daß man sowohl in der Rückengymnastik als auch bei der Physiotherapie darauf gedrillt wurde, den Rücken immer schön stabil und gerade zu halten und niemals ins Hohlkreuz zu verfallen. Das hat mir aber gar nichts gebracht, es eher noch verschlimmert. Erst als ich gemerkt habe, daß mein Rücken es braucht, sich möglichst viel in alle Richtungen zu verbiegen, und daß ich durch die Kraftsteigerung bei der Bewegung viel leichter dann in einer gesunden, aber nicht starren Haltung verbleibe, wurde es besser. Das muß nun nicht generell so sein, bei mir liegt es wahrscheinlich an den Gleitwirbeln, aber was ich damit sagen will, ist, daß das eigene Körpergefühl, die eigene Bauchintelligenz und die eigene Körperwahrnehmung immer noch das Wichtigste sind und nicht an andere abgegeben werden sollten. Wenn diese Wahrnehmung abhanden gekommen ist, läßt sie sich trainieren – auch dafür schätze ich Yoga. Außerdem mußte ich feststellen, daß viele Fitnesscoaches, Kursleiter usw., die ja oft seit ihrer Kindheit schon sportlich gewesen sind und deshalb diesen Beruf gewählt haben, sich oft gar nicht vorstellen können, wieviel oft völlig anders geartete Kraft bestimmte Dinge untrainierten Leuten abverlangen und wie kontraproduktiv eine Überforderung ist. Damit meine ich noch nicht einmal Verletzungen, sondern alleine schon einen übermäßigen Krafteinsatz, auf den der Körper sofort und das ist sogar gesund, auf eine Unlust auf Bewegung reagiert, um sich zu regenerieren. Doch damit wird dann der Aufbau der Gewohnheit, regelmäßig Sport zu machen, im Keim erstickt, was eigentlich das schlimmste überhaupt ist. Als ich mit dem Tanzen begann, war ich ja schon schlauer, und habe einfach, wenn ich merkte, daß bestimmte Bewegungen zu viel Kraft von mir fordern, weniger oder nur halb etwas gemacht, egal ob das dann doof aussah oder man sich vermeintlich „blamierte“, und so mache ich das heute noch. Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich wahrscheinlich ziemlich schnell frustriert und körperlich erschöpft gewesen und hätte die Freude am Tanzen verloren. Aber wenn man die Kraft und die Energie verliert, um einem Sport nachzugehen und sich zu bewegen, nützt das niemandem etwas, am wenigsten einem selbst. Dann lieber mit Freude das eigene Tempo gehen (auch im übertragenen Sinn), selbst wenn es Minischrittchen sind, aber dafür in Bewegung bleiben, denn die Steigerung kommt in der Regel ganz von alleine, ohne daß man „zerrt und zieht“, was man spätestens dann merkt, wenn schwierige Bewegungen plötzlich einfach werden.

    P.S. Sorry, das ist nun doch ein längerer Vortrag geworden, aber ich wollte meine Erfahrungen weitergeben.

  6. Liebe Zucker,

    für diesen Kommentar kann ich dir gar nicht genug danken. Hier bei mir gilt: je ausführlicher, desto lieber. Ich weiß, dass manche Blogger pikiert sind, wenn ein Kommentar zuweilen länger ausfällt, manchmal mitunter sogar länger als der Eintrag, auf den er sich bezieht, aber solche kleinlichen Kriterien habe ich nicht, wenn das Ganze immer noch zum Thema passt. Das ist ja nun wirklich der Fall.

    Du sprichst mir mit allem aus dem Herzen, das sind Gedanken, die mir die letzten Stunden ganz ähnlich auch durch den Kopf gingen. Bei der ersten Begegnung mit den Hanteln hatte ich geradezu kindliche Freude daran, und habe selber damit gespielt, auch ohne Anleitung, die haben ja währenddessen ihr Gewicht nicht verloren. Nach den ganzen Korrekturen kam es mir vor wie eine hochkomplizierte Matheaufgabe, die ich nicht koordiniert beantworten kann. Ich kam mir vor wie im Schulsport, wo man nach Lehrplan Sachen machen muss. Auch so unindividuell. Ich hatte den Eindruck, ich müsste in Erinnerung bringen, an welcher Stelle der Defekt im Ellenbogengelenk ist, ja, dass es kein Larifari-Tennisarm war. Das ist ja alles gut gemeint, aber auch der beste Physiotherapeut steckt nicht in einem drin. Ich habe Lust auf Bewegung, aber nicht mit Zensuren und nicht mit einer solchen Anstrengung.

    Tanzen ist auch ein guter Vergleich, das mache ich so sehr gerne, aber keine choreographierten Tänze, weil ich da den Kopf anschalten müsste. Wenn mir jemand einen Tanz mit vorgegebenen Schrittfolgen beibringen will, stelle ich mich an, als wäre ich geistig und körperlich behindert, weil ich einfach nicht denken will beim Tanzen. Wenn ich hingegen frei tanzen kann, wie mir gerade ist, bricht sich ein starkes Rhythmusgefühl Bahn, das ich offenbar habe, und im Endergebnis haben andere den Eindruck, ich würde einen Bühnenberuf ausüben, weil man ja sonst nicht so routiniert tanzen könnte. Das ist ein völlig diametraler Eindruck von meinen vermeintlichen Unfähigkeiten im Vergleich mit der tatsächlichen Fähigkeit. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass mein Physiotherapeut, falls er überhaupt tanzt, derart raumgreifende und unterschiedliche Bewegungen macht, die ohne Wenn und Aber alle Körperteile einbeziehen, wie ich. Ich wippe nicht nur elegant mit der Fußspitze. Für mich fühlt sich das wie das beste Workout auf der Erde an, und ich habe auch Ausdauer. Das habe ich die letzten Wochen, ja Monate viel zu wenig gemacht, weil auch Angst anzuecken. Ich muss einfach mehr tanzen gehen und es auch daheim öfter machen. Und mit meinen Hanteln spiele ich nur noch alleine rum auf eine Art, die mir Spaß macht. Ich glaube, jeder Körper will lieber tanzen als sich bis zur Erschöpfung abmühen.

    Wenn ich morgen Abend zur Physio gehe, werde ich ihm erklären, dass ich für die letzten drei Sitzungen nur noch manuelle Therapie möchte. Turnen kann ich nun nach seinen vielen Anweisungen, die ja durchaus auch hilfreich und interessant waren, alleine. Manuelle Therapie hingegen kann ich nicht alleine machen.

  7. Nun ja, ich sage mal so: Kraftsport hat auch seine Berechtigung und damit er funktioniert, ist ein gewisser Reiz für die Muskeln notwendig. Allerdings kann man trainieren wahrzunehmen, ob sich eine Anstrengung noch im gesunden Bereich befindet, oder schon darüber hinaus geht.

    Beim Tanzen geht es mir ähnlich wie dir – ich habe immer das Gefühl, daß ich ohne Choreo viel besser tanze als mit und früher konnte ich Choreos auch überhaupt nicht. Ich konnte mir die nicht mal merken. Allerdings habe ich das damals als positive Herausforderung betrachtet und dadurch inzwischen auch eine Menge mein Gehirn trainiert. Choreos bieten halt einige Vorzüge, die Freestyle nicht bietet, vor allem wenn man sie selbst macht und seine eigene Kreativität einbringen kann, als nur das von anderen nachzutanzen. Die Kunst ist letztendlich die, die Choreographie so in das Körpergedächtnis zu übernehmen, daß man dabei eben nicht mehr nachdenken muß, macht aber auch mehr Arbeit und Anstrengung, weil man viel wiederholen muß. Und ehrlich gesagt liegt mir das ebenfalls nicht so – ich mache die Choreos lieber und tanze dann Freestyle. *gg*

  8. Choreographien sind meines laienhaften Wissens nach doch nur dann erforderlich, wenn die eigenen Bewegungen mit einem Partner, einem Ensemble oder einer vorgegebenen Dramaturgie koordiniert werden müssen, bzw. wenn man eine Soloperformance für ein Publikum mit dem Etikett eines bestimmten Tanzstils auf der Bühne anbietet. Oder für Film und Fernsehen! Oder wenn man neue Synapsen in seinem Kopf basteln möchte. Ich bewundere Profitänzer, die Standard-Schritte und Choreographien so in Fleisch und Blut haben, dass es spielerisch wirkt. Auch die eine oder andere Folge „Let’s Dance“ habe ich schon mit Vergnügen verfolgt, ohne dass der Wunsch in mir gewachsen wäre, auch mal Rumba oder Mambo zu beherrschen. Tango Argentino auch sehr toll, aber was für eine Arbeit! Und wo soll der attraktive Tanzpartner herkommen, mit dem man das jahrelange Training absolvieren möchte. Habe schon mal meine Tango Argentino-lernende Freundin Ina in Ihre Tango-Etage begleitet. Wer da so übers Parkett geschlurft ist, hätte mich nicht im Ansatz hinter dem Ofen vorlocken können. War auch von den Bewegungen her nicht schön anzusehen. Dafür ist mir der Tango doch zu sehr mit Erotik verbunden, dass ich den Anblick von Tänzern im untersten Attraktivitätsbereich genießen könnte…

  9. Gerade dieses neue Synapsen basteln ist aber genau das, womit man völlig neue und bisher fremde Bewegungsabläufe erlernt. Muß man natürlich nicht. Aber wenn man gerne tanzt, hat man ja auch einen gewissen Ehrgeiz, sein Bewegungsrepertoire zu erweitern und zusätzlich ist es natürlich zudem ein körperliches Workout für verschiedene Muskeln, das man so nicht hat, wenn man immer in seiner Komfortzone der Bewegung bleibt. ;-)

  10. Eine Komfortzone von Tanzbewegungen habe ich zwar schon auch, aber ich verlasse die immer wieder mal spontan und riskiere auf die Schnauze zu fallen. Da ich die dargebotenen Lieder ja nicht immer kenne, schon gar nicht in der Reihenfolge, wird spontan improvisiert. Wenn also plötzlich „Let’s twist again“ kommt, fange ich improvisierend an zu twisten und mache halt so abgekupferte Moves mit nach unten gehen. Da verlasse ich aber sowas von meine Komfortzone! ich finde, sich hin- und herwackelnd Richtung Boden zu bewegen und wieder nach oben, ist mit fortschreitendem Alter eine fortschreitende Herausforderung. Auch mache ich bei Tangoliedern spontan dramatische Schritte und Armbewegungen, gucke auch entsprechend ernst, um nicht zu sagen bohrend-leidenschaftlich. Man könnte auch sagen, ich pflege einen etwas theatralischen Tanzstil. Auch Flamenco-ähnliches Gezappel ist mir nicht fremd! Luftgitarre spiele ich auch sehr gerne und dann immer wieder die geballte Faust Richtung Publikum (als wäre ich auf der Bühne, haha). Ich denke nicht, dass man mich eines einseitigen Tanzstils bezichtigen kann. Ich habe praktisch alle Tänze aus dem effeff drauf, es darf nur kein Profi auseinanderdividieren, was ich da genau treibe. Ich weiß es ja selber nicht!

  11. *lol* – Wenn ich Freestyle tanze mache ich das auch so. Dann wird einfach alles nachgeäfft und Show gemacht. Aber wenn man sich intensiver mit dem Tanzen beschäftigt, weiß man, daß es auch jenseits davon immer noch Dinge und Tanzstile gibt, die man eben nicht mal eben schnell nachmachen kann. Und auch dorthin möchte man sich gerne erweitern. Denk nur mal an Breakdance oder ähnliches. Nicht das ich Breakdance machen möchte, das ist mir für mein Alter doch zu viel, aber man kann sich bestimmte Kniffe abschauen und üben, um sich auf den Armen zu halten oder mit Schwung auf dem Knie im Kreis zu rutschen. Dazu kommt, daß es in jedem Tanzstil eben Bewegungsabläufe gibt, mit denen man nicht sehr konform geht, die man halt aber aus Neugier, Ehrgeiz oder was auch immer, trotzdem gerne beherrschen würde, wie z.B. eine Pirouette zu drehen oder nur einen sauberen Kick-Ball Change.

  12. huiuiui….! B r e a k d a n c e (!) Also da muss ich ganz nonchalant passen. Das ist ja mehr so Akrobatik. Ich möchte mich ja auch nicht an einem Casting für ein Remake von „Salto Mortale“ beteiligen. Alle Achtung, wenn du in der Richtung trainierst, Respekt, Respekt! Und dann deine Fachtermini „Pirouette“, „Kick-Ball Change“. Da muss ich ja richtig Schularbeiten machen. Also Pirouette ist glaube ich das, wo man sich auf einem Fuß dreht. Ob man dabei allerdings wie eine Ballerina die Arme ausstrecken muss, ist mir jetzt von den Vorschriften her nicht geläufig. Kick-Ball Change könnte ohne zu googlen irgendwas sein, das beim – oh Scheiße – quickstep (?!?) vorkommt? Irgendwas mit Fußballermäßig mit dem Unterschenkel nach vorne ausholen? Whatever – du machst das schon! Tolle Sache, dass du dich damit so beschäftigst! Ich äffe übrigens nicht nach, sondern verbinde den in meinem Blut pulsierenden Rhythmus mit den künstlerisch-musikalischen Herausforderungen. Was nicht ausschließt, dass sich meine Umgebung darüber amüsiert. Aber ich lache mit!

  13. Nein, ich trainiere nicht in Richtung Breakdance. Das geht über meine körperlichen Fähigkeiten. Aber ich schaue eben gerne über meine Grenzen hinaus und erweitere sie. Wichtiger als die Arme ist bei der Pirouette vor allem, daß andere Bein oben zu lassen. Das ist dann auch die besondere Schwierigkeit in der Balance. Einfach nur auf einem Fuß drehen kann ja jeder. Und Kick Ball Change kann eigentlich in jedem Tanzstil vorkommen, aber ich meine insbesondere den im Hip Hop. Ich habe ihn zwar technisch drauf, aber bei mir sieht er immer nach nix aus. Und dazu braucht man dann halt Übung, um sich bestimmte Bewegungsabläufe so zu eigen zu machen, daß man tatsächlich ein neues Werkzeug zur Verfügung hat.

  14. kid37 – 17. Jul, 21:58
    Von Herzen mit Schmerzen. Es hört also nie auf. Ihr Gelenk aber wird stärker als je zurückkommen, da bin ich sicher. Ich hingegen war heute im Baumarkt und überlegte, was man alles an Trainingsgeräten selbst zusammenbauen könnte.

    g a g a – 17. Jul, 22:33
    mir gingehts eigentlich schon recht passabel im Baustellen-Arm, alles gemacht, wieder gebohrt, geschraubt, Schaumwein mit der rechten Hand entkorkt. Das war vorgestern und gestern wie ein Unfalltrauma. Und dann fiel mir einfach auch auf, wie jung Clark neben mir in der Spiegelwand rüberkam und ich sah zwar nicht aus wie die Mutter, aber eindeutig älter. Da kam alles zusammen. Ab morgen kann er mir nur noch zarte Dehnungen verpassen, während ich liege und schöngeistige Lebenserfahrung vermittle.

    Ich würde auch aus Ersparnisgründen in den Sportgerätehandel gehen und dort kaufen, denn so verchromte schicke Metallteile kosten auch im Baumarkt. Ich weiß das, weil ich in meinem Leben mehr Zeit im Baumarkt als im Sportmarkt verbracht habe. Die Hanteln, die ich habe, sind schon sehr schön und schick und passen in jedes Interieur, da die Schränke ja voll sind. Das ist wichtig! Aber immer vor dem Kauf alle Gewichtscheiben abschrauben und die Verarbeitung kontrollieren!

  15. Eigentlich nicht. Nur zur Zeit mache ich es viel, weil ich immer noch verschiedene Einstellungen teste. Ich finde aber, daß es teilweise auch ganz schön ablenkt. So für Freestyle, wenn man das nachvollziehen möchte, was man gemacht hat, ist es toll. Aber daß der Kick Ball Change bei mir nach nix aussieht, dazu brauche ich gar kein Video, um das zu wissen, sondern das habe ich im Gefühl.

  16. Interessant! Das könnte auch bedeuten, dass Kick Ball Change nicht deiner Künstlerpersönlichkeit entspricht und du dich auf deine ureigenen Kick-etc.pp–Qualitäten kaprizieren solltest!

  17. Das kann natürlich auch sein. Aber bevor man weiß, was einem entspricht und was nicht, muß man es ja erstmal ausprobiert haben. Und manchmal kann es auch länger dauern, bis man eine Bewegung verinnerlicht hat. Aber das beste ist, daß man gerade aus solchen Dingen, zu denen man nicht sofort und so leicht Zugang hat, oft am meisten über sich selbst und seinen Körper lernen kann, weil man manchmal nur sozusagen eine „winzig kleine Schraube“ verstellen muß, die einem später bei anderen Sachen ebenfalls weiterhilft. Es lohnt sich also dennoch ab und zu an solchen Herausforderungen dran zu bleiben.

  18. ich bewundere deine ausgeprägte Lernbereitschaft! Wenn man sich mit Qualifikationen beschäftigt, die man nicht beherrscht, lernt man immer. Und wenn die Lektion darin besteht, sie für sich abschließend als irrelevant zu betrachten. Aber man weiß, worum es geht, und auch warum man etwas nicht für die eigene Glückseligkeit braucht. Also falls es jemand genau erklärt haben wollte. Man ist da dann wirklich souverän. Ich gehe das eher intuitiv an und sortiere schon Vieles vor dem Ausprobieren aus. Denke, dass beides jeweils angemessen ist als Auswahlverfahren.

  19. Das liegt vermutlich daran, daß ich halt schon einige Aha-Erlebnisse auf diese Weise hatte und festgestellt habe, daß eine intuitive Abneigung auch bedeuten kann, daß man vielleicht nur eine Kleinigkeit nicht richtig macht, die man aber einfach nur erkennen und üben muß. Mir ging das zum Beispiel mit dem Travel-Schritt beim Salsa so. Den mochte ich überhaupt nicht, hat sich total komisch für mich angefühlt, zu anstrengend und wollte ich nicht tanzen. Damals dachte ich wie du und war der Meinung, daß es einfach nicht mein Schritt ist. Da ich mir beim Zumba aber nicht aussuchen kann, was ich tanze, war ich sozusagen genötigt, mich dennoch mit diesem Schritt auseinanderzusetzen. Und irgendwann habe ich festgestellt, daß mein einziges Problem damit darin bestand, daß ich zuviel gehoppelt bin, statt einfach nur zu gleiten. Inzwischen kann ich super gleiten und der Schritt macht dementsprechend viel mehr Spaß. Und die Fähigkeit, mehr zu gleiten, ist natürlich auch bei anderen Gelegenheiten nützlich. ;-)

  20. interessant… am besten kann man tatsächlich immer noch alles beurteilen, was man erlebt und durchdrungen hat. Sicher habe ich einige Vorurteile (wie jeder), was mir gemäß sei oder eben nicht. Letzlich kann man ja auch nicht alles vollständig ausloten, was das Leben bietet. So spaziert man durch sein Leben und pflückt oft nur die Früchte, die direkt vor der Nase hängen. Hatte kürzlich den verwegenen Gedanken, aus einem abseitigen Grund verschiedene Sportstudios zu Probestunden zu frequentieren: nämlich um zu überblicken, ob es irgendwo einen extrem charismatischen Trainer gibt, der mich zu neuen Experimenten inspirieren könnte. Als Entdeckungsreise. Die ich aber nur mit Feuer und Flamme absolvieren würde, wenn die Begleitung Charisma hat. Zu berücksichtigen ist in meinem Fall auch immer, dass es ein starker zusätzlicher Zeit(fressender)faktor in meinem Leben wäre, absolut gesehen. Ich habe nicht so viel Zeit über, oder will nicht so viel für andere Dinge opfern, nicht mehr als bisher. Die Abstriche wären dann in den Stunden, die ich mir bereits jetzt für meine Werkstatt abringe. Empfinde ich als Einbuße. Also müsste die Attraktion sehr, sehr stark sein. Ich meine übrigens keine Attraktion mit tatsächlicher amouröser Konsequenz. Nur so ein bißchen…!

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