4 Antworten auf „26. November 2018

  1. arboretum – 1. Dez, 19:13
    „Never take your clothes off for a middle-aged man who claims it’s art“, soll Maria Schneider später Kolleginnen gewarnt haben. Bekanntlich haben Bertolucci und Brando sie hereingelegt, die Vergewaltigungsszene war so vorher nicht mit ihr abgesprochen, das haben die beiden Männer nur untereinander ausgemacht. Die Tränen der damals 19-jährigen Schauspielerin und ihre Reaktion sind nicht gespielt. Maria Schneider bekam für die Rolle übrigens nach eigenen Angaben nur £2,500, während Bertolucci und Marlon Brando ein Vermögen damit gemacht haben sollen. Sie urteilte später über den Film so: „I watched it again three years ago after Marlon died and it seems kitsch,“ she exclaims. „I think Bertolucci is over-rated and he never really made anything after Last Tango that had the same impact.“

    Auch in The Dreamers mit Louis Garrel und Eva Green gibt es eine Kameraeinstellung, bei der ich mich fragte, ob da ein alternder Mann nur seinen Voyeurismus befriedigte, gebraucht hätte es die für die Story und den Film jedenfalls nicht.

    g a g a – 2. Dez, 04:40
    ich nehme an, die Verführung (die auf mich wirkt), ist die Gesamtheit von Ambiente und Musik (Gato Barbieri) und Blicken und Licht und Paris und Fensterläden und Brando und seiner Verzweiflung und der Silhouette eines Hutes und… Maria Schneider.

    in memoriam

    Ich empfinde diesen Film als stimmige Komposition, fließend, und Maria Schneider hat sich darauf eingelassen. Es gibt einige Filme, die einen Kultstatus erlangt haben, die man bei näherer Betrachtung mit leichter Hand gegen unerbittliches Tageslicht gehalten, in einigen Aspekten für überbewertet halten kann, zum Beispiel „Blow up“ von Antonioni – ein Film, der mir selbst zwar biographisch etwas (bestimmtes) bedeutet, aber über längere Strecken heute banal und auch inhaltslos, ja langweilig auf mich wirkt. Aber „Blow up“ hat letzten Endes einen unwiderlegbaren impact auf unsere Wahrnehmung der Ära der Swinging Sixties in London, ein wichtiges Puzzleteil, das zu unserer Vorstellung der Welt und dieser Zeit geworden ist. Insofern ein dokumentarischer Wert.

  2. arboretum – 2. Dez, 17:50
    Maria Schneider hat sich darauf eingelassen

    Der Punkt ist, dass die Szene – Paul greift zur Butter, dreht Jeanne auf den Bauch, hält sie fest und vergewaltigt sie anal – so eben nicht im Drehbuch stand. Insofern konnte Maria Schneider sich gar nicht darauf einlassen, Sie wusste in dem Moment gar nicht, wie ihr geschah. Bertolucci sagte 2013 – da war Maria Schneider schon zwei Jahre tot – selbst einmal in einem Interview:

    “It was in the script that he had to rape her in a way. And we were having with Marlon breakfast on the floor of the flat where we were shooting. And there was a baguette and there was butter, and we looked at each other and without saying anything, we knew what we wanted.

    “But, I’ve been, in a way, horrible to Maria because I didn’t tell her what was going on, because I wanted her reaction as a girl, not as an actress. I wanted her to react humiliated, if it goes on, she shouts, ‘No, no!’ And I think that she hated me, and also Marlon, because we didn’t tell her, and there was that detail of the butter used as a lubricant, and I still feel very guilty for that.”

    g a g a – 2. Dez, 19:20
    verstehe

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