20. Mai 2019

Zufällig gestern Nacht diese sehr schöne Aufnahme von „Perfidia“ entdeckt. Ich las einen Artikel über den Soundstylisten Michel Gaubert, der seit vielen Jahren die Schauen der größten Modehäuser der Welt mit passender Musik versieht. Diesen Artikel hier. Perfidia in der Orchesterfassung von Xavier Cugat war ihm zufolge eines der Lieblingslieder von Karl Lagerfeld, das ist aber auch durch eine Compilation dokumentiert, die der gute Karl 2006 veröffentlich hat, „Les Musiques Que J’aime – My Favorite Songs“ ich werde mich von Anfang bis Ende durchhören. Die alte Aufnahme von Perfidia gibt ganz viel Vertrauensvorschuss. Ich hörte diesen Klassiker der lateinamerikanischen Musik erstmals um 1992, da ich in den Neunzigern mit einem Südamerikaner liiert war, der mir die spanisch gesungenen Aufnahmen von Nat King Cole näher brachte. Eine der schönsten Versionen von Perfidia überhaupt.

Mein damaliger Geliebter (er war EINIGE Jahre älter als ich) erzählte mir davon, was für ein sagenhafter Erfolg die spanisch gesungenen Stücke von Nat King Cole in Kolumbien waren, obgleich – oder gerade WEIL Nat King Cole mit einem ausgeprägten nordamerikanischen Akzent Spanisch singt, das amüsierte und rührte gleichermaßen, man liebte es. Ich war so neugierig, dass ich mir die Platte kaufte, sie musste sogar aus Amerika importiert werden, das dauerte sechs Wochen, ich bestellte sie in einem Plattenladen am Savignyplatz, der Importware führte. Heute kann man die Aufnahmen von heute auf morgen geliefert bekommen oder mal eben runterladen. Auf youtube ist ja eh alles. Diese Lieder von Nat King Cole begleiten mich seither, siebenundzwanzig Jahre sind es schon. Ein paar Jahre später entdeckte ich die Aufnahmen von Julie London, und auch sie hat eine wunderbare Version von Perfidia aufgenommen, diese hier

– weil mir dieses schöne Lied so vertraut ist, freute ich mich gestern Nacht besonders über diese mir bislang unbekannte Aufnahme, die Karl Lagerfeld so am Herzen lag. Wirklich schön. Ich habe übrigens ein Plakat mit einer Schwarzweiß-Fotografie und einer echten Signatur von Karl Lagerfeld. Ich glaube Nadja Auermann ist darauf zu sehen. Ich finde das Foto gar nicht so gut, obwohl er grandiose Fotografien gemacht hat, das gerade nicht. Aber seine echte Unterschrift ist drauf! Es ist eingerollt in einer Papprolle in meinem Atelier. Ich bekam es vor einigen Jahren als Aufmerksamkeit zu einem Geburtstag. Die liebenswürdige Stifterin war in der Crew bei einer Ausstellungseröffnung von Karl Lagerfeld und er signierte ihr das Plakat als Erinnerung. Da sie wusste, wie meine Interessen gelagert sind, wollte sie mir eine Freude machen und schenkte mir ihre Erinnerung an ihre Begegnung mit Karl. – Verrückt – ich habe heute an einem Bild gearbeitet, das am Ende ein bißchen aussah wie Karl Lagerfeld. Aber auch ein bißchen wie Tweety (falls das noch jemandem etwas sagt, so eine Comic Figur aus meiner Kindheit), aber vor allem wie Gott. Deswegen heißt es auch „GOTT … Tweety Lagerfeld“.