17. Mai 2011

Vokabeln lernen mit Gaga Nielsen!
Heute:
Trittbrettfahrer: freeloader, copycat
Also ich muss sagen, diese beiden Vokabeln lohnen an sich nicht, eingeübt zu werden, da das schöne deutsche Wort „Trittbrettfahrer“ den Sachverhalt doch weit angemessener, da plastischer beschreibt, auch in seiner innewohnenden Plumpheit. Ich plädiere daher dafür, „Trittbrettfahrer“ in den Anglo-Dingsbums-Sprachraum zu exportieren.
Auch eine schöne Sache, um die überholte facebook-Formulierung „hmhmhm ist ein gemeinsamer Freund – Freundesanfrage schicken?“ upzugraden.
„hmhmhm ist ein gemeinsamer Freund, der zwar bis jetzt keine Veranlassung hatte, mit dir Kontakt aufzunehmen, aber du könntest es ja mal durch die kalte Küche versuchen, denn hmhmhm hat tolle Connections, die dich interessieren könnten und macht sich bestimmt gut auf deiner Freundesliste, die du damit zahlenmäßig pushen kannst. Außerdem hast du dann die Möglichkeit, seine privaten Fotos vom letzten Badeurlaub auf Sylt (FKK) anzuschauen, die zwar nicht das Geringste mit dir und deinem kleinen Leben zu tun haben, aber du hast doch zu viel Tagesfreizeit und kannst dir öfter mal einen runterh und auch sonst ist nicht viel los in deinem kleinen Kaff – also: „Trittbrettfahren?“

09. Juni 2011


Ah ja, bloggen. Ein neuer Eintrag soll her. Viele Eindrücke im Kopf, weniger im Herz. Zeug geträumt, halleluja. Nicht zu beschreiben. Kennt man vielleicht: so intim, einem selber so entlarvend erscheinend, dass man die Assoziationsketten fürchtet, schriebe man es auf. Ich habe noch niemals vorher von der freiwilligen Selbstkastration eines Mannes geträumt. Um Gottes Willen. Ich will das gar nicht weiter ausführen. Nur, dass er sehr gelassen, um nicht zu sagen besonnen darüber sprach. Und zwar nachdem es bereits erfolgt und bestens verheilt war. Als Konsequenz vielfältigster Lebenserfahrungen. Wie um eine Geißel loszuwerden, eine chronische Erkrankung, die zuverlässig zu beschwerlichen Komplikationen im menschlichen Miteinander führte. Insbesondere mit Frauen. Ich bin fassungslos aufgewacht, auch weil ich den unwahrscheinlich erscheinenden Wahrheitsgehalt erkannte.
Dann letzte Nacht von einem Aufenthalt in einer Wohnung eines vergangenen Geliebten geträumt. Er war mit seiner (nur im Traum) aktuellen Mitbewohnerin zu einem Wochenend-Trip verreist. Es wurde in der Wohnung in der Abwesenheit der beiden eine Party gefeiert, ich war irgendwie auch dabei. An das Fest keine Erinnerung, offenbar völlig unwichtig. Als die beiden zurückkehrten, suchte ich meinen Wohnungsschlüssel im Flokati-Teppich und fand ihn fast nicht mehr. Ich beobachtete das Sonnenlicht, durch die Fenster des Schlafzimmers, in dem ein Ehebett stand, ordentlich gemachtes Doppelbett, geradezu spießig in Anbetracht des eher hippiesken Umfeldes der beiden. Im Traum dachte ich noch, beim Blick ins Grüne durch das Fenster, erstaunlich, was für gute Wohnungen man sich heutzutage leisten kann, ohne nennenswerte Einkünfte. Ich fand den Schlüssel dann doch noch an einer Stelle im Teppich und war erleichtert, dass ich nicht den teuren Schlüsseldienst rufen musste, immerhin war Sonntag.

Als ich wach meine Gedanken sortierte, fiel es mir komisch auf, dass die Frau in dem Traum, mit der er da wohnte, ja nur die Frau unmittelbar nach mir war, mit der er auch schon seit vielen Jahren nicht mehr in einer Paarbeziehung lebt. Nicht ganz auf dem neuesten Stand, der Traumdrehbuchautor. Und dann fiel mir ein, dass die tatsächliche Frau seiner Gegenwart, die in dem Traum mit ihm hätte zurückkommen müssen, keinerlei Rolle spielte. Und dass ich sie aus der leidenschaftsbefreiten Distanz verrauchter Gefühle mittlerweile sogar attraktiver empfinde, als ihn selbst. Kein Traumgedanke, wirklich. Nachvollziehbar anziehend. Die Frau vorher dagegen eine graue Maus, die sich zeitweise abmühte, bunt zu wirken, um besser neben ihn, den schrägen Paradiesvogel zu passen, aber man kaufte es ihr nicht so recht ab. Egal wie sie sich anstrengte, sie wirkte immer wie für Faschingsdienstag verkleidet.
Dieser schöne Blogeintrag sollte eigentlich noch weiter gehen, mit etwas ganz anderem. Ich tippte noch eine schöne Episode, die ich wirklich erlebte, neulich in der S-Bahn. Ganz ungeträumt. Aber die Buchstaben sind abgestürzt, weil ich auf eine falsche Taste gekommen bin, und jetzt ist es spät und ich will schlafen gehen. Die Geschichte kann ich ja immer noch erzählen. Läuft nicht weg.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

09. Juni 2011


Ah ja, bloggen. Ein neuer Eintrag soll her. Viele Eindrücke im Kopf, weniger im Herz. Zeug geträumt, halleluja. Nicht zu beschreiben. Kennt man vielleicht: so intim, einem selber so entlarvend erscheinend, dass man die Assoziationsketten fürchtet, schriebe man es auf. Ich habe noch niemals vorher von der freiwilligen Selbstkastration eines Mannes geträumt. Um Gottes Willen. Ich will das gar nicht weiter ausführen. Nur, dass er sehr gelassen, um nicht zu sagen besonnen darüber sprach. Und zwar nachdem es bereits erfolgt und bestens verheilt war. Als Konsequenz vielfältigster Lebenserfahrungen. Wie um eine Geißel loszuwerden, eine chronische Erkrankung, die zuverlässig zu beschwerlichen Komplikationen im menschlichen Miteinander führte. Insbesondere mit Frauen. Ich bin fassungslos aufgewacht, auch weil ich den unwahrscheinlich erscheinenden Wahrheitsgehalt erkannte.
Dann letzte Nacht von einem Aufenthalt in einer Wohnung eines vergangenen Geliebten geträumt. Er war mit seiner (nur im Traum) aktuellen Mitbewohnerin zu einem Wochenend-Trip verreist. Es wurde in der Wohnung in der Abwesenheit der beiden eine Party gefeiert, ich war irgendwie auch dabei. An das Fest keine Erinnerung, offenbar völlig unwichtig. Als die beiden zurückkehrten, suchte ich meinen Wohnungsschlüssel im Flokati-Teppich und fand ihn fast nicht mehr. Ich beobachtete das Sonnenlicht, durch die Fenster des Schlafzimmers, in dem ein Ehebett stand, ordentlich gemachtes Doppelbett, geradezu spießig in Anbetracht des eher hippiesken Umfeldes der beiden. Im Traum dachte ich noch, beim Blick ins Grüne durch das Fenster, erstaunlich, was für gute Wohnungen man sich heutzutage leisten kann, ohne nennenswerte Einkünfte. Ich fand den Schlüssel dann doch noch an einer Stelle im Teppich und war erleichtert, dass ich nicht den teuren Schlüsseldienst rufen musste, immerhin war Sonntag.

Als ich wach meine Gedanken sortierte, fiel es mir komisch auf, dass die Frau in dem Traum, mit der er da wohnte, ja nur die Frau unmittelbar nach mir war, mit der er auch schon seit vielen Jahren nicht mehr in einer Paarbeziehung lebt. Nicht ganz auf dem neuesten Stand, der Traumdrehbuchautor. Und dann fiel mir ein, dass die tatsächliche Frau seiner Gegenwart, die in dem Traum mit ihm hätte zurückkommen müssen, keinerlei Rolle spielte. Und dass ich sie aus der leidenschaftsbefreiten Distanz verrauchter Gefühle mittlerweile sogar attraktiver empfinde, als ihn selbst. Kein Traumgedanke, wirklich. Nachvollziehbar anziehend. Die Frau vorher dagegen eine graue Maus, die sich zeitweise abmühte, bunt zu wirken, um besser neben ihn, den schrägen Paradiesvogel zu passen, aber man kaufte es ihr nicht so recht ab. Egal wie sie sich anstrengte, sie wirkte immer wie für Faschingsdienstag verkleidet.
Dieser schöne Blogeintrag sollte eigentlich noch weiter gehen, mit etwas ganz anderem. Ich tippte noch eine schöne Episode, die ich wirklich erlebte, neulich in der S-Bahn. Ganz ungeträumt. Aber die Buchstaben sind abgestürzt, weil ich auf eine falsche Taste gekommen bin, und jetzt ist es spät und ich will schlafen gehen. Die Geschichte kann ich ja immer noch erzählen. Läuft nicht weg.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087

29. Mai 2011

Skymaster im Start! Viking! Sunderland! Berlin Airlift! Candy Drop over Berlin! Gerade die historische Luftbrücken-Doku da unten geguckt. Hab gar nicht gewusst, dass bei der Berliner Luftbrücke 1948 nicht nur normale Flieger im Einsatz waren, sondern auch ein ganz modernes Wasser-Flugzeug, die britische „Sunderland“. Das kann man alles sehr schön in der alten Dokumentation sehen. Großartige Filmbilder vom Flug der Sunderland vom Hamburger Hafen über die Elbe durch den Luftkorridor nach Berlin („inzwischen nimmt die Besatzung an Bord ein eiliges Lönch ein, denn bei mehreren Flügen pro Tag und Flugzeug ist keine Zeit zu verlieren!“). Interessant, in welchem Ausmaß die schon recht gewaltige Bild-Ästhetik von Leni Riefenstahl bei Kameraführung und Schnitt Schule gemacht und Einzug gehalten hat. Ein schöner Sonntag-Nachmittagsfilm. Ich bin drauf gekommen, als ich beim Kleiderschrank-Ausmisten dem hörenswerten Gespräch von Bettina Rust mit dem außerordentlich sympathischen Edzard Reuter lauschte, der erzählte, wie er als junger Mann, nach der Rückkehr aus der Emigration, seinen Vater Ernst Reuter begleitete, als die Rosinenbomber im drei-Minuten(!)-Takt landeten, um das ausgehungerte Berlin zu versorgen. Aus irgendeinem Grund rührt mich das ganze Luftbrücken-Dings dermaßen, dass mir doch tatsächlich die Tränen gekommen sind, und ich mich gefragt habe, warum mich das so aufwühlt. Liegt wohl an Berlin. Rosinenbomber für Mannheim oder Buxtehude wären auch schön, aber nur irgendsoein historischer Fakt von vielen. Schon komisch.

29. Mai 2011

Skymaster im Start! Viking! Sunderland! Berlin Airlift! Candy Drop over Berlin! Gerade die historische Luftbrücken-Doku da unten geguckt. Hab gar nicht gewusst, dass bei der Berliner Luftbrücke 1948 nicht nur normale Flieger im Einsatz waren, sondern auch ein ganz modernes Wasser-Flugzeug, die britische „Sunderland“. Das kann man alles sehr schön in der alten Dokumentation sehen. Großartige Filmbilder vom Flug der Sunderland vom Hamburger Hafen über die Elbe durch den Luftkorridor nach Berlin („inzwischen nimmt die Besatzung an Bord ein eiliges Lönch ein, denn bei mehreren Flügen pro Tag und Flugzeug ist keine Zeit zu verlieren!“). Interessant, in welchem Ausmaß die schon recht gewaltige Bild-Ästhetik von Leni Riefenstahl bei Kameraführung und Schnitt Schule gemacht und Einzug gehalten hat. Ein schöner Sonntag-Nachmittagsfilm. Ich bin drauf gekommen, als ich beim Kleiderschrank-Ausmisten dem hörenswerten Gespräch von Bettina Rust mit dem außerordentlich sympathischen Edzard Reuter lauschte, der erzählte, wie er als junger Mann, nach der Rückkehr aus der Emigration, seinen Vater Ernst Reuter begleitete, als die Rosinenbomber im drei-Minuten(!)-Takt landeten, um das ausgehungerte Berlin zu versorgen. Aus irgendeinem Grund rührt mich das ganze Luftbrücken-Dings dermaßen, dass mir doch tatsächlich die Tränen gekommen sind, und ich mich gefragt habe, warum mich das so aufwühlt. Liegt wohl an Berlin. Rosinenbomber für Mannheim oder Buxtehude wären auch schön, aber nur irgendsoein historischer Fakt von vielen. Schon komisch.

25. Mai 2011

http://static.photobucket.com/player.swf
Sometimes, I feel the fear of uncertainty stinging clear. And I can’t help but ask myself how much I’ll let the fear take the wheel and steer. It’s driven me before and it seems to have a vague haunting mass appeal. But lately I’m beginning to find that I should be the one behind the wheel.
Whatever tomorrow brings, I’ll be there with open arms and open eyes, yeah whatever tomorrow brings, I’ll be there, I’ll be there.
So if I decide to waiver my chance to be one of the hive, will I choose water over wine and hold my own and drive? It’s driven me before and it seems to be the way that everyone else gets around. But lately I’m beginning to find that when I drive myself my light is found.
Whatever tomorrow brings, I’ll be there with open arms and open eyes, yeah whatever tomorrow brings, I’ll be there I’ll be there. Would you choose water over wine… hold the wheel and drive? Whatever tomorrow brings, I’ll be there with open arms and open eyes, yeah whatever tomorow brings, I´ll be there, I’ll be there.
INCUBUS

22. Mai 2011


Arbeit schändet nicht! Diese ehrenwerte Haltung vertritt auch Sascha Lobo, der sich nicht zu schade ist, tatkräftig mit anzupacken und seinen Mann zu stehen! Sicher hat er vor lauter Arbeit vergessen, auf seiner Homepage zu erwähnen, dass er nicht nur Autor, Blogger und Vortragsredner ist, sondern allem voran Stuckateur, in dem hoch angesehenen Meisterbetrieb Norman Kainz, welcher derzeit die Fassade des Hauses gegenüber von meiner Wohnung, Joachim- Ecke Auguststraße restauriert, wo früher das Prominentenlokal „Al Contadino sotto le stelle“ (Brad Pitt und so) drin war. Ich ziehe meinen Hut vor Sascha Lobo! Nur jemand, der weiß, was echte Handwerksarbeit bedeutet, konnte mit Fug (!) und Recht ein Buch mit dem Titel „Wir nennen es Arbeit“ schreiben. Seiner Bescheidenheit ist es zuzuschreiben, dass er nicht damit hausieren geht, auf welche ehrenwerte Art er sein täglich Brot verdient. Ich mochte ihn ja schon immer!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

22. Mai 2011


Arbeit schändet nicht! Diese ehrenwerte Haltung vertritt auch Sascha Lobo, der sich nicht zu schade ist, tatkräftig mit anzupacken und seinen Mann zu stehen! Sicher hat er vor lauter Arbeit vergessen, auf seiner Homepage zu erwähnen, dass er nicht nur Autor, Blogger und Vortragsredner ist, sondern allem voran Stuckateur, in dem hoch angesehenen Meisterbetrieb Norman Kainz, welcher derzeit die Fassade des Hauses gegenüber von meiner Wohnung, Joachim- Ecke Auguststraße restauriert, wo früher das Prominentenlokal „Al Contadino sotto le stelle“ (Brad Pitt und so) drin war. Ich ziehe meinen Hut vor Sascha Lobo! Nur jemand, der weiß, was echte Handwerksarbeit bedeutet, konnte mit Fug (!) und Recht ein Buch mit dem Titel „Wir nennen es Arbeit“ schreiben. Seiner Bescheidenheit ist es zuzuschreiben, dass er nicht damit hausieren geht, auf welche ehrenwerte Art er sein täglich Brot verdient. Ich mochte ihn ja schon immer!
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22. Mai 2011

Berlin ganz sonnig und ruhig. Sonntag. Joachim Ecke August. Balkon. Großes Badetuch. Kaffee, Buch. Festplatte macht Soundtrack. Klapprechner drinnen. Kleiner Gruß in große Welt.

Eurovision Song Contest – Studio Berlin! – 14. Mai 2011

Diese ganzen Europäer mit ihren umgehängten Fahnen. So sweet. „Let the Eurovision Song Contest begin!“ Bißchen wie WM auch. Gerade erst entdeckt, den offiziellen Channel. Gibt es den schon länger? Man kann alle möglichen Videos von den Proben der letzten Tage für das große Ereignis morgen angucken. Schon toll. Unser Beitrag muss sich aber nicht verstecken. Coole Choreographie, ohne Häkelborten und Schnörkelkram. Und dann am Ende der Knall. Rumms. Ha! Eindeutig das Hippste, was am Start ist. Dagegen sind die anderen Beiträge schon irgendwie (da ist mein neues Lieblingswort wieder!) frumpy. Was auch für schöne Backgroundsängerinnen, Schokoladenhaut an silbernen Kapuzen. Als ich die Anzüge ohne die Choreo gesehen hatte, dachte ich oh je, oh je, wie bei Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten“. Wie albern, aber es wirkt mit der Inszenierung der Bewegungen völlig anders. Ich sehe mir das auf jeden Fall an.

13. Mai 2011


So so. comme ci comme ça. ετσι κετσι „etsi ketsi“. Sonne kommt, Sonne geht. Wolke kommt, Wolke geht. Ein bißchen die Ruhe nutzen. Man muss die Synchronisation nur hinkriegen. Wenn die Welle nach oben geht, da sein. Wenn sie zurückflutet, ausruhen. Damit kämpfen wir wahrscheinlich alle unser Leben lang. Ob Surfer das besser hinkriegen, nicht nur im Wasser? Zum Beispiel kann man beschließen, dass ein begrenzter Gefängnisaufenthalt eine extreme Erfahrung ist, die man wie ein Abenteuer willkommen heißt. Sich dem aussetzt wie einem dieser Vision-Quest-Wochenenden. Überlebenstraining, Sinnfindung und Visionssuche im Schlamm. Der Trick ist wahrscheinlich, dass man den Spieß umdreht und das Unwirtliche willkommen heißt. Der Fratze ins Gesicht lacht. Einen Versuch ist es unbedingt wert. Ach, da ist sie wieder die Sonne. Seit gestern treibt sie das Spielchen. Dauernd Sonne ist schlimm. Man sieht die Buchstaben auf dem Monitor gar nicht richtig! Vorher so viel Sonne, wie im Sommer schon. Ich hab mich gar nicht eingecremt und trotzdem keinen Sonnenbrand. Die Haut wird nur so ein bißchen knuspriger, wenn man es vorteilhaft ausdrücken wollte. Vielleicht liegt das am Tomatenmark. Ich habe gelesen, dass da was drin ist, was den zelleigenen Sonnenschutzfaktor auffällig erhöht. Im Kühlschrank ist nur noch mexikanischer Thunfisch-Salat und Chilisauce. Das ist doch ein bißchen wenig. Ich muss mal einkaufen gehen.

Die Bilder sind Erinnerung, dass Jupiter bei mir zuhause ist, war. Dankbare. Ganz lange war er da, ein ganzes Jahr. Nicht nur im Badezimmer auf den Bildern. Ich spür ihn immer noch. Er ist gar nicht weg. Jemand mit Saturn im vierten Haus im Geburtshoroskop entwickelt vielleicht eine besondere Affenliebe zu seinem Zuhause, dem selbst erschaffenen. Bei mir ist das ganz bestimmt so. Ich wohne in Zimmern voller Erinnerungen. Nicht ererbte. Selber gestrickte, gehäkelte. Nach einer Zeitrechnung, die mit mir begann.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

17. Mai 2011

Vokabeln lernen mit Gaga Nielsen!
Heute:
Trittbrettfahrer: freeloader, copycat
Also ich muss sagen, diese beiden Vokabeln lohnen an sich nicht, eingeübt zu werden, da das schöne deutsche Wort „Trittbrettfahrer“ den Sachverhalt doch weit angemessener, da plastischer beschreibt, auch in seiner innewohnenden Plumpheit. Ich plädiere daher dafür, „Trittbrettfahrer“ in den Anglo-Dingsbums-Sprachraum zu exportieren.
Auch eine schöne Sache, um die überholte facebook-Formulierung „hmhmhm ist ein gemeinsamer Freund – Freundesanfrage schicken?“ upzugraden.
„hmhmhm ist ein gemeinsamer Freund, der zwar bis jetzt keine Veranlassung hatte, mit dir Kontakt aufzunehmen, aber du könntest es ja mal durch die kalte Küche versuchen, denn hmhmhm hat tolle Connections, die dich interessieren könnten und macht sich bestimmt gut auf deiner Freundesliste, die du damit zahlenmäßig pushen kannst. Außerdem hast du dann die Möglichkeit, seine privaten Fotos vom letzten Badeurlaub auf Sylt (FKK) anzuschauen, die zwar nicht das Geringste mit dir und deinem kleinen Leben zu tun haben, aber du hast doch zu viel Tagesfreizeit und kannst dir öfter mal einen runterh und auch sonst ist nicht viel los in deinem kleinen Kaff – also: „Trittbrettfahren?“

16. Mai 2011

Genug gealbert. Ach was, nie genug gealbert. Regentag ohne Regen, hier in Berlin. Gut zum Bilder angucken. Im Archiv blättern. Solche Sachen. Letztes Jahr war es um diese Zeit auch so. Das Wetter. Wolke jagt Sonne, Sonne jagt Wolke. Damals war ich unterwegs. Eine Wanderung, den Tag vorher ein Auftritt, ich zeigte meine Visuals. Etwas, was ich noch zwei, drei Jahre vorher nicht gedacht hätte. Es entwickelte sich einfach so. Aus Spieltrieb. Ich habe plötzlich gesehen, wie sich die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem auflösen können, ohne dass das eine oder das andere dabei verliert. Da gab es nicht viel zu überlegen. Es war selbstverständlich. Eine Besonderheit dieser Konstellation. Die Öffentlichkeit war ein natürlicher Lebensraum, ohne Abstriche. Als ob sich der eigene Lebensraum erweitert. Die eigenen vier Wände durchlässig werden, ohne den Schutz zu verlieren. So konnte ich begreifen, dass ich tatsächlich eine Art Liebesbeziehung mit dem was man Öffentlichkeit nennt, der Welt habe. Da war keine Furcht, etwas zu verlieren, kein Argwohn zu spüren. Es hatte etwas mit sich verströmen zu tun, nicht mit aufdrängen. Ich glaube immer noch, dass man sich nicht fürchten muss, das Beste was man in sich trägt, zu zeigen. Den Rest kann man ja trotzdem für sich behalten. Unbehagen muss nicht durch mehrdimensionale Dokumentation geehrt werden. Die Sinnhaftigkeit der Beschäftigung damit beginnt erst bei der Transformation. Den Weg aus dem Unbehagen zu finden. Zum Behagen. Komisches Wort. Muss mal gucken, wo das herkommt. Das Behagen. Ja, man muss gucken, wo es herkommt. Ich gehe mal gucken.


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

15. Mai 2011

Als Bloggerin habe ich auch einen gewissen Bildungsauftrag und sehe mich in der Pflicht, herausragende historische Ereignisse in Wort und Bild für die Nachgeborenen festzuhalten. Da ich das unermessliche Glück hatte, bei meinem gestrigen Einkauf in der Parfümeriewaren- sowie Unterwäscheabteilung zwei Gutscheine zu erhalten, stellt sich nun die Frage, wie die zweimal 10 € sinnvoll angelegt werden können. Wir erinnern uns: Lena erhielt 107 Punkte = jeweils 10 € pro Gutschein. Ich spiele mit dem Gedanken, eventuell in der Lebensmittelabteilung tropische Früchte oder Bohnenkaffee zu erstehen. Oder vielleicht doch lieber in der Kosmetikabteilung Vorräte des täglichen Bedarfs? Es wird ja nicht schlecht. Ich muss auf jeden Fall darüber schlafen. Oder Strümpfe. Oder Socken. Oder eine neue Zahnbürste. Danke Europa.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

Eurovision Song Contest – Studio Berlin! – 14. Mai 2011

Diese ganzen Europäer mit ihren umgehängten Fahnen. So sweet. „Let the Eurovision Song Contest begin!“ Bißchen wie WM auch. Gerade erst entdeckt, den offiziellen Channel. Gibt es den schon länger? Man kann alle möglichen Videos von den Proben der letzten Tage für das große Ereignis morgen angucken. Schon toll. Unser Beitrag muss sich aber nicht verstecken. Coole Choreographie, ohne Häkelborten und Schnörkelkram. Und dann am Ende der Knall. Rumms. Ha! Eindeutig das Hippste, was am Start ist. Dagegen sind die anderen Beiträge schon irgendwie (da ist mein neues Lieblingswort wieder!) frumpy. Was auch für schöne Backgroundsängerinnen, Schokoladenhaut an silbernen Kapuzen. Als ich die Anzüge ohne die Choreo gesehen hatte, dachte ich oh je, oh je, wie bei Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten“. Wie albern, aber es wirkt mit der Inszenierung der Bewegungen völlig anders. Ich sehe mir das auf jeden Fall an.

13. Mai 2011


So so. comme ci comme ça. ετσι κετσι „etsi ketsi“. Sonne kommt, Sonne geht. Wolke kommt, Wolke geht. Ein bißchen die Ruhe nutzen. Man muss die Synchronisation nur hinkriegen. Wenn die Welle nach oben geht, da sein. Wenn sie zurückflutet, ausruhen. Damit kämpfen wir wahrscheinlich alle unser Leben lang. Ob Surfer das besser hinkriegen, nicht nur im Wasser? Zum Beispiel kann man beschließen, dass ein begrenzter Gefängnisaufenthalt eine extreme Erfahrung ist, die man wie ein Abenteuer willkommen heißt. Sich dem aussetzt wie einem dieser Vision-Quest-Wochenenden. Überlebenstraining, Sinnfindung und Visionssuche im Schlamm. Der Trick ist wahrscheinlich, dass man den Spieß umdreht und das Unwirtliche willkommen heißt. Der Fratze ins Gesicht lacht. Einen Versuch ist es unbedingt wert. Ach, da ist sie wieder die Sonne. Seit gestern treibt sie das Spielchen. Dauernd Sonne ist schlimm. Man sieht die Buchstaben auf dem Monitor gar nicht richtig! Vorher so viel Sonne, wie im Sommer schon. Ich hab mich gar nicht eingecremt und trotzdem keinen Sonnenbrand. Die Haut wird nur so ein bißchen knuspriger, wenn man es vorteilhaft ausdrücken wollte. Vielleicht liegt das am Tomatenmark. Ich habe gelesen, dass da was drin ist, was den zelleigenen Sonnenschutzfaktor auffällig erhöht. Im Kühlschrank ist nur noch mexikanischer Thunfisch-Salat und Chilisauce. Das ist doch ein bißchen wenig. Ich muss mal einkaufen gehen.

Die Bilder sind Erinnerung, dass Jupiter bei mir zuhause ist, war. Dankbare. Ganz lange war er da, ein ganzes Jahr. Nicht nur im Badezimmer auf den Bildern. Ich spür ihn immer noch. Er ist gar nicht weg. Jemand mit Saturn im vierten Haus im Geburtshoroskop entwickelt vielleicht eine besondere Affenliebe zu seinem Zuhause, dem selbst erschaffenen. Bei mir ist das ganz bestimmt so. Ich wohne in Zimmern voller Erinnerungen. Nicht ererbte. Selber gestrickte, gehäkelte. Nach einer Zeitrechnung, die mit mir begann.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649

11. Mai 2011

„(…) ein bißchen Hundertwasser »Regentag« an der Wand oder Marylin Monroe von Warhol – das schon, das ist hübsch, das stört nicht. »Man wurde doch so schön abgelenkt durch die besinnliche Musik«, war die Antwort auf meinen Hinweis auf Furtwänglers Rolle im Dritten Reich. Kunst ist, wenn man vorher zum Friseur geht. Verstörung billigt man ihr nicht zu. Adornos Diktum »Wahr sind nur solche Kunstwerke, die sich selber nicht verstehen« wäre für diese Menschen – wahre Repräsentanten des Landes – gleichsam in chinesischen Schriftzeichen verfasst. (…)“
Fritz J. Raddatz, Unruhestifter, S. 360

10. Mai 2011

Neue Post gekriegt! Im Auftrag der Senatsverwaltung hat mir Dr. Leps geschrieben, ganz schön ausführlich. Es ging um den Berliner Forschungs-Atomreaktor, der mich neulich bewegte, an unseren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu schreiben.
Hier der Link zu meinem Brief und der Antwort von vor vier Wochen.
Gerade also kam die Mail von Dr. Leps, in der er sich zunächst mit folgenden Worten für die etwas verzögerte Antwort entschuldigt, was ich durchaus zu würdigen weiß. Hier der Original-Wortlaut:
: :
Betreff: Ihre Post an Wowi
Datum: Tue, 10. May 2011 19:19:31
unverhofft kommt oft!
Geben Sie’s zu… mit einer Antwort haben Sie nicht mehr gerechnet… Ich will besser gar nicht versuchen zu beschreiben, welche Odyssee der Vorgang hinter sich hat…
Mit Entschuldugung namens des Senats
und freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Leps
Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Abt. II, Integrativer Umweltschutz

: :
Und als Anlage eine ausführliche Antwort mit vielen, zum Teil überraschenden Erklärungen. Man steckt ja nicht drin, in den Container-Kisten. Weil die Antwort derart umfangreich ist, poste ich sie extra als Kommentar zu diesem Eintrag. Wie es sich gehört, habe ich mich sogleich für die Antwort bedankt und zwar mit dem folgenden Schreiben:
: :

Re: Ihre Post an Wowi
Datum:Tue, 10. May 2011 20:28:04
Lieber Dr. Leps,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ich dachte mir schon, dass Sie sich Mühe mit der Antwort geben werden und wollte Ihnen auch die Bearbeitungszeit zugestehen.
Das ist ja alles sehr erhellend und in gewisser Weise auch beruhigend. Fänden Sie es aber nicht noch beruhigender, wenn das Risiko auf Null Komma Null heruntergefahren würde?
Es wird doch schon genug im Lande herumgeforscht mit diesen heiklen Substanzen, zumal das Ganze, das werden Sie zugeben, nun nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich bin ja sehr für Forschung, aber da gibt es doch bestimmt gesündere Forschungsgebiete, auf denen sich unsere Berliner Forscher tummeln können.
Denken Sie bitte darüber nach. Berlin soll doch weiterhin auch in der Wissenschaft als eine Stadt gelten, die für zukunftsweisende Wissenschaft steht. Schauen Sie mal, es gibt im Feld der Energiegewinnung so viele andere Technologien, wo Ihr Fachwissen nützlich eingebracht werden kann.
Ich denke mir, dass es für so einen Wissenschaftler doch auch ein schönes Gefühl sein muss, wenn an seinem Forschungsgebiet nicht dauernd herumgemäkelt wird, sondern er mit stolz geschwellter Brust von sich sagen kann: „mein Forschungsgebiet ist ohne Tadel!
Sicher wissen Sie, dass Otto Hahn mit seiner und Lise Meitners Erfindung der Kernspaltung und ihrer potenziellen Nutzung für Kriegszwecke nicht restlos glücklich war. Das Bedauerliche an dem Ganzen ist ja nur, dass es sich nicht so leicht auseinanderdividieren lässt, will sagen, ein funktionierendes Kernkraftwerk unter ungünstigen Umständen zur Bombe mutieren kann. Aber das wissen Sie ja selbst.
Und dass die Entsorgung der Brennstoffe ein grundsätzliches Problem der Erdbewohner ist, wissen Sie ja auch. Insofern fände ich es vorbildlich, wenn Berlin an dieser Stelle eine Zäsur macht, um ein publicityträchtiges Statement für das Ende einer Ära zu setzen. Diese Atomkraft-Geschichte gehört in die Experimentierära des letzten Jahrhunderts und Sie wollen doch ein moderner Wissenschaftler sein! Kein altbackener. In der Mode würde man sagen: „Atomkraft ist
frumpy!“

Also, geben Sie sich einen Ruck und zeigen Sie mir und den anderen Berlinern, dass wir auch im Bereich der Wissenschaft die tollste, modernste Stadt des ganzen Erdkreises sind. Ich möchte stolz auf meine Senatsverwaltung für Wissenschaften sein.
Mit freundlichen Grüßen
aus Berlin Mitte!
Ihre
Gaga Nielsen


ATOMKRAFT IST FRUMPY!

10. Mai 2011

Neue Post gekriegt! Im Auftrag der Senatsverwaltung hat mir Dr. Leps geschrieben, ganz schön ausführlich. Es ging um den Berliner Forschungs-Atomreaktor, der mich neulich bewegte, an unseren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu schreiben.
Hier der Link zu meinem Brief und der Antwort von vor vier Wochen.
Gerade also kam die Mail von Dr. Leps, in der er sich zunächst mit folgenden Worten für die etwas verzögerte Antwort entschuldigt, was ich durchaus zu würdigen weiß. Hier der Original-Wortlaut:
: :
Betreff: Ihre Post an Wowi
Datum: Tue, 10. May 2011 19:19:31
unverhofft kommt oft!
Geben Sie’s zu… mit einer Antwort haben Sie nicht mehr gerechnet… Ich will besser gar nicht versuchen zu beschreiben, welche Odyssee der Vorgang hinter sich hat…
Mit Entschuldugung namens des Senats
und freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Leps
Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Abt. II, Integrativer Umweltschutz

: :
Und als Anlage eine ausführliche Antwort mit vielen, zum Teil überraschenden Erklärungen. Man steckt ja nicht drin, in den Container-Kisten. Weil die Antwort derart umfangreich ist, poste ich sie extra als Kommentar zu diesem Eintrag. Wie es sich gehört, habe ich mich sogleich für die Antwort bedankt und zwar mit dem folgenden Schreiben:
: :

Re: Ihre Post an Wowi
Datum:Tue, 10. May 2011 20:28:04
Lieber Dr. Leps,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ich dachte mir schon, dass Sie sich Mühe mit der Antwort geben werden und wollte Ihnen auch die Bearbeitungszeit zugestehen.
Das ist ja alles sehr erhellend und in gewisser Weise auch beruhigend. Fänden Sie es aber nicht noch beruhigender, wenn das Risiko auf Null Komma Null heruntergefahren würde?
Es wird doch schon genug im Lande herumgeforscht mit diesen heiklen Substanzen, zumal das Ganze, das werden Sie zugeben, nun nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich bin ja sehr für Forschung, aber da gibt es doch bestimmt gesündere Forschungsgebiete, auf denen sich unsere Berliner Forscher tummeln können.
Denken Sie bitte darüber nach. Berlin soll doch weiterhin auch in der Wissenschaft als eine Stadt gelten, die für zukunftsweisende Wissenschaft steht. Schauen Sie mal, es gibt im Feld der Energiegewinnung so viele andere Technologien, wo Ihr Fachwissen nützlich eingebracht werden kann.
Ich denke mir, dass es für so einen Wissenschaftler doch auch ein schönes Gefühl sein muss, wenn an seinem Forschungsgebiet nicht dauernd herumgemäkelt wird, sondern er mit stolz geschwellter Brust von sich sagen kann: „mein Forschungsgebiet ist ohne Tadel!
Sicher wissen Sie, dass Otto Hahn mit seiner und Lise Meitners Erfindung der Kernspaltung und ihrer potenziellen Nutzung für Kriegszwecke nicht restlos glücklich war. Das Bedauerliche an dem Ganzen ist ja nur, dass es sich nicht so leicht auseinanderdividieren lässt, will sagen, ein funktionierendes Kernkraftwerk unter ungünstigen Umständen zur Bombe mutieren kann. Aber das wissen Sie ja selbst.
Und dass die Entsorgung der Brennstoffe ein grundsätzliches Problem der Erdbewohner ist, wissen Sie ja auch. Insofern fände ich es vorbildlich, wenn Berlin an dieser Stelle eine Zäsur macht, um ein publicityträchtiges Statement für das Ende einer Ära zu setzen. Diese Atomkraft-Geschichte gehört in die Experimentierära des letzten Jahrhunderts und Sie wollen doch ein moderner Wissenschaftler sein! Kein altbackener. In der Mode würde man sagen: „Atomkraft ist
frumpy!“

Also, geben Sie sich einen Ruck und zeigen Sie mir und den anderen Berlinern, dass wir auch im Bereich der Wissenschaft die tollste, modernste Stadt des ganzen Erdkreises sind. Ich möchte stolz auf meine Senatsverwaltung für Wissenschaften sein.
Mit freundlichen Grüßen
aus Berlin Mitte!
Ihre
Gaga Nielsen


ATOMKRAFT IST FRUMPY!

09. Mai 2011

Seltsames Gefühl manchmal, für jemanden in die Sterne zu schauen. Man sieht alle möglichen Spannungsaspekte und Konstellationen und kann gar nicht die ganze Flut von Eindrücken in ein paar Sätzen rüberbringen. Man konzentriert sich auf die auffälligsten Aspekte und doch sind da noch so viele andere, die weitere Farben in das Szenario bringen. Den ganzen kunterbunten Film muss man dann selber erleben, und was daraus machen. Aber wenn man mich direkt und gezielt fragt, antworte ich auch möglichst gezielt. Das kann dann große Überraschungen in sich tragen. Wer fragt, muss mit allem rechnen. Man kann es dann vom Tisch wischen oder berücksichtigen. Oder abgleichen, inwiefern es zum eigenen Gefühl passt. Auf jeden Fall immer inspirierend. Ich äußere mich nur dezidiert zu Aspekten, die ich sehr eindringlich studiert habe. An mir oder anderen, d. h. real, nicht nur über Fachliteratur. Wenn man das Prinzip verstanden hat, kann man auch Analogien übertragen, seine Transfer-Fähigkeiten anwenden.
Interessant auch, wenn man sich einem anderen Horoskop nähert und plötzlich eine Analogie im eigenen sieht, die einem in dem Moment erst richtig bewusst wird, wo man sie einem anderen kommuniziert. Ich habe heute Mittag versucht, den Unterschied zwischen der Auswirkung eines mit Vorsicht zu genießenden Pluto-Sonne-Konjunktions-Transits mit dem innewohnenden Potenzial von Dominanz-Bestrebungen bis zum Größenwahn, den Polaritäten im Guten wie im Bösen. Macht, Ermächtigung, Machtmissbrauch, im Vergleich zum gewaltfreien Pluto-Sonne-Trigon-Transit zu vermitteln. Auch da geht es um Machtzuwachs, Ermächtigung, jedoch ohne die Gefahr der Grenzüberschreitung zum gewaltsamen oder manipulativ Erzwungenen. Man kann versuchen, eine attraktive Position an sich zu reißen, weil die Position lockt oder man kann in eine attraktive Position gebeten werden, weil andere einen aufgrund des erkannten Potenzials dafür ausersehen. Ausersehen? Sagt man so? Dafür in Betracht ziehen. Weil das Potenzial unübersehbar ist, nicht, weil man aufgeregt herumwedelt, mit dem Finger schnippt und kräht „ICH! ICH! ICH!“ Das ist der grundlegende Unterschied, wie ich glaube. Bei dieser Erklärerei habe ich erst realisiert, dass mich ein Pluto-Sonne-Trigon in den kommenden Jahren betreffen wird. Ich bin ein bißchen aufgeregt deswegen. Es ist keiner dieser alle Nase lang wiederkehrenden Transite. So ein bißchen, wie wenn man zur Wahrsagerin geht und sie einem etwas Großartiges in Aussicht stellt, dass man es kaum glauben mag.
Ich greife vorzugsweise bei Erklärungen auf eigene Erfahrungswerte zurück. Als ich es erklärte, habe ich erst begriffen, dass ich in mehreren zentralen Lebens-Aspekten mit Zuversicht in die Zukunft schauen darf. Wäre ich mein Gegenüber gewesen, wäre es mir sofort ins Auge gesprungen. Das war ein guter Moment. Pluto beschäftigt mich ganz schön in der letzten Zeit, weil er auch gerade brutale Quadrate an mir durchexerziert, meine Waage-dominierten Kontakte provoziert. Aber auch das geht vorbei. Was Schlimmeres kann meiner Venus dann kaum mehr widerfahren. Man kann die Provokation auch als Herausforderung sehen und versuchen damit zu arbeiten. Die Substanz dessen zu realisieren, was dann übrigbleibt. Das ist das Gold. Alles andere war Talmi.

Good News*
* für alle Jungfrauen und Stiere der ersten und zweiten Dekade. 3. dann später!

08. Mai 2011


Let’s move on. Destination unknown.


SUN IN THE NINTH HOUSE
„The ninth house is where we search for truth: experiences that broaden the mind and help us form our philosophy of life. Here we expand our consciousness, synthesize meaning from facts and experience, adjust personal attitudes to collective ideas, and understand how things are integrated into systems. This house rules higher education, religious and ethical understanding, spiritual visions, in-laws, long journeys (…) Many planets in the ninth are usually an indication of being unwilling to accept the conventional limits within which we were raised. With the Sun in the ninth house, your interests lie in the synthesizing of ideas and information into philosophy, religion or higher education, or informing the public of these things, such as through publishing. You are direct and candid and tend to brush past appearances to settle on the truth within. There is probably long distance travel in your life, and/or relationships with those who have been foreign born. You may counsel or be a teacher to others. Don’t avoid conditions that tie you down but are necessary for self-discipline: this level of freedom will prove expensive.“

09. Mai 2011



…da war ich ein Licht in schimmernden Gärten, und hatte Spiel und Tanz zu Gefährten und der Liebe Wein, der trunken macht… da war der weiße Flieder aufgebrochen, und über alle Mauern hing er schwer. Und über alle Mauern tropften leise, von bleichen Trauben Perlen groß und klar, und war ein Duften rings,durch das die Weise der Nachtigall wie Gold geflochten war … Wenn die Abendsonne in die scharlachroten Hagebutten fällt, und die Birke ihren weißen Stamm an das letzte Licht hinhält, und die Menschen einen langen Schatten, einen Riesen als Begleiter haben, sticht die Sehnsucht ihren Spaten in die Stille und fängt langsam an zu graben… Etwas wünschen und verlangen, etwas hoffen muß das Herz, etwas zu verlieren bangen, und um etwas fühlen Schmerz.
Georg Trakl . Börries von Münchhausen . Max Dauthendey . Friedrich Rückert

09. Mai 2011

Seltsames Gefühl manchmal, für jemanden in die Sterne zu schauen. Man sieht alle möglichen Spannungsaspekte und Konstellationen und kann gar nicht die ganze Flut von Eindrücken in ein paar Sätzen rüberbringen. Man konzentriert sich auf die auffälligsten Aspekte und doch sind da noch so viele andere, die weitere Farben in das Szenario bringen. Den ganzen kunterbunten Film muss man dann selber erleben, und was daraus machen. Aber wenn man mich direkt und gezielt fragt, antworte ich auch möglichst gezielt. Das kann dann große Überraschungen in sich tragen. Wer fragt, muss mit allem rechnen. Man kann es dann vom Tisch wischen oder berücksichtigen. Oder abgleichen, inwiefern es zum eigenen Gefühl passt. Auf jeden Fall immer inspirierend. Ich äußere mich nur dezidiert zu Aspekten, die ich sehr eindringlich studiert habe. An mir oder anderen, d. h. real, nicht nur über Fachliteratur. Wenn man das Prinzip verstanden hat, kann man auch Analogien übertragen, seine Transfer-Fähigkeiten anwenden.
Interessant auch, wenn man sich einem anderen Horoskop nähert und plötzlich eine Analogie im eigenen sieht, die einem in dem Moment erst richtig bewusst wird, wo man sie einem anderen kommuniziert. Ich habe heute Mittag versucht, den Unterschied zwischen der Auswirkung eines mit Vorsicht zu genießenden Pluto-Sonne-Konjunktions-Transits mit dem innewohnenden Potenzial von Dominanz-Bestrebungen bis zum Größenwahn, den Polaritäten im Guten wie im Bösen. Macht, Ermächtigung, Machtmissbrauch, im Vergleich zum gewaltfreien Pluto-Sonne-Trigon-Transit zu vermitteln. Auch da geht es um Machtzuwachs, Ermächtigung, jedoch ohne die Gefahr der Grenzüberschreitung zum gewaltsamen oder manipulativ Erzwungenen. Man kann versuchen, eine attraktive Position an sich zu reißen, weil die Position lockt oder man kann in eine attraktive Position gebeten werden, weil andere einen aufgrund des erkannten Potenzials dafür ausersehen. Ausersehen? Sagt man so? Dafür in Betracht ziehen. Weil das Potenzial unübersehbar ist, nicht, weil man aufgeregt herumwedelt, mit dem Finger schnippt und kräht „ICH! ICH! ICH!“ Das ist der grundlegende Unterschied, wie ich glaube. Bei dieser Erklärerei habe ich erst realisiert, dass mich ein Pluto-Sonne-Trigon in den kommenden Jahren betreffen wird. Ich bin ein bißchen aufgeregt deswegen. Es ist keiner dieser alle Nase lang wiederkehrenden Transite. So ein bißchen, wie wenn man zur Wahrsagerin geht und sie einem etwas Großartiges in Aussicht stellt, dass man es kaum glauben mag.
Ich greife vorzugsweise bei Erklärungen auf eigene Erfahrungswerte zurück. Als ich es erklärte, habe ich erst begriffen, dass ich in mehreren zentralen Lebens-Aspekten mit Zuversicht in die Zukunft schauen darf. Wäre ich mein Gegenüber gewesen, wäre es mir sofort ins Auge gesprungen. Das war ein guter Moment. Pluto beschäftigt mich ganz schön in der letzten Zeit, weil er auch gerade brutale Quadrate an mir durchexerziert, meine Waage-dominierten Kontakte provoziert. Aber auch das geht vorbei. Was Schlimmeres kann meiner Venus dann kaum mehr widerfahren. Man kann die Provokation auch als Herausforderung sehen und versuchen damit zu arbeiten. Die Substanz dessen zu realisieren, was dann übrigbleibt. Das ist das Gold. Alles andere war Talmi.

Good News*
* für alle Jungfrauen und Stiere der ersten und zweiten Dekade. 3. dann später!

08. Mai 2011

Vokabeln lernen mit Gaga Nielsen!
Heute:
chubby: mopsig
frumpy: altbacken
fugly: potthässlich (Herk.: fucking ugly)
Wenn ich ab und zu eine kleine Pause bei meinen hochwissenschaftlichen Forschungen mache, entspanne ich mich gerne ein wenig im Fashion Spot-Läster-Forum. Stets lerne ich neue Vokabeln, welche wir in der Schule leider nicht durchgenommen haben.

09. Mai 2011



…da war ich ein Licht in schimmernden Gärten, und hatte Spiel und Tanz zu Gefährten und der Liebe Wein, der trunken macht… da war der weiße Flieder aufgebrochen, und über alle Mauern hing er schwer. Und über alle Mauern tropften leise, von bleichen Trauben Perlen groß und klar, und war ein Duften rings,durch das die Weise der Nachtigall wie Gold geflochten war … Wenn die Abendsonne in die scharlachroten Hagebutten fällt, und die Birke ihren weißen Stamm an das letzte Licht hinhält, und die Menschen einen langen Schatten, einen Riesen als Begleiter haben, sticht die Sehnsucht ihren Spaten in die Stille und fängt langsam an zu graben… Etwas wünschen und verlangen, etwas hoffen muß das Herz, etwas zu verlieren bangen, und um etwas fühlen Schmerz.
Georg Trakl . Börries von Münchhausen . Max Dauthendey . Friedrich Rückert

08. Mai 2011

Vokabeln lernen mit Gaga Nielsen!
Heute:
chubby: mopsig
frumpy: altbacken
fugly: potthässlich (Herk.: fucking ugly)
Wenn ich ab und zu eine kleine Pause bei meinen hochwissenschaftlichen Forschungen mache, entspanne ich mich gerne ein wenig im Fashion Spot-Läster-Forum. Stets lerne ich neue Vokabeln, welche wir in der Schule leider nicht durchgenommen haben.

08. Mai 2011


Let’s move on. Destination unknown.


SUN IN THE NINTH HOUSE
„The ninth house is where we search for truth: experiences that broaden the mind and help us form our philosophy of life. Here we expand our consciousness, synthesize meaning from facts and experience, adjust personal attitudes to collective ideas, and understand how things are integrated into systems. This house rules higher education, religious and ethical understanding, spiritual visions, in-laws, long journeys (…) Many planets in the ninth are usually an indication of being unwilling to accept the conventional limits within which we were raised. With the Sun in the ninth house, your interests lie in the synthesizing of ideas and information into philosophy, religion or higher education, or informing the public of these things, such as through publishing. You are direct and candid and tend to brush past appearances to settle on the truth within. There is probably long distance travel in your life, and/or relationships with those who have been foreign born. You may counsel or be a teacher to others. Don’t avoid conditions that tie you down but are necessary for self-discipline: this level of freedom will prove expensive.“

08. Mai 2011

„(…) Ebenso vergnügt erzählt Grass eigene Absurditäten: wie er nach dem Abend zu Ehren von Nicolas Born in der Akademie und einem – natürlich programmierten – Streit mit Handke zu einer Sauftour durch Berlin aufbrach, im Auto mit Ingrid Krüger (tut so, als sei das eine Art Sekretärin von ihm und nicht, wie es der Wahrheit entspricht, seine Westberliner Geliebte, mit der er ein Kind hat). Die fährt ihn volltrunken an den Baum, das Auto zu Schrott (wer zahlt das neue?), er verwundet, sie kreischend, ihn offenbar tot wähnend – »Oh Gott, was habe ich der deutschen Literatur angetan!« – er wütend, blutend, von der Erde hochkrabbelnd und sich das mit der ‚deutschen Literatur‘ verbittend – »Es geht um mich, nicht um die Literatur« – beschwatzt die auftauchenden Polizisten (»Die haben mich natürlich erkannt«) – und geht noch zwei weitere Stunden saufen – »Das Auto haben wir einfach stehen lassen, Totalschaden«. (…)“

Fritz J. Raddatz, Unruhestifter, S. 335

07. Mai 2011


Venus Quincunx Saturn
„You have difficulty seeing what you are actually responsible for in relationships. Consequently, you take on more responsibilities than necessary in order to insure the continuation of your relationships. Do people like you for you or because of what you do for them? You are easily confused on this point. If you are busy doing things for people, they never get a chance to know the real you.“

Venus 15° Libra Quincunx Saturn 16° Pisces

07. Mai 2011

Es waren zwei Kinder, die spielten am Fluss. Sie bauten ein Floß und ließen es schaukeln. Auf Kieseln und Wellen, flußauf und flußab, durch Schilf und durch Gras, bei Regen und Wind. Es war so ein Spaß. Da kam eine Dürre, der Fluss wurde kleiner, das Flußbett, das blieb. Nur noch ein Rinnsal, das Rinnsal bald trocken. Erst Schlamm, dann nur Erde. Die Erde hat Risse, das Floß an der Seite, am trockenen Ufer, da war niemand mehr.

Der Junge, jetzt älter, erinnert das Spiel. Das Spielen auf Wellen, das Fließen des Fusses. Das Mädchen, auch älter, sieht ihn von Weitem, erkennt seinen Haarschopf und winkt mit der Hand. Er zeigt auf das Floß und bückt sich zur Tasche, im trockenen Flußbett, sie schaut ihn nur an. Die Füße im Flussbett, zerissene Erde. Er nimmt eine Flasche und zeigt ihr ein Rinnsal, im trockenen Flußbett, das sofort versiegt. Sie schüttelt den Kopf und packt seine Schultern, so fest sie nur kann. „Das ist nur ein Rinnsal, das ist doch kein Fluss! Das Floß braucht ein Flussbett, das Flussbett braucht Wasser, so viel wie wir hatten, siehst du das nicht?“ Der Junge wird wütend, die Flasche zerspringt. Die Splitter am Bein, der Hand und im Herzen. Der Haut und in Haaren, das Spiel geht nicht weiter, es gibt kein Zurück. Der Junge ruft zornig: „Du hinderst den Fluss!“ Der Fluss ist ein Flussbett seit Tagen und Jahren, die Flasche des Jungen, sie bringt ihm kein Glück. Es gibt keinen Zauber, der Fluss will nicht fließen, er findet kein Wasser, das ist sein Geschick. Der Junge alleine, zuhause mit Wasser, es gibt eine Rinne, da spielt er sein Glück. Ein Floß, ein paar Hölzer, da fließt es, das Rinnsal, ein ganz kleines Bächlein, beinah ein Fluss. Die Rinne ist kleiner, sie braucht nur ganz wenig, doch wichtig war einer, ein anderer Fluss.

07. Mai 2011

Es waren zwei Kinder, die spielten am Fluss. Sie bauten ein Floß und ließen es schaukeln. Auf Kieseln und Wellen, flußauf und flußab, durch Schilf und durch Gras, bei Regen und Wind. Es war so ein Spaß. Da kam eine Dürre, der Fluss wurde kleiner, das Flußbett, das blieb. Nur noch ein Rinnsal, das Rinnsal bald trocken. Erst Schlamm, dann nur Erde. Die Erde hat Risse, das Floß an der Seite, am trockenen Ufer, da war niemand mehr.

Der Junge, jetzt älter, erinnert das Spiel. Das Spielen auf Wellen, das Fließen des Fusses. Das Mädchen, auch älter, sieht ihn von Weitem, erkennt seinen Haarschopf und winkt mit der Hand. Er zeigt auf das Floß und bückt sich zur Tasche, im trockenen Flußbett, sie schaut ihn nur an. Die Füße im Flussbett, zerissene Erde. Er nimmt eine Flasche und zeigt ihr ein Rinnsal, im trockenen Flußbett, das sofort versiegt. Sie schüttelt den Kopf und packt seine Schultern, so fest sie nur kann. „Das ist nur ein Rinnsal, das ist doch kein Fluss! Das Floß braucht ein Flussbett, das Flussbett braucht Wasser, so viel wie wir hatten, siehst du das nicht?“ Der Junge wird wütend, die Flasche zerspringt. Die Splitter am Bein, der Hand und im Herzen. Der Haut und in Haaren, das Spiel geht nicht weiter, es gibt kein Zurück. Der Junge ruft zornig: „Du hinderst den Fluss!“ Der Fluss ist ein Flussbett seit Tagen und Jahren, die Flasche des Jungen, sie bringt ihm kein Glück. Es gibt keinen Zauber, der Fluss will nicht fließen, er findet kein Wasser, das ist sein Geschick. Der Junge alleine, zuhause mit Wasser, es gibt eine Rinne, da spielt er sein Glück. Ein Floß, ein paar Hölzer, da fließt es, das Rinnsal, ein ganz kleines Bächlein, beinah ein Fluss. Die Rinne ist kleiner, sie braucht nur ganz wenig, doch wichtig war einer, ein anderer Fluss.

07. Mai 2011


Venus Quincunx Saturn
„You have difficulty seeing what you are actually responsible for in relationships. Consequently, you take on more responsibilities than necessary in order to insure the continuation of your relationships. Do people like you for you or because of what you do for them? You are easily confused on this point. If you are busy doing things for people, they never get a chance to know the real you.“

Venus 15° Libra Quincunx Saturn 16° Pisces

05. Mai 2011

Ich muss lachen. An porentiefer sophistication kann man halt nicht arbeiten. Die hat man oder eben nicht. Nix Royals. Kleine Gute-Laune-Bemerkung für meinen privaten Zettelkasten. Off-Kommentar vor dem Schönheitsschlaf. Von wegen aufgesetzt.
Und sonst viele Bildchen in der Schleife, die wieder den Mythos nähren werden, ich ginge ja doch dauernd unter Leute. Was nicht stimmt. Sie müssen im Grunde nur die Daten prüfen. Das Datum jedes einzelnen Fotos wird akribisch von mir beim Hochladen in Richtung Entstehungsdatum korrigiert, zurückdatiert. Eh voilà: ich gehe praktisch nie vor die Tür. Aber wenn! Großes Traritrara. Kennt man ja von mir. Ich muss eben immer alles übertreiben. Sogar die Verweigerung.
Mal gucken, welches alte Bildchen zu diesem verschwurbelten Eintrag passt. Moment…

hihi

05. Mai 2011

Ich muss lachen. An porentiefer sophistication kann man halt nicht arbeiten. Die hat man oder eben nicht. Nix Royals. Kleine Gute-Laune-Bemerkung für meinen privaten Zettelkasten. Off-Kommentar vor dem Schönheitsschlaf. Von wegen aufgesetzt.
Und sonst viele Bildchen in der Schleife, die wieder den Mythos nähren werden, ich ginge ja doch dauernd unter Leute. Was nicht stimmt. Sie müssen im Grunde nur die Daten prüfen. Das Datum jedes einzelnen Fotos wird akribisch von mir beim Hochladen in Richtung Entstehungsdatum korrigiert, zurückdatiert. Eh voilà: ich gehe praktisch nie vor die Tür. Aber wenn! Großes Traritrara. Kennt man ja von mir. Ich muss eben immer alles übertreiben. Sogar die Verweigerung.
Mal gucken, welches alte Bildchen zu diesem verschwurbelten Eintrag passt. Moment…

hihi

Hofberichterstatterin Lady Alma Miezi-Ahorn am 29. April 2011

So viel dazu von mir.

Hardcore-Royalistin Lady Alma Miezi-Ahorn aka Gaga Nielsen im Juni Anno 2010

„(…) Wenn das kein Omen ist. Und der Kuss war auch mehr so zwei Bussis von einem Fünfjährigem an seine Ersatz-Mutti. Aber abgesehen davon bin ich natürlich Royalistin.
(Unverändert.)
(…)
übrigens von wegen Manipulation der Medien:
Sat 1 zum Beispiel zeigt das Bussi in der Konserve mit leichter Zeitlupe, damit das unspektakuläre Dings etwas an Hingabe und Länge gewinnt.
(…)
Unlängst zur Vorbereitung auf den hohen kirchlichen Feiertag den Kommentar einer britischen Anstandsdame (oder so ähnlich) interessiert zur Kenntnis genommen, dass sich die beiden ja nun klar machen müssten, dass das Volk ab sofort weiter aktuelle Bilder des Lebens des Paares beansprucht (von wegen man wolle sich in den nächsten zwei Jahren erst einmal aus der Öffentlichkeit zurückziehen), schließlich wolle man etwas für sein Geld sehen. Würde diesem rechtmäßigen Anspruch der Bevölkerung nicht nachgekommen, müsste man mit Aufbegehren und Abschaffung der Monarchie rechnen. Und dann wäre es ja zum Beispiel wie „bei Ihnen in Germany“. Mitleidiger, etwas hämischer Gesichtsausdruck der Anstandsdame. Ich habe sehr gelacht. Wahrscheinlich Galgenhumor. Schon blöd, dass man immer über den Gartenzaun gucken muss. Aber andererseits: die anderen Königshäuser können ja auch nicht gegen die Windsors anstinken. Dagegen sind diese ganzen skandinavischen Heiratereien peanuts. Kalter Kaffee!
(…)
haha, Pippa die kleine Schlampe!
(…)
Abbitte
Hiermit möchte ich in aller Form Abbitte beim schwedischen Königshaus leisten für die von mir gemachte Unterstellung, die skandinavischen Königshäuser könnten nicht gegen Hochzeiten bei Windsors anstinken. Nachdem ich diese
Fotostrecke analysiert habe, muss ich eingestehen, dass hier offenkundig größere Gefühle im Spiel sind als bei dem putzigen William und seiner anpassungsfähigen Auserwählten. Der Angetraute von Kronzprinzessin Viktoria hat sich beim Ja-Wort eine Träne unter der Hornbrille weggewischt. So muss das sein. William dagegen hat bei jeder Gelegenheit in der Kirche alberne Schwätzchen mit seinem Nachbarn Harry und seinem alten Kumpel Kate gehalten. Daher war meine Wimperntusche nach der Trauung noch vollständig intakt. Ich konnte keine Träne vergießen. Wie gerne hätte ich.
Aber was das Bizarre, die bucklige Verw und die Dimension der Westminster Abbey und des weltweiten Traritrara angeht, sind die britischen Royals absolut on top!“

[div. Nachträge!]
„Cousin Elton???
hab ich was verpasst?
Wie ist der genaue Verwandtschaftsgrad?
(…)
Ich bin ja an sich keine Fürsprecherin des Korsetts zu Vertuschungszwecken, aber im Fall von Frau Gonzales-usw. möchte ich eine Ausnahme machen. So ganz ohne Büstenhebe und formgebenden Slip scheint es bei solchen Gelegenheiten doch nicht zu gehen. Wenn schon förmlich, dann richtig. Royal Wedding ist nicht Kirmes!
(…)
Der Vergleich ist zwar schmerzhaft, aber dennoch nicht an den gegelten Haaren herbeigezogen. Da wabert so einiges Unausgesprochenes.
Daher vertrete ich den Flügel des offensiven Monarchismus. Dieses Versteckte und Verhuschte ist meine Sache nicht!“

[weitere Nachträge!]
„Ich wette, die legen heimlich nach Mitternacht solche Platten auf. Wenn die Queen schon ruht, versteht sich.
P.S. Apropos strubbelige Haare:
Harry hat ja nun reichlich strubbelige Haare, was ihn aber kein Stück sexier macht. Strubbelig allein genügt nicht! Bin ich streng!
(…)
P.P.S.: Kate lässt sich nur nach Vorlage der Ahnentafel entführen. Das mit der Entführung ist an sich eine putzige Idee. Wie gesagt, wenn der Stammbaum in Ordnung ist, kann man mit Kate bestimmt eine Menge anstellen. Sie wirkt sehr willig, sofern bestimmt Eckdaten erfüllt sind.
(…)
Verstehe! (hätte ich selber drauf kommen müssen! Ich ziehe die Frage zurück.)
(…)
OMG! Ein Traum! Wie gerne wäre ich dabei, wenn Camilla mit rauchiger Stimme diese Nummer schiebt. Ich wette, sie ist ein ganz heißer Feger. Völlig unterschätzt! Aber nicht von mir!
Dagegen ist das tongue in cheek von little Miss Perfect doch eher einer mundhygienischen Maßnahme als übermäßigem Hintersinn zuzuordnen. Ich wette, sie hatte einen ganz trockenen Mund und musste nachfeuchten. Schließlich wollte sie niemanden mit der Frage „Where is the toilet?“ in Verlegenheit bringen müssen und damit in die Fußstapfen ihrer ungeschickten Mutti treten. Demzufolge hat sie nicht nur zu essen sondern auch zu trinken aufgehört. Schlaues Mädchen!
Das mit König Kalle Wirsch ist ja erschütternd. Wie lange habe ich ihn nicht mehr getroffen. Diese Ähnlichkeit. Ein bißchen erinnert die Aura von Harry aber auch an einen gewissen Martin Semmelrogge, der früher als Darsteller tätig war. Muss man sich jetzt aber nicht notwendigerweise daran erinnern. Und ein bißchen Pumuckel ist auch drin. Seine on-off-Freundin durfte ja auch dabei sein. Fällt mir schwer, mir zu dem nicht unhübschen Mädchen ein abschließendes Qualitätsurteil zu bilden, das ohne oberflächliche Vorurteile wie ‚blondes Partygirl ohne weitere Ansprüche‘ auskommt.
(…)
Das Strumpfband von ihr? Na na, der meinte das eventuell blaue Strumpfband von Katy. Da haben Sie wahrscheinlich schon geträumt. Von Parties mit Zubehör!“

Gaga Nielsen am 29. April 2011 anlässlich der Vermählung von HRH Prince William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, Duke of Cambridge mit Dingens

26. April 2011

Die Wandelfähigkeit der Gefühle. Beschäftigt mich gerade. Jemanden zu sehen, wenn auch nur von weitem, in den man so tief verstrickt war. Wie man dachte, man käme nicht darüber hinweg. Und kaum verstrickt man sich auf’s Neue, ist der ganze Schmerz nur noch ein verblichenes Kapitel. Wenn auch unvergesslich, aber das Ziehen ist weg. Vorhin an Rios Junimond gedacht, nicht gehört, nur daran gedacht. Wie er singt Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, und alles bleibt still und kein Sturm kommt auf, wenn ich dich seh‘. Dabei singt er es so, als wäre es durchaus nicht vorbei. Als täte es immer noch weh. Man glaubt es ihm nicht, in dem Lied, und für diesen Widerspruch liebt man ihn und den Junimond. Es ist eine Geisterbeschwörung. In der man verzweifelt wünscht, dass es endlich wahr wird, wenn man es nur oft genug behauptet. Großartiges Lied. Die Art von Liedern, die ich mir nicht mehr freiwillig anhöre. Es sei denn, es käme hinterrücks. Durch die kalte Küche. Per unkontrollierbarem Zufall.
Von den Ärzten („…aus Berlin!“) gibt es auch so einen Selbstzerfleischungssong, vorhin by random. Wenn man sich das entzückend einfühlsame Gewinsel von Farin anhört, könnte man denken, er wüsste wovon er singt. Ich mag diese schonungslos verzweifelte Teenieballade mit dem gepeinigten, grandprixreifen Bauchtanzgefiedel im Hintergrund. Aber wie gesagt, nur per Zufall.


Die Ärzte.
Nie gesagt


„Geht’s vielleicht ’ne Nummer kleiner?“ – Nö.

Hofberichterstatterin Lady Alma Miezi-Ahorn am 29. April 2011

So viel dazu von mir.

Hardcore-Royalistin Lady Alma Miezi-Ahorn aka Gaga Nielsen im Juni Anno 2010

„(…) Wenn das kein Omen ist. Und der Kuss war auch mehr so zwei Bussis von einem Fünfjährigem an seine Ersatz-Mutti. Aber abgesehen davon bin ich natürlich Royalistin.
(Unverändert.)
(…)
übrigens von wegen Manipulation der Medien:
Sat 1 zum Beispiel zeigt das Bussi in der Konserve mit leichter Zeitlupe, damit das unspektakuläre Dings etwas an Hingabe und Länge gewinnt.
(…)
Unlängst zur Vorbereitung auf den hohen kirchlichen Feiertag den Kommentar einer britischen Anstandsdame (oder so ähnlich) interessiert zur Kenntnis genommen, dass sich die beiden ja nun klar machen müssten, dass das Volk ab sofort weiter aktuelle Bilder des Lebens des Paares beansprucht (von wegen man wolle sich in den nächsten zwei Jahren erst einmal aus der Öffentlichkeit zurückziehen), schließlich wolle man etwas für sein Geld sehen. Würde diesem rechtmäßigen Anspruch der Bevölkerung nicht nachgekommen, müsste man mit Aufbegehren und Abschaffung der Monarchie rechnen. Und dann wäre es ja zum Beispiel wie „bei Ihnen in Germany“. Mitleidiger, etwas hämischer Gesichtsausdruck der Anstandsdame. Ich habe sehr gelacht. Wahrscheinlich Galgenhumor. Schon blöd, dass man immer über den Gartenzaun gucken muss. Aber andererseits: die anderen Königshäuser können ja auch nicht gegen die Windsors anstinken. Dagegen sind diese ganzen skandinavischen Heiratereien peanuts. Kalter Kaffee!
(…)
haha, Pippa die kleine Schlampe!
(…)
Abbitte
Hiermit möchte ich in aller Form Abbitte beim schwedischen Königshaus leisten für die von mir gemachte Unterstellung, die skandinavischen Königshäuser könnten nicht gegen Hochzeiten bei Windsors anstinken. Nachdem ich diese
Fotostrecke analysiert habe, muss ich eingestehen, dass hier offenkundig größere Gefühle im Spiel sind als bei dem putzigen William und seiner anpassungsfähigen Auserwählten. Der Angetraute von Kronzprinzessin Viktoria hat sich beim Ja-Wort eine Träne unter der Hornbrille weggewischt. So muss das sein. William dagegen hat bei jeder Gelegenheit in der Kirche alberne Schwätzchen mit seinem Nachbarn Harry und seinem alten Kumpel Kate gehalten. Daher war meine Wimperntusche nach der Trauung noch vollständig intakt. Ich konnte keine Träne vergießen. Wie gerne hätte ich.
Aber was das Bizarre, die bucklige Verw und die Dimension der Westminster Abbey und des weltweiten Traritrara angeht, sind die britischen Royals absolut on top!“

[div. Nachträge!]
„Cousin Elton???
hab ich was verpasst?
Wie ist der genaue Verwandtschaftsgrad?
(…)
Ich bin ja an sich keine Fürsprecherin des Korsetts zu Vertuschungszwecken, aber im Fall von Frau Gonzales-usw. möchte ich eine Ausnahme machen. So ganz ohne Büstenhebe und formgebenden Slip scheint es bei solchen Gelegenheiten doch nicht zu gehen. Wenn schon förmlich, dann richtig. Royal Wedding ist nicht Kirmes!
(…)
Der Vergleich ist zwar schmerzhaft, aber dennoch nicht an den gegelten Haaren herbeigezogen. Da wabert so einiges Unausgesprochenes.
Daher vertrete ich den Flügel des offensiven Monarchismus. Dieses Versteckte und Verhuschte ist meine Sache nicht!“

[weitere Nachträge!]
„Ich wette, die legen heimlich nach Mitternacht solche Platten auf. Wenn die Queen schon ruht, versteht sich.
P.S. Apropos strubbelige Haare:
Harry hat ja nun reichlich strubbelige Haare, was ihn aber kein Stück sexier macht. Strubbelig allein genügt nicht! Bin ich streng!
(…)
P.P.S.: Kate lässt sich nur nach Vorlage der Ahnentafel entführen. Das mit der Entführung ist an sich eine putzige Idee. Wie gesagt, wenn der Stammbaum in Ordnung ist, kann man mit Kate bestimmt eine Menge anstellen. Sie wirkt sehr willig, sofern bestimmt Eckdaten erfüllt sind.
(…)
Verstehe! (hätte ich selber drauf kommen müssen! Ich ziehe die Frage zurück.)
(…)
OMG! Ein Traum! Wie gerne wäre ich dabei, wenn Camilla mit rauchiger Stimme diese Nummer schiebt. Ich wette, sie ist ein ganz heißer Feger. Völlig unterschätzt! Aber nicht von mir!
Dagegen ist das tongue in cheek von little Miss Perfect doch eher einer mundhygienischen Maßnahme als übermäßigem Hintersinn zuzuordnen. Ich wette, sie hatte einen ganz trockenen Mund und musste nachfeuchten. Schließlich wollte sie niemanden mit der Frage „Where is the toilet?“ in Verlegenheit bringen müssen und damit in die Fußstapfen ihrer ungeschickten Mutti treten. Demzufolge hat sie nicht nur zu essen sondern auch zu trinken aufgehört. Schlaues Mädchen!
Das mit König Kalle Wirsch ist ja erschütternd. Wie lange habe ich ihn nicht mehr getroffen. Diese Ähnlichkeit. Ein bißchen erinnert die Aura von Harry aber auch an einen gewissen Martin Semmelrogge, der früher als Darsteller tätig war. Muss man sich jetzt aber nicht notwendigerweise daran erinnern. Und ein bißchen Pumuckel ist auch drin. Seine on-off-Freundin durfte ja auch dabei sein. Fällt mir schwer, mir zu dem nicht unhübschen Mädchen ein abschließendes Qualitätsurteil zu bilden, das ohne oberflächliche Vorurteile wie ‚blondes Partygirl ohne weitere Ansprüche‘ auskommt.
(…)
Das Strumpfband von ihr? Na na, der meinte das eventuell blaue Strumpfband von Katy. Da haben Sie wahrscheinlich schon geträumt. Von Parties mit Zubehör!“

Gaga Nielsen am 29. April 2011 anlässlich der Vermählung von HRH Prince William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, Duke of Cambridge mit Dingens

26. April 2011

Die Wandelfähigkeit der Gefühle. Beschäftigt mich gerade. Jemanden zu sehen, wenn auch nur von weitem, in den man so tief verstrickt war. Wie man dachte, man käme nicht darüber hinweg. Und kaum verstrickt man sich auf’s Neue, ist der ganze Schmerz nur noch ein verblichenes Kapitel. Wenn auch unvergesslich, aber das Ziehen ist weg. Vorhin an Rios Junimond gedacht, nicht gehört, nur daran gedacht. Wie er singt Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, und alles bleibt still und kein Sturm kommt auf, wenn ich dich seh‘. Dabei singt er es so, als wäre es durchaus nicht vorbei. Als täte es immer noch weh. Man glaubt es ihm nicht, in dem Lied, und für diesen Widerspruch liebt man ihn und den Junimond. Es ist eine Geisterbeschwörung. In der man verzweifelt wünscht, dass es endlich wahr wird, wenn man es nur oft genug behauptet. Großartiges Lied. Die Art von Liedern, die ich mir nicht mehr freiwillig anhöre. Es sei denn, es käme hinterrücks. Durch die kalte Küche. Per unkontrollierbarem Zufall.
Von den Ärzten („…aus Berlin!“) gibt es auch so einen Selbstzerfleischungssong, vorhin by random. Wenn man sich das entzückend einfühlsame Gewinsel von Farin anhört, könnte man denken, er wüsste wovon er singt. Ich mag diese schonungslos verzweifelte Teenieballade mit dem gepeinigten, grandprixreifen Bauchtanzgefiedel im Hintergrund. Aber wie gesagt, nur per Zufall.


Die Ärzte.
Nie gesagt


„Geht’s vielleicht ’ne Nummer kleiner?“ – Nö.

24. April 2011


Das Ostereierfest ist doch eine lustige Erfindung. Danach hat mich Eugene auf einen kleinen Spaziergang mitgenommen. Da ist mir aufgefallen, dass ich doch eine rührselige Kuh bin. Und das ist auch gut so. Vorhin am Anfang vom Sonnenbaden das Foto da oben machen wollen. Aber der Akku war leer. Und ich hab das Foto ja auch schon mal gemacht. Wie man sieht. Vielleicht mach ich es später noch mal. Ich gehe wieder auf den Balkon und lese in Maxie Wanders Leben wär‘ eine prima Alternative. Am Anfang steht ein Zitat von Fromm, darin heißt es „(…) Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden, und seine Tragödie, daß die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind.“ Und auf dem Vorsatz ein Fragment von ihr selbst „Und ich genieße unseren Garten, leg eine Platte auf, bereite uns ein gutes Essen … Wir wissen nicht, was wir haben, erst wenn die Wände zittern und der Boden unter unseren Füßen wankt, wenn diese Welt einzustürzen droht, ahnen wir, was Leben bedeutet.“
Maxie Wander wurde nur 44 Jahre alt. Sie starb wenige Wochen vor ihrem 45. Geburtstag an einer Krebserkrankung. Ich habe seit ungefähr fünf Jahren dieses Buch in meiner Wohnung liegen, ebenso wie Guten Morgen du Schöne, diesen DDR-Bestseller. Ich dachte irgendwann, ich sollte das doch mal lesen. Da war eine Ausstellung in einem Museum und eine Platte am Boden trug ein Zitat von Maxie Wander. Daneben lag eine mit einem Zitat von mir und ich fühlte mich furchtbar geehrt über diese Nachbarschaft. Ich fing Guten Morgen du Schöne an zu lesen und fand keinen Zugang, legte es weg. Aufzeichnungen von Gesprächen mit Frauen in der DDR in den Siebziger Jahren. Irgendwann später les ich es vielleicht noch einmal. Jedenfalls dachte ich dann aus irgendeinem Grund, dass Leben wär‘ eine prima Alternative eine Fortsetzung davon sei, Dokumentation von DDR-Frauenschicksalen. Irrtum.
Vor drei Stunden schraubte ich an meiner Festplattenanlage herum. Auf dem Gerät stehen ein paar Bücher. Unter anderem Zadeks Biographie, die ich auch schon mal anfing und gelangweilt von dem theaterinternen Gerede wieder beiseitelegte. Ich nahm es noch mal in die Hand, zog es heraus, weil ich dachte, vielleicht gibt es in dem dicken Ding doch ein paar lesenswerte Passagen. Vielleicht über seine Zeit mit der Fotografin Roswitha Hecke, die ich kennenlernte und sehr faszinierend fand. Als ich es herausgezogen hatte, gab die Lücke den Blick auf die dahinterliegende Bücherreihe frei. Den Buchrücken von Maxie Wanders Leben wär…. Ich zog es heraus und las zum ersten mal den Klappentext. Ihr Mann Fred Wander, ein Schriftsteller, gab es ein halbes Jahr nach ihrem Tod heraus. Ich erfuhr, dass es private Aufzeichnungen ihres letzten Lebensjahres sind und war gefangen von dem Fragment mit dem Garten. Da stand auch, dass sie aus Wien war. Eine Wienerin in der DDR. Zuletzt lebte sie in Kleinmachnow bei Berlin. In Kleinmachnow war ich im letzten Juni zu einem Sommerfest. Ich mag Bücher, die in vertrauter Umgebung spielen, in Berlin. Ich lese mal weiter.

23. April 2011

Tag konsequent vertrödelt. Später sogar noch ein zweites Mal das Telefon benutzt, ganz gegen meine Gewohnheit. Mein guter Freund Jan war als ich anrief dabei, sich auf eine Verabredung, eine Einladung zum Essen einzustimmen, indem er herumkramte. Näheres darf ich leider nicht berichten, das wäre indiskret. Aber sie sieht gut aus, ist mir sympathisch, auf dem einzigen mir zugänglichen Foto. Ich habe mich noch verstiegen anzumerken, dass eventuell die Schaufel Dreck fehlen würde, die er gut findet, worauf ein interessiert zuhörendes „aha…“ aus dem Hörer kam. Das geht ja schon alles wieder viel zu weit, was ich hier schreibe. Dabei bin ich doch sonst so diskret. Besonders wenn es um mich selbst geht. Nur über meine Leiche bzw. in den launigen Memoiren, die ich dann mit rüstigen 87 Jahren verfassen werde, wird alles aufgedeckt, was gegenwärtig nur nebulös verschwurbelt angedeutet werden kann. Furchtbar, immer diese Warterei auf später. Bis man 87 ist. Noch einundvierzigeinhalb Jahre. Jedenfalls wird da wahrscheinlich noch so viel passieren, dass man späer Mühe haben wird, die Ursachen der verblichenen Befindlichkeiten den jeweiligen Personen einwandfrei zuzuordnen.
Mir geht es teilweise schon so mit der jüngeren Vergangenheit. Besonders die letzten zehn Jahre in Betracht gezogen. Da gibt es teilweise derartige dramaturgische Parallelen zur gegenwartsnahen Vergangenheit, auch was gewisse Eckdaten der Protagonisten angeht, dass ich im Alphazustand durcheinanderkomme, mit wem wann was passiert ist. Man hört oft, dass Menschen ein Muster in ihrem Leben identifizieren, in der Art der Verbindungen, die sie eingehen, die Konstellationen, Familienverhältnisse, Affinität zu Berufsgruppen. Da bin ich keine Ausnahme. Man hört auch, es gäbe Wiederholungen von Biographien, Schicksalen innerhalb bestimmter Familien. Als ob sich ein Thema vererbt. Ganz seltsam. Ich sehe zwei Schicksals-Parallelen bei mir, die mich in zentralen Aspekten an Familienmitglieder erinnern. Einer schön, einer eher schwierig. Ich versuche das Ganze zu drehen, zu wenden, ins Positive, das mit dem schwierigeren Aspekt. Weil ich inzwischen auch zunehmend glaube, dass die Schwierigkeit eher im gesellschaftlichen Status liegt, nicht so sehr in der Sache an sich. Ist aber nicht so ganz ausgereift, der Gedanke. Ich will hier auch nicht noch mehr geheimnisvolles Geschwurbel produzieren, der Ruf eilt mir ja schon seit Jahren voraus.
Als man die anderen Blogger noch nicht von Angesicht zu Angesicht kannte, und allenthalben die ersten Verabredungen bei Lesungen und sonstigen Kennenlerntreffen getroffen wurden, kam mir von meinem liebsten Bloggerkommilitonen in Hamburg zu Ohren, von mir würde man sich erzählen, ich sei ja so geheimnisumwittert und deswegen würde mich viele unheimlich gerne mal treffen. Ich musste lachen, einerseits, weil es mich nicht gewundert hat, und meinem eigenen Bild von mir entgegenkommt. Andererseits meine ich mich zu erinnern, dass er sich wunderte, dass dieses diffus wabernde Interesse mir kaum angetragen wurde. „Die trauen sich wahrscheinlich nicht“ hat er abschließend analysiert. Nur er war todesmutig. Na gut, gibt noch ein paar andere, die es überlebt haben, mich dann gelegenheitshalber bei irgendwelchen Geselligkeiten zu treffen. Ich kann es aber auch verstehen. Bin ich mir doch selber in Teilen noch immer ein Rätsel. Das ist nicht einmal kokett gemeint. Deswegen bin ich auch noch nicht aus dem Fenster gesprungen, weil ich wissen will, was es mit dieser Gaga Nielsen letztlich auf sich hat. Ich komme noch dahinter. Und wenn ich Hundertsieben werden muss.

23. April 2011

Tag konsequent vertrödelt. Später sogar noch ein zweites Mal das Telefon benutzt, ganz gegen meine Gewohnheit. Mein guter Freund Jan war als ich anrief dabei, sich auf eine Verabredung, eine Einladung zum Essen einzustimmen, indem er herumkramte. Näheres darf ich leider nicht berichten, das wäre indiskret. Aber sie sieht gut aus, ist mir sympathisch, auf dem einzigen mir zugänglichen Foto. Ich habe mich noch verstiegen anzumerken, dass eventuell die Schaufel Dreck fehlen würde, die er gut findet, worauf ein interessiert zuhörendes „aha…“ aus dem Hörer kam. Das geht ja schon alles wieder viel zu weit, was ich hier schreibe. Dabei bin ich doch sonst so diskret. Besonders wenn es um mich selbst geht. Nur über meine Leiche bzw. in den launigen Memoiren, die ich dann mit rüstigen 87 Jahren verfassen werde, wird alles aufgedeckt, was gegenwärtig nur nebulös verschwurbelt angedeutet werden kann. Furchtbar, immer diese Warterei auf später. Bis man 87 ist. Noch einundvierzigeinhalb Jahre. Jedenfalls wird da wahrscheinlich noch so viel passieren, dass man späer Mühe haben wird, die Ursachen der verblichenen Befindlichkeiten den jeweiligen Personen einwandfrei zuzuordnen.
Mir geht es teilweise schon so mit der jüngeren Vergangenheit. Besonders die letzten zehn Jahre in Betracht gezogen. Da gibt es teilweise derartige dramaturgische Parallelen zur gegenwartsnahen Vergangenheit, auch was gewisse Eckdaten der Protagonisten angeht, dass ich im Alphazustand durcheinanderkomme, mit wem wann was passiert ist. Man hört oft, dass Menschen ein Muster in ihrem Leben identifizieren, in der Art der Verbindungen, die sie eingehen, die Konstellationen, Familienverhältnisse, Affinität zu Berufsgruppen. Da bin ich keine Ausnahme. Man hört auch, es gäbe Wiederholungen von Biographien, Schicksalen innerhalb bestimmter Familien. Als ob sich ein Thema vererbt. Ganz seltsam. Ich sehe zwei Schicksals-Parallelen bei mir, die mich in zentralen Aspekten an Familienmitglieder erinnern. Einer schön, einer eher schwierig. Ich versuche das Ganze zu drehen, zu wenden, ins Positive, das mit dem schwierigeren Aspekt. Weil ich inzwischen auch zunehmend glaube, dass die Schwierigkeit eher im gesellschaftlichen Status liegt, nicht so sehr in der Sache an sich. Ist aber nicht so ganz ausgereift, der Gedanke. Ich will hier auch nicht noch mehr geheimnisvolles Geschwurbel produzieren, der Ruf eilt mir ja schon seit Jahren voraus.
Als man die anderen Blogger noch nicht von Angesicht zu Angesicht kannte, und allenthalben die ersten Verabredungen bei Lesungen und sonstigen Kennenlerntreffen getroffen wurden, kam mir von meinem liebsten Bloggerkommilitonen in Hamburg zu Ohren, von mir würde man sich erzählen, ich sei ja so geheimnisumwittert und deswegen würde mich viele unheimlich gerne mal treffen. Ich musste lachen, einerseits, weil es mich nicht gewundert hat, und meinem eigenen Bild von mir entgegenkommt. Andererseits meine ich mich zu erinnern, dass er sich wunderte, dass dieses diffus wabernde Interesse mir kaum angetragen wurde. „Die trauen sich wahrscheinlich nicht“ hat er abschließend analysiert. Nur er war todesmutig. Na gut, gibt noch ein paar andere, die es überlebt haben, mich dann gelegenheitshalber bei irgendwelchen Geselligkeiten zu treffen. Ich kann es aber auch verstehen. Bin ich mir doch selber in Teilen noch immer ein Rätsel. Das ist nicht einmal kokett gemeint. Deswegen bin ich auch noch nicht aus dem Fenster gesprungen, weil ich wissen will, was es mit dieser Gaga Nielsen letztlich auf sich hat. Ich komme noch dahinter. Und wenn ich Hundertsieben werden muss.

22. April 2011


Unversehens. Unversehens, aber kein Versehen. Das Trennen. Das Wechseln der Richtung. Die veränderten Neigungen, Neigungswinkel. Zuneigungswinkel. Unversehens.
[ Unversehens, adverb. welches vermittelst des adverbischen s von dem vorigen zu einem Nebenworte gebildet worden und statt des Adverbii unversehen gebraucht wird,unvermuthet,ohne daß man es gesehen oder vorher gesehen hätte]
Als ich meinen letzten Eintrag las, meine Ausgangsperspektive verließ, die ihn schreiben ließ, bemerkte ich, wie projezierbar das darin verhandelte metaphorische Szenario auf andere Dinge in meinem Leben ist. Ich meinte etwas Bestimmtes und sah, es passt ebensogut auf parallele Ereignisse. Mehrere. Es ist ein großes Thema, ein Muster, das in den Vordergrund drängt. Das Auseinanderdividieren von Bedürfnissen und Zugeständnissen. Das gegen-das-Licht-Halten von Kompromissen. Ich habe gründlich aufgeräumt. Wäre ich stärker in Klischees gefangen, wie man mit Verbindungen zu anderen Menschen zu verfahren hat, das gemeinhin Übliche, Traditionelle zugrundelegt, käme ich ins Grübeln. Mehr als ohnehin. Ein Mönch hat kein Rechtfertigungsproblem. Nicht der Welt gegenüber. Nur seinem Gewissen und seinem Orden. In einem geschützten Raum kann er unbehelligt seinen selektiven Spinnereien nachgehen.
Und noch mehr ein Eremit. Niemand wagt es, sich der komischen Hütte im Wald ungebührlich zu nähern. Eigenbrötler haben auch ein bißchen etwas Unheimliches, manche sogar Gefährliches. Was geht da vor, in diesem exotischen Kopf. Wie kann sich einer so absondern, die Gemeinschaft vermeiden. Welche kranken Regungen wohnen in so einem Menschen. Oder die Hexe im Hexenhäuschen, die sich nicht darum schert, dass die Kinder vor ihr davonrennen. Die sich nicht um Liebreiz bemüht. Na gut, das ist ein böses mittelalterliches Klischee. Ganz so gleichgültig bin ich nicht, was die Resonanz der Mitmenschen angeht. Allerdings beschränkt sich das Interesse an einem friedlichen Konsens auf unverbindliche gesellschaftliche Begegnungen, die sich nicht vermeiden lassen. Gelderwerb. Gesichtspflege. Einkaufen gehen. Ich bin glaube ich, die netteste Kundin der Welt. Zu mir war noch nie eine Verkäuferin zickig, im Gegenteil. Ich betrachte diese Menschen auf Augenhöhe, mit großem Respekt vor ihrer mir dienenden Arbeit. Aber ich möchte mich nicht zum Kaffeetrinken verabreden. Nur manchmal gibt es eine Ausnahme. Manchmal im Leben. Dann verabrede ich mich richtig oft und trinke richtig viel Kaffee. Gedanken zum Karfreitag. Unversehens. Hat rein gar nichts mit dem Sinn und Unsinn des Tages zu tun, der mir auch schon wieder entfallen ist. Nageln Sie mich bitte nicht fest.
Gestern hinter mir zwei Studenten, offenkundig auf dem Weg zu ihrem Campus. Ich vermute, sie fragte ihn, welche Vorlesungen er in diesem Semester belegt hätte und hörte nur einen Fetzen seiner Antwort. „…und dann mach ich noch Existenzialismus und Renaissance und Marketing und Naturwissenschaften…“ Ich dachte, was für eine interessante Mischung und assoziierte ein ziemlich eigenwilliges Erscheinungsbild mit dieser Aussage. Ich überlegte, ob ich es wagen könnte, mich mal kurz umzudrehen, weil ich so neugierig war. Es ergab sich, dass ich kurz vor dem Gebäude, in das ich wollte, eine Drehung einbauen konnte, die nicht allzu unnatürlich wirken würde. Die beiden merkten nichts, und ich erfasste ihn aus dem Augenwinkel. Er sah völlig unspektakulär aus, brav eigentlich. Vielseitig interessiert, aber kein bißchen existenzialistisch oder renaissance-affin.
Ich merkte, dass ich ein bestimmtes anderes Bild mitgenommen hatte. Ein paar Minuten vorher war mir ein junger Mann, ungefähr Mitte Zwanzig, in der S-Bahn sehr aufgefallen. Sicher auch deshalb, weil ich seinen wiederkehrenden Blick auf meinem Profil spürte, während er las. Ich stand mit Blick zur Tür, er saß. Er hatte eine bizarre, avantgardistische Rasur. Koteletten, schwarz und ausgezirkelt bis auf die Wangenknochen. Raspelkurze schwarze Haare. Ein Blick wie Adriano Celentano, angesagte Klamotten. So hätte der Student aussehen müssen. So und nicht anders.
Und dann dachte ich noch, wie großartig diese jungen Menschen sich heute entfalten können. Ein bißchen Existentialismus, ein bißchen Renaissance, ein bißchen Marketing, ein bißchen Naturwissenschaften. Ich beharre ja weiterhin darauf, dass wir in der besten aller Zeiten leben. Von schwachsinnigen EU-Normen (o.k., es gibt auch ein paar gute, Kennzeichnungspflicht für glutenhaltige Lebensmittel zum Beispiel), degenerierter Landwirtschaft, Fukushima und noch ein paar anderen Verirrungen abgesehen. Aber das sind alles nur Zeitfenster, wie ein lieber Freund mir vor einiger Zeit einmal schrieb. Und dass sich die Chinesen an den Fluß setzen und warten bis – aber das ist eine andere Geschichte.

21. April 2011


Wie mag sich das alles noch relativieren. Alles. Nicht nur die Dinge der großen Welt. Der kleinen auch. Man kann mit Sicherheit sagen, nichts bleibt wie es ist. Auch nicht die Perspektive auf die eigene Welt, die eigene Zeit, die eigene Vergangenheit, Gegenwart, die noch unwägbare Zukunft. Ich sehe etwas an, das ich früher angesehen habe. Aber ich sehe etwas anderes. Wahrscheinlich kennt das jeder: man hört von einem Menschen eine Begebenheit aus seinem Leben, zum ersten mal. Man lacht über die überraschende Wendung, die lustige Beschreibung. Die Schärfe der Analyse. Fühlt sich gut unterhalten. Witzige Details. Später, man kennt sich schon ein Weilchen, ist man eingeladen. Es ergibt sich, dass die Anekdote gerade passt, die anderen kennen sie ja noch nicht. Man lacht auch noch beim zweiten Mal. Noch später, irgendeine völlig andere Situation, man ist zu zweit. Der andere erzählt ein Detail der kleinen Geschichte, die man schon kennt. Die kleine Geschichte ist wohl ein Höhepunkt im Leben gewesen. Man ist ein bißchen irritiert, dass der andere nicht zu erinnern scheint, dass er die Geschichte schon zweimal in Gegenwart von einem erzählte. Man macht eine kleine Bemerkung, „Hm, ja – das hast du schon mal erzählt.“ Man lächelt milde, dabei wollte man nie milde lächeln. Menschen, die gerne und viel erzählen, vergessen eben schon mal, wem sie was erzählt haben. Wieder eine freundliche Runde. Die Geschichte erlebt die nächste Renaissance. Man weiß schon, wie sie geht. An der Stelle gleich, wird eine ganz bestimmte Formulierung kommen, über die die anderen herzlich lachen werden. Man freut sich für den anderen über den Unterhaltungswert, hört aber selber kaum noch hin. Irgendwann fängt man an, durch’s Fenster in den Garten zu gucken. Mal ein bißchen frische Luft. An die frische Luft. Man versäumt ja nichts. Man kennt die Geschichte schon. In- und auswendig. Sie ist nicht schlecht, aber man wird nichts Neues erfahren, wenn man noch einmal zuhört.

19. April 2011




gestern in einer Mail nach Mitternacht
„(…) Ich sehe, ich bin oft mehr in die Projektion verliebt, die meine Phantasie als Idee von Liebe und einem Geliebten entstehen lässt, als in die Realität. Ich versuche die Realität meinen Träumen anzugleichen, deshalb entstehen Bilder und Filme, die immer etwas Traumhaftes haben. Und dann hoffe ich, die Wirklichkeit entzündet sich an diesem Funken und entflammt als traumhafte Realität. So werde ich wohl immer sein…“



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19. April 2011


Ich kannte die beiden ja auch nicht. Aber nun: ja. Die beiden hatten Spaß auf der Bühne. Wir unten auch. Nicht unbedingt die Art von Musik, die ich mir als Konserve anhöre, aber live machte das wirklich sehr viel Laune. Die beiden sind ein schönes Beispiel, wie man sich die Bühne zueigen machen kann, ganz bei sich ist und dennoch intensiven Kontakt zum Publikum haben kann. Es gibt ja eine Menge autistisch agierender Künstler, die auf die Bühne ihren eigenen kleinen Schutzraum mitnehmen. Ein bißchen, als ob sie da oben unter einer Glasglocke stehen und immer dasselbe abspulen, egal wie das Publikum mitgeht. Sei es vor Aufregung, sei es aus der Unsicherheit, die Sicherheit der Dramaturgie zu verlassen. Ich weiß nicht, ob man das je lernen kann, wenn man es nicht versteht, den Fotografen-Graben zu überbrücken und greifbar zu werden. Groovy, dieses altmodische Adjektiv aus der Jugendsprache Ende der Siebziger fällt mir ein für die beiden, Mono & Nikitaman. Sie spielten als letzte Band, nach den Helden.
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blow up
Dann dämmerte es langsam und ich lief die Straße des siebzehnten Juni zurück, zum Brandenburger Tor, in die S-Bahn, Friedrichstr., Hackescher Markt, nach Hause. Ein schöner, bemerkenswerter Tag, dieser 26. März 2011. Man könnte auch sagen, der Tag, an dem ich endgültig begriff, dass das Recht auf Demonstration für oder gegen eine Sache von öffentlichem Interesse, in Berlin ein veritables, gelebtes Bürgerrecht ist, und nicht nur irgendeine verstaubte oder in der Realität verdrehte Passage im Gesetzbuch. Ich weiß aus eigenem Erleben, dass es Städte gibt, in denen sich die Präsenz der Ordnungskräfte in einer Weise atmosphärisch bemerkbar macht, dass man sich halb illegal fühlt. Zumindest erlebte ich das Anfang der Achtziger Jahre im Süden der Republik. Berlin ist anders. Bzw. hoffe ich für andere Städte in diesem Land, das man auch dort das Gefühl hat, man nimmt ein gutes, bürgerliches Recht wahr und muss sich nicht als unerwünschter Störenfried des Status Quo fühlen. Diese Demonstration hatte Feuer und Biss und war zugleich sehr relaxed. Man muss es erlebt haben. Sehr zu empfehlen, gerade wenn man nichts Besseres vorhat und hinter einer Sache steht. Es kostet nicht mal Eintritt und viel weniger Mut, als mancher denkt.

16. April 2011

Alten Schulfreund im Internet aufgegabelt. Indirekt. Ich habe mich nicht bemerkbar gemacht. Mehr oder weniger zum ersten mal eine angenehme Überraschung. Wieviele doch in die Breite gehen. Der ist auch breiter geworden, aber eigentlich war er immer ein bißchen sehr schmal. Und ein alter Schwerenöter, vor dem kein Rockzipfel sicher war. Altes Klassenfoto gesehen, von 1981. Der einzige der noch lange Haare hatte. Die waren da ja schon nicht mehr angesagt. Aber er war immer auf Krawall gebürstet und hatte immer ein Grinsen im Gesicht. Das ist heute noch unverkennbar.
Er hat Spaß, spielt Keyboards in einer verrückten Band. Auf einem backstage-Foto bei myspace sitzt neben ihm eine Frau mit langen blonden Haaren, die genauso breit grinst wie er und denselben Nachnamen trägt. Was für ein lebensfrohes Paar. Glückliche Paare erkennt man daran, dass sie zur selben Zeit breit grinsen. Wenn nur einer lacht, ist irgendwas schief. Oder der eine immer wie ein strenger Elternteil guckt und der andere wie ein mehr oder weniger folgsames Kind. Wie oft man das sieht. Aber das Bild von ihm und seiner Frau, das ist super. Wenn ich das Foto nicht gesehen hätte, hätte ich mir fast überlegt, ob ich mich bemerkbar mache, haha.
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie das zwischen uns war. Er war immer so auf Fummeln aus, alles was Frau war und nach Frau roch, so oft wie möglich anfassen, aber wir waren nur Freunde. Ich erinnere mich, dass ich ihn prinzipiell schon sexy und ein bißchen gefährlich fand und stolz war, dass er mit mir im Rauchereck stand und mir seinen Tabak zum Drehen leihte. Er war ja schon zwei Jahre älter und dementsprechend erfahrener. Alle Drogen schien er schon ausprobiert zu haben. Ich erinnere mich, dass er ziemlich witzig und belesen war, für die damaligen Verhältnisse und in Anbetracht unseres Alters. Er kam aus gutem Hause und hatte schon als kleiner Junge Klavierunterricht, und seine Finger flogen nur so über sein Fender Rhodes, dessen Klang ich liebte.
Alles sehr lässig, so aus dem Handgelenk. Ich glaube, ich habe ihn immer abgewimmelt, weil ich wusste, dass er sein Testosteron vor allem sportsmäßig loswerden will und ich ja auch immer in irgendwen anderen verliebt war. Das war dann witzig, weil er mir durch meine Unzugänglichkeit so ein Freundesvertrauen schenkte und ich das auf Augenhöhe empfand. Interessanter, als sein Betthäschen zu sein. Doch, das war schon eine lustige Freundschaft. Ich mochte das auch immer, wenn mich jemand so latent anbaggerte, wenn ich das Gefühl hatte, die Wahl zu haben.

Aber bei ihm nein zu sagen, bedeutete nicht gleich ihm das Herz zu brechen, das war sehr angenehm. Sonst hätte ich gar nicht so viel Zeit mit ihm verbracht. Da war ich immer vorsichtig. Wir mochten uns und taten uns nicht weh, weil keine unerbittliche Verstrickung im Spiel war. Auf einigen Fotos sieht er richtig gut aus. Da ist eine Serie in einem Tonstudio in Berlin entstanden. Er liegt quer über einem schwarzen Ledersofa im Studio, mit alberner Sonnenbrille auf der Nase. Schön, sich ein bißchen an ihn zu erinnern. Anfang wilder Zeiten.

16. April 2011

Alten Schulfreund im Internet aufgegabelt. Indirekt. Ich habe mich nicht bemerkbar gemacht. Mehr oder weniger zum ersten mal eine angenehme Überraschung. Wieviele doch in die Breite gehen. Der ist auch breiter geworden, aber eigentlich war er immer ein bißchen sehr schmal. Und ein alter Schwerenöter, vor dem kein Rockzipfel sicher war. Altes Klassenfoto gesehen, von 1981. Der einzige der noch lange Haare hatte. Die waren da ja schon nicht mehr angesagt. Aber er war immer auf Krawall gebürstet und hatte immer ein Grinsen im Gesicht. Das ist heute noch unverkennbar.
Er hat Spaß, spielt Keyboards in einer verrückten Band. Auf einem backstage-Foto bei myspace sitzt neben ihm eine Frau mit langen blonden Haaren, die genauso breit grinst wie er und denselben Nachnamen trägt. Was für ein lebensfrohes Paar. Glückliche Paare erkennt man daran, dass sie zur selben Zeit breit grinsen. Wenn nur einer lacht, ist irgendwas schief. Oder der eine immer wie ein strenger Elternteil guckt und der andere wie ein mehr oder weniger folgsames Kind. Wie oft man das sieht. Aber das Bild von ihm und seiner Frau, das ist super. Wenn ich das Foto nicht gesehen hätte, hätte ich mir fast überlegt, ob ich mich bemerkbar mache, haha.
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie das zwischen uns war. Er war immer so auf Fummeln aus, alles was Frau war und nach Frau roch, so oft wie möglich anfassen, aber wir waren nur Freunde. Ich erinnere mich, dass ich ihn prinzipiell schon sexy und ein bißchen gefährlich fand und stolz war, dass er mit mir im Rauchereck stand und mir seinen Tabak zum Drehen leihte. Er war ja schon zwei Jahre älter und dementsprechend erfahrener. Alle Drogen schien er schon ausprobiert zu haben. Ich erinnere mich, dass er ziemlich witzig und belesen war, für die damaligen Verhältnisse und in Anbetracht unseres Alters. Er kam aus gutem Hause und hatte schon als kleiner Junge Klavierunterricht, und seine Finger flogen nur so über sein Fender Rhodes, dessen Klang ich liebte.
Alles sehr lässig, so aus dem Handgelenk. Ich glaube, ich habe ihn immer abgewimmelt, weil ich wusste, dass er sein Testosteron vor allem sportsmäßig loswerden will und ich ja auch immer in irgendwen anderen verliebt war. Das war dann witzig, weil er mir durch meine Unzugänglichkeit so ein Freundesvertrauen schenkte und ich das auf Augenhöhe empfand. Interessanter, als sein Betthäschen zu sein. Doch, das war schon eine lustige Freundschaft. Ich mochte das auch immer, wenn mich jemand so latent anbaggerte, wenn ich das Gefühl hatte, die Wahl zu haben.

Aber bei ihm nein zu sagen, bedeutete nicht gleich ihm das Herz zu brechen, das war sehr angenehm. Sonst hätte ich gar nicht so viel Zeit mit ihm verbracht. Da war ich immer vorsichtig. Wir mochten uns und taten uns nicht weh, weil keine unerbittliche Verstrickung im Spiel war. Auf einigen Fotos sieht er richtig gut aus. Da ist eine Serie in einem Tonstudio in Berlin entstanden. Er liegt quer über einem schwarzen Ledersofa im Studio, mit alberner Sonnenbrille auf der Nase. Schön, sich ein bißchen an ihn zu erinnern. Anfang wilder Zeiten.

16. April 2011

Kleines Mysterium, warum dieses Bild viel häufiger als die anderen aus der Strecke angeschaut wird. Häufiger als die Fotos von Judith Holofernes. Bei deren Zugriffen ist mir die Quelle bekannt. Aber bei dem hier? Fast alle Zugriffe über „unknown source“. Unknown source ist doch immer, wenn jemand aus einer Mail einen Link anklickt, oder ein Lesezeichen im Browser gesetzt hat. Oder jemand hat ganz clever ausgetüftelt, die Referrer-Funktion zu deaktiveren? Grübel. Solche Tricks faszinieren mich mitunter. Ich habe so ein kleines Detektiv-Gen, das mir dann keine Ruhe lässt.

Das Bild zeigt mich im Lift neben meiner Wohnung in der fünften Etage. Der Fahrstuhl hat eine verspiegelte Rückwand, das bietet sich natürlich immer für Foto-Spielchen an. Am Rücken sieht man ein kleines Abschalten-Fähnchen. Ich hatte es mir in den Gurt der Lederjacke an den Rücken geklemmt, damit ich die Hände frei habe.

15. April 2011


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Ach, ich hab schon so viel geschrieben. Diesmal nur Bilder. Irgendwo ganz hinten Franz Alt und Judith Holofernes. So viele Menschen. Und ich. Es ist wie ein Film, alle Bilder hintereinander zu sehen. In groß. Wie ich ausstieg am Potsdamer Platz. Und erschlagen war von der unfassbaren Menge Berliner. An diesem Samstag, vor fast drei Wochen. Man kann einfach noch mal mitlaufen. So tun als ob. Bis zum Großen Stern. Bis zur Bühne. 305 Bilder.

16. April 2011


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Die großartige Judith Holofernes und ihr Held Pola Roy. Man weiß ja immer nicht, ob man das glauben soll, wenn Künstler auf der Bühne verkünden, das sei das schönste Konzert seit Dingsbums. Ich weiß ja nicht, was noch danach auf der Tournee gekommen ist, sicher auch frenetischer Jubel allenthalben. Aber man muß sich dann vorstellen, dass Frau Holofernes hundertzwanzigtausend begeisterte Berliner vor sich hatte, die alle dasselbe wollten wie sie. Deswegen glaube ich ihr, wenn sie sagt, das sei das schönste Konzert der Tournee, die sie kurzfristig unterbrochen hatten, um in ihrer Heimatstadt an diesem Tag dabei zu sein. Für ohne Gage. Das mit der Gage hat sie nicht gesagt, aber es war bekannt, dass kein Künstler Gage verlangt oder bekommen hat. Sie war umwerfend, übermütig wie sie über die Bühne getanzt ist. Die x-tausend Herzen sind ihr nur so zugeflogen. Meins auch.

15. April 2011

http://www.myvideo.de/movie/7148183
(doofe Werbung weg: auf’s Kreuzchen rechts oben vom Werbebanner klicken)
War es heute morgen oder gestern – dieses alte Stück von Ludwig Hirsch kam über den Zufallsgenerator, als ich mir gerade den ersten Kaffee kochte. Ich kenne es schon lange und musste sonst immer grinsen, weil die Hintergrundmusik so ein unverschämtes Plagiat von Shine on You Crazy Diamond von Pink Floyd ist. Aber an diesem Morgen ging es mir unter die Haut. Diese in Wahrheit traurige, albern geniale dunkelschwarze Micky-Maus-Menschheits-Verwechslungs-Fabel von Ludwig Hirsch.

15. April 2011

„[…] 1963 trat Alt der CDU bei. Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 kritisierte er in einem offenen Brief an Helmut Kohl die CDU, die er 1988 verließ, weil sie weiterhin an der Kernenergie festhielt.“
Wikipedia
02.06.1986
Schluß mit dem atomaren Glücksspiel
Von Alt, Franz

Offener Brief des CDU-Mitglieds Franz Alt an Helmut Kohl

Lieber Helmut Kohl,
(…) Auf Dauer ist auch wirtschaftlicher Fortschritt nur mit der Natur denkbar. Die Mißachtung dieser Zusammenhänge zerstört Fortschritt und Freiheit. Das CDU-Grundsatzprogramm definiert Freiheit nicht als grenzenlose, sondern als „verantwortete Freiheit“. Der einzig ethisch verantwortbare Sachzwang heißt jetzt: keine neuen Kernkraftwerke, rascher Abbau der Kernenergie. (…)

Sehr lesenwert, dieser lange offene Brief
an einen unverändert Unbelehrbaren. Franz Alt schrieb ihn vor einem Vierteljahrhundert.
Irgendwo mittendrin schreibt er „Harrisburg, das Challenger-Unglück, Tschernobyl: das sind keine „Heimsuchungen“, wie Sie sagen, Herr Bundeskanzler, und schon gar keine gottgewollten Schicksalsschläge. Das ist Menschenwerk. (…) Tschernobyl hat eine Bewußtseinsdämmerung bewirkt, weit mehr bei den Wählern als bei den Gewählten. Deshalb wird man beim nächsten Unglück kaum noch von „Heimsuchung“ oder vom „technischen Versagen“ sprechen können, wahrscheinlich aber von charakterlichem Versagen derer, die nicht zu radikalen Konsequenzen bereit waren – falls man überhaupt noch sprechen kann.“

Franz Alt bei seiner Rede am Samstag, 26. März 2011 bei der Demonstration „FUKUSHIMA MAHNT: ALLE AKWS ABSCHALTEN!“ in Berlin.
Foto: Gaga Nielsen
Als Franz Alt vor drei Wochen bei der Kundgebung in Berlin sprach, spürte man die Wut von fünfundzwanzig Jahren. Das Gegenteil von blinder Wut: sehende Wut. Der gerechte Zorn von jemandem, der vor einem Vierteljahrhundert glaubte, die Lektion von Tschernobyl sei schlimm genug gewesen.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
„Wir leben nicht vom Atomstrom, sondern von reiner Luft, sauberem Wasser, strahlender Sonne, gesunden Böden und genießbaren Pflanzen. Die Theologie der Schöpfung lehrt uns: Gott schläft in den Steinen, atmet in Pflanzen, träumt in Tieren und will in uns Menschen erwachen. Gottvertrauen oder Atomvertrauen? Worauf setzen wir?“

15. April 2011


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649
Ach, ich hab schon so viel geschrieben. Diesmal nur Bilder. Irgendwo ganz hinten Franz Alt und Judith Holofernes. So viele Menschen. Und ich. Es ist wie ein Film, alle Bilder hintereinander zu sehen. In groß. Wie ich ausstieg am Potsdamer Platz. Und erschlagen war von der unfassbaren Menge Berliner. An diesem Samstag, vor fast drei Wochen. Man kann einfach noch mal mitlaufen. So tun als ob. Bis zum Großen Stern. Bis zur Bühne. 305 Bilder.

12. April 2011

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Keine Angst vor großen Tieren. Man ist ja auch Vorbild. Ich versuche das auch zu verstehen, dass nicht jeder die psychischen, geistigen, seelischen Kapazitäten hat, um sich derart in diese Problematik zu bohren, wie man das seit einer gewissen Zeit bei mir beobachten kann. Ich denke zum Beispiel da auch sehr egoistisch (immer, immer und das ist auch gesund in diesem Kontext) an den kulinarischen Aspekt. Beispielsweise Freilandgemüse vom Biobauern. Ich habe das Gefühl, es ist nicht mehr so gourmetmäßig delikat und empfehlenswert, wenn der Broccoli von einer verstrahlten Brühe beregnet wird. Und dann der Penetrationsaspekt. Wen oder was lässt man in seinen Körper. Das Ganze ist mir zu intim, als dass es mir gleich sein könnte. Da bin ich Egoist aus Notwehr. Gerade begriffen, welche unnützen Ernährungstraditionen mein Wohlbefinden beeinträchtigt haben und nun drohende Vergewaltigung aus dem All. Aua. Ich will das nicht. Das tut mir weh. Das Unentrinnbare.
Statistiken, wieviele Menschen mehr in der Menschheitsgeschichte bisher aus anderen Ursachen als radioaktiver Verstrahlung zugrunde gegangen sind, sind mit Verlaub zynisch. Eigentlich muss sogar ein neuer Begriff für solche anmaßenden Vergleiche erfunden werden. Ebensogut könnte man sagen, in der Menschheitsgeschichte sind mehr Menschen durch Autounfälle zu Tode gekommen als durch den Holocaust. Also was wollen die denn, die sollen sich mal nicht so haben. Mir tut solcher Zynismus weh. Existentiell. Das braucht doch niemand für sein Seelenheil, sich über die Besorgnis um den Fortbestand eines gesunden Lebensraumes auf der Erde lustig zu machen. Wenn man schon Lust auf Häme hat, gibt es geeignetere Zielscheiben. Pappkameraden mit weit weniger Substanz. Ich finde sowieso, dass man sich nicht für einen Egoismus (wie ausgeprägte Eigenliebe auch oft bezeichnet und beschimpft wird) entschuldigen muss, der Gesundheit und friedliche Entfaltung guter irdischer Lebensmöglichkeiten zum Ziel hat. Eigentlich erkläre ich hier gerade schon wieder Binsen. So dumme Leser habe ich doch nicht. Entschuldigt bitte. Bin in diesen Tagen latent in Verteidigungshaltung, obgleich gar nicht nötig.

Eigentlich ist es doch jetzt schon klar, wohin die Entwicklung geht. Auch im Guten, um nicht nur dunkelschwarz zu malen. Die Konzerne, die bislang in die Atomindustrie verstrickt sind, wittern zum Glück die Fährte, dass man auch in den erforderlichen Technologien für die green economy schön abzocken kann. Sollen sie doch. Ist mir nur recht. Ich habe kein Problem mit gewinnorientierten Geschäftsmodellen. Die Atomwirtschaft ist offenkundig ein Auslaufmodell, das geht jetzt ganz rasant. Geld wird ab sofort woanders gemacht. Wenn man schon im Drogeriemarkt zu Lichtblick-Ökostrom wechseln kann, höre ich doch die Kassen klingeln. Und das ist nicht schlecht. Ich weiß ehrlich gesagt, selber nicht so genau, wo ich zwischen Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus stehe. Da ist noch in alle Richtungen Verhandlungsspielraum. Wahrscheinlich irgendwo mittendrin oder drüber. Oder vielleicht eben doch soziale Marktwirtschaft. Ich beobachte mich und die Sache interessiert, und zu gegebener Zeit gebe ich meine Eindrücke wieder. Oder schreibe Briefe an wichtige Leute. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, macht das richtig Spaß, gerade auch wenn man Antwort erhält. Hab gerade ein bißchen Energieüberschuss, und da dachte ich so bei mir: probier’s doch mal mit Politik statt Sex! Nicht ganz so kalauernd gemeint, wie man befürchten könnte. Ich zeige mich ja immer offen für neue Lebensphasen und neue Variationen von Fokussierung. Ich will so viel wie möglich in diesem Dasein ausprobiert haben. Nur auf Opfer spielen, da drauf hab ich gar keine Lust. In keiner Lebenslage. Die Opferrolle ist einfach uncool. Man könnte auch sagen: nicht sexy.

12. April 2011

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Keine Angst vor großen Tieren. Man ist ja auch Vorbild. Ich versuche das auch zu verstehen, dass nicht jeder die psychischen, geistigen, seelischen Kapazitäten hat, um sich derart in diese Problematik zu bohren, wie man das seit einer gewissen Zeit bei mir beobachten kann. Ich denke zum Beispiel da auch sehr egoistisch (immer, immer und das ist auch gesund in diesem Kontext) an den kulinarischen Aspekt. Beispielsweise Freilandgemüse vom Biobauern. Ich habe das Gefühl, es ist nicht mehr so gourmetmäßig delikat und empfehlenswert, wenn der Broccoli von einer verstrahlten Brühe beregnet wird. Und dann der Penetrationsaspekt. Wen oder was lässt man in seinen Körper. Das Ganze ist mir zu intim, als dass es mir gleich sein könnte. Da bin ich Egoist aus Notwehr. Gerade begriffen, welche unnützen Ernährungstraditionen mein Wohlbefinden beeinträchtigt haben und nun drohende Vergewaltigung aus dem All. Aua. Ich will das nicht. Das tut mir weh. Das Unentrinnbare.
Statistiken, wieviele Menschen mehr in der Menschheitsgeschichte bisher aus anderen Ursachen als radioaktiver Verstrahlung zugrunde gegangen sind, sind mit Verlaub zynisch. Eigentlich muss sogar ein neuer Begriff für solche anmaßenden Vergleiche erfunden werden. Ebensogut könnte man sagen, in der Menschheitsgeschichte sind mehr Menschen durch Autounfälle zu Tode gekommen als durch den Holocaust. Also was wollen die denn, die sollen sich mal nicht so haben. Mir tut solcher Zynismus weh. Existentiell. Das braucht doch niemand für sein Seelenheil, sich über die Besorgnis um den Fortbestand eines gesunden Lebensraumes auf der Erde lustig zu machen. Wenn man schon Lust auf Häme hat, gibt es geeignetere Zielscheiben. Pappkameraden mit weit weniger Substanz. Ich finde sowieso, dass man sich nicht für einen Egoismus (wie ausgeprägte Eigenliebe auch oft bezeichnet und beschimpft wird) entschuldigen muss, der Gesundheit und friedliche Entfaltung guter irdischer Lebensmöglichkeiten zum Ziel hat. Eigentlich erkläre ich hier gerade schon wieder Binsen. So dumme Leser habe ich doch nicht. Entschuldigt bitte. Bin in diesen Tagen latent in Verteidigungshaltung, obgleich gar nicht nötig.

Eigentlich ist es doch jetzt schon klar, wohin die Entwicklung geht. Auch im Guten, um nicht nur dunkelschwarz zu malen. Die Konzerne, die bislang in die Atomindustrie verstrickt sind, wittern zum Glück die Fährte, dass man auch in den erforderlichen Technologien für die green economy schön abzocken kann. Sollen sie doch. Ist mir nur recht. Ich habe kein Problem mit gewinnorientierten Geschäftsmodellen. Die Atomwirtschaft ist offenkundig ein Auslaufmodell, das geht jetzt ganz rasant. Geld wird ab sofort woanders gemacht. Wenn man schon im Drogeriemarkt zu Lichtblick-Ökostrom wechseln kann, höre ich doch die Kassen klingeln. Und das ist nicht schlecht. Ich weiß ehrlich gesagt, selber nicht so genau, wo ich zwischen Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus stehe. Da ist noch in alle Richtungen Verhandlungsspielraum. Wahrscheinlich irgendwo mittendrin oder drüber. Oder vielleicht eben doch soziale Marktwirtschaft. Ich beobachte mich und die Sache interessiert, und zu gegebener Zeit gebe ich meine Eindrücke wieder. Oder schreibe Briefe an wichtige Leute. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, macht das richtig Spaß, gerade auch wenn man Antwort erhält. Hab gerade ein bißchen Energieüberschuss, und da dachte ich so bei mir: probier’s doch mal mit Politik statt Sex! Nicht ganz so kalauernd gemeint, wie man befürchten könnte. Ich zeige mich ja immer offen für neue Lebensphasen und neue Variationen von Fokussierung. Ich will so viel wie möglich in diesem Dasein ausprobiert haben. Nur auf Opfer spielen, da drauf hab ich gar keine Lust. In keiner Lebenslage. Die Opferrolle ist einfach uncool. Man könnte auch sagen: nicht sexy.

12. April 2011

Vorhin Post von Wowi gekriegt, also seinem Büro:

Betreff:
Frage an den Regierenden Bürgermeister: Radioaktive Abfälle

Sehr geehrte Frau Nielsen,
der Regierende Bürgermeister dankt Ihnen für Ihre Mail zu der im Betreff genannten Thematik. Verständlicherweise gibt es derzeit vermehrt Anfragen, die sich mit dem Thema Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums Berlin befassen. Ich habe Ihre Anfrage daher im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters an die hier zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet, weitere Nachricht erhalten Sie entsprechend von dort.
Über die Erledigung werde ich den Regierenden Bürgermeister unterrichten.
Mit freundlichen Grüßen
(Name seiner Mitarbeiterin)
____________________________________________________
Der Regierende Bürgermeister von Berlin
Senatskanzlei – III B 3
Jüdenstraße 1; 10178 Berlin

Und das habe ich ihm vor ein paar Tagen geschrieben:
Lieber Klaus Wowereit,
meine persönliche Frage an Sie als Regierenden Bürgermeister, dem das Wohl der Berliner bestimmt am Herzen liegt, lautet:
wie sind die Pläne des Senats, mit dem nicht mehr unterzubringenden Atommüll des Forschungsreaktors in Berlin? Ich bin durch den folgenden Artikel
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15703&css=print
darauf aufmerksam geworden, dass es dort ein massives Problem gibt, den radioaktiven Müll in der dafür vorgesehenen Lagerhalle sicher zu verwahren, da diese bereits überfüllt ist und der Müll inzwischen unter offenem Himmel, mitten in Berlin gelagert wird.
Sollte es einen Unfall geben oder eine kleine Attentäter-Bombe den Reaktor beschädigen, müsste im Falle der Verstrahlung ein 30 km breiter Gürtel um das Reaktorgebiet evakuiert werden. Davon wäre natürlich auch das Regierungsviertel betroffen. Berlin wäre dann praktisch unbewohnbar.
Ich weiß, dass viele Berliner noch nie davon gehört haben, aber jetzt wäre sicher ein guter Zeitpunkt, sich von dieser Experimentier-Ära zu verabschieden. Ich möchte noch ein bißchen länger in Berlin leben. Und Sie doch bestimmt auch!
Man hört zwar sehr viel von den Abschalt- und Ausstiegsplänen zu den Atomkraftwerken am Stromnetz, aber wenig bis gar nichts zu den Plänen mit den durchaus nicht ungefährlichen Forschungsreaktoren. Der in Berlin ist der zweitgrößte in Deutschland habe ich gelesen.
Bitte setzten Sie sich dafür ein, dass der Reaktor abgeschaltet wird und der Müll sicher entsorgt wird.
Vielen Dank, ich bin schon gespannt auf die Antwort!
Hier hab ich übrigens (in einem der Kommentare) darüber gebloggt: http://gaga.twoday.net/stories/14873002
Mit freundlichen Grüßen aus der Auguststraße!
Gaga Nielsen


Eine nicht automatisierte Antwort finde ich schon mal prima. Bin schon mächtig gespannt, was daraus wird. Vielleicht gehe ich doch noch in die Politik! Ministerin für Weltangelegenheiten und Überhaupt: Gaga Nielsen

12. April 2011

Vorhin Post von Wowi gekriegt, also seinem Büro:

Betreff:
Frage an den Regierenden Bürgermeister: Radioaktive Abfälle

Sehr geehrte Frau Nielsen,
der Regierende Bürgermeister dankt Ihnen für Ihre Mail zu der im Betreff genannten Thematik. Verständlicherweise gibt es derzeit vermehrt Anfragen, die sich mit dem Thema Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums Berlin befassen. Ich habe Ihre Anfrage daher im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters an die hier zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet, weitere Nachricht erhalten Sie entsprechend von dort.
Über die Erledigung werde ich den Regierenden Bürgermeister unterrichten.
Mit freundlichen Grüßen
(Name seiner Mitarbeiterin)
____________________________________________________
Der Regierende Bürgermeister von Berlin
Senatskanzlei – III B 3
Jüdenstraße 1; 10178 Berlin

Und das habe ich ihm vor ein paar Tagen geschrieben:
Lieber Klaus Wowereit,
meine persönliche Frage an Sie als Regierenden Bürgermeister, dem das Wohl der Berliner bestimmt am Herzen liegt, lautet:
wie sind die Pläne des Senats, mit dem nicht mehr unterzubringenden Atommüll des Forschungsreaktors in Berlin? Ich bin durch den folgenden Artikel
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15703&css=print
darauf aufmerksam geworden, dass es dort ein massives Problem gibt, den radioaktiven Müll in der dafür vorgesehenen Lagerhalle sicher zu verwahren, da diese bereits überfüllt ist und der Müll inzwischen unter offenem Himmel, mitten in Berlin gelagert wird.
Sollte es einen Unfall geben oder eine kleine Attentäter-Bombe den Reaktor beschädigen, müsste im Falle der Verstrahlung ein 30 km breiter Gürtel um das Reaktorgebiet evakuiert werden. Davon wäre natürlich auch das Regierungsviertel betroffen. Berlin wäre dann praktisch unbewohnbar.
Ich weiß, dass viele Berliner noch nie davon gehört haben, aber jetzt wäre sicher ein guter Zeitpunkt, sich von dieser Experimentier-Ära zu verabschieden. Ich möchte noch ein bißchen länger in Berlin leben. Und Sie doch bestimmt auch!
Man hört zwar sehr viel von den Abschalt- und Ausstiegsplänen zu den Atomkraftwerken am Stromnetz, aber wenig bis gar nichts zu den Plänen mit den durchaus nicht ungefährlichen Forschungsreaktoren. Der in Berlin ist der zweitgrößte in Deutschland habe ich gelesen.
Bitte setzten Sie sich dafür ein, dass der Reaktor abgeschaltet wird und der Müll sicher entsorgt wird.
Vielen Dank, ich bin schon gespannt auf die Antwort!
Hier hab ich übrigens (in einem der Kommentare) darüber gebloggt: http://gaga.twoday.net/stories/14873002
Mit freundlichen Grüßen aus der Auguststraße!
Gaga Nielsen


Eine nicht automatisierte Antwort finde ich schon mal prima. Bin schon mächtig gespannt, was daraus wird. Vielleicht gehe ich doch noch in die Politik! Ministerin für Weltangelegenheiten und Überhaupt: Gaga Nielsen

09. April 2011


„Ich will nicht zu einer Generation gehören, ich will nicht zu einem Land gehören – obwohl ich sehr deutsch bin, ich will nicht zu einem Milieu gehören, ich will überall frei sein, alles überfliegen, sehen, kennen, hören und wissen.“
„…wenn jemand neben Ihnen aufwacht… Sie werden nicht gerne beobachtet.“
„Das hasse ich! (…) Ich möchte auch nicht gesehen werden, wenn ich tot bin. Finde ich furchtbar! Tuch drüber und weg in den Mülleimer. Aus vorbei, hein? Nein, grauenhaft. Man soll das alles nicht so tragisch nehmen. Das ist irgendwie eine Art Indiskretion, finde ich. Ich hasse auch Tote zu sehen. Nicht, weil ich da Angst vor hätte. Nur, ich bin nicht sicher, dass die gesehen werden wollten. Wenn die einem das vorher nicht gesagt haben, weiß man das nicht und das finde ich wie der Höhepunkt einer Indiskretion, tote Leute anzugucken. Weil die ja – wie soll ich sagen – ohne jede Wehrung da liegen, die armen Leute. Das tue ich nicht.“
„…also Sie werden nicht in der Madeleine aufgebahrt?“
„Hoffe ich nicht. Das hoffe ich nicht. Nein, nein, nein. Ich bin wie das Rückert-Lied, hoffe ich, eines Tages …Er ist der Welt abhanden gekommen.“
„…einfach so, spurlos verschwunden?“
„Ja, wie Tiere im Urwald. Das finde ich das gesündeste.“
„Ich bin sehr dagegen, dass die Leute ihr Innenleben, falls sie eins haben, dem Publikum preisgeben und da eine öffentliche Tragödie daraus machen, da bin ich sehr gegen, wie das heute Mode ist. Die Leute machen ja Bücher über die unmöglichsten Situationen, was sie besser für sich behalten, was keinen Menschen interessiert. Das erinnert mich immer an diese Geschichte, eine Karikatur im New Yorker, da ist ein Mann beim Psychoanalyst und da sagt er zu dem Doktor: „Herr Doktor, ich hab das Gefühl, ich bin mittelmäßig“. Da sagt der Doktor: „Ja, Sie sind mittelmäßig“. Darum. Ich meine, wenn man ehrlich ist – kennt man die Frage und die Antwort.“
„Warum immer ‚Kampf‘? Nein! Die Leute wollen alles so dramatisch machen. (…) Nein, Kampf war das gar nicht. Wenn ich etwas will, dann gibt’s keinen Kampf mehr, dann wird das gemacht. Ich diskutiere nicht mit mir. Ich bin – wie gesagt Auto-Faschist. Ich bin Anti-Faschist für die anderen, aber für mich selber bin ich ganz schlimm. Da muss ich sogar darüber lachen. Sogar für unwichtige Sachen bin ich sehr mitleidlos mit mir. Das finde ich aber zum Heulen.“
„(…) und das war natürlich ein Drama und so weiter und so fort und sie (Kriemhild) war total kaputt und hat aber weiter nichts gesagt, und dann hat sie den König von Ungarn geheiratet. Zehn Jahre später hat sie die ganze Familie eingeladen. Und wie sie alle da waren, der Hagen und der Gunther mit seiner Frau, die sie hasst und all diese ganze – der ganze Hof von Trier, hat sie das ganze Schloss in Feuer gesteckt und die sind alle verbrannt. Das ist meine Natur.“
„…aber die Tatsache, dass Sie sich mit Kriemhild identifizieren, heißt, dass man sich auch nach zehn Jahren noch in Acht nehmen muss vor Ihnen, wenn man Ihnen mal irgendetwas angetan hat. Sie sind nachtragend.“
„Ja. Manchmal vergisst man aus Gleichgültigkeit – aber das finde ich ganz gut. Wissen Sie, Rache in der Sekunde, da erwartet das jeder. Aber hinterher meinen die Leute, wäre alles o.k. und alles wäre wieder bestens und so weiter und so fort. Und dann zieht man den Stuhl weg, wenn keiner mehr damit rechnet. Und das finde ich irgendwie amüsant.“
„…das nennt sich subtile Rache.“
„Es kommt selten vor, weil meine Gleichgültigkeit mich daran hindert und weil ich vergesse und so weiter und so fort. Aber gewisse Leute, die das verdient haben, denen habe ich schon mal zehn Jahre später den Stuhl unterm Popo gezogen.“
„…auch ehemaligen Freunden, gerade denen – „
„Ja, bei ehemaligen Freunden bin ich ja nun besonders streng.“

„…aber man sollte sich in Acht nehmen vor Ihnen.“

„Ja. Nicht nur in Acht nehmen, nein. Man soll sich anständig benehmen. Man soll sich anständig benehmen, von Anfang an. Ich aggessiere nie jemanden – aber ich bin nicht total verteidigungslos.“
Karl Lagerfeld im Gespräch mit Gero von Böhm

09. April 2011


„Ich will nicht zu einer Generation gehören, ich will nicht zu einem Land gehören – obwohl ich sehr deutsch bin, ich will nicht zu einem Milieu gehören, ich will überall frei sein, alles überfliegen, sehen, kennen, hören und wissen.“
„…wenn jemand neben Ihnen aufwacht… Sie werden nicht gerne beobachtet.“
„Das hasse ich! (…) Ich möchte auch nicht gesehen werden, wenn ich tot bin. Finde ich furchtbar! Tuch drüber und weg in den Mülleimer. Aus vorbei, hein? Nein, grauenhaft. Man soll das alles nicht so tragisch nehmen. Das ist irgendwie eine Art Indiskretion, finde ich. Ich hasse auch Tote zu sehen. Nicht, weil ich da Angst vor hätte. Nur, ich bin nicht sicher, dass die gesehen werden wollten. Wenn die einem das vorher nicht gesagt haben, weiß man das nicht und das finde ich wie der Höhepunkt einer Indiskretion, tote Leute anzugucken. Weil die ja – wie soll ich sagen – ohne jede Wehrung da liegen, die armen Leute. Das tue ich nicht.“
„…also Sie werden nicht in der Madeleine aufgebahrt?“
„Hoffe ich nicht. Das hoffe ich nicht. Nein, nein, nein. Ich bin wie das Rückert-Lied, hoffe ich, eines Tages …Er ist der Welt abhanden gekommen.“
„…einfach so, spurlos verschwunden?“
„Ja, wie Tiere im Urwald. Das finde ich das gesündeste.“
„Ich bin sehr dagegen, dass die Leute ihr Innenleben, falls sie eins haben, dem Publikum preisgeben und da eine öffentliche Tragödie daraus machen, da bin ich sehr gegen, wie das heute Mode ist. Die Leute machen ja Bücher über die unmöglichsten Situationen, was sie besser für sich behalten, was keinen Menschen interessiert. Das erinnert mich immer an diese Geschichte, eine Karikatur im New Yorker, da ist ein Mann beim Psychoanalyst und da sagt er zu dem Doktor: „Herr Doktor, ich hab das Gefühl, ich bin mittelmäßig“. Da sagt der Doktor: „Ja, Sie sind mittelmäßig“. Darum. Ich meine, wenn man ehrlich ist – kennt man die Frage und die Antwort.“
„Warum immer ‚Kampf‘? Nein! Die Leute wollen alles so dramatisch machen. (…) Nein, Kampf war das gar nicht. Wenn ich etwas will, dann gibt’s keinen Kampf mehr, dann wird das gemacht. Ich diskutiere nicht mit mir. Ich bin – wie gesagt Auto-Faschist. Ich bin Anti-Faschist für die anderen, aber für mich selber bin ich ganz schlimm. Da muss ich sogar darüber lachen. Sogar für unwichtige Sachen bin ich sehr mitleidlos mit mir. Das finde ich aber zum Heulen.“
„(…) und das war natürlich ein Drama und so weiter und so fort und sie (Kriemhild) war total kaputt und hat aber weiter nichts gesagt, und dann hat sie den König von Ungarn geheiratet. Zehn Jahre später hat sie die ganze Familie eingeladen. Und wie sie alle da waren, der Hagen und der Gunther mit seiner Frau, die sie hasst und all diese ganze – der ganze Hof von Trier, hat sie das ganze Schloss in Feuer gesteckt und die sind alle verbrannt. Das ist meine Natur.“
„…aber die Tatsache, dass Sie sich mit Kriemhild identifizieren, heißt, dass man sich auch nach zehn Jahren noch in Acht nehmen muss vor Ihnen, wenn man Ihnen mal irgendetwas angetan hat. Sie sind nachtragend.“
„Ja. Manchmal vergisst man aus Gleichgültigkeit – aber das finde ich ganz gut. Wissen Sie, Rache in der Sekunde, da erwartet das jeder. Aber hinterher meinen die Leute, wäre alles o.k. und alles wäre wieder bestens und so weiter und so fort. Und dann zieht man den Stuhl weg, wenn keiner mehr damit rechnet. Und das finde ich irgendwie amüsant.“
„…das nennt sich subtile Rache.“
„Es kommt selten vor, weil meine Gleichgültigkeit mich daran hindert und weil ich vergesse und so weiter und so fort. Aber gewisse Leute, die das verdient haben, denen habe ich schon mal zehn Jahre später den Stuhl unterm Popo gezogen.“
„…auch ehemaligen Freunden, gerade denen – „
„Ja, bei ehemaligen Freunden bin ich ja nun besonders streng.“

„…aber man sollte sich in Acht nehmen vor Ihnen.“

„Ja. Nicht nur in Acht nehmen, nein. Man soll sich anständig benehmen. Man soll sich anständig benehmen, von Anfang an. Ich aggessiere nie jemanden – aber ich bin nicht total verteidigungslos.“
Karl Lagerfeld im Gespräch mit Gero von Böhm

04. April 2011

Hilfe aus Berlin.
Immer wieder Berlin. Berliner Blau 1706.
Uran 1789. Kernspaltung 1938. Radiogardase 2011.
Nicht nur Astrologen sind sich einig, dass der Stadt Berlin zwei Geburtsdaten zuzuordnen sind, da es zwei nachweisliche Gründungsdaten, gemäß urkundlicher Erwähnungen gibt.

„Im Jahr 1237 wurde Cölln an der Spree gegründet. 7 Jahre später, am 26. Januar 1244 wird Berlin erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1307 werden diese beiden Städte vereint; als Gründungsdatum Berlin’s gilt deshalb der 28. Oktober 1237. Beide Städte wuchsen jedoch unmittelbar nach ihrer Gründung durch eine gemeinsame Befestigung und eine Brücke über die Spree zusammen.“

28. Oktober 1237. 26. Januar 1244.
Interessant ist der grundlegende Spannungsaspekt von Skorpion und Wassermann. Die Sonnen stehen in einem nahezu exakten Quadrat auf jeweils fünf Grad des jeweiligen Zeichens zueinander. Vielleicht ist das die elektrische, unruhige Energie, die man hier dauernd spürt. Und die man hasst oder liebt. Das latent Aggressive, die Bereitschaft zum geistigen Kampf. Die verschärfte Ausdrucksweise. Selten ohne Witz. Tatsächlich sind die archetypischen Eigenschaften, die dominante Aura der Stadt, das ganze unwiderlegbare Charisma geprägt von den Energien Skorpion und Wassermann. Tiefschürfend, abgründig, auslotend, düster, leidenschaftlich, unnahbar, einzelgängerisch, triebhaft, jedoch immer kontrolliert, der Skorpion. Visionär, in die Zukunft strebend, verspielt, erfinderisch, unkonventionell, überraschend, optimistisch, das Kollektiv, das Verbindende suchend, der Wassermann.
Starke eigensinnige Kräfte. Das Skorpionische scheint sich oft im Äußeren auszuwirken, ein merkwürdiger Reiz, der die Bewohner mehr als in anderen Städten veranlasst, bei geringstem Sonnenschein mit Velvet Underground-Sonnenbrillen durch die Gegend zu tigern. Immer noch viel Schwarz. Dieser take-a-walk-on-the-wildside-Spirit. Iggys Passenger. Es fiel mir besonders auf, als ich meine Bilder der Demo am vorletzten Samstag anschaute. So viele arschcoole Berliner mit dunklen Brillen. Man könnte stellenweise denken, ich war nur auf irgendeinem coolen Open Air, von einer ziemlich angesagten Band. Wenn da nicht die, nicht ganz so coolen, älteren, bürgerlicheren Berliner dazwischen wären. Aber die sind auch cool, wie sie so absichtsvoll ein bißchen böse gucken. Denn sie sind böse. Und das rechne ich ihnen hoch an. Böse wie Loriot.

Denn es geht um keine lustige Sache. Kein Wochenendausflug um des Ausflugs willen, auch wenn wenn da lauter lustige, bunte Luftballons herumflogen, wie auf einem netten Kindergeburtstag. Ja, es ist auch ein schönes rebellisches Gefühl, ein Banner mit einer widerspenstigen, sinnigen Botschaft hochzuhalten. Es ist völlig legitim, seiner Angst um das Fortbestehen der Menschheit mit einem sehenswerten Auftritt Achtung zu verschaffen. Denn es geht um Achtung. Um Aufmerksamkeit für den Willen, unsere Existenz zu schützen. Damit wir noch ein Weilchen aus Gründen der Coolness Sonnenbrillen tragen dürfen und nicht, um uns vor lebensgefährlichen Strahlungen zu schützen. Ich war sehr glücklich in dieser Meute von jung und alt. Glücklich in Berlin. Ein Vierteljahrhundert schon. Als ich geboren wurde, am 1. September 1965, standen Uranus und Pluto in exakter Konjunktion. Was nicht sehr oft geschieht. Vielleicht ist mir der widerspenstige Geist dieser Stadt auch deswegen gleich so vertraut gewesen, von der ersten Stunde an, am 2. April 1986.
Was mir aber gerade auffiel, gerade eben: dass Pluto, der Herrscher des Zeichens Skorpion und Uranus, der Herrscher des Zeichens Wassermann damit an der Wiege Berlins standen. Pluto, Uranus. Uranium, Plutonium. Wassermann, Skorpion. Berlin, Berlin. Berlin hat die grausame Formel entdeckt. Und Berlin hat ein Gegengift gefunden. Nicht für alles, aber aus dieser Stadt kann Rettung für die Welt kommen. Der Geist ist da. Alle Geister sind versammelt. Sie waren auf der Straße und sie sind in den wissenschaftlichen Labors. Ich las vor einigen Tagen, dass das noch im Aufbau begriffene, größte online-Netzwerk für Wissenschaftler weltweit, eine Art facebook für Forscher, seinen Sitz in Berlin hat. Es gibt schon 800.000 registrierte Mitglieder. Inzwischen werden es noch mehr sein. Wenn ein Wissenschaftler in Japan über einer Formel brütet und nicht weiterkommt, teilt er sein Problem dem weltweiten Netzwerk aus Berlin mit und alle schmeißen ihr Fachwissen zusammen. Die Vorstellung rührt mich. Bitte tauscht euch ganz viel aus und forscht ganz schnell ganz viel über diese blöde Scheiß-Verstrahlung und wie man das Unglück stoppen kann. Bitte.
Ich möchte lieber dafür auf die Straße gehen, dass Knut nicht ausgestopft wird, wie es einige Berliner Knut-Fans am letzten Samstag getan haben. Ich bin auch dagegen, aber die Kraft der Wut fließt gerade woanders hin und man muß auch haushalten. Für läppischere Dinge möchte ich auf die Straße gehen. Für Tante-Emma-Läden, gegen Einkaufs-Silos. Für so Zeug. So Sachen, die nur den Augen weh tun, aber nicht die Existenz der ganzen Menschheit in Frage stellen. Ich lebe gerade so gern. Und immer mehr. Und bin doch so traurig wegen all dem. Wie kann man schwerelos in den Frühling taumeln, wenn gerade ein Teil der Welt untergeht. Und wir mit ihm. Jeden Tag ein kleines Stück. Japan ist nicht weiter weg als vorher. Es ist näher. Auch wenn man es mit aller Kraft wegzuschieben versucht. Man muss in den Abgrund schauen, um herauszufinden, wie tief er ist. Um herauszufinden, wie lang das Seil sein muss, das man brauchen wird, um den abgestürzten Kameraden hochzuziehen, aus der tiefen Schlucht, da unten in Japan. Und wie gut wir uns selber anseilen müssen. Jetzt. Gleich. Sofort. Gestern.

04. April 2011

Hilfe aus Berlin.
Immer wieder Berlin. Berliner Blau 1706.
Uran 1789. Kernspaltung 1938. Radiogardase 2011.
Nicht nur Astrologen sind sich einig, dass der Stadt Berlin zwei Geburtsdaten zuzuordnen sind, da es zwei nachweisliche Gründungsdaten, gemäß urkundlicher Erwähnungen gibt.

„Im Jahr 1237 wurde Cölln an der Spree gegründet. 7 Jahre später, am 26. Januar 1244 wird Berlin erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1307 werden diese beiden Städte vereint; als Gründungsdatum Berlin’s gilt deshalb der 28. Oktober 1237. Beide Städte wuchsen jedoch unmittelbar nach ihrer Gründung durch eine gemeinsame Befestigung und eine Brücke über die Spree zusammen.“

28. Oktober 1237. 26. Januar 1244.
Interessant ist der grundlegende Spannungsaspekt von Skorpion und Wassermann. Die Sonnen stehen in einem nahezu exakten Quadrat auf jeweils fünf Grad des jeweiligen Zeichens zueinander. Vielleicht ist das die elektrische, unruhige Energie, die man hier dauernd spürt. Und die man hasst oder liebt. Das latent Aggressive, die Bereitschaft zum geistigen Kampf. Die verschärfte Ausdrucksweise. Selten ohne Witz. Tatsächlich sind die archetypischen Eigenschaften, die dominante Aura der Stadt, das ganze unwiderlegbare Charisma geprägt von den Energien Skorpion und Wassermann. Tiefschürfend, abgründig, auslotend, düster, leidenschaftlich, unnahbar, einzelgängerisch, triebhaft, jedoch immer kontrolliert, der Skorpion. Visionär, in die Zukunft strebend, verspielt, erfinderisch, unkonventionell, überraschend, optimistisch, das Kollektiv, das Verbindende suchend, der Wassermann.
Starke eigensinnige Kräfte. Das Skorpionische scheint sich oft im Äußeren auszuwirken, ein merkwürdiger Reiz, der die Bewohner mehr als in anderen Städten veranlasst, bei geringstem Sonnenschein mit Velvet Underground-Sonnenbrillen durch die Gegend zu tigern. Immer noch viel Schwarz. Dieser take-a-walk-on-the-wildside-Spirit. Iggys Passenger. Es fiel mir besonders auf, als ich meine Bilder der Demo am vorletzten Samstag anschaute. So viele arschcoole Berliner mit dunklen Brillen. Man könnte stellenweise denken, ich war nur auf irgendeinem coolen Open Air, von einer ziemlich angesagten Band. Wenn da nicht die, nicht ganz so coolen, älteren, bürgerlicheren Berliner dazwischen wären. Aber die sind auch cool, wie sie so absichtsvoll ein bißchen böse gucken. Denn sie sind böse. Und das rechne ich ihnen hoch an. Böse wie Loriot.

Denn es geht um keine lustige Sache. Kein Wochenendausflug um des Ausflugs willen, auch wenn wenn da lauter lustige, bunte Luftballons herumflogen, wie auf einem netten Kindergeburtstag. Ja, es ist auch ein schönes rebellisches Gefühl, ein Banner mit einer widerspenstigen, sinnigen Botschaft hochzuhalten. Es ist völlig legitim, seiner Angst um das Fortbestehen der Menschheit mit einem sehenswerten Auftritt Achtung zu verschaffen. Denn es geht um Achtung. Um Aufmerksamkeit für den Willen, unsere Existenz zu schützen. Damit wir noch ein Weilchen aus Gründen der Coolness Sonnenbrillen tragen dürfen und nicht, um uns vor lebensgefährlichen Strahlungen zu schützen. Ich war sehr glücklich in dieser Meute von jung und alt. Glücklich in Berlin. Ein Vierteljahrhundert schon. Als ich geboren wurde, am 1. September 1965, standen Uranus und Pluto in exakter Konjunktion. Was nicht sehr oft geschieht. Vielleicht ist mir der widerspenstige Geist dieser Stadt auch deswegen gleich so vertraut gewesen, von der ersten Stunde an, am 2. April 1986.
Was mir aber gerade auffiel, gerade eben: dass Pluto, der Herrscher des Zeichens Skorpion und Uranus, der Herrscher des Zeichens Wassermann damit an der Wiege Berlins standen. Pluto, Uranus. Uranium, Plutonium. Wassermann, Skorpion. Berlin, Berlin. Berlin hat die grausame Formel entdeckt. Und Berlin hat ein Gegengift gefunden. Nicht für alles, aber aus dieser Stadt kann Rettung für die Welt kommen. Der Geist ist da. Alle Geister sind versammelt. Sie waren auf der Straße und sie sind in den wissenschaftlichen Labors. Ich las vor einigen Tagen, dass das noch im Aufbau begriffene, größte online-Netzwerk für Wissenschaftler weltweit, eine Art facebook für Forscher, seinen Sitz in Berlin hat. Es gibt schon 800.000 registrierte Mitglieder. Inzwischen werden es noch mehr sein. Wenn ein Wissenschaftler in Japan über einer Formel brütet und nicht weiterkommt, teilt er sein Problem dem weltweiten Netzwerk aus Berlin mit und alle schmeißen ihr Fachwissen zusammen. Die Vorstellung rührt mich. Bitte tauscht euch ganz viel aus und forscht ganz schnell ganz viel über diese blöde Scheiß-Verstrahlung und wie man das Unglück stoppen kann. Bitte.
Ich möchte lieber dafür auf die Straße gehen, dass Knut nicht ausgestopft wird, wie es einige Berliner Knut-Fans am letzten Samstag getan haben. Ich bin auch dagegen, aber die Kraft der Wut fließt gerade woanders hin und man muß auch haushalten. Für läppischere Dinge möchte ich auf die Straße gehen. Für Tante-Emma-Läden, gegen Einkaufs-Silos. Für so Zeug. So Sachen, die nur den Augen weh tun, aber nicht die Existenz der ganzen Menschheit in Frage stellen. Ich lebe gerade so gern. Und immer mehr. Und bin doch so traurig wegen all dem. Wie kann man schwerelos in den Frühling taumeln, wenn gerade ein Teil der Welt untergeht. Und wir mit ihm. Jeden Tag ein kleines Stück. Japan ist nicht weiter weg als vorher. Es ist näher. Auch wenn man es mit aller Kraft wegzuschieben versucht. Man muss in den Abgrund schauen, um herauszufinden, wie tief er ist. Um herauszufinden, wie lang das Seil sein muss, das man brauchen wird, um den abgestürzten Kameraden hochzuziehen, aus der tiefen Schlucht, da unten in Japan. Und wie gut wir uns selber anseilen müssen. Jetzt. Gleich. Sofort. Gestern.

01. April 2011

Max Deibert, 16 Jahre:
Die Moral ist im Arsch.

„(…) Wer Hausaufgaben macht, braucht ein Blatt Papier, eine Internetflatrate und einen Drucker. Nach fünf Minuten hat man einen Text von irgendeinem hobbylosen Vollidioten aus dem Netz kopiert und kann danach in aller Ruhe mit Freunden chatten oder Zombies töten. Dass hinter den Texten, die man mal eben kopiert, viel Mühe und Herzblut steckt, interessiert den Dieb wenig. (…) wie man zuletzt am Fall Guttenberg beobachten konnte. Dieser ist leider kein deprimierter Zehntklässler, der endlich eine Freundin haben will, sondern war unser Verteidigungsminister, ausgestattet mit einem Adelstitel, 30 Vornamen und einem Lächeln wie Florian Silbereisen. Werde ich beim Schummeln erwischt, habe ich nicht die Möglichkeit, nach Amerika zu reisen und meinen Papa das hier für mich regeln zu lassen. Auch würde mir die Bildzeitung nicht unterstützend unter die Arme greifen und von meinem Comeback fantasieren. (…)“
Auszüge aus dem Artikel „Die Moral ist im Arsch“ des 16-jährigen Berliner Schülers Max Deibert, erschienen im Berliner Tagesspiegel in der Rubrik „Schüler über Guttenberg“

01. April 2011


Einigermaßen überraschender Kommentar in der heutigen B.Z.:
German Angst.

„(…) Aber wie reagieren andere Nationen auf so etwas? Tanzen sie erst einmal Sirtaki, um die mediterrane Lässigkeit zu feiern? (…) „Typisch deutsch“: Dieser genervte Seufzer ist mir in letzter Zeit andauernd begegnet. Ausgestoßen wird er grundsätzlich von Deutschen, die ihre Landsleute wahnsinnig kleinkariert und peinlich finden. Sie selbst sind natürlich ganz anders, sonst würden sie ja nicht so darunter leiden …“Typisch deutsch“ – so wird zurzeit auch die neue Atomkraft-Debatte geschmäht. Über die Gefahren nachzudenken, wird als „German Angst“ belächelt. Während sich etwa die Franzosen die Laune nicht verderben lassen, nehmen die Deutschen das Unglück in Japan doch tatsächlich zum Anlass, ihr eigenes Konzept zu hinterfragen“ Stephanie Jungholt, B.Z. vom 01.04.11
[ durchaus.]

03. April 2011

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind.
Albert Einstein

Gestern Abend einen Haufen Loriot-Interviews angeschaut. An dem Gespräch mit Marianne Koch bin ich besonders hängengeblieben. Ab der dritten Minute fängt Herr von Bülow an, rechtschaffen zu politisieren und hört nicht mehr auf. Sehr eindrucksvoll.
LORIOT: „(…) Wir Wähler, wie wir hier sitzen, wir bestimmen unser Leben – wir bestimmen, wieviele Autos produziert werden, wieviele Campingwagen rumstehen, wir bestimmen, wieviele Büchsen auf der Straße liegen, wie sehr es stinkt oder wie sehr alles in Ordnung ist – wenn das keine Macht ist, weiß ich nicht. Und wenn das nicht politisch ist, dann ist mir auch nicht mehr zu helfen. Das ist Politik. Und darum muss ich den Vorwurf, nicht politisch zu sein, sehr ärgerlich und ernst zurückweisen.“
M. K.: „Satire, hast du gesagt, muss notwendigerweise immer destruktiv und zersetzend sein. „
LORIOT: „Ja. Es ist eine merkwürdige Erscheinung in unserem Land. Ich weiß nicht, wie es woanders ist – Worte wie ‚zersetzend‘ und ‚destruktiv‘ – denen haftet so etwas an wie Pestilenz und Teufel und ’negativ‘.“
M. K.: „‚Terrorist‘. Alles Synonym.“
LORIOT: „Terrorist, links, lange Haare und schlecht rasiert und so was. Dabei ist destruktiv etwas durchaus Positives, wenn das destruiert wird, was es gilt kaputt zu machen, weil es nicht in Ordnung ist.
Ab der Stelle wird es richtig interessant. Einfach selber gucken.

03. April 2011

Es war kein Zufall, dass Farin in diesem schon etwas älteren Video eine kleine japanische Liebesgeschichte gespielt hat. Er hatte das Land immer wieder bereist und auch japanisch gelernt. Die Liebe zu Japan zeigte sich zuletzt in seiner ersten Ausstellung als Fotograf, die den Titel Kuroboshi trug. Es waren Bilder aus einem heilen Land. Seine Songs brechen an irgendeiner Stelle immer die fundamental darunter liegende Sentimentalität. Kaum lässt man sich elegisch auf die dargebotene Traurigkeit ein, kommt er mit einer aus trotzigem Überlebenstrieb geborenen Albernheit um die Ecke. Selbst wenn man gar nicht will, kann man dann ein kleines bißchen lachen, über die ganze verfahrene Situation. Kaum grinst man, bricht er die Albernheit wieder durch eine ernste Sequenz. Ich kenne niemand, der so etwas sonst praktiziert. Er ist schon einmalig. Sicher finden ihn einige einmalig albern, aber er ist für viele ein großer Mutmacher. Ich habe große Achtung vor ihm. Es muss schmerzhaft für ihn sein, zu sehen was in Japan geschieht.

01. April 2011

Max Deibert, 16 Jahre:
Die Moral ist im Arsch.

„(…) Wer Hausaufgaben macht, braucht ein Blatt Papier, eine Internetflatrate und einen Drucker. Nach fünf Minuten hat man einen Text von irgendeinem hobbylosen Vollidioten aus dem Netz kopiert und kann danach in aller Ruhe mit Freunden chatten oder Zombies töten. Dass hinter den Texten, die man mal eben kopiert, viel Mühe und Herzblut steckt, interessiert den Dieb wenig. (…) wie man zuletzt am Fall Guttenberg beobachten konnte. Dieser ist leider kein deprimierter Zehntklässler, der endlich eine Freundin haben will, sondern war unser Verteidigungsminister, ausgestattet mit einem Adelstitel, 30 Vornamen und einem Lächeln wie Florian Silbereisen. Werde ich beim Schummeln erwischt, habe ich nicht die Möglichkeit, nach Amerika zu reisen und meinen Papa das hier für mich regeln zu lassen. Auch würde mir die Bildzeitung nicht unterstützend unter die Arme greifen und von meinem Comeback fantasieren. (…)“
Auszüge aus dem Artikel „Die Moral ist im Arsch“ des 16-jährigen Berliner Schülers Max Deibert, erschienen im Berliner Tagesspiegel in der Rubrik „Schüler über Guttenberg“

01. April 2011


Einigermaßen überraschender Kommentar in der heutigen B.Z.:
German Angst.

„(…) Aber wie reagieren andere Nationen auf so etwas? Tanzen sie erst einmal Sirtaki, um die mediterrane Lässigkeit zu feiern? (…) „Typisch deutsch“: Dieser genervte Seufzer ist mir in letzter Zeit andauernd begegnet. Ausgestoßen wird er grundsätzlich von Deutschen, die ihre Landsleute wahnsinnig kleinkariert und peinlich finden. Sie selbst sind natürlich ganz anders, sonst würden sie ja nicht so darunter leiden …“Typisch deutsch“ – so wird zurzeit auch die neue Atomkraft-Debatte geschmäht. Über die Gefahren nachzudenken, wird als „German Angst“ belächelt. Während sich etwa die Franzosen die Laune nicht verderben lassen, nehmen die Deutschen das Unglück in Japan doch tatsächlich zum Anlass, ihr eigenes Konzept zu hinterfragen“ Stephanie Jungholt, B.Z. vom 01.04.11
[ durchaus.]

29. März 2011


Das Schiff war fertig am siebenten Tag bei Sonnenuntergang. Was immer ich hatte, lud ich darein: was immer ich hatte, lud ich darein an Silber, was immer ich hatte, lud ich darein an Gold, was immer ich hatte, lud ich darein an allerlei Lebenssamen: steigen ließ ich ins Schiff meine ganze Familie und die Hausgenossen, Wild des Feldes, Getier des Feldes.
Kaum, daß ein Schimmer des Morgens graute, stieg schon auf von der Himmelsgründung schwarzes Gewölk. Eragal reißt den Schiffspfahl heraus, Ninurta geht, läßt das Wasserbecken ausströmen, die Anunnaki hoben Fackeln empor, mit ihrem grausen Glanz das Land zu entflammen. Die Himmel überfiel wegen Adad Beklommenheit, jegliches Helle in Düster verwandelnd; das Land, das weite, zerbrach wie ein Topf. Einen Tag lang wehte der Südsturm. Eilte dreinzublasen, die Berge ins Wasser zu tauchen, wie ein Kampf zu überkommen die Menschen. Nicht sieht einer den andern, nicht erkennbar sind die Menschen im Regen.
Vor dieser Sintflut erschraken die Götter, sie entwichen hinauf zum Himmel des Anu. Die Götter kauern wie Hunde, sie lagern draußen. Es schreit Ischtar wie eine Gebärende, es jammert die Herrin der Götter, die schönstimmige: „Wäre doch jener Tag zu Lehm geworden, da ich in der Schar der Götter Schlimmes geboten! Wie konnte in der Schar der Götter ich Schlimmes gebieten, den Kampf zur Vernichtung meiner Menschen gebieten! Erst gebäre ich meine lieben Menschen, dann erfüllen sie wie Fischbrut das Meer! Die Anunnaki-Götter klagen mit ihr, die Götter sitzen da und weinen.
Sechs Tage und sieben Nächte geht weiter der Wind, die Sintflut, ebnet der Orkan das Land ein. Wie nun der siebente Tag herbeikam, schlug plötzlich nieder der Orkan die Sintflut, den Kampf, nachdem wie eine Gebärende sie um sich geschlagen. Ruhig und still ward das Meer, der böse Sturm war aus und die Sintflut. Ausschau hielt ich einen Tag lang, da war Schweigen ringsum, und das Menschengeschlecht war ganz zu Erde geworden Gleichmäßig war wie ein Dach die Aue. Da tat ich eine Luke auf, Sonnenglut fiel aufs Antlitz mir; da kniete ich nieder, am Boden weinend, über mein Antlitz flossen die Tränen.


1973
Nach Ufern hielt ich Ausschau in des Meeres Bereich: auf zwölfmal zwölf Ellen stieg auf eine Insel, zum Berg Nißir trieb heran das Schiff. Der Berg Nißir erfaßte das Schiff und ließ es nicht wanken; einen Tag, einen zweiten Tag erfaßte der Berg Nißir das Schiff und ließ es nicht wanken; einen dritten Tag, einen vierten Tag erfaßte der Berg Nißir das Schiff und ließ es nicht wanken; einen fünften und sechsten erfaßte der Berg Nißir das Schiff und ließ es nicht wanken. Wie nun der siebente Tag herbeikam, ließ ich eine Taube hinaus; die Taube machte sich fort und kam wieder: kein Ruheplatz fiel ihr ins Auge, da kehrte sie um. Eine Schwalbe ließ ich hinaus; die Schwalbe machte sich fort und kam wieder: kein Ruheplatz fiel ihr ins Auge, da kehrte sie um. Einen Raben ließ ich hinaus; auch der Rabe machte sich fort; da er sah, wie das Wasser sich verlief, fraß er, scharrte, hob den Schwanz – und kehrte nicht um.
Da ließ ich hinausgehn nach den vier Winden; ich brachte ein Opfer dar, ein Schüttopfer spendete ich auf dem Gipfel des Berges: sieben und abermals sieben Räuchergefäße stellte ich hin, in ihre Schalen schüttete ich Süßrohr, Zedernholz und Myrte. Die Götter rochen den Duft, die Götter rochen den wohlgefälligen Duft, die Götter scharten wie Fliegen sich um den Opferer. Sobald wie die Mach herzugekommen, hob sie die großen Fliegengeschmeide empor, die Anu ihr zum Vergnügen gemacht: „Ihr Götter hier, so wahr des Lasuramuletts an meinem Halse ich nicht vergesse, will ich die Tage hier, fürwahr, mir merken, daß ewig ihrer ich nicht vergesse! Die Götter mögen nur kommen zum Schüttopfer! Doch Enlil soll nicht kommen zum Schüttopfer, weil er unüberlegt die Sintflut machte und meine Menschen dem Verderben anheimgab.
Ea tat zum Reden den Mund auf und sprach zu Enlil, dem Helden: „O Held, du Klügster unter den Göttem! Ach, wie machtest unüberlegt du die Sintflut?! Seine Sünde leg auf dem Sünder! Seinen Frevel leg auf dem Frevler! Lockere, daß nicht ganz abgeschnitten werde; Ziehe hin, daß nicht getötet werde! Statt daß eine Sintflut du machst, mag ein Löwe aufstehen, die Menschen zu mindern! Statt daß eine Sintflut du machst, mag ein Wolf aufstehen, die Menschen zu mindern! Statt daß eine Sintflut du machst, mag eine Hungersnot gesandt werden, das Land zu fällen! Statt daß eine Sintflut du machst, mag Era aufstehen, die Menschen zu erwürgen! Nicht aber enthüllt‘ ich der großen Götter Geheimnis! Den Hochgescheiten ließ ich schaun einen Traum! So vernahm er der Götter Geheimnis; schaffet nun für ihn Rat!“
Da hat Enlil das Schiff bestiegen, meine Hand gefaßt, mich einsteigen lassen, lassen einsteigen, knien mein Weib neben mir, hat berührt unsre Stirn, zwischen uns stehend, uns segnend: „Ein Menschenkind war zuvor Utnapischtim; uns Göttern gleiche fortan Utnapischtim und sein Weib! Wohnen soll Utnapischtim fern an der Ströme Mündung!“ Da nahmen sie mich und ließen mich fern an der Ströme Mündung wohnen.


[ Fragmente des Gilgamesch-Epos / 11. Tafel. 2100 – 600 v. Chr. aus dem Raum Babylonien bis Kleinasien überliefert, von Prof. Dr. Albert Schott übersetzt und in das von ihm vermutete Versmaß gesetzt. ]

28. März 2011


Samstag bei die Demo
Da lacht er, der Jürgen. Angela Merkel ist am 17. Juli 1954 geboren. Jürgen Trittin acht Tage später, am 25. Juli 1954. Ich finde, jetzt können mal die jüngeren ran. Außerem habe ich Angela Merkel noch nie bei einem Patti Smith-Konzert getroffen. Ihn schon. Er wurde auch nicht hingeschleppt, sondern ist aus freien Stücken hingegangen. Patti-Smith-Kompetenz ist letztlich die Schlüsselqualifikation für einen vertrauenswürdigen Volksvertreter. Er ist übrigens ziemlich groß. Nicht nur im Reden halten. Politiker sollten nicht nur geistig attraktiv sein. Bin ich streng!

28. März 2011


Samstag bei die Demo
Da lacht er, der Jürgen. Angela Merkel ist am 17. Juli 1954 geboren. Jürgen Trittin acht Tage später, am 25. Juli 1954. Ich finde, jetzt können mal die jüngeren ran. Außerem habe ich Angela Merkel noch nie bei einem Patti Smith-Konzert getroffen. Ihn schon. Er wurde auch nicht hingeschleppt, sondern ist aus freien Stücken hingegangen. Patti-Smith-Kompetenz ist letztlich die Schlüsselqualifikation für einen vertrauenswürdigen Volksvertreter. Er ist übrigens ziemlich groß. Nicht nur im Reden halten. Politiker sollten nicht nur geistig attraktiv sein. Bin ich streng!