02. November 2013

Immer noch Licht, Schatten und Bewegung von Schlöndorff. Ich lese langsam. Nein, falsch, nicht langsam, sondern unregelmäßig obwohl sehr interessiert. Gestern Abend das Kapitel über die Dreharbeiten von Mord & Totschlag, den Film habe ich nie gesehen, ja gar nicht seine Existenz realisiert. Mit Anita Pallenberg in der Hauptrolle. Plötzlich erfahre ich von Schlöndorffs Arbeitsbeziehung zu den Stones. Einige Passagen aus seinem Buch sind verstreut auf seiner Seite zu finden. Diese zum Beispiel:
„(…) Aus Eitelkeit oder wirklichem Interesse hatte Brian Jones mich eines Tages gefragt, ob er die Musik zu dem Film machen dürfe. „Und zwar allein, nicht mit den anderen Stones!“ Ein Traumvorschlag – aber es war nicht leicht, die Zustimmung des allmächtigen Agenten der Rolling Stones zu erhalten. (…) Während die Anwälte der Plattenkonzerne sich die Klinke in die Hand gaben und Mr. Klein die Zahlen in immer astronomischere Höhen trieb, versuchte ich ihm zu erklären, was ich da für einen Film mache, low budget, in deutscher Sprache… Als Brian Jones dazukam, erkannte er schnell, dass es wohl mehr um eine Liebhaberei als um Geschäft ging, und unterschrieb eine Aktennotiz. Produzent Rob Houwer, dem ich das Stück Papier nach München brachte, fragt sich heute noch, ob es einen vertraglichen Wert hat. Sogar eine Gage war für den Komponisten ausgemacht, lächerliche tausend Mark, die Brian als ›selbstverdientes Geld‹ höher schätzte als die Millionen seiner Einnahmen als Rolling Stone.
Zwei Monate später, bei den Musikaufnahmen im Olympic Studio, war er leider nur schlecht vorbereitet. Trotz langer Gespräche am Schneidetisch hatte er kaum etwas komponiert und verließ sich aufs Improvisieren mit begabten Musikern wie dem Pianisten Niki Hopkins, dem Drummer Kenney Jones von Small Faces und Gitarrist Jimmy Page. Schließlich erbarmte Keith Richards sich seiner und sprang ein: In einer Nacht nahm er alle fehlenden Stücke auf, und ich kam mit einem Koffer voll Tonbändern zurück in den Schneideraum bei ARRI.“

Volker Schlöndorff, Licht, Schatten und Bewegung
Ich gehe mal einkaufen.

30. Oktober 2013


Ja. Ewig neu und jung. Das wäre schön. Aber wir werden alle sterben. Doch jetzt sind wir da und es liegt an uns. Ich bin ewig neu und jung. Hier und jetzt. Und du. Du, Cosmic. Und du, Lesende. Und du Lesender. Wir alle. Wenn wir es wollen. Und wenn nicht, auch gut. Es gab eine Phase, wo ich gerne für älter gehalten werden wollte. Dann gab es eine Zeit, als es mir egal war, vielleicht, weil ich zwar manchmal für annähernd so alt, wie ich war, gehalten wurde, aber nie älter, eher jünger. Jetzt habe ich das Gefühl von Irritation. Unausgesprochen. Aber gepaart mit Faszination. Wahrscheinlich ein ähnliches Empfinden, das ich mir selbst entgegenbringe. Ich fühle mich innerlich nicht alterslos, aber irgendwo mäandernd zwischen sieben, elf, vierzehn, fünfzehn, siebzehn, zwanzig, dreissig, fünfunddreissig, vierzig, zweiundvierzig, siebenundvierzig und achtundvierzig. Und fünfzig macht mir keine Angst, überhaupt nicht. Das einzige, was ich blöd und schade fände, wäre, wenn mir die göttliche Kraft trotz aller Bemühungen, einen unberechenbar vorzeitigen Strich durch die Rechnung machte. An irgendetwas muss man dann ja auch sterben, eines Tages. Ja, ich denke viel an den frühen Tod von Eugenie. So weit ist man nicht entfernt, von jemandem in den Fünfzigern, Ende Vierzig. Ich will mich weiter bemühen, damit diese schöne Lebenskraft und -freude erhalten bleibt. Denn die habe ich. Dazu muss ich nicht erst ein Damoklesschwert über mir schaukeln sehen. Wie komme ich denn auf all das, heute? Gestern erwähnte ich in meinem Eintrag einige Geburtstage von Menschen, die mir nahe waren. Oder auch sind. In dieser leichtfüßig dargebrachten Reihe war auch Cosmic, der mir ganz sicher auch deshalb nah war (oder ist), weil wir eine Generation sind. Zehn Monate trennen uns, war er vor mir da. Mein Bruder wurde auch, wie er, im Jahr Neunzehnhundertvierundsechzig geboren. Und hatte auch eine Martin (das ist so eine akustische Gitarrenmarke aus Amerika, die auch Neil Young spielt). Und überhaupt. Man sollte sich angewöhnen, möglichst schnell (gleich jetzt, heute, sofort) zu rekapitulieren, was wichtig war, im eigenen Leben. Welche Begegnungen. Sternstunden, Glanzlichter für immer unvergessen bleiben im großen Konzert. Und zwar unabhängig davon, ob die weitere Dramaturgie des Weltenlaufs einem in jeder Hinsicht entgegenkam, die besten Karten zuspielte. Denn zu realisieren, dass man zu bestimmten Zeiten immer wieder auch richtig gute Karten hatte, ist eine schöne, heilsame Erkenntnis. (‚es war nicht alles schlecht‘) Und diese bloße Wahrnehmung ist die nächste gute Karte im großen Spiel. Ein As. Ich weiß, genau, wovon ich rede. Long Speech, no Sense. Lots of Sense. Happy Birthday, Cosmic. Ewig neu und jung. Wie ich dich immer kannte. Dich mir nicht anders denken kann. Hier ist dein Lied. Und meine Bilder. Für immer. Und wieder. Ewig neu und jung.
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eWIG NEU UND JUNG
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29. Oktober 2013

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag, Funkstunde Berlin!
Ich höre ja leider Gottes nie mehr Radio, außer die Konserven von Bettina Rust auf Radio Eins, wo man schön durchhören kann, ohne Verkehrs- und Wettermeldungen und ohne blöde Nachrichten, die man sowieso schon viel länger aus dem Internet kennt. Also immerhin habe ich aus der Radio-Sendung, die ich gerade als Konserve höre, erfahren, dass heute vor neunzig Jahren in Berlin die erste deutsche Rundfunksendung ausgestrahlt worden ist, die Funkstunde Berlin! Neunzig Jahre ist es her. Komisch eigentlich, dass Radio erst neunzig ist. Viel jünger als Stummfilm, obwohl Stummfilm irgendwie doch viel komplexer und moderner ist! Also nochmal, herzlichen Glückwunsch Funkstunde und Radio! Die heiße Meldung hab ich übrigens aus der Konserve empfangen, die ich gerade im Hintergrund höre, während ich das tippe. Helmut Lehnert war vorgestern zu Gast. Halt auch so ein Berliner Radiomensch. Also von früher. Jetzt macht er seit einer Weile die Bar jeder Vernunft. Gestern hätte ich eigentlich auch einen Geburtstagsglückwunscheintrag posten können, für kid37, aber nicht zum Neunzigsten. Er ist ja noch so jung, erst Siebenundsiebzig, wie er behauptet, aber mir kann man ja alles erzählen. Gestern habe ich also nicht gebloggt, wie man gemerkt hat, aber heute. Vielleicht gibt es morgen wieder einen tollen Geburtstag, von dem ich heute noch nichts weiß. Oder doch – da fällt mir ein – ich weiß doch von einem. Cosmic, an den sich vielleicht noch einige Leser/innen erinnern, hat morgen Geburtstag. Aber übermorgen weiß ich jetzt wirklich nicht. Ach – und heute ist ja auch noch der von meinem ersten Liebhaber, den ich neulich wieder im Internet entdeckt habe, nach viel Rätselraten. Kenne ich denn wirklich niemanden, der am siebenundzwanzigsten Oktober hat? Ach, doch der Mann von einer Bekannten, aber mit dem war ich nicht näher bekannt. Und am sechsundzwanzigsten hatte ein Liebhaber aus den Neunzigern. Dieser Südamerikaner. Na ja. Also am 25. und 24. kenne ich jetzt aber wirklich keinen. Ehrenwort.

29. Oktober 2013

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag, Funkstunde Berlin!
Ich höre ja leider Gottes nie mehr Radio, außer die Konserven von Bettina Rust auf Radio Eins, wo man schön durchhören kann, ohne Verkehrs- und Wettermeldungen und ohne blöde Nachrichten, die man sowieso schon viel länger aus dem Internet kennt. Also immerhin habe ich aus der Radio-Sendung, die ich gerade als Konserve höre, erfahren, dass heute vor neunzig Jahren in Berlin die erste deutsche Rundfunksendung ausgestrahlt worden ist, die Funkstunde Berlin! Neunzig Jahre ist es her. Komisch eigentlich, dass Radio erst neunzig ist. Viel jünger als Stummfilm, obwohl Stummfilm irgendwie doch viel komplexer und moderner ist! Also nochmal, herzlichen Glückwunsch Funkstunde und Radio! Die heiße Meldung hab ich übrigens aus der Konserve empfangen, die ich gerade im Hintergrund höre, während ich das tippe. Helmut Lehnert war vorgestern zu Gast. Halt auch so ein Berliner Radiomensch. Also von früher. Jetzt macht er seit einer Weile die Bar jeder Vernunft. Gestern hätte ich eigentlich auch einen Geburtstagsglückwunscheintrag posten können, für kid37, aber nicht zum Neunzigsten. Er ist ja noch so jung, erst Siebenundsiebzig, wie er behauptet, aber mir kann man ja alles erzählen. Gestern habe ich also nicht gebloggt, wie man gemerkt hat, aber heute. Vielleicht gibt es morgen wieder einen tollen Geburtstag, von dem ich heute noch nichts weiß. Oder doch – da fällt mir ein – ich weiß doch von einem. Cosmic, an den sich vielleicht noch einige Leser/innen erinnern, hat morgen Geburtstag. Aber übermorgen weiß ich jetzt wirklich nicht. Ach – und heute ist ja auch noch der von meinem ersten Liebhaber, den ich neulich wieder im Internet entdeckt habe, nach viel Rätselraten. Kenne ich denn wirklich niemanden, der am siebenundzwanzigsten Oktober hat? Ach, doch der Mann von einer Bekannten, aber mit dem war ich nicht näher bekannt. Und am sechsundzwanzigsten hatte ein Liebhaber aus den Neunzigern. Dieser Südamerikaner. Na ja. Also am 25. und 24. kenne ich jetzt aber wirklich keinen. Ehrenwort.

27. Oktober 2013

Lou Reed. heute
So viel könnte ich schreiben, über die Bedeutung seiner Musik, seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Das kann ich nicht. Das ist zu viel. So viele Jahre hat mich seine Musik begleitet. Eigentlich verstehe ich nicht, wie es anders für jemanden meiner Generation sein könnte. Zweimal habe ich ihn live erlebt. Immer in Berlin. Berlin. Ein Song von ihm heißt so, der ist mir schon immer ans Herz gewachsen, schon als ich noch nicht hier lebte. „You’re right and I’m wrong, you know, I’m gonna miss you, now that you’re gone, one sweet day…“ Die Studio Version, nicht die vielen live-Versionen auf youtube. Die Studio Version gibt es nicht im Netz. Ich kann sie nicht finden. Sie ist auf seiner ersten Solo Platte, die so hieß wie er. Die ich dreißigtausend mal gehört habe. Nicht nur im Sommer 1980, verliebt in einem Auto, mit heruntergekurbelten Fenstern. „In Berlin, by the Wall, you were five foot, ten inches tall, it was very nice. Oh honey, it was paradise“.

Farewell, Lou.

27. Oktober 2013

‚Mal sehen, wer morgen stirbt gedacht. Gedanklich schon halb gebloggt, dann wieder verworfen, man soll ja keine Witze darüber machen. Andererseits, Scheiß drauf. Es werden wahrscheinlich viel zu wenig Witze darüber gemacht. Oder heitere Anmerkungen. Pietät usw. Also ich möchte auch nicht, dass jemand lapidar über mein Ableben hinweggeht, einen ordentlichen, ausführlichen Nachruf möchte ich. Was heißt einen – jede Menge. Das muss man sich aber verdienen. Eugenie hat es sich verdient und Lou Reed auch. Das ist für mich dieselbe Liga. Lebensäußerungen gezeigt, die für andere Nahrung waren. Und ich hoffe und glaube, dass die beiden auch nicht zu kurz gekommen sind, keinen Zuwendungshunger leiden mussten. Morgen soll jedenfalls keiner gehen, der mir am Herzen liegt, das wäre mir einfach zu einseitig, blogmäßig. Also reißt euch zusammen. Morgen keine himmlischen Erlösungs-Botschaften, nur irdische, bitte. Danke.

27. Oktober 2013

‚Mal sehen, wer morgen stirbt gedacht. Gedanklich schon halb gebloggt, dann wieder verworfen, man soll ja keine Witze darüber machen. Andererseits, Scheiß drauf. Es werden wahrscheinlich viel zu wenig Witze darüber gemacht. Oder heitere Anmerkungen. Pietät usw. Also ich möchte auch nicht, dass jemand lapidar über mein Ableben hinweggeht, einen ordentlichen, ausführlichen Nachruf möchte ich. Was heißt einen – jede Menge. Das muss man sich aber verdienen. Eugenie hat es sich verdient und Lou Reed auch. Das ist für mich dieselbe Liga. Lebensäußerungen gezeigt, die für andere Nahrung waren. Und ich hoffe und glaube, dass die beiden auch nicht zu kurz gekommen sind, keinen Zuwendungshunger leiden mussten. Morgen soll jedenfalls keiner gehen, der mir am Herzen liegt, das wäre mir einfach zu einseitig, blogmäßig. Also reißt euch zusammen. Morgen keine himmlischen Erlösungs-Botschaften, nur irdische, bitte. Danke.

27. Oktober 2013

Lou Reed. heute
So viel könnte ich schreiben, über die Bedeutung seiner Musik, seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Das kann ich nicht. Das ist zu viel. So viele Jahre hat mich seine Musik begleitet. Eigentlich verstehe ich nicht, wie es anders für jemanden meiner Generation sein könnte. Zweimal habe ich ihn live erlebt. Immer in Berlin. Berlin. Ein Song von ihm heißt so, der ist mir schon immer ans Herz gewachsen, schon als ich noch nicht hier lebte. „You’re right and I’m wrong, you know, I’m gonna miss you, now that you’re gone, one sweet day…“ Die Studio Version, nicht die vielen live-Versionen auf youtube. Die Studio Version gibt es nicht im Netz. Ich kann sie nicht finden. Sie ist auf seiner ersten Solo Platte, die so hieß wie er. Die ich dreißigtausend mal gehört habe. Nicht nur im Sommer 1980, verliebt in einem Auto, mit heruntergekurbelten Fenstern. „In Berlin, by the Wall, you were five foot, ten inches tall, it was very nice. Oh honey, it was paradise“.

Farewell, Lou.

18. Oktober 2013

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Spätabendlicher Eintrag. Ich muss mal eben – intern quasi – Sebastian – das war ein polnischer Abgang. Ich unterhielt mich mit den beiden netten jungen Männern und hatte schon eine Weile das Bedürfnis, etwas zu trinken – gerne auch nur ein Glas Leitungswasser – ich sagte noch „ich muss mir mal was zu trinken holen“ und ging Richtung Getränketheke, was zufällig auch Richtung Ausgang war – und plötzlich war ich draußen. Ich dachte noch ein, zwei Sekunden „nur ein bißchen Luft schnappen?“ Und schon lief ich weiter, Richtung Moritzplatz. Den anderen Bogen. Bis zur U-Bahn. Gegessen hatte ich auch noch nichts. Und mein Zuhause nur drei Stationen entfernt. Mit gutem Wein im Eisschrank und etwas zum Brutzeln und alles vertraut und gemütlich. Und ich müsste nicht im Stehen essen und trinken…. Ja, pötzlich war ich daheim und so war es richtig und gut. Aber ich war froh, dass ich dich – wenn auch nur für eine viertel/halbe Stunde sehen und sprechen konnte. Weil wir in Verbindung sind, seit so vielen Jahren. Und uns durch diese verrückte Bloggerei kennengelernt haben. Wie du so schön sagtest, du hast alle kennengelernt, die dir wichtig sind, oder die dir etwas bedeuten. Oder so ähnlich. Ja, ich bin ein bißchen betrunken von meinem Wein. Das Licht war ein bißchen hart, gerade für eitle Weiber wie mich, aber die russische Hängung hat mir wieder gefallen. Und dich habe ich sowieso gewürdigt. Und deine Exponate. Noch beim Gehen. Und überhaupt. Und das sollst du wissen. Und polnischer Abgang kann man googeln ;-)
Alles Liebe
Deine Gaga
P.S. Daheim hab ich den Fernseher angemacht, was ich selten mache, weil ich das Nena-Plakat für Voice of Germany gesehen hatte und da kamen wirklich schöne Sachen. Einmal habe ich sogar geweint. Ich mag das total gerne, wenn Menschen, diese Sänger/innen mit einer Einladung zu diesen Auditions überrascht werden und man sieht, was es ihnen bedeutet, diese Aufregung und das Glücksgefühl, dass vielleicht bald ein großer Traum in Erfüllung geht. Das waren viele schöne Momente. Und jetzt gute Nacht.

14. Oktober 2013

Ich sehe gerade einen Film, der mit maximaler HD-Qualität produziert wurde. Ist das wirklich „state of art“? Ich glaube nicht. Ich glaube, es ist „state of technology“. Aber nicht „of art“. Wahrscheinlich hat Christine Kaufmann doch, im Rahmen ihrer (begrenzten) Kenntnis der Möglichkeiten der digitalen Aufnahmetechnik, Recht. Sie fragt gerne besorgt, ob mit „echtem Film“ gedreht wird. Und ich verstehe sie. Jetzt. Nach „Oh Boy“. Und diesem Film. Es macht mich traurig, wenn diese neue Technologie nicht virtuos eingesetzt wird, in dem Sinne, dass immer noch alles möglich ist, nichts an Atmosphäre verloren geht. Was oft von einem sensiblen Grad an „verrauschten“ Bildern abhängt. Von einer leichten Unschärfe. Einem leichten Filter im Ton. Alles zu direkt. Zu metallisch. Zu gnadenlos. Unbarmherzig, unmittelbar. Liebe Christine Kaufmann, ich verstehe die Sorge. Und teile sie. Aber es ist auch mit digitaler Technik machbar. Aber es erfordert Virtuosität. Und tatsächlich stelle ich fest, dass ich anhand defizitärer Technik den Schlüssel in der Hand halte. Das ist doch verrückt.

18. Oktober 2013

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Spätabendlicher Eintrag. Ich muss mal eben – intern quasi – Sebastian – das war ein polnischer Abgang. Ich unterhielt mich mit den beiden netten jungen Männern und hatte schon eine Weile das Bedürfnis, etwas zu trinken – gerne auch nur ein Glas Leitungswasser – ich sagte noch „ich muss mir mal was zu trinken holen“ und ging Richtung Getränketheke, was zufällig auch Richtung Ausgang war – und plötzlich war ich draußen. Ich dachte noch ein, zwei Sekunden „nur ein bißchen Luft schnappen?“ Und schon lief ich weiter, Richtung Moritzplatz. Den anderen Bogen. Bis zur U-Bahn. Gegessen hatte ich auch noch nichts. Und mein Zuhause nur drei Stationen entfernt. Mit gutem Wein im Eisschrank und etwas zum Brutzeln und alles vertraut und gemütlich. Und ich müsste nicht im Stehen essen und trinken…. Ja, pötzlich war ich daheim und so war es richtig und gut. Aber ich war froh, dass ich dich – wenn auch nur für eine viertel/halbe Stunde sehen und sprechen konnte. Weil wir in Verbindung sind, seit so vielen Jahren. Und uns durch diese verrückte Bloggerei kennengelernt haben. Wie du so schön sagtest, du hast alle kennengelernt, die dir wichtig sind, oder die dir etwas bedeuten. Oder so ähnlich. Ja, ich bin ein bißchen betrunken von meinem Wein. Das Licht war ein bißchen hart, gerade für eitle Weiber wie mich, aber die russische Hängung hat mir wieder gefallen. Und dich habe ich sowieso gewürdigt. Und deine Exponate. Noch beim Gehen. Und überhaupt. Und das sollst du wissen. Und polnischer Abgang kann man googeln ;-)
Alles Liebe
Deine Gaga
P.S. Daheim hab ich den Fernseher angemacht, was ich selten mache, weil ich das Nena-Plakat für Voice of Germany gesehen hatte und da kamen wirklich schöne Sachen. Einmal habe ich sogar geweint. Ich mag das total gerne, wenn Menschen, diese Sänger/innen mit einer Einladung zu diesen Auditions überrascht werden und man sieht, was es ihnen bedeutet, diese Aufregung und das Glücksgefühl, dass vielleicht bald ein großer Traum in Erfüllung geht. Das waren viele schöne Momente. Und jetzt gute Nacht.

13. Oktober 2013


Hausordnung von Radio Fritz
Und ganz wichtig sind die handschriftlichen Anmerkungen. Gerade nach Jahren über das Bild gestolpert. Das Gekritzel habe ich gerade zum ersten mal komplett zu entziffern versucht. Man muss es sich größer angucken, sonst erkennt man die wichtigsten Botschaften nicht. Das links oben kann ich nicht genau erkennen: „(…) (…) halten“ (???) „Nicht Denken“ versteht sich ja von selbst. Und „Keine Zettel aufhängen!“ Ebenso „Nicht Aufräumen!“ Und „Keine Urlaubsanträge!“. Und „Fresse halten!“ Und „Diese Regeln nicht befolgen!“ Und „Obey!“ Und „Confess!“ Aber „Atmen??“? Und rechts oben, „Kein Sex“?
Na gut. Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Auch schon wieder bald vier Jahre her, diese Sternstunde meines Lebens (…)

14. Oktober 2013

Ich sehe gerade einen Film, der mit maximaler HD-Qualität produziert wurde. Ist das wirklich „state of art“? Ich glaube nicht. Ich glaube, es ist „state of technology“. Aber nicht „of art“. Wahrscheinlich hat Christine Kaufmann doch, im Rahmen ihrer (begrenzten) Kenntnis der Möglichkeiten der digitalen Aufnahmetechnik, Recht. Sie fragt gerne besorgt, ob mit „echtem Film“ gedreht wird. Und ich verstehe sie. Jetzt. Nach „Oh Boy“. Und diesem Film. Es macht mich traurig, wenn diese neue Technologie nicht virtuos eingesetzt wird, in dem Sinne, dass immer noch alles möglich ist, nichts an Atmosphäre verloren geht. Was oft von einem sensiblen Grad an „verrauschten“ Bildern abhängt. Von einer leichten Unschärfe. Einem leichten Filter im Ton. Alles zu direkt. Zu metallisch. Zu gnadenlos. Unbarmherzig, unmittelbar. Liebe Christine Kaufmann, ich verstehe die Sorge. Und teile sie. Aber es ist auch mit digitaler Technik machbar. Aber es erfordert Virtuosität. Und tatsächlich stelle ich fest, dass ich anhand defizitärer Technik den Schlüssel in der Hand halte. Das ist doch verrückt.

13. Oktober 2013


Hausordnung von Radio Fritz
Und ganz wichtig sind die handschriftlichen Anmerkungen. Gerade nach Jahren über das Bild gestolpert. Das Gekritzel habe ich gerade zum ersten mal komplett zu entziffern versucht. Man muss es sich größer angucken, sonst erkennt man die wichtigsten Botschaften nicht. Das links oben kann ich nicht genau erkennen: „(…) (…) halten“ (???) „Nicht Denken“ versteht sich ja von selbst. Und „Keine Zettel aufhängen!“ Ebenso „Nicht Aufräumen!“ Und „Keine Urlaubsanträge!“. Und „Fresse halten!“ Und „Diese Regeln nicht befolgen!“ Und „Obey!“ Und „Confess!“ Aber „Atmen??“? Und rechts oben, „Kein Sex“?
Na gut. Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Auch schon wieder bald vier Jahre her, diese Sternstunde meines Lebens (…)

11. Oktober 2013

Ein milder Abend in Berlin. Ich dachte an die Palme, dass sie die laue Luft nicht spürt, hinter der Scheibe der Balkontür, jetzt, seit ein paar Tagen. Manche lassen Yuccapalmen draußen, packen sie ein bißchen ein und viele überstehen auch ein paar Frostnächte. Aber nur kurz und nicht zu viele. Das ist mir zu kompliziert. Ich will sie nicht quälen oder an ihre Grenze bringen. Ich habe es als Kind verabscheut, auch heute noch, mich morgens in einem fußkalten Badezimmer, mit dem Bauch am kalten Waschbeckenrand zu waschen. Nur so ein Vorleger war da. In Hotels ist das auch oft, aber da ist das Bad dann warm und es gibt eine warme Dusche, zu jeder Zeit. Ich lege in Hotelzimmern und Ferienwohnungen dann immer alle verfügbaren Hand- und Badetücher auf die Bodenfliesen. Dann kann ich überall barfuß laufen. In meiner Wohnung bin ich immer nur in Strümpfen, bloß keine Schuhe an den Füßen, daheim. Und im Sommer barfuß. Bei flauschigen Teppichen ist das sehr angenehm. Jetzt ist Wochenende, fein. Am Montag krieg ich interessante Post geschickt. Darauf freue ich mich schon. Auch was, was man nicht erzählen kann, weil ein bißchen – egal. Ha! Da fällt mir gerade auf, illegal und egal ist schon recht ähnlich, vom Wort her. Ich muss aufhören, so ein andeutungshaftes Zeug zu schreiben. Der Leser wird nur neugierig oder denkt sich: „Blöde Geheimnistuerei!“ Und recht hat er. Ich höre ja auch schon auf. Außerdem muss ich mich jetzt wieder um einen bestimmten Daten-Transfer kümmern. Fragen Sie mich bitte nicht. Lebenswerk.

11. Oktober 2013

Ein milder Abend in Berlin. Ich dachte an die Palme, dass sie die laue Luft nicht spürt, hinter der Scheibe der Balkontür, jetzt, seit ein paar Tagen. Manche lassen Yuccapalmen draußen, packen sie ein bißchen ein und viele überstehen auch ein paar Frostnächte. Aber nur kurz und nicht zu viele. Das ist mir zu kompliziert. Ich will sie nicht quälen oder an ihre Grenze bringen. Ich habe es als Kind verabscheut, auch heute noch, mich morgens in einem fußkalten Badezimmer, mit dem Bauch am kalten Waschbeckenrand zu waschen. Nur so ein Vorleger war da. In Hotels ist das auch oft, aber da ist das Bad dann warm und es gibt eine warme Dusche, zu jeder Zeit. Ich lege in Hotelzimmern und Ferienwohnungen dann immer alle verfügbaren Hand- und Badetücher auf die Bodenfliesen. Dann kann ich überall barfuß laufen. In meiner Wohnung bin ich immer nur in Strümpfen, bloß keine Schuhe an den Füßen, daheim. Und im Sommer barfuß. Bei flauschigen Teppichen ist das sehr angenehm. Jetzt ist Wochenende, fein. Am Montag krieg ich interessante Post geschickt. Darauf freue ich mich schon. Auch was, was man nicht erzählen kann, weil ein bißchen – egal. Ha! Da fällt mir gerade auf, illegal und egal ist schon recht ähnlich, vom Wort her. Ich muss aufhören, so ein andeutungshaftes Zeug zu schreiben. Der Leser wird nur neugierig oder denkt sich: „Blöde Geheimnistuerei!“ Und recht hat er. Ich höre ja auch schon auf. Außerdem muss ich mich jetzt wieder um einen bestimmten Daten-Transfer kümmern. Fragen Sie mich bitte nicht. Lebenswerk.

10. Oktober 2013

Man soll vertrauen. Auf sein Glück. Seinen Stern. Wenn man Sonne im Herzen hatte, und sie verlor. Wenn sie abhanden kam, dann ist es nicht für immer. Man kann sie wiederfinden. Man muss darauf vertrauen. Und sie bitten, zurückzukehren. Man darf aber nicht befehlen. Bitte ist ein ganz wichtiges Wort. Überhaupt. Bitte glauben Sie mir das. Wenn Bitten nah am Beten ist, wird es gehört. Und je mehr es zum Gebet wird, umso mehr. Umso sehr. Ich mache kleine Schritte. Vorsichtige. Überhaupt bin ich sehr vorsichtig. Um nichts zu zertreten. Es geht um alles. Um Alles in der Welt. Das ganze Gewebe. Alles ist in Wahrheit filigran. Wenn man das bedenkt, wird man vorsichtig. Wenn man an einem einzelnen Faden zieht, ohne das Muster und die Einheit zu bedenken, wird die göttliche Form zerstört. Solche Sachen schreibt man, wenn man wie kurz vor dem Einschlafen ist. Also ich. Aber noch nicht bereit dazu. Denn ich will ja noch kochen. Ja, ich will. Heute war ein guter Tag. Ich lerne auch immer besser, wie man absurde Redewendungen unterhaltsam in alltägliche Kommunikation einflechten kann. Das ist lustig. Ich wurde heute gefragt, ob ich etwas Bestimmtes für morgen organisieren kann. Ich hatte keine Lust, sachlich zu antworten, und habe meine Zustimmung in ein Zitat verpackt. Nämlich habe ich genauso geantwortet, wie im Idealfall die Braut am Traualtar: „Ja. Ich will!“ Das Interessante war, dass meine Gesprächspartnerin am Telefon sofort verstanden hat, was ich meine, und angefangen hat, albern zu kichern, obwohl sie überhaupt nicht zur Albernheit neigt. Aber Gaga Nielsen hat ihre eigene Albernheit in den Telefonhörer hineingezaubert, und er ist am anderen Ende wieder herausgeschlüpft. Sie hat nach dem Kichern wieder sachlich weiter geredet und ich habe gar nichts gesagt und dann wieder nach einer Pause, wie eine Schallplatte: „Ja, ich will!“. Hat sie wieder angefangen zu kichern. Toller Trick. Muss ich mir merken. Und dann war auch noch super, dass ich beim Einkaufen komplett vergessen hatte, vorher meine Liste mit dem Budget zu machen und auszudrucken und dann habe ich sozusagen ohne Stützräder eingekauft und es war an der Kasse genau 35 Euro. Also auch ein ziemlich glatter Betrag, wo ich kein Klimpergeld zurückbekommen habe, nur Scheine. Ich hätte nämlich fünfzig Euro gedurft, habe aber gar nicht mitgerechnet, sondern es einfach mal drauf ankommen lassen. Ganz wild und frei! Auch deswegen war der Tag gut. Und noch wegen anderen kleinen Sachen, die mir aber nicht mehr einfallen. Okay, das sind jetzt wirklich genug Blogeinträge für heute. Kann sich keiner beschweren. Außer natürlich, dass man zum Teil nur die Hälfte versteht. Aber das muss mal drin sein. Früher, ins Tagebuch, hat man ja auch nicht nur Sachen geschrieben, die die eigene Mutter sofort kapiert hätte. Also bitte. Das ist hier immer noch auch irgendwie privat. Also ein bisschen.

10. Oktober 2013

Für mich selber, wg. Wiedererkennungswert, dereinst: kein bißchen amourös, kein bißchen privat verursacht, die Elektrisierung. Wenn sich nichts ergeben sollte, auch gut. Wenn doch – ohne Worte. Bitte – wieso gehe ich so manisch davon aus, dass man mir Erotisierung unterstelllt. Halte ich meine Außenwirkung nur für rein privat von Interesse? Eine andere Art von Anmaßung womöglich. Wenn ich mich – nein nicht kalt – aber distanziert, unaufgeregt, seziere, fällt mir der Fatalismus auf, mit dem ich den Dingen gegenüberstehe. Keine aggressive Aktivität in irgendeiner Richtung, die irgendeinen Ehrgeiz vermuten lassen könnte. Die Dinge auf sich zukommen lassen. Darauf vertrauen, dass die Zeit irgendwann reif ist, wenn man selbst die Reife erlangt hat, um die Ernte zu verdienen und auch nutzen zu können. Bitte – niemand muss das noch zu verstehen versuchen. Doch mir ist nun wichtig, selbst zu begreifen, was in dieser zweiten Lebenshälfte wichtig ist, wofür man glaubt, am Leben zu sein. Warum gehe ich, der Zeit entrückt, durch eine Ausstellung von Hilma af Klint, die Zeit ihres Lebens unbekannt blieb, nur für sich selbst diese magischen Farben und Formen erschuf, sich zum Instrument werden ließ? Weil ich es kenne. Weil es mir vertraut ist. Wie fremd ich vor den laufenden Bilder der gegenwärtigen Kultur sitze, so wenig die Ästhetik begreife, die Ferne des Traumhaften, die Entferntheit von Magie und Transzendenz. Niemand weiß, ob wir aus einer anderen Welt kommen, schon woanders waren, andere Zeitalter gesehen haben, aber ich halte es für möglich. Noch viel weiter zurück, als irgendeine denkbare Inkarnation. So weit wie das Stadium, als wir ein Teil des Meeres waren. Ich weiß auch nicht, warum ich solche Sachen schreibe. Aber kann. Ganz leicht. Es schreibt sich. Es malt sich. Es singt sich. Und tanzt. Jetzt ein paar Schritte nach rechts, um die Ecke, in meine Küche. Gemüse. Pflanzen. Butter und Fisch. Sahne und Wein. Lauch und Pfeffer. Kümmel und Salz.

10. Oktober 2013

Leicht, …latent elektrisiert. Ich muss es für mich schreiben. Auch wenn ich aus einem seltsamen Aberglauben (den aber viele teilen, wie ich weiß) nicht genauer werden kann. Für mein privates Tagebuch, das es nicht mehr auf Papier gibt. Ich lernte, in den letzten Jahren besonders, dass es ein Glück, Hoffnung, Lebenslust, jenseits einer erotischen Verbindung gibt. Niemals hätte ich das früher glauben können. Ich lernte damit umzugehen, dass gewisse Lebensbereiche nicht zu meiner Verfügung stehen, und konzentrierte mich allein darauf, eine andere Art Erfüllung zu finden. Und tue es noch. Das erkläre ich, weil ich weiß, dass jeder mit Elektrisiert-sein eine Form von zwischenmenschlicher Zuneigung, insbesondere zwischen zwei Menschen verbindet. Ich bin nicht in irgendjemanden verliebt. Aber immer noch in das Gefühl. Ach, das ist jetzt schwer zu erklären. In einem privaten Tagebuch, das ich einfach nicht mehr schreiben will, wäre jetzt vermerkt, was mir heute in einer E-Mail zukam. Das Merkwürdige, dass ich das Gefühl habe, in eine Richtung gelenkt zu werden. In eine gute Richtung. Aber nichts ist sicher. Wenn Gott oder wie diese Kraft auch heißen mag, meint ich gehöre dahin, dann – – – ja. Schieb mich, ich werde folgsam gehen. Denn es ist nicht mein Schafott. Nicht der Fahrstuhl zum Schafott. Ich bitte meine Leser um Entschuldigung, dass ich so wirr schreibe. Vermeintlich. Für mich nur, zur Erinnerung: Gott, wenn du willst, dass ich solche Verbindungen erhalte, hinterrücks, mich überfallend, dann soll es sein. Dann bin ich dafür geschaffen. Dann sei ist es mein Schicksal.

07. Oktober 2013

Alles existiert gleichzeitig. Vergangenheit, Gegenwart. Nur die Zukunft vermag ich nicht zu ermessen, im selben Atemzug zu nennen. Ich habe mich umgedreht, in die andere Richtung des Zeitstrahls geblickt, Zweitausendneun. Vier Jahre zurück. Vergangenheit im Kalender, aber gegenwärtig, wenn ich das wieder sehe. Manchmal bin ich erstaunt, was entstanden ist, durch meine Hand, unter der Tastatur, vor der Kamera. Als hätte ich nur gespielt. Selbst die Arbeit nach der Aufnahme war ein großes Spiel mit geheimnisvollen Bausteinen. Ich sehe Zauberkreis und erinnere mich. An mich. An uns. Projektionen. Visionen. Was ging. Und was bleibt. Die Bilder, sie halten etwas mir Wertvolles fest, in Ehren. Es ist keinerlei Verlegenheit, wenn ich das heute noch einmal zeige. Eher eine persönliche Freude, dass es Bestand hat, seinen Wert für mich behalten hat. Heute vielleicht sogar mehr, bewusster, als damals. Die Umstände waren nicht nur glücklich, wie man so sagt, aber ich fand immer großes Glück, Trost in Bildern. Zu jeder Zeit. Eigene lassen sich noch stärker als die von anderen mit eigenen Gefühlen verbinden. Verschmelzen. Im großen Kupferkessel. Dem Weltgeheimnis. Der Rose All. Der Nachtigall.
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03. Oktober 2013

Ihre bestellten Produkte nochmals zur Kontrolle:
7 x Weiss Zweigelt Alte Reben histafree Bio-Rotwein trocken 0,75 l 8,90 EUR = 62,30 EUR
3 x Bernthaler Grüner Veltliner trocken histaminfrei Bio 0,75 l
6,90 EUR = 20,70 EUR
2 x Bernthaler Sauvignon blanc histaminfrei bio 0,75 l
8,50 EUR = 17,00 EUR
Summe: 100,00 EUR
Ich liebe glatte Beträge! Habe ein bißchen mit der Anzahl pro Sorte jongliert, bis glatt hundert Euro herausgekommen sind. Außerdem habe ich seit zwei Jahren den Tick, dass am Monatsende, nach allen Abzügen ein glatter Kontostand auf dem Kontoauszug sein muss. Idealerweise mit jeder Menge Nullen links und rechts vom Komma. Abgesehen von der ersten Zahl, versteht sich. Zu Ende Oktober schaffe ich es leider nicht ganz, die zweite Zahl wird keine Null sein, ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem ich aber leben kann. So hat jeder so seinen kleinen Tick. Heute Sonnenschein. Ich bleibe daheim!
P.S.
kleiner Trost für alle, bei denen das Komma zu weit links steht:

07. Oktober 2013

Alles existiert gleichzeitig. Vergangenheit, Gegenwart. Nur die Zukunft vermag ich nicht zu ermessen, im selben Atemzug zu nennen. Ich habe mich umgedreht, in die andere Richtung des Zeitstrahls geblickt, Zweitausendneun. Vier Jahre zurück. Vergangenheit im Kalender, aber gegenwärtig, wenn ich das wieder sehe. Manchmal bin ich erstaunt, was entstanden ist, durch meine Hand, unter der Tastatur, vor der Kamera. Als hätte ich nur gespielt. Selbst die Arbeit nach der Aufnahme war ein großes Spiel mit geheimnisvollen Bausteinen. Ich sehe Zauberkreis und erinnere mich. An mich. An uns. Projektionen. Visionen. Was ging. Und was bleibt. Die Bilder, sie halten etwas mir Wertvolles fest, in Ehren. Es ist keinerlei Verlegenheit, wenn ich das heute noch einmal zeige. Eher eine persönliche Freude, dass es Bestand hat, seinen Wert für mich behalten hat. Heute vielleicht sogar mehr, bewusster, als damals. Die Umstände waren nicht nur glücklich, wie man so sagt, aber ich fand immer großes Glück, Trost in Bildern. Zu jeder Zeit. Eigene lassen sich noch stärker als die von anderen mit eigenen Gefühlen verbinden. Verschmelzen. Im großen Kupferkessel. Dem Weltgeheimnis. Der Rose All. Der Nachtigall.
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03. 0ktober 2013


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
Filmstills. Standbilder. Licht, Schatten und Bewegung heißt das Buch, das ich gerade lese, von Volker Schlöndorff. Noch bin ich ganz am Anfang, aber schon so intensiv verstrickt und eingetaucht, es kommt mir vor, als wären auf den drei Dutzend Seiten schon ebensoviele Absätze gewesen, die ich am liebsten hier zitieren würde. Was ich nicht machen werde. Das ist ja nicht das Blog von Volker Schlöndorff. Was für ein Glück, dass ihm ein Regieauftrag 2007 abhanden kam und er plötzlich unerwartet Zeit hatte. Sogar ein Zimmer hat er angemietet, um seine Tagebücher und Reliquien auszubreiten und zu ordnen, um die Chronologie zu erfassen. Er hat eine schöne Art zu schreiben. Und schön, dass ich erst am Anfang bin, noch so viele Seiten vor mir liegen. Aber jetzt ins Bett.

03. 0ktober 2013


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
Filmstills. Standbilder. Licht, Schatten und Bewegung heißt das Buch, das ich gerade lese, von Volker Schlöndorff. Noch bin ich ganz am Anfang, aber schon so intensiv verstrickt und eingetaucht, es kommt mir vor, als wären auf den drei Dutzend Seiten schon ebensoviele Absätze gewesen, die ich am liebsten hier zitieren würde. Was ich nicht machen werde. Das ist ja nicht das Blog von Volker Schlöndorff. Was für ein Glück, dass ihm ein Regieauftrag 2007 abhanden kam und er plötzlich unerwartet Zeit hatte. Sogar ein Zimmer hat er angemietet, um seine Tagebücher und Reliquien auszubreiten und zu ordnen, um die Chronologie zu erfassen. Er hat eine schöne Art zu schreiben. Und schön, dass ich erst am Anfang bin, noch so viele Seiten vor mir liegen. Aber jetzt ins Bett.

03. Oktober 2013

Ihre bestellten Produkte nochmals zur Kontrolle:
7 x Weiss Zweigelt Alte Reben histafree Bio-Rotwein trocken 0,75 l 8,90 EUR = 62,30 EUR
3 x Bernthaler Grüner Veltliner trocken histaminfrei Bio 0,75 l
6,90 EUR = 20,70 EUR
2 x Bernthaler Sauvignon blanc histaminfrei bio 0,75 l
8,50 EUR = 17,00 EUR
Summe: 100,00 EUR
Ich liebe glatte Beträge! Habe ein bißchen mit der Anzahl pro Sorte jongliert, bis glatt hundert Euro herausgekommen sind. Außerdem habe ich seit zwei Jahren den Tick, dass am Monatsende, nach allen Abzügen ein glatter Kontostand auf dem Kontoauszug sein muss. Idealerweise mit jeder Menge Nullen links und rechts vom Komma. Abgesehen von der ersten Zahl, versteht sich. Zu Ende Oktober schaffe ich es leider nicht ganz, die zweite Zahl wird keine Null sein, ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem ich aber leben kann. So hat jeder so seinen kleinen Tick. Heute Sonnenschein. Ich bleibe daheim!
P.S.
kleiner Trost für alle, bei denen das Komma zu weit links steht:

28. September 2013

Heute: Besuch im Kaufhaus. Ich brauche: flauschige Socken, neue Wimperntusche und graubraunen Lidschatten und was aus der Kurzwarenabteilung. Die Sonne scheint in Berlin, also jetzt gerade mit kleiner Wolke drüber, aber insgesamt ganz schönes Wetter. Gerade meinem Vater zum Geburtstag gratuliert. Wir haben auch über Paul Kuhn gesprochen, seine Generation. Mein Vater ist ja auch Musiker, Saxophon und Klarinette sind seine Hauptinstrumente. Er hat in seinem Leben auch viel Swing gespielt, immer noch. Da Paulchen ja gerade von uns gegangen ist, hab ich nach seiner vergriffenen Autobiographie geguckt und nur noch ein einziges Exemplar bei Amazon gefunden. Das hat er gekriegt, und noch eine CD dazu. Das Buch war in einem selten abgegriffenen Zustand, ein ausrangiertes Exemplar aus einer öffentlichen Bibliothek in Freiburg, zu einem wahnwitzigen Preis. Ein vergilbtes Taschenbuch. Aber auf den Inhalt kommt es ja in diesem Fall vor allem an. Also, ich muss jetzt – nein – will jetzt los.

27. September 2013

Vielleicht doch ab und zu Notizen machen. Kleine Begebenheiten unterwegs, aber das meiste ist mir schon wieder entglitten. Fast jeden Tag gibt es eine Kleinigkeit, die meine Aufmerksamkeit einen Moment bannt und ich denke, das könnte man festhalten, dann arbeite ich und es ist wieder weg, aus den Augen, aus dem Sinn. Heute, die Kassiererin bei Aldi, die ich sowieso gerne mag, so eine Dunkelhaarige, ein bißchen solariumgebräunt eventuell, längere Haare, sehr hübsch, gut im Futter, lebensfroh. Am Nasenflügel gepierced glaube ich. Schöne weiße Zähne. Immer ein Lächeln, so als Grundstimmung im Gesicht, unangestrengt. Die Kassiererinnen müssen immer checken, dass alles aus dem Einkaufswagen gepackt wurde, meiner war ordentlich leer, ich hab ihr noch meine große schwarze Einkaufstasche, in der noch eine andere Tasche war, unter die Nase gehalten: „Hier, nur Taschen!“ Sie: „Oh! Die Tasche!!!“ Ich: „?“ Sie: „Na, die Tasche, die is ja…! Wo gibt’s denn so wat?“ Ich: „Europacenter! In allen Farben! Erdgeschoss, war ganz billig, aber alle denken immer wäre echtes Leder, 34 Euro! Und nicht mal im Angebot, total stabil, nehme ich supergerne zum Einkaufen!“ Sie: „Europacenter? Das ist doch am Zoo oder? Der Totenkopf, hey! Echt gut, kann man sich merken! Sieht hochwertig aus! Gut zu wissen!“ Ich: „Ja! Schönen Abend und schönes Wochende!“ Sie: Ebenso! Schönet Wochenende!“. Ende der Konversation. Ging ganz schnell. Der Betrieb wurde nicht aufgehalten. Aber das ist doch nett. Ich mag solche kleinen Unterhaltungen mit Kassiererinnen unheimlich gerne. Vorher auch schon, bei Edeka. Jetzt nicht wegen der Tasche, aber die eine Blonde freut sich immer, wenn ich einkaufen komme und fragt immer: „Und? Jeht et jut?“ Ich: „ja, ich bin gesund und munter, und Sie?“ „Ja, ick ooch!“. Oder neulich, na ja, jetzt nicht so lustig, aber halt erinnerbar, Heike Makatsch, in aller Herrgottsfrüh, mit Karacho auf dem Fahrrad, mit grauer Strickmütze, ungeschminkt, unverkennbar, hübsch wie immer, knallt fast gegen den einen Pfosten, so eine Säule in den Hackeschen Höfen, da Richtung Ausgang Rosenhöfe, wo dieses schicke Yogastudio oben ist, „Spirit Yoga“. Sie hat ein bißchen spät gebremst, und ist so leicht zurückgeprallt. Aber hatte keine Beule. Ich wollte sie dann auch nicht behelligen, hab nur kurz gecheckt, ob sie noch gerade läuft, sah danach aus. Bin dann weiter Richtung S-Bahn. Ich mag sie ja gerne, unbekannterweise. Wirklich superhübsch, so ganz ohne Schminke und Gedöns. Wie eine Studentin hat sie ausgesehen. Schade, dass mir jetzt die ganzen anderen kleinen Sachen nicht mehr einfallen. Doch, eine noch, auf demselben Weg, durch die Hackeschen Höfe, ist mir neulich ein Mann entgegengekommen, mit einem Hund an der Leine, ich glaube, die Sorte heißt Golden Retriever. Ganz hübsch, ein großes Modell, also schon ausgewachsen. Der Hund ist ganz artig neben dem Mann gelaufen, der sehr kultiviert gewirkt hat, eine feine Brille auf der Nase und lauter Lesestoff in der Hand. Ein aufgeklapptes Buch und darüber ein Terminkalender und da hat er reingeguckt. Ganz selbstverständlich hat er im Laufen gelesen, so wie jemand wo entlangläuft, wo man den Weg auswendig kennt, und der Hund offenbar auch. Alles ganz easy. Er war auch sehr elegant gekleidet. Das war irgendwie ein schöner Anblick der mir gut gefallen hat. So ein entspanntes Multitasking, im Gehen ein bißchen Lesen, total unhektisch. Ich habe das früher auch manchmal gemacht, wenn ich von A nach B gelaufen bin und mich ein Buch total gefesselt hat, im Laufen einfach weitergelesen. Mache ich jetzt aber nicht mehr. So brisant ist meine Lektüre nicht mehr, dass ich es kaum aushalten kann, wie es weitergeht. Gerade lese ich ein Buch in einem sperrigen Format, ich lese ja noch Papierbücher. Von Christine Kaufmann, Lampendings – nein nicht Lampenfieber – Scheinweltfieber. Schon interessant, was sie so beobachten konnte, in fast siebzig Lebensjahren, davon rund sechzig im Filmgeschäft, gerade auch die Zeit in Hollywood, als Frau von Tony Curtis. Das Buch fängt mit einem Schauspielerwitz an: „Trifft einer einen befreundeten Schauspieler und sagt: „Ich hab dich neulich in der Straßenbahn gesehen!“ Der Schauspieler: „Und, wie war ich?“ Na ja, so ein Schauspielerwitz halt. Ich hab ihn jetzt nicht aus dem Buch abgetippt, sondern wie ich ihn erinnere. Schon recht geistreich, was Frau Kaufmann so durch den Kopf geht. Ein analytischer, scharfsinniger Typ. Aber sperriges Format. Also nicht inhaltlich. Ich lege es immer aufgeklappt auf die Beine. Da ist die Entfernung auch gerade noch ausreichend. Noch kann ich ohne Brille lesen. vorausgesetzt, die Buchstaben sind weit genug weg, haha. Ja ja. Irgendwann sind die Arme nicht mehr lang genug. Auch so ein alter Witz. So, endlich mal wieder ein neuer Blogeintrag. Leider ja ohne Bild. Fällt mir gerade nicht ein, was ich dazu für ein Foto posten könnte. Muss auch mal ohne gehen.

28. September 2013

Heute: Besuch im Kaufhaus. Ich brauche: flauschige Socken, neue Wimperntusche und graubraunen Lidschatten und was aus der Kurzwarenabteilung. Die Sonne scheint in Berlin, also jetzt gerade mit kleiner Wolke drüber, aber insgesamt ganz schönes Wetter. Gerade meinem Vater zum Geburtstag gratuliert. Wir haben auch über Paul Kuhn gesprochen, seine Generation. Mein Vater ist ja auch Musiker, Saxophon und Klarinette sind seine Hauptinstrumente. Er hat in seinem Leben auch viel Swing gespielt, immer noch. Da Paulchen ja gerade von uns gegangen ist, hab ich nach seiner vergriffenen Autobiographie geguckt und nur noch ein einziges Exemplar bei Amazon gefunden. Das hat er gekriegt, und noch eine CD dazu. Das Buch war in einem selten abgegriffenen Zustand, ein ausrangiertes Exemplar aus einer öffentlichen Bibliothek in Freiburg, zu einem wahnwitzigen Preis. Ein vergilbtes Taschenbuch. Aber auf den Inhalt kommt es ja in diesem Fall vor allem an. Also, ich muss jetzt – nein – will jetzt los.

27. September 2013

Vielleicht doch ab und zu Notizen machen. Kleine Begebenheiten unterwegs, aber das meiste ist mir schon wieder entglitten. Fast jeden Tag gibt es eine Kleinigkeit, die meine Aufmerksamkeit einen Moment bannt und ich denke, das könnte man festhalten, dann arbeite ich und es ist wieder weg, aus den Augen, aus dem Sinn. Heute, die Kassiererin bei Aldi, die ich sowieso gerne mag, so eine Dunkelhaarige, ein bißchen solariumgebräunt eventuell, längere Haare, sehr hübsch, gut im Futter, lebensfroh. Am Nasenflügel gepierced glaube ich. Schöne weiße Zähne. Immer ein Lächeln, so als Grundstimmung im Gesicht, unangestrengt. Die Kassiererinnen müssen immer checken, dass alles aus dem Einkaufswagen gepackt wurde, meiner war ordentlich leer, ich hab ihr noch meine große schwarze Einkaufstasche, in der noch eine andere Tasche war, unter die Nase gehalten: „Hier, nur Taschen!“ Sie: „Oh! Die Tasche!!!“ Ich: „?“ Sie: „Na, die Tasche, die is ja…! Wo gibt’s denn so wat?“ Ich: „Europacenter! In allen Farben! Erdgeschoss, war ganz billig, aber alle denken immer wäre echtes Leder, 34 Euro! Und nicht mal im Angebot, total stabil, nehme ich supergerne zum Einkaufen!“ Sie: „Europacenter? Das ist doch am Zoo oder? Der Totenkopf, hey! Echt gut, kann man sich merken! Sieht hochwertig aus! Gut zu wissen!“ Ich: „Ja! Schönen Abend und schönes Wochende!“ Sie: Ebenso! Schönet Wochenende!“. Ende der Konversation. Ging ganz schnell. Der Betrieb wurde nicht aufgehalten. Aber das ist doch nett. Ich mag solche kleinen Unterhaltungen mit Kassiererinnen unheimlich gerne. Vorher auch schon, bei Edeka. Jetzt nicht wegen der Tasche, aber die eine Blonde freut sich immer, wenn ich einkaufen komme und fragt immer: „Und? Jeht et jut?“ Ich: „ja, ich bin gesund und munter, und Sie?“ „Ja, ick ooch!“. Oder neulich, na ja, jetzt nicht so lustig, aber halt erinnerbar, Heike Makatsch, in aller Herrgottsfrüh, mit Karacho auf dem Fahrrad, mit grauer Strickmütze, ungeschminkt, unverkennbar, hübsch wie immer, knallt fast gegen den einen Pfosten, so eine Säule in den Hackeschen Höfen, da Richtung Ausgang Rosenhöfe, wo dieses schicke Yogastudio oben ist, „Spirit Yoga“. Sie hat ein bißchen spät gebremst, und ist so leicht zurückgeprallt. Aber hatte keine Beule. Ich wollte sie dann auch nicht behelligen, hab nur kurz gecheckt, ob sie noch gerade läuft, sah danach aus. Bin dann weiter Richtung S-Bahn. Ich mag sie ja gerne, unbekannterweise. Wirklich superhübsch, so ganz ohne Schminke und Gedöns. Wie eine Studentin hat sie ausgesehen. Schade, dass mir jetzt die ganzen anderen kleinen Sachen nicht mehr einfallen. Doch, eine noch, auf demselben Weg, durch die Hackeschen Höfe, ist mir neulich ein Mann entgegengekommen, mit einem Hund an der Leine, ich glaube, die Sorte heißt Golden Retriever. Ganz hübsch, ein großes Modell, also schon ausgewachsen. Der Hund ist ganz artig neben dem Mann gelaufen, der sehr kultiviert gewirkt hat, eine feine Brille auf der Nase und lauter Lesestoff in der Hand. Ein aufgeklapptes Buch und darüber ein Terminkalender und da hat er reingeguckt. Ganz selbstverständlich hat er im Laufen gelesen, so wie jemand wo entlangläuft, wo man den Weg auswendig kennt, und der Hund offenbar auch. Alles ganz easy. Er war auch sehr elegant gekleidet. Das war irgendwie ein schöner Anblick der mir gut gefallen hat. So ein entspanntes Multitasking, im Gehen ein bißchen Lesen, total unhektisch. Ich habe das früher auch manchmal gemacht, wenn ich von A nach B gelaufen bin und mich ein Buch total gefesselt hat, im Laufen einfach weitergelesen. Mache ich jetzt aber nicht mehr. So brisant ist meine Lektüre nicht mehr, dass ich es kaum aushalten kann, wie es weitergeht. Gerade lese ich ein Buch in einem sperrigen Format, ich lese ja noch Papierbücher. Von Christine Kaufmann, Lampendings – nein nicht Lampenfieber – Scheinweltfieber. Schon interessant, was sie so beobachten konnte, in fast siebzig Lebensjahren, davon rund sechzig im Filmgeschäft, gerade auch die Zeit in Hollywood, als Frau von Tony Curtis. Das Buch fängt mit einem Schauspielerwitz an: „Trifft einer einen befreundeten Schauspieler und sagt: „Ich hab dich neulich in der Straßenbahn gesehen!“ Der Schauspieler: „Und, wie war ich?“ Na ja, so ein Schauspielerwitz halt. Ich hab ihn jetzt nicht aus dem Buch abgetippt, sondern wie ich ihn erinnere. Schon recht geistreich, was Frau Kaufmann so durch den Kopf geht. Ein analytischer, scharfsinniger Typ. Aber sperriges Format. Also nicht inhaltlich. Ich lege es immer aufgeklappt auf die Beine. Da ist die Entfernung auch gerade noch ausreichend. Noch kann ich ohne Brille lesen. vorausgesetzt, die Buchstaben sind weit genug weg, haha. Ja ja. Irgendwann sind die Arme nicht mehr lang genug. Auch so ein alter Witz. So, endlich mal wieder ein neuer Blogeintrag. Leider ja ohne Bild. Fällt mir gerade nicht ein, was ich dazu für ein Foto posten könnte. Muss auch mal ohne gehen.

23. September 2013

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77569670&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
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Sich Gedanken über die Zurechnungsfähigkeit von Zeitgenossen zu machen und andererseits Material zu verarbeiten, das geeignet ist, bei anderen Gedanken über die eigene Zurechnungsfähigkeit zu verursachen, ist freilich ein etwas zwiespältiges Unterfangen. Ich kann das nur mit meinem Vornamen rechtfertigen. Genie und Wahnsinn sollen ja nah beieinander liegen, heißt es mitunter. Das mit dem Genie sei an dieser Stelle zu vernachlässigen. Es ist wie es ist. Eigenbrötler hat man früher auch gesagt. Heute mitunter auch noch. Andererseits, hielte man im vergleichbaren Zustand bei anderen die Kamera drauf, wäre das Ergebnis wohl kaum kontrollierter. Ich habe immerhin nur Dinge gesagt, die ich auch bei Tageslicht nicht widerlegen kann. Jetzt blogge ich das derart spät, dass ich davon ausgehen muss, dass es (wenn überhaupt) an einem Montag Morgen oder Vormittag gesehen wird. Dabei gehört diese Aufnahme in die Abendstunden. Oder in die Nacht. Wenn man selber ein bißchen trunken ist, und bereit, alles mögliche nachzusehen. Zu verzeihen. Zwei Uhr fünf, sagt die Uhr rechts unten auf dem Monitor. Immerhin nicht gelogen. Nicht die Uhrzeit, und nicht, was ich von mir gebe. Den Grimmepreis wird es nicht dafür geben, aber das ist heutzutage auch kein Kriterium mehr. War nicht unlängst das Dschungelcamp dafür nominiert? Oder verwechsle ich da etwas? In meinem eigenbrötlerischen Universum bekomme ich eine ganze Menge nicht mit. Und dann wieder doch. Und denke: nichts verpasst. NIcht viel. Aus irgendeinem Grund hatte ich gestern – was selten geschieht – Lust, den Fernseher anzumachen, auf gut Glück. Vox war voreingestellt, also der Sender, der kam, beim Anschalten. Und es lief gerade eine aufwändige Dokumentation über das Leben von Udo Lindenberg. Ich blieb dran. Das war sehr sehenswert. Vier Stunden. Ist sicher auch wieder in der Mediathek, wenigstens für eine Woche umsonst. Hat mir gefallen, weil Udo für mich, wie wahrscheinllich überhaupt für meine Generation, eine Lichtgestalt ist. Auch wenn man nicht zu seinen Konzerten gepilgert ist. Ich habe sogar ein paar CDs von ihm. Und Cello und das Mädchen aus Ostberlin sind nun wirklich zum Weinen schön. Und sein Panikorchester hat einen großartigen Sound, das ist mir gestern so richtig aufgefallen, als man sie bei Proben für die letzte Tournee hörte, diese alten Haudegen. Und die Wegbegleiter zu hören und zu sehen war auch schön. Inga Rumpf, die ich so mag. Als ich Inga sah, überlegte ich, ob ich mir früher als angedacht, die Haare wieder färben soll. Aber dann hänge ich plötzlich wieder so an meiner noch vorhandenen Haarfarbe und will sie sehen, so lange es noch geht. Ja, ja, Gedanken, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, keine grauen Haare zu haben. Ich habe ja gar nicht so viele, aber eben doch. Na ja. Mit dem Buch von Rolf Eden bin ich zu Ende. Immer nur Glück gehabt heißt es. Ich habe mich blendend unterhalten gefühlt. Es ist ein Stück Berliner Geschichte. Und wenn man Berlin liebt, so wie ich, und sich zumindest noch dunkel an das Big Eden der Achtziger erinnern kann, ist es spannend, die ganze Geschichte davor zu kennen. Er hat das Berliner Nachtleben seit Anfang der Sechziger Jahre geprägt wie kein anderer. Eine historische Figur. Aber das will man gar nicht erklären, das versteht sich eigentlich von selbst. Wählen war ich heute auch. Aber das Ergebnis beschäftigt mich ehrlich gesagt nicht dramatisch, das wäre gelogen. Ich bin auch nicht überrascht. Ist wohl keiner. Ich habe ja noch nie, auch heute nicht CDU gewählt, aber wenn die Sozialdemokraten – die ich auch noch nie gewählt habe – einen tolerierbaren, attraktiven Spitzenkandidaten gehabt hätten, wäre es vielleicht ein paar Sekunden Schwanken in der Kabine wert gewesen. Eigentlich furchtbar, dass man seine Positionen in einem Wahlprogramm findet, eine Reihe zumindest, und derart von dem Spitzenkandidaten abgestoßen ist, dass man noch lieber die Gegenpartei wählen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie zuwider mir dieser Kandidat war. So habe ich in meiner Tradition konservativ gewählt. Schadet zumindest nicht. Und der Kandidat für Mitte, dem ich die Erststimme gab, ist in der Türkei geboren. Ich habe schon so eine integrative Ader. Und ich muss nicht mit meinem Gewissen hadern. Nicht deswegen, und auch nicht seiner Schwerpunkte wegen. Jetzt habe ich wieder mehr ausgeplaudert, als beabsichtigt. Sehr späte Schlafenszeit heute. Morgen muss ich auch aufstehen, aber nicht so früh, wie neulich, wo ich so überrascht war, wie voll die S-Bahn schon vor sechs Uhr Morgens ist. Gute Nacht muss ich wohl gar nicht schreiben. Wer das liest, hat vielleicht seinen Morgenkaffee vor sich. Hoffentlich einen guten. Ich mache jetzt immer eine kleine Prise Salz hinein, bevor ich das Wasser aufgieße. Wundersam für das Aroma. Aber nicht zuviel!

23. September 2013

Bundestagswahl hin oder her – wenn ich mir die Wahlergebnisse von MItte und zum Beispiel Friedrichshain-Kreuzberg Prenzlauer Berg Ost anschaue, dann ist das insgesamt schon eine sehr okaye Nachbarschaft, in der ich wohne, ja ich möchte sagen: lebe. Mir tun ja eher die Deutschen leid, wo das bundesdeutsche Gesamtergebnis repräsentativ für ihren eigenen Wahlkreis ist. Das stelle ich mir doch etwas weniger angenehm vor. Man sollte niemals die Auswirkung auf die Lebensqualität der Mentalität, der Toleranz und Progressivität der unmittelbaren Mitbewohner, also der Nachbarschaft des Lebensmittelpunktes unterschätzen. Die extremen Unterschiede nach Bezirken spiegeln natürlich absolut die dominante Atmosphäre in den Bezirken. Eine einfache Erkenntnis, aber trotzdem bedenkenswert, wenn man vielleicht irgendwie das Gefühl hat, nicht ganz am rechten Ort zu sein, in seinem Leben. Als ich vor siebenundzwanzig Jahren aus einer nordbayrischen Stadt, die nicht einmal von der CSU dominiert wurde, hierher kam, fiel mir besonders extrem auf, dass mir die konservativsten Berliner CDU-Anhänger liberaler, toleranter und progressiver erschienen, als der durchschnittliche Linksliberale aus Bayern. Man kann es wirklich nicht schönreden. Es hat wahrscheinlich auch etwas mit Tempo und Bevölkerungsdichte zu tun. In Berlin gab es 1986 einen S-Bahn-Abfertiger in Uniform mit grünem Irokesen. Der Iro war größer als der von Sascha Lobo. Mein Herz hat jedesmal einen Luftsprung gemacht, wenn ich ihn in seinem Glashäuschen gesehen habe. Weil ich wusste, ich bin am freiesten Ort der Welt. Ach, und Romy hat heute Geburtstag. Fünfundsiebzig ist sie geworden. Sie hat irgendwann mal gesagt, vielleicht auch öfter, die glücklichste Zeit ihres Lebens hätte sie in Berlin verbracht. Sie hatte später, als sie in Paris lebte, immer noch intensiven Kontakt nach Berlin, weil ihre beste Freundin hier lebte. Und Bruno Ganz, mit dem sie eine Liebesgeschichte hatte. So komme ich vom Wahlergebnis auf Romy. Ist auch angemessen.

23. September 2013

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Sich Gedanken über die Zurechnungsfähigkeit von Zeitgenossen zu machen und andererseits Material zu verarbeiten, das geeignet ist, bei anderen Gedanken über die eigene Zurechnungsfähigkeit zu verursachen, ist freilich ein etwas zwiespältiges Unterfangen. Ich kann das nur mit meinem Vornamen rechtfertigen. Genie und Wahnsinn sollen ja nah beieinander liegen, heißt es mitunter. Das mit dem Genie sei an dieser Stelle zu vernachlässigen. Es ist wie es ist. Eigenbrötler hat man früher auch gesagt. Heute mitunter auch noch. Andererseits, hielte man im vergleichbaren Zustand bei anderen die Kamera drauf, wäre das Ergebnis wohl kaum kontrollierter. Ich habe immerhin nur Dinge gesagt, die ich auch bei Tageslicht nicht widerlegen kann. Jetzt blogge ich das derart spät, dass ich davon ausgehen muss, dass es (wenn überhaupt) an einem Montag Morgen oder Vormittag gesehen wird. Dabei gehört diese Aufnahme in die Abendstunden. Oder in die Nacht. Wenn man selber ein bißchen trunken ist, und bereit, alles mögliche nachzusehen. Zu verzeihen. Zwei Uhr fünf, sagt die Uhr rechts unten auf dem Monitor. Immerhin nicht gelogen. Nicht die Uhrzeit, und nicht, was ich von mir gebe. Den Grimmepreis wird es nicht dafür geben, aber das ist heutzutage auch kein Kriterium mehr. War nicht unlängst das Dschungelcamp dafür nominiert? Oder verwechsle ich da etwas? In meinem eigenbrötlerischen Universum bekomme ich eine ganze Menge nicht mit. Und dann wieder doch. Und denke: nichts verpasst. NIcht viel. Aus irgendeinem Grund hatte ich gestern – was selten geschieht – Lust, den Fernseher anzumachen, auf gut Glück. Vox war voreingestellt, also der Sender, der kam, beim Anschalten. Und es lief gerade eine aufwändige Dokumentation über das Leben von Udo Lindenberg. Ich blieb dran. Das war sehr sehenswert. Vier Stunden. Ist sicher auch wieder in der Mediathek, wenigstens für eine Woche umsonst. Hat mir gefallen, weil Udo für mich, wie wahrscheinllich überhaupt für meine Generation, eine Lichtgestalt ist. Auch wenn man nicht zu seinen Konzerten gepilgert ist. Ich habe sogar ein paar CDs von ihm. Und Cello und das Mädchen aus Ostberlin sind nun wirklich zum Weinen schön. Und sein Panikorchester hat einen großartigen Sound, das ist mir gestern so richtig aufgefallen, als man sie bei Proben für die letzte Tournee hörte, diese alten Haudegen. Und die Wegbegleiter zu hören und zu sehen war auch schön. Inga Rumpf, die ich so mag. Als ich Inga sah, überlegte ich, ob ich mir früher als angedacht, die Haare wieder färben soll. Aber dann hänge ich plötzlich wieder so an meiner noch vorhandenen Haarfarbe und will sie sehen, so lange es noch geht. Ja, ja, Gedanken, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, keine grauen Haare zu haben. Ich habe ja gar nicht so viele, aber eben doch. Na ja. Mit dem Buch von Rolf Eden bin ich zu Ende. Immer nur Glück gehabt heißt es. Ich habe mich blendend unterhalten gefühlt. Es ist ein Stück Berliner Geschichte. Und wenn man Berlin liebt, so wie ich, und sich zumindest noch dunkel an das Big Eden der Achtziger erinnern kann, ist es spannend, die ganze Geschichte davor zu kennen. Er hat das Berliner Nachtleben seit Anfang der Sechziger Jahre geprägt wie kein anderer. Eine historische Figur. Aber das will man gar nicht erklären, das versteht sich eigentlich von selbst. Wählen war ich heute auch. Aber das Ergebnis beschäftigt mich ehrlich gesagt nicht dramatisch, das wäre gelogen. Ich bin auch nicht überrascht. Ist wohl keiner. Ich habe ja noch nie, auch heute nicht CDU gewählt, aber wenn die Sozialdemokraten – die ich auch noch nie gewählt habe – einen tolerierbaren, attraktiven Spitzenkandidaten gehabt hätten, wäre es vielleicht ein paar Sekunden Schwanken in der Kabine wert gewesen. Eigentlich furchtbar, dass man seine Positionen in einem Wahlprogramm findet, eine Reihe zumindest, und derart von dem Spitzenkandidaten abgestoßen ist, dass man noch lieber die Gegenpartei wählen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie zuwider mir dieser Kandidat war. So habe ich in meiner Tradition konservativ gewählt. Schadet zumindest nicht. Und der Kandidat für Mitte, dem ich die Erststimme gab, ist in der Türkei geboren. Ich habe schon so eine integrative Ader. Und ich muss nicht mit meinem Gewissen hadern. Nicht deswegen, und auch nicht seiner Schwerpunkte wegen. Jetzt habe ich wieder mehr ausgeplaudert, als beabsichtigt. Sehr späte Schlafenszeit heute. Morgen muss ich auch aufstehen, aber nicht so früh, wie neulich, wo ich so überrascht war, wie voll die S-Bahn schon vor sechs Uhr Morgens ist. Gute Nacht muss ich wohl gar nicht schreiben. Wer das liest, hat vielleicht seinen Morgenkaffee vor sich. Hoffentlich einen guten. Ich mache jetzt immer eine kleine Prise Salz hinein, bevor ich das Wasser aufgieße. Wundersam für das Aroma. Aber nicht zuviel!

21. September 2013


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Der Titel ist vielleicht schwer verständlich. Nicht nur wegen der Abkürzung „baw“. Das ist für berlin art week. Und wo ist die berlin art week zu sehen, in der Fotostrecke? Äh. In meinen leuchtenden Augen, bevor ich hin bin. Nun hatte ich die Kamera dabei, es wollte sich mir aber kein Motiv aufdrängen. Es war ja auch nur die Eröffnung in der Auguststraße, mit Klaus Wowereit, den ich aber auch nicht fotografieren wollte. Man weiß ja, wie er ausschaut. Okay, man weiß auch langsam, wie ich ausschaue, aber ich stehe mir einfach näher, als unser Bürgermeister. Ich finde, das ist als Erklärung ausreichend. Auch war es draußen schon recht dunkel, und in den hellen Galerien, war es mir wieder zu hell. Man muss mit achtundvierzig auch einfach noch mehr auf die Lichtverhältnisse achten, bevor fotografiert wird. Profis wissen das! Ich will ja hier keine knallharte Reportage-Fotografie betreiben. Das ist jetzt aber genug Erklärung. Ich war auch nur ungefähr fünfzehn Minuten dort. Dann hatte ich einen umfassenden Eindruck und konnte es mir wieder gemütlich machen, am heimischen Küchentisch. War dann noch ein lustiger Abend mit mir selber. Mit Kamera. Demnächst in diesem Theater. Ich erzähle da u. a. auch, was Rolf Eden und ich gemeinsam haben. Also kein gemeinsames Kind, aber so ähnlich.

21. September 2013


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Der Titel ist vielleicht schwer verständlich. Nicht nur wegen der Abkürzung „baw“. Das ist für berlin art week. Und wo ist die berlin art week zu sehen, in der Fotostrecke? Äh. In meinen leuchtenden Augen, bevor ich hin bin. Nun hatte ich die Kamera dabei, es wollte sich mir aber kein Motiv aufdrängen. Es war ja auch nur die Eröffnung in der Auguststraße, mit Klaus Wowereit, den ich aber auch nicht fotografieren wollte. Man weiß ja, wie er ausschaut. Okay, man weiß auch langsam, wie ich ausschaue, aber ich stehe mir einfach näher, als unser Bürgermeister. Ich finde, das ist als Erklärung ausreichend. Auch war es draußen schon recht dunkel, und in den hellen Galerien, war es mir wieder zu hell. Man muss mit achtundvierzig auch einfach noch mehr auf die Lichtverhältnisse achten, bevor fotografiert wird. Profis wissen das! Ich will ja hier keine knallharte Reportage-Fotografie betreiben. Das ist jetzt aber genug Erklärung. Ich war auch nur ungefähr fünfzehn Minuten dort. Dann hatte ich einen umfassenden Eindruck und konnte es mir wieder gemütlich machen, am heimischen Küchentisch. War dann noch ein lustiger Abend mit mir selber. Mit Kamera. Demnächst in diesem Theater. Ich erzähle da u. a. auch, was Rolf Eden und ich gemeinsam haben. Also kein gemeinsames Kind, aber so ähnlich.

18. September 2013

Gaga müde. Gaga müde gut! Gaga gut! Gestern Quatsch gemacht. Quatsch aufgenommen und Obstler getrunken. Trau mich nicht ganz, das herzuzeigen. Der Leser soll nicht denken, dass ich Gewohnheitstrinkerin bin, es sieht nämlich schon irgendwie sehr routiniert aus, und das, obwohl ich nicht mehr ganz hundertprozentig nüchtern gewesen zu sein scheine, auf der Aufnahme, obwohl ich mich noch ziemlich nüchtern gefühlt habe. Aber die Bilder sprechen eine andere Sprache. Wenn ich es nicht besser wüsste, und ich nicht ich wäre, würde ich denken, die Frau in dem Film hat eine Schraube locker, wie man früher gerne gesagt hat. Dabei habe ich nur kurz rapportiert, wie kurz ich bei der gestrigen Eröffnung der Berlin Art Week war, weil das bei mir nebenan war und ich dachte, Schande, wenn man nicht wenigstens mal einen kleinen Verdauungsspaziergang macht, die paar Meter nach nebenan, und wo doch Wowi auch da ist und dann kann man wieder sagen, ja! Ich war auch da! Mir könnt ihr nichts erzählen. Na ja. Und so weiter und so fort. Das Licht in der Küche war aber auch irgendwie so, dass ich aussehe wie eine Trinkerin. Die Haare auch so leicht fettig in der Stirn. Dann wieder geht es eigentlich. Ich weiß noch nicht, was ich damit mache. Aber jetzt erst mal schlafen gehen. Wenn ich weiter tippe, werde ich wieder wach, zu wach! Ich muss nochmal in den komischen Früh-Aufsteh-Rhythmus von Ende letzter Woche kommen, weil Freitag nochmal früh aufstehen, also morgen nicht, aber ich sorge schon mal vor. Proaktiv heißt das Wort, das in meinen Ohren immer klingt wie ein Joghurt zur Verdauungsförderung. Ich trinke aber noch mein Glas Wein aus. Eigentlich stimmt es ja. Ich bin schon wieder zur Gewohnheitstrinkerin geworden. Aber gerne! Es schmeckt mir einfach! Schlimm war das ja schon irgendwie, als ich eineinhalb Jahre immer nur Tee und Wasser am Abend getrunken habe. Alleine wenn ich den Satz lese, wird mir vor Langweiligkeit ganz anders. Das soll ich gewesen sein? Und ich habe es nicht mal superschlimm gefunden. Verrückt. Total verrückt. Aber ich habe dieses Alkoholproblem ja zum Glück überwunden. Diese Berührungsängste. Ganz schlimme Sache. Nun bin ich wieder gesellschaftsfähig und bereit, es unter Beweis zu stellen! Aber heute nicht mehr. Bloggen ist ja auch das Bestreben, nicht ins soziale Abseits zu geraten. Schließlich könnte ich das alles auch in eine Papierkladde kritzeln, so wie früher, als wir noch kein Internet hatten. Ich kann mir das gar nicht mehr vorstellen. Wir wussten es ja nicht besser, deswegen haben wir nicht rund um die Uhr vor Entzugserscheinungen gewinselt. Was hat man noch gemacht? Schallplatten gehört. Die musste ja auch immer abgestaubt und vorsichtig umgedreht werden. Kassetten mitgeschnitten. Getrunken. Ja, getrunken hat man früher auch schon! Getrunken wurde immer. Und andere Sachen. Ich ja heute nicht mehr. Also andere Sachen. Früher habe ich auch Tip gelesen. Den Veranstaltungskalender. Schon seit Jahren nicht mehr. Ich bin dann auch zu Veranstaltungen gegangen, die im Tip gestanden habe. Das hat man wirklich gemacht. Nicht nur immer zu Sachen, wo man über einen E-Mail-Verteiler eine Einladung gekriegt hat und sonst gar nicht mehr wüsste, was los ist. Dabei gibt es tip und zitty immer noch. Ich hab früher öfter den tip gekauft und gelesen. Zitty auch manchmal, aber nicht so oft. Im tip war immer so eine Szene-Klatschspalte, das war in den achtziger Jahren hochinteressant für mich, da ich ja im Thema stehen wollte und man die beklatschten Leute auch öfter getroffen hat. Jetzt wird der Eintrag aber entschieden zu lang. Mir tut ja schon das Hangelenk weh, vom vielen Tippen. Also Schluss jetzt. Auch wenn das jetzt ein blödes und etwas abruptes Ende von diesem schönen Blogeintrag ist. Jetzt wird geschlafen!

15. September 2013

BERLINER FRÜCHTCHEN

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984










Lobet und preiset die Schöpfung! MIr wäre ja lieber, wenn alles Mögliche geschlechtsneutral bezeichnet wäre, außer Männer und Frauen natürlich. Lobet und preiset das Schöpfung! Was mir auch gar nicht nachvollziehbar ist, woher bei einigen Damen der Drang kommt, aus „der Gott“ „die Göttin“ zu machen, anstatt „das Gott“. Dinge, die mir für immer ein Rätsel bleiben werden. Oder von wegen „la luna“ etc., muss in bestimmten Kreisen „die Mondin“ statt „der Mond“ verehrt werden. Ich hingegen sage aus Faulheit wie hierzulande Tradition „der Mond“, gefühlt ist der Ball da oben aber „das Mond“. Gefühltes Wissen! Ich könnte immer so weiter machen. Überhaupt interessant zu überlegen, wieviele Sprachen es geben mag, wo auf Geschlechtszuordnungen komplett verzichtet wird, außer eben bei Mann und Frau. Muss man sich das Leben unnötig schwer machen? Überhaupt Artikel. Wer hat Artikel erfunden. Macht das unsere Sprache nicht unnötig kompliziert und erschwert das Erlernen für den Ausländer und die Äusländerin? Auf jeden Fall: vielen Dank nochmal Schöpfung für die schöne Ernte. Ist zwar nicht aus meinem Garten, aber ich bin trotzdem total dankbar dafür. Viele von den Bildern gibt es auch in bunt, das sehen aber nur die, die tapfer durchhalten beim Angucken, oder hier gucken. Eigentlich wollte ich ein tolles Erntedank-Gedicht hier pasten und posten, aber ich hab keines gefunden, das mir insgesamt gefallen hätte. In einem war von einem Pflaumenregen die Rede, was schon mal sehr schön war, aber der Rest über der Zeile und darunter war dann wieder nicht so meins. Auch findet man bei Gedichtesuchen zum Herbst recht weinerliche Werke, die mir insgesamt zu nebelschwer und freudlos daherkommen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Empfinden. Der Herbst ist eine freudvolle, sonnige Jahreszeit, in der man sich reich beschenkt fühlen darf und jeden Sonnenstrahl mit Dankbarkeit begrüßt. Wie die Pflaumen. Und die Zucchini. Und die Peperoni. Und überhaupt.

15. September 2013

BERLINER FRÜCHTCHEN

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984










Lobet und preiset die Schöpfung! MIr wäre ja lieber, wenn alles Mögliche geschlechtsneutral bezeichnet wäre, außer Männer und Frauen natürlich. Lobet und preiset das Schöpfung! Was mir auch gar nicht nachvollziehbar ist, woher bei einigen Damen der Drang kommt, aus „der Gott“ „die Göttin“ zu machen, anstatt „das Gott“. Dinge, die mir für immer ein Rätsel bleiben werden. Oder von wegen „la luna“ etc., muss in bestimmten Kreisen „die Mondin“ statt „der Mond“ verehrt werden. Ich hingegen sage aus Faulheit wie hierzulande Tradition „der Mond“, gefühlt ist der Ball da oben aber „das Mond“. Gefühltes Wissen! Ich könnte immer so weiter machen. Überhaupt interessant zu überlegen, wieviele Sprachen es geben mag, wo auf Geschlechtszuordnungen komplett verzichtet wird, außer eben bei Mann und Frau. Muss man sich das Leben unnötig schwer machen? Überhaupt Artikel. Wer hat Artikel erfunden. Macht das unsere Sprache nicht unnötig kompliziert und erschwert das Erlernen für den Ausländer und die Äusländerin? Auf jeden Fall: vielen Dank nochmal Schöpfung für die schöne Ernte. Ist zwar nicht aus meinem Garten, aber ich bin trotzdem total dankbar dafür. Viele von den Bildern gibt es auch in bunt, das sehen aber nur die, die tapfer durchhalten beim Angucken, oder hier gucken. Eigentlich wollte ich ein tolles Erntedank-Gedicht hier pasten und posten, aber ich hab keines gefunden, das mir insgesamt gefallen hätte. In einem war von einem Pflaumenregen die Rede, was schon mal sehr schön war, aber der Rest über der Zeile und darunter war dann wieder nicht so meins. Auch findet man bei Gedichtesuchen zum Herbst recht weinerliche Werke, die mir insgesamt zu nebelschwer und freudlos daherkommen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Empfinden. Der Herbst ist eine freudvolle, sonnige Jahreszeit, in der man sich reich beschenkt fühlen darf und jeden Sonnenstrahl mit Dankbarkeit begrüßt. Wie die Pflaumen. Und die Zucchini. Und die Peperoni. Und überhaupt.

13. September 2013

Gerade ungefähr ein Pfund (oder zwei?) frisch geerntete Berliner Pflaumen im Stehen in der Küche gegessen. Die Kerne in eine Plastiktüte gespuckt und ein paar in die Erde gesteckt und den Rest übers Dach mit der Blumengießkanne in die Rinne gespült. Ich weiß, wo die landen, die Kerne. Mitten in Mitte! Mal sehen, ob es im nächsten Frühling Pflaumenbäumchen gibt. Ich hab noch mehr. Ein gutes Kilo bestimmt. Kleine, knackige, reife Früchtchen. Und wie mir scheint, sehr verträglich. Gab es umsonst auf einem Gabentisch. Die Stifterin hat noch mehr tolle Sachen in ihrem Garten, unter anderem hab ich gestern eine riesige Zucchini abgestaubt, schon die vierte in diesem Sommer. Ja, es ist noch Sommer. Im Kalender auch. Ein bißchen herbstlicher Sommer, okay. Aber das ist auch völlig in Ordnung und wunderbar. Auch habe ich aus dem Garten Peperoni präsentiert bekommen. Ich habe die grünen gewählt. Total unterschiedlich scharf. Interessant. Man weiß vorher gar nicht, wie scharf die kleinen Dinger sind. Immer für eine Überraschung gut. Von der Riesen-Zucchini mache ich auch gerne so schnitzelmäßige, dicke Scheiben, schön in Butter gedünstet, bis jede Seite schön leicht angebräunt ist. Und ein bißchen Knoblauch. Und frischer Pfeffer und Salz. Und dies und das. Solche Früchte zu kriegen ist echter Luxus! Jedes Sterne-Restaurant würde sich um meine kleine Ernte auf dem Küchentisch reißen. Das ist ja wohl klar. Die Gartenbesitzerin und ihr Mann haben ein echtes Händchen für Super-Ernte, obwohl sie die gar nicht brauchen. Sie jammern fast schon über die vielen Früchte. Bald gibt es wieder fette Kürbisse! Ich rechne fest damit. Ich habe der guten Frau schon vorgeschlagen, sie könnte sich mit ihrer Ernte auf den Hackeschen Markt stellen und für gutes Geld verkaufen. Alles Bio. Aber keine Böcke. Zu faul! Sie liegt lieber im Garten und ruht sich aus. Ich glaube der Mann (schon auf Rente) macht den größten Teil der Gartenarbeit. Ist er beschäftigt. Und er liefert auch immer die ganzen Sachen an. Super Service. Wenn man nicht genug davon nimmt, wird geschimpft. Vorgestern wurde wie folgt gedroht: „ich bringe morgen einen großen Eimer Pflaumen mit! Da muss sich jeder nehmen! Und wenn der am Abend nicht leer ist, binge ich am Freitag gleich noch einen!“ Strenges Regiment. Die Berliner können auch unwahrscheinlich aggressiv werden! Ich bin dann lieber folgsam. Will es mir nicht verscherzen.

13. September 2013

Gerade ungefähr ein Pfund (oder zwei?) frisch geerntete Berliner Pflaumen im Stehen in der Küche gegessen. Die Kerne in eine Plastiktüte gespuckt und ein paar in die Erde gesteckt und den Rest übers Dach mit der Blumengießkanne in die Rinne gespült. Ich weiß, wo die landen, die Kerne. Mitten in Mitte! Mal sehen, ob es im nächsten Frühling Pflaumenbäumchen gibt. Ich hab noch mehr. Ein gutes Kilo bestimmt. Kleine, knackige, reife Früchtchen. Und wie mir scheint, sehr verträglich. Gab es umsonst auf einem Gabentisch. Die Stifterin hat noch mehr tolle Sachen in ihrem Garten, unter anderem hab ich gestern eine riesige Zucchini abgestaubt, schon die vierte in diesem Sommer. Ja, es ist noch Sommer. Im Kalender auch. Ein bißchen herbstlicher Sommer, okay. Aber das ist auch völlig in Ordnung und wunderbar. Auch habe ich aus dem Garten Peperoni präsentiert bekommen. Ich habe die grünen gewählt. Total unterschiedlich scharf. Interessant. Man weiß vorher gar nicht, wie scharf die kleinen Dinger sind. Immer für eine Überraschung gut. Von der Riesen-Zucchini mache ich auch gerne so schnitzelmäßige, dicke Scheiben, schön in Butter gedünstet, bis jede Seite schön leicht angebräunt ist. Und ein bißchen Knoblauch. Und frischer Pfeffer und Salz. Und dies und das. Solche Früchte zu kriegen ist echter Luxus! Jedes Sterne-Restaurant würde sich um meine kleine Ernte auf dem Küchentisch reißen. Das ist ja wohl klar. Die Gartenbesitzerin und ihr Mann haben ein echtes Händchen für Super-Ernte, obwohl sie die gar nicht brauchen. Sie jammern fast schon über die vielen Früchte. Bald gibt es wieder fette Kürbisse! Ich rechne fest damit. Ich habe der guten Frau schon vorgeschlagen, sie könnte sich mit ihrer Ernte auf den Hackeschen Markt stellen und für gutes Geld verkaufen. Alles Bio. Aber keine Böcke. Zu faul! Sie liegt lieber im Garten und ruht sich aus. Ich glaube der Mann (schon auf Rente) macht den größten Teil der Gartenarbeit. Ist er beschäftigt. Und er liefert auch immer die ganzen Sachen an. Super Service. Wenn man nicht genug davon nimmt, wird geschimpft. Vorgestern wurde wie folgt gedroht: „ich bringe morgen einen großen Eimer Pflaumen mit! Da muss sich jeder nehmen! Und wenn der am Abend nicht leer ist, binge ich am Freitag gleich noch einen!“ Strenges Regiment. Die Berliner können auch unwahrscheinlich aggressiv werden! Ich bin dann lieber folgsam. Will es mir nicht verscherzen.

12. September 2013


Heute gehe ich wieder früher schlafen. Weil ich es kann. Und natürlich wegen früh aufstehen müssen. Einmal hat es schon geklappt, nämlich heute. Gar nicht so leer, die S-Bahn um fünf Uhr vierzig. Aber noch gut Platz gekriegt. Am Nachmittag aufgeregter Anruf vom Malermeister, der in meinem Atelier am Balkon was neu verputzen soll (nicht meinethalben, sondern wegen Herrn Weber, meinem Vermieter). Er hat fast gestottert, so unwohl war ihm. Ich habe ihm letzte Woche meinen Atelierschlüssel gegeben, damit er frei ein- und ausgehen kann, um seine dreitägige Arbeit zu erledigen. Ich vertraue Ihnen! Habe ich versichert. Blöderweise ist ihm gestern die große Tasche abhanden gekommen, in der nicht nur mein Schlüssel war, sondern auch noch hunderttausend andere Schlüssel für noch andere Häuser und so weiter. Aber nur an meinem Schlüssel war ein kleines Schildchen dran, mit der genauen Adresse. Niemals nicht würde ich unter normalen Umständen an einen Schlüssel einen Anhänger mit einer Adresse machen. Nur für den Malermeister! Damit er ihn zuordnen kann, er kennt ihn doch nicht aus dem Effeff, meinen Schlüssel! Und nun kann jeder, der die Tasche aufgegabelt hat, zumindest schnurstracks kombinieren, dass die Straße mit der Hausnummer und der Etagenbezeichnung und gaga-atelier eben dafür ist. Mannmannmann. Ich habe ihn erstmal beruhigt und gesagt, er soll erst mal tief Luft holen! Da war er glaub ich ganz schön froh, dass ich ihm nicht noch mehr Ärger gemacht habe. Au weia. Na ja. wir haben dann noch ein paar mal telefoniert und nun ist das Schloss am Nachmittag gleich ausgewechselt worden. Die Einbrecher hätten sowieso dumm geschaut, wenn sie in mein Kabuff gekommen wären. Keine modernen technischen Geräte zu finden! Kein Fernseher, nur eine uralte Mini-Kompaktanlage mit Kassettenrekorder (!) und eben die dazugehörigen uralten Musik-Kassetten sowie vollgepinselte und leere Leinwände und Farbe und Zeugs und ein paar Lampen und eine Iso-Matte (aber schon super) und eine alte Moka Express auf dem Gasherd. Und ein paar Bildbände. Na ja, doch schon einiges! Aber nicht gerade das Beuteschema des klassischen Kriminellen. Womöglich hätte der Einbrecher aus Ärger noch die Leinwände aufgeschlitzt! Ritsch Ratsch! So wie manchmal Fahrraddiebe, die das Fahrrad nicht loskriegen, die Reifen aufschlitzen. Aber ist ja noch mal alles gut gegangen. Muss schnell noch was zu essen machen, vor dem Schlafengehen. Mache ich ganz oft. Bekommt mir ausgezeichnet.

12. September 2013

Gerade gelesen. Ein bißchen traurig gewesen. Und glücklich auch.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.
Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

Friedrich Rückert

für Eugenie

12. September 2013


Haushaltstipp. Was für den inneren Sparfuchs. Wobei ich persönlich Eldena (200 ml 1,29 €, ohne Konservierungsstoffe, Ökotest „gut“ 2,3) von Aldi der guten Nivea aus Ersparnisgründen und dem Eindruck von keinerlei Qualitätsverlust vorziehe. Selbe Konsistenz, selber Effekt, gibt es auch in einer light und einer kompakteren Version, zum selben Preis. Es gibt also noch eine Steigerung. Okay, ich bin jetzt vielleicht nicht unbedingt für superzarte Haut berühmt, aber die Testperson turns demnächst sechsundvierzig, und älter sehe ich mit meinen taufrischen achtundvierzig doch auch nicht aus, oder? Als mir das Geld noch lockerer in der Tasche saß, hatte ich auch mal aus Jux und Tollerei überlegt, ein Töpfchen Crème de la Mer zu kaufen. Kann man sich also schenken. Ich meine natürlich: sparen.

10. September 2013

Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal vermerkt habe, aber sicherheitshalber: noch viel wichtiger, als seine Umgebung oder die Leser nicht zu langweilen, ist sich selbst nicht zu langweilen. Danach kommen freilich sofort und unverzüglich die Anderen. Also die Leser. Innen. Zum Beispiel ist es mit Sicherheit nicht interessant, wenn ich heute erwähne, dass ich wieder einmal den Vorsatz habe, zeitiger als sonst schlafen zu gehen. Das ist enorm langweilig als Blogeintrag. Auch handelt es sich um keine Weltneuheit. Aber für mich ist nach längerer Zeit dieser erneute Vorsatz – ja ich möchte sagen: wie neu. Allerdings gibt es einen pragmatischen Grund. Ich muss zwar morgen nicht früh raus, aber übermorgen sehr früh. Und auch am Freitag. Und da versuche ich schon mal in die Spur zu kommen. Mich einzunorden, wie es so schön heißt. Woher diese Redewendung wohl kommen mag? Einnorden. Das klingt robust und handfest und ein bißchen grob. Möglicherweise aus der Seefahrt. Wikinger wüssten eventuell auch um die Herkunft. Egal. Ich trinke noch ein bißchen Rotwein (wieder den Zweigelt vom Weingut Weiss aus dem Burgenland) und hoffe auf angenehme Bettschwere. Also noch ein bißchen mehr, als eh schon vorhanden. Ich habe derzeit keine großen Pläne, die mich wachhalten und wie verrückt an den Rechner fesseln. Insofern. Prost. Und gute Nacht. Also bald. Ausgeschlafen sein ist toll. Totales Luxus-Gefühl. Und preisgünstig. Auch für den kleinen Geldbeutel jederzeit erschwinglich. Also!

10. September 2013

Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal vermerkt habe, aber sicherheitshalber: noch viel wichtiger, als seine Umgebung oder die Leser nicht zu langweilen, ist sich selbst nicht zu langweilen. Danach kommen freilich sofort und unverzüglich die Anderen. Also die Leser. Innen. Zum Beispiel ist es mit Sicherheit nicht interessant, wenn ich heute erwähne, dass ich wieder einmal den Vorsatz habe, zeitiger als sonst schlafen zu gehen. Das ist enorm langweilig als Blogeintrag. Auch handelt es sich um keine Weltneuheit. Aber für mich ist nach längerer Zeit dieser erneute Vorsatz – ja ich möchte sagen: wie neu. Allerdings gibt es einen pragmatischen Grund. Ich muss zwar morgen nicht früh raus, aber übermorgen sehr früh. Und auch am Freitag. Und da versuche ich schon mal in die Spur zu kommen. Mich einzunorden, wie es so schön heißt. Woher diese Redewendung wohl kommen mag? Einnorden. Das klingt robust und handfest und ein bißchen grob. Möglicherweise aus der Seefahrt. Wikinger wüssten eventuell auch um die Herkunft. Egal. Ich trinke noch ein bißchen Rotwein (wieder den Zweigelt vom Weingut Weiss aus dem Burgenland) und hoffe auf angenehme Bettschwere. Also noch ein bißchen mehr, als eh schon vorhanden. Ich habe derzeit keine großen Pläne, die mich wachhalten und wie verrückt an den Rechner fesseln. Insofern. Prost. Und gute Nacht. Also bald. Ausgeschlafen sein ist toll. Totales Luxus-Gefühl. Und preisgünstig. Auch für den kleinen Geldbeutel jederzeit erschwinglich. Also!

07. September 2013

„Viele Leute haben Angst, sich zu erlauben, was ihnen selbst gefällt. Die wollen sich nur erlauben, was anderen auch gefällt. Und darum finde ich Leute, die grauenhaft angezogen sind, beinahe mutig, weil sie eben den Mut haben, sich so ein Zeug auf den Rücken zu tun.“
Karl Lagerfeld

07. September 2013

„Viele Leute haben Angst, sich zu erlauben, was ihnen selbst gefällt. Die wollen sich nur erlauben, was anderen auch gefällt. Und darum finde ich Leute, die grauenhaft angezogen sind, beinahe mutig, weil sie eben den Mut haben, sich so ein Zeug auf den Rücken zu tun.“
Karl Lagerfeld

06. September 2013

Heute in der U-Bahn, in der S-Bahn, in der U-Bahn, in der S-Bahn. Gelesen. Neben mir saß immer jemand. Männer. Sympathische. Bei dem einen konnte ich mir vorstellen, dass er mit in mein Buch guckt. War igendwie so der Typ. Auf eine interessierte, sympathische Art. Obwohl ich ihn ja nur beim Hinsetzen aus dem Augenwinkel gesehen habe, und registriert, dass er so ein ganz klein wenig beiseite gerückt ist, um eben höflich noch mehr Platz zu bieten. Ich weiß solche Gesten enorm zu schätzen. Sehr. Mir fehlt geradezu der Superlativ. Jedenfalls las ich, noch bei den ersten Kapiteln des Buches. Das Geschehen spielte in Palästina und drehte sich um die ersten Konflikte zwischen dem neu gegründeten Staat Israel und den alteingesessenen Arabern. Ein Erfahrungsbericht aus erster Hand, aus den Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Es wurden auch einige, wenige, Aktivitäten der jungen Armee in Haifa beschrieben. Der Erzähler hatte die ersten Konflikte hautnah miterlebt. Nicht, dass mich der uralte, unselige Palästina-Konflikt derart beschäftigen würde, dass ich mir ein Buch darüber zulegen würde. Ich nehme das so mit, weil mich der Hauptprotagonist interessiert. Ein gebürtiger Berliner, der Anfang der Dreißiger Jahre mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland geflohen ist. Als es noch relativ einfach war. Er selbst hat Glück gehabt. Kein Mitglied seiner Familie väterlicherseits ist im Holocaust umgekommen und aus der mütterlichen Familie nur entferntere Verwandte, zu denen es keinen persönlichen Kontakt gab. Als ich also so in der U- und S-Bahn sitze und lese, denke ich gleichzeitig, dass wohl kaum jemand, der mir über die Schulter auf meine Lektüre gucken würde, auch nur im Entferntesten auf den Namen des Autors käme. Es sei denn, er wäre vielseitig interessiert und umfassend informiert. Das Motto seines Leben ist „Glück gehabt“. Immer nur Glück gehabt. Und das sieht man. Ich sehe es auf jedem Bild, das ihn zeigt. Ich mag ihn. Sein Familienname rührt von dem Hotel, das seine Eltern nach der Flucht aus Nazideutschland in Haifa übernahmen. Hotel Eden. Damals konnte man, wie er erklärt, als Holocaust-Flüchtling sehr leicht einen selbst gewählten Namen annehmen. Er änderte nur seinen Nachnamen, weil Eden prägnanter war als Sostheim sein Geburtsname, und weil er Glück verhieß. Eden. Rolf Eden.

06. September 2013

Heute in der U-Bahn, in der S-Bahn, in der U-Bahn, in der S-Bahn. Gelesen. Neben mir saß immer jemand. Männer. Sympathische. Bei dem einen konnte ich mir vorstellen, dass er mit in mein Buch guckt. War igendwie so der Typ. Auf eine interessierte, sympathische Art. Obwohl ich ihn ja nur beim Hinsetzen aus dem Augenwinkel gesehen habe, und registriert, dass er so ein ganz klein wenig beiseite gerückt ist, um eben höflich noch mehr Platz zu bieten. Ich weiß solche Gesten enorm zu schätzen. Sehr. Mir fehlt geradezu der Superlativ. Jedenfalls las ich, noch bei den ersten Kapiteln des Buches. Das Geschehen spielte in Palästina und drehte sich um die ersten Konflikte zwischen dem neu gegründeten Staat Israel und den alteingesessenen Arabern. Ein Erfahrungsbericht aus erster Hand, aus den Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Es wurden auch einige, wenige, Aktivitäten der jungen Armee in Haifa beschrieben. Der Erzähler hatte die ersten Konflikte hautnah miterlebt. Nicht, dass mich der uralte, unselige Palästina-Konflikt derart beschäftigen würde, dass ich mir ein Buch darüber zulegen würde. Ich nehme das so mit, weil mich der Hauptprotagonist interessiert. Ein gebürtiger Berliner, der Anfang der Dreißiger Jahre mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland geflohen ist. Als es noch relativ einfach war. Er selbst hat Glück gehabt. Kein Mitglied seiner Familie väterlicherseits ist im Holocaust umgekommen und aus der mütterlichen Familie nur entferntere Verwandte, zu denen es keinen persönlichen Kontakt gab. Als ich also so in der U- und S-Bahn sitze und lese, denke ich gleichzeitig, dass wohl kaum jemand, der mir über die Schulter auf meine Lektüre gucken würde, auch nur im Entferntesten auf den Namen des Autors käme. Es sei denn, er wäre vielseitig interessiert und umfassend informiert. Das Motto seines Leben ist „Glück gehabt“. Immer nur Glück gehabt. Und das sieht man. Ich sehe es auf jedem Bild, das ihn zeigt. Ich mag ihn. Sein Familienname rührt von dem Hotel, das seine Eltern nach der Flucht aus Nazideutschland in Haifa übernahmen. Hotel Eden. Damals konnte man, wie er erklärt, als Holocaust-Flüchtling sehr leicht einen selbst gewählten Namen annehmen. Er änderte nur seinen Nachnamen, weil Eden prägnanter war als Sostheim sein Geburtsname, und weil er Glück verhieß. Eden. Rolf Eden.

06. September 2013

Dieser Eintrag ist vor allem für mich. Mehr noch als die anderen, die es auch sind. Als – ich glaube am 23. November 2003 – mein ein Meter zwanzig mal ein Meter fünfzig großer Phoenix das Licht der Welt erblickte, wusste ich, dass es mir schwer fallen würde, mich je von ihm zu trennen, weil er so sehr ein Teil von mir ist, weil er mich seit zehn Jahren beschützt, auch aus der Ferne, wo er in meinem Atelier an die Küchentür gelehnt, seinen Platz gefunden hatte. Meinen Phoenix. Mein Herztier. Mein Totem. Heute hat er einen neuen Adlerhorst im Herzen von Berlin gefunden. Und jetzt können ihn außer mir auch andere sehen. Das ist schön. Das hat mich heute ungeheuer froh gemacht. Und immer noch. Wie eine warme Welle. Weil ihn auch andere gern haben. Meinen Phönix. Mein Herztier. Es ist schwer, eine Erfahrung angemessen zu kommunizieren, wie ich sie heute erleben durfte. Viel Respekt war dabei, von allen Seiten, aber am tiefsten hat mich die Reaktion von einer Frau berührt, die sich vielleicht am wenigsten von allen mit akademischem Anspruch mit Malerei befasst hat. Ach, ich will das auch gar nicht zitieren. Das wäre mir jetzt zu folkloristisch. Ich müsste genauso schreiben, wie sie berlinert. Was ich liebe. Und ich weiß ja, was sie gesagt hat. Und trage es im Herzen. Ist nur eine kleine Notiz für mich selber. Mein türkisblauer Phönix wohnt jetzt in seinem neuen Reich. Und beschützt alles in seinem Kreis.

01. September 2013


Symbolfoto

Jetzt kommt sie wieder, die Sonne. Man muss für alles gewappnet sein, an einem solchen Tag. Gerade an der offenen Balkontür Kaffee getrunken und Haare gekämmt und Wimpern getuscht und alles. Dicke Wolke über meinem kleinen Balkon. Drei Regentropfen. Jetzt schiebt die Sonne die Wolke auf die Seite, die zeigt sich aber ein bißchen widerspenstig. Gerade ist die Sonne wieder am Ball. Mal gucken, wer gewinnt. Ich will einen kleinen Spaziergang machen.
1. zum Hackeschen Markt zur Sparkassenfiliale, Bargeld holen.
2. weiter zur U-Bahn-Haltestelle Oranienburger Tor. Von da eine Haltestelle weiter fahren, bis Naturkundemuseum.
3. aussteigen und in die Invalidenstraße biegen, vorbei am Invalidenpark, zum Hamburger Bahnhof.
4. Ausstellung von der geheimnisvollen Hilma af Klint gucken.
Ich überlege dauernd, ob Hilma af Klint die Malerin ist, von der mir mal ein Vermieter von einem Atelier erzählt hat, als ich eins gesucht habe. Ich habe ihm, auf seine Selbsteinladung zu meiner in keinster Weise avisierten Ausstellungseröffnung geantwortet, dass das nicht so sinnvoll wäre, weil ich mich ja so schwer von den Bildern trennen könnte. Usw. usf. Daraufhin erzählte er von einer Malerin, die zu Lebzeiten verweigert hätte, ihre Bilder auszustellen und er hat auch den Namen genannt. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern. Aber jetzt, wo ich lese, dass Hilma af Klint testamentarisch verfügt hatte, dass ihre Bilder frühestens zwanzig Jahre nach ihrem Tod ausgestellt werden dürfen, komme ich ins Grübeln, ob sie das war. Nun ist es jedenfalls so weit. Es ist die erste Retrospektive ihrer Bilder überhaupt, hier in Berlin. Ich bin nur zufällig drüber gestolpert. Ich bin in einem Verteiler von artslant, einem New Yorker Kunstportal, und da war eine warme Empfehlung für diese Ausstellung. Ich hatte vorher noch nie von Hilma gehört. Ihre Bilder sind die Geburtstagsblumen, die ich mir heute selber schenke. Mir ist vorhin noch mal durch den Kopf gegangen, dass wenn man achtundvierzig geworden ist, gleichzeitig, also ratzfatz, das neunundvierzigste Lebensjahr angefangen hat. Uh. Das geht jetzt aber stramm auf die Fünfzig zu. Nicht, dass ich Angst davor hätte. Es ist ja ein Geschenk des Himmels, wenn man möglichst viele Geburtstage bei guter Gesundheit erleben darf. Also erst mal Danke für die ersten fertigen achtundvierzig Jahre. Ich nehm auch meine Kamera mit. So jung kommen wir nicht mehr zusammen, mein Fotoapparat und ich. Muß endlich mal zum Kleiderschrank und mir was Passendes anziehen. Passend zu Hilmas Bildern und mir selber.

01. September 2013


Symbolfoto

Jetzt kommt sie wieder, die Sonne. Man muss für alles gewappnet sein, an einem solchen Tag. Gerade an der offenen Balkontür Kaffee getrunken und Haare gekämmt und Wimpern getuscht und alles. Dicke Wolke über meinem kleinen Balkon. Drei Regentropfen. Jetzt schiebt die Sonne die Wolke auf die Seite, die zeigt sich aber ein bißchen widerspenstig. Gerade ist die Sonne wieder am Ball. Mal gucken, wer gewinnt. Ich will einen kleinen Spaziergang machen.
1. zum Hackeschen Markt zur Sparkassenfiliale, Bargeld holen.
2. weiter zur U-Bahn-Haltestelle Oranienburger Tor. Von da eine Haltestelle weiter fahren, bis Naturkundemuseum.
3. aussteigen und in die Invalidenstraße biegen, vorbei am Invalidenpark, zum Hamburger Bahnhof.
4. Ausstellung von der geheimnisvollen Hilma af Klint gucken.
Ich überlege dauernd, ob Hilma af Klint die Malerin ist, von der mir mal ein Vermieter von einem Atelier erzählt hat, als ich eins gesucht habe. Ich habe ihm, auf seine Selbsteinladung zu meiner in keinster Weise avisierten Ausstellungseröffnung geantwortet, dass das nicht so sinnvoll wäre, weil ich mich ja so schwer von den Bildern trennen könnte. Usw. usf. Daraufhin erzählte er von einer Malerin, die zu Lebzeiten verweigert hätte, ihre Bilder auszustellen und er hat auch den Namen genannt. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern. Aber jetzt, wo ich lese, dass Hilma af Klint testamentarisch verfügt hatte, dass ihre Bilder frühestens zwanzig Jahre nach ihrem Tod ausgestellt werden dürfen, komme ich ins Grübeln, ob sie das war. Nun ist es jedenfalls so weit. Es ist die erste Retrospektive ihrer Bilder überhaupt, hier in Berlin. Ich bin nur zufällig drüber gestolpert. Ich bin in einem Verteiler von artslant, einem New Yorker Kunstportal, und da war eine warme Empfehlung für diese Ausstellung. Ich hatte vorher noch nie von Hilma gehört. Ihre Bilder sind die Geburtstagsblumen, die ich mir heute selber schenke. Mir ist vorhin noch mal durch den Kopf gegangen, dass wenn man achtundvierzig geworden ist, gleichzeitig, also ratzfatz, das neunundvierzigste Lebensjahr angefangen hat. Uh. Das geht jetzt aber stramm auf die Fünfzig zu. Nicht, dass ich Angst davor hätte. Es ist ja ein Geschenk des Himmels, wenn man möglichst viele Geburtstage bei guter Gesundheit erleben darf. Also erst mal Danke für die ersten fertigen achtundvierzig Jahre. Ich nehm auch meine Kamera mit. So jung kommen wir nicht mehr zusammen, mein Fotoapparat und ich. Muß endlich mal zum Kleiderschrank und mir was Passendes anziehen. Passend zu Hilmas Bildern und mir selber.

30. August 2013

Ihr Wahl-O-Mat Ergebnis
Die PARTEI 76,5 %
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
PIRATEN 72,4 %
GRÜNE 65,3 %
Die PARTEI ist eng mit dem Satiremagazin „Titanic“ verbunden. Forderungen sind u.a. die Einführung eines G1-Schulsystems, in welchem nach der 5. Klasse das Abitur erreicht wird, eine gesetzliche Faulenquote und der Wiederaufbau der Mauer.
► mehr Infos zur Partei
► zum Wahlspot
Danke Wahlomat!

24. August 2013

Einer der schönsten Tage des Jahres.
Lauer Wind. Sonnenstreifen und die lanzenförmigen Schatten der Palme. Ich bin drinnen und ein bißchen draußen. Die nackten Fußsohlen auf den hellen, warmen Steinen. Ich habe die Kamera aus dem Schrank geholt und ihr mein Findelkind gezeigt. Sie hat es gleich gefilmt. Und ein bißchen mich. Heute, am vierundzwanzigsten August 2013.

24. August 2013

Einer der schönsten Tage des Jahres.
Lauer Wind. Sonnenstreifen und die lanzenförmigen Schatten der Palme. Ich bin drinnen und ein bißchen draußen. Die nackten Fußsohlen auf den hellen, warmen Steinen. Ich habe die Kamera aus dem Schrank geholt und ihr mein Findelkind gezeigt. Sie hat es gleich gefilmt. Und ein bißchen mich. Heute, am vierundzwanzigsten August 2013.

22. August 2013

So eine gewisse Grundsättigung ist erreicht. Aber gut zu wissen, dass immer noch was in der Pfanne ist. In einer Viertelstunde könnte ich wieder Appetit verspüren. Ich glaube, das sind die Hormone. Aber auch ein gutes Zeichen von Lebenskraft. Ich gehöre ja zu den Menschen, denen es komplett den Appetit verschlägt, wenn etwas Schlimmes passiert. Streit, Trennung, Angst, Liebeskummer, Enttäuschung. Tod. Kriege ich nichts mehr herunter. Wer bei einer Totenfeier bei allen Gängen zulangt, ist glaube ich nicht so unmittelbar betroffen. Ist auch völlig in Ordnung. Irgendjemand muss ja das ganze Zeug essen. Es war so warm in dem Lokal, neulich. Da habe ich auch keinen Heißhunger. Aber heute ist mein Appetit Eins A. Ich esse meinen Teller ja immer leer, wenn ich wenig Hunger habe, nehme ich weniger, aber esse alles auf. Man kann sich ja im Laufe des Lebens einschätzen. Ich hole mir noch ein kleines Glas Rotwein. Den muss ich wieder bestellen. Die letzte Flasche von der einen großen Kiste. Jetzt, die letzten Tage, ist das Wetter unheimlich schön. So kuschelig laue Spätsommertemperaturen, wo ich nicht mehr alles abdunklen muss. Heute beim Müll runterbringen, eine verwaiste, ziemlich große Yucca-Palme an der Laube mit den Mülltonnen stehen sehen. Total gesund, aber jemand fand sie vielleicht nicht mehr zur Einrichtung passend. Ist zwar nicht meine absolute super-Lieblings-Pflanze aber ein schönes Exemplar, rank und schlank und ungefähr 1,50 1,80 m groß. Ich hab sie zu mir genommen, ihr einen schönen großen Tontopf gegeben und sie in der Dusche erst mal abgeduscht und jetzt steht sie auf meinem Balkon, als ob sie da schon immer gewohnt hätte. Die Vorbesitzer waren zu faul, die vertrockneten Fasern von den abgefallenen Blättern vom Stamm zu rupfen. Habe ich hingebungsvoll heute Abend gemacht. Sieht aus wie neugeboren. Habe ihr auch gut zugeredet. Mache ich bei besonderen Anlässen. Sie muss mich ja auch erst kennenlernen, nachdem ich sie entführt habe. Vor lauter Tippen habe ich jetzt noch gar nicht mein kleines Glas Wein geholt.

22. August 2013

So eine gewisse Grundsättigung ist erreicht. Aber gut zu wissen, dass immer noch was in der Pfanne ist. In einer Viertelstunde könnte ich wieder Appetit verspüren. Ich glaube, das sind die Hormone. Aber auch ein gutes Zeichen von Lebenskraft. Ich gehöre ja zu den Menschen, denen es komplett den Appetit verschlägt, wenn etwas Schlimmes passiert. Streit, Trennung, Angst, Liebeskummer, Enttäuschung. Tod. Kriege ich nichts mehr herunter. Wer bei einer Totenfeier bei allen Gängen zulangt, ist glaube ich nicht so unmittelbar betroffen. Ist auch völlig in Ordnung. Irgendjemand muss ja das ganze Zeug essen. Es war so warm in dem Lokal, neulich. Da habe ich auch keinen Heißhunger. Aber heute ist mein Appetit Eins A. Ich esse meinen Teller ja immer leer, wenn ich wenig Hunger habe, nehme ich weniger, aber esse alles auf. Man kann sich ja im Laufe des Lebens einschätzen. Ich hole mir noch ein kleines Glas Rotwein. Den muss ich wieder bestellen. Die letzte Flasche von der einen großen Kiste. Jetzt, die letzten Tage, ist das Wetter unheimlich schön. So kuschelig laue Spätsommertemperaturen, wo ich nicht mehr alles abdunklen muss. Heute beim Müll runterbringen, eine verwaiste, ziemlich große Yucca-Palme an der Laube mit den Mülltonnen stehen sehen. Total gesund, aber jemand fand sie vielleicht nicht mehr zur Einrichtung passend. Ist zwar nicht meine absolute super-Lieblings-Pflanze aber ein schönes Exemplar, rank und schlank und ungefähr 1,50 1,80 m groß. Ich hab sie zu mir genommen, ihr einen schönen großen Tontopf gegeben und sie in der Dusche erst mal abgeduscht und jetzt steht sie auf meinem Balkon, als ob sie da schon immer gewohnt hätte. Die Vorbesitzer waren zu faul, die vertrockneten Fasern von den abgefallenen Blättern vom Stamm zu rupfen. Habe ich hingebungsvoll heute Abend gemacht. Sieht aus wie neugeboren. Habe ihr auch gut zugeredet. Mache ich bei besonderen Anlässen. Sie muss mich ja auch erst kennenlernen, nachdem ich sie entführt habe. Vor lauter Tippen habe ich jetzt noch gar nicht mein kleines Glas Wein geholt.

22. August 2013

Manchmal koche ich mir zu wenig Abendessen. Dann muss ich noch mal kochen. So wie jetzt. Ich dachte, ich blogge mal was Normales. Nicht immer nur schlimmes oder pathetisches Zeugs.

16. August 2013


Alte Bilder angeschaut. Von Zweitausendzehn. Unterwegs. Schön. Wirklich schön. Musik gehört. Diana Krall hat The Look of Love im Weißen Haus gesungen. Schon toll, wen man als Präsident so einladen kann. Hab die Tonspur gezogen. Wahnsinnig gute Version von dem Song. Sie ist ja sowieso besessen. Da sitzt sie und klimpert so aus dem Handgelenk an diesem unfassbar schön, warm und tief klingenden Flügel und holt alles heraus und schafft es noch dabei zu singen. So. So zu singen. So erzählt, geflüstert, unprätentiös, innig. Beinah zu intim. Meine Bilder von Zweitausendzehn waren auch sehr innig. So hatte ich sie gar nicht in Erinnerung. Aber mit Abstand sieht man manches deutlicher. Sie sollten und durften es auch sein. Nie lag es anders in meiner Absicht. Überrascht war ich dennoch. Nicht die Motive, nicht die Gesten. Aber die Nähe. Wann man nah rangeht. Keine Nacktheit, keine Berührungen. Eine andere Nähe, Annäherung. Ja, man kann jemanden mit der Kamera streicheln. Überhaupt keine Frage. Ich hatte beinah vergessen, wie gut ich das kann. So lange die Kamera nicht mehr in der Hand gehabt. Außer die wenigen, fast bewusstlos eingefangenen Bilder vom siebten August. Ich wusste immerhin noch, was wie funktioniert, ohne Nachdenken. Ich gehe wieder früher als sonst ins Bett. Ich brauche das. Mein Körper will irgendetwas nachholen, ausgleichen, obwohl ich mich nicht körperlich anstrengen musste. Wahrscheinlich alles zusammen. Man muss viel schlafen und träumen, um einen neuen Anfang zu finden. Bereit für neue Taten und Pläne zu werden. Ein- und Ausatmen. Wieder 23.47 Uhr. Und wieder wünsche ich gute Nacht.

16. August 2013


Alte Bilder angeschaut. Von Zweitausendzehn. Unterwegs. Schön. Wirklich schön. Musik gehört. Diana Krall hat The Look of Love im Weißen Haus gesungen. Schon toll, wen man als Präsident so einladen kann. Hab die Tonspur gezogen. Wahnsinnig gute Version von dem Song. Sie ist ja sowieso besessen. Da sitzt sie und klimpert so aus dem Handgelenk an diesem unfassbar schön, warm und tief klingenden Flügel und holt alles heraus und schafft es noch dabei zu singen. So. So zu singen. So erzählt, geflüstert, unprätentiös, innig. Beinah zu intim. Meine Bilder von Zweitausendzehn waren auch sehr innig. So hatte ich sie gar nicht in Erinnerung. Aber mit Abstand sieht man manches deutlicher. Sie sollten und durften es auch sein. Nie lag es anders in meiner Absicht. Überrascht war ich dennoch. Nicht die Motive, nicht die Gesten. Aber die Nähe. Wann man nah rangeht. Keine Nacktheit, keine Berührungen. Eine andere Nähe, Annäherung. Ja, man kann jemanden mit der Kamera streicheln. Überhaupt keine Frage. Ich hatte beinah vergessen, wie gut ich das kann. So lange die Kamera nicht mehr in der Hand gehabt. Außer die wenigen, fast bewusstlos eingefangenen Bilder vom siebten August. Ich wusste immerhin noch, was wie funktioniert, ohne Nachdenken. Ich gehe wieder früher als sonst ins Bett. Ich brauche das. Mein Körper will irgendetwas nachholen, ausgleichen, obwohl ich mich nicht körperlich anstrengen musste. Wahrscheinlich alles zusammen. Man muss viel schlafen und träumen, um einen neuen Anfang zu finden. Bereit für neue Taten und Pläne zu werden. Ein- und Ausatmen. Wieder 23.47 Uhr. Und wieder wünsche ich gute Nacht.

15. August 2013


Broken sunglasses. Meine Lieblings-Sonnenbrille ist zerbrochen. Ich fischte sie aus meinem schwarz-grau geringelten Seesack und der Rahmen hatte einen Sprung. Eine liebe Bekannte, die ich zufällig traf, als ich die Sonnenbrille gerade in ihrem kaputten Zustand entdeckte, meinte, ich sollte versuchen, es mit Superkleber zu reparieren. Aber ich sah, ich erkannte ohne jeden Zweifel, dass es nicht funktionieren würde. Die Spannung des schwarz getönten Kunstoffbrillenglases würde zu viel Gegendruck verursachen. Das würde nie halten. Manche Dinge muss man gar nicht erst versuchen. Wie amüsiert sie guckte, als ich nach „meine Lieblingssonnenbrille ist gerade kaputt gegangen“…“von Rossmann!!“ nachschob. Nicht von Dior, nicht von Chanel, nicht von Gucci, nicht von Pucci. Von Rossmann. Möglicherweise nicht die Billigste vom Ständer. Nicht etwa 9,99 €. Gut und gerne 10,99 €. Qualität hat eben ihren Preis. Sie hat einfach genau zu meinem Schädel gepasst, der oberen Hälfte. Ohne Schnörkel, ohne Muster, ohne Applikationen, ohne Gedöns, einfach nur tiefschwarz. Rahmen und Gläser. Zack. Ich fühlte mich wie nackt, ausgeliefert, ohne diesen Schutz am hellen Tag von Charlottenburg nach Mitte. Auf dem Rückweg, in der Rosenthaler Straße ging ich schnell zu Rossmann, in der Hoffnung ein ähnliches Modell zu finden. Auf dasselbe wagte ich nicht zu hoffen. Gab es auch nicht. Es gab überhaupt nur eine, die nicht komplett nach ihrem Preissegment aussah. Na ja. Schnell übergezogen. Unauffälliges Modell. Aber wir sind nicht Eins. Womöglich muss ich doch im Fachhandel gucken. Ich habe so viele Sonnenbrillen in den letzten Jahren gekauft, aber keine war wie meine Schwarze von Rossmann. Ich könnte das kaputte Modell mit in den Fachhandel nehmen und sagen: suchen Sie mir eine die möglichst identisch ist – Preis spielt keine Rolle! Haha. Das ist natürlich Quatsch. Diese Art der Vorgabe entspricht nicht meinem Naturell. Ich will ungestört und unbehelligt selbst die Modelle vom Ständer holen oder aus dem Regal greifen. Ohne jedesmal mit dem Finger drauf zeigen zu müssen, „Ach, könnten Sie mir bitte vielleicht dieses Modell reichen, ich würde es gerne probieren?“ Das ist mir viel zu umständlich. Den Zirkus hab ich nur einmal mitgemacht, bei Dior im KadeWe. Aber einmal reicht. Auch wenn es Champagner und Karton und Etui und weiß der Kuckuck obendrauf gibt. Höchstens, wenn mir mal sehr langweilig ist. Ich glaube mich zu erinnern, im KadeWe gibt’s auch so eine Abteilung, wo man nicht in der kompletten Trash-Liga ist, aber selber aussuchen kann, ohne dass die Fachverkäuferin lauert. Obwohl die ja alle wahnsinnig nett sind, aber ich entscheide gerne unbehelligt. Es tut gut, sich nach großem inneren Aufruhr mit solchen Dingen zu befassen. Es ist nämlich ein Luxus, sich überhaupt zu überlegen, ob man eine neue Sonnenbrille kauft. Nicht nur, weil man dazu Taschengeld braucht. Ganz einfach, weil man dazu am Leben sein muss. Total simpel. Nicht, dass ich mich die letzten Tage gedanklich mit Sonnenbrillen befasst hätte. Es war umfassender. Und kaum in knappen Sätzen, zu denen ich jetzt nur noch fähig bin, zu beschreiben. Existentielle Ereignisse provozieren existentielle Einsichten. Existentielle Dankbarkeit. Existentielle Relativierung. Das ist sehr bewegend, sehr aufrührend, erschütternd, bereinigend. Befriedend. Versöhnend. Wie froh ich darum bin. Dass ich dazu fähig. bin. Ein unverhofftes Geschenk. Selbstgemachtem Elend folgt selbstgemachtes Heil. Wachsen soll das Heil des Ganzen. Ein Textfragment. Von Rückert. Wie oft es mir duch den Kopf geht, in den letzten Tagen, Wochen. Es gibt nichts Erleichterndes, als jemandem die Hand zu reichen, von dem man sich viel zu weit entfernt wähnte. Und es mag richtig sein, in gewissen Zeiten Distanz auszuloten. Absolut. Aber bevor es zu spät ist, sollte man Versöhnung suchen. Nichts hat mich schon vor Wochen mehr umgetrieben. In vielerlei Hinsicht, vielerlei Beziehung. Alte, unbefriedete Dinge. Und plötzlich scheint Frieden möglich, greifbar. Weil ich es will. Dazu bereit bin. Wie froh ich darum bin. Ja. Und wieder öfter vor Mitternacht ins Bett. Ich habe ein bißchen gelitten. Ein bißchen erschöpft hat mir mein Spiegelbild entgegengesehen, die letzen beiden Wochen. Eitel bin ich immer noch. 23:47 Uhr. Muss Zähneputzen. Allen gute Nacht.

06. August 2013

Ich bin auf dem Weg zu Keitas letzter Reise. Kurz vor zwei fährt mein Zug. Muss noch ein paar Sachen packen. Morgen am siebten August um zehn Uhr ist es so weit. Ich würde das Bild gerne neben ihn stellen. Und nach der Feier meinen Eltern schenken. Es ist auf der Terrasse bei meinen Eltern entstanden. Am elften Mai Zweitausendzehn. Er hat das Bild gerne gehabt. Auch deswegen.

Ich habe es gestern überstürzt ausgedruckt und dann ein schönes Passepartout und einen Rahmen dafür gesucht. Ewig habe ich mit einer Fachverkäuferin die verschiedenfarbigen Passepartous ausprobiert. Lieber das graugrüne? Oder das gebrochen weiße? Oder das elfenbeinfarbene? Oder schwarz? Ich habe dann das Hellste genommen. Die Verkäuferin hat mir von einem größeren Rahmen abgeraten, den ich zuerst nehmen wollte. Sie sagte „das verliert sich“. Sie hatte recht. Ich habe auf sie gehört. Das Passepartout hab ich über die Glasscheibe gelegt, das sieht schöner aus. Und rechts unten seinen Namen gekritzelt, mit so schwarzem Faserschreiber. Und rechts auf der Seite senkrecht das Datum, wann das Bild entstanden ist. Und Gaga Nielsen. Ordnung muss sein. Ich trödle hier herum und hab noch gar nichts an. Um dreizehn Uhr wollte ich los. Unterwegs noch eine Flasche Wasser kaufen, ich glaube das Wasser auf dem Klo im ICE ist nicht unbedingt die gute Qualität wie das Berliner Leitungswasser. Blöderweise hab ich keine leichte Plastikflasche, wo ich welches abfüllen könnte, sonst hätte ich das längst gemacht. Also muss ich noch eine kaufen, irgendwo am Berliner Hauptbahnhof, da fährt der Zug los. Außerdem muss ich noch eine CD fertig brennen. Die vier schönsten Lieder von Esther & Abi Ofarim, hab ich schon für meine Mutter eine gebrannt, die die beiden immer sehr geliebt hat und jetzt fällt mir ein, dass Valerian das vielleicht auch schön fände, wenn er die vier Lieder hat. Jetzt mache ich noch eine. Am Freitag bin ich wieder zurück. Oder hab ich das schon geschrieben? Also ich mache mich dann mal fertig. Ich hab ein schönes Hotel mit WLAN, aber viel zum Bloggen werde ich wohl nicht kommen, die nächsten zwei Tage. Mal gucken. Ich komme jedenfalls zurück. Versprochen.

06. August 2013

Ich bin auf dem Weg zu Keitas letzter Reise. Kurz vor zwei fährt mein Zug. Muss noch ein paar Sachen packen. Morgen am siebten August um zehn Uhr ist es so weit. Ich würde das Bild gerne neben ihn stellen. Und nach der Feier meinen Eltern schenken. Es ist auf der Terrasse bei meinen Eltern entstanden. Am elften Mai Zweitausendzehn. Er hat das Bild gerne gehabt. Auch deswegen.

Ich habe es gestern überstürzt ausgedruckt und dann ein schönes Passepartout und einen Rahmen dafür gesucht. Ewig habe ich mit einer Fachverkäuferin die verschiedenfarbigen Passepartous ausprobiert. Lieber das graugrüne? Oder das gebrochen weiße? Oder das elfenbeinfarbene? Oder schwarz? Ich habe dann das Hellste genommen. Die Verkäuferin hat mir von einem größeren Rahmen abgeraten, den ich zuerst nehmen wollte. Sie sagte „das verliert sich“. Sie hatte recht. Ich habe auf sie gehört. Das Passepartout hab ich über die Glasscheibe gelegt, das sieht schöner aus. Und rechts unten seinen Namen gekritzelt, mit so schwarzem Faserschreiber. Und rechts auf der Seite senkrecht das Datum, wann das Bild entstanden ist. Und Gaga Nielsen. Ordnung muss sein. Ich trödle hier herum und hab noch gar nichts an. Um dreizehn Uhr wollte ich los. Unterwegs noch eine Flasche Wasser kaufen, ich glaube das Wasser auf dem Klo im ICE ist nicht unbedingt die gute Qualität wie das Berliner Leitungswasser. Blöderweise hab ich keine leichte Plastikflasche, wo ich welches abfüllen könnte, sonst hätte ich das längst gemacht. Also muss ich noch eine kaufen, irgendwo am Berliner Hauptbahnhof, da fährt der Zug los. Außerdem muss ich noch eine CD fertig brennen. Die vier schönsten Lieder von Esther & Abi Ofarim, hab ich schon für meine Mutter eine gebrannt, die die beiden immer sehr geliebt hat und jetzt fällt mir ein, dass Valerian das vielleicht auch schön fände, wenn er die vier Lieder hat. Jetzt mache ich noch eine. Am Freitag bin ich wieder zurück. Oder hab ich das schon geschrieben? Also ich mache mich dann mal fertig. Ich hab ein schönes Hotel mit WLAN, aber viel zum Bloggen werde ich wohl nicht kommen, die nächsten zwei Tage. Mal gucken. Ich komme jedenfalls zurück. Versprochen.

02. August 2013

Ein Nachmittag, den ich nie vergessen werde.
Heute, gegen vierzehn Uhr dreißig habe ich durch einen Anruf meines Neffen Valerian erfahren, dass sein großer Bruder ertrunken ist. Ich bin selbst erstaunt, wie gefasst ich in der Lage bin, das noch am selben Tag in dieses Fenster zu schreiben, in dem man Blogeinträge erstellt. Mein Neffe Richard Keita, ist zum Schwimmen an einen Fluß gegangen und nicht wiedergekehrt. Man fand ihn. Da war er schon im ewigen Meer der Gezeiten. Ganz bestimmt bei meinem lieben Bruder, der ihn, seinen erstgeborenen Sohn liebte, wie man ein Kind nur lieben kann. Mein Bruder saß auf dem Teppich, mit gekreuzten Beinen und spielte Gitarre, aber in der Kuhle, in seinem Schoß, saß sein neugeborener Sohn, so habe ich die beiden oft gesehen. Richard Keita hatte seinen Vater nur gute zwei Jahre, dann geschah der blöde Unfall. Aber er hat das dickste, fetteste Paket Liebe mitbekommen, das man sich vorstellen kann. Und das hat man immer gespürt. Er war ein sensibler junger Mann, voller Liebe und Sanftheit. Und er spielte Gitarre, wie sein Vater. Die Stratocaster kam abhanden, aber seine Les Paul hat er über alles geliebt und gespielt. Ich glaube, ich werde die Kommentare bei diesem Eintrag deaktivieren, nicht weil ich es nicht ertragen würde, sondern weil ich fürchte, dass sich Leser unbekannterweise genötigt fühlen, die dann üblichen Beileidskommentare zu hinterlassen. Obwohl, das wäre eigentich auch nicht wirklich schlimm. Ich will nur sagen, ich weiß, dass er zuhause ist, da wo er endlich mit seinem Vater Gitarre spielen kann. Und das gibt mir großen Frieden. Ich bin nicht verzweifelt, denn alles war gut. Wir hatten immer ein schönes, wenn auch unregelmäßiges Neffe-Tante-Verhältnis. Zuletzt sprachen wir ungefähr im Februar am Telefon miteinander. Er wollte mit seinem Bruder Valerian nach Berlin kommen und ich bot an, sie könnten in meinem Atelier übernachten, eine große Matratze organisieren und alles prima. Aber erst wenn es schön ist in Berlin, warm. Ja, das machen wir, wenn es wärmer ist, dann ist Berlin erst richtig schön. Jetzt musst du dir das alles von der Wolke da oben angucken, mein kleiner Fisch. Es hat mir viel bedeutet, dich vor achtundzwanzig Jahren in den Armen zu halten, neugeboren, selig blinzelnd. Du hast mir mein eigenes Kind mit einem Blick zurückgeschenkt. Und dafür danke ich dir. Für immer und ewig.
P.S. ich wollte dir noch sagen, du hast auf deinem Facebook-Profil unter einem Foto, das ich von dir gemacht habe, geschrieben: Photograph: Valerian Seethaler. Das Bild war aber von mir. Ich verzeihe dir, du hast den Kommentar erst letztes Jahr druntergeschrieben, unter das Bild von 2010. Im Mai war das. Das sind die Bilder. Du mochtest sie sehr. Das weiß ich noch. Ich denke, es ist okay für dich, wenn ich hier den Link einklebe. Du musst dich übrigens daran gewöhnen, dass ich jetzt, wo du dich da oben bei Jimi und deinem Vater rumtreibst, direkt anspreche. Ich bin das so gewohnt. Mein Bruder, also dein Vater, und ich machen das auch immer so. Weißt du Bescheid. Ich lasse die Kommentare doch offen. Alles ist gut. Schlaf gut, mein kleiner Fisch.
Deine Tante
Gaga

04. August 2013

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Warum erzählt ihr nichts vom Strand
von weißen Küsten, einem fernen Land
wo das Meer blau ist und die Wiesen grün und schön
Und wenn es schwarz ist
und nur schwarz und windumtost
dann malt uns diesen Wind als Trost
Als Vogel, der uns rüberträgt ins Licht
wir Menschen schaffen’s ohne Bilder nicht
uns die Verwandlung vorzustellen
Euern Saum hab ich geküsst
seitdem weiß ich, wie das ist
das Glück des Lebens

Duke Meyer 2013
Lieber Duke,
warmen Dank für deine Gedanken und behutsamen Worte von einer nächtlichen Terrasse in Andalusien. Ein schönes Bild. Auch hier wird die kühlere, laue Nacht herbeigesehnt. Ich habe deine Songskizze, deine Ode an den Tod gehört. Es gibt darin mich sehr berührende Momente und Zeilen, besonders diese.
Wenn man mich vorgestern, noch ahnungslos, gefragt hätte, was ich glauben würde, wie ich angesichts einer kommenden Todesnachricht reagieren würde, ich hätte es nicht einmal beantworten können. Man geht von einer Art Verzweiflung aus, einer Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit, so wie ich sie kannte und erlebte, als ich als einundzwanzigjährige junge Frau vom Tod meines Bruders erfuhr. Doch diesmal ist es anders, ganz anders. Vielleicht, ja sicher sogar, kann ich diesmal allen anderen, die von tiefer Trauer erfasst sind, Trost geben, denn ich bin zutiefst getröstet. Ich würde meinen Frieden mit diesen letzten Dingen gerne weitergeben, verschenken, verströmen, auch dir. In einem Kommentar letzte Nacht, wo mir ein lieber Freund aus Hamburg unter meinem Blogeintrag sein Beileid aussprach, habe ich vieles formuliert, wie meine Gefühle dazu sind, nicht nur angesichts dieses Todes meines Neffen.
Was ich nicht schrieb, Duke, ist – dass es sich für mich stimmig anfühlt, was geschah. Ebenso wie damals bei meinem Bruder, auch wenn es ein tieferer Schmerz und über Jahre dauernde Fassungslosigkeit war. Ein Lebenskreis hat sich geschlossen und ist vollendet. Ein flammender Kreis katapultiert ins Universum, vereint mit allen anderen Flammen vergangener Leben. Keita Richard war auch im Zeichen der Fische geboren, so wie du. Das hat eine große Nähe zwischen ihm und mir gezaubert, weil mir diese besondere Sensibilität und Phantasie so nah war, mir so gemäß. Wir verstanden uns auf den ersten Blick ohne Worte. Ja, Keita hatte keine Todesangst. Man konnte ohne jede Scheu mit ihm über diese letzten Dinge sprechen, er war ein tief spiritueller Mensch, was ihm in die Wiege gelegt war. Da war nichts Angelesenes, es kam tief aus seiner Seele, diese Gewissheit, dass alles gut ist, was uns am Ende widerfährt, auf dieser letzten Reise.
Wie gerne würde ich dir von meiner tiefen Ruhe und Zuversicht, ja Heiterkeit in dieser Hinsicht abgeben. Diese Gewissheit hat keinen Hintergrund, der auf einer Religion beruhen würde, die ich praktiziere. Ich bin weder Christin noch Buddhistin noch Muslimin, noch bete ich namentlich nennbare Gottheiten an. Mir ist der Lauf der Sonne und der Regen und der Wind und die Musik Religion genug. Aber so war es schon immer. Ich respektiere alles und jeden, woran jemand glaubt. Jedoch dieser tiefe Frieden, den ich nun damit habe, ist ein Geschenk der späten Jahre, die mir das Universum mit seinem Füllhorn bereitet. Vielleicht, weil ich viele Verluste zu beklagen hatte, musste ich sehr viel unternehmen, um die irdische Existenz als die ebenso schöne Seite zu sehen. Die Idee von Erlösung war aber immer mit dem Ende der körperlichen Existenz verbunden, eine seltsame tiefe Gewissheit. Es ist schon gut, aber es kann sogar noch besser werden. Ich freue mich auf diese letzte Reise ins Ungewisse. Sehr. Und habe dabei keine Todessehnsucht in diesen Tagen mehr. Ich möchte sogar Hundertsieben werden. Und dann ist es aber auch gut. Naja, Hundertsieben ist schon wirklich lange. Ich denke, ich habe noch so viel zu tun und zu geben, da brauche ich einfach noch ein ordentliches Päckchen Jahre zum Fertigwerden, bevor ich zu den Sternen fliege.
(aus einer Mail vom 3. August 2013)

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02. August 2013

Ein Nachmittag, den ich nie vergessen werde.
Heute, gegen vierzehn Uhr dreißig habe ich durch einen Anruf meines Neffen Valerian erfahren, dass sein großer Bruder ertrunken ist. Ich bin selbst erstaunt, wie gefasst ich in der Lage bin, das noch am selben Tag in dieses Fenster zu schreiben, in dem man Blogeinträge erstellt. Mein Neffe Richard Keita, ist zum Schwimmen an einen Fluß gegangen und nicht wiedergekehrt. Man fand ihn. Da war er schon im ewigen Meer der Gezeiten. Ganz bestimmt bei meinem lieben Bruder, der ihn, seinen erstgeborenen Sohn liebte, wie man ein Kind nur lieben kann. Mein Bruder saß auf dem Teppich, mit gekreuzten Beinen und spielte Gitarre, aber in der Kuhle, in seinem Schoß, saß sein neugeborener Sohn, so habe ich die beiden oft gesehen. Richard Keita hatte seinen Vater nur gute zwei Jahre, dann geschah der blöde Unfall. Aber er hat das dickste, fetteste Paket Liebe mitbekommen, das man sich vorstellen kann. Und das hat man immer gespürt. Er war ein sensibler junger Mann, voller Liebe und Sanftheit. Und er spielte Gitarre, wie sein Vater. Die Stratocaster kam abhanden, aber seine Les Paul hat er über alles geliebt und gespielt. Ich glaube, ich werde die Kommentare bei diesem Eintrag deaktivieren, nicht weil ich es nicht ertragen würde, sondern weil ich fürchte, dass sich Leser unbekannterweise genötigt fühlen, die dann üblichen Beileidskommentare zu hinterlassen. Obwohl, das wäre eigentich auch nicht wirklich schlimm. Ich will nur sagen, ich weiß, dass er zuhause ist, da wo er endlich mit seinem Vater Gitarre spielen kann. Und das gibt mir großen Frieden. Ich bin nicht verzweifelt, denn alles war gut. Wir hatten immer ein schönes, wenn auch unregelmäßiges Neffe-Tante-Verhältnis. Zuletzt sprachen wir ungefähr im Februar am Telefon miteinander. Er wollte mit seinem Bruder Valerian nach Berlin kommen und ich bot an, sie könnten in meinem Atelier übernachten, eine große Matratze organisieren und alles prima. Aber erst wenn es schön ist in Berlin, warm. Ja, das machen wir, wenn es wärmer ist, dann ist Berlin erst richtig schön. Jetzt musst du dir das alles von der Wolke da oben angucken, mein kleiner Fisch. Es hat mir viel bedeutet, dich vor achtundzwanzig Jahren in den Armen zu halten, neugeboren, selig blinzelnd. Du hast mir mein eigenes Kind mit einem Blick zurückgeschenkt. Und dafür danke ich dir. Für immer und ewig.
P.S. ich wollte dir noch sagen, du hast auf deinem Facebook-Profil unter einem Foto, das ich von dir gemacht habe, geschrieben: Photograph: Valerian Seethaler. Das Bild war aber von mir. Ich verzeihe dir, du hast den Kommentar erst letztes Jahr druntergeschrieben, unter das Bild von 2010. Im Mai war das. Das sind die Bilder. Du mochtest sie sehr. Das weiß ich noch. Ich denke, es ist okay für dich, wenn ich hier den Link einklebe. Du musst dich übrigens daran gewöhnen, dass ich jetzt, wo du dich da oben bei Jimi und deinem Vater rumtreibst, direkt anspreche. Ich bin das so gewohnt. Mein Bruder, also dein Vater, und ich machen das auch immer so. Weißt du Bescheid. Ich lasse die Kommentare doch offen. Alles ist gut. Schlaf gut, mein kleiner Fisch.
Deine Tante
Gaga

30. Juli 2013

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77473536&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
DSCHUNGELSANG Text u. Musik Duke Meyer, 1991 watch on youtube
Und zur Verzierung ein Zierpälmchen drauf. Nein, das geht jetzt nicht immer so weiter. Im nächsten Opus könnte Gaga Nielsen wieder auftauchen. Ich habe da schon etwas im Hinterkopf. Obwohl in meinem Archiv noch einige Aufnahmen mit Duke sind, aber man muss dem Leser ja auch Abwechslung bieten. Früher gab es ja jede Menge Bilder hier von mir. Aber davon ruhe ich mich noch ein Weilchen aus. Wer hat schon in den letzten Jahren Tausende Bilder von sich ins Netz gestellt. Fällt mir im Moment nur eine gewisse Frau Nielsen ein. Cosmic hat Zweitausendzehn ein sehr schönes Lied geschrieben. Schwesterbraut. Das geht mir in den letzten Tagen durch den Kopf. Ich habe ungefähr sieben verschiedene Versionen davon. Sämtliche Entwicklungsstadien. Er gab mir durch ein Passwort Zugriff auf sein nicht öffentliches online-Arbeitsarchiv, was ich als großes Privileg und Vertrauensbeweis empfand. Ich war ja damals mit meinen Visuals auch Teil des Projektes, und so konnte ich die Entwicklung, den Arbeitsfortschritt, den work in progress seiner Songs immer verfolgen und ihm Feedback geben, aber auch die Dateien downloaden. Und so habe ich alle Versionen von Schwesterbraut abgespeichert. Nicht von allen Liedern, an denen er arbeitete, nur von diesem. Die vierte oder fünfte oder siebte gefällt mir am besten. Das hat jetzt gar nichts mit Duke zu tun, aber es gibt eine Parallele. Ich habe noch Material von beiden. Und beide haben Songs geschrieben, von denen ich Aufnahmen in der Schublade habe, die sonst niemand hat, die nie veröffentlicht wurden. Ich bin sehr froh darüber, dass von beiden genug Vertrauen da ist, mir freie Hand damit zu lassen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich glaube Cosmic ist noch in der GEMA, falls er nicht schon gekündigt hat. Beide unterstützen jetzt diese neue Verwertungsgesellschaft, die sich gerade in Gründung befindet, die Cultural Commons Commons Collecting Society (C3S). Wie auch immer, ich verwerte schon mal. Ach ja, der Dschungelsang. 1991 hat er ihn geschrieben. Damals waren die Grünen als Partei ungefähr so lange unterwegs wie jetzt die Piraten. In dem Geist ist der Dschungelsang sicher auch ein bißchen beheimatet. Dukes Dschungelsang kommt aber unbedingt von Herzen, da ist nichts Aufgesetztes, Übergeholfenes. Die Motivation folgte keinem trendbewussten Zeitgeist. Er ist der Wildnis ganz nah, er ist selbst ein Wilder. Wenn er auch nicht im Dschungel lebt. Das wird er immer sein. Er kann gar nicht anders. Ein sehr besonderes Wesen auf unserem Planeten. Man muss das nicht alles mögen oder verstehen, was er macht, aber es kommt immer aus dem Urgrund seines Feuers, seines Seins. Viel könnte man, ich, über ihn schreiben. Aber wir wollen es nun dabei belassen. Den Spruch habe ich von Harald Glööckler, der diesen königlichen Satz gerne benutzt, wenn er es vorzieht, sich zurückzuziehen. Auch ich ziehe mich nun ins Private zurück. Ins noch Privatere als mein Blog. Ja, aber sicher doch, ja, das gibt es. Mein Bett. Allen eine gute Nacht.

28. Juli 2013

Du bandest mir Schleifen
Die überließ ich dem Wind

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77473509&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
ICH FOLGE DEN PFERDEN Text u. Musik Duke Meyer, 1988 watch on youtube
Die im Eisfach vergessene Flasche Weißwein ist zum Sorbet geronnen, nein gewonnen. Die vergessenen – nein vergrabenen Aufnahmen aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Verrückt. Diese Nacht. Was kann ich Besseres machen, als bei offenem Nachtfenster einen weiteren Film hochladen. Ich kann dazu sagen, so träume ich. Nicht nur nachts. Es ist fertig, wenn es einem Traum entsprungen ist. Und die sind zeitlos. Waren es immer. Nur die Wirklichkeit hat es manchmal schwer mit ihnen. Mit meinen Träumen. Obgleich hier ganz bestimmt einer der größten Träumer zu sehen und zu hören ist, der mir je begegnete, war er es, der mich eines Tages als weltfremd bezeichnete. Das war nicht als Kompliment gemeint. Ist das verrückt? Ich kann mich nicht mehr genau an den Zusammenhang erinnern. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass ich manche Bereiche der Welt ausblenden muss, um innerlich zurechtzukommen. Aber das macht er sicher auch. Ich hatte vielleicht nur andere Selektionsparameter bei meinen Scheuklappenimpulsen. Ach, ich weiß es nicht mehr. Alles lange her. Aber immer noch schön, dieser getrommelte Erdendonner. Hypnotisch. Mag ich immer noch sehr. Was man so schreibt. Spät in der Nacht, allein daheim. Und wieder schläft der Fuß mir ein. Mal schauen, ob der Wein wieder Wein ist. Der gute Silvaner. Sehr gut lassen sich Fenster mit großen, weißen Badetüchern verhängen. Hat heute gut funktioniert. Keinen Fuß nach draußen gesetzt, mich nur von diesen alten Aufnahmen hypnotisieren lassen. Zweieinhalb Versionen davon gab es. Das Schwierigste ist manchmal die Wahl der Qual schreibe ich hier gerade wirr. Die Qual der Wahl. Erstaunlich ähnlich die drei Aufnahmen. Bei der letzten Sichtung dann kurzen Prozess, einmal hat er sich verspielt, kam aus dem Rhythmus und schaute mich im selben Moment an, was aus dem Konzept gebracht wirkte. Also weg, nicht weiter damit aufhalten. Und die Tonspuren synchronisieren ist auch immer aufwändig, ein bißchen Gefummel. Bei so starken Überblendungen kann man nicht mehr mit der Original Audiodatei, die mit dem Clip verbunden ist, arbeiten. Duch die Überblendungen gibt es Schwankungen in der Lautstärke, es versuppt bei den Übergängen. Aber wen interessiert das im Detail. Als ob überhaupt jemand realisieren würde, dass ich bis zum Exzess mit Überblendungen arbeite, die als solche nicht mehr erkennbar sind. Nur um diesen Gaga Nielsen-Spirit zu produzieren, mit diesem irritierenden human touch von Unregelmäßigkeiten in den Traumsequenzen. So ist das. Man muss also Tonspuren extrahieren, separat verfügbar machen. Keine Raketenwissenschaft, ich bin ja geübt. Opus Achtzig immerhin, ich habe ein wenig Erfahrung gesammelt, in den letzten neun Jahren. Mal sehen, ob der Film jetzt fertig konvertiert ist. Dann kann und darf und soll es in die Welt, das junge, wilde Pferd.

26. Juli 2013


Mick war und ist natürlich wichtig auf unserem Planeten. Happy Birthday! Fast, aber nur fast vergessen. Man wird ja immer an alles Wichtige erinnert, wenn man sich bei gmx einloggt. Sehr praktisch. Am Schönsten fand ich ihn ja während dieser Phase, als er bei dem Konzert im Hyde Park dieses weiße Minikleid mit Rüschenärmeln anhatte. Das gefältelte weiße Röckchen stand ihm schon unheimlich gut. Das hat Maßstäbe in Sachen Anmut gesetzt. Ich meine: er hat trotzdem nicht wie ein Mädchen ausgesehen. Deswegen hat das Röckchen ja so gerockt. Gut, dass man wenigstens niemandem erklären muss, wer Mick Jagger ist. Neulich übrigens, beruhigenderweise, auch empörte Blicke geerntet, als ich in einer Runde in Anwesenheit Anfang zwanzigjähriger Frauen anheimstellte, dass die eine oder andere vielleicht nicht wüsste, wer Iggy Pop ist. Es ging um Berlin und Blixa und Nick und Jim Jarmusch und das Ex und Pop und den Dschungel und wer da so hinging und so weiter und so fort. Da war ich endlich mal vollumfänglich auskunftsfähig, auch ohne Google. Bin ich ja beruhigt. Also wegen Iggy. Ich stoße auf jeden Fall heute noch mal mit Mick an. Ansonsten im luftigen Drinnen bleiben und den schattigen Abend genießen. Ach ja, fällt mir noch ein, neulich mal wieder „Performance“ geguckt, auf dem neuen, selten benutzten HD-Fernseher, den Film mit Anita Pallenberg, wo sich die beiden in dieser verschleierten Hippie-Villa in London mit marrokanischem Interieur der Pilzzucht und körperlichen Liebe hingeben. Nachdem ich Keefs LIFE studiert hatte, noch mal interessanter, wenn man die Hintergrundgeschichte kennt, wie sich Keith Richards in einem Hotelzimmer ein paar Häuser weiter vor Eifersucht gequält hat, weil er ahnte, dass da was geht zwischen Mick und Anita, während des Drehs, und es regnete, und da fällt ihm auf dem Bett liegend, frustriert, Gimme Shelter ein. Ich liebe solche Geschichten aus dem Nähkästchen. Könnte ich mich stundenlang dafür begeistern. Aber natürlich nicht von jedem. Jedenfalls Mick ist in dem Film als ein zugedröhnter Super-Rockstar zu sehen, mit anderen Worten, als er selbst. Besonders mit Kajal sah er noch verschärfter aus, und die Haare wurden damals für den Film dunkler gefärbt. Manche Männer können ein bißchen Augen Make up gut vertragen. Aber es muss natürlich zum Typ passen. Wenn Sie also ungefähr die Allure von Jagger haben, diesen gewissen androgynen Einschlag, dann geht das sehr gut. Aber Vorsicht in reiferen Jahren. Man möchte dann ja auch nicht wie Alice Cooper aussehen. Sie wissen, was ich meine. Also noch mal: alles Gute Mick, bleib fit und genieße die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte, ich halte dir die Stange. Äh – ja. Rock on!