31. Oktober 2014

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Meine Analyse des Bildmaterials hat ergeben, dass die Polizei Wien ihre vorbildliche Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen wollte und hochmotiviert war, mir exclusives, werbeträchtiges Bildmaterial liefern. Die Beamten wussten natürlich, dass es größere Kreise im Internet ziehen würde, wenn sie sich langatmig und recht dekorativ in der Plankengasse vor einem exclusiven Handschuh-Geschäft aufhalten und Ermittlungstätigkeit mit einem beliebigen, unschuldigen Passanten simulieren, egal, ob es etwas zu ermitteln gibt oder nicht. Der Wiener ist ein Schlitzohr, das ist ja allgemein bekannt. Ich habe dann kurzerhand mitgespielt und die Sache abfotografiert, obwohl ich mich eigentlich mehr für die Ansammlung von Antiquitätengeschäften interessiert habe. Aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Daher nun meine Bitte: bewerben Sie sich bei der Wiener Polizei!
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Wiener Polizei sucht Nachwuchs
Seit 2009 werden jährlich in Wien 450 Polizistinnen und Polizisten aufgenommen. Nur wenige Berufe bieten so vielfältige Chancen – und so viel Abwechslung.
Wollen Sie Polizistin oder Polizist werden?
Die Wiener Polizei wird 2014 (!) neue weibliche (!!) und männliche (!!!) Vertragsbedienstete aufnehmen und für die künftige Verwendung im Exekutivdienst ausbilden. Sie suchen einen Beruf in dem Sie für die Gesellschaft Verantwortung übernehmen, hohe menschliche Kompetenz einbringen und sich großen (!!!!) Herausforderungen stellen können? All dies und noch viel mehr bietet Ihnen der krisensichere (!!!!!) Polizeiberuf. Nach der zweijährigen bezahlten (!!!!!!), theoretischen und praktischen Ausbildung bestehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten, sowohl in Zivil als auch in Uniform (!!!!!!!), in den unterschiedlichsten Dienststellen der Wiener Polizei. Sie haben auch die Chance – durch weitere Ausbildungen – bei der Polizei Karriere (!!!!!!!!) zu machen. Nähere Auskünfte unter der Telnr. 01/31310/76225 oder per Mail unter aufnahme-wien@polizei.gv.at
Landespolizeidirektion Wien
Büro Organisation, Strategie und Dienstvollzug
Aufnahme – VB/S
Ausstellungsstraße 44
1020 Wien
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: : alle Wiener Geschichten : :

29. Oktober 2014

Eintrag ohne Bild. Heute habe ich meine erste Lesebrille hergezeigt. Gestern war sie fertig. Sie hat also am 28. Oktober Geburtstag. Wie Berlin. Und kid37. Und mein Freund Victor in Wien. Schon vier Geburtstagskinder, die mir nahe stehen. Aber ich wollte von meiner allerersten Lesebrille berichten. Ich habe seit ungefähr – wenn ich ganz, ganz ehrlich bin – ungefähr einem Jahr, Probleme, bei gemütlicher Beleuchtung einen Faden in eine Nähnadel einzuführen. Sagt man einführen? Das klingt so medizinisch. Halt! Einfädeln heißt das Wort. Einfädeln. Man wird nicht jünger, Die Worte fallen einem manchmal erst beim zweiten oder dritten Grübeln ein. Also die Brille. Immer schon trage ich gerne Brillen. Sonnenbrillen. Sonnen-Brillen. Viele habe ich davon. Und nun gestehe ich, dass ich nicht nur gestern meine erste richtige Lesebrille vom Optiker geholt habe, sondern mir auch schon (weil ich eben zum Nähen – ganz selten natürlich! – eine Seh-Hilfe haben wollte, wenn mal eine kleine Naht repariert werden muss, also ungefähr ein- bis zweimal im Jahr, und wenn es gerade nicht taghell ist), vor ungefähr einem halben Jahr, mal eine Brille bei Roßmann für ungefähr 3 Euro Fünzig geholt habe. Es war, als ob man durch zwei Vergrößerungsgläser schaut. Der Faden konnte ganz leicht eingefädelt werden. Ich konnte nähen. Ohne löchrigen Saum konnte ich wieder unter Leute gehen. Dann begab es sich, dass ich auf einmal gemerkt habe, dass ich morgens in der S-Bahn die Buchstaben nicht mehr so gut erkennen kann, wenn ich ein Buch in ungefähr vierzig Zentimeter Entfernung halte. Wenn ich das Buch dann auf den Schoß gelegt habe, konnte ich wieder ganz flüssig lesen. Also nur eine Frage der Entfernung. Man wird nicht jünger! Ich war ja schon stolz, dass es erst ungefähr zehn Jahre später eingetreten ist, als vom Augenarzt bei einer Routineuntersuchung mit 39 angedroht. Damals hatte ich angeblich 120 Prozent Sehfähigkeit. Irgendetwas muss seitdem passiert sein. Ich konnte schon noch in der S-Bahn lesen, ich musste nur ein wenig mehr auf meine Körperhaltung achten. Wenn ich mich ganz, ganz gerade hingesetzt habe: so gut wie kein Problem. Ausreichender Abstand zum Buch auf meinen Hosenbeinen. Na ja. Man ahnt schon, worauf ich hinauswill. Es ist doch manchmal ein bißchen anstrengend, in aller Herrgottsfrüh so sehr gerade sitzen zu müssen. Ich rate dann auch manchmal, was ungefähr im Buch steht. Vieles kann man sich ja auch zusammenreimen, wenn in etwa bekannt ist, wovon das Buch handelt. Man erkennt Wörter ja auch vor allem an der Silhouette. Wenn es morgens schon sonnig hell ist in der S-Bahn, und ich ausgeruht bin, geht es fast wie früher. Manchmal bin ich selbst überrascht, wie scharf die Buchstaben aussehen können. Aber eben nicht immer. Ich glaube, das geht nicht mehr ganz weg. Und deswegen habe ich mir neulich, vor zwei Wochen überlegt, ich gehe zum ersten mal in meinem Leben in ein Brillengeschäft, wo man seine Augen messen lassen kann und auch ein Gestell aussuchen. Zuerst habe ich ein Gestell ausgesucht. Das war nicht so einfach, weil mir wichtig war, dass ich mit Lesebrille nicht ausschaue wie Nana Mouskouri. Nichts gegen Nana Mouskouri, aber ich möchte einfach nicht wirken, als ob ich sie imitiere! Wer möchte schon ein billige Kopie sein! Also kam so eine schwarzgeränderte viereckige Brille schon mal gar nicht in Frage. Die Kinderbrillen, so Herrmann Hesse- oder Norbert Blüm-Modelle fand ich ganz in Ordnung. Dann habe ich aber ein Modell für mich gefunden, das 1. nicht aussieht wie Nana Mouskouri und 2. ein bißchen extravagant und 3. hoffentlich nicht peinlich. Und gestern war es fertig. Heute habe ich die Brille vorgeführt, also Menschen, die mich kennen. Eine hat mich besonders gelobt, das war mir wichtig, weil sie selber Brillen-Profi ist, sie hat selber schon lebenslänglich Brillen tragen müssen. Vor ihrem geistigen Auge hat sich sofort ein Kaffeehaus-Szenario entwickelt, in dem ich mit einem Buch im Café sitzend vorkomme, und ein Mann, der auch im Café ist, so an mir vorbeigeht und dann innehält und unsere Blicke streifen sich über meinen Brillenrand hinweg! Und dann: Peng! Also in ihrem Kopf war gleich so ein sehr flirtiger Liebesfilm-Blockbuster, hatte ich so den Eindruck. Das hat mir natürlich Auftrieb gegeben. Auch Auftrieb hat mir gegeben, dass ich heute Abend bei Apollo-Optik, wo ich die Brille nicht gekauft habe, ein Kompliment für meine (im Etui befindliche) Brille erhalten habe. Die Apollo-Mitarbeiterin hat also das Konkurrenz-Produkt gelobt, es sei ein sehr schönes, ausgefallenes Modell. Leider habe ich noch kein Foto davon gemacht. Aber das kommt bestimmt noch. Ich könnte mir auch vorstellen, dass mein nächstes Opus von meinem ersten Nasenfahrrad handelt. Nun habe ich auch ein hübsches Etui dafür erstanden. Bei Apollo-Optik. Wo die Brille nicht her ist! Das Gestell ist so klein und oval und die Farbe so zweifarbig, braun und hell, so ein bißchen wie ein ganz kleines Giraffenmuster. Auch sehe ich jetzt ein bißchen aus, als hätte ich damit recht gute Chancen, die Bundesrepublik Deutschland als nächste Bundespräsidentin zu vertreten. Es ist so ein Modell, das man so ein bißchen unterhalb der Augen sitzen hat, so auf der Nasenspitze, damit man noch drüber schauen kann. Im Moment, wo ich das tippe, habe ich sie nicht auf. Computer schreiben geht noch ohne. Wenn ich sie aufhätte, wäre der Bildschirm verschwommen. Also, ich freue mich schon ein bißchen darauf, wenn es wieder echten Grund gibt, sie aufzusetzen. Ich sehe es als ein neues Produkt in meinem Leben, mit dem man ganz neue Erfahrungen machen kann. Heute habe ich schon mal geübt, wie es ist, die Brille auf- und abzusetzen, auf ein Buch zu legen oder ein Blatt Papier. Das sieht auch sehr dekorativ aus, wenn sie so da liegt. Ist ja auch ein Dekorationsgegenstand! Also ich bin ganz zufrieden. Wollte ich nur schnell möglichst aktuell hier vermerken.

30. Oktober 2014

Vor ungefähr einer dreiviertel Stunde habe ich mir endlich frei gegeben. Ich muss da nicht hin. Ich will heute Abend nirgendwo hin. Ich bin weder depressiv noch sonstwie schlecht drauf. Ich habe (ganz friedlich) keine Lust auf Menschenansammlungen. Ja, sicher, das ist schade, dass ich nicht im Delphi bin, bei der kleinen Premiere von Herrn Wenders. Ich bedaure auch, dass ich ausgerechnet heute keine Lust habe, mich herzurichten und Kontakte zu knüpfen. Kommt schon mal vor. Wenn die Götter meinen, ich müsste irgendwelche Leute dringend treffen, dann ergibt sich das auch ein andermal. Nebenan eröffnet C/O. Nicht nebenan von hier, da war C/O vorher. Jetzt nebenan Delphi. Charlottenburg lebt auf, was mich freut. Ich habe die Bauarbeiten verfolgt und vorgestern sah es noch aus, als ob die Steinsetzer womöglich nicht mit dem Kopfsteinpflaster fertig werden. Ich dachte, ich gehe vielleicht zuerst zu dieser Filmvorführung und dann zwischendurch mal rüber, Jan aufgabeln oder so. Aber mir ist nach nichts dergleichen. Aber die Wahl gehabt zu haben, war auch schön. Ich bin jetzt zuhause in meiner warmen Wohnung (es ist kalt geworden draußen) und lasse The Voice nebenher laufen. Und langsam fühle ich mich wieder ausgeruht. War nicht mein Tag für großartige Aktivitäten. Ich hatte mich, als ich noch dachte, ich kriege es hin, ins Delphi zu gehen, insgeheim darüber amüsiert, wie Herr Wenders aus der Wäsche gucken würde, wenn ich da rumsitze, weil ich ihn manchmal hier herumgurken sehe, auf dem Fahrrad oder unten im Al Contadino oder im Alten Europa (bzw. er mich). Dann dachte ich aber auch, er hat ja eine Frau, die da vielleicht auch ist, und ich will mir nur ein Späßchen machen und die Nachbarschaft verifizieren und vielleicht ein bißchen fotografieren und dann ist er befangen, weil die Frau alles im Blick hat. Was einem so durch den Kopf geht. Er wird nächstes Jahr auch schon Siebzig, aber wirft die Haare noch mit einer Geste wie ein Endzwanziger. Ich finde ihn wirklich sympathisch. Aber mehr nun nicht. Solche ungleichen Verhältnisse stiften nur Verwirrung.

30. Oktober 2014

Vor ungefähr einer dreiviertel Stunde habe ich mir endlich frei gegeben. Ich muss da nicht hin. Ich will heute Abend nirgendwo hin. Ich bin weder depressiv noch sonstwie schlecht drauf. Ich habe (ganz friedlich) keine Lust auf Menschenansammlungen. Ja, sicher, das ist schade, dass ich nicht im Delphi bin, bei der kleinen Premiere von Herrn Wenders. Ich bedaure auch, dass ich ausgerechnet heute keine Lust habe, mich herzurichten und Kontakte zu knüpfen. Kommt schon mal vor. Wenn die Götter meinen, ich müsste irgendwelche Leute dringend treffen, dann ergibt sich das auch ein andermal. Nebenan eröffnet C/O. Nicht nebenan von hier, da war C/O vorher. Jetzt nebenan Delphi. Charlottenburg lebt auf, was mich freut. Ich habe die Bauarbeiten verfolgt und vorgestern sah es noch aus, als ob die Steinsetzer womöglich nicht mit dem Kopfsteinpflaster fertig werden. Ich dachte, ich gehe vielleicht zuerst zu dieser Filmvorführung und dann zwischendurch mal rüber, Jan aufgabeln oder so. Aber mir ist nach nichts dergleichen. Aber die Wahl gehabt zu haben, war auch schön. Ich bin jetzt zuhause in meiner warmen Wohnung (es ist kalt geworden draußen) und lasse The Voice nebenher laufen. Und langsam fühle ich mich wieder ausgeruht. War nicht mein Tag für großartige Aktivitäten. Ich hatte mich, als ich noch dachte, ich kriege es hin, ins Delphi zu gehen, insgeheim darüber amüsiert, wie Herr Wenders aus der Wäsche gucken würde, wenn ich da rumsitze, weil ich ihn manchmal hier herumgurken sehe, auf dem Fahrrad oder unten im Al Contadino oder im Alten Europa (bzw. er mich). Dann dachte ich aber auch, er hat ja eine Frau, die da vielleicht auch ist, und ich will mir nur ein Späßchen machen und die Nachbarschaft verifizieren und vielleicht ein bißchen fotografieren und dann ist er befangen, weil die Frau alles im Blick hat. Was einem so durch den Kopf geht. Er wird nächstes Jahr auch schon Siebzig, aber wirft die Haare noch mit einer Geste wie ein Endzwanziger. Ich finde ihn wirklich sympathisch. Aber mehr nun nicht. Solche ungleichen Verhältnisse stiften nur Verwirrung.

29. Oktober 2014

Eintrag ohne Bild. Heute habe ich meine erste Lesebrille hergezeigt. Gestern war sie fertig. Sie hat also am 28. Oktober Geburtstag. Wie Berlin. Und kid37. Und mein Freund Victor in Wien. Schon vier Geburtstagskinder, die mir nahe stehen. Aber ich wollte von meiner allerersten Lesebrille berichten. Ich habe seit ungefähr – wenn ich ganz, ganz ehrlich bin – ungefähr einem Jahr, Probleme, bei gemütlicher Beleuchtung einen Faden in eine Nähnadel einzuführen. Sagt man einführen? Das klingt so medizinisch. Halt! Einfädeln heißt das Wort. Einfädeln. Man wird nicht jünger, Die Worte fallen einem manchmal erst beim zweiten oder dritten Grübeln ein. Also die Brille. Immer schon trage ich gerne Brillen. Sonnenbrillen. Sonnen-Brillen. Viele habe ich davon. Und nun gestehe ich, dass ich nicht nur gestern meine erste richtige Lesebrille vom Optiker geholt habe, sondern mir auch schon (weil ich eben zum Nähen – ganz selten natürlich! – eine Seh-Hilfe haben wollte, wenn mal eine kleine Naht repariert werden muss, also ungefähr ein- bis zweimal im Jahr, und wenn es gerade nicht taghell ist), vor ungefähr einem halben Jahr, mal eine Brille bei Roßmann für ungefähr 3 Euro Fünzig geholt habe. Es war, als ob man durch zwei Vergrößerungsgläser schaut. Der Faden konnte ganz leicht eingefädelt werden. Ich konnte nähen. Ohne löchrigen Saum konnte ich wieder unter Leute gehen. Dann begab es sich, dass ich auf einmal gemerkt habe, dass ich morgens in der S-Bahn die Buchstaben nicht mehr so gut erkennen kann, wenn ich ein Buch in ungefähr vierzig Zentimeter Entfernung halte. Wenn ich das Buch dann auf den Schoß gelegt habe, konnte ich wieder ganz flüssig lesen. Also nur eine Frage der Entfernung. Man wird nicht jünger! Ich war ja schon stolz, dass es erst ungefähr zehn Jahre später eingetreten ist, als vom Augenarzt bei einer Routineuntersuchung mit 39 angedroht. Damals hatte ich angeblich 120 Prozent Sehfähigkeit. Irgendetwas muss seitdem passiert sein. Ich konnte schon noch in der S-Bahn lesen, ich musste nur ein wenig mehr auf meine Körperhaltung achten. Wenn ich mich ganz, ganz gerade hingesetzt habe: so gut wie kein Problem. Ausreichender Abstand zum Buch auf meinen Hosenbeinen. Na ja. Man ahnt schon, worauf ich hinauswill. Es ist doch manchmal ein bißchen anstrengend, in aller Herrgottsfrüh so sehr gerade sitzen zu müssen. Ich rate dann auch manchmal, was ungefähr im Buch steht. Vieles kann man sich ja auch zusammenreimen, wenn in etwa bekannt ist, wovon das Buch handelt. Man erkennt Wörter ja auch vor allem an der Silhouette. Wenn es morgens schon sonnig hell ist in der S-Bahn, und ich ausgeruht bin, geht es fast wie früher. Manchmal bin ich selbst überrascht, wie scharf die Buchstaben aussehen können. Aber eben nicht immer. Ich glaube, das geht nicht mehr ganz weg. Und deswegen habe ich mir neulich, vor zwei Wochen überlegt, ich gehe zum ersten mal in meinem Leben in ein Brillengeschäft, wo man seine Augen messen lassen kann und auch ein Gestell aussuchen. Zuerst habe ich ein Gestell ausgesucht. Das war nicht so einfach, weil mir wichtig war, dass ich mit Lesebrille nicht ausschaue wie Nana Mouskouri. Nichts gegen Nana Mouskouri, aber ich möchte einfach nicht wirken, als ob ich sie imitiere! Wer möchte schon ein billige Kopie sein! Also kam so eine schwarzgeränderte viereckige Brille schon mal gar nicht in Frage. Die Kinderbrillen, so Herrmann Hesse- oder Norbert Blüm-Modelle fand ich ganz in Ordnung. Dann habe ich aber ein Modell für mich gefunden, das 1. nicht aussieht wie Nana Mouskouri und 2. ein bißchen extravagant und 3. hoffentlich nicht peinlich. Und gestern war es fertig. Heute habe ich die Brille vorgeführt, also Menschen, die mich kennen. Eine hat mich besonders gelobt, das war mir wichtig, weil sie selber Brillen-Profi ist, sie hat selber schon lebenslänglich Brillen tragen müssen. Vor ihrem geistigen Auge hat sich sofort ein Kaffeehaus-Szenario entwickelt, in dem ich mit einem Buch im Café sitzend vorkomme, und ein Mann, der auch im Café ist, so an mir vorbeigeht und dann innehält und unsere Blicke streifen sich über meinen Brillenrand hinweg! Und dann: Peng! Also in ihrem Kopf war gleich so ein sehr flirtiger Liebesfilm-Blockbuster, hatte ich so den Eindruck. Das hat mir natürlich Auftrieb gegeben. Auch Auftrieb hat mir gegeben, dass ich heute Abend bei Apollo-Optik, wo ich die Brille nicht gekauft habe, ein Kompliment für meine (im Etui befindliche) Brille erhalten habe. Die Apollo-Mitarbeiterin hat also das Konkurrenz-Produkt gelobt, es sei ein sehr schönes, ausgefallenes Modell. Leider habe ich noch kein Foto davon gemacht. Aber das kommt bestimmt noch. Ich könnte mir auch vorstellen, dass mein nächstes Opus von meinem ersten Nasenfahrrad handelt. Nun habe ich auch ein hübsches Etui dafür erstanden. Bei Apollo-Optik. Wo die Brille nicht her ist! Das Gestell ist so klein und oval und die Farbe so zweifarbig, braun und hell, so ein bißchen wie ein ganz kleines Giraffenmuster. Auch sehe ich jetzt ein bißchen aus, als hätte ich damit recht gute Chancen, die Bundesrepublik Deutschland als nächste Bundespräsidentin zu vertreten. Es ist so ein Modell, das man so ein bißchen unterhalb der Augen sitzen hat, so auf der Nasenspitze, damit man noch drüber schauen kann. Im Moment, wo ich das tippe, habe ich sie nicht auf. Computer schreiben geht noch ohne. Wenn ich sie aufhätte, wäre der Bildschirm verschwommen. Also, ich freue mich schon ein bißchen darauf, wenn es wieder echten Grund gibt, sie aufzusetzen. Ich sehe es als ein neues Produkt in meinem Leben, mit dem man ganz neue Erfahrungen machen kann. Heute habe ich schon mal geübt, wie es ist, die Brille auf- und abzusetzen, auf ein Buch zu legen oder ein Blatt Papier. Das sieht auch sehr dekorativ aus, wenn sie so da liegt. Ist ja auch ein Dekorationsgegenstand! Also ich bin ganz zufrieden. Wollte ich nur schnell möglichst aktuell hier vermerken.

28. Oktober 2014



https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554

Kurkonditorei Oberlaa. Das muss man sich bitte auf der Zunge zergehen lassen. Der Besuch einer traditionsreichen Konditorei quasi als Kuranwendung. Wer wollte da Widerworte geben. Ich war leider auch da nicht drin. Obwohl es mir bestimmt nicht geschadet hätte. Sehr wird auf qualitätvolle Zutaten ohne künstliche Zusatzstoffe geachtet. Die vitalen Aromen stehen ganz im Vordergrund! Und bei der Tortenauswahl ist ja nun wirklich für jeden etwas dabei. Glutenfreie Kurbadtorte vorneweg! Die Wiener Zuckerbäcker haben einfach den Dreh raus. Aber ich musste ja weiter, den schönen ersten Bezirk bis in den letzten Winkel für die Nachwelt dokumentieren. Es half ja alles nichts. In der Ecke, am „Neuen Markt“, so heißt der Platz, hat Wien wieder besonders viel Ähnlichkeit mit Paris gehabt. Direkt zum Verwechseln. Die schönen rundumlaufenden Schnörkelbalkone und das geschlossene Zuckerbäckerwerk an den Fassaden. Das Gesicht europäischer Metropolen vor der Zerstörung des zweiten Weltkriegs. Häuser, wie es sie auch in Berlin gab. Weder Paris noch Wien sind annähernd so ins Herz getroffen worden, wie Berlin. Ist ja alles bekannt. Man begreift es aber erst, wenn man alte Bildbände von Berlin vor der großen Bombardierung 1943 sieht. Wenn man ein Herz für Berlin hat, muss man dann ein bißchen weinen. Ich habe in der Tat geweint, als ich Paris gesehen habe. Wegen Berlin. Ich habe so einen Bildband. Ganz viele Schwarzweißfotos sind drin. Eine Zuckerbäckerfassade und eine Kuppel neben der anderen. So wie die Ecke Unter den Linden, wo das Kronprinzenpalais steht. Und so weiter und so fort. Das schöne Haus Vaterland mit seinen supermodernen Unterhaltungslokalen und der Rotunde. Alles kaputt und verloren. Aber jetzt geht es ums schöne Wien. Man kann auch durch Wien spazieren und sich an Berlin erinnern. Berlin channeln. Das tut den vielen Alleinstellungsmerkmalen von Wien keinen Abbruch. Die besonderen Jugendstilfassaden, die vielen Passagen, die sogenannten Durchhäuser, wie ich jetzt gelernt habe. Wien ist kein Schatzkästchen, es ist eine große Schatzkiste. Mit lauter alten Kronjuwelen. Und wir dürfen alle drin herumlaufen.

: : alle Wiener Geschichten : :

28. Oktober 2014



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Kurkonditorei Oberlaa. Das muss man sich bitte auf der Zunge zergehen lassen. Der Besuch einer traditionsreichen Konditorei quasi als Kuranwendung. Wer wollte da Widerworte geben. Ich war leider auch da nicht drin. Obwohl es mir bestimmt nicht geschadet hätte. Sehr wird auf qualitätvolle Zutaten ohne künstliche Zusatzstoffe geachtet. Die vitalen Aromen stehen ganz im Vordergrund! Und bei der Tortenauswahl ist ja nun wirklich für jeden etwas dabei. Glutenfreie Kurbadtorte vorneweg! Die Wiener Zuckerbäcker haben einfach den Dreh raus. Aber ich musste ja weiter, den schönen ersten Bezirk bis in den letzten Winkel für die Nachwelt dokumentieren. Es half ja alles nichts. In der Ecke, am „Neuen Markt“, so heißt der Platz, hat Wien wieder besonders viel Ähnlichkeit mit Paris gehabt. Direkt zum Verwechseln. Die schönen rundumlaufenden Schnörkelbalkone und das geschlossene Zuckerbäckerwerk an den Fassaden. Das Gesicht europäischer Metropolen vor der Zerstörung des zweiten Weltkriegs. Häuser, wie es sie auch in Berlin gab. Weder Paris noch Wien sind annähernd so ins Herz getroffen worden, wie Berlin. Ist ja alles bekannt. Man begreift es aber erst, wenn man alte Bildbände von Berlin vor der großen Bombardierung 1943 sieht. Wenn man ein Herz für Berlin hat, muss man dann ein bißchen weinen. Ich habe in der Tat geweint, als ich Paris gesehen habe. Wegen Berlin. Ich habe so einen Bildband. Ganz viele Schwarzweißfotos sind drin. Eine Zuckerbäckerfassade und eine Kuppel neben der anderen. So wie die Ecke Unter den Linden, wo das Kronprinzenpalais steht. Und so weiter und so fort. Das schöne Haus Vaterland mit seinen supermodernen Unterhaltungslokalen und der Rotunde. Alles kaputt und verloren. Aber jetzt geht es ums schöne Wien. Man kann auch durch Wien spazieren und sich an Berlin erinnern. Berlin channeln. Das tut den vielen Alleinstellungsmerkmalen von Wien keinen Abbruch. Die besonderen Jugendstilfassaden, die vielen Passagen, die sogenannten Durchhäuser, wie ich jetzt gelernt habe. Wien ist kein Schatzkästchen, es ist eine große Schatzkiste. Mit lauter alten Kronjuwelen. Und wir dürfen alle drin herumlaufen.

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27. Oktober 2014

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Liebes Kind aus Berlin vor Liebeskind in Wien. Seilergasse. Schön da. Die Sonne kam heraus. Der Ober hat die Tische abgewischt. Die bunten Stühle waren schnell besetzt. Ich habe mich gefreut, dass ich nicht im Kreis gelaufen bin, sondern dauernd woanders herausgekommen bin. Noch habe ich nicht auf die Uhr geschaut. Ein bißchen Zeit war bestimmt noch. War auch. Bis kurz vor Fünf, da wollte ich wieder am Stephansdom sein, um in die U-Bahn zu steigen. Ich hatte schon einen kleinen Innenstadtführer dabei, aber in den habe ich gar nicht hineingeschaut, bis dahin noch nicht, nur einmal im Café Bloom, weil ich neugierig war, wo ich überhaupt bin. Und dann, als der Zeiger der Uhr immer weiter vorrückte, kam mir der Gedanke, dass ich mir die Eden-Bar wenigstens einmal von Außen anschauen könnte, wenn ich schon nicht hineingehe. Von der habe ich in einem Roman gelesen. Eine eigene Internetseite hat sie auch. Aber ich war noch ein paar Straßen davon entfernt. Zwei, drei Bildstrecken. Die Metadaten vom Bild mit den zwei Männern und dem Türkis zeigen 16:44 Uhr. Aber ich glaube, das stimmt nicht. Bestimmt war die Uhr in der Kamera falsch eingestellt. Ich glaube, es war eine halbe Stunde früher. Wie hätte ich denn sonst je so viele Bilder machen können, bis zur U-Bahn?



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26. Oktober 2014

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So. In der Rotenturmstraße sind wir jetzt. Mir war ganz dringend danach, mich hinzusetzen und ein bißchen auszuruhen und etwas Schönes zu trinken. Als ich am Café Bloom vorbei bin, hatte ich gleich das Gefühl, da könnte ich mich unkompliziert niederlassen. Draußen waren auch schon so Polstersitze und ich habe gesehen, dass es auch drinnen so ganz kleine Tischchen gibt, wo man sich alleine nicht verloren fühlt und aus dem Fenster schauen kann. Und zwar auf das für meine Begriffe absolut spektakuläre Bauwerk des Hotels Topazz. So ein Haus habe ich noch nie irgendwo gesehen. Wie eine Schmuckschatulle steht es da, mit der reptilienartigen Fassade. Das kommt in den Farbaufnahmen noch viel besser raus. Ich war gleich verliebt in den Anblick und habe viele Fotos gemacht, wie man sieht. Im Bloom habe ich einen schönen Fensterplatz gefunden, in einer heimeligen Nische. Als ich durch die Eingangstür bin, hat mich gleich sehr amüsiert, dass es eine handschriftliche Tageskarte gibt, auf so einer Schiefertafel glaube ich, wo nicht etwa das Mittagsgericht des Tages draufsteht, sondern – Achtung – „Champagner des Tages“ (!) Da habe ich mich natürlich gleich sauwohl gefühlt, wo man davon ausgeht, dass die Gäste gerne gleich Mittag mit Champagnertrinken anfangen. Man könnte das jetzt natürlich auch dekadent finden, aber die jungen Männer, die dort bedient haben, waren überhaupt nicht überkandidelt, wenn auch sehr stylish. Schöne lange Schürzen haben sie angehabt. Bestimmt schwarz. Jedenfalls war es da einfach unkompliziert und ein junges Publikum. Ich habe übrigens keinen Champagner bestellt, es war zwar schon Nachmittag, aber ich wollte mich mit alkoholischen Getränken ein bißchen zurückhalten, weil ich ja wusste, dass es auch noch ein ausführliches Abendessen geben wird. Meiner Erinnerung nach habe ich einen Eiscafé bestellt, den ich aber genauso wenig fotografiert habe, wie das Schild mit dem Champagner des Tages. Ich habe mich einfach nicht getraut. Nur als ich am Tisch gesessen bin und ausgetrunken hatte, habe ich den Dreh herausgehabt, wie ich ein paar Fotos machen kann, ohne dabei viel mit der Kamera herumzutun. Die Fotos nach draußen habe ich glaube ich gemacht, als die Kamera auf dem Tisch neben meinem Eiscafé gestanden hat. Eine Treppe tiefer war das sehr sehenswerte WC, wo ich sowieso hinmusste und die Kamera mitgenommen habe. Deswegen sieht man ein bißchen was von den Lampen und den Marmorwaschbecken. Also alles sehr, sehr elegant und modern. Es hat mir gut gefallen. Jetzt daheim habe ich mir dann auch angeschaut, wie es im Hotel Topazz von innen ausschaut. Also ich finde es ausgesprochen schön. Auch das Hotel über dem Bloom, wenn ich das richtig verorte, das Hotel Lamée, gefällt mir von der Einrichtung her ausgesprochen gut. Und beide haben einen schönen Blick auf den Stephansdom. Also erste Lage! Das einzige richtige Souvenir von meiner Wienreise, das ich mir mitgebracht habe, ist die kleine weiße Papierserviette vom Bloom, mit dem Pagen drauf, die da auf dem Foto auf dem Teller liegt. Das kleine Bilderbüchlein von der Fuchs-Villa zähle ich jetzt nicht als Souvenir, das ist ja mehr so Informationsmaterial! Aber die Serviette schon. Ich werde sie in Ehren halten. Eventuell rahme ich sie mir sogar ein!


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25. Oktober 2014

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So ein wolkiger Samstag wie heute ist doch wie gemacht, um mit mir durch eine Einkaufsmeile im Wiener ersten Gemeindebezirk zu spazieren. Wir sind in der Wollzeile, wo die Ladenmieten bestimmt nicht im untersten Bereich sind. Es gibt Modegeschäfte, eins nach dem anderen. Und auch zwei Kaffeehäuser. Wieder habe ich kurz gezögert, ob ich hineingehe. Aber noch war ich nicht so weit, mich schon niederzusetzen. Außerdem habe ich gerne so einen Anflug Magnetismus, bevor ich wo hineingehe. Beim Diglas habe ich auch sehr überlegt, aber durchs Fenster habe ich einen Eindruck bekommen, der mir ein bißchen zu bürgerlich war. Entweder war es das Publikum oder die Bedienung. Freilich sind Kaffeehäuser auch bürgerlich, was ja an sich auch kein Problem ist, aber ich brauche dann noch irgendein Sahnehäubchen auf dem Kakao. Ein bißchen k.u.k.-Schlagobers. So ein bißchen überkandidelt pompös von mir aus, wenn schon bourgeois, dann mit allen Schikanen. Lustigerweise bin ich dann aber ganz woanders eingekehrt, in einem ganz modernen Café, das überhaupt keine alte Tradition hat, aber sehr elegant war. Doch dazu später. Ein bißchen müssen wir noch herumlaufen und den Becher Eiscafé verdienen, den ich mir dort gegönnt habe. In der Wollzeile ist in einer Passage unter anderem der berühmte Figlmüller, der bekannteste Schnitzelwirt von Wien. Auch da habe ich durch die Scheibe geschaut und meditiert, ob es interessant zum Abendessen wäre. Der Figlmüller hat es aber knapp nicht in den Recall geschafft. Das war mir ein bißchen zu rustikal überdekoriert, so eine atmosphärische Sache. Obwohl sein Schnitzel bestimmt super ist. Das waren aber alle, die ich in Wien gegessen habe. Es war kein einziges mittelmäßiges dabei. Und dann der Fiaker in der Wollzeile. Ich bin ein bißchen erschrocken, als ich den arg streng dreinschauenden Mann auf seinem Kutschbock gesehen habe. Ich glaube, so hätte Wilhelm Busch einen Wiener Kutscher gezeichnet. (Ich schreibe jetzt extra nicht karikiert). Fazit: Wollzeile: lange Straße im ersten Bezirk, viele Geschäfte. Herzilein Wien ist übrigens ein Schreibwarengeschäft, keins für getupfte Unterwäsche, wie man viellelicht denken könnte.






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25. Oktober 2014

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Das Lugeck „(…) Der Platz wird von der Wollzeile her auch durch ein charakteristisches Alt-Wiener Durchhaus erschlossen (Bürgerhaus „Zum schmeckenden Wurm“).“ Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Außer, dass man den „Zanoni & Zanoni“-Schriftzug noch öfter in Wien antrifft, nicht nur am Lugeck. Aber da ist wohl die zentrale Filiale. Sieht eigentlich ganz nett aus, wo ich jetzt die Fotos von drinnen anschaue. Das Restaurant Gutenberg hingegen hat sich Fotos von der Inneineinrichtung geschenkt. Dort sieht man nur einen Schnitzelteller und noch zwei andere mit Essen drauf, sind auf der Internetseite. Bestimmt ausgezeichnet zubereitet. Mal schauen, ob es auf Flickr Fotos gibt. Moment – – – keines. Kein einziges Foto vom Restaurant Gutenberg von innen. Es muss leider ein Mysterium bleiben, tut mir wirklich furchtbar leid.
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25. Oktober 2014

Man verschone mich mit ungeschminkten Aufwachfotos von nordamerikanischen It-Girls, internationalen Fotomodellen und Hollywood-Kleindarstellerinnen, so lange die Definition von „ungeschminkt“ frei gedeutet wird als „lediglich Hautunreinheiten und Augenringe mit ausreichend deckendem Make up ausgeglichen, nur einmal leicht übergepudert sowie die Wimpern kurz angetuscht und die Lippen leicht mit Konturenstift nachgezogen, nur so ein bißchen.“ Für den perfekten Nude-Look. Also keine falschen Wimpern angeklebt und keinen blutroten Lippenstift, hart konturierten Eyeliner und Lidschatten mit Glitzerpigmenten benutzt. Nude eben. Beim Sommersprossen-Typ bitte darauf achten, dass die Sprossen noch durch das leichte Make up zu sehen sind, das wirkt einfach noch ungeschminkter. Danke für die Aufmerksamkeit.

25. Oktober 2014

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So ein wolkiger Samstag wie heute ist doch wie gemacht, um mit mir durch eine Einkaufsmeile im Wiener ersten Gemeindebezirk zu spazieren. Wir sind in der Wollzeile, wo die Ladenmieten bestimmt nicht im untersten Bereich sind. Es gibt Modegeschäfte, eins nach dem anderen. Und auch zwei Kaffeehäuser. Wieder habe ich kurz gezögert, ob ich hineingehe. Aber noch war ich nicht so weit, mich schon niederzusetzen. Außerdem habe ich gerne so einen Anflug Magnetismus, bevor ich wo hineingehe. Beim Diglas habe ich auch sehr überlegt, aber durchs Fenster habe ich einen Eindruck bekommen, der mir ein bißchen zu bürgerlich war. Entweder war es das Publikum oder die Bedienung. Freilich sind Kaffeehäuser auch bürgerlich, was ja an sich auch kein Problem ist, aber ich brauche dann noch irgendein Sahnehäubchen auf dem Kakao. Ein bißchen k.u.k.-Schlagobers. So ein bißchen überkandidelt pompös von mir aus, wenn schon bourgeois, dann mit allen Schikanen. Lustigerweise bin ich dann aber ganz woanders eingekehrt, in einem ganz modernen Café, das überhaupt keine alte Tradition hat, aber sehr elegant war. Doch dazu später. Ein bißchen müssen wir noch herumlaufen und den Becher Eiscafé verdienen, den ich mir dort gegönnt habe. In der Wollzeile ist in einer Passage unter anderem der berühmte Figlmüller, der bekannteste Schnitzelwirt von Wien. Auch da habe ich durch die Scheibe geschaut und meditiert, ob es interessant zum Abendessen wäre. Der Figlmüller hat es aber knapp nicht in den Recall geschafft. Das war mir ein bißchen zu rustikal überdekoriert, so eine atmosphärische Sache. Obwohl sein Schnitzel bestimmt super ist. Das waren aber alle, die ich in Wien gegessen habe. Es war kein einziges mittelmäßiges dabei. Und dann der Fiaker in der Wollzeile. Ich bin ein bißchen erschrocken, als ich den arg streng dreinschauenden Mann auf seinem Kutschbock gesehen habe. Ich glaube, so hätte Wilhelm Busch einen Wiener Kutscher gezeichnet. (Ich schreibe jetzt extra nicht karikiert). Fazit: Wollzeile: lange Straße im ersten Bezirk, viele Geschäfte. Herzilein Wien ist übrigens ein Schreibwarengeschäft, keins für getupfte Unterwäsche, wie man viellelicht denken könnte.






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23. Oktober 2014

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Ganz großes Bedauern, nun im Nachhinein noch mehr. Manchmal läuft man gedanken- und absichtslos durch eine Gasse und plötzlich überflutet einen ein Gefühl von Vertrautheit, nicht ganz ein déja-vu, aber eine diffuse Heimeligkeit. Nur an einer ganz bestimmten Ecke. Nicht zehn Meter davor und nicht mehr zehn Meter danach. Das hatte ich am Judenplatz bei Ellas, wo die Olivenbäume standen und ebenso stark vor dem Santissimo. Ich war entzückt von dem festlichen Rot der Markisen, ich hatte sofort das Gefühl, dass ich da gerne essen wollte, Aber nicht allein, nicht gleich am Nachmittag, sondern später am Abend. Es war sofort mein absoluter Favorit, obwohl ich nicht wusste, wie es drinnen aussieht. Später am Abend habe ich danach Ausschau gehalten, ich wollte da am Allerliebsten hin, habe es aber einfach nicht mehr gefunden. Weil ich ja schon beim Vorbeilaufen nicht wusste, wie die Gasse heißt und kein Smartphone habe und auch nichts notiert habe. Ich hätte zwar in meiner Kamera sehen können, wie es hieß, indem ich die Bilder zurückblätterte, aber ich hatte kein Foto von dem Straßenschild gemacht. Und so fand ich es nicht mehr. Und nun habe ich im Internet die Seite von dem Restaurant Santissimo angeschaut und ich bin richtig traurig, dass ich da nicht drin war.



In so einem schönen Restaurant waren wir nicht, obwohl schon ein paar gute dabei waren. Aber bei keinem ging mir das so Herz auf. Wenn ich jetzt die Bilder von dem Santissimo anschaue, wie heimelig sich das Rot in der Inneneinrichtung fortsetzt, die schönen Bilder an der Wand, kein Italo-Ristorante-Kitsch, bin ich regelrecht betrübt, dass mir das entgangen ist. Ach. Wenn ich wieder einmal in Wien bin, will ich da unbedingt essen gehen. Was mich auch so begeistert hat, war, dass das rote Schild und die roten Markisen überhaupt nicht plump oder grell gewirkt haben. Eigentlich mag ich kein Rot im Straßenbild, aber da wirkte es sehr schön und elegant. Und dann natürlich auch noch der italienisch aussehende Papa in der roten Jacke mit seinem Bambino im roten Kinderwagen. Da muss man ja abdrücken. Und solche Palmen sollten auch von März bis Oktober überall vor der Tür stehen. Dafür hat Gott den Blumenkübel erschaffen. Bin völlig begeistert. Viva il Santissimo!




: : alle Wiener Geschichten : :

23. Oktober 2014

Schönes, ehrliches Senta Berger-Interview.
(bin Senta-Fan, immer schon)
»Hat man es als schöner Mensch leichter im Leben?«
»Da scheint was dran zu sein. Wir reden zwar so viel von den „inneren Werten“, aber trotzdem bekommt die schönere Sekretärin den Bürojob und das niedlichere Kind die besseren Schulnoten. Was soll man dazu sagen? Wir sind, wer wir sind. Und mit dem Verstand ist dem Phänomen „Schönheit“ schlecht beizukommen. Aber rein oberflächliche Schönheit reicht letztendlich nicht aus, um zu beeindrucken. Schönheit hat auch mit dem Inneren, mit Wärme, Herzlichkeit und Respekt zu tun.«

22. Oktober 2014

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Hier bitte ansprechenden Text imaginieren. Wissen die Götter, warum bei mir ein Eintrag über eine fünf Minuten-Passage durch eine Wiener Gasse so viel Zeit braucht und Bilder hat, wie bei anderen ein einwöchiger Aufenthalt. Hat vielleicht mit Gründlichkeit zu tun. Was ich mache, mache ich richtig. Exzessiv. Bis zum Anschlag. Die Domgasse heißt auch nicht komplett zufällig so. Durch das geschnitzte Portal kann man eine Ecke vom Stephansdom sehen. Ein paar Hotels sind da. Wie zum Beispiel das „König von Ungarn“. Sieht man ja. Aber es gefällt mir auch, fast schon bis zu einem Grad der Provokation, das Diktat der virtuellen Live-Dokumentation zu unterwandern. Einer Art nostalgischer Langsamkeit in der Verarbeitung zu huldigen, als würde es so lange dauern, bis das belichtete Material in großen alten Koffern mit der Postkutsche von Wien nach Berlin transportiert wird. Wo es dann erst entwickelt werden muss. Und wenn es geglückt ist, endlich betrachet werden kann. Dann besieht man die alten Aufnahmen noch einmal in Ruhe, im mittlerweile goldenen Herbstlicht. Und erinnert sich, wie schön es in Wien doch war. In der Domgasse, da Ecke Schulerstraße. Dann haben die Bilder wieder den Wert, den sie früher hatten, als man noch voller freudiger Erwartung auf die Abzüge der entwickelten Filme gewartet hat. Und Herzklopfen dabei war. Ich weiß es noch genau.











: : alle Wiener Geschichten : :

20. Oktober 2014

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=109404450&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
Home sweet home. 19. Oktober 2014, Auguststraße. Kleine Liebeserklärung an mein kleines Nest. Nur achtundfünfzig Meter im Quadrat. Vielleicht ein bißchen mehr. Weil die Flächen unter den Schrägen nicht ganz mitgerechnet werden. Wie lange es gebraucht hat, bis ich vergessen habe, fast, dass hier jemand durchgelaufen ist, der nicht hier hingehört. Was macht ein Tier, wenn sich ein anderes seinem Nest, seinem Bau annähert? Verbarrikadieren? Fauchen? Krallen zeigen? Eckzähne? Von allem ein bißchen. In der Tierwelt gibt es keine Mieten. Wer zuerst da ist, dem gehört das Fleckchen Erde. Ein ganz einfaches Gesetz. Aber kann einem anderen etwas ganz gehören, das er nicht bewohnt und belebt? Einem Vermieter? Das ist ein Beruf mit menschlicher Verantwortung. Nicht nur ein Mittel, bequem Geld zu verdienen. Sollte es nicht nur sein. Finde ich. Wenn ich reich wäre und Häuser hätte, in denen Menschen wohnen, würde ich ihnen in den Vertrag schreiben, dass die Wohnung nicht wegen Eigenbedarf gekündigt werden darf, sondern nur, wenn sie keine Miete zahlen oder alles kaputt machen. Aber solche Mieter hätte ich ja nicht. Ich hätte ja ganz liebe. So welche wie mich. Und wenn ich reich wäre, hätte ich schon deswegen keinen Eigenbedarf, weil ich mir extra was selber nur für mich gekauft hätte und die Mietwohnungen wären welche, die ich sowieso nicht bewohnen wollen würde. So wäre das nämlich bei mir. Nicht, weil die Wohnungen schlecht wären, sondern weil sie zwar ziemlich prima wären, aber meine wäre eben noch primaerer. Ja, genau. So wäre das nämlich. Seit Oktober Zweitausendzwölf habe ich lernen müssen, dass mein Nest jemand anderem gehört. Ich wollte es nicht wahrhaben. Aber seither genieße ich jede einzelne Minute noch mehr, als sowieso schon. Deswegen habe ich mir den kleinen Film gemacht. Als Erinnerung. Und als Liebeserklärung an mein kleines Nest in der Auguststraße, von dem aus ich alle meine Blogeinträge geschrieben habe, seit ich Blogeinträge schreibe. Und alle Opusse geschnitten und hochgeladen habe. Und viele auch da gefilmt. Eigentlich die meisten. Da steckt so viel von meinem Leben drin, in diesen Wänden. Und heute, also eigentlich gestern, hat die Sonne so schön geschienen. So ein wunderschöner Herbstsommertag. So schön, dass ich mein Nest gar nicht verlassen wollte, weil ich so viel hier mitbekomme. Von den Jahreszeiten. Und dem Leben hier. Und da unten am Gipsdreieck, wo die Picknickdecken ausgebreitet waren. Deswegen gibt es mein kleines Opus 104. Mit der schönen Klaviermusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, seinem Opus 104.

17. Oktober 2014

Ich habe mir heute Abend die Mühe gemacht, mir einen Überblick über Abendroben zu verschaffen. Falls die Kaltmamsell demnächst zum großen Bloggerball einlädt. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, das Motto scheint Schwarz-Weiß werden zu wollen. Ich habe nun zwanzig Kleider gefunden, die ich mir für mich vorstellen könnte. Aber natürlich auch für die anderen Bloggerinnen. Wenn ich mir vorstelle, dass diese von mir gewählten Kleider versammelt von zwanzig Bloggerinnen getragen werden, gäbe das schon ein sehr schönes Bild. Dass sich auch die Herren in Schwarz-Weiß kleiden, versteht sich von selbst. Bei der Herrengarderobe ziehe ich allerdings eine dunkle Krawatte oder ein offen getragenes, weißes Hemd zum dunklen Anzug, einer Fliege vor. Männer mit Fliege sind für mich immer gleich bedeutend mit Oberkellner. Ich finde den Propeller am Hals auch einfach nicht sexy. Bei niemandem. Mir fällt kein einziges Beispiel ein (Edit). Deshalb den Smoking bitte äußerstenfalls mit ungebundener Fliege tragen, das hat schon wieder etwas. Man denkt an ein kleines Techtelmechtel, bei dem die Schleife im Eifer des Gefechts usw. Meine Lieblingsroben sind die von Ralph Lauren, aber auch 1, 4, 7 und 18. Die sind in der engeren Wahl. Es ist wirklich für jedes Portemonnaie etwas dabei.
No. 01 Vintage style Dave and Johnny 8637 long black nude mesh
No. 02 Sexy and free with this Dave and Johnny 7600 jersey dress
No. 03 This Atria 23306 will surely make you the fairest of them all
No. 04 BG Haute G3307 will surely rock this coming prom season
No. 05 R. Lauren, black silk embroidered art deco evening dress
No. 06 Oscar de la Renta, 62nd Emmy Awards, Mermaid Dress
No. 07 Donna Karan Sleeveless Embroidered Bateau Gown
No. 08 Donna Karan, Sleeveless Turtleneck Dress
No. 09 Ralph Lauren 2013, black-white gown
No. 10 Sexy white evening dress with long V
No. 11 Oscar de la Renta, striped ball gown
No. 12 Bonprix, schwarz, U-Bootausschnitt
No. 13 Asos Jerseykleid mit Guckloch
No. 14 Schwarz, schlicht, schulterfrei
No. 15 Bonprix, Federkleid, schwarz
No. 16 Otto APART, Jerseykleid
No. 17 Asos Vintage Maxi
No. 18 Valentino, Velvet
No. 19 Versace 2010
No. 20 Op-art Sun

20. Oktober 2014

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Home sweet home. 19. Oktober 2014, Auguststraße. Kleine Liebeserklärung an mein kleines Nest. Nur achtundfünfzig Meter im Quadrat. Vielleicht ein bißchen mehr. Weil die Flächen unter den Schrägen nicht ganz mitgerechnet werden. Wie lange es gebraucht hat, bis ich vergessen habe, fast, dass hier jemand durchgelaufen ist, der nicht hier hingehört. Was macht ein Tier, wenn sich ein anderes seinem Nest, seinem Bau annähert? Verbarrikadieren? Fauchen? Krallen zeigen? Eckzähne? Von allem ein bißchen. In der Tierwelt gibt es keine Mieten. Wer zuerst da ist, dem gehört das Fleckchen Erde. Ein ganz einfaches Gesetz. Aber kann einem anderen etwas ganz gehören, das er nicht bewohnt und belebt? Einem Vermieter? Das ist ein Beruf mit menschlicher Verantwortung. Nicht nur ein Mittel, bequem Geld zu verdienen. Sollte es nicht nur sein. Finde ich. Wenn ich reich wäre und Häuser hätte, in denen Menschen wohnen, würde ich ihnen in den Vertrag schreiben, dass die Wohnung nicht wegen Eigenbedarf gekündigt werden darf, sondern nur, wenn sie keine Miete zahlen oder alles kaputt machen. Aber solche Mieter hätte ich ja nicht. Ich hätte ja ganz liebe. So welche wie mich. Und wenn ich reich wäre, hätte ich schon deswegen keinen Eigenbedarf, weil ich mir extra was selber nur für mich gekauft hätte und die Mietwohnungen wären welche, die ich sowieso nicht bewohnen wollen würde. So wäre das nämlich bei mir. Nicht, weil die Wohnungen schlecht wären, sondern weil sie zwar ziemlich prima wären, aber meine wäre eben noch primaerer. Ja, genau. So wäre das nämlich. Seit Oktober Zweitausendzwölf habe ich lernen müssen, dass mein Nest jemand anderem gehört. Ich wollte es nicht wahrhaben. Aber seither genieße ich jede einzelne Minute noch mehr, als sowieso schon. Deswegen habe ich mir den kleinen Film gemacht. Als Erinnerung. Und als Liebeserklärung an mein kleines Nest in der Auguststraße, von dem aus ich alle meine Blogeinträge geschrieben habe, seit ich Blogeinträge schreibe. Und alle Opusse geschnitten und hochgeladen habe. Und viele auch da gefilmt. Eigentlich die meisten. Da steckt so viel von meinem Leben drin, in diesen Wänden. Und heute, also eigentlich gestern, hat die Sonne so schön geschienen. So ein wunderschöner Herbstsommertag. So schön, dass ich mein Nest gar nicht verlassen wollte, weil ich so viel hier mitbekomme. Von den Jahreszeiten. Und dem Leben hier. Und da unten am Gipsdreieck, wo die Picknickdecken ausgebreitet waren. Deswegen gibt es mein kleines Opus 104. Mit der schönen Klaviermusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, seinem Opus 104.

19. Oktober 2014

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Wien, du hohe Schule der Typographie. Nicht nur am Hohen Markt. Mir geht langsam ein bißchen das Pulver aus, die Bilder mit launigen Erläuterungen zu unterfüttern. Es ist halt ein Straßenzug im ersten Bezirk, der so eine berühmte Uhr, die Ankeruhr hat, die als wichtiges Werk des Jugendstils in Wien gilt. Alles was ich hier an Fachwissen ausbreite, so auch diese Information, habe ich mir erst nach der Rückkehr nach Berlin mit Hilfe des Internet angelesen. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich herumlaufe oder herauskomme oder was es da zu sehen gibt. Gefallen hat es mir trotzdem. Auch das angekokelte Haus, ein Neubau(!) hat mich fasziniert. Ich habe noch nie ein frisch ausgebranntes Mietshaus gesehen. Interessant auch, dass man sieht, aus welcher Etage der Brand gekommen ist, wo sich der Rauch nach oben gearbeitet hat, an der Fassade entlang. So ein mittelmäßiger Neubau steht eben unter keinem guten Stern in Wien. Da muss es schon etwas besonderes sein, dass der liebe Gott seinen Segen gibt. Wie zum Beispiel so extravagante Bauwerke, wie das supermoderne Hotel Topazz. Aber dazu später. Das steht ja auch ganz woanders. Also nicht weit von da, aber eben nicht am Hohen Markt. So genug Text.

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17. Oktober 2014

Ich habe mir heute Abend die Mühe gemacht, mir einen Überblick über Abendroben zu verschaffen. Falls die Kaltmamsell demnächst zum großen Bloggerball einlädt. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, das Motto scheint Schwarz-Weiß werden zu wollen. Ich habe nun zwanzig Kleider gefunden, die ich mir für mich vorstellen könnte. Aber natürlich auch für die anderen Bloggerinnen. Wenn ich mir vorstelle, dass diese von mir gewählten Kleider versammelt von zwanzig Bloggerinnen getragen werden, gäbe das schon ein sehr schönes Bild. Dass sich auch die Herren in Schwarz-Weiß kleiden, versteht sich von selbst. Bei der Herrengarderobe ziehe ich allerdings eine dunkle Krawatte oder ein offen getragenes, weißes Hemd zum dunklen Anzug, einer Fliege vor. Männer mit Fliege sind für mich immer gleich bedeutend mit Oberkellner. Ich finde den Propeller am Hals auch einfach nicht sexy. Bei niemandem. Mir fällt kein einziges Beispiel ein (Edit). Deshalb den Smoking bitte äußerstenfalls mit ungebundener Fliege tragen, das hat schon wieder etwas. Man denkt an ein kleines Techtelmechtel, bei dem die Schleife im Eifer des Gefechts usw. Meine Lieblingsroben sind die von Ralph Lauren, aber auch 1, 4, 7 und 18. Die sind in der engeren Wahl. Es ist wirklich für jedes Portemonnaie etwas dabei.
No. 01 Vintage style Dave and Johnny 8637 long black nude mesh
No. 02 Sexy and free with this Dave and Johnny 7600 jersey dress
No. 03 This Atria 23306 will surely make you the fairest of them all
No. 04 BG Haute G3307 will surely rock this coming prom season
No. 05 R. Lauren, black silk embroidered art deco evening dress
No. 06 Oscar de la Renta, 62nd Emmy Awards, Mermaid Dress
No. 07 Donna Karan Sleeveless Embroidered Bateau Gown
No. 08 Donna Karan, Sleeveless Turtleneck Dress
No. 09 Ralph Lauren 2013, black-white gown
No. 10 Sexy white evening dress with long V
No. 11 Oscar de la Renta, striped ball gown
No. 12 Bonprix, schwarz, U-Bootausschnitt
No. 13 Asos Jerseykleid mit Guckloch
No. 14 Schwarz, schlicht, schulterfrei
No. 15 Bonprix, Federkleid, schwarz
No. 16 Otto APART, Jerseykleid
No. 17 Asos Vintage Maxi
No. 18 Valentino, Velvet
No. 19 Versace 2010
No. 20 Op-art Sun

12. Oktober 2014

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554




















Der ein wenig frivol anmutende Name Stoß im Himmel ist nicht nur eine kleine Gasse im ersten Bezirk, sondern mittlerweile auch ein Buchtitel eines deutschen, seit langem in Wien lebenden Radiomoderators (das ich nicht gelesen habe). Allerdings hatte ich wegen des Buchtitels ein déjà-vu, als ich das Straßenschild las. Ach. Guck. Weil Stoß im Himmel an der Ecke zur Wipplingerstraße war und meinen Weg kreuzte, habe ich es im Untertitel der Bildstrecke erwähnt. Das spektakulärste Bauwerk in der Wipplingerstraße ist die ehemalige Böhmische Hofkanzlei. Ich wusste aber als ich davor stand und die schöne schmiedeeiserne Balustrade des Balkons bewunderte, nicht worum es sich handelt. Nur dass es etwas Staatstragendes sein wird, habe ich mir schon gedacht. So ein goldenes Wappen ist ja auch nicht an jedem Barockbau. Ich habe trotzdem herumphantasiert, dass man darin bestimmt prachtvolle Empfänge mit festlicher Kleiderordnung abhalten könnte. Ich würde schon eine passende Robe finden. Vielleicht etwas in Rot. Aber bitte ohne österreichische Bauunternehmer über Achtzig auf der Gästeliste. Heute ist das österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgericht da drin. Es gibt auch noch einen Eingang vom Judenplatz her. Also: eine Seite zur Wipplinger, andere Seite zum Judenplatz, für die geographische Orientierung. Ziemlich genau schräg gegenüber ist der Magistrat für den ersten Bezirk. Ich nehme an, so etwas wie bei uns das Bezirksamt. Da war ein geblümtes Pferd auf dem Innenhof, der zu einem dieser häufigen Durchgänge zu einer anderen Straße geführt hat. Und da war auf einmal die Sonne da und ein paar Lieferanten haben ihre Lieferung ausgeladen und fröhlich dabei gepfiffen. Gesichter, wie man sie oft im Straßenbild finden kann. In Wien leben und arbeiten sehr viele Menschen aus aller Herren Länder. Mehr Prozent als in Berlin. Was viele überrascht, die noch nicht da waren. Hat mich auch überrascht, angenehm. Ich höre gerne viele Sprachen in einer Stadt. Das ist immer der Beweis, dass ein Ort in der großen Welt bekannt und beliebt ist, und für erstrebenswert als Ort zum Leben und Arbeiten gilt. Eine Auszeichnung. Deswegen bin ich auch so gerne nach Berlin gegangen, weil ich vermutet habe, dass da die meisten Nationalitäten in Deutschland zu finden sind. Das war schon immer meine Vorstellung von Weltläufigkeit. Nicht nur die Verfügbarkeit internationaler Warenimporte. Wien ist schön international. Der Rest von Österreich soll aber wohl ein kleines bißchen anders sein.
: : alle Wiener Geschichten : :

13. Oktober 2014


So war das gerade. Ich schummle ein bißchen. Mein Foto ist vom Februar Zweitausendacht, also sechseinhalb Jahre alt. Aber als ich gerade in die Joachimstraße gebogen bin und an meiner Kreuzung zur Auguststraße ankomme, sehe ich das Naturschauspiel von unten und muss auch gebannt nach Westen gucken. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, es zu fotografieren. Früher schon. Heute nicht mehr. Als ich die Straße überquere, auf dem Weg zu meiner Haustür, liegt eine besondere Stimmung über den Köpfen der Gäste der Milchbar und vom Hackbarths und vom Al Contadino. Sie müssen auch nach Westen schauen, es geht gar nicht anders. Die Konversation ist mehr oder weniger verstummt. Man könnte glauben, es gab eine Anweisung zu kollektiver Meditation. Und eigentlich ist es ja auch so. Der Sonnengott hypnotisiert die Menschen für eine halbe Stunde. Als ich oben in meiner Wohnung bin, denke ich, wie wohl in diesem Augenblick die instagram-Accounts mit Uploads von diesem Sonnenuntergang explodieren, dem orange-rosa HImmel. Und denke mir, dass bestimmt einige extra darunter schreiben werden: „nicht bearbeitet“ oder „kein Filter“. Und denke weiter, dass diese vielen Bilder fast nur mit Smartphones gemacht werden. Im quadratischen Format hochgeladen. Innerhalb kürzester Zeit. Nur ich habe keinen aktuellen Content zu bieten, als wäre die Sternstunde an mir vorbeigerauscht. Ich hätte es noch geschafft, ein gutes Bild davon zu machen. Aber ich weiß, ich habe das schon fotografiert. Wenn auch nicht exakt denselben Farbverlauf von Rosa und Orange. Aber doch sehr ähnlich. Und wer würdigt das überhaupt noch. Noch ein Bild von einem Sonnenuntergang. Das ging mir so durch den Kopf als ich, inzwischen oben angekommen, noch einmal zum Fenster gehe und mich auch daran erfreue. Als ich nach unten schaue, sehe ich, dass sich zwei der Kellner vom Al Contadino unterhalten, auch nach Westen schauen und einer von beiden sein Smartphone hebt. Es sind noch nicht viele Gäste da. Auf dem Spielplatz steht ene junge Frau und hebt ebenfalls ihr Smartphone. Lange. Der Kellner hat genug Bilder eingefangen. Er setzt sich zu einem der wenigen Gäste auf die gepolsterte Fensterbank und zündet sich eine Zigarette an. Und schaut weiter in den Sonnenuntergang.

12. Oktober 2014

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Der ein wenig frivol anmutende Name Stoß im Himmel ist nicht nur eine kleine Gasse im ersten Bezirk, sondern mittlerweile auch ein Buchtitel eines deutschen, seit langem in Wien lebenden Radiomoderators (das ich nicht gelesen habe). Allerdings hatte ich wegen des Buchtitels ein déjà-vu, als ich das Straßenschild las. Ach. Guck. Weil Stoß im Himmel an der Ecke zur Wipplingerstraße war und meinen Weg kreuzte, habe ich es im Untertitel der Bildstrecke erwähnt. Das spektakulärste Bauwerk in der Wipplingerstraße ist die ehemalige Böhmische Hofkanzlei. Ich wusste aber als ich davor stand und die schöne schmiedeeiserne Balustrade des Balkons bewunderte, nicht worum es sich handelt. Nur dass es etwas Staatstragendes sein wird, habe ich mir schon gedacht. So ein goldenes Wappen ist ja auch nicht an jedem Barockbau. Ich habe trotzdem herumphantasiert, dass man darin bestimmt prachtvolle Empfänge mit festlicher Kleiderordnung abhalten könnte. Ich würde schon eine passende Robe finden. Vielleicht etwas in Rot. Aber bitte ohne österreichische Bauunternehmer über Achtzig auf der Gästeliste. Heute ist das österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgericht da drin. Es gibt auch noch einen Eingang vom Judenplatz her. Also: eine Seite zur Wipplinger, andere Seite zum Judenplatz, für die geographische Orientierung. Ziemlich genau schräg gegenüber ist der Magistrat für den ersten Bezirk. Ich nehme an, so etwas wie bei uns das Bezirksamt. Da war ein geblümtes Pferd auf dem Innenhof, der zu einem dieser häufigen Durchgänge zu einer anderen Straße geführt hat. Und da war auf einmal die Sonne da und ein paar Lieferanten haben ihre Lieferung ausgeladen und fröhlich dabei gepfiffen. Gesichter, wie man sie oft im Straßenbild finden kann. In Wien leben und arbeiten sehr viele Menschen aus aller Herren Länder. Mehr Prozent als in Berlin. Was viele überrascht, die noch nicht da waren. Hat mich auch überrascht, angenehm. Ich höre gerne viele Sprachen in einer Stadt. Das ist immer der Beweis, dass ein Ort in der großen Welt bekannt und beliebt ist, und für erstrebenswert als Ort zum Leben und Arbeiten gilt. Eine Auszeichnung. Deswegen bin ich auch so gerne nach Berlin gegangen, weil ich vermutet habe, dass da die meisten Nationalitäten in Deutschland zu finden sind. Das war schon immer meine Vorstellung von Weltläufigkeit. Nicht nur die Verfügbarkeit internationaler Warenimporte. Wien ist schön international. Der Rest von Österreich soll aber wohl ein kleines bißchen anders sein.
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12. Oktober 2014

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Ein Vierteljahr habe ich meine Reiseberichterstattung über Wien ruhen lassen. Zum Erinnern: da habe ich aufgehört, in der Kurrentgasse. Und heute mache ich weiter, mit meinem Spaziergang durch den ersten Wiener Gemeindebezirk. Es ist immer noch der dreizehnte Mai Zweitausendvierzehn. Da war ich überall vorher. Am Stephansplatz, Tuchlauben, Seitzergasse und in der Kurrent. Die endet da, wo ich jetzt bin, auf den Bildern da oben, am Judenplatz. Ein großer Platz! Leer war er. Schön leer. Man sieht, dass die Lokale die Stühle und Tische draußen aufgestellt haben, die Gastwirte haben schon bemerkt, dass die Sonne herauskommen wird. Aber es war so gegen Mittag, und vorher war es ein bißchen regnerisch, wolkig-bedeckt. Deswegen sitzt da kaum noch wer. Ein, zwei Stunden später war es sicher schon ganz anders. Ein Tag unter der Woche. Da, bei ELLAs, stehen richtige Olivenbäume, in großen Kübeln. Das war meine liebste Ecke. Am Judenplatz ist auch ein Jüdisches Museum, wo eine Amy Winehouse-Ausstellung war. Da war ich aber nicht drin, weil mir nicht nach Museum war. Ich kam ja gerade aus der Ernst-Fuchs-Villa und hatte schon reichlich Eindrücke von Innenräumen zu verarbeiten und wollte recht viel Wien von Außen sehen. Wenn ich länger da gewesen wäre, hätte ich das Museum schon auch besucht. An dem Ella-Schild sieht man sehr schön, was den ersten Bezirk so besonders schön macht. Die vielen eleganten Schilder an den Lokalen und Geschäften. Das macht viel aus für die Atmosphäre. Und natürlich die Patina, das nicht alle zehn Jahre Überpinseln von Fassaden. In der Mitte vom Judenplatz ist ein Lessing-Denkmal. Das habe ich jetzt aber nicht fotografiert.

: : alle Wiener Geschichten : :

07. Oktober 2014


Gefällt mir. Ich mag alles, was Danielle de Picciotto fabriziert. Alles. Ihre Bilder, ihre Filme, ihre Musikvideos, ihre Statements. Ihr Mann, Alexander Hacke (links), gefällt mir in den Video zu 133 Prozent. Der andere Sänger rechts, von den Sternen, überzeugt mich von der Gesangsperformance nicht so richtig, daher Punktabzug, aber meinethalben noch 67 Prozentpunkte. Aber das Video, die Idee: sehr schön und einfach. Ich hätte eigentlich von Danielle Picciotto wieder mit einem Film gerechnet, in dem ihre Zeichnungen und Animationen eine Rolle spielen, aber sie konnte das eben einfach auch mal weglassen. Sie weiß wirklich, was sie tut. Die beiden sind für mich ein Vorzeigepaar, wie es sie nur ganz selten zu geben scheint. Ich bin gespannt, wie lange sie noch um die Welt ziehen und ob sie sich vielleicht doch wieder einmal niederlassen. Und vielleicht sogar nach Berlin zurückkehren. Nach einer Zwischenstation in Hamburg vielleicht. Wer weiß. Sie sind so alt wie ich, Jahrgang Fünfundsechzig. Ich habe die beiden mal fotografiert, bei mir um die Ecke, im Haus Schwarzenberg. Wo sind denn die Bilder, Moment – ah ja, hier. Waren wirklich gut drauf, die beiden. Später hat sich Danielle bedankt und mich in so einen Verteiler aufgenommen, wo ich mitkriege, wo sie herumschwirren und was sie gerade schönes Neues gemacht haben. (kam gestern)

07. Oktober 2014


Gefällt mir. Ich mag alles, was Danielle de Picciotto fabriziert. Alles. Ihre Bilder, ihre Filme, ihre Musikvideos, ihre Statements. Ihr Mann, Alexander Hacke (links), gefällt mir in den Video zu 133 Prozent. Der andere Sänger rechts, von den Sternen, überzeugt mich von der Gesangsperformance nicht so richtig, daher Punktabzug, aber meinethalben noch 67 Prozentpunkte. Aber das Video, die Idee: sehr schön und einfach. Ich hätte eigentlich von Danielle Picciotto wieder mit einem Film gerechnet, in dem ihre Zeichnungen und Animationen eine Rolle spielen, aber sie konnte das eben einfach auch mal weglassen. Sie weiß wirklich, was sie tut. Die beiden sind für mich ein Vorzeigepaar, wie es sie nur ganz selten zu geben scheint. Ich bin gespannt, wie lange sie noch um die Welt ziehen und ob sie sich vielleicht doch wieder einmal niederlassen. Und vielleicht sogar nach Berlin zurückkehren. Nach einer Zwischenstation in Hamburg vielleicht. Wer weiß. Sie sind so alt wie ich, Jahrgang Fünfundsechzig. Ich habe die beiden mal fotografiert, bei mir um die Ecke, im Haus Schwarzenberg. Wo sind denn die Bilder, Moment – ah ja, hier. Waren wirklich gut drauf, die beiden. Später hat sich Danielle bedankt und mich in so einen Verteiler aufgenommen, wo ich mitkriege, wo sie herumschwirren und was sie gerade schönes Neues gemacht haben. (kam gestern)

06. Oktober 2014

Ich erlebe gerade eine kleine Fernseh-Renaissance, scheint mir. In den letzten Einträgen kommen lauter Fensehsendungen vor. Wundere mich selber. Aber es ist gar nicht so viel. Am Abend zappe ich auch oft mal schnell nur zehn Minuten durch und schalte dann ab, und der Rest des Abends ist fernsehfrei, wie früher. Als die Leute noch mehr gebloggt haben, und das Ganze noch neuer war, habe ich mehr nach Einträgen Ausschau gehalten, und es gab auch fast immer neue. Langer Einleitungssatz für die Beobachtung, die ich gerade gemacht habe. (Fernseher ist übrigens jetzt wieder aus) Ich habe das Dinner auf Vox vorbeirauschen lassen, während ich selber gekocht und gegessen habe und nach der Sendung kommt immer eine Viertelstunde „Prominent“, das lasse ich auch noch laufen. Gucke aber auch nur so aus dem Augenwinkel, ob jemand durchgenommen wird, den ich interessant finde. Da war auf einmal Ute Lemper im Bild, die so ungefähr Mitte Fünfzig ist, und auf ihre Meinung zu Facelifting angesprochen wurde, nehme ich an. Ich habe nur ihre Antwort gehört und daraus die Frage rückwirkend abgeleitet, weil ich eben nur so halb zuhöre. Mit einer gewissen fachmännischen Häme erklärt Frau Lemper, dass sie das nicht gut findet, weil das meistens so auf der Seite zu sehr gezogen wird, und das würde irgendwie hilflos aussehen. Was ja durchaus stimmen mag. Nicht so passend finde ich so ein Statement allerdings, wenn man bei dem schadenfrohen breiten Grienen, die aufgespritzte Oberlippe erkennt. Wie blöd ist das denn. Dann sind mir die noch lieber, die sagen: wenn es gut gemacht ist, warum nicht? Es gibt ein paar Beispiele, wenn auch nicht so viele, wo die Schnippelei im Rahmen ist, wo man das Gesicht noch bestens erkennt. Bei Sophia Loren wurde doch recht gut gearbeitet. Aber dass die Lemper nun auf reine Lehre macht und von ihren Unterspritzungen ablenkt, indem sie ähnlich motivierte, andere Schönheitsoptimierungsversuche und -techniken durch den Kakao zieht, ist mir zutiefst unsympathisch. Soll jeder machen, wie er denkt. Also wirklich. Was mir persönlich missfällt, bei solchen Eingriffen ist, wenn die Physiognomie irgendwie verschoben wirkt, die Muskulatur nicht mehr den organischen Spielraum zu haben scheint. Dann wirkt die Strafferei wirklich wie ein Spannbettuch und leider sehen dann irgendwann alle sehr ähnlich aus und auch vom Alter her nicht mehr einschätzbar. Ich tendiere zum Beispiel dazu, Gesichter, bei denen man einen Eingriff erkennt, für älter einzustufen, als sie es laut Ausweis sind. Joan Rivers sah mit über Achtzig ganz ähnlich aus wie Frau Thomalla senior. Obwohl ungefähr dreißig Jahre Altersunterschied dazwischen liegen. Alle für mich augenfällig operativ behandelten Gesichter um Ende Vierzig, Anfang Fünfzig, könnte man auch für operierte Mittsechziger halten. Das finde ich ein bißchen tragisch.

06. Oktober 2014

Ich erlebe gerade eine kleine Fernseh-Renaissance, scheint mir. In den letzten Einträgen kommen lauter Fensehsendungen vor. Wundere mich selber. Aber es ist gar nicht so viel. Am Abend zappe ich auch oft mal schnell nur zehn Minuten durch und schalte dann ab, und der Rest des Abends ist fernsehfrei, wie früher. Als die Leute noch mehr gebloggt haben, und das Ganze noch neuer war, habe ich mehr nach Einträgen Ausschau gehalten, und es gab auch fast immer neue. Langer Einleitungssatz für die Beobachtung, die ich gerade gemacht habe. (Fernseher ist übrigens jetzt wieder aus) Ich habe das Dinner auf Vox vorbeirauschen lassen, während ich selber gekocht und gegessen habe und nach der Sendung kommt immer eine Viertelstunde „Prominent“, das lasse ich auch noch laufen. Gucke aber auch nur so aus dem Augenwinkel, ob jemand durchgenommen wird, den ich interessant finde. Da war auf einmal Ute Lemper im Bild, die so ungefähr Mitte Fünfzig ist, und auf ihre Meinung zu Facelifting angesprochen wurde, nehme ich an. Ich habe nur ihre Antwort gehört und daraus die Frage rückwirkend abgeleitet, weil ich eben nur so halb zuhöre. Mit einer gewissen fachmännischen Häme erklärt Frau Lemper, dass sie das nicht gut findet, weil das meistens so auf der Seite zu sehr gezogen wird, und das würde irgendwie hilflos aussehen. Was ja durchaus stimmen mag. Nicht so passend finde ich so ein Statement allerdings, wenn man bei dem schadenfrohen breiten Grienen, die aufgespritzte Oberlippe erkennt. Wie blöd ist das denn. Dann sind mir die noch lieber, die sagen: wenn es gut gemacht ist, warum nicht? Es gibt ein paar Beispiele, wenn auch nicht so viele, wo die Schnippelei im Rahmen ist, wo man das Gesicht noch bestens erkennt. Bei Sophia Loren wurde doch recht gut gearbeitet. Aber dass die Lemper nun auf reine Lehre macht und von ihren Unterspritzungen ablenkt, indem sie ähnlich motivierte, andere Schönheitsoptimierungsversuche und -techniken durch den Kakao zieht, ist mir zutiefst unsympathisch. Soll jeder machen, wie er denkt. Also wirklich. Was mir persönlich missfällt, bei solchen Eingriffen ist, wenn die Physiognomie irgendwie verschoben wirkt, die Muskulatur nicht mehr den organischen Spielraum zu haben scheint. Dann wirkt die Strafferei wirklich wie ein Spannbettuch und leider sehen dann irgendwann alle sehr ähnlich aus und auch vom Alter her nicht mehr einschätzbar. Ich tendiere zum Beispiel dazu, Gesichter, bei denen man einen Eingriff erkennt, für älter einzustufen, als sie es laut Ausweis sind. Joan Rivers sah mit über Achtzig ganz ähnlich aus wie Frau Thomalla senior. Obwohl ungefähr dreißig Jahre Altersunterschied dazwischen liegen. Alle für mich augenfällig operativ behandelten Gesichter um Ende Vierzig, Anfang Fünfzig, könnte man auch für operierte Mittsechziger halten. Das finde ich ein bißchen tragisch.

05. Oktober 2014

Mein persönliches Fernseh-Highlight heute, die Stelle im Prominenten-Dinner, wo der gemeine Mann im Hintergrund in Anbetracht der mit Deko-Lettern philosophisch „warum nicht?“ beschriftten Maisonettewohnungs-Treppen-Verblendung vermutet: „Da ist wohl das Carpe diem ausgegangen.“
Ich schaue mal weiter. Die sogenannten „Prominenten“ werden heute von den Bachelor- und Bacheloretten-Darstellern gemimt.

29. September 2014

Schaue ich gerade: „Der Mann, der Udo Jürgens ist“, im Ersten. Schöne alte Filmsequenzen. Gerade habe ich wieder begriffen, dass ich damals, als „Griechischer Wein“ über Wochen ein Nummer Eins-Hit war, den Inhalt gar nicht begriffen habe. Oder es auch nicht versucht habe. Erst Jahrzehnte später wurde mir klar, dass es beim griechischen Wein-Lied nicht um weinselige Griechenland-Urlaubserinnerungen von Deutschen geht, sondern um das Heimweh der sogenannten griechischen Gastarbeiter. Schon ziemlich großartig damals, diese Bevölkerungsgruppe mit einer Hymne zu beschenken. Und dass Udo die ersten zehn Jahre nicht sehr erfolgreich war und auch noch keine eigenen Lieder gesungen hat, war mir auch neu. Ich schaue mal weiter. Morgen wird er achtzig, noch nicht heute. Würde ich an seiner Stelle reinfeiern, indem ich mit allen Wegbegleitern den Film schaue und dann die Korken knallen lassen. Ach – und Blacky erzählt gerade, wie er den ersten Text für Udo geschrieben hat… „Was ich dir sagen will…“ schön.

28. September 2014

Happy Birthday, B.B. und meinem Vater. Gerade telefoniert. Er liest mit großer Begeisterung Blackys Buch „Altwerden ist nichts für Feiglinge“, das ich ihm geschickt habe. Er meint, Blacky hätte komplett dieselben Ansichten wie er, er ist ganz von den Socken. Freut mich natürlich. In Berlin scheint die Sonne, bei ihm auch. Dass Brangelina nicht bei der Hochzeit von George sind, wundert mich jetzt nicht so sehr, wie die Bunte. Denn ich habe ja noch andere Quellen, die mir eine plausible Sicht des Geschehens ermöglichen. Meine These ist, dass Brangelina wissen, dass es sich bei dem Stück in Venedig um eine Art Bühnenperformance handelt, und man halt nicht bei jeder Theaterpremiere dabei sein kann muss. In der englischen Sprache bezeichnet man solche Aufführungen daher gerne als staged. Ich möchte nichts unterstellen, aber wenn ich die Kommentare studiere, erwische ich mich, wie ich dauernd nicke und denke Genau! Wenn zum Beispiel
Eugenia says:
Why does this look like they are arriving to a movie premiere? Seriously, this looks like a movie festival with stars arriving by boat promoting their latest movie feature. My mind is blown. I am just so so surprised that George is so open about this being the weekend that he is getting married. Arriving by boat in full view of paps. Posing for pics. His ass really ain’t trying to hide. Hell, he is flaunting and is inviting attention that is the weird thing about it all.
Ich denke mal, George wollte seine Ruhe haben und sie profitiert in verschiedener Hinsicht. Jedenfalls besteht keine Gefahr, dass ich mir die Bunte mit der Hochzeitsberichterstattung kaufe, da das Brautpaar ja komplett sicher stellt, dass Bildmaterial bis der Arzt kommt, in die Welt geschleudert wird. Er wird auch sichtbar älter, muss ich feststellen. Die äußerlich attraktivsten Jahre sind nun auch vorbei. Schade finde ich nur, dass so ein intelligenter Mann nicht das Rückgrat hat, sich zu seiner sonstigen sexuellen Orientierung zu bekennen, dann hätte er auch endlich Ruhe. Ich wünsche ihm, dass er bald auf solche (doppel)moralischen Demonstrationen verzichten kann. Durch seine Geheimnistuerei gibt er dem Thema mehr Aufmerksamkeit als nötig. Das sollte in der heutigen Zeit nicht mehr erforderlich sein. Also wirklich George.

29. September 2014

Schaue ich gerade: „Der Mann, der Udo Jürgens ist“, im Ersten. Schöne alte Filmsequenzen. Gerade habe ich wieder begriffen, dass ich damals, als „Griechischer Wein“ über Wochen ein Nummer Eins-Hit war, den Inhalt gar nicht begriffen habe. Oder es auch nicht versucht habe. Erst Jahrzehnte später wurde mir klar, dass es beim griechischen Wein-Lied nicht um weinselige Griechenland-Urlaubserinnerungen von Deutschen geht, sondern um das Heimweh der sogenannten griechischen Gastarbeiter. Schon ziemlich großartig damals, diese Bevölkerungsgruppe mit einer Hymne zu beschenken. Und dass Udo die ersten zehn Jahre nicht sehr erfolgreich war und auch noch keine eigenen Lieder gesungen hat, war mir auch neu. Ich schaue mal weiter. Morgen wird er achtzig, noch nicht heute. Würde ich an seiner Stelle reinfeiern, indem ich mit allen Wegbegleitern den Film schaue und dann die Korken knallen lassen. Ach – und Blacky erzählt gerade, wie er den ersten Text für Udo geschrieben hat… „Was ich dir sagen will…“ schön.

28. September 2014

Happy Birthday, B.B. und meinem Vater. Gerade telefoniert. Er liest mit großer Begeisterung Blackys Buch „Altwerden ist nichts für Feiglinge“, das ich ihm geschickt habe. Er meint, Blacky hätte komplett dieselben Ansichten wie er, er ist ganz von den Socken. Freut mich natürlich. In Berlin scheint die Sonne, bei ihm auch. Dass Brangelina nicht bei der Hochzeit von George sind, wundert mich jetzt nicht so sehr, wie die Bunte. Denn ich habe ja noch andere Quellen, die mir eine plausible Sicht des Geschehens ermöglichen. Meine These ist, dass Brangelina wissen, dass es sich bei dem Stück in Venedig um eine Art Bühnenperformance handelt, und man halt nicht bei jeder Theaterpremiere dabei sein kann muss. In der englischen Sprache bezeichnet man solche Aufführungen daher gerne als staged. Ich möchte nichts unterstellen, aber wenn ich die Kommentare studiere, erwische ich mich, wie ich dauernd nicke und denke Genau! Wenn zum Beispiel
Eugenia says:
Why does this look like they are arriving to a movie premiere? Seriously, this looks like a movie festival with stars arriving by boat promoting their latest movie feature. My mind is blown. I am just so so surprised that George is so open about this being the weekend that he is getting married. Arriving by boat in full view of paps. Posing for pics. His ass really ain’t trying to hide. Hell, he is flaunting and is inviting attention that is the weird thing about it all.
Ich denke mal, George wollte seine Ruhe haben und sie profitiert in verschiedener Hinsicht. Jedenfalls besteht keine Gefahr, dass ich mir die Bunte mit der Hochzeitsberichterstattung kaufe, da das Brautpaar ja komplett sicher stellt, dass Bildmaterial bis der Arzt kommt, in die Welt geschleudert wird. Er wird auch sichtbar älter, muss ich feststellen. Die äußerlich attraktivsten Jahre sind nun auch vorbei. Schade finde ich nur, dass so ein intelligenter Mann nicht das Rückgrat hat, sich zu seiner sonstigen sexuellen Orientierung zu bekennen, dann hätte er auch endlich Ruhe. Ich wünsche ihm, dass er bald auf solche (doppel)moralischen Demonstrationen verzichten kann. Durch seine Geheimnistuerei gibt er dem Thema mehr Aufmerksamkeit als nötig. Das sollte in der heutigen Zeit nicht mehr erforderlich sein. Also wirklich George.

18. September 2014

Bestes Video aller Zeiten. Ein Sommernachtstraum. Manchmal denke ich ja schon, mir ist der Humor völlig abhanden gekommen, wenn ich sehe, was alles als Comedy präsentiert wird. Aber eben habe ich doch endlich einmal wieder gute Laune bekommen. Ganz herrliche Rosen. Die Kommentare sind auch sehr hübsch, wenn auch sehr konträr. Die einen sagen so, die anderen sagen so.
SupiiAnnii
vor 5 Jahren

„meine tante heiratet morgen auch, am 09.09.09!!! :-)))“
3vegemite
vor 3 Jahren

„Die traurigste und deprimierendste Melodie aller Zeiten…wenn ich dabei ganz fest die Augen schließe, das erste an das ich denke ist ein ausgehungerter Wellensittich in einem Käfig…oder eine „Indoor-Katze“ …keine Ahnung warum… :-D *Don’t marry, be happy*“
TheDrama doll
vor 4 Jahren

„i cried… it brings me the most beautiful and sincere emotions… <3“
Benjamin Lubanski
vor 5 Jahren

„es ist schön, aber zum einen jagt mir das stück ziemlich große angst ein*schaudder* net das ich angst vor dem heiraten hab, es klingt aber irgendwie bedrohlich kA einfach gruselig…“
AndreaMimi
vor 5 Jahren

„Das Lied gefällt mir sehr gut.“
Gut gefällt mir außerdem die Beschreibung des Regisseurs des Videos:
Nachdem ich schon öfters danach angefragt wurde darf ich ihnen hier den Hochzeitsmarsch auf meinem Kanal präsentieren. Sie sehen hier Aufnahmen aus Weingarten und vom Bodensee. (bei Ravensburg) Für die Musik habe ich eine Lizenz. Ausserdem auf meinem Kanal : kleine Nachtmusik, Serenata, Nocturna, Moldau, Mondscheinsonate, La Traviata, Messias, Wassermusik, 5 Symphonie, Air Suite, Blumenwalzer, Brandenburgisches Konzert,“
Und natürlich die Schnitttechnik.

18. September 2014

Bestes Video aller Zeiten. Ein Sommernachtstraum. Manchmal denke ich ja schon, mir ist der Humor völlig abhanden gekommen, wenn ich sehe, was alles als Comedy präsentiert wird. Aber eben habe ich doch endlich einmal wieder gute Laune bekommen. Ganz herrliche Rosen. Die Kommentare sind auch sehr hübsch, wenn auch sehr konträr. Die einen sagen so, die anderen sagen so.
SupiiAnnii
vor 5 Jahren

„meine tante heiratet morgen auch, am 09.09.09!!! :-)))“
3vegemite
vor 3 Jahren

„Die traurigste und deprimierendste Melodie aller Zeiten…wenn ich dabei ganz fest die Augen schließe, das erste an das ich denke ist ein ausgehungerter Wellensittich in einem Käfig…oder eine „Indoor-Katze“ …keine Ahnung warum… :-D *Don’t marry, be happy*“
TheDrama doll
vor 4 Jahren

„i cried… it brings me the most beautiful and sincere emotions… <3“
Benjamin Lubanski
vor 5 Jahren

„es ist schön, aber zum einen jagt mir das stück ziemlich große angst ein*schaudder* net das ich angst vor dem heiraten hab, es klingt aber irgendwie bedrohlich kA einfach gruselig…“
AndreaMimi
vor 5 Jahren

„Das Lied gefällt mir sehr gut.“
Gut gefällt mir außerdem die Beschreibung des Regisseurs des Videos:
Nachdem ich schon öfters danach angefragt wurde darf ich ihnen hier den Hochzeitsmarsch auf meinem Kanal präsentieren. Sie sehen hier Aufnahmen aus Weingarten und vom Bodensee. (bei Ravensburg) Für die Musik habe ich eine Lizenz. Ausserdem auf meinem Kanal : kleine Nachtmusik, Serenata, Nocturna, Moldau, Mondscheinsonate, La Traviata, Messias, Wassermusik, 5 Symphonie, Air Suite, Blumenwalzer, Brandenburgisches Konzert,“
Und natürlich die Schnitttechnik.

16. September 2014

Seit vierundzwanzig Stunden in meinem Kopf. Ich kannte das bis gestern nicht. Vielleicht weil ich Zweitausendneun nie den Fernseher angemacht habe, wo es in Kulturbeiträgen erwähnt worden ist. Dieses anrührende Stück Musik wird wohl das einzige sein und bleiben, das ich hören mag, das von Campino kommt. Alleine ist er nicht so hörenswert in dem Song. Sie aber schon. Und zu zweit ein Traum. Die Liebe ist vorbei, eine, die nie von beiden bekannt wurde. Aber man macht nicht einfach so so ein Lied. Und so ein Video. Wim Wenders hat es gedreht. Ein paar Szenen sind mir zu klischeehaft. Wie sie aus ihren Absatzschuhen streift und der Laufsteggang. Auch die Musiker zu sehen, bringt eigentlich nicht viel in dem Zusammenhang. So ein bißchen alibihaft. Man hört sie ja. Wie schön die spielen können. Ich kann mit der Krawallmusik von der Gruppe gar nichts anfangen, die ganze Poserei ist mir zu viel. (Außerdem war ich immer Ärzte. Obwohl der Vergleich natürlich unzulässig ist.) Man merkt schon, das ist ein langer Disclaimer, weil ich es eigentlich ganz unangemessen finde, dass da links oben in der Titelzeile Die Toten Hosen steht. Aber ich muss dieses eine Lied würdigen. Großartig. Hinreißend. Und das heisere Kratzen in der weiblichen Stimme.

16. September 2014

Seit vierundzwanzig Stunden in meinem Kopf. Ich kannte das bis gestern nicht. Vielleicht weil ich Zweitausendneun nie den Fernseher angemacht habe, wo es in Kulturbeiträgen erwähnt worden ist. Dieses anrührende Stück Musik wird wohl das einzige sein und bleiben, das ich hören mag, das von Campino kommt. Alleine ist er nicht so hörenswert in dem Song. Sie aber schon. Und zu zweit ein Traum. Die Liebe ist vorbei, eine, die nie von beiden bekannt wurde. Aber man macht nicht einfach so so ein Lied. Und so ein Video. Wim Wenders hat es gedreht. Ein paar Szenen sind mir zu klischeehaft. Wie sie aus ihren Absatzschuhen streift und der Laufsteggang. Auch die Musiker zu sehen, bringt eigentlich nicht viel in dem Zusammenhang. So ein bißchen alibihaft. Man hört sie ja. Wie schön die spielen können. Ich kann mit der Krawallmusik von der Gruppe gar nichts anfangen, die ganze Poserei ist mir zu viel. (Außerdem war ich immer Ärzte. Obwohl der Vergleich natürlich unzulässig ist.) Man merkt schon, das ist ein langer Disclaimer, weil ich es eigentlich ganz unangemessen finde, dass da links oben in der Titelzeile Die Toten Hosen steht. Aber ich muss dieses eine Lied würdigen. Großartig. Hinreißend. Und das heisere Kratzen in der weiblichen Stimme.

15. September 2014

Am sympathischsten sind mir persönlich ja Deko-Buddhisten. Neues Wort gelernt! Ich glaube das Copyright liegt bei Guido Maria Kretschmer. Also so Leute, die sich so einen Buddha-Kopf für die Wohnung holen, weil es sich irgendwie dekorativ macht, und so ein bißchen an diese sauteuren Ayurveda-Wellness-Tempel in Südostasien und so weiter erinnert, die man sich ja normalerweise nicht leisten kann. Das ist sogar für mich ein total nachvollziehbarer Ansatz. Ich bin ja in Wohnungsdekorations-Fragen auch immer sehr achtsam.
Anderes Problem heute: ich bin weder mit dem einen, noch dem anderen Zeigefinger in ein biometrisches System gekommen, das mich eigentlich kennen müsste. Ich ahne auch, woran es liegt. Man muss bei solchen Systemen immer zwei Finger einscannen, falls man mal an einem eine Verletzung hat. Nun sind bei mir beide Fingerkuppen leicht beeinträchtigt, weil ich beim Renovieren dauernd irgendeinen Kratzer abkriege. Oder anderes. Gestern ist mir – obwohl ich gar nicht gepinselt habe – der Farbtopf mit der Heizkörperfarbe umgekippt und hat sich auf den Teppich ergossen. Dann musste ich den kleinen Farbsee aufsaugen und dann den Fleck bearbeiten. Obwohl die Farbe nicht stinkt und auch nicht unangenehm ausdünstet, ist sie nicht als Hautpflege geeignet. Ich hatte über ungefähr eine dreiviertel Stunde Fleckenbearbeitung die Farbe auf der Handfläche. Und musste die Haut danach mit Topfreiniger bearbeiten. Das hat wohl eine leichte Irritation verursacht, und heute schuppt sich die Haut da so ein bißchen. Also bin ich wegen kleinen Hautkrustenschuppen an den Fingerspitzen nicht in das biometrische System gekommen. Und wer hat Schuld? Die Immobilienspekulation!

15. September 2014

Am sympathischsten sind mir persönlich ja Deko-Buddhisten. Neues Wort gelernt! Ich glaube das Copyright liegt bei Guido Maria Kretschmer. Also so Leute, die sich so einen Buddha-Kopf für die Wohnung holen, weil es sich irgendwie dekorativ macht, und so ein bißchen an diese sauteuren Ayurveda-Wellness-Tempel in Südostasien und so weiter erinnert, die man sich ja normalerweise nicht leisten kann. Das ist sogar für mich ein total nachvollziehbarer Ansatz. Ich bin ja in Wohnungsdekorations-Fragen auch immer sehr achtsam.
Anderes Problem heute: ich bin weder mit dem einen, noch dem anderen Zeigefinger in ein biometrisches System gekommen, das mich eigentlich kennen müsste. Ich ahne auch, woran es liegt. Man muss bei solchen Systemen immer zwei Finger einscannen, falls man mal an einem eine Verletzung hat. Nun sind bei mir beide Fingerkuppen leicht beeinträchtigt, weil ich beim Renovieren dauernd irgendeinen Kratzer abkriege. Oder anderes. Gestern ist mir – obwohl ich gar nicht gepinselt habe – der Farbtopf mit der Heizkörperfarbe umgekippt und hat sich auf den Teppich ergossen. Dann musste ich den kleinen Farbsee aufsaugen und dann den Fleck bearbeiten. Obwohl die Farbe nicht stinkt und auch nicht unangenehm ausdünstet, ist sie nicht als Hautpflege geeignet. Ich hatte über ungefähr eine dreiviertel Stunde Fleckenbearbeitung die Farbe auf der Handfläche. Und musste die Haut danach mit Topfreiniger bearbeiten. Das hat wohl eine leichte Irritation verursacht, und heute schuppt sich die Haut da so ein bißchen. Also bin ich wegen kleinen Hautkrustenschuppen an den Fingerspitzen nicht in das biometrische System gekommen. Und wer hat Schuld? Die Immobilienspekulation!

01. September 2014


Eine Aufnahme vom Juni. 19. Juni 2014. Aufgenommen in der Galerie Hiltawsky, hier um die Ecke in der Tucholskystraße. Der Berliner Fotograf Peter Brüchmann wurde mit seinen Bildern gezeigt. Eines davon war das da oben von Veruschka von Lehndorff. Vielleicht Mitte der Sechziger Jahre entstanden. Vielleicht um die Zeit, als ich auf die Welt kam. Komme mir gerade vor wie eine Moderatorin, die nach einer möglichst eleganten Überleitung von einem Thema zum anderen sucht. Kurz und gut: ich habe in den Bildern der letzten Wochen und Monate, die nie hochgeladen wurden (aber noch irgendwann werden), nach einem gesucht, in dem ich mich wiederfinde. Mit meinem gegenwärtigen Geistes- und Befindlichkeitszustand. Denn immer wenn ein Lebensjahr vorbei ist und ein neues anbricht, besinnt man sich noch mehr auf sich selbst als sowieso schon. So habe ich dieses Bild vom 19. Juni, aus um die Eintausenddreihundertirgendwas gefischt, die noch keiner kennt. Weil es gerade andere Prioritäten gibt, als Bilder zu sichten und zu optimieren und hochzuladen. Ich sitze gerade in meinem fertig renovierten Wohnzimmer und mache einen Eintrag zu meinem letzten Geburtstag, der an erster Stelle die Zahl Vier hat. Das macht mir keinen Kummer oder Bedenken oder dergleichen. Ich bin froh und glücklich, so gesund so alt geworden zu sein. Und noch Neugier auf das Leben zu haben, auf alles was da kommen mag. Wenn das neunundvierzigste Jahr vollendet ist, beginnt das fünfzigste Lebensjahr. Und es ist schön, es erleben zu dürfen. Aber ich wiederhole mich. Na und! Ich trinke noch ein bißchen was und gehe dann schlafen. Weiß noch gar nicht, was ich morgen nach dem Schlafen anstelle, zur Feier des Tages. Vielleicht ist das Wetter trockener als die Vorhersage, dann lasse ich mal den Pinsel Pinsel sein und mache vielleicht einen kleinen Ausflug. Mit Fotos. Aber die gibt es dann erst später. Viel später. Wenn ich mit der Küche fertig bin. Und mit den Bildern aus Wien, die ich einfach beiseite gelegt habe, weil mir diese Renoviererei dazwischen kam, ungeplant. Und danach die Bilder von Michael Ballhaus und Christian Brückner. Und danach noch andere. Und so weiter. Immer so weiter. Usw… usf. … Gute Nacht.

11. September 2014

Erst Dietmar Schönherr und nun Blacky. Ich muss gestehen, wenn ich Aufnahmen von Blacky sehe, wo er so die ersten grauen Schläfen bekommen hat, bin ich schon sehr verliebt. Immer schon. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo ich ihn nicht gemocht hätte. Blacky Fuchsberger war ein – wie sagt der Amerikaner – household name? Was ich auch interessant fand, dass meine Eltern und mein Bruder ihn auch total mochten. Kann man ihn überhaupt nicht gemocht haben? War man da nicht irgendwie psychisch gestört? Wenn sich meine Leser/innen jemals gefragt haben, welchen Typ Mann ich attraktiv finde, kann ich ohne weiteres antworten: Blacky Fuchsberger ab 35+. Und im hohen Alter hat er sich auch noch gut gehalten. Auch als Grandseigneur war er immer noch attraktiver als jeder andere seiner Altersgruppe. Ach Blacky. Irgendwann muss ja mal Schluss sein. Was ich auch noch an ihm gemocht habe war, dass er wie auch Dietmar Schönherr, eine widerspenstige Ader hatte und eine sehr attraktive Frau. Ich hatte einfach überhaupt nichts an ihm auszusetzen. Genau wie an Dietmar Schönherr. Ich bin nämlich zum Beispiel manchmal leicht verärgert, wenn für meinen Geschmack mittelmäßig attraktive Frauen für meinen Geschmack hochattraktive Männer kriegen. Aber hier war das nicht der Fall. Vivi hätte mir auch gefallen, die war mir ja sowieso die Liebste und Gundel war auch sehr attraktiv. Sie hatten meinen Segen. Es muss irgendwie passen, sonst habe ich das Gefühl, dass das Universum mich für dumm verkaufen will. Aus meinen Einlassungen spricht natürlich auch, wenn man jetzt psychologisch gut geschult ist, eine gewisse Erfahrung, also – äh – äm – na ja egal, das würde jetzt zu weit führen, oder zu persönlich oder aufdeckend werden. Also ich kannte mal einen – jemanden – einige – mehrere – diverse… na ja. Jedenfalls hätte ich Blacky nicht von der Bettkante usw. usf. Natürlich auch wegen seines hervorragenden Charakters. Sicher werden viele angemessenere Nachrufe verfasst werden, aber ich komme eben auch nicht daran vorbei zu sagen, dass ich Blacky Fuchsberger von Herzen gerne gehabt habe. Wie wir eben alle. Ich will mal schauen, ob ich einen Filmausschnitt finde, wo er mir besonders gut gefällt.

11. September 2014

Erst Dietmar Schönherr und nun Blacky. Ich muss gestehen, wenn ich Aufnahmen von Blacky sehe, wo er so die ersten grauen Schläfen bekommen hat, bin ich schon sehr verliebt. Immer schon. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo ich ihn nicht gemocht hätte. Blacky Fuchsberger war ein – wie sagt der Amerikaner – household name? Was ich auch interessant fand, dass meine Eltern und mein Bruder ihn auch total mochten. Kann man ihn überhaupt nicht gemocht haben? War man da nicht irgendwie psychisch gestört? Wenn sich meine Leser/innen jemals gefragt haben, welchen Typ Mann ich attraktiv finde, kann ich ohne weiteres antworten: Blacky Fuchsberger ab 35+. Und im hohen Alter hat er sich auch noch gut gehalten. Auch als Grandseigneur war er immer noch attraktiver als jeder andere seiner Altersgruppe. Ach Blacky. Irgendwann muss ja mal Schluss sein. Was ich auch noch an ihm gemocht habe war, dass er wie auch Dietmar Schönherr, eine widerspenstige Ader hatte und eine sehr attraktive Frau. Ich hatte einfach überhaupt nichts an ihm auszusetzen. Genau wie an Dietmar Schönherr. Ich bin nämlich zum Beispiel manchmal leicht verärgert, wenn für meinen Geschmack mittelmäßig attraktive Frauen für meinen Geschmack hochattraktive Männer kriegen. Aber hier war das nicht der Fall. Vivi hätte mir auch gefallen, die war mir ja sowieso die Liebste und Gundel war auch sehr attraktiv. Sie hatten meinen Segen. Es muss irgendwie passen, sonst habe ich das Gefühl, dass das Universum mich für dumm verkaufen will. Aus meinen Einlassungen spricht natürlich auch, wenn man jetzt psychologisch gut geschult ist, eine gewisse Erfahrung, also – äh – äm – na ja egal, das würde jetzt zu weit führen, oder zu persönlich oder aufdeckend werden. Also ich kannte mal einen – jemanden – einige – mehrere – diverse… na ja. Jedenfalls hätte ich Blacky nicht von der Bettkante usw. usf. Natürlich auch wegen seines hervorragenden Charakters. Sicher werden viele angemessenere Nachrufe verfasst werden, aber ich komme eben auch nicht daran vorbei zu sagen, dass ich Blacky Fuchsberger von Herzen gerne gehabt habe. Wie wir eben alle. Ich will mal schauen, ob ich einen Filmausschnitt finde, wo er mir besonders gut gefällt.

08. September 2014

Neues Motto. Nebenmotto. „Mut zur Lücke“. „Go with the Flow“ und „Mut zur Lücke“. Ich bin gerade ganz stark am Überlegen, ob ich mir das Streichen vom Fensterrahmen vom Schlafzimmerfenster nicht schenke, so ein grelles Weiß würde da sowieso nicht passen, und stattdessen einfach mal gründlich schrubbe. Mit Seifenwasser und Topfreiniger den Film abwasche, so dass am Ende ein zart vergilbter aber blitzeblanker Fensterrahmen übrig bleibt. Die Scheibe würde ich natürlich auch putzen. Habe mir sogar unlängst Fensterreiniger geholt. Ein Wundermittel! Sogar hartnäckige Flecken verschwinden aus dem Teppich (außer Rost, leider). Man spritzt die blaue, durchsichtige Flüssigkeit auf die Scheibe, da ist so ein Zerstäuber dran, und wischt mit einem trockenen Tuch gleich hinterher. Ein- bis zweimal langt. Glasklar! Unglaublich. Ein Jammer, dass ich dieses Putzmittel nicht früher entdeckt habe. Da ist Fensterputzen ja gar nicht mehr so schlimm, wie die ganze tropfende Sauerei mit dem Wasser, wo am Ende dann doch immer Schlieren übrig bleiben. Ich hasse Fensterputzen! Aber mit so einem Reiniger – ein Kinderspiel! Ich könnte direkt dafür Reklame machen! Zum Beispiel könnte ich mit meiner neuen HD-Kamera und meinem neuen Ultra-HD-Computer einen schicken Werbefilm für Glasreiniger drehen! In meiner Wohnung natürlich. Den Film könnte ich dann auch gleich der Maklerin zur Verfügung stellen, dann sieht ihre Kundschaft gleich, wie die Wohnung – zumindest im Fensterbereich ausschaut – und dass ich ich stets für einen „gepflegten Zustand“ sorge, wie es ja schon im Exposé behauptet wird.
Heute nach dem Aufstehen habe ich noch vor meinem Termin bei der Hausärztin (die Auswertung von der Blutprobe und Impfung gegen Kinderlähmung und Diphterie) das kleine, quadratische Fenster im Bad geschrubbt und anschließend gestrichen. Also den ersten Anstrich. Idealerweise macht man ja drei. Zumindest bei der Farbe von Obi, die ich nehme. Aber ich belasse es jetzt bei zwei mal. Mut zur Lücke! Am oberen Rahmen sieht man ein bißchen die horizontalen Pinselstriche, da könnte man noch mal drüber. Aber so ein paar Unregelmäßigkeiten haben ja auch Charme. Das ist eben der „Human Touch“. An der Ecke habe ich auch ein bißchen an der Decke gepinselt. Sieht ein bißchen archaisch aus, weil das Weiß natürlich vom sehr gebrochenen nicht-mehr-Weiß von vor siebzehn Jahren, als das gestrichen wurde, ein bißchen absticht, obwohl ich mich um einen fließenden Übergang bemüht habe. Aber das ist praktisch gar nicht zu schaffen. Mut zur Lücke!
Dann war ich bei meiner Hausärztin im Ärztehaus am Rosenthaler Platz. Ich habe ihr gleich das „Screening“, auch so eine Standard-Untersuchung gegen Hautkrebs, ausgeredet, weil ich ja im letzten Juni, also 2013 meine ich, bei einer Hautärztin war, um was weglasern zu lassen, und da hat die mich ja wohl gründlich untersucht, gehe ich mal davon aus! Dann hat sie Blutdruck gemessen, 120 zu irgendwas, jedenfalls wohl total in Ordnung. Dann gab es in den rechten Oberarm die Kinderlähmungsimpfung und in den linken gegen Diphterie. Und Pflaster drauf. Und dann hat sie mir die Auswertung meiner Blutprobe berichtet. Schilddrüse einwandfrei. Blutzucker einwandfrei. Cholesterin einwandfrei. Kein Herzinfarktrisiko! Aber ich sollte mal darüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht doch mal ein bißchen Sport machen wollte. Sie hat mich gefragt, ob ich irgendeinen Sport mache. Weil es mir etwas peinlich war, dass ich eben keinen handelsüblichen Sport treibe, wollte ich ihr weismachen, und eigentlich bin ich auch der Meinung, dass es sich dabei um eine kurze Sporteinheit handelt, dass es ja auch irgendwie Sport ist, wenn ich es morgens eilig habe, sehr zügig zur S-Bahn laufe. Und auch das Einkaufen immer zu Fuß erledige. Mit schweren Einkaufstüten. Hm. So ganz zufrieden war sie mit meiner Sportart nicht. „Nur ein bißchen mehr!“ Das wäre in meinem Alter wichtig, das empfiehlt auch die WHO! Ich glaube, sie hat bestimmt recht. Aber es ist wirklich so, dass ich gerne sehr lange Strecken bei meinen täglichen Besorgungen zu Fuß erledige. Und ich laufe ziemlich schnell! Oft sind die Touristen, gerade die händchenhaltenden Liebespärchen auf Urlaub am Hackeschen Markt, ein bißchen irritiert, habe ich so das Gefühl, dass ich ungefähr doppelt so schnell da rum laufe. Also gut, das ist dann eben kein Sport. Mut zur Lücke! Aber sonst alles tipptopp. Jetzt mache ich mal eine längere Pause für heute, und faulenze. Habe ich mir eigentlich auch verdient.
P.S. da fällt mir noch ein: wo sie das mit der Schilddrüse gesagt hat, dass die einwandfreie Werte hat, musste ich ihr erzählen, dass mir ein Arzt, ein Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen, als ich ungefähr 14 war und oft sehr müde, eine schwerwiegende Unterfunktion diagnostiziert hat und mir eröffnete, ich müsste bei dieser schweren Unterfunktion bis zum Ende meines Lebens (es hatte ja gerade erst angefangen und er sprach schon vom Ende) Hormone einnehmen, um das auszugleichen, sonst würde ich – und das sei so sicher wie das Amen in der Kirche – einen Kropf kriegen. Ich habe dann brav ungefähr vier oder sechs Wochen L-Thyroxin Hennig oder so ähnlich, geschluckt und überhaupt keine Veränderung feststellen können. Dann habe ich eigenmächtig beschlossen, dass Tabletten, die keine Verbesserung meines Wohlbefindens erkennen lassen, eigentlich auch ungeschluckt bleiben können. Ich würde dann ja merken, wenn der angedrohte Kropf zu wachsen anfängt, das würde ich einfach todesmutig riskieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Beschwerden in der Richtung bekommen hätte. Bis heute nicht. Und auch noch konnte ich mir nicht verkneifen, ihr mitzuteilen, dass ich mich besonders über die Cholesterin-Werte freue, da ich ausgesprochen viel Schlagsahne und Butter konsumiere. Glaube ich sowieso nicht dran, dass diese beiden hervorragenden Geschmacksträger mir schaden. Wenn der Fettpegel erreicht ist, höre ich schon von selber auf zu essen. Ansonsten übrigens falscher Wetterbericht für Berlin. Es war die letzten Tage immer wieder schön sonnig, nicht regnerisch. Gefilmt habe ich noch nicht mit der neuen Kamera, außer mal gleich nach dem Kauf einen Test. Ich kann mich nicht zerteilen! Sie wissen schon: Mut z. usw.
P.P.S. das ist der Fensterreiniger. Von Aldi, der blaue („Meeresfrisch“). „Leider liegen noch keine Nährwertangaben vor.“

08. September 2014

Neues Motto. Nebenmotto. „Mut zur Lücke“. „Go with the Flow“ und „Mut zur Lücke“. Ich bin gerade ganz stark am Überlegen, ob ich mir das Streichen vom Fensterrahmen vom Schlafzimmerfenster nicht schenke, so ein grelles Weiß würde da sowieso nicht passen, und stattdessen einfach mal gründlich schrubbe. Mit Seifenwasser und Topfreiniger den Film abwasche, so dass am Ende ein zart vergilbter aber blitzeblanker Fensterrahmen übrig bleibt. Die Scheibe würde ich natürlich auch putzen. Habe mir sogar unlängst Fensterreiniger geholt. Ein Wundermittel! Sogar hartnäckige Flecken verschwinden aus dem Teppich (außer Rost, leider). Man spritzt die blaue, durchsichtige Flüssigkeit auf die Scheibe, da ist so ein Zerstäuber dran, und wischt mit einem trockenen Tuch gleich hinterher. Ein- bis zweimal langt. Glasklar! Unglaublich. Ein Jammer, dass ich dieses Putzmittel nicht früher entdeckt habe. Da ist Fensterputzen ja gar nicht mehr so schlimm, wie die ganze tropfende Sauerei mit dem Wasser, wo am Ende dann doch immer Schlieren übrig bleiben. Ich hasse Fensterputzen! Aber mit so einem Reiniger – ein Kinderspiel! Ich könnte direkt dafür Reklame machen! Zum Beispiel könnte ich mit meiner neuen HD-Kamera und meinem neuen Ultra-HD-Computer einen schicken Werbefilm für Glasreiniger drehen! In meiner Wohnung natürlich. Den Film könnte ich dann auch gleich der Maklerin zur Verfügung stellen, dann sieht ihre Kundschaft gleich, wie die Wohnung – zumindest im Fensterbereich ausschaut – und dass ich ich stets für einen „gepflegten Zustand“ sorge, wie es ja schon im Exposé behauptet wird.
Heute nach dem Aufstehen habe ich noch vor meinem Termin bei der Hausärztin (die Auswertung von der Blutprobe und Impfung gegen Kinderlähmung und Diphterie) das kleine, quadratische Fenster im Bad geschrubbt und anschließend gestrichen. Also den ersten Anstrich. Idealerweise macht man ja drei. Zumindest bei der Farbe von Obi, die ich nehme. Aber ich belasse es jetzt bei zwei mal. Mut zur Lücke! Am oberen Rahmen sieht man ein bißchen die horizontalen Pinselstriche, da könnte man noch mal drüber. Aber so ein paar Unregelmäßigkeiten haben ja auch Charme. Das ist eben der „Human Touch“. An der Ecke habe ich auch ein bißchen an der Decke gepinselt. Sieht ein bißchen archaisch aus, weil das Weiß natürlich vom sehr gebrochenen nicht-mehr-Weiß von vor siebzehn Jahren, als das gestrichen wurde, ein bißchen absticht, obwohl ich mich um einen fließenden Übergang bemüht habe. Aber das ist praktisch gar nicht zu schaffen. Mut zur Lücke!
Dann war ich bei meiner Hausärztin im Ärztehaus am Rosenthaler Platz. Ich habe ihr gleich das „Screening“, auch so eine Standard-Untersuchung gegen Hautkrebs, ausgeredet, weil ich ja im letzten Juni, also 2013 meine ich, bei einer Hautärztin war, um was weglasern zu lassen, und da hat die mich ja wohl gründlich untersucht, gehe ich mal davon aus! Dann hat sie Blutdruck gemessen, 120 zu irgendwas, jedenfalls wohl total in Ordnung. Dann gab es in den rechten Oberarm die Kinderlähmungsimpfung und in den linken gegen Diphterie. Und Pflaster drauf. Und dann hat sie mir die Auswertung meiner Blutprobe berichtet. Schilddrüse einwandfrei. Blutzucker einwandfrei. Cholesterin einwandfrei. Kein Herzinfarktrisiko! Aber ich sollte mal darüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht doch mal ein bißchen Sport machen wollte. Sie hat mich gefragt, ob ich irgendeinen Sport mache. Weil es mir etwas peinlich war, dass ich eben keinen handelsüblichen Sport treibe, wollte ich ihr weismachen, und eigentlich bin ich auch der Meinung, dass es sich dabei um eine kurze Sporteinheit handelt, dass es ja auch irgendwie Sport ist, wenn ich es morgens eilig habe, sehr zügig zur S-Bahn laufe. Und auch das Einkaufen immer zu Fuß erledige. Mit schweren Einkaufstüten. Hm. So ganz zufrieden war sie mit meiner Sportart nicht. „Nur ein bißchen mehr!“ Das wäre in meinem Alter wichtig, das empfiehlt auch die WHO! Ich glaube, sie hat bestimmt recht. Aber es ist wirklich so, dass ich gerne sehr lange Strecken bei meinen täglichen Besorgungen zu Fuß erledige. Und ich laufe ziemlich schnell! Oft sind die Touristen, gerade die händchenhaltenden Liebespärchen auf Urlaub am Hackeschen Markt, ein bißchen irritiert, habe ich so das Gefühl, dass ich ungefähr doppelt so schnell da rum laufe. Also gut, das ist dann eben kein Sport. Mut zur Lücke! Aber sonst alles tipptopp. Jetzt mache ich mal eine längere Pause für heute, und faulenze. Habe ich mir eigentlich auch verdient.
P.S. da fällt mir noch ein: wo sie das mit der Schilddrüse gesagt hat, dass die einwandfreie Werte hat, musste ich ihr erzählen, dass mir ein Arzt, ein Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen, als ich ungefähr 14 war und oft sehr müde, eine schwerwiegende Unterfunktion diagnostiziert hat und mir eröffnete, ich müsste bei dieser schweren Unterfunktion bis zum Ende meines Lebens (es hatte ja gerade erst angefangen und er sprach schon vom Ende) Hormone einnehmen, um das auszugleichen, sonst würde ich – und das sei so sicher wie das Amen in der Kirche – einen Kropf kriegen. Ich habe dann brav ungefähr vier oder sechs Wochen L-Thyroxin Hennig oder so ähnlich, geschluckt und überhaupt keine Veränderung feststellen können. Dann habe ich eigenmächtig beschlossen, dass Tabletten, die keine Verbesserung meines Wohlbefindens erkennen lassen, eigentlich auch ungeschluckt bleiben können. Ich würde dann ja merken, wenn der angedrohte Kropf zu wachsen anfängt, das würde ich einfach todesmutig riskieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Beschwerden in der Richtung bekommen hätte. Bis heute nicht. Und auch noch konnte ich mir nicht verkneifen, ihr mitzuteilen, dass ich mich besonders über die Cholesterin-Werte freue, da ich ausgesprochen viel Schlagsahne und Butter konsumiere. Glaube ich sowieso nicht dran, dass diese beiden hervorragenden Geschmacksträger mir schaden. Wenn der Fettpegel erreicht ist, höre ich schon von selber auf zu essen. Ansonsten übrigens falscher Wetterbericht für Berlin. Es war die letzten Tage immer wieder schön sonnig, nicht regnerisch. Gefilmt habe ich noch nicht mit der neuen Kamera, außer mal gleich nach dem Kauf einen Test. Ich kann mich nicht zerteilen! Sie wissen schon: Mut z. usw.
P.P.S. das ist der Fensterreiniger. Von Aldi, der blaue („Meeresfrisch“). „Leider liegen noch keine Nährwertangaben vor.“

07. September 2014

Erster Eintrag neue Schreibmaschine. Bildmaschine. Kommunikationsmaschine. Die letzten ca. 35 Stunden waren bestimmt von einer Fehlermeldung auf meinem letzten XP-Rechner, nachdem ich Lightworks installliert hatte, oder es genauer: versucht habe. Vor- vorgestern eine neue Kamera geholt, die viel kann. Man muss dann irgendwann kapitulieren und begreifen, dass man nicht an diesem alten Betriebssystem festhalten kann, das zwar seinerzeit auf einem sehr fortschrittlichen Rechner installiert war – aber was sind acht Jahre in Computerlichtjahren. Beinah kam mir die Meldung „NTLDR fehlt“ recht. Doch. Sie kam nicht so ungelegen. Denn ich bin jemand, der, die nicht einfach so neue Geräte kauft, wenn die alten noch in jeder Hinsicht funktionieren. Auch wenn ich insgeheim weiß, dass ich mich mit einem zunehmend altertümlichen Standard beschäftige. Und nun war es also so weit. Weil ich ein Schnittprogramm für die Full-HD-fähige Kamera brauchte, sonst hätte ich den Apparat ja nicht kaufen müssen. Und nun habe ich den ganzen Samstag damit verbracht, mir die neue Schreib- und Bildmaschine zurechtzukonfigurieren. Damit sie das Look & Feel bekommt, das mir angenehm ist. Was bedeutet, viel zu reduzieren und zu deaktivieren, was die Darstellung und Audio-Ergeignisse angeht. Mein Desktop ist jetzt komplett leer, so wie ich es gerne habe. Die wenigen Programme, die ich anwende, sind links unten als kleine Symbole. (u. „Taskleiste automatisch ausblenden“) Kein bunter Kästchen-Quatsch. Und dass man da auch auf dem Monitor herumwischen kann, ignoriere ich einfach. Ich mag keine Fingerabdrücke auf Scheiben. Außerdem mache ich sowieso alles, außer Texte tippen, mit der Maus. Der Sound von erwünschten Dateien, Musikdateien, ist viel besser als von meinem kleinen Samsung Q35 vorher. Der sehr nette Samsung-Mitarbeiter von Saturn hat sich am Vormittag noch ausgiebig damit befasst, die Festplatte aus- und wieder einzubauen, um die Daten zu retten. U. a. die Wien-Bilder und die von Michael Ballhaus, von denen ich verschlafen habe, rechtzeitig das backup zu machen. Hat nichts extra gekostet. Ich bin fünf nach zehn in den Laden am Alex gegangen. Habe mein Problem erzählt. Und das neue Notebook gekauft. Und das Angebot angenommen, meine Daten in dieser sehr aufwändigen Aktion retten zu lassen. Ich gehe seit ich da wohne, seit 1999, in den Laden und bin heute sehr glücklich heimgegangen, nach der leichten Panik, die man so hat, wenn man Dateien verloren glaubt, an denen das Herz hängt.

07. September 2014

Erster Eintrag neue Schreibmaschine. Bildmaschine. Kommunikationsmaschine. Die letzten ca. 35 Stunden waren bestimmt von einer Fehlermeldung auf meinem letzten XP-Rechner, nachdem ich Lightworks installliert hatte, oder es genauer: versucht habe. Vor- vorgestern eine neue Kamera geholt, die viel kann. Man muss dann irgendwann kapitulieren und begreifen, dass man nicht an diesem alten Betriebssystem festhalten kann, das zwar seinerzeit auf einem sehr fortschrittlichen Rechner installiert war – aber was sind acht Jahre in Computerlichtjahren. Beinah kam mir die Meldung „NTLDR fehlt“ recht. Doch. Sie kam nicht so ungelegen. Denn ich bin jemand, der, die nicht einfach so neue Geräte kauft, wenn die alten noch in jeder Hinsicht funktionieren. Auch wenn ich insgeheim weiß, dass ich mich mit einem zunehmend altertümlichen Standard beschäftige. Und nun war es also so weit. Weil ich ein Schnittprogramm für die Full-HD-fähige Kamera brauchte, sonst hätte ich den Apparat ja nicht kaufen müssen. Und nun habe ich den ganzen Samstag damit verbracht, mir die neue Schreib- und Bildmaschine zurechtzukonfigurieren. Damit sie das Look & Feel bekommt, das mir angenehm ist. Was bedeutet, viel zu reduzieren und zu deaktivieren, was die Darstellung und Audio-Ergeignisse angeht. Mein Desktop ist jetzt komplett leer, so wie ich es gerne habe. Die wenigen Programme, die ich anwende, sind links unten als kleine Symbole. (u. „Taskleiste automatisch ausblenden“) Kein bunter Kästchen-Quatsch. Und dass man da auch auf dem Monitor herumwischen kann, ignoriere ich einfach. Ich mag keine Fingerabdrücke auf Scheiben. Außerdem mache ich sowieso alles, außer Texte tippen, mit der Maus. Der Sound von erwünschten Dateien, Musikdateien, ist viel besser als von meinem kleinen Samsung Q35 vorher. Der sehr nette Samsung-Mitarbeiter von Saturn hat sich am Vormittag noch ausgiebig damit befasst, die Festplatte aus- und wieder einzubauen, um die Daten zu retten. U. a. die Wien-Bilder und die von Michael Ballhaus, von denen ich verschlafen habe, rechtzeitig das backup zu machen. Hat nichts extra gekostet. Ich bin fünf nach zehn in den Laden am Alex gegangen. Habe mein Problem erzählt. Und das neue Notebook gekauft. Und das Angebot angenommen, meine Daten in dieser sehr aufwändigen Aktion retten zu lassen. Ich gehe seit ich da wohne, seit 1999, in den Laden und bin heute sehr glücklich heimgegangen, nach der leichten Panik, die man so hat, wenn man Dateien verloren glaubt, an denen das Herz hängt.

04. September 2014

Jetzt schnell, bevor ich wieder alles komplett vergesse. Ich war also auf dem Papier verheiratet oder geschieden, mit einem Mann, der mir mitgeteilt hat, dass sich nun mein Name zu „Voe“ oder „Voeh“ ändern muss, weil sich seiner auch ändert und das Gesetz ist. Seiner ändert sich, weil er endlich nach langer Zeit endlich wieder seinen „Mädchennamen“ führen darf, nachdem er das schon vor etlichen Jahren beantragt hat. Bis dahin hatte er den Namen seiner ersten Frau. Und durch die Vermählung mit ihm hatte ich dann auch den Namen der ersten Frau. Nach der Scheidung von ihr hat er den Namen aber beibehalten und somit hatte ich bis dato über zwei Ecken den Namen seiner Frau. Nun aber wird ja alles rückgängig gemacht und er heißt jetzt standesamtlich wieder „Voe“ oder „Voeh“ und deswegen muss ich jetzt auch so heißen, weil man sich ja seinerzeit bei der Eheschließung auf seinen Namen geeinigt hatte und das unverändert gilt, obwohl wir nun getrennt leben. Sie können folgen? Ja, es ist nun einmal kompliziert, ich kann nichts dafür! Jedenfalls habe ich akzeptiert, dass ich mich nun in mein Schicksal fügen muss und ab sofort „Voe“ oder „Voeh“ heißen werde und schickte mich an, das meinem Arbeitgeber mitzuteilen. Es wurde dann auch zügig ein neues Namensschild an meinem Büro angeschraubt.
Wegen dieser ganzen bürokratischen Geschichte bin ich dann etwas später, als beabsichtigt, in das Büro mit dem neuen Schild gekommen. Was ich aber locker gesehen habe, weil ich ja keinen Termin hatte, an dem Tag. Dachte ich wenigstens bis dahin. Eine mir vorgesetzte Kollegin hat mir dann aber mitgeteilt, dass unser gemeinsamer Chef schon auf mich gewartet hätte. Ja, er hätte sich sogar die Mühe gemacht, bis 9:30 Uhr an der Eingangstür auf mich zu warten, bis es ihm dann aber zu bunt geworden wäre, weil ich immer noch nicht da war. Das hat mich sehr überrascht, weil der Chef normalerweise nie irgendwo auf einen wartet oder sich für den genauen Arbeitsbeginn interessiert. Aber an genau dem Tag war es anders! Die vorgesetzte Kollegin hat mich dann informiert, dass ich an dem Tag am Nachmittag, so gegen 14:45 Uhr einen Termin mit meinem Chef und einem Bewerber hätte. Es gäbe ein Bewerbungsgespräch, für jemanden, der mit mir arbeiten soll und ich soll dabei sein. Wir träfen uns „unten im Café“. Aha. Na gut.
Blöd nur, dass ich an dem Tag wegen der Eile einen etwas unglücklichen Griff in den Kleiderschrank gemacht habe. Ich blickte an mir herunter, und fand mich selber etwas unvorteilhaft angezogen. Eine helle oder weiße Schlabber-Hose mit so Marlene-Hosenbeinen, die leicht verknittert war und auch ungefähr zwei Nummern zu groß und darüber hängend ein ebenfalls weißes Oberteil mit hellem Untergrund und kleinem, beigen Leopardenmuster. Das Oberteil war so blusenartig und auch viel zu groß und irgendwie auch knitterig und hing so bis zur Hüfte über die Hose. Man konnte in keinster Weise erkennen, ob ich unter dem ganzen Walla Walla Konfektionsgröße vierzig oder fünfzig habe. Es war ein einziges Stoffgewalle. Jedenfalls war ich nicht von meiner Wahl begeistert und dachte, ich bringe es irgendwie hinter mich. Muss ich eben umso freundlicher sein, um von den Klamotten abzulenken. Etwas bang war mir auch, weil die Kollegin meinte, der Chef wäre sehr verärgert gewesen, weil ich nicht zeitig zur Arbeit erschienen wäre. Dann hatte ich den Einfall, ich könnte ja als Entschuldigung erklären, dass ich daheim noch meinen neuen Namen hätte üben müssen, weil ich den noch nicht kann, also die Unterschrift. „Voe“ oder „Voeh“. Das müsste eigentlich doch als Entschuldigung gelten dürfen. Ich wartete also in meinem Büro mit dem neuen Schild und gewöhnte mich gedanklich an den neuen Namen (ohne die Unterschrift zu üben, das war ja gelogen, außerdem wusste ich ja immer noch nicht genau ob mit oder ohne „h“) und dachte mir so, dass es eigentlich komisch ist, dass mein Chef ein Bewerbungsgespräch führen will, weil ich für diese Art von Bewerbungen das ja bisher immer alleine gemacht habe, und dass er doch gar nicht wüsste, worauf es ankommt. Hoffentlich blamiert er sich nicht. Aber deswegen will er mich ja wahrscheinlich dabei haben, damit ich ihm im Notfall, wenn er einen Hänger hat, soufflieren kann, worauf es ankommt. Na gut, wenn er das als neue Erfahrung an seinem Arbeitsplatz mal haben möchte, von mir aus.
Nun war es also so weit, ich musste nach unten, zum Café. Treffpunkt war wieder die Eingangstür, wo er morgens vergeblich auf mich gewartet hatte. Mein Plan war, ihn davon abzulenken, dass ich morgens für seine Begriffe zu spät gekommen bin, und das Thema auf meinen neuen Namen zu lenken. Als erstes wollte ich ihm mitteilen, dass ich nun ab sofort mit Frau Voe(h) anzusprechen bin. Weil ‚mein Mann‘ auf dem Papier seinen Namen geändert hat. Deutlich war mir in diesem Traum, dass ich dachte: „aber gefühlt bin ich überhaupt nicht verheiratet, komisch, wo der Mann herkommt“. Der Chef kommt also zur Eingangstür und ist wider Erwarten gut gelaunt und sehr nett und macht überhaupt keinen Vorwurf sondern im Gegenteil – ein Kompliment! Er deutet anerkennend auf meine schlafanzugartige Walla-Walla-Aufmachung und macht mir ein Kompliment, wie gut ich heute aussehen würde, „Dieses Outfit – Kompliment!“. Ich zweifle an meinem Gehör und Verstand bzw. an seinem. Während ich noch denke, ich habe mich wohl verhört, wiederholt er seine Anerkennung: „Das sieht sehr attraktiv aus, was Sie heute anhaben, Kompliment!“ Wir sind dann reingegangen, ins Café, zu dem Bewerber. Ich weiß aber nicht, ob er den Job gekriegt hat, weil ich dann aufgewacht bin.
Musste ich jetzt schnell mal festhalten, weil ich mir sonst nie merken kann, was ich träume. Zu den Klamotten ist noch zu sagen, dass ich mal eine solche viel zu große weiße Schlabberhose hatte und zu dem Oberteil, dass ich einen Schal, also ein Tuch habe, mit so einem Muster. Als Tuch sehr hübsch. Die Uhrzeit 14:45 war der Beginn der Filmvorführung von dem Vivian Maier-Film, wo ich an meinem Geburtstag war. Und das mit meinem „Mann auf dem Papier“ und der Trennung ist vielleicht von meiner Bunte-Lektüre gestern inspiriert. Ich habe mir ja tatsächlich, allen Ernstes, gestern die Bunte mit der Hochzeitsbilderstrecke von Brangelina gekauft. Bei Edeka im Alexa. Es gab nur noch zwei Exemplare! Da hatte ich aber Glück! Jedenfalls war in der Bunten außer den Bildern, die tatsächlich sehr hübsch sind, aber identisch mit denen, die ich schon von der gescannten Ausgabe von Hello kannte, eine kleine Meldung, die mich überrascht hat. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen des „Prominenten“. Da stand in einem Kästchen mit kleinem Foto, dass Neil Young nach 36 Jahren Ehe die Scheidung von Pegi eingereicht hat. Das hat mich dann doch überrascht. Hört man nicht so oft, dass sich jemand in dem Alter noch scheiden lässt, wo die doch auch so durch dick und dünn gegangen sind und er ihr jede Menge Liebeslieder, noch nach Jahren, gewidmet hat. Ich fand sie zwar rein optisch nicht sonderlich attraktiv, aber ihm musste sie ja gefallen. Sicher eine nette Frau. Nun lässt er sich scheiden, der alte Mann. Vielleicht hat er noch mal Lust auf eine Lebensveränderung. Es heißt ja er „filed for divorce“, nicht beide. Na ja, jedenfalls hätte ich in der Bunten nicht erwartet, dass man sich mit Neil Young und seinem Privatleben befasst. Ansonsten war nichts Interessantes in dem Blättchen. Vielleicht habe ich aber nicht genau genug geschaut. So, genug gebloggt, heute Vormittag!
P.S. da fällt mir noch ein, dass vielleicht eine Rolle bei der Sache mit der Angst vor dem verärgerten Chef und seiner unerwartet freundlichen Reakton spielen könnte, dass ich gestern früh in der Arztpraxis angerufen habe, wo ich am Freitag zum Blutabnehmen hin soll (so eine altersbedingt aufgenötigte Routineuntersuchung) und am Montag zur Spritze gegen Kinderlähmung und Auswertung. Wo ich neulich da war, wegen der Tetanusspritze und die Termine bekommen habe, war eine etwas überfordert wirkende, jüngere Sprechstundenhilfe da, die nicht die Zeit hatte, ihren Charme spielen zu lassen, diplomatisch ausgedrückt. Nun hatte ich den Zettel mit den genauen Terminen leider verloren und wusste die Uhrzeiten nicht mehr ganz genau und musste deswegen anrufen. Ich hatte ein bißchen die Erwartung, dass ich vielleicht von derselben Sprechstundenhilfe am Telefonapparat gerügt werde und sie mir dann leicht genervt erneut die Termine mitteilt. Es war aber ganz anders. Eine mütterlich liebevolle Stimme begrüßte mich am Telefon und nannte mir, nachdem ich mein Geburtsdatum gesagt habe, in einem warmherzigen Tonfall die beiden Termine und wünschte mir einen schönen Tag. Kommt summasummarum auf das Gleiche heraus wie das Kompliment vom Chef. Vielleicht sollte ich meine ganzen negativen Erwartungshaltungen einmal auf den Prüfstand stellen!

04. September 2014

Jetzt schnell, bevor ich wieder alles komplett vergesse. Ich war also auf dem Papier verheiratet oder geschieden, mit einem Mann, der mir mitgeteilt hat, dass sich nun mein Name zu „Voe“ oder „Voeh“ ändern muss, weil sich seiner auch ändert und das Gesetz ist. Seiner ändert sich, weil er endlich nach langer Zeit endlich wieder seinen „Mädchennamen“ führen darf, nachdem er das schon vor etlichen Jahren beantragt hat. Bis dahin hatte er den Namen seiner ersten Frau. Und durch die Vermählung mit ihm hatte ich dann auch den Namen der ersten Frau. Nach der Scheidung von ihr hat er den Namen aber beibehalten und somit hatte ich bis dato über zwei Ecken den Namen seiner Frau. Nun aber wird ja alles rückgängig gemacht und er heißt jetzt standesamtlich wieder „Voe“ oder „Voeh“ und deswegen muss ich jetzt auch so heißen, weil man sich ja seinerzeit bei der Eheschließung auf seinen Namen geeinigt hatte und das unverändert gilt, obwohl wir nun getrennt leben. Sie können folgen? Ja, es ist nun einmal kompliziert, ich kann nichts dafür! Jedenfalls habe ich akzeptiert, dass ich mich nun in mein Schicksal fügen muss und ab sofort „Voe“ oder „Voeh“ heißen werde und schickte mich an, das meinem Arbeitgeber mitzuteilen. Es wurde dann auch zügig ein neues Namensschild an meinem Büro angeschraubt.
Wegen dieser ganzen bürokratischen Geschichte bin ich dann etwas später, als beabsichtigt, in das Büro mit dem neuen Schild gekommen. Was ich aber locker gesehen habe, weil ich ja keinen Termin hatte, an dem Tag. Dachte ich wenigstens bis dahin. Eine mir vorgesetzte Kollegin hat mir dann aber mitgeteilt, dass unser gemeinsamer Chef schon auf mich gewartet hätte. Ja, er hätte sich sogar die Mühe gemacht, bis 9:30 Uhr an der Eingangstür auf mich zu warten, bis es ihm dann aber zu bunt geworden wäre, weil ich immer noch nicht da war. Das hat mich sehr überrascht, weil der Chef normalerweise nie irgendwo auf einen wartet oder sich für den genauen Arbeitsbeginn interessiert. Aber an genau dem Tag war es anders! Die vorgesetzte Kollegin hat mich dann informiert, dass ich an dem Tag am Nachmittag, so gegen 14:45 Uhr einen Termin mit meinem Chef und einem Bewerber hätte. Es gäbe ein Bewerbungsgespräch, für jemanden, der mit mir arbeiten soll und ich soll dabei sein. Wir träfen uns „unten im Café“. Aha. Na gut.
Blöd nur, dass ich an dem Tag wegen der Eile einen etwas unglücklichen Griff in den Kleiderschrank gemacht habe. Ich blickte an mir herunter, und fand mich selber etwas unvorteilhaft angezogen. Eine helle oder weiße Schlabber-Hose mit so Marlene-Hosenbeinen, die leicht verknittert war und auch ungefähr zwei Nummern zu groß und darüber hängend ein ebenfalls weißes Oberteil mit hellem Untergrund und kleinem, beigen Leopardenmuster. Das Oberteil war so blusenartig und auch viel zu groß und irgendwie auch knitterig und hing so bis zur Hüfte über die Hose. Man konnte in keinster Weise erkennen, ob ich unter dem ganzen Walla Walla Konfektionsgröße vierzig oder fünfzig habe. Es war ein einziges Stoffgewalle. Jedenfalls war ich nicht von meiner Wahl begeistert und dachte, ich bringe es irgendwie hinter mich. Muss ich eben umso freundlicher sein, um von den Klamotten abzulenken. Etwas bang war mir auch, weil die Kollegin meinte, der Chef wäre sehr verärgert gewesen, weil ich nicht zeitig zur Arbeit erschienen wäre. Dann hatte ich den Einfall, ich könnte ja als Entschuldigung erklären, dass ich daheim noch meinen neuen Namen hätte üben müssen, weil ich den noch nicht kann, also die Unterschrift. „Voe“ oder „Voeh“. Das müsste eigentlich doch als Entschuldigung gelten dürfen. Ich wartete also in meinem Büro mit dem neuen Schild und gewöhnte mich gedanklich an den neuen Namen (ohne die Unterschrift zu üben, das war ja gelogen, außerdem wusste ich ja immer noch nicht genau ob mit oder ohne „h“) und dachte mir so, dass es eigentlich komisch ist, dass mein Chef ein Bewerbungsgespräch führen will, weil ich für diese Art von Bewerbungen das ja bisher immer alleine gemacht habe, und dass er doch gar nicht wüsste, worauf es ankommt. Hoffentlich blamiert er sich nicht. Aber deswegen will er mich ja wahrscheinlich dabei haben, damit ich ihm im Notfall, wenn er einen Hänger hat, soufflieren kann, worauf es ankommt. Na gut, wenn er das als neue Erfahrung an seinem Arbeitsplatz mal haben möchte, von mir aus.
Nun war es also so weit, ich musste nach unten, zum Café. Treffpunkt war wieder die Eingangstür, wo er morgens vergeblich auf mich gewartet hatte. Mein Plan war, ihn davon abzulenken, dass ich morgens für seine Begriffe zu spät gekommen bin, und das Thema auf meinen neuen Namen zu lenken. Als erstes wollte ich ihm mitteilen, dass ich nun ab sofort mit Frau Voe(h) anzusprechen bin. Weil ‚mein Mann‘ auf dem Papier seinen Namen geändert hat. Deutlich war mir in diesem Traum, dass ich dachte: „aber gefühlt bin ich überhaupt nicht verheiratet, komisch, wo der Mann herkommt“. Der Chef kommt also zur Eingangstür und ist wider Erwarten gut gelaunt und sehr nett und macht überhaupt keinen Vorwurf sondern im Gegenteil – ein Kompliment! Er deutet anerkennend auf meine schlafanzugartige Walla-Walla-Aufmachung und macht mir ein Kompliment, wie gut ich heute aussehen würde, „Dieses Outfit – Kompliment!“. Ich zweifle an meinem Gehör und Verstand bzw. an seinem. Während ich noch denke, ich habe mich wohl verhört, wiederholt er seine Anerkennung: „Das sieht sehr attraktiv aus, was Sie heute anhaben, Kompliment!“ Wir sind dann reingegangen, ins Café, zu dem Bewerber. Ich weiß aber nicht, ob er den Job gekriegt hat, weil ich dann aufgewacht bin.
Musste ich jetzt schnell mal festhalten, weil ich mir sonst nie merken kann, was ich träume. Zu den Klamotten ist noch zu sagen, dass ich mal eine solche viel zu große weiße Schlabberhose hatte und zu dem Oberteil, dass ich einen Schal, also ein Tuch habe, mit so einem Muster. Als Tuch sehr hübsch. Die Uhrzeit 14:45 war der Beginn der Filmvorführung von dem Vivian Maier-Film, wo ich an meinem Geburtstag war. Und das mit meinem „Mann auf dem Papier“ und der Trennung ist vielleicht von meiner Bunte-Lektüre gestern inspiriert. Ich habe mir ja tatsächlich, allen Ernstes, gestern die Bunte mit der Hochzeitsbilderstrecke von Brangelina gekauft. Bei Edeka im Alexa. Es gab nur noch zwei Exemplare! Da hatte ich aber Glück! Jedenfalls war in der Bunten außer den Bildern, die tatsächlich sehr hübsch sind, aber identisch mit denen, die ich schon von der gescannten Ausgabe von Hello kannte, eine kleine Meldung, die mich überrascht hat. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen des „Prominenten“. Da stand in einem Kästchen mit kleinem Foto, dass Neil Young nach 36 Jahren Ehe die Scheidung von Pegi eingereicht hat. Das hat mich dann doch überrascht. Hört man nicht so oft, dass sich jemand in dem Alter noch scheiden lässt, wo die doch auch so durch dick und dünn gegangen sind und er ihr jede Menge Liebeslieder, noch nach Jahren, gewidmet hat. Ich fand sie zwar rein optisch nicht sonderlich attraktiv, aber ihm musste sie ja gefallen. Sicher eine nette Frau. Nun lässt er sich scheiden, der alte Mann. Vielleicht hat er noch mal Lust auf eine Lebensveränderung. Es heißt ja er „filed for divorce“, nicht beide. Na ja, jedenfalls hätte ich in der Bunten nicht erwartet, dass man sich mit Neil Young und seinem Privatleben befasst. Ansonsten war nichts Interessantes in dem Blättchen. Vielleicht habe ich aber nicht genau genug geschaut. So, genug gebloggt, heute Vormittag!
P.S. da fällt mir noch ein, dass vielleicht eine Rolle bei der Sache mit der Angst vor dem verärgerten Chef und seiner unerwartet freundlichen Reakton spielen könnte, dass ich gestern früh in der Arztpraxis angerufen habe, wo ich am Freitag zum Blutabnehmen hin soll (so eine altersbedingt aufgenötigte Routineuntersuchung) und am Montag zur Spritze gegen Kinderlähmung und Auswertung. Wo ich neulich da war, wegen der Tetanusspritze und die Termine bekommen habe, war eine etwas überfordert wirkende, jüngere Sprechstundenhilfe da, die nicht die Zeit hatte, ihren Charme spielen zu lassen, diplomatisch ausgedrückt. Nun hatte ich den Zettel mit den genauen Terminen leider verloren und wusste die Uhrzeiten nicht mehr ganz genau und musste deswegen anrufen. Ich hatte ein bißchen die Erwartung, dass ich vielleicht von derselben Sprechstundenhilfe am Telefonapparat gerügt werde und sie mir dann leicht genervt erneut die Termine mitteilt. Es war aber ganz anders. Eine mütterlich liebevolle Stimme begrüßte mich am Telefon und nannte mir, nachdem ich mein Geburtsdatum gesagt habe, in einem warmherzigen Tonfall die beiden Termine und wünschte mir einen schönen Tag. Kommt summasummarum auf das Gleiche heraus wie das Kompliment vom Chef. Vielleicht sollte ich meine ganzen negativen Erwartungshaltungen einmal auf den Prüfstand stellen!

02. September 2014

Mir gefällt das Brautkleid, im Großen und Ganzen. Obwohl ich Herrn Kaiser von Celebitchy meistens zustimmen muss, hier nicht. Sehr putzig, das gestickte Kindergekritzel auf dem Schleier und der Rückseite. Nur der Satin ist vielleicht ein bißchen arg glänzend, das wirkt von vorne ein bißchen preiswert, was natürlich nicht der Fall war. Ich hätte eher Wildseide genommen. Normalerweise langweilen mich Brautkleider, aber das ist sehr schön. Gerne würde ich noch mehr Bilder sehen, wo man mehr von der Villa sieht. People und Hello werde ich wohl nicht an jedem Kiosk kriegen. Ob ich ausnahmsweise die Bunte kaufe? Heute kommt mal wieder ein bißchen Sonne zum Vorschein. Mal gucken.

01. September 2014


Eine Aufnahme vom Juni. 19. Juni 2014. Aufgenommen in der Galerie Hiltawsky, hier um die Ecke in der Tucholskystraße. Der Berliner Fotograf Peter Brüchmann wurde mit seinen Bildern gezeigt. Eines davon war das da oben von Veruschka von Lehndorff. Vielleicht Mitte der Sechziger Jahre entstanden. Vielleicht um die Zeit, als ich auf die Welt kam. Komme mir gerade vor wie eine Moderatorin, die nach einer möglichst eleganten Überleitung von einem Thema zum anderen sucht. Kurz und gut: ich habe in den Bildern der letzten Wochen und Monate, die nie hochgeladen wurden (aber noch irgendwann werden), nach einem gesucht, in dem ich mich wiederfinde. Mit meinem gegenwärtigen Geistes- und Befindlichkeitszustand. Denn immer wenn ein Lebensjahr vorbei ist und ein neues anbricht, besinnt man sich noch mehr auf sich selbst als sowieso schon. So habe ich dieses Bild vom 19. Juni, aus um die Eintausenddreihundertirgendwas gefischt, die noch keiner kennt. Weil es gerade andere Prioritäten gibt, als Bilder zu sichten und zu optimieren und hochzuladen. Ich sitze gerade in meinem fertig renovierten Wohnzimmer und mache einen Eintrag zu meinem letzten Geburtstag, der an erster Stelle die Zahl Vier hat. Das macht mir keinen Kummer oder Bedenken oder dergleichen. Ich bin froh und glücklich, so gesund so alt geworden zu sein. Und noch Neugier auf das Leben zu haben, auf alles was da kommen mag. Wenn das neunundvierzigste Jahr vollendet ist, beginnt das fünfzigste Lebensjahr. Und es ist schön, es erleben zu dürfen. Aber ich wiederhole mich. Na und! Ich trinke noch ein bißchen was und gehe dann schlafen. Weiß noch gar nicht, was ich morgen nach dem Schlafen anstelle, zur Feier des Tages. Vielleicht ist das Wetter trockener als die Vorhersage, dann lasse ich mal den Pinsel Pinsel sein und mache vielleicht einen kleinen Ausflug. Mit Fotos. Aber die gibt es dann erst später. Viel später. Wenn ich mit der Küche fertig bin. Und mit den Bildern aus Wien, die ich einfach beiseite gelegt habe, weil mir diese Renoviererei dazwischen kam, ungeplant. Und danach die Bilder von Michael Ballhaus und Christian Brückner. Und danach noch andere. Und so weiter. Immer so weiter. Usw… usf. … Gute Nacht.

30. August 2014

Ich empfinde wachsendes Verständnis für trinkende Bauarbeiter. Wenn ich beim Renovieren in den Abendstunden nur alkoholfreie Getränke zu mir nehmen dürfte, hätte ich manches mit noch weniger Schwung ausgeführt. Aber wenn ich mich in gewissen Abständen, mit kleinen Pausen, mit einem kräftigen Schluck aufs Neue motiviere und belohne, bin ich ab einem gewissen Grad an leichter Trunkenheit beharrlicher und verliere mitunter das Gefühl von „so eine Scheisse, das hört ja nie auf.“
Vor ungefähr einer Stunde habe ich das letzte Fenster im Wohnzimmer abgeklebt. Die Scheibe. Damit ich mir beim Pinseln nicht Sachen anziehen muss, wo ich mich später über die Farbflecken ärgere. Gut zum Abkleben eignen sich großformatige Kalender, die keiner haben wollte. Einen habe ich vor einer Woche hinter einem Büroschrank entdeckt. Die Eigentümerin hat sich ein bißchen geschämt, dass sie den Kalender verschämt hinter dem Schrank versteckt. Gerne verschenken Firmen zum Jahresende große Kalender mit sehr bunten Landschaftsaufnahmen. Und eigenem Firmenlogo auf dem Deckblatt. Ich habe die peinlich berührte Kalender-Eigentümerin total beruhigen können, dass sie sich überhaupt kein schlechtes Gewissen machen muss, weil der Kalender ja praktisch nur auf seine wahre Bestimmung gewartet hat. Denn ich würde mich des Kalenders dankbar annehmen. Das Gute an dem sehr stabilen Papier der einzelnen Blätter ist auch, dass man es mehrfach zum Abdecken benutzen kann, weil die Farbe, die drauftropft, nicht durchsuppt. Sehr gute Papierqualität. Und jetzt gerade eine kleine Pause. Ich höre Musik und nehme noch einen Schluck. Und dann weiter mit dem letzten Fensterrahmen im Wohnzimmer. Das Schwierigste, Anstrengendste sind die Kanten, wo der Rahmen auf die Scheibe trifft. So exakte Linien mit dem Pinsel zu malen ist anstrengend. Ich muss mich dabei wirklich konzentrieren. Die Kanten mit Kreppband abzukleben, bringt nichts. Beim Abziehen ist die Kante unscharf und ausgefranst. Also muss freihändig gemalt werden. So ist das. Mein Samstag-Abend. Saturday Night Fever. Haha. Vielleicht mal wieder, wenn ich fertig bin. Warum eigentlich nicht.

28. August 2014

Keep your feet on the ground and keep reaching for the stars.
Habe vor ungefähr einer Stunde erst erfahren, dass Casey Kasem vor zehn Wochen verstorben ist. Als ich dann vorhin auf youtube ein paar alte Ausschnitte von den American Top 40 gehört habe, ist mir doch ganz schön sentimental zumute geworden. Ich habe so ungefähr ab 1976 regelmäßig den Countdown verfolgt, mit dem Kassettenrekorder im Anschlag. Genauso wie Die Schlager der Woche. Aber die Stimme von Casey, von dem ich immer gedacht habe, er hieße „Casey Case“, ist schon ganz tief in mir verankert. Und auch die Jingles waren überhaupt nicht nervig, obwohl ich Jingles normalerweise hasse. JIngles sind für mich ein Grund, kein Radio zu hören. Aber wenn ich dann noch einmal den „Casey’s Coast to Coast“-Jingle höre und die ganzen Nummern-Jingles und dann am Ende sein „Keep your feet to the ground and keep reaching for the stars“, dann ist das auch heute noch ganz besonders und ich könnte gerade ein bißchen weinen. Eine Erinnerung, an die Zeit, als ich Pop- und Rockmusik entdeckt und wissenschaftlich studiert und ausgewertet habe. Vielen, vielen Dank für die schönen Stunden, Casey Kase(m). Deine Gaga. R.i.P.

28. August 2014

Keep your feet on the ground and keep reaching for the stars.
Habe vor ungefähr einer Stunde erst erfahren, dass Casey Kasem vor zehn Wochen verstorben ist. Als ich dann vorhin auf youtube ein paar alte Ausschnitte von den American Top 40 gehört habe, ist mir doch ganz schön sentimental zumute geworden. Ich habe so ungefähr ab 1976 regelmäßig den Countdown verfolgt, mit dem Kassettenrekorder im Anschlag. Genauso wie Die Schlager der Woche. Aber die Stimme von Casey, von dem ich immer gedacht habe, er hieße „Casey Case“, ist schon ganz tief in mir verankert. Und auch die Jingles waren überhaupt nicht nervig, obwohl ich Jingles normalerweise hasse. JIngles sind für mich ein Grund, kein Radio zu hören. Aber wenn ich dann noch einmal den „Casey’s Coast to Coast“-Jingle höre und die ganzen Nummern-Jingles und dann am Ende sein „Keep your feet to the ground and keep reaching for the stars“, dann ist das auch heute noch ganz besonders und ich könnte gerade ein bißchen weinen. Eine Erinnerung, an die Zeit, als ich Pop- und Rockmusik entdeckt und wissenschaftlich studiert und ausgewertet habe. Vielen, vielen Dank für die schönen Stunden, Casey Kase(m). Deine Gaga. R.i.P.

25. August 2014

Gefällt mir. Das war mein kleines Highlight heute. Leider nicht in meinem Besitz. Aber man muss ja nicht alles, was man schön findet, in der eigenen Wohnung haben. Hier ist sowieso viel zu viel Zeug. Was man noch einmal in aller Deutlichkeit zur Kenntnis nimmt, wenn man Verschiedenes beiseite räumen muss, um den Anstrich ausführen zu können. Zum Beispiel, letzten Mittwoch meine ungefähr einen Meter zehn hohe Madagaskar-Palme. Ein stacheliges Gewächs, das ich hochgepäppelt habe und das mir beim Verschieben in die Arme gefallen ist. Bzw. am Ober- und Unterschenkel entlanggeschrammt und zwei der ungefähr zwei Zentimeter langen Dornen bohrten sich in meine rechte Handkante. Am nächsten Tag war die Schwellung leider nicht von Zauberhand verschwunden. Eine medizinisch gebildetere Frau als ich, legte mir am Donnerstag nahe, ärztliche Betreuung in Betracht zu ziehen, sowie Versorgung mit einer frischen Tetanus-Spritze. Nachdem ich im Internet einen Strang gefunden habe, in dem man sich einig war, dass der Milchsaft und die Blätter der Kreatur hochgiftig wären, man sich aber bei den Stacheln nicht ganz schlüssig wäre. Nachdem ich dann die ersten – möglicherweise hypochondrisch verursachten – Lähmungserscheinungen im kleinen Finger, hochziehend bis zum Ellenbogen zu spüren vermeinte – auf jeden Fall ein Gefühl der Taubheit, so ähnlich wie eingeschlafene Füße, bin ich dann doch mal in die Arztpraxis. Die mir neue Hausärztin hat dann selber erstmal den toxischen Sachverhalt übers Internet recherchiert und mich dann mit einer Tetanus-Spritze, einem dicken Jodsalben-Verband und einer kleinen Krankschreibung für Donnerstag und Freitag entlassen. Wo ich dann schon in der Nähe vom Alexanderplatz war, wo die Krankenkasse residiert, habe ich gedacht, ich gebe gleich mal den gelben Zettel persönlich ab, sehe ich auch mal, wie es so in einer Krankenkasse zugeht. Einfach nur den Zettel abgeben, war aber nicht im Sinne der Sachbearbeiterin.

Ich wurde gebeten zu warten, damit das Unfallprotokoll aufgenommen werden kann. Also von meinem Unfall mit der Madagaskar-Palme. Ich habe dann ein bißchen gewartet und an Vicco von Bülow denken müssen. Dann bin ich dran gekommen und eine andere Mitarbeiterin hat mich an ihren Schreibtisch gebeten und einen launigen Erlebnisaufsatz verfasst, wie es damals, also am Abend vorher, dazu kam, dass ich mit der Madagaskar-Palme in derart starken Kontakt gekommen bin, dass es zu einer Verletzung geführt hat. Ich habe es dabei belassen, ihr zu erklären, dass ich dabei bin, die Wohnung zu renovieren usw. usf., (s.o.). Das mit dem Verkauf und der Umwandlung zur Eigentumswohnung und dass ein Sachverständiger mit einer Kaufinteressentin da war, und deswegen die Fenster repariert worden sind, und weil dann sowieso schon Baustelle war, ich mir gedacht habe, dann könnte ich ja endlich mal auch selber ein bißchen von Innen renovieren, habe ich im Unfallprotokoll unterschlagen. Ich hoffe, es ist trotzdem einigermaßen korrekt.

25. August 2014

Gefällt mir. Das war mein kleines Highlight heute. Leider nicht in meinem Besitz. Aber man muss ja nicht alles, was man schön findet, in der eigenen Wohnung haben. Hier ist sowieso viel zu viel Zeug. Was man noch einmal in aller Deutlichkeit zur Kenntnis nimmt, wenn man Verschiedenes beiseite räumen muss, um den Anstrich ausführen zu können. Zum Beispiel, letzten Mittwoch meine ungefähr einen Meter zehn hohe Madagaskar-Palme. Ein stacheliges Gewächs, das ich hochgepäppelt habe und das mir beim Verschieben in die Arme gefallen ist. Bzw. am Ober- und Unterschenkel entlanggeschrammt und zwei der ungefähr zwei Zentimeter langen Dornen bohrten sich in meine rechte Handkante. Am nächsten Tag war die Schwellung leider nicht von Zauberhand verschwunden. Eine medizinisch gebildetere Frau als ich, legte mir am Donnerstag nahe, ärztliche Betreuung in Betracht zu ziehen, sowie Versorgung mit einer frischen Tetanus-Spritze. Nachdem ich im Internet einen Strang gefunden habe, in dem man sich einig war, dass der Milchsaft und die Blätter der Kreatur hochgiftig wären, man sich aber bei den Stacheln nicht ganz schlüssig wäre. Nachdem ich dann die ersten – möglicherweise hypochondrisch verursachten – Lähmungserscheinungen im kleinen Finger, hochziehend bis zum Ellenbogen zu spüren vermeinte – auf jeden Fall ein Gefühl der Taubheit, so ähnlich wie eingeschlafene Füße, bin ich dann doch mal in die Arztpraxis. Die mir neue Hausärztin hat dann selber erstmal den toxischen Sachverhalt übers Internet recherchiert und mich dann mit einer Tetanus-Spritze, einem dicken Jodsalben-Verband und einer kleinen Krankschreibung für Donnerstag und Freitag entlassen. Wo ich dann schon in der Nähe vom Alexanderplatz war, wo die Krankenkasse residiert, habe ich gedacht, ich gebe gleich mal den gelben Zettel persönlich ab, sehe ich auch mal, wie es so in einer Krankenkasse zugeht. Einfach nur den Zettel abgeben, war aber nicht im Sinne der Sachbearbeiterin.

Ich wurde gebeten zu warten, damit das Unfallprotokoll aufgenommen werden kann. Also von meinem Unfall mit der Madagaskar-Palme. Ich habe dann ein bißchen gewartet und an Vicco von Bülow denken müssen. Dann bin ich dran gekommen und eine andere Mitarbeiterin hat mich an ihren Schreibtisch gebeten und einen launigen Erlebnisaufsatz verfasst, wie es damals, also am Abend vorher, dazu kam, dass ich mit der Madagaskar-Palme in derart starken Kontakt gekommen bin, dass es zu einer Verletzung geführt hat. Ich habe es dabei belassen, ihr zu erklären, dass ich dabei bin, die Wohnung zu renovieren usw. usf., (s.o.). Das mit dem Verkauf und der Umwandlung zur Eigentumswohnung und dass ein Sachverständiger mit einer Kaufinteressentin da war, und deswegen die Fenster repariert worden sind, und weil dann sowieso schon Baustelle war, ich mir gedacht habe, dann könnte ich ja endlich mal auch selber ein bißchen von Innen renovieren, habe ich im Unfallprotokoll unterschlagen. Ich hoffe, es ist trotzdem einigermaßen korrekt.

23. August 2014

Dann:
„Fenster streichen – phh – muss doch nicht sein, oder? Reicht nicht abschrubben?“
Nein
„Eigentlich sollte es das gewesen sein, Wände gestrichen, Fenster – aber hm… der Heizkörper da, der wirkt doch schon recht vergilbt. Jetzt, wo der Boden noch mit den vollgetropften Flipchart-Bögen abgedeckt ist – und ich muss ja sowieso noch mal zu Obi. Heizkörperfarbe: notiert. Also gut, wenn schon, denn schon. Wenigstens den einen vergilbten Heizkörper da, in der Gaube.“
Usw. usf.
(…uh…)
Und wo ich schon im Baumarkt war, auch noch Fassadenfarbe gekauft. Ja, ich streiche jetzt auch noch das ganze Haus von Außen. Wenn schon, denn schon!
Nur die kleine, dreieckige Begrenzungswand der Loggia. Erledigt. Das dreckige Zartgelb mit Weiß überstrichen. Ist mir aber beinah zu clean. Erwäge Selbst-Anzeige bei der Hausverwaltung, wg. Irrtum – für Fassaden-Erneuerung ist ja der Eigentümer zuständig).

23. August 2014

Dann:
„Fenster streichen – phh – muss doch nicht sein, oder? Reicht nicht abschrubben?“
Nein
„Eigentlich sollte es das gewesen sein, Wände gestrichen, Fenster – aber hm… der Heizkörper da, der wirkt doch schon recht vergilbt. Jetzt, wo der Boden noch mit den vollgetropften Flipchart-Bögen abgedeckt ist – und ich muss ja sowieso noch mal zu Obi. Heizkörperfarbe: notiert. Also gut, wenn schon, denn schon. Wenigstens den einen vergilbten Heizkörper da, in der Gaube.“
Usw. usf.
(…uh…)
Und wo ich schon im Baumarkt war, auch noch Fassadenfarbe gekauft. Ja, ich streiche jetzt auch noch das ganze Haus von Außen. Wenn schon, denn schon!
Nur die kleine, dreieckige Begrenzungswand der Loggia. Erledigt. Das dreckige Zartgelb mit Weiß überstrichen. Ist mir aber beinah zu clean. Erwäge Selbst-Anzeige bei der Hausverwaltung, wg. Irrtum – für Fassaden-Erneuerung ist ja der Eigentümer zuständig).

20. August 2014

Wem gehört die Stadt? Wem gehört Berlin? Der Blickwinkel relativiert sich, wenn man das Geschehen nicht nur in einer Fernsehdokumentation erlebt. Wobei diese Dokumentation sehr nahe gehen kann, glaube ich, auch wenn es einen nicht direkt betrifft. Das Bizarre an meiner Konstellation ist, dass ich bereits (seit langem) in einer Miethöhen-Liga bin, die bei den Beispielen in der Doku, gefürchtet und bekämpft wird, und dass ich trotz dieses Zugeständnisses nicht unbehelligt bin. Und ich renoviere immer noch. Es dauert. Ich muss meinen Mietzins erwirtschaften. Wenn ich dann Zeit finde, ist das Licht oft nicht mehr ausreichend, um effizient zu arbeiten. Ich kann bei der jetzt früher eintretenden Dämmerung nur noch unzulänglich beurteilen, ob die weiße Farbe ausreichend deckt. Aber sonst geht es mir gut. Und auch zu renovieren ist ja kein Unglück. Es ist ein Ausdruck meiner Identifikation und meinem Heimatgefühl mit diesem Ort. Den ich liebevoll und sorgsam erhalten will. Es geht langsam voran, aber es geht unbedingt voran. Es war auch langsam an der Zeit. Ich habe noch nie zuvor während eines laufenden Mietverhältnisses eine Wohnung renoviert. Und ich will mir nicht Alles vornehmen. Es ist das verwinkelte Wohnzimmer, wo ich schon sehr weit bin, und die Küche und ein paar Winkel im Badezimmer. Das Schöne ist, und das habe ich auch schon in einem Kommentar erwähnt, das Gefühl von Aufbruch und Anfang, das man sonst nur hat, wenn man eine Wohnung neu bezieht. Das versuche ich zu genießen. Und das gelingt mir auch. Die Stadt gehört denen, die in ihr leben. Nicht den Investoren. Sagt jemand in dem Film. Bewegende Dokumentation.

20. August 2014

Wem gehört die Stadt? Wem gehört Berlin? Der Blickwinkel relativiert sich, wenn man das Geschehen nicht nur in einer Fernsehdokumentation erlebt. Wobei diese Dokumentation sehr nahe gehen kann, glaube ich, auch wenn es einen nicht direkt betrifft. Das Bizarre an meiner Konstellation ist, dass ich bereits (seit langem) in einer Miethöhen-Liga bin, die bei den Beispielen in der Doku, gefürchtet und bekämpft wird, und dass ich trotz dieses Zugeständnisses nicht unbehelligt bin. Und ich renoviere immer noch. Es dauert. Ich muss meinen Mietzins erwirtschaften. Wenn ich dann Zeit finde, ist das Licht oft nicht mehr ausreichend, um effizient zu arbeiten. Ich kann bei der jetzt früher eintretenden Dämmerung nur noch unzulänglich beurteilen, ob die weiße Farbe ausreichend deckt. Aber sonst geht es mir gut. Und auch zu renovieren ist ja kein Unglück. Es ist ein Ausdruck meiner Identifikation und meinem Heimatgefühl mit diesem Ort. Den ich liebevoll und sorgsam erhalten will. Es geht langsam voran, aber es geht unbedingt voran. Es war auch langsam an der Zeit. Ich habe noch nie zuvor während eines laufenden Mietverhältnisses eine Wohnung renoviert. Und ich will mir nicht Alles vornehmen. Es ist das verwinkelte Wohnzimmer, wo ich schon sehr weit bin, und die Küche und ein paar Winkel im Badezimmer. Das Schöne ist, und das habe ich auch schon in einem Kommentar erwähnt, das Gefühl von Aufbruch und Anfang, das man sonst nur hat, wenn man eine Wohnung neu bezieht. Das versuche ich zu genießen. Und das gelingt mir auch. Die Stadt gehört denen, die in ihr leben. Nicht den Investoren. Sagt jemand in dem Film. Bewegende Dokumentation.

09. August 2014


To everything, turn, turn, turn. There is a season, turn, turn, turn. And a time to every purpose under heaven. A time für in den Baumarkt fahren und neue Farbe holen und den Teppich mit vollgekritzelten Flipchart-Blättern abdecken und zwischen verrückten Möbeln, wie Gott mich schuf, mit dem Farbroller die Farbe zweifach auftragen, weil einmal nicht genug deckt. Alpina Dings naturweiß ohne Schadstoffe usw. usf. Jetzt einmal damit angefangen, bloß keine Experimente. Am Ende wäre besser deckende Farbe in einem etwas anderen Weißton und es sieht nach Pfusch aus. Fängt man einmal an! Vor Beginn der Aktion noch gedacht: „Ach, ich mache mal die Ecken, wo es stärker angegraut wirkt, da wo die Gauben an die Decke treffen. Eventuell kann man sich die Decke sogar sparen. Und auch die Wände, die doch eigentlich noch ganz passabel aussehen. Aber ein einziger Pinselstrich in Alpina-Weiß führt umgehend zur Erkenntnis, dass die für noch ganz passabel und doch irgendwo schon auch noch irgendwie weiß beurteilten Wand- und Decken-Partien im direkten Vergleich – sagen wir mal vorsichtig – nicht ganz mithalten können. Es ist ungefähr der Unterschied zwischen dem schönen Weiß einer frischen Blüte und dem eindeutigen Grau eines hellgrauen Kieselsteins. So ungefähr. Nur als Warnung. Wer A sagt, muss auch B sagen! Da sitze ich nun, mittendrin, auf meinem mit Flipchart-Bögen bedeckten Fußboden und finde kaum noch Zeit und Lust im Internet herumzugurken oder gar zu bloggen. Gestern habe ich mich gezwungen, auszugehen. Ein Geburtstag, zu dem ich eingeladen war. Ich hätte mich geschämt, als Ausrede vorzubringen, ich muss wieder an meinen Wänden streichen und aufpassen, dass ich die Auslegware nicht versaue. Ist doch jämmerlich, als Ausrede. Also bin ich hin, mit einer guten Flasche als Mitbringsel. Das war auch gut, weil ich mich sehr angeregt mit einer neueren guten Freundin von Jan unterhalten habe. Ungefähr fast mein einziger facebook-Kontakt, den ich noch nie in echt vor mir hatte. Aber gestern haben wir den freundschaftlichen Kontakt in Fleisch und Blut bekräftigt. Sie hat mal vor Jahren ein Buch geschrieben, Die Geliebte und ich dachte, ich hätte es gelesen, irgendwann mal vor vielen Jahren ausgeliehen in der Bibliothek. Weil ich selbst oft in Konstellationen war, wo ich nicht der einzige Augenstern eines männlichen Gegenübers war. Ina meinte aber, ich hätte vielleicht ein anderes gelesen, da gäbe es noch eines, weil es ihres noch nicht so lange gibt. Aber es war eine schöne Unterhaltung, die bestimmt fortgesetzt wird. Ansonsten hoffe ich, dass ich bald fertig werde, mit dem Gepinsel. Decke malern ist schon recht anstrengend. Farbe tropft in die Haare, Oberammuskeln werden über Gebühr beansprucht. Ein Gerecke und Gestrecke. Ich will mir aber auch nicht helfen lassen. Dann müsste ich mir beim Malern ja was anziehen. Ich bin nämlich etwas gehemmt in dieser Hinsicht und präsentiere mich nur ungern bei profanen Tätigkeiten in unbekleidetem Zustand. Das war jetzt wieder ein Lebenszeichen von meiner kleinen Baustelle in der Auguststraße. To everything, turn, turn, turn. There is a season.

To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to be born, a time to die.
A time to plant, a time to reap.
A time to kill, a time to heal.
A time to laugh, a time to weep.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to build up, a time to break down.
A time to dance, a time to mourn.
A time to cast away stones.
A time to gather stones together.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time of love, a time of hate.
A time of war, a time of peace.
A time you may embrace.
A time to refrain from embracing.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to gain, a time to lose.
A time to rend, a time to sow.
A time for love, a time for hate.
A time for peace, I swear it’s not too late.

Turn! Turn! Turn!, Pete Seeger 1950

09. August 2014


To everything, turn, turn, turn. There is a season, turn, turn, turn. And a time to every purpose under heaven. A time für in den Baumarkt fahren und neue Farbe holen und den Teppich mit vollgekritzelten Flipchart-Blättern abdecken und zwischen verrückten Möbeln, wie Gott mich schuf, mit dem Farbroller die Farbe zweifach auftragen, weil einmal nicht genug deckt. Alpina Dings naturweiß ohne Schadstoffe usw. usf. Jetzt einmal damit angefangen, bloß keine Experimente. Am Ende wäre besser deckende Farbe in einem etwas anderen Weißton und es sieht nach Pfusch aus. Fängt man einmal an! Vor Beginn der Aktion noch gedacht: „Ach, ich mache mal die Ecken, wo es stärker angegraut wirkt, da wo die Gauben an die Decke treffen. Eventuell kann man sich die Decke sogar sparen. Und auch die Wände, die doch eigentlich noch ganz passabel aussehen. Aber ein einziger Pinselstrich in Alpina-Weiß führt umgehend zur Erkenntnis, dass die für noch ganz passabel und doch irgendwo schon auch noch irgendwie weiß beurteilten Wand- und Decken-Partien im direkten Vergleich – sagen wir mal vorsichtig – nicht ganz mithalten können. Es ist ungefähr der Unterschied zwischen dem schönen Weiß einer frischen Blüte und dem eindeutigen Grau eines hellgrauen Kieselsteins. So ungefähr. Nur als Warnung. Wer A sagt, muss auch B sagen! Da sitze ich nun, mittendrin, auf meinem mit Flipchart-Bögen bedeckten Fußboden und finde kaum noch Zeit und Lust im Internet herumzugurken oder gar zu bloggen. Gestern habe ich mich gezwungen, auszugehen. Ein Geburtstag, zu dem ich eingeladen war. Ich hätte mich geschämt, als Ausrede vorzubringen, ich muss wieder an meinen Wänden streichen und aufpassen, dass ich die Auslegware nicht versaue. Ist doch jämmerlich, als Ausrede. Also bin ich hin, mit einer guten Flasche als Mitbringsel. Das war auch gut, weil ich mich sehr angeregt mit einer neueren guten Freundin von Jan unterhalten habe. Ungefähr fast mein einziger facebook-Kontakt, den ich noch nie in echt vor mir hatte. Aber gestern haben wir den freundschaftlichen Kontakt in Fleisch und Blut bekräftigt. Sie hat mal vor Jahren ein Buch geschrieben, Die Geliebte und ich dachte, ich hätte es gelesen, irgendwann mal vor vielen Jahren ausgeliehen in der Bibliothek. Weil ich selbst oft in Konstellationen war, wo ich nicht der einzige Augenstern eines männlichen Gegenübers war. Ina meinte aber, ich hätte vielleicht ein anderes gelesen, da gäbe es noch eines, weil es ihres noch nicht so lange gibt. Aber es war eine schöne Unterhaltung, die bestimmt fortgesetzt wird. Ansonsten hoffe ich, dass ich bald fertig werde, mit dem Gepinsel. Decke malern ist schon recht anstrengend. Farbe tropft in die Haare, Oberammuskeln werden über Gebühr beansprucht. Ein Gerecke und Gestrecke. Ich will mir aber auch nicht helfen lassen. Dann müsste ich mir beim Malern ja was anziehen. Ich bin nämlich etwas gehemmt in dieser Hinsicht und präsentiere mich nur ungern bei profanen Tätigkeiten in unbekleidetem Zustand. Das war jetzt wieder ein Lebenszeichen von meiner kleinen Baustelle in der Auguststraße. To everything, turn, turn, turn. There is a season.

To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to be born, a time to die.
A time to plant, a time to reap.
A time to kill, a time to heal.
A time to laugh, a time to weep.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to build up, a time to break down.
A time to dance, a time to mourn.
A time to cast away stones.
A time to gather stones together.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time of love, a time of hate.
A time of war, a time of peace.
A time you may embrace.
A time to refrain from embracing.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to gain, a time to lose.
A time to rend, a time to sow.
A time for love, a time for hate.
A time for peace, I swear it’s not too late.

Turn! Turn! Turn!, Pete Seeger 1950

30. Juli 2014

Halb wehmütig, halb neidisch lese ich meine Einträge von vor fast sieben Jahren. November 2007. Alles so amüsant und amüsiert und launig und sogar Kommentare. Und noch dazu auf dem Level des Eintrags. Da war noch echter Enthusiasmus in den Strängen. Als hätte man gar nicht abwarten können, dass ein neuer Blogeintrag erscheint, den man endlich kommentieren kann! Ich muss an dieser Stelle alle Einträge ab dem 17. November 2007 empfehlen. Ja, ich möchte sie regelrecht andienen. Das war Entertainment. Man könnte denken, ich hatte Ambitionen in Richtung Show-Geschäft. Oder Schau-Geschäft, wie es früher hierzulande hieß. Man fängt idealerweise mit diesem Eintrag an (und immer die Kommentare lesen!)
Der Abend hat für mich eine besondere Faszination gehabt, nicht nur, bevor er stattgefunden hat. Auch noch danach. Wenn man jetzt weiter nach vorne, also Richtung Dezember blättert, kommt recht bald mein Frisuren-Katechismus für den Herrn, der meines Erachtens auch heute noch Gültigkeit beanspruchen kann. Beginnend mit Typ Südfrankreich und endend mit Typ Schach. Ist auch immer mit Fußnote zu allen anderen Folgen ergänzt. Der Service-Gedanke war mir eben immer schon wahnsinnig wichtig.
Warum ich aber überhaupt auf einmal darauf komme, genau dahin zurückzublättern, liegt an einem Foto, das jemand auf Flickr favorisiert hat. Ich bin selber drauf, ein sehr schönes Foto. Ich überlege schon wieder, ob ich mir doch wieder die Haare färbe. Allerdings war ich da auch sieben Jahre jünger und unternehmungslustig und hatte keine Kaufinteressenten und Handwerker in der Wohnung. Da muss man ja graue Haare kriegen. Jedenfalls schaue ich mir das Bild an, wundere mich, wie jemand dazu kommt, in meinem uferlosen Fotostream auf flickr, dieses eine Bild aufzugabeln und schaue, zu welchem Album es gehört. Ich dachte erst, ich gucke da so, weil ich in Gesellschaft von jemandem war, von jemandem bestimmten. Aber dann ist mir das Datum klar geworden, und dass es ja gar nicht sein kann, weil ich den da ja noch gar nicht gekannt habe, an den ich dabei dachte. Nun ja. Aber dann fiel mir wieder ein, was an dem Abend geschah. Es gab nämlich nicht nur ein Treffen mit Bloggern, damals im Muschi Obermaier, sondern ich hatte auch noch eine Begegnung mit einem Gast, der überhaupt nichts mit der kleinen Blogger-Gruppe zu tun hatte. Er war mit zwei Freunden da und die beiden redeten sehr inspiriert auf mich ein, man könnte sagen, es wurde geflirtet. Und er stand als Dritter in der Mitte und sah mir nur in die Augen. Fast ernst. Er sagte so gut wie gar nichts. Nicht, so lange die beiden Freunde daneben standen. Irgendwie kam es dazu, dass ich wieder vom Tresen zurück zu den Sitzgruppen ging, dieser Ansammlung von Ledersofas aus den Siebzigern. Und dann kam er alleine nach hinten, auf mich zu. Er war bestimmt nicht mehr nüchtern, aber das war ja keiner in dem Laden, zu dieser Stunde sowieso nicht. Er sagte Dinge zu mir, die ich noch nie zuvor gehört hatte. So unglaubliche Dinge, mit so einem großen Ernst, dass mir ganz schwindelig wurde. Nie mehr hat irgendwer solche Dinge zu mir gesagt. Wir sind dann getrennte Wege gegangen, ich ging alleine nach Hause, hatte aber eine Karte mit seiner Telefonnummer und seinem Namen. Ich trug mich wochenlang mit dem Gedanken, ihn anzurufen, oder in diesem sehr besonderen Restaurant zu besuchen, mit dem er zu tun hatte. Dann wurde ich krank. Diese Stimmbänder-Geschichte. Und ich hatte eine Ausrede, warum ich diesen Mann nicht anrufen oder besuchen konnte. Ich dachte, das hätte mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, nach allem, was er mir an diesem Abend sagte. Ich habe es nicht vergessen. Ich fand in den letzten Tagen ein paar Spuren im Netz, ich weiß seinen Namen immer noch. Ein schöner Name. Und es gibt einen kleinen Film, in dem er er zu sehen ist. Er führt durch ein paar Lokale in Berlin, hier in Mitte. Man sieht ihn in einer Szene an einem der Tische seines Restaurants sitzen und erklären. Beim Gestikulieren sah man einen schmalen Ring an seiner Hand. Er war ziemlich trinkfest und wirkte sehr klar in diesem kleinen Film. Genauso klar wie damals. Ich hatte die Stimme und die Art zu sprechen gar nicht mehr in Erinnerung. Jetzt hörte ich sie noch einmal, die Stimme. Der Duktus erinnert mich an Gregor Gysi. Das ist interessant, weil er so hochdeutsch spricht, wie nur Berliner es tun. Aber er kommt aus einer anderen deutschen Stadt. Diese Erinnerung hat mich jetzt bestimmt schon drei Tage beschäftigt. Ich muss diese Begegnung einfach in Ehren halten. Weil nie zuvor und nie danach irgendjemand solche Dinge zu mir gesagt hat, wie dieser Mann mit dem schönen französischen Namen.

30. Juli 2014

Halb wehmütig, halb neidisch lese ich meine Einträge von vor fast sieben Jahren. November 2007. Alles so amüsant und amüsiert und launig und sogar Kommentare. Und noch dazu auf dem Level des Eintrags. Da war noch echter Enthusiasmus in den Strängen. Als hätte man gar nicht abwarten können, dass ein neuer Blogeintrag erscheint, den man endlich kommentieren kann! Ich muss an dieser Stelle alle Einträge ab dem 17. November 2007 empfehlen. Ja, ich möchte sie regelrecht andienen. Das war Entertainment. Man könnte denken, ich hatte Ambitionen in Richtung Show-Geschäft. Oder Schau-Geschäft, wie es früher hierzulande hieß. Man fängt idealerweise mit diesem Eintrag an (und immer die Kommentare lesen!)
Der Abend hat für mich eine besondere Faszination gehabt, nicht nur, bevor er stattgefunden hat. Auch noch danach. Wenn man jetzt weiter nach vorne, also Richtung Dezember blättert, kommt recht bald mein Frisuren-Katechismus für den Herrn, der meines Erachtens auch heute noch Gültigkeit beanspruchen kann. Beginnend mit Typ Südfrankreich und endend mit Typ Schach. Ist auch immer mit Fußnote zu allen anderen Folgen ergänzt. Der Service-Gedanke war mir eben immer schon wahnsinnig wichtig.
Warum ich aber überhaupt auf einmal darauf komme, genau dahin zurückzublättern, liegt an einem Foto, das jemand auf Flickr favorisiert hat. Ich bin selber drauf, ein sehr schönes Foto. Ich überlege schon wieder, ob ich mir doch wieder die Haare färbe. Allerdings war ich da auch sieben Jahre jünger und unternehmungslustig und hatte keine Kaufinteressenten und Handwerker in der Wohnung. Da muss man ja graue Haare kriegen. Jedenfalls schaue ich mir das Bild an, wundere mich, wie jemand dazu kommt, in meinem uferlosen Fotostream auf flickr, dieses eine Bild aufzugabeln und schaue, zu welchem Album es gehört. Ich dachte erst, ich gucke da so, weil ich in Gesellschaft von jemandem war, von jemandem bestimmten. Aber dann ist mir das Datum klar geworden, und dass es ja gar nicht sein kann, weil ich den da ja noch gar nicht gekannt habe, an den ich dabei dachte. Nun ja. Aber dann fiel mir wieder ein, was an dem Abend geschah. Es gab nämlich nicht nur ein Treffen mit Bloggern, damals im Muschi Obermaier, sondern ich hatte auch noch eine Begegnung mit einem Gast, der überhaupt nichts mit der kleinen Blogger-Gruppe zu tun hatte. Er war mit zwei Freunden da und die beiden redeten sehr inspiriert auf mich ein, man könnte sagen, es wurde geflirtet. Und er stand als Dritter in der Mitte und sah mir nur in die Augen. Fast ernst. Er sagte so gut wie gar nichts. Nicht, so lange die beiden Freunde daneben standen. Irgendwie kam es dazu, dass ich wieder vom Tresen zurück zu den Sitzgruppen ging, dieser Ansammlung von Ledersofas aus den Siebzigern. Und dann kam er alleine nach hinten, auf mich zu. Er war bestimmt nicht mehr nüchtern, aber das war ja keiner in dem Laden, zu dieser Stunde sowieso nicht. Er sagte Dinge zu mir, die ich noch nie zuvor gehört hatte. So unglaubliche Dinge, mit so einem großen Ernst, dass mir ganz schwindelig wurde. Nie mehr hat irgendwer solche Dinge zu mir gesagt. Wir sind dann getrennte Wege gegangen, ich ging alleine nach Hause, hatte aber eine Karte mit seiner Telefonnummer und seinem Namen. Ich trug mich wochenlang mit dem Gedanken, ihn anzurufen, oder in diesem sehr besonderen Restaurant zu besuchen, mit dem er zu tun hatte. Dann wurde ich krank. Diese Stimmbänder-Geschichte. Und ich hatte eine Ausrede, warum ich diesen Mann nicht anrufen oder besuchen konnte. Ich dachte, das hätte mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, nach allem, was er mir an diesem Abend sagte. Ich habe es nicht vergessen. Ich fand in den letzten Tagen ein paar Spuren im Netz, ich weiß seinen Namen immer noch. Ein schöner Name. Und es gibt einen kleinen Film, in dem er er zu sehen ist. Er führt durch ein paar Lokale in Berlin, hier in Mitte. Man sieht ihn in einer Szene an einem der Tische seines Restaurants sitzen und erklären. Beim Gestikulieren sah man einen schmalen Ring an seiner Hand. Er war ziemlich trinkfest und wirkte sehr klar in diesem kleinen Film. Genauso klar wie damals. Ich hatte die Stimme und die Art zu sprechen gar nicht mehr in Erinnerung. Jetzt hörte ich sie noch einmal, die Stimme. Der Duktus erinnert mich an Gregor Gysi. Das ist interessant, weil er so hochdeutsch spricht, wie nur Berliner es tun. Aber er kommt aus einer anderen deutschen Stadt. Diese Erinnerung hat mich jetzt bestimmt schon drei Tage beschäftigt. Ich muss diese Begegnung einfach in Ehren halten. Weil nie zuvor und nie danach irgendjemand solche Dinge zu mir gesagt hat, wie dieser Mann mit dem schönen französischen Namen.

19. Juli 2014

Schaue gerade Dietmar Otto Edler von Schönleiten genannt Schönherr, anlässlich des Todes von Dietmar Schönherr im RBB. Ich mochte ihn immer sehr gerne. Und seine Vivi. Sympathischer Querulant mit Herz. Charismatischer Mann auch. Da gibt es ganz viel Raumschiff Orion. Es hat ja eigentlich geheißen „Raumpatrouille Orion“ aber wir haben immer nur Raumschiff Orion gesagt. Der Pionier Dietmar Schönherr. Erster deutschsprachiger Raumschiff-Commander. Erster Fernseh-Anarchist. Erster deutschsprachiger Talk-Master. Hier erklärt er in seiner ersten „Unterhaltung mit Gästen“ das noch unbekannte Wort Talk-Show.

24. Juli 2014

Verlangsamte Aktivität. Hier und in meiner übrigen Welt. Gewisse Störfaktoren. Das Klima der letzten Wochen. In der Erdatmosphäre, Weltgeschichte, Privates. Zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropisches Klima, das mich nachts schwer schlafen ließ, anstrengend das Atmen. Die Hitze nur durch umständliche Vorkehrungen abzuhalten. Dazwischen seit einigen Wochen Fremde in meinem Lebensraum. Kaufinteressenten. Die durch meine Wohnung, mein Schlafzimmer laufen. Anstatt die Wohnungssubstanz zu prüfen, mit romantischem Blick an den Bildern und der Einrichtung hängen bleiben. Und dann doch nicht kaufen. Wir haben jetzt zehn Jahre Sperrfrist für Eigenbedarf, seit letztem Herbst. Aber kein Gesetz zum „Milieuschutz“ wie in Hamburg und seit kurzem in München. Es gibt einen Aktivisten in der SPD, dessen Antrag bislang nicht genug Zustimmung erfuhr. Man muss Besichtigung ermöglichen. Bis zu drei-, viermal im Monat. Das setzt mir zu. Das raubt mir Muße, die ich sonst zum Bloggen hätte. Ich konnte bislang an den Fingern einer Hand abzählen, wer in den letzten fünfzehn Jahren mein Schlafzimmer betreten hat. Und da sind der Eigentümer der Immobilienverwertungsgesellschaft und seine Tochter schon mitgezählt. Hat jemand Geld und Lust meine Wohnung Joachim- Ecke Auguststraße in Berlin Mitte für 269.793 Euro zu kaufen? Ich ziehe aber nicht freiwillig aus. Nicht in den nächsten Jahren. Und wenn die zehn Jahre um sind, nach dem Grundbucheintrag, sehen wir weiter. Dann bin ich ein Vierteljahrhundert in diesem Adlerhorst, an dem mein Herz hängt. Dass ich in Gedanken bei einer Patientin in einer Rehaklinik bin, die genau genommen meine Mama ist, ist noch eine andere Geschichte, die meine Aufmerksamkeit immer wieder absorbiert. Aber ich höre nicht auf zu bloggen. Ich doch nicht. Da sind noch so viele Wienbilder. So viele Sätze, von denen ich noch nicht weiß, dass ich sie schreiben muss. Will und werde.

24. Juli 2014

Verlangsamte Aktivität. Hier und in meiner übrigen Welt. Gewisse Störfaktoren. Das Klima der letzten Wochen. In der Erdatmosphäre, Weltgeschichte, Privates. Zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropisches Klima, das mich nachts schwer schlafen ließ, anstrengend das Atmen. Die Hitze nur durch umständliche Vorkehrungen abzuhalten. Dazwischen seit einigen Wochen Fremde in meinem Lebensraum. Kaufinteressenten. Die durch meine Wohnung, mein Schlafzimmer laufen. Anstatt die Wohnungssubstanz zu prüfen, mit romantischem Blick an den Bildern und der Einrichtung hängen bleiben. Und dann doch nicht kaufen. Wir haben jetzt zehn Jahre Sperrfrist für Eigenbedarf, seit letztem Herbst. Aber kein Gesetz zum „Milieuschutz“ wie in Hamburg und seit kurzem in München. Es gibt einen Aktivisten in der SPD, dessen Antrag bislang nicht genug Zustimmung erfuhr. Man muss Besichtigung ermöglichen. Bis zu drei-, viermal im Monat. Das setzt mir zu. Das raubt mir Muße, die ich sonst zum Bloggen hätte. Ich konnte bislang an den Fingern einer Hand abzählen, wer in den letzten fünfzehn Jahren mein Schlafzimmer betreten hat. Und da sind der Eigentümer der Immobilienverwertungsgesellschaft und seine Tochter schon mitgezählt. Hat jemand Geld und Lust meine Wohnung Joachim- Ecke Auguststraße in Berlin Mitte für 269.793 Euro zu kaufen? Ich ziehe aber nicht freiwillig aus. Nicht in den nächsten Jahren. Und wenn die zehn Jahre um sind, nach dem Grundbucheintrag, sehen wir weiter. Dann bin ich ein Vierteljahrhundert in diesem Adlerhorst, an dem mein Herz hängt. Dass ich in Gedanken bei einer Patientin in einer Rehaklinik bin, die genau genommen meine Mama ist, ist noch eine andere Geschichte, die meine Aufmerksamkeit immer wieder absorbiert. Aber ich höre nicht auf zu bloggen. Ich doch nicht. Da sind noch so viele Wienbilder. So viele Sätze, von denen ich noch nicht weiß, dass ich sie schreiben muss. Will und werde.

16. Juli 2014


Nicht Wien und nicht Rio. Berlin 1929. Auf einer neunzehn Jahre alten Video-Kassette zuerst eine Knef-Doku „Für mich soll’s rote Rosen regnen„, 1995. Danach eine Dokumentation von 1992 „Gärten der Côte d’Azur, 2. Teil“. Danach „Affengeil – eine Reise durch Lottis Leben“ von Rosa von Praunheim, 1990 mit Lotti Huber. Ich ließ es so nebenher laufen. Alle drei Filme ganz hervorragend. Mehr als fünfzehn Jahre nicht gesehen, vielleicht noch länger. Mir gefällt das leicht Verrauschte von alten VHS-Videos auf dem HD-Fernseher, der mir sonst zu Vieles überdeutlich und porentief serviert – ernüchternd. Jedenfalls erzählte Lotti, was ich eigentlich wusste, weil ich den Film und ihre Bücher ja seit geraumer Zeit kannte (und sie auch noch leibhaftig erzählend erleben durfte, ca. 1992 bei einem Auftritt in der Bar jeder Vernunft und in einem darauf folgenden Telefonat). Dass sie bei Wigman Unterricht besuchte, damals in Berlin, nachdem ihr der klassische Ballett-Tanz Überdruss bereitete („schöpfen – streuen – schöpfen – streuen – schöpfen (…)“) Fernseher an. Videorecorder an. Internet an. Ich gable mit halbem oder auch ganzem Ohr etwas auf und schaue, was es mittlerweile auf youtube an Material gibt. Und so fand ich diese Sequenz. Ohne Tonspur. Unglaubliche Performance.

19. Juli 2014

Schaue gerade Dietmar Otto Edler von Schönleiten genannt Schönherr, anlässlich des Todes von Dietmar Schönherr im RBB. Ich mochte ihn immer sehr gerne. Und seine Vivi. Sympathischer Querulant mit Herz. Charismatischer Mann auch. Da gibt es ganz viel Raumschiff Orion. Es hat ja eigentlich geheißen „Raumpatrouille Orion“ aber wir haben immer nur Raumschiff Orion gesagt. Der Pionier Dietmar Schönherr. Erster deutschsprachiger Raumschiff-Commander. Erster Fernseh-Anarchist. Erster deutschsprachiger Talk-Master. Hier erklärt er in seiner ersten „Unterhaltung mit Gästen“ das noch unbekannte Wort Talk-Show.

16. Juli 2014


Nicht Wien und nicht Rio. Berlin 1929. Auf einer neunzehn Jahre alten Video-Kassette zuerst eine Knef-Doku „Für mich soll’s rote Rosen regnen„, 1995. Danach eine Dokumentation von 1992 „Gärten der Côte d’Azur, 2. Teil“. Danach „Affengeil – eine Reise durch Lottis Leben“ von Rosa von Praunheim, 1990 mit Lotti Huber. Ich ließ es so nebenher laufen. Alle drei Filme ganz hervorragend. Mehr als fünfzehn Jahre nicht gesehen, vielleicht noch länger. Mir gefällt das leicht Verrauschte von alten VHS-Videos auf dem HD-Fernseher, der mir sonst zu Vieles überdeutlich und porentief serviert – ernüchternd. Jedenfalls erzählte Lotti, was ich eigentlich wusste, weil ich den Film und ihre Bücher ja seit geraumer Zeit kannte (und sie auch noch leibhaftig erzählend erleben durfte, ca. 1992 bei einem Auftritt in der Bar jeder Vernunft und in einem darauf folgenden Telefonat). Dass sie bei Wigman Unterricht besuchte, damals in Berlin, nachdem ihr der klassische Ballett-Tanz Überdruss bereitete („schöpfen – streuen – schöpfen – streuen – schöpfen (…)“) Fernseher an. Videorecorder an. Internet an. Ich gable mit halbem oder auch ganzem Ohr etwas auf und schaue, was es mittlerweile auf youtube an Material gibt. Und so fand ich diese Sequenz. Ohne Tonspur. Unglaubliche Performance.

13. Juli 2014

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„Eine der schönste Barockgassen Wiens heißt Kurrent. Sie verbindet die Steindlgasse mit dem Judenplatz. In ihr befinden sich zwei Restaurants: etwa in der Mitte, auf Nummer 8, das mit sogenannter bodenständiger, gutbürgerlicher Küche aufwartende Ofenloch (in dessen Gästebuch dereinst Friedrich Torberg schrieb, daß ihm das Ofenloch, von allen ihm bekannten Wiener Löchern, das mit Abstand sympathischste sei) und, kurz vor der kleinen Galerie, die hinter dem Rücken des Lessing-Denkmals am Judenplatz das erschütternde, alptraumhafte, die Schrecken des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau reflektierende Werk des Holocaust-Überlebenden Adolf Frankl zeigt, das mediterraner Küche hingegebene Pastell.“ ANDRÉ HELLER, EINE MOMENTAUFNAHME.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Oder nur ganz wenig. Vielleicht, dass ich ganz zufällig in der Kurrentgasse landete, und sie mir gleich gefiel. Aber als ich das Schild vom Ofenloch sah, dämmerte mir, dass ich durch eine glückliche Fügung in dieser Gasse gelandet war, die ich mir sowieso gerne anschauen wollte. Ein paar Meter weiter war dann auch das Pastell und erst da, wo die kleine Gasse auf den Judenplatz führt, sah ich mir das Schild an, auf dem Kurrentgasse stand. Ich hatte kurz vor meiner Reise, als eines der letzten Wienbücher, dieses kleine Sammelsurium vom André Heller gelesen, aus dem das Zitat stammt. Das habe ich mir gut gemerkt. Im weiteren Verlauf der Geschichte erzählt er, wie er im Pastell mit einer Freundin essen war und beschreibt eine seltsame Truppe, die ebenfalls dort war, und ihm nicht geheuer. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass die schöne kleine Gasse die Kurrent ist. Im weiteren Verlauf des Nachmittags, oder besser des Abends, bin ich auch noch einmal zurückgekerht, diesmal mit Duke. Wir waren im Ofenloch zum Abendessen. Wiener Schnitzel und Erdäpfel-Vogerl-Salat. Aber das erzähle ich alles noch en detail.







: : alle Wiener Geschichten : :

08. Juli 2014

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More Vienna. Also weiter. Aus dem Tuchlaubenhof kommend, finde ich mich in der Seitzergasse. Eine nicht übersehbare Bauzaunverkleidung markiertproklamiertzitiertdefiniert das Goldene Quartier. Durch Wiederholung lernen wir. Die in vielfältigen Sand- und Beigetönen gewachsenen, aufgefächerten Fassaden wirken beruhigend, unerschütterlich etabliert. Das Establishment alter, gewürdigter Architektur. Die Wiener „Innere Stadt“ ist Weltkulturerbe. Und das ist bestimmt keine Fehlentscheidung. Mir war schon einigermaßen klar, dass der Begriff „Goldenes Quartier“ neueren Datums sein muss, denn das Althergebrachte, Selbstverständliche wird selten plakatiert. Es ist einfach allzu bekannt und deswegen obsolet, es groß an die Glocke zu hängen. Wie man eben auch nicht plakatieren würde „Der Goldene Komponist“ (W. A. Mozart). Warum das Etikett fürs Quartier? Wahrscheinlich, eine Kampagne zur Status-Festigung, Unterfütterung der Exklusivität des Areals. Mit so einem schicken Etikett kann man sich noch besser abgrenzend verorten. Eine kleine, kostspielige Grenzziehung innerhalb des ersten Gemeindebezirks. Wahrscheinlich wird sich auch die entsprechend liquide Klientel finden, um das „Living“ nicht nur auf der schicken Internetseite zu visualisieren. Schon schöne Wohnungsangebote. Teuer ist ja sehr relativ. Für den einen unbezahlbar, für den anderen Portokasse. Ich vermute, wer dringend interessiert ist, sehr viel Geld zu erwirtschaften, wird es auch irgendwie hinkriegen. Eine Frage des Willens. Könnte aber sein, dass es auf Dauer ein bißchen eintönig wird, wenn lauter gleichgestrickte Premium-Gelderwerber auf einem Haufen sind. Da muss dann wieder die Kunst ran, die Narren zur Belustigung. Und natürlich Drogen für das nächste Ekstase-Level. So viele finanziell sehr wohlhabende Menschen habe ich noch gar nicht getroffen, aber die Wenigen hatten oft einen starken Hunger nach Reichtum auf virtueller, visionärer Ebene. Dem, wofür die Kunst im besten Fall steht. Oder auch einfacher: sogenannte Lebenskünstler. Ich stehe da irgendwo dazwischen und schaue mir den ganzen Zirkus an. Wieder mal ein paar Gedankensprünge. Wie man eben auch mit den Gedanken springt, wenn man durch die Gassen von Wien flaniert, oder sonstwo auf dieser schönen Welt. Ah, ich höre Feuerwerk. Meine Nachbarn freuen sich. Sollte heute etwa der Dauerfluch des ewig finalen Halbfinales gebrochen werden? Unglaublich. Schon schön. Aber auch irgendwie… man möchte sich ein bißchen bei den Gastgebern entschuldigen… oh là là… fast hätte ich gestern meine Überschrift noch korrigiert… von wegen „Victory“…. jetzt Khedira 5:0 in der 29 Minute…
: : alle Wiener Geschichten : :

08. Juli 2014

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More Vienna. Also weiter. Aus dem Tuchlaubenhof kommend, finde ich mich in der Seitzergasse. Eine nicht übersehbare Bauzaunverkleidung markiertproklamiertzitiertdefiniert das Goldene Quartier. Durch Wiederholung lernen wir. Die in vielfältigen Sand- und Beigetönen gewachsenen, aufgefächerten Fassaden wirken beruhigend, unerschütterlich etabliert. Das Establishment alter, gewürdigter Architektur. Die Wiener „Innere Stadt“ ist Weltkulturerbe. Und das ist bestimmt keine Fehlentscheidung. Mir war schon einigermaßen klar, dass der Begriff „Goldenes Quartier“ neueren Datums sein muss, denn das Althergebrachte, Selbstverständliche wird selten plakatiert. Es ist einfach allzu bekannt und deswegen obsolet, es groß an die Glocke zu hängen. Wie man eben auch nicht plakatieren würde „Der Goldene Komponist“ (W. A. Mozart). Warum das Etikett fürs Quartier? Wahrscheinlich, eine Kampagne zur Status-Festigung, Unterfütterung der Exklusivität des Areals. Mit so einem schicken Etikett kann man sich noch besser abgrenzend verorten. Eine kleine, kostspielige Grenzziehung innerhalb des ersten Gemeindebezirks. Wahrscheinlich wird sich auch die entsprechend liquide Klientel finden, um das „Living“ nicht nur auf der schicken Internetseite zu visualisieren. Schon schöne Wohnungsangebote. Teuer ist ja sehr relativ. Für den einen unbezahlbar, für den anderen Portokasse. Ich vermute, wer dringend interessiert ist, sehr viel Geld zu erwirtschaften, wird es auch irgendwie hinkriegen. Eine Frage des Willens. Könnte aber sein, dass es auf Dauer ein bißchen eintönig wird, wenn lauter gleichgestrickte Premium-Gelderwerber auf einem Haufen sind. Da muss dann wieder die Kunst ran, die Narren zur Belustigung. Und natürlich Drogen für das nächste Ekstase-Level. So viele finanziell sehr wohlhabende Menschen habe ich noch gar nicht getroffen, aber die Wenigen hatten oft einen starken Hunger nach Reichtum auf virtueller, visionärer Ebene. Dem, wofür die Kunst im besten Fall steht. Oder auch einfacher: sogenannte Lebenskünstler. Ich stehe da irgendwo dazwischen und schaue mir den ganzen Zirkus an. Wieder mal ein paar Gedankensprünge. Wie man eben auch mit den Gedanken springt, wenn man durch die Gassen von Wien flaniert, oder sonstwo auf dieser schönen Welt. Ah, ich höre Feuerwerk. Meine Nachbarn freuen sich. Sollte heute etwa der Dauerfluch des ewig finalen Halbfinales gebrochen werden? Unglaublich. Schon schön. Aber auch irgendwie… man möchte sich ein bißchen bei den Gastgebern entschuldigen… oh là là… fast hätte ich gestern meine Überschrift noch korrigiert… von wegen „Victory“…. jetzt Khedira 5:0 in der 29 Minute…
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07. Juli 2014

VICTORY!

So, Herrschaften. Nun scheint es mir doch langsam an der Zeit, den tieferen Sinn dieser Jahrhundertaufnahme in Erinnerung zu bringen. Wir lesen nun gemeinsam die Bildunterschrift: „als Bomberpilot für’s Gute an sich.“ Zunächst habe ich mich ja noch geziert, mich der großen, neuen weltweiten Bewegung anzuschließen. Wo ich jetzt aber die Beweggründe lese, warum auf einmal überall Bildchen mit Helm und Sonnenbrille ins Poesiealbum geklebt werden, sinngemäß: „ich weiß nicht warum ich das mache, aber kid37 hat es auch gemacht!“ „Und Herr Speedhiking“ „Und Mek.“ „Und Dings und Bums.“ „Und als erster Schneck„, da blutet mir als engagierter Politbloggerin freilich das Herz, wie wenig die große Sache erwähnt wird. Allein aus diesem Grunde, nicht etwa aus Spieltrieb oder eitlem Profilierungszwang oder Blödsinn, habe ich mich daher genötigt gesehen, meinerseits eine Solidaritätskundgebung zu verfassen, um auf die gute Sache hinzuweisen. Wir kämpfen als Bomberpiloten und Bomberpilotinnen für’s Gute an sich! Also ich jedenfalls! Das ist kein Fahrradhelm und kein Motorradhelm und kein Bergsteigerhelm und kein Baustellenhelm, sondern ein Bomberhelm! Und wir werden siegen! Meiner hat schon ein paar Schrammen davongetragen, aber wo gehobelt wird, fallen Späne!
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07. Juli 2014

VICTORY!

So, Herrschaften. Nun scheint es mir doch langsam an der Zeit, den tieferen Sinn dieser Jahrhundertaufnahme in Erinnerung zu bringen. Wir lesen nun gemeinsam die Bildunterschrift: „als Bomberpilot für’s Gute an sich.“ Zunächst habe ich mich ja noch geziert, mich der großen, neuen weltweiten Bewegung anzuschließen. Wo ich jetzt aber die Beweggründe lese, warum auf einmal überall Bildchen mit Helm und Sonnenbrille ins Poesiealbum geklebt werden, sinngemäß: „ich weiß nicht warum ich das mache, aber kid37 hat es auch gemacht!“ „Und Herr Speedhiking“ „Und Mek.“ „Und Dings und Bums.“ „Und als erster Schneck„, da blutet mir als engagierter Politbloggerin freilich das Herz, wie wenig die große Sache erwähnt wird. Allein aus diesem Grunde, nicht etwa aus Spieltrieb oder eitlem Profilierungszwang oder Blödsinn, habe ich mich daher genötigt gesehen, meinerseits eine Solidaritätskundgebung zu verfassen, um auf die gute Sache hinzuweisen. Wir kämpfen als Bomberpiloten und Bomberpilotinnen für’s Gute an sich! Also ich jedenfalls! Das ist kein Fahrradhelm und kein Motorradhelm und kein Bergsteigerhelm und kein Baustellenhelm, sondern ein Bomberhelm! Und wir werden siegen! Meiner hat schon ein paar Schrammen davongetragen, aber wo gehobelt wird, fallen Späne!
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05. Juli 2014

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Wien, Vienna. Tuchlauben. Das wird es dann auch gewesen sein, mit Pferde- und Fiakerbildern. Aber so als atmosphärischer Einstieg ist es schon angemessen, mit einem der bekanntesten Klischees aufzuwarten. Man muss aufpassen beim Bloggen, dass man eben nicht den Fehler (im wahrsten Sinne des Wortes, es würde fehlen) macht, die Klischees akribisch auszusparen, um aus einer unvirtuosen Profilierungsambition eine irgendwie andere Sicht auf einen bekannten Ort zu präsentieren. Das kann man vielleicht machen, wenn das Publikum alles bis zum Überdruss kennt, aber davon kann man nicht ausgehen. Ich meine: ich kannte es nicht, wenigstens nicht ausführlich, weil ich noch nie vorher in Wien war.


































Also bitte: was will man sehen? Graffiti-Mauern, wo man nicht mehr sicher ist, ob man ein Foto aus Berlin vor sich hat oder von sonstwo? Nein! Ich will die Innere Stadt sehen, das was die österreichische Metropole so unverwechselbar, nicht austauschbar macht. Den Otto-Wagner-Krempel und die Klimt-Sachen. Und die Kaffeehäuser. Und die Pferde, und die Kutschen und den ganzen Stuck, und alles andere habe ich hier. Sonst hätte ich nicht nach Wien gebraucht. Also bitte. Und jetzt Tuchlauben. Das hört sich erst einmal nicht wie ein Name von einer Straße an, ist aber so. Es ist nicht die Tuchlaubenstraße oder die Tuchlaubenallee oder die Tuchlaubengasse oder die Tuchlaubenchaussee, nein: Tuchlauben, nichts weiter. Am Stephansplatz bin ich herausgekommen und dann irgendwie nach Lust und Laune weitergelaufen, ohne auf den Stadtplan zu schauen, mit dem einzigen Ziel, mich treiben zu lassen. Da war auf einmal die Ecke mit dem Café Korb. Es war so ein gemischtes Wetter, mal wolkig, mal schon ein bißchen Sonne. Ich blieb kurz stehen, Brandstätte Ecke Tuchlauben. Irgendetwas gefiel mir an dem Café, aber dann dachte ich, es wäre doch etwas früh, um eine Pause einzulegen, wo ich noch gar nicht viel gesehen hatte. Also bin ich weiter. Die Ecke mit dem „Actors Studio“ angeschaut, da ist ein Kino drin. Der Yves Saint Laurent-Film lief gerade, den ich mir auch noch irgendwann einmal anschauen will.

Es ist also kein Ableger von der Schauspielschule in New York, wie man vielleicht denken könnte. Dann bin ich weiter, immer der Nase nach, eine Kutsche kam vorbei, ich ging in einen Hinterhof, aus Neugier. Da, wo das Schild mit der Stiege war, der runde Innenhof. Im Durchgang stand ein Handwerker, ein Maler und wartete auf irgendwas, später hat er telefoniert. Ich bin wieder aus dem Hof gegangen und weiter, Richtung „Gunkel“. Ein uraltes Geschäft! (Motto: „Wäsche so fein, die kann nur von Gunkel sein!“) Schon seit 250 Jahren oder so ähnlich gibt es den Laden. Im Schaufenster war Bettzeug, so Haushaltsachen. Ich dachte, vielleicht haben sie auch so Küchenzubehör, ich hätte für unsere Ferienwohnung gerne so eine Kaffeekanne zum Pressen gehabt, wo man heißes Wasser aufgießt und dann runterdrückt. Mir fällt der Name wieder nicht ein. Es gab zwar eine Kaffeemaschine in der Wohnung, aber so eine mit so einem blöden Kapselsystem, die kann ich gar nicht leiden, ja ich möchte sagen, sie sind mir zutiefst unsympathisch. Für jede einzelne Tasse so ein Plastiktöpfchen-Müll, das ärgert mich direkt! Ich hatte auch ein Päckchen Kaffee von daheim mitgenommen, aber wegen der Kapselmaschine konnte ich den gar nicht verwenden. Und dann waren auch Kapseln vorrätig und wir haben eben dann doch damit Kaffee gekocht. Das war aber an dem Morgen, bevor wir los sind, noch eine Wissenschaft. Weil Duke auch nicht gewusst hat, wie das funktioniert, haben wir erst einmal auf youtube ein Video suchen müssen, wo man sieht, wie man so eine Maschine bedient. Für alles waren Betriebsanleitungen in der Wohnung, aber nicht für die blöde Kaffeemaschine! Wir haben also zweimal ein Lern-Video auf youtube angeschaut, und uns noch dabei über uns selber kaputt gelacht, weil wir soviel Zeit damit vertrödelt haben. Blöde Witze gemacht, etwa sinngemäß: „Wenn wir Nichts von Wien gesehen haben, können wir es ja damit entschuldigen, dass wir es nicht zu den Sehenswürdigkeiten geschafft haben weil wir stundenlang auf youtube Tutorials anschauen mussten, in denen erklärt wird, wie die Kaffeemaschine funktioniert!“. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin also zu Gunkel rein, um nach so einer Pressmaschine zu schauen. Kaufhäuser waren mir bis dato nämlich noch nicht über den Weg gelaufen, später haben ich dann gelernt, dass es Kaufhäuser, wie man sie aus Deutschland kennt, hier gar nicht gibt. Gunkel hat zwei Etagen und ist riesig! Riesig ist auch die Belegschaft, wenigstens ist es mir so vorgekommen. Überall, an jeder Ecke stand eine Verkäuferin in einem gelbschwarzen Kittel, glaube ich. So eine Verkaufsuniform wohl. Und überall hieß es: „Grüß Gott!“. Ein richtiger Grüß-Gott-Chor hat mich empfangen, das war etwas ungewohnt. Ich habe dann auch einen Gruß vernehmen lassen, war mir aber sehr unsicher, ob es unschicklich ist, wenn ich auf Grüß Gott mit „Guten Tag!“ antworte. Vielleicht komme ich dann ja in die Gunkel-Hölle. Ich habe mich ein bißchen beobachtet gefühlt. So war es wahrscheinlich auch. Viele Kunden waren nicht im Geschäft, so hat sich die ganze Konzentration auf mich fokussiert, quasi. Ich wurde dann auch gefragt, ob ich Hilfe bräuchte, was ja eigentlich gestimmt hätte, aber ich habe dankend abgelehnt, weil ich die Befürchtung hatte, dass man mir ein ähnliches Produkt präsentiert, aber nicht das, was ich will und brauche und es dann aus lauter Höflichkeit kaufe, um die beflissene Verkäuferin nicht zu enttäuschen. Ich bin dann alleine durch die vielen Auslagen flaniert und habe recht bald gemerkt, dass es zwar silberne Salz- und Pfefferstreuer und Kerzenhalter gibt und jede Menge Tisch- und Bettwäsche, aber nicht so etwas konkret Praktisches für die Küche, also jedenfalls keine Kaffeekoch-Gerätschaften oder andere kannenartigen Behältnisse. Aber ich war mal bei Gunkel! Als ich gegangen bin, habe ich mich artig von allen Verkäuferinnen mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Zumindest von denen, die mich im Fokus hatten. Als ich wieder draußen war, war ich direkt ein bißchen erleichtert. In so einem Traditionsgeschäft bewegt man sich doch ein bißchen wie in einem Kirchenschiff, man möchte nicht wegen Fehlverhaltens unangenehm auffallen. Also ich jedenfalls nicht. Draußen habe ich mich dann ausgiebig den blechernen, runden Markisen vor den Gunkel-Fenstern gewidmet. Bildschöne Konstruktion. Ich konnte gar nicht genug Fotos davon machen, wie man sieht. Sind aber auch schöne Bilder. Nicht weit von Gunkel, schräg gegenüber, ist mir der Mattoni-Hof aufgefallen, gleich fotografiert, also die Fassade. Und dann wurde es richtig schick, da bei Miu Miu, wo es zum Tuchlauben-Hof geht, da wo demnächst auch Alexander McQueen posthum einziehen wird. Die Baustellenverkleidung mit dem Jahrhundertwende-Pärchen und der Aufschrift „Goldenes Quartier“ hat mir dann schon so eine Idee vermittelt, welchen Stellenwert die Ecke ungefähr hat, wo ich mich gerade befinde. Also nicht im blechernen oder Alteisen-Quartier, sondern im Goldenen Quartier! Da, wo man ein teures Geschäft aufmachen kann. Was das genauer ist, habe ich dann wieder erst daheim in Berlin ausgetüftelt und recherchiert. Jetzt bin ich schlauer. Ich weiß nun Bescheid, insidermäßig! Ach ja, ich wollte ja noch erzählen, warum ich alleine rumgelaufen bin, was aber sehr super war, weil ich es ja sonst auch immer so halte, also meinem Naturell entspricht, sozusagen. Als wir morgens in der Küche youtube-Videos über die Kaffemaschine geschaut haben, wurde nebenher auch noch verabredet, dass wir nach der Fuchs-Villa verschiedene Sachen machen. Duke hat sich in einem Café zum Wiedersehen mit seiner früheren Frau verabredet und wir haben dann gesagt, dass ich ihn später da abhole, so gegen siebzehn Uhr, also gut drei Stunden später. Darauf war ich auch schon sehr gespannt, weil ich dann ja auch mal eine Wienerin treffen würde. Ich habe mir schon gedacht, dass ich bestimmt keine Probleme hätte, die drei Stunden alleine herumzugondeln, und so war es dann ja auch. Duke wird jetzt also auch erstmalig durch die Bilder sehen, wo ich überall war. So kann man ein bißchen mit mir mitflanieren und sehen, was mir angenehm ins Auge gestochen ist. Ach ja, zum Café Korb wollte ich noch schreiben, dass ich mich schon wieder ein bißchen geärgert habe, dass ich vorher nicht gewusst habe, dass ich da vielleicht doch hätte hineingehen sollen, weil ich die Inhaberin, die Frau Widl, so interessant finde. Na ja, nun ist es zu spät. Im Keller soll auch ein modernes Klo sein, das einen Design-Preis bekommen hat. Also die ganzen Toiletten- Räume unten, ultramodern. „Dieses WC ist einen Besuch wert!“ Aber oben, im Gastraum, wohl die original alte Fünfziger-Jahre-Einrichtung, von der Grundrenovierung. Na ja, ich kann es nicht beurteilen, ich war ja nun leider nicht drin! Das nächste mal dann.

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05. Juli 2014

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Wien, Vienna. Tuchlauben. Das wird es dann auch gewesen sein, mit Pferde- und Fiakerbildern. Aber so als atmosphärischer Einstieg ist es schon angemessen, mit einem der bekanntesten Klischees aufzuwarten. Man muss aufpassen beim Bloggen, dass man eben nicht den Fehler (im wahrsten Sinne des Wortes, es würde fehlen) macht, die Klischees akribisch auszusparen, um aus einer unvirtuosen Profilierungsambition eine irgendwie andere Sicht auf einen bekannten Ort zu präsentieren. Das kann man vielleicht machen, wenn das Publikum alles bis zum Überdruss kennt, aber davon kann man nicht ausgehen. Ich meine: ich kannte es nicht, wenigstens nicht ausführlich, weil ich noch nie vorher in Wien war.


































Also bitte: was will man sehen? Graffiti-Mauern, wo man nicht mehr sicher ist, ob man ein Foto aus Berlin vor sich hat oder von sonstwo? Nein! Ich will die Innere Stadt sehen, das was die österreichische Metropole so unverwechselbar, nicht austauschbar macht. Den Otto-Wagner-Krempel und die Klimt-Sachen. Und die Kaffeehäuser. Und die Pferde, und die Kutschen und den ganzen Stuck, und alles andere habe ich hier. Sonst hätte ich nicht nach Wien gebraucht. Also bitte. Und jetzt Tuchlauben. Das hört sich erst einmal nicht wie ein Name von einer Straße an, ist aber so. Es ist nicht die Tuchlaubenstraße oder die Tuchlaubenallee oder die Tuchlaubengasse oder die Tuchlaubenchaussee, nein: Tuchlauben, nichts weiter. Am Stephansplatz bin ich herausgekommen und dann irgendwie nach Lust und Laune weitergelaufen, ohne auf den Stadtplan zu schauen, mit dem einzigen Ziel, mich treiben zu lassen. Da war auf einmal die Ecke mit dem Café Korb. Es war so ein gemischtes Wetter, mal wolkig, mal schon ein bißchen Sonne. Ich blieb kurz stehen, Brandstätte Ecke Tuchlauben. Irgendetwas gefiel mir an dem Café, aber dann dachte ich, es wäre doch etwas früh, um eine Pause einzulegen, wo ich noch gar nicht viel gesehen hatte. Also bin ich weiter. Die Ecke mit dem „Actors Studio“ angeschaut, da ist ein Kino drin. Der Yves Saint Laurent-Film lief gerade, den ich mir auch noch irgendwann einmal anschauen will.

Es ist also kein Ableger von der Schauspielschule in New York, wie man vielleicht denken könnte. Dann bin ich weiter, immer der Nase nach, eine Kutsche kam vorbei, ich ging in einen Hinterhof, aus Neugier. Da, wo das Schild mit der Stiege war, der runde Innenhof. Im Durchgang stand ein Handwerker, ein Maler und wartete auf irgendwas, später hat er telefoniert. Ich bin wieder aus dem Hof gegangen und weiter, Richtung „Gunkel“. Ein uraltes Geschäft! (Motto: „Wäsche so fein, die kann nur von Gunkel sein!“) Schon seit 250 Jahren oder so ähnlich gibt es den Laden. Im Schaufenster war Bettzeug, so Haushaltsachen. Ich dachte, vielleicht haben sie auch so Küchenzubehör, ich hätte für unsere Ferienwohnung gerne so eine Kaffeekanne zum Pressen gehabt, wo man heißes Wasser aufgießt und dann runterdrückt. Mir fällt der Name wieder nicht ein. Es gab zwar eine Kaffeemaschine in der Wohnung, aber so eine mit so einem blöden Kapselsystem, die kann ich gar nicht leiden, ja ich möchte sagen, sie sind mir zutiefst unsympathisch. Für jede einzelne Tasse so ein Plastiktöpfchen-Müll, das ärgert mich direkt! Ich hatte auch ein Päckchen Kaffee von daheim mitgenommen, aber wegen der Kapselmaschine konnte ich den gar nicht verwenden. Und dann waren auch Kapseln vorrätig und wir haben eben dann doch damit Kaffee gekocht. Das war aber an dem Morgen, bevor wir los sind, noch eine Wissenschaft. Weil Duke auch nicht gewusst hat, wie das funktioniert, haben wir erst einmal auf youtube ein Video suchen müssen, wo man sieht, wie man so eine Maschine bedient. Für alles waren Betriebsanleitungen in der Wohnung, aber nicht für die blöde Kaffeemaschine! Wir haben also zweimal ein Lern-Video auf youtube angeschaut, und uns noch dabei über uns selber kaputt gelacht, weil wir soviel Zeit damit vertrödelt haben. Blöde Witze gemacht, etwa sinngemäß: „Wenn wir Nichts von Wien gesehen haben, können wir es ja damit entschuldigen, dass wir es nicht zu den Sehenswürdigkeiten geschafft haben weil wir stundenlang auf youtube Tutorials anschauen mussten, in denen erklärt wird, wie die Kaffeemaschine funktioniert!“. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin also zu Gunkel rein, um nach so einer Pressmaschine zu schauen. Kaufhäuser waren mir bis dato nämlich noch nicht über den Weg gelaufen, später haben ich dann gelernt, dass es Kaufhäuser, wie man sie aus Deutschland kennt, hier gar nicht gibt. Gunkel hat zwei Etagen und ist riesig! Riesig ist auch die Belegschaft, wenigstens ist es mir so vorgekommen. Überall, an jeder Ecke stand eine Verkäuferin in einem gelbschwarzen Kittel, glaube ich. So eine Verkaufsuniform wohl. Und überall hieß es: „Grüß Gott!“. Ein richtiger Grüß-Gott-Chor hat mich empfangen, das war etwas ungewohnt. Ich habe dann auch einen Gruß vernehmen lassen, war mir aber sehr unsicher, ob es unschicklich ist, wenn ich auf Grüß Gott mit „Guten Tag!“ antworte. Vielleicht komme ich dann ja in die Gunkel-Hölle. Ich habe mich ein bißchen beobachtet gefühlt. So war es wahrscheinlich auch. Viele Kunden waren nicht im Geschäft, so hat sich die ganze Konzentration auf mich fokussiert, quasi. Ich wurde dann auch gefragt, ob ich Hilfe bräuchte, was ja eigentlich gestimmt hätte, aber ich habe dankend abgelehnt, weil ich die Befürchtung hatte, dass man mir ein ähnliches Produkt präsentiert, aber nicht das, was ich will und brauche und es dann aus lauter Höflichkeit kaufe, um die beflissene Verkäuferin nicht zu enttäuschen. Ich bin dann alleine durch die vielen Auslagen flaniert und habe recht bald gemerkt, dass es zwar silberne Salz- und Pfefferstreuer und Kerzenhalter gibt und jede Menge Tisch- und Bettwäsche, aber nicht so etwas konkret Praktisches für die Küche, also jedenfalls keine Kaffeekoch-Gerätschaften oder andere kannenartigen Behältnisse. Aber ich war mal bei Gunkel! Als ich gegangen bin, habe ich mich artig von allen Verkäuferinnen mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Zumindest von denen, die mich im Fokus hatten. Als ich wieder draußen war, war ich direkt ein bißchen erleichtert. In so einem Traditionsgeschäft bewegt man sich doch ein bißchen wie in einem Kirchenschiff, man möchte nicht wegen Fehlverhaltens unangenehm auffallen. Also ich jedenfalls nicht. Draußen habe ich mich dann ausgiebig den blechernen, runden Markisen vor den Gunkel-Fenstern gewidmet. Bildschöne Konstruktion. Ich konnte gar nicht genug Fotos davon machen, wie man sieht. Sind aber auch schöne Bilder. Nicht weit von Gunkel, schräg gegenüber, ist mir der Mattoni-Hof aufgefallen, gleich fotografiert, also die Fassade. Und dann wurde es richtig schick, da bei Miu Miu, wo es zum Tuchlauben-Hof geht, da wo demnächst auch Alexander McQueen posthum einziehen wird. Die Baustellenverkleidung mit dem Jahrhundertwende-Pärchen und der Aufschrift „Goldenes Quartier“ hat mir dann schon so eine Idee vermittelt, welchen Stellenwert die Ecke ungefähr hat, wo ich mich gerade befinde. Also nicht im blechernen oder Alteisen-Quartier, sondern im Goldenen Quartier! Da, wo man ein teures Geschäft aufmachen kann. Was das genauer ist, habe ich dann wieder erst daheim in Berlin ausgetüftelt und recherchiert. Jetzt bin ich schlauer. Ich weiß nun Bescheid, insidermäßig! Ach ja, ich wollte ja noch erzählen, warum ich alleine rumgelaufen bin, was aber sehr super war, weil ich es ja sonst auch immer so halte, also meinem Naturell entspricht, sozusagen. Als wir morgens in der Küche youtube-Videos über die Kaffemaschine geschaut haben, wurde nebenher auch noch verabredet, dass wir nach der Fuchs-Villa verschiedene Sachen machen. Duke hat sich in einem Café zum Wiedersehen mit seiner früheren Frau verabredet und wir haben dann gesagt, dass ich ihn später da abhole, so gegen siebzehn Uhr, also gut drei Stunden später. Darauf war ich auch schon sehr gespannt, weil ich dann ja auch mal eine Wienerin treffen würde. Ich habe mir schon gedacht, dass ich bestimmt keine Probleme hätte, die drei Stunden alleine herumzugondeln, und so war es dann ja auch. Duke wird jetzt also auch erstmalig durch die Bilder sehen, wo ich überall war. So kann man ein bißchen mit mir mitflanieren und sehen, was mir angenehm ins Auge gestochen ist. Ach ja, zum Café Korb wollte ich noch schreiben, dass ich mich schon wieder ein bißchen geärgert habe, dass ich vorher nicht gewusst habe, dass ich da vielleicht doch hätte hineingehen sollen, weil ich die Inhaberin, die Frau Widl, so interessant finde. Na ja, nun ist es zu spät. Im Keller soll auch ein modernes Klo sein, das einen Design-Preis bekommen hat. Also die ganzen Toiletten- Räume unten, ultramodern. „Dieses WC ist einen Besuch wert!“ Aber oben, im Gastraum, wohl die original alte Fünfziger-Jahre-Einrichtung, von der Grundrenovierung. Na ja, ich kann es nicht beurteilen, ich war ja nun leider nicht drin! Das nächste mal dann.

: : alle Wiener Geschichten : :

28. Juni 2014

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270





























„Der Wiener Stephansplatz ist das Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt. In seiner Mitte steht der Stephansdom.“ Wikipedia
Stephansplatz, Innere Stadt. Erster Bezirk. Stephansdom. Fiaker. Folgendes: ich hatte ja bereits am ersten Abend das Vergnügen mit dem Stephansplatz, weil wir, also Victor und ich jetzt (da war es schon dunkel), drüber gelaufen sind. Mir ist gleich wieder das Zickzack-Muster vom Dach vom Stephansdom angenehm aufgefallen, weil es mich immer an die Sachen von Missoni erinnert. Ein sehr dekoratives Muster, das mir gut gefällt. Der Rest von dem Gebäude haut mich jetzt nicht so aus den Socken, aber das ist ja alles Geschmackssache. Als wir in der Dunkelheit drüber gelaufen sind, waren glaube ich keine Pferdekutschen da. Als ich dann aber zwei Tage später, nach der Fuchs Villa, am hellichten Tag auf den Stephansplatz trete, sehe ich schon gleich den ersten Fiaker, das geht ruckzuck! Beim ersten habe ich noch ganz aufgeregt die Kamera draufgehalten, aber recht bald habe ich dann bemerkt, dass es sich um keine einmalige Gelegenheit handelt, die nie mehr wiederkommt. Trotzdem gefallen mir meine Fiakerbilder besonders gut. Gerade das, wo die Kutsche so vorbeirauscht. Das ist schon richtig wie im Kino. Der Platz im Herzen der österreichischen Metropole ist nun der Auftakt für Unmengen Bilder, die ich in den ungefähr dreieinhalb Stunden gemacht habe, als ich die Gegend alleine mit meiner Kamera erkundet habe. Die Zeit verging wie im Flug, und ich hatte das Gefühl, nun wirklich in Wien zu sein. So richtig mittendrin! Es war eine Freude. Ich habe praktisch an jeder zweiten Ecke insgeheim gedacht: „Der erste Bezirk, das ist meiner!“ Es macht alles einen hervorragenden Eindruck, erste Qualität! Also wenn ich in Wien wohnen müsste, dann wüsste ich schon wo! Dass es hier eventuell etwas teurer mit der Unterkunft werden könnte, liegt ja in der Natur der Sache. Dann muss man sich eben kümmern und für einen entsprechenden Broterwerb sorgen. Aber das steht im Moment gerade nicht akut zur Diskussion bei mir. Jetzt, wo ich wieder in Berlin bin, kann ich mir auf den Fotos endlich mal alles genau anschauen, die Details! Das ist sehr angenehm. Wenn man rumläuft und hysterisch-ekstatisch Fotos macht, hat man ja gar keine Zeit, sich die Kleinigkeiten in Ruhe anzuschauen, weil man aus dem Augenwinkel ein paar Meter weiter schon wieder das nächste Schmankerl sieht. Was mir aber gleich sehr aufgefallen ist, ist das moderne Haus gegenüber vom Stephansdom. Es ist wie verspiegelt, also der Dom spiegelt sich drin und es ist richtig modern. So viele moderne Häuser gibt es nicht in der Ecke, sondern hauptsächlich alte, aber sehr schöne. Das moderne Haus heißt jedenfalls Haas-Haus, und ich habe gestern ausgetüftelt, was für eine Gastronomie da drin ist, weil ich ja von unten genau gesehen habe, dass da oben auf der Rotunde von der Dachterrasse Sonnenschirme stehen. Also wird man da oben wohl etwas essen und trinken können. Als ich dann gesehen habe, was da drin ist, war ich schwer beeindruckt. Wenn ich irgendwann mal wieder nach Wien komme, dann will ich unbedingt in die schöne Bar da oben. Die Onyx-Bar! „Mit einer reichen Auswahl an Zigarren“. Es darf also geraucht werden. Die gefällt mir mit ihren marokkanischen Tischchen so gut, dass ich mich fast ein bißchen ärgere, dass ich das verpasst habe, weil ich nichts davon gewusst habe! Die Zimmer sind auch toll, es ist nämlich ein Hotel. Ganz mein Geschmack. Natürlich auch keine Schnäppchenpreise, aber das kann mir im Moment ja auch wurscht sein, weil ich ja derzeit in Berlin bin. Aber die Zimmer sind so schön, dass die eigentlich ihr Geld wert sind. Da steigen ja wahrscheinlich sowieso nur Leute ab, denen es schnurzpiepegal ist, ob ein Hotelzimmer neunzig oder neunhundert Euro kostet. Fotos von den Zimmern angucken kostet ja zum Glück nichts. Da kann man schon mal ein bißchen spazieren gehen. Von so einem Zimmer ganz oben hat man einen tollen Blick durch die Panoramafenster, da sieht der Dom auch sehr gut aus, man kann das schöne Missoni-Dach noch besser bewundern. Falls meine neugierigen Leser wissen wollen, warum ich dreieinhalb Stunden alleine herumgelaufen bin, kann ich das gerne erklären. In einer der nächsten Strecken! Kleiner Cliffhanger.



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28. Juni 2014

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„Der Wiener Stephansplatz ist das Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt. In seiner Mitte steht der Stephansdom.“ Wikipedia
Stephansplatz, Innere Stadt. Erster Bezirk. Stephansdom. Fiaker. Folgendes: ich hatte ja bereits am ersten Abend das Vergnügen mit dem Stephansplatz, weil wir, also Victor und ich jetzt (da war es schon dunkel), drüber gelaufen sind. Mir ist gleich wieder das Zickzack-Muster vom Dach vom Stephansdom angenehm aufgefallen, weil es mich immer an die Sachen von Missoni erinnert. Ein sehr dekoratives Muster, das mir gut gefällt. Der Rest von dem Gebäude haut mich jetzt nicht so aus den Socken, aber das ist ja alles Geschmackssache. Als wir in der Dunkelheit drüber gelaufen sind, waren glaube ich keine Pferdekutschen da. Als ich dann aber zwei Tage später, nach der Fuchs Villa, am hellichten Tag auf den Stephansplatz trete, sehe ich schon gleich den ersten Fiaker, das geht ruckzuck! Beim ersten habe ich noch ganz aufgeregt die Kamera draufgehalten, aber recht bald habe ich dann bemerkt, dass es sich um keine einmalige Gelegenheit handelt, die nie mehr wiederkommt. Trotzdem gefallen mir meine Fiakerbilder besonders gut. Gerade das, wo die Kutsche so vorbeirauscht. Das ist schon richtig wie im Kino. Der Platz im Herzen der österreichischen Metropole ist nun der Auftakt für Unmengen Bilder, die ich in den ungefähr dreieinhalb Stunden gemacht habe, als ich die Gegend alleine mit meiner Kamera erkundet habe. Die Zeit verging wie im Flug, und ich hatte das Gefühl, nun wirklich in Wien zu sein. So richtig mittendrin! Es war eine Freude. Ich habe praktisch an jeder zweiten Ecke insgeheim gedacht: „Der erste Bezirk, das ist meiner!“ Es macht alles einen hervorragenden Eindruck, erste Qualität! Also wenn ich in Wien wohnen müsste, dann wüsste ich schon wo! Dass es hier eventuell etwas teurer mit der Unterkunft werden könnte, liegt ja in der Natur der Sache. Dann muss man sich eben kümmern und für einen entsprechenden Broterwerb sorgen. Aber das steht im Moment gerade nicht akut zur Diskussion bei mir. Jetzt, wo ich wieder in Berlin bin, kann ich mir auf den Fotos endlich mal alles genau anschauen, die Details! Das ist sehr angenehm. Wenn man rumläuft und hysterisch-ekstatisch Fotos macht, hat man ja gar keine Zeit, sich die Kleinigkeiten in Ruhe anzuschauen, weil man aus dem Augenwinkel ein paar Meter weiter schon wieder das nächste Schmankerl sieht. Was mir aber gleich sehr aufgefallen ist, ist das moderne Haus gegenüber vom Stephansdom. Es ist wie verspiegelt, also der Dom spiegelt sich drin und es ist richtig modern. So viele moderne Häuser gibt es nicht in der Ecke, sondern hauptsächlich alte, aber sehr schöne. Das moderne Haus heißt jedenfalls Haas-Haus, und ich habe gestern ausgetüftelt, was für eine Gastronomie da drin ist, weil ich ja von unten genau gesehen habe, dass da oben auf der Rotunde von der Dachterrasse Sonnenschirme stehen. Also wird man da oben wohl etwas essen und trinken können. Als ich dann gesehen habe, was da drin ist, war ich schwer beeindruckt. Wenn ich irgendwann mal wieder nach Wien komme, dann will ich unbedingt in die schöne Bar da oben. Die Onyx-Bar! „Mit einer reichen Auswahl an Zigarren“. Es darf also geraucht werden. Die gefällt mir mit ihren marokkanischen Tischchen so gut, dass ich mich fast ein bißchen ärgere, dass ich das verpasst habe, weil ich nichts davon gewusst habe! Die Zimmer sind auch toll, es ist nämlich ein Hotel. Ganz mein Geschmack. Natürlich auch keine Schnäppchenpreise, aber das kann mir im Moment ja auch wurscht sein, weil ich ja derzeit in Berlin bin. Aber die Zimmer sind so schön, dass die eigentlich ihr Geld wert sind. Da steigen ja wahrscheinlich sowieso nur Leute ab, denen es schnurzpiepegal ist, ob ein Hotelzimmer neunzig oder neunhundert Euro kostet. Fotos von den Zimmern angucken kostet ja zum Glück nichts. Da kann man schon mal ein bißchen spazieren gehen. Von so einem Zimmer ganz oben hat man einen tollen Blick durch die Panoramafenster, da sieht der Dom auch sehr gut aus, man kann das schöne Missoni-Dach noch besser bewundern. Falls meine neugierigen Leser wissen wollen, warum ich dreieinhalb Stunden alleine herumgelaufen bin, kann ich das gerne erklären. In einer der nächsten Strecken! Kleiner Cliffhanger.



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22. Juni 2014



https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270
Zuguterletzt, das Nymphaeum Omega. Was für ein Name. Auf der Seite bei Ernst Fuchs wird dieser überfließende Tempel auch Brunnenhaus genannt. Von mehreren Quellen auf dem Grundstück ist die Rede, das nach oben an einen Wald grenzt, und einer tausendjährige Eiche, der ältesten von Wien, die auch hier steht. Das war uns nicht bewusst, aber dem Zauber, der über allem liegt, ist kaum zu entgehen. Man denkt an rein gar nichts, und findet sich, der Zeit entrückt. Hundert Jahre, tausend Jahre. Es ist egal. Das mit der Eiche lese ich jetzt erst, heute, im Juni, fünf Wochen später. Vielleicht hätte man nach ihr Ausschau gehalten. Doch auch so hat nichts gefehlt, bei diesem Besuch. Es war ein unvermutetes Finale, das Nymphaeum Omega. Und dann, gegen Mittag, zurück in die Welt, vom fernen Hütteldorf nach Wien, in die innere, erste Stadt. Ein Taxi, wie gerufen, in dem Augenblick, als Duke Zweifel äußerte, ob hier so bald eines entlang käme. Später dachte er laut darüber nach, ob er vielleicht weniger zweifeln sollte.

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22. Juni 2014



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Zuguterletzt, das Nymphaeum Omega. Was für ein Name. Auf der Seite bei Ernst Fuchs wird dieser überfließende Tempel auch Brunnenhaus genannt. Von mehreren Quellen auf dem Grundstück ist die Rede, das nach oben an einen Wald grenzt, und einer tausendjährige Eiche, der ältesten von Wien, die auch hier steht. Das war uns nicht bewusst, aber dem Zauber, der über allem liegt, ist kaum zu entgehen. Man denkt an rein gar nichts, und findet sich, der Zeit entrückt. Hundert Jahre, tausend Jahre. Es ist egal. Das mit der Eiche lese ich jetzt erst, heute, im Juni, fünf Wochen später. Vielleicht hätte man nach ihr Ausschau gehalten. Doch auch so hat nichts gefehlt, bei diesem Besuch. Es war ein unvermutetes Finale, das Nymphaeum Omega. Und dann, gegen Mittag, zurück in die Welt, vom fernen Hütteldorf nach Wien, in die innere, erste Stadt. Ein Taxi, wie gerufen, in dem Augenblick, als Duke Zweifel äußerte, ob hier so bald eines entlang käme. Später dachte er laut darüber nach, ob er vielleicht weniger zweifeln sollte.

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21. Juni 2014

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

Auf der anderen Seite, vis-à-vis der Galerie, also das Römische Bad von Herrn Fuchs. Im Becken war gar kein Wasser. Ich nehme an, das wird jeweils frisch eingelassen, wenn Badetag ist. Da wir ja nun keine persönliche Einladung zum Baden hatten, habe ich meinen Mantel anbehalten, obwohl ich darunter natürlich einen zum Ambiente farblich passenden Bikini hatte. Das versteht sich ja von selbst. Man muss dem Leser auch mal das eine oder andere Bild verweigern, sonst hat man ja gar kein Geheimnis mehr, hier im total überwachten Internet. Am Ende sieht sich der Präsident im Oval Office Bikini-Fotos von mir im Römischen Bad in der Fuchs-Villa an. Ich weiß nicht, wo das dann hinführen würde. Also bin ich da vorsichtig. Der Mantel macht sich ja auch ganz gut in den Räumlichkeiten, der war unbedingt eine ausgezeichnete Wahl.

Mich stimmt es ja immer ein bißchen traurig, wenn die Menschen ihre Kleidung so gar nicht auf die Ästhetik des Ausflugszieles abstimmen. Mir ist das inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kann gar nicht mehr anders! Bitte nehmen Sie sich mich doch endlich ein wenig zum Vorbild. Das gibt einfach schönere Fotos. Bitte glauben Sie mir. Ah ja, in Brasilien ist gerade ein Tor gefallen, wie ich höre. Nachdem hier in der Nachbarschaft Böller abgeschossen werden, nehme ich an, es wurde nicht von der afrikanischen Mannschaft reingehauen. Sehr praktisch, ich muss gar nicht den Fernseher anmachen, um die entscheidenden Tore mitzukriegen. Mal gucken, ob es noch mal knallt, heute Abend. Auf jeden Fall kann ein Boateng heute feiern. Das steht fest! Sie denken wohl, ich kriege gar nichts mit, hier in meinem exclusiv tapezierten Elfenbeinturm, mit Blick nach Wien.
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21. Juni 2014

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Auf der anderen Seite, vis-à-vis der Galerie, also das Römische Bad von Herrn Fuchs. Im Becken war gar kein Wasser. Ich nehme an, das wird jeweils frisch eingelassen, wenn Badetag ist. Da wir ja nun keine persönliche Einladung zum Baden hatten, habe ich meinen Mantel anbehalten, obwohl ich darunter natürlich einen zum Ambiente farblich passenden Bikini hatte. Das versteht sich ja von selbst. Man muss dem Leser auch mal das eine oder andere Bild verweigern, sonst hat man ja gar kein Geheimnis mehr, hier im total überwachten Internet. Am Ende sieht sich der Präsident im Oval Office Bikini-Fotos von mir im Römischen Bad in der Fuchs-Villa an. Ich weiß nicht, wo das dann hinführen würde. Also bin ich da vorsichtig. Der Mantel macht sich ja auch ganz gut in den Räumlichkeiten, der war unbedingt eine ausgezeichnete Wahl.

Mich stimmt es ja immer ein bißchen traurig, wenn die Menschen ihre Kleidung so gar nicht auf die Ästhetik des Ausflugszieles abstimmen. Mir ist das inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kann gar nicht mehr anders! Bitte nehmen Sie sich mich doch endlich ein wenig zum Vorbild. Das gibt einfach schönere Fotos. Bitte glauben Sie mir. Ah ja, in Brasilien ist gerade ein Tor gefallen, wie ich höre. Nachdem hier in der Nachbarschaft Böller abgeschossen werden, nehme ich an, es wurde nicht von der afrikanischen Mannschaft reingehauen. Sehr praktisch, ich muss gar nicht den Fernseher anmachen, um die entscheidenden Tore mitzukriegen. Mal gucken, ob es noch mal knallt, heute Abend. Auf jeden Fall kann ein Boateng heute feiern. Das steht fest! Sie denken wohl, ich kriege gar nichts mit, hier in meinem exclusiv tapezierten Elfenbeinturm, mit Blick nach Wien.
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21. Juni 2014


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In der Kleinen Galerie, die Treppe nach oben. Es gibt schwarzen Tee mit Schlagobers. Nein, nicht in der Fuchs-Villa in Wien, in meiner kleinen Villa in Berlin. Bilder gab es dort zu sehen und eine Staffelei. Und gegenüber der langen Wand mit den Bildern, seltsam frivol, das „Römische Bad“. Zeige ich extra. Hätte ich eigentlich gleich mit hier – ach. Man hat uns keinen Tee serviert und auch keinen Einspänner. Das lag wahrscheinlich daran, dass Herr Fuchs gerade ein Nickerchen gemacht hat, und uns nicht bemerkt hat, sonst hätte er sicher, als guter Gastgeber, einen alten Cognac angeboten. Wenn er die Bilder hier sieht, wird er sich ärgern, dass er unseren Besuch verpasst hat! So schnell werde ich sicher nicht mehr wieder kommen, jedenfalls nicht in die Villa Fuchs. Nicht, weil es dort nicht schön wäre, sondern weil ich überhaupt keine Freundin von Wiederholungsbesuchen bin. Wenn ich wieder einmal nach Wien fliege, dann habe ich andere Ziele, ich bin da nicht nostalgisch. Ich habe ja jetzt Bilder und kann mich leicht erinnern.

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19. Juni 2014

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Im Stiegenhaus. Die Tapete. Ja, ich wiederhole mich: dennoch: die Tapete. Eine ganz herrliche Tapete. Ich wusste bis zum Besuch bei Ernst Fuchs überhaupt nicht, dass mir Tapeten gefallen könnten. Insofern könnte man im esoterischen Sinne von einer Initiation sprechen. Mein Besuch in der Fuchs-Villa hat mir die Augen für die Schönheit und Relevanz von Seidentapeten mit filigraner Musterung geöffnet. Doch daheim in Berlin denke ich keine Sekunde darüber nach, die Wände mit Seidentapeten zu tapezieren. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Mein Boudoir ist ja auch so opulent genug, mein eigenes kleines Ernst Fuchs-Museum. Mein Gaga Nielsen-Museum. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es in dem Anwesen am Rande von Wien noch Gemächer gibt, geben dürfte, die ich nicht betreten habe. Etwa eine Küche oder ein veritables Schlafzimmer. Oder eine Bibliothek. Die Mutter muss ja seinerzeit auch irgendwo gewohnt haben. Die Treppe, also die Stiege, wie es in Österreich heißt, führt zu einer oberen Etage, die kleine Galerie genannt wird. Dort ist auch ein römisches Bad. Da war ich natürlich auch. Oder genauer wir. Ich war ja nicht alleine unterwegs. Wahrscheinlich ist das so in mir drin, dass ich im Zusammenhang mit fremde Orte besuchen, automatisch an mich alleine denke, wie ich mich ohne Abstimmung oder Unterstützung orientiere und zurechtfinde. Weil ich es seit Ewigkeiten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, so gewohnt bin. Und wenn dann der Begleiter auch mehr so ein Flaneur ist, der die Dinge auf sich wirken lässt, ohne richtungsweisend einzuwirken, fühlt man sich – also ich mich – nahezu unbehelligt. Was mir aber auch nicht unlieb war. Jetzt kommen nur noch zwei Etappen innerhalb der Villa. Und dann noch das Nymphaeum Omega, draußen im Park. Und dann ist auch gut.

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