
Der eigentliche, offizielle Eingang, Vordereingang zum Hotel Kaiserhof ist nicht dieser tiefer gelegte Zugang von der Strandpromenade, den man hier sieht, sondern auf der anderen Seite des Anwesens, in der vornehmen Kulmstraße. Aber an der Strandpromenade wurde ich durch das Schild und den Blick nach oben auf die Terrasse aufmerksam, wo man auch ohne Übernachtungsgast zu sein, Eisessen oder Kaffeetrinken kann, Kleinigkeiten essen, auch Wein gibt es dort. Als ich vorbei ging, war aber längst geschlossen, die Terrasse ist bis 17 Uhr geöffnet.

Bei sonnigem Wetter – wenn es bedeckt bleibt, gibt es den Wintergarten im Hotel Kaiserhof. Da war ich einige Tage später. Es ist ein moderneres Gebäude von 1997, das sich an den historischen Kaiserbädersaal aus dem Jahr 1947 anschließt.

Davor, von 1898 bis 1946 war an der Stelle das sogenannte Strandcasino, ein beliebtes Vergnügungsetablissement, das 1946 abbrannte, weil jemand seine Zigarette nicht richtig ausgedrückt hatte. Kriegsbeschädigungen gab es in Heringsdorf gar nicht, keinerlei Bombardierungen. Die zivilen Bauten historischer Badeorte wie Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf zu zerstören, war für die strategische Kriegsführung uninteressant, Swinemünde mit dem Hafen aber sehr wohl, deshalb gab es 1945 einen schweren Bombenangriff auf Swinemünde. Nach dem zweiten Weltkrieg verfielen viele Gebäude und auch die erste alte hölzerne Seebrücke war zunehmend marode und fiel einem Brand zum Opfer. Zu DDR-Zeiten wurde nicht immer der historische Schatz der Bausubstanz der alten Villen erkannt und so manches frühere Prachtstück abgerissen, um neuzeitlichen Gebäuden zu weichen. Aber insgesamt ist noch sehr, sehr viel von der alten Bausubstanz in den Kaiserbädern vorhanden. Nahezu lückenlos ist der prächtigen Bergstraße in Bansin. Die habe ich auch besucht. Es kommen noch viele beeindruckende Villen, die ich eingefangen habe. Denn genau die wollte ich sehen – mein Antrieb hinzureisen.
