31. Oktober 2024

Diesmal ohne Palaver: der Große Musikpreis von Gaganien 2024 IN PLATIN für jeweils sechs Titel auf meiner Lieblingsplaylist geht an die folgenden vier, ihre Musik selbst komponierenden Musiker:

BENJAMIN BIOLAY
– Dernier souper au château
– La garçonnière
– Rose Kennedy
– Folle de toi (mit Chiara Mastroianni)
– Holland Spring (mit Chiara Mastroianni)
– Les lendemains qui chantent (m. Chiara Mastroianni)

GLEN CAMPBELL
– By the Time I get to Phoenix
– Gentle On My Mind
– If You Go Away
– Rhinestone Cowboy
– Witchita Lineman
– Yesterday, When I Was Young

LOU REED
– Berlin
– Coney Island Baby
– Love makes you feel (…ten foot tall)
– Modern Dance
– Perfect Day
– Ride Into The Sun

NEIL YOUNG
– Comes A Time
– Cowgirl in The Sand
– Hey Babe
– Lotta Love
– Tell Me Why
– What did you do to my life?

Ich gratuliere von Herzen, durchweg Titel, die mich seit Jahrzenten begleiten. Zwei der Vier, nämlich Lou Reed und Neil Young habe ich mehrmals auch live erlebt. Neil Youngs Album „Harvest“ war um 1979 der Auftakt zu einer langen musikalischen Beziehung, 1980 wünschte ich mir das erste Soloalbum von Lou Reed zum 15. Geburtstag und bekam es von meinem Bruder. Drei Titel, die heute noch auf der Lieblingsplaylist sind, stammen aus diesem Album. „Berlin“, „Love Makes You Feel“ und „Ride Into The Sun“. Was ich damit alles verbinde, sprengt den Rahmen der Preisverleihung!

30. Oktober 2024

Es ist doch so: Preisverleihungen sind eine langatmige Angelegenheit. Das weiß jeder, der schon einmal die Oscar-Nacht ab rotem Teppich durchgemacht hat. Zu Beginn werden immer die ganzen Gewerke rund um die Filmproduktion gewürdigt. Was ja auch schön und ehrenhaft ist. Die Berichterstattung nächsten Tags bezieht sich dann aber immer nur auf den roten Teppich am Anfang, wer hatte was an, und die ca. letzte Stunde der vielstündigen Verleihung, wenn endlich die besten Schauspieler und der beste Film prämiert werden. Meine in Eigenregie organisierte Verleihung des Großen Musikpreises von Gaganien 2024 ist eben auch eine sehr würdevolle Angelegenheit. Das geht nicht husch-husch, wie im Schnell-Imbiss. Hier wird Jahrhundert-Musik preisgekrönt, der Soundtrack meines Lebens, um es mal ein bißchen rührselig auszudrücken. Schreiten wir nun zur Verleihung der Großen Musikpreises von Gaganien IN GOLD! (Und dies wird nicht die letzte Kategorie sein. Zwei kommen noch!) Nun aber zu den Preisträgern. Der Große Musikpreis von Gaganien IN GOLD, in der Kategorie „Beliebtester Künstler mit fünf Titeln auf meiner Lieblingsplaylist“ geht an die folgenden Musik-Künstler, nämlich:

BLAKE SHELTON & GWEN S.
– My Eyes (mit Gwen Sebastian)
– Happy Anywhere (mit Gwen Stefani, live acoustic)
– Happy Anywhere (mit Gwen Stefani, Studio)
– Nobody but you (mit Gwen Stefani, live acoustic)
– Nobody but you (mit Gwen Stefani, Studio)

BURT BACHARACH
– Raindrops keep fallin on my head (mit B.J. Thomas)
– Close To You (Carpenters)
– The Look Of Love (mit Dusty Springfield)
– This Guy’s in Love With You (mit Herp Albert)
– What the World needs now (mit Jackie Deshannon)

FRANZ SCHUBERT
– Ständchen (mit Angela Gheorgiu)
– Ständchen (Philippe Sly & Adam Cicchillitti)
– Ständchen (mit Richard Tauber)
– Trio No. 2, Op. 100, Andante con m. (Trio Wanderer)
– Fantasie in F m., Op. 103 (M. J. Pires & H. Sermet)

Ich finde die Musik spricht für sich, ich sehe keinen Grund, mich in weiteren Erläuterungen zu ergehen. Herzlichsten Glückwunsch! Und Danke an Blake Shelton und Gwen Stefani fürs Kommen. Gwen ist ja immer ein Hingucker. Tolles Kleid, tolle Frisur! An den Trennungsgerüchten scheint ja doch nicht so viel dran zu sein. Es wäre auch schade, wenn es keine weiteren Duette von den Beiden gäbe. Ich war früher gar kein Fan von Gwen Stefani, aber jetzt ja!

29. Oktober 2024

Kommen wir nun zum Großen Musikpreis von Gaganien IN SILBER! Sieben Musik-Acts dürfen sich auf die silberne Trophäe freuen, die für vier Musiktitel auf meiner Lieblingsplaylist vergeben wird. Gewonnen haben:

CHET BAKER
– Autumn Leaves (mit Ruth Young)
– I’ve Never Been In Love Before
– My Funny Valentine
– The Touch Of Your Lips

DORIS DAY
– Again
– Close Your Eyes
– Daydreamin’
– Falling in Love Again

ELLA FITZGERALD
– I Love Paris
– These Foolish Things (live 1957)
– A Foggy Day (mit Joe Pass)
– Stars Fell on Alabama (mit Louis Armstrong)

FRANK SINATRA
– It Was A Very Good Year
– I’ve Got You Under My Skin
Moon River
– Summerwind

HILDEGARD KNEF
– Für mich soll’s…
– In der Stille der Nacht
– Nichts haut mich um, aber Du
– This Girl’s In Love With You

LEONARD COHEN
– A Thousand Kisses Deep
– Dance Me To The End Of Love
– Famous Blue Raincoat
– Here It Is

ROLLING STONES
– Gimme Shelter
– Paint it Black
– Play with Fire
– Wild Horses

Der Musikpreis und vor allem die festliche Preisverleihung wurde von langer Hand von mir vorbereitet und ich habe natürlich bedacht, dass ein beträchtlicher Teil der Preisträgerinnen und Preisträger mittlerweile auf einer anderen Ebene teilhaben wird. Aber auch im Himmel sollte es möglich sein, eine Fest-Tafel zu decken und so habe ich entsprechende Plätze inclusive Catering reservieren lassen. Ich habe mir sagen lassen, dass im Himmel Manna recht beliebt ist. (Nicht zu verwechseln mit den delikaten österreichischen „Manner“-Schnitten aus Waffeln mit Haselnussfüllung). Im Evangelium nach Matthäus, 26 verkündet Jesus: „Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters.“ Demzufolge gibt es da oben „von der Frucht des Weinstocks“. Das kann sowohl Wein als auch Champagner sein. Daher habe ich pro Tisch (für sechs bis sieben Personen) jeweils eine Kiste Dom Perignon, eine Kiste Sancerre und eine Kiste Chateauneuf du Pape geordert, das sollte reichen. Wegen der Tischordnung habe ich mir speziell bei der Kategorie Großer Musikpreis IN SILBER auch noch mal Gedanken gemacht. Ich komme auf sieben Personen, nämlich: Charlie, Chet, Doris, Ella, Frank, Hilde und Leonard. Die Sitzordnung ist im Uhrzeigersinn wie folgt am runden Tisch: Chet, Hilde, Frank, Ella, Charlie, Doris, Leonard. In der Tischmitte ist ein kreisförmiger High End-Monitor, auf dem die Preisverleihung via Zoom von unten nach oben live übertragen wird. So können die Preisträger oben den leider wenigen unten Anwesenden der Silber-Kategorie zuprosten. Da unten nur Ruth (die Witwe von Chet) und Keith und Mick und Ronnie als direkte Preisträger sein können, durften sie je eine Begleitung ihrer Wahl mitbringen. Ich erkenne hier die aktuellen Herzensdamen, als da wären: Patti, Melanie und Sally. Gratulation auch an die Damen zu diesen talentierten Herren und noch viele schöne Jahre hier unten!

28. Oktober 2024

Nun kommen wir zur Verleihung des Großen Musikpreises von Gaganien für die Gewinner in der Kategorie „Künstler mit drei Titeln auf meiner Lieblingsplaylist“. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 IN BRONZE geht an:

ARETHA FRANKLIN mit
– A Natural Woman
– One Step Ahead
– Say a little Prayer

BRIGITTE BARDOT mit
– La Madrague
– Und histoire de plage
– Le soleil de ma vie (mit Sacha Distel)

EAGLES mit
– New Kid in Town
– One Of These Nights
– Seven Bridges (live)

GUSTAVO SANTOLALLA mit
– Amelia Desert Morning
– Breathing Soul
– Morning Pray

Aretha Franklin und Glenn Frey konnten leider nicht zur Preisverleihung kommen (Blick nach oben) Aber dafür begrüße ich umso herzlicher Brigitte Bardot, Don Henley, Joe Walsh und Gustavo Santolalla, die sich einen gemeinsamen Tisch teilen, wie ich von hier sehe. Der Champagner und der Bourbon fließt schon in Strömen. Santé und Cheers! Herzlichen Glückwunsch und Danke fürs Durchhalten. Nicht nur altersmäßig, auch bei dieser doch recht ausgedehnten Preisverleihung. Zum Glück werden zwischendurch Canapés serviert. Wer gerade das Vorurteil gepflegt haben sollte, dass bei den Siegern ja nun wirklich nur absolute Mainstream-Künstler und Household-Names vertreten sind, wird mit Gustavo Santolalla eines Besseren belehrt. Ein Name, der nicht auf Anhieb jedem geläufig sein dürfte. Wikipedia klärt auf: „Im Jahr 2005 wurde der aus Buenos Aires stammende Santolalla vom Time Magazine unter die 25 einflussreichsten Lateinamerikaner in den USA gewählt, während er 2006 und 2007 jeweils den Oscar als bester Filmkomponist gewann.“ Der Oscar 2006 war für den Soundtrack zu „Brokeback Mountain“, der Oscar 2007 für „Babel“. Und aus eben diesem eindrucksvollen Film stammen die drei Titel, denen Santolalla heute Abend den Großen Filmpreis von Gaganien in Bronze verdankt! Der Film war für mich aber nicht nur ein musikalisches Erweckungserlebnis, sondern auch, was Brad Pitt angeht. Den hatte ich bis dahin nämlich gar nicht ernst genommen. Ab Babel wusste ich, dass er nicht nur handsome, sondern auch richtig gut ist. Hat mich vor achtzehn Jahren sehr berührt, seine dosierte, sensible Darstellungskunst.

27. Oktober 2024

Kommen wir nun zum letzten Preisträger in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Lieblingsplaylist“. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 freut sich über einen weiteren großen Preisträger. Ebenfalls dreimal (unter insgesamt 256 Titeln) vertreten:

WILD HORSES

Komponisten:
Keith Richards
Mick Jagger

Die drei Aufnahmen von Wild Horses auf meiner Liste sind:

Rolling Stones (Sticky Fingers)
Bernard Fowler, Tim Ries (live, ZigZag, Privat-Aufnahme)
Bernard Fowler, Tim Ries (live 2022, 2. Set ZigZag Club)

Das war allerdings ein ganz knappes Höschen, da es sich bei zwei der drei Aufnahmen quasi um dieselbe Interpretation, wenn auch zwei verschiedene Aufnahmen handelt. Mir gefallen aber beide so gut, dass ich sie einfach nicht aussortieren mag. Sie sind mir auch eine liebe Erinnerung an den ganz zauberhaften Abend, als die beiden Aufnahmen im ZigZag-Club in Berlin entstanden. Bernard Fowler und Tim Ries sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil bei Studio-Aufnahmen und Tourneen der Rolling Stones. Sie gehören im Grunde zur Band. Tim Ries, der Saxophonist hat aber noch weitere eigene Projekte, nämlich das „Rolling Stones Project“, in dem wiederum auch der überaus virtuose Backing Vocals-Sänger Bernard Fowler singt. Sie präsentieren Stones-Titel in einem neuen, angejazzten Kleid. Mit diesem Projekt waren sie im August 2022, im Jahr der „Stones Sixty“-Jubiläumstour, einen Tag nach dem gefeierten Abschluss-Konzert in der Waldbühne, im kleinen, lauschigen ZigZag-Club in Schöneberg. Ich hatte das Glück, Tickets zu bekommen, was nicht ganz einfach war. Die eine Aufnahme hat Lydia mit ihrem Smartphone mitgeschnitten, die andere ein anderer Gast. Sie spielten zwei Sets, wir waren im ersten, die Aufnahme vom zweiten Set ist auf youtube. Über den schönen Abend habe ich mehrere Einträge verfasst, man kam den Musikern sehr nah, das war toll (inclusive Dankbarkeit zum Ausdruck bringenden Umarmungen und Küsschen!). In dem Eintrag sind auch Fotos.

Man wird kaum jemandem erklären müssen, was „Wild Horses“ für ein Lied ist, es dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Was aber nicht jeder wissen wird (es sei denn, es handelt sich um einen ganz großen Stones-Fan), was hinter dem Text steckt. Der maßgeblichste Teil der Komposition stammt von Keith Richards, einschließlich der Lyrics des Refrains „Wild, wild Horses couldn’t drag me away“. Damit ging er zu Mick, der dann das textliche Füllmaterial, die Verse kreierte. Keith beschreibt es in seinen eigenen Worten folgendermaßen:

„I wrote this song because I was doing good at home with my old lady (Anita), and I wrote it like a love song. Yeah, it has to do with Marlon’s birth, ‚cause I knew we were going to have to go to America and start work again, to get me off my ass, and not really wanting to go away. It was a very delicate moment, the kid’s only two months old, and you’re goin‘ away. Millions of people do it all the time but still …I just had this, ‚Wild horses couldn’t drag me away‘, and I gave it to Mick, and Marianne just ran off with this guy and he changed it all around, but it’s still beautiful. It was one of those magical moments when things come together. It’s like “Satisfaction”. You just dream it, and suddenly it’s all in your hands. Once you’ve got the vision in your mind of wild horses, I mean, what’s the next phrase you’re going to use? It’s got to be couldn’t drag me away.“

Mick hingegen relativiert ein wenig, dass sich seine Verse explizit auf Marianne bezögen:
„Everyone always says it was written about Marianne but I don’t think it was; that was all well over by then. But I was definitely very inside this piece emotionally. This is very personal, evocative, and sad. The vulnerability! Well, that’s what you’ve got to do with these kinds of tunes. You’ve got to emote it, otherwise it’s meaningless. When I wrote those verses I was feeling vulnerable, so you take it up.“

Mir gefällt dieses zart besaitete Meisterwerk über Jahrzehnte ohne Abstriche. Bob Dylan nennt „Wild Horses“ als einen der drei Songs der Stones, die er gerne selbst geschrieben hätte. Auch das ist eine große Qualität von Keith und Mick, dass sie zusätzlich zu ihrer Bühnen-Coolness eine verletzliche Seite zeigen, die in ihre Kunst einfließt. Das sind die ganz großen Künstler, die zarte Gefühle zu teilen verstehen. Damit kriegt man das Publikum. Mich sowieso.

26. Oktober 2024

Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 freut sich über einen weiteren großen Preisträger in der Kategorie der beliebtesten, weil am häufigsten vertretenen Kompositionen auf meiner Lieblingplaylist mit insgesamt zweihundertsechsundfünfzig Titeln. Dreimal dabei, das mir nie langweilig werdende, ganz liebreizende:

STÄNDCHEN

Komponisten:
Franz Schubert (Musik)
Ludwig Rellstab (Text)

Meine drei liebsten Interpretationen vom Ständchen sind von:

Angela Gheorgiu
Philippe Sly & Adam Cicchillitti
Richard Tauber

Franz Peter Schubert komponierte den Liederreigen „Schwanengesang“ zwischen August und Oktober 1828, dazu gehört auch das Ständchen. Es war das Jahr seines Todes, kurz nach der Vollendung starb er am 19. November 1828. Er wurde nur einunddreißig Jahre alt, Typhus und Syphilis rafften ihn dahin. Auf einigen hinterlassenen gemalten Portraits (die Photographie steckte noch in den Kinderschuhen, war noch nicht verbreitet) wirkt er etwas älter. Im weiteren Verlauf der Preisverleihung werde ich in einer anderen Preis-Kategorie noch einmal auf ihn zurückkommen. Das Ständchen wäre so in etwa die Messlatte für ein Lied, das mir ein Verehrer widmen dürfte. Ich wäre beeindruckt und entzückt!

25. Oktober 2024

Großer Musikpreis von Gaganien 2024: nächster Preisträger – hier bei mir wird nicht umständlich nominiert, dann selektiert und aussortiert, sondern direkt prämiert! Und zwar mehrfach. Denn: es kann nicht nur einen Lieblingstitel geben. Das wäre ja ein Armutszeugnis für die Musikwelt. Daher: in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Playlist“ der nächste Siegertitel mit drei großartigen Interpretationen ist:

MOON RIVER

Komponisten:
Henry Mancini (Musik)
Johnny Mercer (Text)

Die grandiosen All Time Favourite Versionen stammen von:

Audrey Hepburn
Henry Mancini (Orchesterfassung)
Frank Sinatra

Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand dem Zauber dieser Komposition entziehen kann. Es ist eines der wenigen Lieder, das ich selbst oft (alleine für mich) gesungen habe. Sogar den Text kann ich auswendig. Gut, er ist nicht so umfangreich, aber bei mir will das etwas heißen. Auswendiglernen ist nicht meine Stärke, was mich leider Gottes so gar nicht für die Schauspielerei qualifiziert – obwohl ich sehr eindrucksvoll über eine Bühne schreiten kann! Das wurde mir zumindest vor 25 Jahren von zwei Fachkräften von der Ernst Busch attestiert. Aber gesprochenen Text AUSWENDIG lernen? Bitte nicht. Da würde ich lieber im Backstage Stullen schmieren.

24. Oktober 2024

Weiter geht es mit dem nächsten preisgekrönten Song vom Großen Musikpreis von Gaganien 2024 in der Kategorie „Beliebteste Kompositionen auf meiner Playlist“. Verdienter Siegertitel mit drei der besten Interpretationen ist:

GIRL FROM THE NORTH COUNTRY

Komponist: Robert Zimmermann aka Bob Dylan (Musik, Text)

Beste Interpretationen:

Rosanne Cash
Rosanne Cash & Band
Eddie Vedder

Die Ur-Version des Urhebers Bob Dylan hat es nicht auf meine Lieblingsplaylist geschafft, das wird sich auch sicher nicht mehr ändern. Ich respektiere Bob Dylan als Songwriter, aber als Gesangsinterpret ist er überhaupt nicht auf meiner musikalischen Wellenlänge. Dagegen hat Rosanne Cash, die Tochter von Johnny, gleich zweimal ins Schwarze getroffen. Ihre Interpretationen des Liedes, live, einmal solo, einmal mit Band, sind mir die liebsten. „Girl From The North Country“ ist auf der legendären Liste mit hundert Songs, die Rosanne nach Meinung ihres Vaters Johnny Cash unbedingt kennen und spielen sollte. So geschehen. Sie veröffentlichte das Album „The List“ mit zwölf der ihr liebsten Lieder von der Liste ihres Vaters. Girl From The North Country ist dabei. Ich kannte den Song ganz lange überhaupt nicht, bis ich ihn in einem Konzert in Berlin in ganz anderer Interpretation hörte, was mich neugierig geworden veranlasste, auf youtube wohl sämtliche dort hochgeladenen Versionen durchzuhören. Ich erkannte das großartige Potenzial der Komposition, brauchte aber eine Weile, bis ich diese mich endlich wirklich überzeugenden Versionen von Rosanne Cash und Eddie Vedder fand. Letztere auch großes Kino.

24. Oktober 2024

Ebenfalls den Großen Musikpreis von Gaganien 2024 für eine der bei mir beliebtesten Kompositionen auf meiner Playlist erhält:

LA CHANSON D’HÉLENE

Komponisten:
Philippe Sarde (Musik)
Jean-Loup Dabadie (Text)

Interpreten:

Romy Schneider & Michel Piccoli
Jasmin Tabatabai
Cora Frost

Das bei Freunden des französischen Chansons und vor allem Romy Schneider-Fans bekannte „La Chanson d’Hélene“ hat keinen eigenen Wikipedia-Eintrag, aber der Film, aus dem es stammt: „Les Choses de la Vie„, in der deutschen Fassung „Die Dinge des Lebens“ aus dem Jahre 1970, Regie Claude Sautet, in den Hauptrollen Romy Schneider und Michel Piccoli. Cineasten kennen das filmische Meisterwirk natürlich. Der Film ist in zwei Teilen online bei dailymotion zu sehen. Dem Chanson haben wir es zu verdanken, dass wir nun auch wissen, dass Romy sehr schön singen konnte. Der große französische Komponist Philippe Sarde weilt noch unter uns und kann den Preis persönlich entgegennehmen, was für eine Sternstunde! Jean-Loup Dabadie, Romy und Michel Piccoli sehen von ganz oben zu. Jasmin Tabatabai, die sich seit einigen Jahren dem Chanson widmet, begrüße ich in der ersten Reihe und gratuliere zu ihrer behutsamen Interpretation. Gleiches gilt für Cora Frost, die das Lied in einer deutschen Fassung im Repertoire hat. Allen herzliche Gratulation!

24. Oktober 2024

Nachdem ich meine Lieblingsplaylist durchforstet, ausgemistet und neu geordnet habe, steht die abschließende Auswertung an! Nachdem mir ins Auge fiel, dass einige Titel mehrfach vertreten sind, ermittelte ich, welche Musikstücke mir derart ans Herz gewachsen sind. Um das zu würdigen, habe ich keine Mühen gescheut und den „Großen Musikpreis von Gaganien“ ins Leben gerufen, der 2024 erstmalig in diesem großen online Festakt hier und jetzt verliehen wird. Die große Preisverleihung beginnt mit der Kategorie “Beliebteste Komposition”. Gewürdigt werden zunächst alle Musikstücke, die mit 3 verschiedenen Aufnahmen in meiner Lieblingsplaylist vertreten sind. Ich präsentiere nun die erste von sechs preisgekrönten Kompositionen. Der Große Musikpreis von Gaganien 2024 für die bei mir beliebtesten Kompositionen geht an:

AUTUMN LEAVES

und die beiden Komponisten:
Joseph Kosma (Musik)
Johnny Mercer (Text)

sowie die Interpretationen von:

Chet Baker & Ruth Young
Eva Cassidy
Paula Cole


In Wikipedia steht die ausführliche Entstehungsgeschichte der Komposition. Die reinste Doktorarbeit. Hier nur ein kurzer Auszug: „Autumn Leaves ist der englische Titel des von Johnny Mercer aus dem Französischen übertragenen Chansons Les Feuilles mortes, das 1945 von Joseph Kosma auf ein bestehendes Gedicht von Jacques Prévert (1900–1977) komponiert wurde. (…) Später wurde es in der englischen Version ein Nummer-eins-Hit und ein Jazzstandard. (…) Im Jahr 1949 übertrug Johnny Mercer den Text des Liedes ins Englische“ usw. usf. Es folgen schier endlose Auflistungen, wer das Lied wann aufgenommen hat und in welchen Filmen es verwendet wurde etc. pp. Ich habe nun ein wenig die Befürchtung, dass hier weitere Anwärter für meine Lieblingsplaylist lauern könnten, finge ich erst an, mir alle Interpretationen durchzuhören. Ich will es für heute bei den bewährten Spitzen-Aufnahmen von Chet Baker & Ruth Young, Eva Cassidy und Paula Cole belassen, sonst wird der Eintrag gar nicht mehr fertig. Ich gratuliere recht herzlich! Ach! Ruth Young und Paula Cole sind persönlich erschienen, um den Preis entgegenzunehmen, das ist schön! Bitte Applaus für die Damen! Die leider aus wichtigem Grund nicht an dieser schönen Preisverleihung teilnehmenden beiden Komponisten Joseph Kosma und Johnny Mercer, ebenso Fr. Eva Cassidy und Hr. Chet Baker, erhalten den Preis per Kurier an ihren finalen Aufenthaltsort.

23. Oktober 2024

Wieder Herbst am Gipsdreieck, vorhin schnell eingefangen, bevor es dunkelte. Dabei meine dreizehn Nachrücker auf der Lieblingsplaylist durchgehört. Es sind bis auf drei neu dazugekommene Titel, überwiegend ältere Songs, die schon mal darauf waren und eine Weile pausieren durften. Willkommen zurück! Schon einmal dabei gewesen und nun zurückgekehrt sind:

Dalaras – Mi Milas
Dean Martin – Sway
Ilse de Lange – Für Dich
Jenny Kittmann & Karl Neukauf – Sag es leise
Julio Iglesias – Un Canto A Galicia
Neil Young – Comes A Time
Neil Young – Lotta Love
Oleta Adams – Get Here
Sophia Loren & Tonis Maroudas – Ti ne afto pou to lene agapi
Thin Lizzy – Dancing in the Moonlight

Neu hingegen, da zum ersten mal mit dabei, sind diese drei Lieder:
Marvin Hamlisch – The Way We Were (Orchesterfassung)
Udo Jürgens – Als ich fortging (neu, post mortem veröffentlicht)
Zach Bryan – I remember everything (jüngst von mir entdeckt).

Das Udo Jürgens-Lied ist wohlgemerkt eine völlig andere Komposition, als der alte DDR-Hit von Karussell. Udo hat zufällig denselben Titel gewählt, seine Kinder Jenny und John haben es im Nachlass seiner unveröffentlichten Demos entdeckt und den versierten Produzenten Curt Cress gewinnen können. Es klingt von vorne bis hinten wie eine große Udo Jürgens-Ballade. Anrührend. Nicht so ganz überzeugt mich hingegen das eigens dafür gedrehte Video in elegantem Schwarzweiß vor Wiener Kulisse. Visuell sehr ansprechend und ästhetisch, wie eine Werbung für Burberry Trenchcoats. Mich stört der betont melancholisch guckende männliche Darsteller. Das ist mir zu plakativ. Besser hätte ich es gefunden, wenn man gar keinen Kopf von ihm gesehen hätte. Meinethalben gerne einen durchs schöne Wien flanierenden Mann ohne Gesicht, so dass man eher an Udo hätte denken können. Damit noch etwas im Unwägbaren bleibt. So ist es mir eindeutig zu dick aufgetragen, schwülstig, parfümiert. Das hat dieses Chanson überhaupt nicht nötig. Ich muss dazu kein zerknautschtes Männergesicht sehen, das mit vielsagendem Dackelblick pathetisch in die Ferne guckt. Aber musikalisch wie das Best of seiner schönsten Balladen. Ein letzter Abschiedsgruß von Udo.

23. Oktober 2024

Hier kommt wieder einmal ein historisches, privates Briefdokument aus dem Nachlass meiner Mama. Ich vermute, es ist einer der ersten Briefe, den Karin 1963 aus Ostberlin erhalten hat. Die Schreiberin war eine Cousine meines Vaters, die sie damals noch nicht persönlich kannte, da es nach dem Mauerbau für die Berliner Angehörigen keine Möglichkeit gab zur Hochzeit nach Westdeutschland zu reisen und die Braut, also meine Mutter, persönlich kennenzulernen. Die Zeilen richten sich daher (noch) nicht direkt an Karin, sondern an die ganze Familie, also meinen Vater und seine Eltern. 1963 war ich noch nicht auf der Welt, aber Mama gerade schwanger mit meinem Bruder. Erst als Anne, die den Brief schrieb, im Pensionsalter war, durfte sie regelmäßig Familienangehörige im Westen besuchen. So ein Visum hatten viele. So hat sich durch die Besuche ein tiefes Vertrauensverhältnis entwickelt, man könnte sagen, Karin und Ihre quasi-Schwieger-Cousine oder wie man das nennen könnte, haben eine richtige Freundschaft entwickelt und sich viel Familiäres mitgeteilt. Die Ostberliner Familie war auch Adressat unserer Westpakete nach Ostberlin. Zu dieser Familie gehörte auch Wolfgang, der damalige Schlagzeuger von Manfred Krugs Combo. Etwas mehr noch zur Korrespondenz zwischen den Familien habe ich gerade in einer Kommentarantwort an Saskia geschrieben, wo es um die von uns beiden sehr geschätzte Musik von Manfred Krug ging, der rekordverdächtig mit sieben Liedern auf meiner Lieblingsplaylist ist.

»Saskia: „Danke für den Abend“ mein absolutes Lieblingslied von Manfred Krug (…) Und dein Onkel hat in der Band gespielt? 🙌

Gaga: Wolfgang „Zicke“ Schneider, der auf allen Platten von Manfred Krug, auch seiner allerletzten, kurz vor seinem Tod aufgenommenen, Schlagzeug gespielt hat, auch Jahre mit ihm tourte, und der heute noch in der Combo vom legendären DDR-Bandleader Günther Fischer spielt, hat in den Siebzigern Annelore geheiratet, die Tochter meiner Ostberliner Tante Anne, die eine Cousine meines Vaters war. Es gab immer innigen Briefwechsel zwischen dem Ostberliner Familienzweig und meinen Eltern. Erst gestern hatte ich drei Briefe aus dem Nachlass meiner Mama in der Hand. Einen von 1963, nach Mauerbau, einen von 1988, vor Mauerfall und einen von Januar 1990, kurz nach Mauerfall. Bewegend. Den von 1963 poste ich mal. Da kommt Wolfgang noch nicht drin vor, nur seine künftige Angetraute, die damals 17-jährige Annelore. Ich hab sie mal kurz vor Mauerfall in Ostberlin besucht, das war sehr nett. Im Bad stand französisches Parfum, das hatte Wolfgang mitgebracht, wenn er im Westen auf Tour war, bei Jazzfestivals, er gehörte zum sog. „Reisekader“.

Für mich war er von Kind an ein vertrauter ferner Onkel, weil so oft von ihm und seinen Aktivitäten mit „Manne“ in der Familie die Rede war (z. B. auch Triviales aber doch Bemerkenswertes wie, dass „Manne“ neuerdings eine Sauna in seinem Haus hatte, die die Band dann auch mal ausprobierte). Dass er anfing im Metropol-Theater zu spielen und auch als es dann nach vielen Jahren, wegen der „Abwicklung“ vorbei war. In den Briefen ist ein sehr vertrauter Ton und auch tw. so familieninterne Details bzw. in den späteren Briefen, als die Zensur vorbei war, so unverblümte Aussagen, dass ich mich gar nicht trauen würde, sie in Gänze zu veröffentlichen 🙂 Die Tante, die so viele Briefe geschrieben hat, Wolfgangs Schwiegermutter ist 2016 in derselben Woche wie Manfred Krug gestorben, hochbetagt. Ich glaube, in meinem Elternhaus finden sich Hunderte Briefe über fünfzig Jahre hinweg von ihr, in der sie en detail mitteilte, was in der Berliner Familie gerade Wichtiges passierte. Hier ist ein schönes Interview mit Wolfgang in der TAZ.«

21. Oktober 2024

Beschäftige mich mit der Aktualisierung der Lieblingsplaylist. Entschieden, die folgenden 13 Titel runterzuschubsen:

  1. Tems – Me & U – nett, aber nicht wirklich interessant genug
  2. Julio Iglesias – Caruso – Ti voglio bene assai – weil doppelt
  3. Brigitte Bardot – La Madrague – weil doppelt
  4. Michael Bublé – Everything – zu mittelmäßig
  5. Franz Schubert; Richard Tauber – Ständchen – weil doppelt
  6. Jesse & The Dandelions – Bluebird – nicht soo interessant, banal
  7. Alicia Keys – Empire State Of Mind – zu oft gehört
  8. Ethelbert Nevin; Artem Belogurov – Water Scenes – zu behäbig
  9. Katey Brooks – I Fought Lovers – zu schwermütig
  10. Keira Knightly – Coming up Roses – zu oft gehört, nun lari-fari
  11. Barbra Streisand – Between Yesterday & Tomorrow – zu traurig
  12. Vonda Shepard – Vincent (starry starry night) – zu zuckrig
  13. Magnetic Fields – No one will ever love you – zu tralala

21. Oktober 2024

Der Rest vom Lieblingsplaylist-Fest:

Bryan Ferry – I’m In The Mood For Love
Nat King Cole – Perfidia
Rosanne Cash – Girl From The North Country (live, Band)
Manfred Krug – Danke für den Abend
Chet Baker – I’ve Never Been In Love Before
Manfred Krug – Wenn’s draußen grün wird
Shawn Mendes & Camila Cabello – Señorita
Julia Neigel – Tief in meiner Seele
Eagles – One Of These Nights

Ich würde schon sagen, das ist eine harte Tür, da reinzukommen. Hut ab vor allen Musik-Künstlern, die es über Jahre, ja Jahrzehnte geschafft haben, ihren Platz zu behaupten. Ich werde noch eine abschließende Auswertung machen, welche Künstler am häufigsten vertreten sind. An denen kann man sich dann ganz praktisch ein gutes Beispiel nehmen, um auch mal auf die Liste in meinem Wohnzimmer zu gelangen. Manch einer hat es schon für kürzere Zeit geschafft, aber war dann doch eine – nun ja – nicht gerade Eintagsfliege – aber halt nicht für die Ewigkeit. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass jemand rausgeflogen ist und dann ein paar Jahre später wieder im Recall war. Das ist eine hochemotionale Angelegenheit mit dieser Playlist. Jetzt habe ich zum Beispiel identifiziert, dass ich derzeit keine übermäßig melancholischen Werke darauf haben möchte, die irgendeine Form von Trauer präsentieren. Elegisch ist passabel, aber nicht abhanden gekommene Hoffnungen dunkelgrau manifestierend.

256/256

20. Oktober 2024

Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil Sieben. Weiter gehts mit dem Besten aus meiner heimischen Musik-Box. Beim Mitzählen komme ich auf 245 von 256 Titel, die ich bisher hier gepostet habe. Werde als Nächstes versuchen, die noch ausstehenden elf Titel gezielt zu identifizieren. Bislang nur zwei Stücke auf der Löschen-Liste. Eventuell gibt es eine Doppelung irgendwo… ob ich unbedingt die zwei Live-Versionen von „Wild Horses“ von Bernard Fowler und Tim Ries der Mitschnitte vom ZigZag-Club in Berlin da drauf haben muss, zweifle ich gerade leicht an. In der folgenden Litanei möchte ich besonders empfehlend auf zwei Lieder des von uns allen geliebten Rio hinweisen, nämlich „Frühlingssturm“ und „Herbst„. Rio Reiser singt und begleitet sich daheim am Klavier, ganz zarte Stücke die beiden, ganz arg geliebt von mir.

Burt Bacharach; Dusty Springfield – The Look Of Love
Doris Day – Close Your Eyes
Franz Schubert – Trio No. 2, Opus 100, Andante con moto
Alicia Keys – Empire State Of Mind
Adikara Fardy – Quando Quando Quando
Michael Patrick Kelly – Memories
Sophie Milman – I Can’t Make You Love Me
Rio Reiser – Frühlingssturm
Herbert Grönemeyer – Mensch
Aretha Franklin – One Step Ahead
Brad Paisley & Carrie Underwood – Remind me
The Common Linnets – Calm After The Storm
Caterina Valente – Sempre Sempre Sempre
Nancy Wilson – Wish You Love
Chet Baker – The Touch Of Your Lips
Manfred Krug – Früh war der Tag erwacht
Etta James – I’d Rather Go Blind
Gordon Lightfood – If You Could Read My Mind
Benjamin Biolay – Dernier souper au château
Rio Reiser – Herbst
Romy Schneider & Michel Piccoli – Chanson d’Hélene
John Cale – Amsterdam
Sarah Vaughan – The Time For Love
Barbra Streisand – What Are You Doing The Rest Of Your Life (Demo)
Nat King Cole – Te quiero dijiste
Elton John – Love Song
Matt Monroe – The Music Played (engl. „Was ich Dir sagen will“)
Benjamin Biolay – La garconnière
Unknown – Ambient
Elvis Presley – I Need Somebody To Lean On
Christina Kateris – Tennessee Whiskey
Harry Belafonte – Try To Remember (live)
Henry Mancini – Moon River
Ella Fitzgerald & Joe Pass – A Foggy Day
Esther & Abi Ofarim – Morning Of My Life
Rue Royale – Set Out To Discover (live)
Herbert Grönemeyer – Fang mich an
Leonard Cohen – A Thousand Kisses Deep
Barbra Streisand – Lover Man
Charles Aznavour – La Mamma
Lou Reed – Perfect Day
Doris Day – Again
John Denver – Annie’s Song
Frank Sinatra – Moon River
Brigitte Bardot & Sacha Distel – Le soleil de ma vie
Ella Fitzgerald – These Foolish Things
Julie London – Cry Me A River
Leonard Cohen – Here It Is
Manfred Krug – Du sagtest leider nur Gut Nacht
Leonard Cohen – Dance Me To The End Of Love
Fleetwood Mac – Planets Of The Universe (Demo)
Eddie Vedder – Girl From The North Country
Adamo – Oui la mer a bercé tant d’amours
Robert Palmer – Johnny And Mary
Bellini; Maria Callas – Ah, non credea miriarti (La Somnambula)
Dominic Miller – Do You Want Me
Chet Baker & Ruth Young – Autumn Leaves
Frank Sinatra – Summerwind
Frank Sinatra – It Was A Very Good Year
Bernard Fowler, Tim Ries – Wild Horses (live, 1. Set ZigZag Club)
Fleetwood Mac – Dreams
F. Schubert, Rellstab; Philippe Sly & Adam Cicchillitti – Ständchen
Brigitte Bardot – La Madrague
Cora Frost – Chanson d’Hélene (live, dt. „Als Du fortgingst v. mir“)
Cäthe – Hallelujah (live, nicht der Cohen-Song)
Nat King Cole – Quizas Quizas Quizas
Henry Wright – Abat-Jour
Blake Shelton & Gwen Stefani – Nobody but you (Studio)

245/256

19. Oktober 2024

Nach ausgiebigem Studium der in lachsfarbenes Leinen gebundenen Menükarte entschied ich mich für die französische Maishähnchenbrust vom Grill mit Grüner-Pfeffer-Sauce und Tagesbeilage, in diesem Fall einem Gemüsepotpourri mit Kartoffeln. Kaum zu glauben, ich musste das Bestellte nicht nachwürzen, es war hervorragend gewürzt, Röstaromen à la bonheur, und hatte zudem eine unerwartete, gewisse, aber nicht übertriebene Schärfe, die ich immer mag. Zu diesem herzhaften Gericht trank ich ein gut eingeschenktes Veltins vom Fass. Meine Tischnachbarn Lydia und Bernward entschieden sich für verschiedene Pasta-Gerichte. Lydia bestellte ebenfalls ein Veltins.

Bernward wählte einen kräftigen Rotwein, Nero d`Avola BIO aus Sizilien. Nachdem ich das zufriedenstellende Gericht verzehrt und Vertrauen in die Küche gefasst hatte, ließ ich mir die Dessertkarte reichen, ebenfalls in lachsfarbenes Leinen gebunden. Ich schwankte zwischen drei Nachtischvarianten, einigte mich dann mit mir auf das Mandel-Krokant-Parfait mit Schokoladensoße und als Begleitung einen erfrischenden Schaumwein. Das Bestellte kam kunstvoll auf einer rechteckigen Porzellanplatte angerichtet, wo es nicht lange verweilte. Fast hätte ich ein Foto gemacht. Das schien mir dann aber deutlich nicht zur Eleganz der gesamten Dramaturgie zu passen. Es sah einfach wirklich sehr schön aus.

Der vorzügliche Schaumwein sollte nicht der letzte bleiben. Nora wählte eines der Desserts, das auch ich in die engere Auswahl gefasst hatte, eine Trilogie mit sehr attraktiv klingenden Köstlichkeiten. Obwohl wir nicht alle gemeinsam an einem Tisch sitzen konnten, gab es immer wieder Austausch mit Nora, die ihren Platz an der langen Tafel neben unserem Tisch hatte. Sie gesellte sich zwischendurch immer mal wieder zu uns und schenkte uns ihre Zeit und Aufmerksamkeit. In jeder Hinsicht ein feiner Abend.

19. Oktober 2024

Wir verständigten uns in der Galerie darauf, dass es nun zu einem italienischen Lokal ganz in der Nähe ginge. Nora hatte die Info, dass im „La Gondola Due“ reserviert war. Italienisch. Daraus generierte Noras Kopf „Pizzeria“. Ich freute mich, dass nun noch ein gemütliches Beisammensein mit Speis und Trank winkte, egal ob unaufgeregte Pizzeria oder gehobene Lokalität. Wir folgten der kleinen ortskundigen Gruppe, die voran spazierte und nach wenigen Minuten Halt vor dem Lokal machte, das mich beim Hinweg geradezu magnetisch gelockt hatte. Schon beim Entrée war klar, dass wir hier nicht in einer rustikalen Pizzeria gelandet waren, sondern in der gehobenen Kategorie eines Restaurants mit italienischer Küche und Ausrichtung „Fine Dining“. Ich hatte den Eindruck, dass sich angesichts des kuscheligen Ambientes niemand unwohl fühlte. Im hintersten Bereich waren mehrere nebeneinander stehende Tische reserviert. Mit Wohlwollen nahm ich die gedrechselten Pfeffermühlen auf den exquisit mit weißer Tischwäsche eingedeckten Tischen zur Kenntnis. Die rot-samtenen weichen Polstersessel, die schmeichelnde Beleuchtung. Den zuvorkommenden Service. Nora amüsierte sich wie ein Kind, wir uns mit. Muss so schön sein, wenn die eigene Ausstellungseröffnung überraschend mit dem Besuch in einem derart schönen, komfortablen Lokal gekrönt wird. Das elegante Restaurant mit Liebe zum Detail findet sich am Mexikoplatz vier.

19. Oktober 2024

Das sind zwei Arbeiten von Claudia Marx, die mir sehr gut gefielen. Die Hängung der Papier-Collagen ist korrespondierend mit den bemalten Leinwänden der virtuosen Nora Sturm. Aber davon kann sich jeder selbst bis zum 16. November 2024 in der Galerie Kairos ein Bild machen. Sie ist in einer der Nebenstraßen um den Mexikoplatz, in der Karl-Hofer-Str. 39 in Berlin Zehlendorf.

19. Oktober 2024

Gestern folgte ich einer Einladung, die mich zum Mexikoplatz führte. Der ist in Zehlendorf, in der Nähe meiner ersten Unterkunft in Berlin. Am zweiten April Neunzehnhundertsechsundachtzig fand ich einen ersten Unterschlupf bei einer befreundeten Kunststudentin in der Argentinischen Allee, die vorher wie ich in Nürnberg gewohnt hatte und deren Familie aus Berlin stammte. Sie hieß Jacqueline. Der S-Bahnhof am Mexikoplatz, wo ich gestern ausgestiegen bin, hieß damals „Lindenthaler Allee“. In Wikipedia lese ich überrascht, dass der bildschöne Jugendstil-S-Bahnhof, vielleicht der schönste in Berlin, im Laufe der Geschichte noch weitere Namen hatte: „(…) am 1. November 1904 unter dem Namen Zehlendorf-Beerenstraße eröffnet. Sieben Jahre später, am 15. Dezember 1911, folgte die erste Umbenennung in Zehlendorf-West. (…) Ende der 1950er Jahre erfolgte die zweite Umbenennung. Ab dem 28. September 1958 hieß der Bahnhof Lindenthaler Allee. (…) am 7. März 1987, erfolgte die dritte, noch heute gültige Umbenennung in S-Bahnhof Mexikoplatz.“ Lange war ich nicht mehr dort, so freute ich mich, eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung in dieser lauschigen Ecke von Berlin zu haben. Es sieht dort ein bißchen aus wie eine Theaterkulisse in einem Boulevard-Stück von einem Platz der Jahrhundertwende.

Der vorletzten Jahrhundertwende, wohlgemerkt. Als ich aus dem Bahnhofsgebäude kam, war es längst dunkel, das lockende warme Licht von den Fenstern eines großen italienischen Restaurants schien heimelig in die milde Nacht, ich hatte sofort Lust, hineinzugehen, aber ich wurde ja in der Galerie erwartet. Auf den (wieder einmal) letzten Drücker war ich losgegangen. Wobei ich es aber schon auch gerne so halte, eher gegen Ende bei einer Eröffnung einzutrudeln, die Bilder sind schnell betrachet, dann kann gerne der gemütliche Teil in einem Lokal kommen. Die Galerie heißt „Kairos“ und wird vom „Kunstverein Schlachtensee“ betrieben. Es gab Malerei von Nora Sturm, einer Freundin von Lydia und mir, und Collagen von Claudia Marx zu sehen. In der Einladung wurde auch Musik angekündigt: „Till Batzdorf, Gitarre, Gesang“. Das habe ich etwas spät gelesen, sonst hätte ich vielleicht doch nicht so herumgetrödelt und daheim noch in Ruhe den sechsten Eintrag über meine Lieblingsplaylist gebloggt. Als ich kurz nach Neun kam, war Lydia schon ein Weilchen da, auch Bernward Reul und noch weitere Gäste. Ich sagte zu allen Hallo.

Natürlich auch zu Nora. Dann kam ich ganz kurz mit dem Musiker Till ins Gespräch, ich wusste gar nicht, dass er es ist, aber er sah am ehesten aus wie ein Musiker. Das habe ich im Gefühl, die Gitarre hatte er schon weggepackt, blöd, hätte ich gerne gehört.

Ein sehr sympathischer junger Mann mit einem offenen Blick. Nicht auf den Fotos hier, denn das ist der Fotograf Bernward Reul. Es war nun auch bei den anderen deutliche Aufbruchstimmung und es wurde verabredet sowie mitgeteilt, in welches Lokal es jetzt ginge.

18. Oktober 2024

Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil VI. Das Foto mit dem alten Tonbandgerät habe ich auch im Deutschen Historischen Museum Unter den Linden gemacht. Mein Vater hatte genau so eines. Bestimmt steht es noch in seinem Musikkeller im Elternhaus. Er war die Generation Tonband und hat es auch noch benutzt, als es schon Kassettenrekorder gab. Mein Bruder und ich waren Generation Kassettenrekorder. Wenn ich das Tonbandgerät so betrachte, ist es auf jeden Fall hübscher und hochwertiger gebaut, als jeder Kassettenrekorder, den wir je hatten. Gar kein Vergleich. Wie schön waren alle Unterhaltungsgeräte der Fünfziger Jahre. Elegante Gehäuse, oft aus edlem Holz, weiche, Silhouetten. Da werde ich etwas nostalgisch, obwohl ich sonst ganz bestimmt kein nostalgisch veranlagter Typ à la „früher war doch alles besser“ bin.

Nick Cave – Jesus of the Moon
Magnetic Fields – No one will ever love you
Yusuf (Cat Stevens) – Heaven
Patti Smith – Dream of LIfe
Lou Reed – Coney Island Baby
Nat King Cole – I Love You for Sentimental Reasons
Gustavo Santolalla – Breathing Soul
Neil Young – Tell Me Why
Sophie Milman – Where do you start?
MWNN feat. Duke Meyer – Ich fühl mich gut
Eagles – New Kid in Town
Dooley Wilson – As Time Goes By (Casablanca)
Brigitte Bardot – Und histoire de plage
Bee Gees – How Deep is Your Love?
Ethelbert Nevin; Artem Belogurov – Water Scenes Op.13, II.Ophelia
Burt Bacharach; Herp Albert – This Guy’s in Love With You
The Doors – Riders On The Storm
Hildegard Knef – Nichts haut mich um, aber Du
Al Green – How can you mend a broken heart?
Katey Brooks – I Fought Lovers
Astrud Gilberto & Stan Getz – The Girl From Ipanema
Ronan Keating – Life is A Rollercoaster (live)
Cassandra Wilson – Harvest Moon (N. Young)
Cassandra Wilson – Until

177/256

18. Oktober 2024

Oh. Das Fenster von außen in der Abendsonne. Es ist nicht gelb. Und der Boden. Ganz weiches Blech. Aluminium? Ich könnte eine Beule hineinmachen. Nein. Nur schnell ein paar Bilder mitnehmen.

Nur Handwerker haben diesen Bereich bisher betreten. Und ich. Aber bitte nicht verraten. Es war ja nur noch heute. Dann nicht mehr. Außer vielleicht mal, wenn der Himmel wieder tiefblau ist.

17. Oktober 2024

Heute bin ich aus dem Fenster im siebten Stock gekrabbelt. Das hatte ich schon eine Weile vor, seit ich einmal draußen war, weil ich neugierig zwei Handwerker besuchte, die eine Fensterscheibe austauschten. Vorher sind immer wieder andere Handwerker durch das Fenster aufs Dach, sie haben Solar-Paneele installiert. Also musste es ja auch mir möglich sein, da mal rauszugehen und zu gucken! Und heute hatte ich auch den Fotoapparat dabei, ideal! Habe auf dem Dach mehr Fotos gemacht. Der Boden war leicht nachgiebig, eine Haut aus Aluminium. Daher nicht so gut als Dachterrasse geeignet. Bin bestimmt schwerer als ein Solarpanel.

17. Oktober 2024

Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil V. Wieder um 6.00 Uhr aufgestanden, wegen angekündigtem Austausch der Messgeräte, Wasserzähler. Für mein Gefühl hat sich durch die Fernablesetechnik das Aufkommen der Termine, die man von der Hausverwaltung bekommt, in keinster Weise reduziert. Ständig muss irgendeines der Ablesegeräte mit einem neu geeichten getauscht werden, dass das (gefühlt) genauso oft zu sein scheint, wie früher abgelesen wurde, liegt daran, dass nicht alle Geräte denselben Austauschrhythmus haben. Mich also empfangsbereit gemacht, Kaffee gekocht, dabei wieder die mir präsentierten Musiktitel notiert. Keine Musik mehr, während ich das tippe, sowieso immer, wenn ich schreibe, sonst werden meine Gedanken übertönt. Keinerlei Geräusche hören zu müssen, ist auch oft sehr angenehm. Bin in der Hinsicht auch empfindlich. Wenn jemand an dem Drucker, der ca. zwanzig Meter von meinem Schreibtisch entfernt in einem anderen Raum ist, einen größeren Druckauftrag anwirft, muss ich meine Tür zumachen. Aber jetzt wieder zur Musik von heute Morgen. Die Service-Mitarbeiter waren inzwischen da und haben leider Gottes nur eines von fünf Ablesegeräten getauscht. Weil die anderen einen anderen Eich-Rhythmus haben. Jedes einen individuellen. Genug davon. Folgende Perlen wurden vorhin von meinem Gerät in der notierten Reihenfolge gespielt:

Offenbach; Netrebko, Garanča – Barcarolle (Hofmanns Erz.)
Don Potter – Children of Sanchez
Franz Schubert; Hüseyin Sermet – Fantasie in F moll, Opus 103
Silbermond – Genau so
B. Bacharach; Jackie Deshannon – What the World needs now
Elvis Presley – Can’t Help Falling in Love With You
Franz Schubert, Ludwig Rellstab; Richard Tauber – Ständchen
Françoise Hardy – Tous les garçons et les filles
Doris Day – Falling in Love Again
Campino & Birgit Minichmayr – Auflösen
Lou Reed – Modern Dance
Tems – Me & U
Glen Campbell – Witchita Lineman
Jack Johnson – I Shall be Released
Charles Trenet – La Mèr
Lady Gaga & Bradley Cooper – Shallow
Hildegard Knef – Für mich soll’s…
Blossom Dearie – Someone To Watch Over Me
Glen Campbell – Yesterday, When I Was Young
Glen Campbell – Gentle On My Mind
Lou Reed – Berlin
Selig – Neuanfang
Diana Krall – I’ve Grown Accustomed To His Face
Pink Floyd – Wish You Were Here
Cousteau – The Last Good Day Of The Year
Leonard Cohen – Famous Blue Raincoat
Richard Tauber – Schäferlied
Manfred Krug – Komm und spiel mit mir
Gilbert O’Sullivan – Clair
Glen Campbell – Rhinestone Cowboy
Sammy Davis Jr. – The Party’s Over
Chet Baker – My Funny Valentine
Burt Bacharach; Carpenters – Close To You
Hildegard Knef – This Girl’s In Love With You
Michael Bublé – Everything
Everly Brothers – All I Have To Do Is Dream

Besonders empfehlend hinweisen möchte ich meine Leser/innen auf die nicht zur musikalischen Allgemeinbildung gehörenden Stücke „Auflösen“ von Campino und Birgit Minichmayr (mit den anderen Werken von Campinos Band kann ich Nullkommanichts anfangen) und „Neuanfang“ von Selig. Eine Nummer in der Liste hat glaube ich ein nicht so langes Verbleiben, die jüngst hinzugekommene aus der Ecke Afro-Pop, die da heißt „Me & U“ von einer Sängerin namens Tems. Das Stück hat mich total gecatcht, als ich es sehr basslastig beim Runtergehen zur U-Bahn aus einem Späti hörte, daraufhin recherchiert. Habe ich aber glaube ich bald wieder über. Was mich selbst sehr wundert, wie es ein Lied von Michael Bublé in meine heiligen vier Wände schaffen konnte. Mit seinen Werken kann ich genauso wenig anfangen wie mit dem Zeug der Toten Hosen, aber seinen Song „Everything“ muss ich mal in einem bestimmten Moment als angenehm empfunden haben, war vermutlich Hintergrundmusik bei einem Film. Denn aus freien Stücken hätte ich von ihm nichts angehört. Alles von ihm, wo ich reingehört habe, ist mir zu glatt und zu süßlich, kitschig irgendwie. Ich habe zwar eine offensichtlich sehr mainstreamige Auswahl in meiner Lieblingsplaylist, aber auch beim Mainstream habe ich knallharte Anforderungen. Im Übrigen sind auf meiner alten Festplattenanlage auch noch ca. 4000 – 5000 andere Songs gespeichert, da ist auch einiges Sperrige darunter.

153/256

16. Oktober 2024

Lieblingsplaylist, Teil vier. Nach dem Heimkommen ein wenig Musik gehört. Später Filme geguckt, jetzt noch ein bißchen meine liebsten Youtuber. Bei den nachfolgenden Liedern habe ich zu keinem Anekdoten oder besondere Geschichten in petto. Außer, dass ich speziell auf die Aufnahme hinweisen möchte, wo Vivi Bach „Der Boy von Ipanema“ singt. Entzückend, werde ich nie von der Liste schubsen. Ich war immer Riesenfan von Vivi Bach, schon als kleines Kind. Immer hat sie so liebreizend gelächelt, wie echt! Außerdem ist noch das Lied interessant, das Maria Schuster mit der Gruppe „Schön Blond“ singt, es heißt „Alles“ und wurde von Jan-Christof Scheibe komponiert und getextet. Gefällt mir sehr. Leider nicht online zu finden. Müsste man die alte Platte aus den Neunziger Jahren dafür kaufen. Hab ich gemacht, vor Jahren.

Schubert, Rellstab; Angela Gheorgiu – Ständchen
Melody Gardot – Love me Like a River Does (live)
Roxy Music – Don’t Stop The Dance
Rolling Stones – Wild Horses (Studio)
Al Bowlly – Close your Eyes (1933)
Rudy Bennett – How can We Hang on to a Dream?
Vivi Bach – Der Boy von Ipanema
Françoise Hardy – Comment te dire Adieu
Rolling Stones – Play with Fire
Benjamin Biolay – Rose Kennedy
Bing Crosby – I Surrender Dear
Schön Blond feat. Maria Schuster – Alles
Beatles – And I Love Her
Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Folle de toi
Epidemic Sounds – Piano
Glen Campbell – If You Go Away
Frank Sinatra – I’ve Got You Under My Skin
Paul Anka – Put Your Head on My Shoulder

16. Oktober 2024

Lieblingsplaylist, dritter Teil. Heute früh von meinem Abspielgerät präsentiert, Einmal dachte ich fast, bei „Autumn Leaves“, das sei schon die erste Wiederholung, aber gestern gabs den Song von Eva Cassidy, heute von Paula Cole. Eine echte Wiederholung war aber heute Julio Iglesias mit seinem Caruso-Lied. Das kam gestern und hatte mich nicht mehr so gefesselt. Als es heute kam, dachte ich schon, es sei ein anderes Lied von ihm, weils mir heute so ausgesprochen gut gefiel. Ist also nicht auf der Abschussliste. Aber auch nicht hier nochmal aufgeschrieben. Es kommt auch sehr auf die eigene Tages- oder Abendform an, wie sehr man ein Lied mag. Mein neuer Liebling Blake Shelton ist wieder mit von der Partie, mit „My Eyes“, abermals im Duett mit einer Frau, die zufällig auch noch Gwen heißt. Aber nicht seine Gwen Stefani, eine Gwen Sebastian. Ob er mit der auch was hatte, weiß ich nicht. Aber dass er mit dieser Stimme von vielen Damen begehrt wird, ist kein Geheimnis. Und dazu diese zuverlässige Ausstrahlung. Schon sehr anziehend.

Dalida & Alain Delon – Paroles, Paroles
Dionne Warwick – Theme from Valley of The Dolls
Melody Gardot – Love me like a River does (Studio)
Velvet Underground & Nico – Femme Fatale
Blake Shelton & Gwen Sebastian – My Eyes
Barbra Streisand – Between Yesterday and Tomorrow
Paula Cole – Autumn Leaves
Beatles – In my Life
Billie Eilish – Idontwannabeyouanymore
Joanne Shenandoah – Prophecy Song
Udo Jürgens – Un air sur mon piano (was ich Dir sagen will) (live, Frankreich 1968)
Quicksilver Messenger Service – Gone again
Dalida – Am Tag als der Regen kam
Simply Red – Holding Back The Years
Lady Antebellum – Need You Now
Etta James – At Last
Gustavo Santolalla – Amelia Desert Morning
Louis Armstrong & Ella Fitzgerald – Stars Fell on Alabama
Dinah Washington – What a Difference a Day Makes

[ Foto: vom September 2021, Deko Filmpremiere „Galileo“ Monbijou Theater Berlin ]

15. Oktober 2024

Es wird musikalisch! Ich teile, was mir meine Lieblingsplaylist heute zwischen 6.00 – 9.15 Uhr per Zufallsmodus vorgespielt hat. Diese Playlist ist auf meiner schon etwas betagten Festplattenanlage aus dem Hause Denon und hat die Eigentümlichkeit, dass ich maximal 256 Songs darauf packen kann, was dazu führt, dass ich diese Liste über Jahre immer wieder update und ausmisten muss, wenn was Neues dazu soll. Aber eine Reihe Songs schafft es jedes mal wieder in den Recall. Das sind die 52, die ich heute früh gehört habe, die mir den Morgen verschönt haben, bis ich das Haus verließ. Unterwegs höre ich keine Musik mehr, habe ich früher gemacht. Selten stehe ich freiwillig schon um 6.00 Uhr auf, aber heute bin ich so früh erwacht, da gestern rechtschaffen müde sehr früh zu Bett. Es ist schon sehr viel alte Musik, die mir da ans Herz gewachsen ist. Und selbst die Neuzugänge hören sich an, als wären sie alte Klassiker. Neu sind nämlich beim letzten Update drei Lieder dazugekommen, die Blake Shelton mit seiner Liebsten Gwen Stefani aufgenommen hat. Ich liebe die Songs von den Beiden total, meine neueste Entdeckung. Bin schon auch ein bißchen Country Girl. Vielleicht ist in der Liste von heute früh das eine oder andere Lied, das Euch nichts sagt, könnt ihr mal googeln und vielleicht gefällt es Euch ja. Die meisten Songs kennt aber wahrscheinlich jeder. Vielleicht mache ich das heute Abend auch noch mal oder morgen früh. Vorhin habe ich beim Hören und nebenher aufschreiben schon ein Lied entdeckt, das auf die Abschussliste kommt, für’s nächste Update. Vonda Shepard muss mit ihrem etwas weinerlichen „Vincent“ (aka Starry Starry Night) dran glauben. Sorry, Vonda, warst ja ne ganze Weile auf der Playlist, hast Deine Bühne gehabt, nix für ungut! Die hier nicht aufgeführten, anderen 204 Songs sind auch sehr, sehr toll. Das Ergebnis meiner neunundfünfzigjährigen Expertise in Sachen Musikhören! Mich täte interessieren, welche Titel Euch davon unbekannt sind. Ich könnte mir z. B. vorstellen, dass kaum jemand weiß, dass die Schauspielerin Keira Knightly dieses hübsche Lied „Coming up Roses“ aufgenommen hat. War wohl für einen Film. Ich rippe auch mal gerne von youtube, so auch geschehen mit der Live-Performance 2024 von Joni Mitchell & Friends von Elton Johns Song „I’m Still Standin“. Auch als Video ganz großes Kino.

Bruce Springsteen – I’m on Fire
Bernard Fowler, Tim Ries – Wild Horses (live ZigZag Club)
Nat King Cole – No me platiques
João Gilberto – ho ba la la
Keira Knightly – Coming up Roses
Los Lobos – Sabor a mi
Neil Young – What did you do to my life?
Eric Clapton – Layla (live MTV unplugged)
Doris Day – Daydreamin’
Burt Bacharach, B.J. Thomas – Raindrops keep fallin on my head
Ed Sheeran – Shape of You
Vonda Shepard – Vincent (starry starry night)
Rolling Stones – Gimme Shelter
Rolling Stones – Paint it Black
Blake Shelton & Gwen Stefani – Happy Anywhere (live acoustic)
Nancy Sinatra & Lee Hazlewood – Summerwine
Jesse & The Dandelions – Bluebird
Rod Stewart – Windy Town
Audrey Hepburn – Moonriver
Neil Young – Hey Babe
Them – It’s all over now
Rosanne Cash – Girl from the North Country
Sade – Sweetest Taboo
Blake Shelton & Gwen Stefani – Happy Anywhere (Studio)
Glen Campbell – By the Time I get to Phoenix
Nicole Croisille & Pierre Barouh – Un Homme et une Femme
Julio Iglesias – Caruso – Ti voglio bene assai
Dick Haymes & Al Lerner – Any Time at all
Gustavo Santolalla – Morning Pray
Eagles – Seven Bridges (live)
Billie Holiday – How Deep ist the Ocean?
Tom Waits – Blue Valentines
Caterina Valente – Les Moulins de mon Cœur (live)
Tom Waits – Kentucky Avenue
Lou Reed – Love makes you feel (…ten foot tall)
Bill Withers – Ain’t no Sunshine
Gregor Meyle – Sunday Lover (Guano Apes Cover, ‘Sing m. Song’)
Cosmic/Georg/Poetryclub – Schwesterbraut
Marty Robbins – Love is Blue
Nat King Cole – suas maos
Nat King Cole – True Love is a Many Splendored Thing
Manfred Krug – Morgen
Chris Norman & Suzi Quatro – Stumblin in
Blake Shelton & Gwen Stefani – Nobody but you (live acoustic)
David Crosby – Rusty & Blue (live)
Aretha Franklin – Say a little Prayer
Ace – How long has this been going on?
Julie London – Fly me to the Moon
Joni Mitchell & Friends Brandi Carlile, Annie Lennox – I’m Still Standin’ (live 2024, Elton John Tribute Concert)
Aretha Franklin – Natural Woman
Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Les lendemains qui chantent
Danny Dziuk & Antoine Villoutreix – Tempelhofer Feld

[ Fotos: Villa Ernst Fuchs, „Großer Salon“, Wien-Hütteldorf 2014 ]

15. Oktober 2024

Abendstunde, Fortsetzung Lieblingsplaylist im Zufallsmodus, Teil II.

Delibes; Netrebko, Garanča – Duo des Fleurs (Lakmé)
Händel; Elin Manahan Thomas – Eternal Source of Light
CPR; David Crosby – Rusty and Blue (Studio)
Benjamin Biolay & Chiara Mastroianni – Holland Spring
Michael Jary; Rudi Schuricke – Komm zurück (j’attendrai), 1939
Chris & Morgane Stapleton – Tennessee Whiskey (live)
Julio Iglesias & Dalida – La Vie en Rose (live)
George Benson – Ode to a Kudu
Manfred Krug & Uschi Brüning – Auserwählt
Deva Premal Miten – Gayatri Mantra
Hoagy Carmichael – Stardust, 1927
Lüül & Band – Solarboot Song
Luiz Bonfa; Elizete Cardoso – Manhã de Carnaval (Orfeu Negro)
André Heller – Lied an eine Schauspielerin
Red Hot Chili Peppers – Hey
Neil Young – Cowgirl in The Sand
Fink – Perfect Darkness
Grace Jones – Breakdown
Jasmin Tabatabai – La Chanson d’Hélène
Eva Cassidy – Autumn Leaves
Ella Fitzgerald – I Love Paris
Kelly Clarkson – I Can’t Make You Love Me
The Jayhawks – Two Hearts
MWNN, feat. Duke Meyer – Es kann auch Liebe sein, 1983
Lou Reed – Ride Into The Sun
Lotte & Max Giesinger – Auf das, was da noch kommt
Hildegard Knef – In der Stille der Nacht

Und damit gute Nacht.

[ Foto vom Februar 2019 vor einem Schaukasten im Deutschen Historischen Museum, DHM, Abt. 1946 – 1994, Zeughaus Berlin ]

14. Oktober 2024

Zu später Stunde heimgekommen. Zwischen dem Konzert im Speakeazy und diesen beiden Aufnahmen lag noch ein Intermezzo in der ältesten Kneipe am Chamissoplatz, dem „Heidelberger Krug“. Dort ließ ich meine Kamera eingepackt. Wir fanden zu fünft einen runden Tisch im hinteren Bereich. Dass wir so weit von Schöneberg entfernt ein Lokal aufsuchten, war dem Hinweis zuzuschreiben, dass man sich anschließend dort träfe, weil man das immer so halte. Eine nette Raucherkneipe, die zu später Stunde sogar noch zwei Buletten und ein paar Wiener Würstchen im Angebot hatte. Die Musikertruppe ließ auf sich warten. Wir hatten schon alles verzehrt, dann kamen sie und setzten sich an einen weit von unserem entfernten Tisch. Ich hätte spontan die uns nächsten beiden freien Tische zu unserem geschoben, damit das alles einen Sinn und irgendein Gemeinschaftsgefühl ergibt, aber habe es bei dem dreimal vorgebrachten Vorschlag, der nicht erhört wurde, belassen. Wenn ich nicht so eingeklemmt an der Wand zwischen Saskia und Fabian gewesen wäre, hätte ich einfach kurzerhand die Tische gerückt, eine Sache von dreißig Sekunden. Manche sind halt nicht so zupackend. Ich wollte auch nicht chefmäßig übergriffig werden, aber gelungen fand ich das nicht, dass sich das Wiedersehen von ca. zwölf, gut miteinander bekannten Personen so räumlich auseinanderdividiert. Wir hatten dennoch unser Vergnügen, aber es hatte sehr wenig mit einem gemeinsamen Umtrunk in großer Runde zu tun. Erst als es gegen ca. zwei an den Aufbruch ging, zumindest an unserem Tisch, ergab sich beim zwangsläufigen Vorbeigehen an dem anderen Tisch auf der anderen Seite des Raumes beim „nur eben mal Tschüs sagen“ noch der eine oder andere kurze Palaver. Aber so eine Minute Geplänkel zwischen Tür und Angel ist auch nicht so das Wahre, hatte ich keine Lust darauf, bettschwer wie ich dann schon war. War aber dennoch insgesamt ein gelungener Abend. Saskia hat an unserem Fünfer-Tisch mit Jenny und Fabian und Gerhard so lustig erzählt, dafür hätte sie Eintritt verlangen können. Danny Dziuk und André Herzberg hatten sich auch noch zwei Stühle zu unserem Tisch gezogen, und führten ihr im Speakeazy begonnenes, sehr intensives Gespräch fort. Ich dachte bei den beiden immer wieder an Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Was eindeutig als Kompliment zu verstehen ist. Dies war also meine – wie immer – höchst subjektive Berichterstattung zum Abend, in skandinavischer Offenheit, wie mir unlängst attestiert wurde. Fand ich amüsant. Ich denke, dass ich mit einer sich anbahnenden Migräne-Attacke kämpfte, hat niemand gemerkt, hab mich gut zusammengerissen und Saskia zuliebe sogar eine geraucht, obwohl ich gar keinen Appetit auf eine Zigarette hatte. Ich staune selbst, wie munter ich auf den Bildern gucke. Es gab ja doch viele schöne Begegnungen.

14. Oktober 2024

Immer wieder Wiedersehensfreude an diesem Abend im Speakeazy. Während der Release-Show von Karl saß die wunderbare Melli vor mir. Eine virtuose Rock-Gitarristin mit mehr als einem Bandprojekt, auf dem Foto mit dem Grüppchen rechts. Sie erzählte mir amüsiert, dass sie meine Einträge über meine Reise zur griechischen Insel Spetsai verfolgt hat, was mich total freute. Sie verstand sofort, dass man nach so vielen Jahren auch mal ein bißchen mehr erzählen kann, gerade wenn es um amouröse Verwicklungen geht. Außerdem auf diesen Bildern Jenny und Saskia und Gerhard, alle der Schauspiel- Gesangs- und/oder Songwriter-Zunft zugehörig. Wir waren locker verabredet, uns alle bei Karls Release-Konzert einzufinden. Aber auch Saskia hatte einige der freundschaftlich verbundenen Musikerinnen und Musiker lange nicht gesehen, teilweise seit 2019 nicht mehr, wie Heike Becker, Karls Bassistin. Bei mir wars oft noch länger. Aber kaum eine der Musikerinnen schien gealtert. Teilweise sahen sie besser aus als je zuvor. Ich glaube, ich nehme da ganz stark die facettenreichere und deshalb noch schönere Ausstrahlung wahr.

14. Oktober 2024

Unterm Baldachin der Bar stecken die Songwriter-Urgesteine Danny Dziuk und André Herzberg die Köpfe zusammen. Beide langjährige musikalische Weggefährten von Karl Neukauf. Man hat zusammen Songs geschrieben, produziert und geht gemeinsam auf Tourneen. Danny raucht Eine. Das ist zwar eigentlich eine Nichtraucher-Bar, aber zur Feier des Tages kann man schon mal ein, zwei kleine Ausnahmen gestatten und das Fenster ein bißchen aufmachen. Unter Musikern gibt es noch recht viele Raucher, stelle ich fest, mehr als in anderen Berufsgruppen, scheint mir. Der akkurat rund geföhnte Rockabilly-Pony dieses weiblichen Gasts faszinierte mich total. Immer, wenn ich sie sah.

13. Oktober 2024

Drei Reihen vor mir sah ich Saskia mit ihrem Begleiter. Sie hatte mich darauf gebracht, mir das Konzert anzusehen, nachdem sie erwähnte, dass sie in das Album Karleidoskop reinhören konnte. Es kommt am 1.11. in den Handel. Das Konzert begann mit „Paternoster“ einem Song eines früheren Albums, das ich gut kenne. „Papperlapapp„. Ich folgte Karls Erklärungen, worum es in dem von Danny Dziuk erdachten Text geht und verstand kein Wort, obwohl er deutsch sprach. Das ist doch ein Liebeslied, so hab ich es immer gehört, wo, an welcher Stelle soll da ein Mord oder die Gräueltat stattfinden, das Geschehen, das die Bezeichnung „Mörderballade“ rechtfertigt? Die Melodie war leicht abgewandelt. Vielleicht dachte ich zu lange über all das und meine Verwirrung nach. Es kamen weitere Songs, die ich zum Teil von früher kannte, oder online mal gehört hatte, aber ich konnte bis auf drei Songs nicht entziffern, welche noch zu den der neuen Platte gehörten. Was mir ausgezeichnet, ja am besten gefiel, war das ukrainische Volkslied, dem er stellenweise deutsche Verse gegeben hatte. Sehr starke Instrumentierung, klasse Arrangement, auch mit den Frauenstimmen. Live waren es die von Perkussionistin Ilka Posin und Franziska Günther, die neben Tobias Hillig auch äußerst kraftvoll perkussiv ihre akustische Gitarre spielte. Heike Becker sorgte am Bass für ein starkes Fundament. Arrangements wie diese sind die absolute Stärke von Karl. Außerdem bekam ich einen regelrechten Ohrwurm von einem anderen Song mit eindeutiger Zuordnung neues Album, namens „Geist von Helsinki“. Den kann man jetzt schon hören, hier.

13. Oktober 2024

Gestern war ich in einer mir neuen Berliner Location, dem „Speakeazy“ in Schöneberg. Flott kommt man mit der S-Bahn hin, in meinem Fall von der S-Bahn-Halte Oranienburger Str. bis Yorckstraße, von da ist es ein Fußweg von zwei Minuten, sofern man den richtigen Ausgang erwischt hat. Meine Erwartung war anhand des Bildmaterials der Location eine völlig andere. Auf der Seite vom Speakeazy wirkt der Bühnenraum wie ein steriler Schuhkarton. So können Abbildungen verfremden. Es ist eher wie ein kleines Theater mit Platz für ca. hundert Gäste und die Beleuchtung war ausgesprochen intim. Es gefiel mir viel besser als auf den Fotos. Kurz vor der Eingangstür stieß ich auf Jenny und Fabian und wir gingen zu dritt hinein, zum zweiten Hinterhof. Im Obergeschoss saß jemand am Fenster und rauchte, an der Silhouette mit der Schiebermütze erkannte Jenny sogleich, dass es sich um Karl Neukauf handelt, den sie recht gut kennt, da er ihre erste Schallplatte mitproduziert hat. Sie rief nach oben, es gab ein Hallo, ich sagte: „Ich bin die Tochter!“ (um auch was zu sagen). Der im Fenster rauchende Musiker wurde nun von uns unten auf der Bühne erwartet, da er seine neue Schallplatte „Karleidoskop“ präsentierte, und zwar in Begleitung einer Band. Wir fanden noch drei Plätze, direkt vorm Mischpult, es war richtig voll. Zur Location gehört eine kleine Bar, wo ich schnell noch Getränke holte, dann konnte es losgehen. Ich war ganz gespannt, da ich Karl mit seinen Chansons seit mehr als sieben Jahren nicht mehr live gehört hatte.

12. Oktober 2024

Mehr Beifang. Der rasende Kultur-Reporter Martin Lejeune bei der Arbeit. Hier fängt er den Kunstflaneur Klaus-Peter Metzke im Gespräch mit Fotograf Jan Sobottka sowie meiner Wenigkeit vor der Kommunalen Galerie Berlin mit seiner laufenden Kamera ein.

12. Oktober 2024

Beifang vom 22. September. Unterer Ausstellungsbereich der Kommunalen Galerie, Tür mit schöner Grafik „Atelier“ und der DJ und die DJane, die zur Eröffnung der Siebziger-Jahre-Ausstellung alte Vinylplatten aus der Zeit auflegten. U. a. K-TEL-Compilations, Langspielplatten mit den größten Hits der Ära. Dafür wurde auch immer im Fernsehen Reklame gemacht. Für uns Halbwüchsige war es sehr attraktiv, K-TEL-Sampler zu besitzen, es waren alle Top Forty-Hits eines Jahres darauf vertreten. Mir war ein bißchen nach Tanzen, den anderen Ausstellungsbesuchern nicht. Es wurde von einigen sogar als störend laut und unnötig befunden, dass Musik da unten aufgelegt wurde, gleich im Eingangsbereich, beim Getränketresen. Die Hauptausstellung war oben, da kriegte man das gar nicht so mit. Mich hats nicht gestört, bin dafür empfänglich.

12. Oktober 2024

Letzte dunkle Bilder der geselligen Zusammenkunft am dritten Oktober im Terzo Mono. Zuerst wurde gelesen, nämlich „Fug und Unfug – sofort, unverzüglich.” Auf der Bühne Hermann Treusch, Regisseur und ehemaliger Intendant der Berliner Volksbühne, der an diesem Tag auch seinen 87. Geburtstag feierte, und Manfred Giesler, Künstler, Kunstaktivist und Autor, sowie Lydia Gebel, ebenfalls Autorin, die launig Heiner Müllers „Herzstück“ vortrug. Hernach am runden Tisch im Terzo Mondo.

11. Oktober 2024

Vor sechsundsechzig Jahren notierte meine Mama Karin in ihr Backfisch-Tagebuch: „Mittwoch, 26.3.58 (…) Ein Autogramm bekam ich von Lilo Pulver.“ Lilo Pulver, geboren am 11. Oktober 1929, war damals achtundzwanzig, Mama bald fünfzehn. Es könnte eine der beiden Autogrammkarten gewesen sein, die ich mir gerade zusammengegoogelt habe. So sah Lilo Pulver in den Fünfzigern aus. Heute ist ihr Geburtstag, nämlich der 95. Viele liebe Grüße nach Bern aus Berlin! Sie lebt ja noch, in ihrer Geburtstadt Bern, in einem feinen Seniorenheim. Zufällig erwähnte ich Lilo heute in einem Kommentar bei Mitteschnitte Saskia, ohne zu wissen, dass Lilos Geburtstag ist, nämlich wie folgt:

„(…) Zuguterletzt möchte ich noch Lilo Pulver, diesen Publikumsliebling der Fünfziger zitieren. Sie sagte einmal in einem späten Interview, dass es, um als Schauspieler/in erfolgreich zu sein, weniger darauf ankommt, perfekt zu spielen, sondern vielmehr, etwas auszustrahlen, was das Publikum interessiert. Dass man einen Menschen einfach gerne sieht, jemandem gerne zusieht, Freude dabei empfindet. Das ist dann eben die Sache mit dem Charisma, die sich nicht lernen lässt.“

Dazu Saskia: „(…) Und Lilo Pulver – herzlichen Glückwunsch zum heutigen 95. Geburtstag! – hat absolut recht. Ich finde es übrigens bewundernswert, dass sie nach dieser langen Karriere voller Höhen und Tiefen und nach privaten Schicksalsschlägen nie ihren Humor und ihre positive Lebenseinstellung verloren hat!“

Und ich: „Oh…. Lilo hat heute Geburtstag, so ein schöner Zufall….! War mir vorhin bei der Erwähnung gar nicht bewusst…!💋🎀 Ich empfehle zur Feier des Tages Allen einen ihrer schönsten Filme: „Die Zürcher Verlobung“ von Käutner (der auch Regie bei Monpti führte!) („full movie“ 🙂)

10. Oktober 2024

Am gestrigen neunten Oktober zweitausendvierundzwanzig habe ich mir einen schlanken Fuß gemacht. Anstatt einer wortreichen Befindlichkeitserläuterung oder eines Erlebnisberichts, gestattete ich mir lediglich zu vermerken: „Ich fühle mich heute nicht inspiriert.“ Ich war gestern aber nicht nur nicht inspiriert, sondern auch bequem und habe gegen meine sonstigen Gewohnheiten, nicht den gebloggten Text nach facebook gecopypastet, sondern nur den Link zum Blogeintrag. So stand der Link da ein paar Stunden. Am nächsten Tag, also heute Vormittag, bekam ich eine Message von facebook mit der Information, dass der Beitrag entfernt wurde, da er gegen die Community-Richtlinien verstößt. Es sei der Eindruck entstanden, ich wollte mit meinem Posting Aufmerksamkeit generieren. Oder die Aufmerksamkeit auf mich lenken. Ich musste herzlich lachen! Natürlich will ich mit meinem Geposte Tag für Tag Aufmerksamkeit generieren und auf mich lenken, was denn sonst? Sehr ulkig. Somit wäre wieder ein Blogeintrag fertig, mit dem ich Aufmerksamkeit generieren und auf mich lenken möchte. Bitte lass mir die kleine Freude, facebook 💋

07. Oktober 2024

Es gibt kein Getränk, das mich ähnlich zuverlässig bettschwer wie Rotwein macht. Dagegen ist Bad Heilbrunner „Anti-Stress-Tee“ ein Witz. Immer eine gute Empfehlung, wenn man nächstentags früh raus muss. Also beides. Zum Glück habe ich kein Problem mit Alkohol (Keith Richards: „Ich hab kein Problem mit Drogen, nur mit der Polizei.“). Ob ich noch eine zweite Flasche aufmache? Die leere hatte ich bereits gestern Nacht halb geleert. Das war das Begleitgetränk zu einer überaus launigen Konversation mit Saskia, die ich mit Nähkästchenplaudereien unterhielt. Natürlich alles streng geheim. Wobei: inwiefern ist das „Brief“-Geheimnis eigentlich relevant, wenn der Schreiber vorgibt, eine andere Person, zudem anderen Geschlechts zu sein? Das scheint mir doch stark an eine Grauzone zu schrammen. Meine lebhafte Phantasie geht angesichts solcher Begebenheiten auch in Richtung Potenzial für eine öffentliche Lesung. Das ist schon so viele Jahre her, aber ich habe gestern Nacht mehr darüber gelacht als damals (und das war schon nicht wenig). Und dann könnte man die pikante Lesung noch mit meinen Tinder-Konversationen anreichern, ausbauen, unterfüttern. Die sind auch von sehr spezieller Qualität. Man könnte sagen, die Güte beruht auf dem Gefälle der Eloquenz zwischen den herbeigewischten Kandidaten und meiner, zumal ich gemeinerweise im Vorteil war, dass ich tinder auf dem Notebook und damit eine handelsübliche Tastatur unter den Fingern hatte. Account gelöscht, alles gespeichert :-)

06. Oktober 2024

Keine artige Kulturberichterstattung, trotz hochkultivierter, sehr angenehmer Gesellschaft, am 3. Oktober im Terzo. Zwei schöne Aufnahmen von Bernward Reul, auf dem einen Manfred Eichel, auf dem anderen meine Wenigkeit und im Hintergrund der musizierende Chef vom Terzo Mondo. Das dritte Bild ist von mir und zeigt den Fotografen Bernward. Wir saßen alle am selben runden Tisch und hatten sehr schöne Gespräche. Mit Manfred hatte ich eine ganz intensive Unterhaltung, die gut zweieinhalb Stunden ging. Er weiß jetzt wohl mehr über mich, als manche meiner Leser. Leider ist er weder bei facebook noch sonstwie social media-mäßig unterwegs. Vielleicht hat er sich meinen Namen gemerkt und findet diesen Blogeintrag. Immerhin war er beim Abschied der Überzeugung, dass wir heiraten sollten, was er mit einem Handkuss besiegelte. Da wäre es schon nicht verkehrt, den Namen der Verlobten zu behalten. Was für ein Charmeur. Ich will mit sechsundachtzig auch noch im Terzo sitzen und trinken und hochkultiviert mit knapp dreißig Jahre jüngeren Männern flirten.

05. Oktober 2024

Mein Gewerkel der vergangenen Dekade, seit 2015. Ca. 300 Exponate, Tafelbilder, Skulpturen, nicht chronologisch, nach Farbwelten, (noch) nicht ganz vollständig abfotografiert, Und hier gesammelt, chronologisch en detail dokumentiert. Meine älteren, ca. 220 Werke, vor 2015, sind nicht in dem Album, sondern dort.

05. Oktober 2024

HYDRA für LYDIA. „Souvenirs Souvenirs…“ Vorvorgestern zwei Mitbringsel aus Griechenland von Lydia (auf ihren Wunsch) mit Blattgold veredelt und ihr vorgestern zurückgegeben. Zufällig einen kleinen Messingring für den kleinen Stein und eine größenmäßig genau passende Schachtel gefunden und bekritzelt und noch zwei Bändchen dazu gepackt. Ich freue mich immer, wenn sich meine Materialvorräte aus meiner Werkstatt so sinnvoll reduzieren. Hab ja von allem so viel. Bändchen, Metallteile usw. usf. Wieder was weg!

03. Oktober 2024

Mister Spock hätte wohl nonchalant attestiert: „faszinierend!“. In unaufmerksamen Augenblicken führt meine Kamera ein Eigenleben und überrascht mich mit Motiven wie diesem. Portrait eines Schriftstellers, dessen Werk (u. a.) das Spiel mit verschobenen Realitäten auszeichnet: Alban Nikolai Herbst.

03. Oktober 2024

Hallo aus Ostberlin! Hier spricht die personifizierte Wiedervereinigung. Ich bin im Westen geboren und wohne seit 25 Jahren im Ostteil von Berlin. Mein Freundes- und Kollegenkreis besteht Fifty Fifty aus Wessies und Ossies. Als Kind habe ich mitgeholfen, Westpakete für die Familie in Ostberlin mit Jacobs Kaffee, Milka Schokolade und Nylonstrumpfhosen zu packen. Als Teenie in Bayern hatte ich den ausrangierten, großen ersten Schwarzweißfernseher der Familie mit Holzgehäuse für mein Zimmer unterm Dach. Daran war eine Antenne, die ich so lange ausrichtete, bis ich DDR-Fernsehen empfangen konnte. Da kamen nämlich Spielfilmreihen wie alle Filme von Ingmar Bergman oder alle Filme mit Romy Schneider (außer Sissi, die kamen ja immer zu Weihnachten im Westfernsehen). Ich fahre fast täglich von der Ost- in die Westcity, meine beiden Lebensmittelpunkte. Ich fühle mich komplett wiedervereinigt. Wenn ich auch bis heute Unterschiede zwischen dem Ost- und Westteil in Spuren erkennen kann. Mich interessieren Erinnerungen von Freunden an ihr Aufwachsen im Osten genauso, wie die von Freunden, die wie ich, im Westen groß geworden sind. Unterschiede sind interessant! Schönen Feiertag!

01. Oktober 2024

NOW AND THEN. Herbst 2024, Herbst 1967. Siebenundfünfzig Sommer später. Neunundfünfzig und zwei Jahre alt. Ich kann mich noch an den Stoff von dem Wollcape erinnern, das ich als Kleinkind hatte. Die Farbe nicht mehr genau. Dunkelgrau? Aber den Stoff, ein Lodenstoff. Und ich glaube es war eine Zickzack-Litze irgendwo dran. Vielleicht dunkelgrün. Überhaupt erinnere ich mich immer wieder an Kleiderstoffe und Stoffmuster aus meiner Kleinkindheit. Ein Paisley-Sommerkleidchen aus leichtem Baumwollstoff in Goldgelb- und Lila-Tönen. Und einen schwarz-weißen Kapuzen-Anorak mit kleinem Hahnentrittmuster und Reißverschluss. Sehr schick. Wenn ich den nochmal in einer Kiste finden würde, bräche ich bestimmt in Tränen aus. Da fällt mir eine Szene dazu ein. Mein Bruder und ich hatten von Mama eine riesige-Papp-Waschpulver-Trommel bekommen, in meiner Erinnerung fast so groß wie ein Ölfaß, in Wirklichkeit natürlich kleiner. Ich hatte genau den Anorak an, es war bestimmt Herbst, und wir ließen uns abwechselnd die Einfahrt darin herunterrollen. An seinen Anorak kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern.

Außerdem weiß ich noch genau, dass ich alle Strickjacken aus tiefstem Herzen hasste. Sie waren alle kratzig und irgendwie uncool. Aber Strickjacken anziehen war ein Muss. Eine für den Sommer war zitronengelb und hatte am Ende der Ärmel ein oder zwei Streifen in weiß und lila und alberne, goldene Knöpfe. Sie war aus Polyester oder einem anderen ekligen Garn gestrickt, nicht selbst, sondern gekauft und total kratzig. Selber gestrickte mochte ich genauso wenig, weil Wolle auch kratzig war. Ich habe noch heute eine totale Abneigung gegen Strickjacken mit Knöpfen. Unangenehm und hässlich! Genauso wie kratzige Wollstrumpfhosen mit zu kurzen Beinen, wo der Zwickel in der Mitte der Oberschenkel hängt, wenn man sie nicht dauernd nach oben zieht. Bäh! Eigentlich habe ich mich fast gar nicht verändert!