Juli 1973, Siebendreiviertel. Vom Klassenfoto abfotografiert. Die Klassenfotos wurden immer am Ende vom Schuljahr vom Schulfotografen gemacht. Meine ersten beiden sind schwarzweiß, später dann in Farbe. Meine Klassenkameraden wollte ich jetzt nicht herzeigen. Die waren auch nicht alle süß. Ich hatte schon Freundinnen in der Klasse, aber wurde auch von manchen aufgezogen. Wegen meiner Zahnlücke. Ich habe mich deswegen eingeschüchtert, auch oft nicht getraut, bei Fotos richtig zu lachen. Aber lustig war ich schon gerne. Streiche habe ich nicht so mitgemacht, weil ich gewusst habe, wie blöd es sich anfühlt, wenn die anderen über einen lachen. Mir war auch so peinlich, dass ich immer so schnell rot geworden bin, wenn mich einer anspricht. Ehrlich gesagt, sehen meine Mitschüler insgesamt etwas dickfelliger aus als ich. Wir waren am Anfang in der Grundschule immer gemischte Klassen, Mädchen und Jungs zusammen. Am liebsten hab ich aus dem Fenster geguckt und geträumt. Beim Aufsätze schreiben und Malen war ich immer die Klassenbeste, sonst aber gar nicht. Auswendiglernen hat mir überhaupt nicht gefallen und Mathematik (außer Einmaleins und Geometrie) war mir ein Rätsel. In Religion hatte ich auch immer eine Eins. Ich glaube, der Religionslehrer mochte mich auch gerne. Herr Fauser! Der war schon mal in Papua Neuguinea und war immer sehr angetan von meinen phantasievollen Jesus-Bildern. Er hat uns zum Beispiel als Hausaufgabe gegeben, wie Jesus über das Wasser geht zu malen. Dann wurde in der Klasse mit Hand hoch abgestimmt, wer das schönste Jesusbild gemalt hat und ich habe gewonnen und eine Kaurischnecken-Muschel aus Papua Neuguinea von Herrn Fauser geschenkt bekommen. Die habe ich heute noch.

5 Antworten auf „14. Dezember 2022

  1. Ich schreibe für diese Altersräume stets lieber „Mädchen und Buben“ statt „und Jungs“, weil letztres immer schon einen etwas älteren, mutwilligeren Beiklang hat. Leider kann ich hier kein Bild hochladen, sonst hätte ich eines von mir in quasi, ebenfalls aus der Schule, demselben Alter beigefügt.

  2. Wenn es mir vorhin selber eingefallen wäre, hätte ich vielleicht Buben geschrieben, weil es auch besser in die Zeit passt. Aber andererseits waren die Buben in meiner Klasse schon auch mutwillig und meistens ein Jahr älter als ich. Ich war ja immer die Jüngste. Da waren ganz schöne Rabauken dabei, unter den Mädchen aber auch. Teilweise mit richtig brutalen Anwandlungen, nicht nur verbal.

    Ich würde ZU GERNE das Foto sehen…!!!

  3. Duke Meyer
    So lange hat dich die Schnecke begleitet! Kann ich aber auch verstehen. Wenn ich eine solche Erinnerung hätte, wäre die mir wohl auch heilig gewesen.

    Lustigerweise habe ich noch ein rohes bemaltes Hühnerei (ein ganz gewöhnliches), das mir eine im Grunde nur flüchtige Bekannte 1993 mal geschenkt hatte – und obwohl ich nie sonderlich darauf aufpasste, hat es bis heute allen Trubel, alle Wirren und Umzüge überstanden (im Gegensatz zu manchem Klein- oder auch Großod 😉, das mir deutlich mehr wert war, aber kaputt-, entzwei- oder verlorenging).

    Gaga Nielsen
    Das mit dem Ei ist allerdings sehr bemerkenswert, wo Du so oft umgezogen bist! Das rohe Hühnerei ist doch jetzt bestimmt schon eingetrocknet, oder? Hört man da noch was beim Schütteln…?!??

    Duke Meyer
    Gaga Nielsen Schütteln trau ich mich nicht. Es ist sehr leicht geworden. Ich hatte immer die Befürchtung, wenn das Ding jetzt mal kaputt geht, muss ich gleich wieder umziehen! Weil alles kontaminiert …

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