Ausgehen ist wichtig. Wir haben den Abend bis zum Schluss ausgekostet. Als wir uns spätnachts nach Ende der beiden Konzerte mit einem weiteren Bier draußen vor dem Club aufhielten, wo auch viele andere Gäste in Korbsesseln saßen, machte mich Lydia auf den Fahrer einer Limousine aufmerksam, der Gewehr bei Fuß in Schlips und Anzug wartend am Straßenrand stand. Sehr merkwürdig! Also wir haben weder Keith, noch Mick, noch Ronnie entdeckt, aber vielleicht wartete er auch, um Sasha Allen zurück ins Adlon zu kutschieren. Als sich doch Bettschwere bemerkbar machte, und Bernard Fowler aufbrach – die Limousine war inzwischen weg – winkte ich mir ein Taxi nach Mitte. Lydia radelte heim, in dieselbe Richtung, und kam am Adlon vorbei, wo sie noch ein paar Fotos machte, sehr putzig – für mich! Ich konnte da jetzt auch keine hellseherischen Schlüsse zum Verbleib der Stones daraus ziehen, obwohl man inzwischen wusste, dass die Fenster der Präsidentensuite, wo Mick schlief, direkt unterhalb des Dachs waren, wo der Balkon rundläuft. Dass Keith zwei Etagen unter ihm schlief, hatte die BZ-Reporterin ausgeplaudert, bei ihm waren die Vorhänge immer am längsten zu. Ich habe nun auch keine weiteren Erkenntnisse, wann genau die Stones zurückgeflogen sind, aber sie waren da, und das ist ja die Hauptsache. Hier ist das komplette Fotoalbum aus dem ZigZag Club. Meine Berichterstattung ist soweit beendet. Sechzig Jahre Rolling Stones angemessen zelebriert und stetiglich berichtet – à la bonne heure!

2 Antworten auf „08. August 2022

  1. „Ausgehen ist wichtig.“ Das stimmt. Allerdings wird die Sichtweise im Laufe des Lebens zum Teil etwas anders, sachlich und distanziert. Das ist ein großer Verlust, aber auch ein kleiner Gewinn.
    Wie schön, die Spontaneität des Augenblicks zu genießen…!

  2. Ich stelle bei mir Wellenbewegungen fest – es gab schon in sehr jungen Jahren lange Phasen des Rückzugs, jahrelang ging ich nicht tanzen. Das habe ich erst nach meinem 50. Lebensjahr wieder intensiver aufleben lassen und erkannt, wieviel lebendiger und reicher ich mich fühle, wenn ich mit anderen tanzen und singen kann. Da ich keinerlei Lust auf irgendeine Sportart habe, ist Tanzen für mich ideal. Fühlt sich hedonistisch an und ist auch noch gut für den gesamten Bewegungsapparat. Und gemeinsam singen… herrlich…. zumal wenn man so einen Vorsänger hat wie Bernard Fowler. Besser geht’s eigentlich nicht. Ich bevorzuge Tanzen zu Livemusik, das Schönste überhaupt. Gottesdienst.

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