SHE’S A RAINBOW. The extraordinary Life of Anita Pallenberg“. Ausgelesen. Meine Eselsohren in Notizen übertragen und nachrecherchiert. Da auch einige Filme genannt wurden, die ich nicht kannte, war das eine aufwändige Nachbereitung. Die Notizen sind auf dem einen Bild zu sehen. Wenn es noch „Der große Preis“ mit Wim Thoelke geben würde, könnte ich jetzt als Kandidatin mit dem Thema „Anita Pallenberg“ antreten. Ich wusste ja schon einiges über sie, da sie mich seit Gedenken faszinierte, in dem Buch ist alles Erfahrbare zu ihrer Biografie chronologisch aufgearbeitet. Das vorletzte Kapitel deprimierte mich etwas, weil es die Lebensphase war, wo sie von Keith getrennt war, ihre vitalsten Zeiten vorbei waren und sie orientierungslos und verbraucht wirkte.

Die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens schienen dann wieder besser zu sein, sie hatte neue Interessen und Kontakte, machte eine Ausbildung an der Hochschule für Modedesign in London, überwand ihre Heroin- und Alkoholabhängigkeit und wurde wieder überall eingeladen und als Kultfigur verehrt. Sie wirkt in Interviews immer gelassen und heiter und leicht amüsiert. Ihre Verbindung zu Keith wurde zu einer engen Freundschaft, sie wohnte auch in der Nähe von Redlands und zog in den letzten Lebenswochen zu Keith und Patti, wo sie von beiden bis zu ihrem Tod umsorgt wurde. Am Ende bleiben doch die Bilder ihrer strahlenden Persönlichkeit, die wir aus den Sechziger und Siebziger Jahren erinnern, die lässige Ikone aus Performance.

Nur einmal habe ich mich richtig geärgert, als vom Autor behauptet wird, Nico hätte sich an Anita Pallenberg orientiert und sie imitiert. Das ist absolut lächerlich. Tatsächlich hatte Nico den ikonographischen Look mit den glatten, langen blonden Haaren und dem langen Pony vor Anita, und Nico war eine profilierte originäre Musikerin, Sängerin und Songschreiberin, die vielmehr von Anita hätte idolisiert werden können. Sie hatten Überschneidungen in ihren privaten und beruflichen Kreisen, beide Beziehungen zu Brian Jones, dieselbe Pariser Modelagentur, waren zeitgleich in Rom, beide blond und überragend gutaussehend. Und beide charismatisch. Jede hatte ihre eigenen Qualitäten.

Ich las das Buch auf Deutsch, musste häufiger über nachlässiges Lektorat bei der Übersetzung hingweglesen. Mir war nicht klar, dass Anita doch bis wenige Jahre vor ihrem Tod 2017 immer wieder kleine Filmrollen in größeren Produktionen hatte. Die Filmschnipsel habe ich mir auch angesehen. In einem Madonna-Video von 1998 kommt sie auch vor, „Drowned World“, mehr oder weniger sich selbst als Partygast spielend. Das legendäre Himmelbett aus Performance ging übrigens nach den Dreharbeiten in ihren Besitz über, stand seitdem in ihrer Wohnung in Chelsea.

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