Wissenschaftliche Umfrage:
was war das danebenste (Geburtstags-)Geschenk, das du mal von (d)einem Lover/(d)einer Liebsten/deiner Frau/deinem Mann bekommen hast?

Meine Antwort:
zu meinem einunddreißigsten Geburtstag 1996 präsentierte mir mein damaliger (um einiges ältere) Langzeitliebhaber „Hitlers willige Vollstrecker“ von Daniel Goldhagen. Seinerzeit ein viel besprochener Bestseller. Möglicherweise hatte ich es in den vier Jahren der bis dahin vorhandenen Beziehung versäumt, meine romantische Ader zu offenbaren.

Kollegin:
zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag präsentierte ihr 25 Jahre älterer Liebhaber (der auch ihr Geographie-Professor an der Uni war) ihr mit großer Geste ein schlampig eingewickeltes Geschenk im DIN A-Format. Inhalt: seine Habilitationsschrift über Klimaveränderungen in Westafrika.


P.S. ich wäre sehr an euren Antworten interessiert ! :-)

15 Antworten auf „10. November 2021

  1. Zum ca. 22 Geburtstag schenkte mir mein damaliger Liebhaber/Freund (nur wenige Jahre älter als ich) einen riesigen Flakon des Parfums Lou Lou von Cacharel mit der Begründung, das finde er so erotisch. Dass wir sehr unterschiedliche Auffassungen von Erotik hatten, manifestierte sich damit endgültig.

  2. Auch ein sehr schönes, ja ich möchte sagen: klassisches Beispiel! Ging mir vorhin so ähnlich durch den Kopf (bevor ich den Kommentar las): dass es möglicherweise auch Herren gibt, die ihrem „Love Interest“ das Parfum schenken, das ihre Mutter am liebsten mochte und das so wohlige Kindheitserinnerungen weckt.

    Oder das Parfum, das die erste große Liebe benutzt hat! Und das am besten noch in dem Kontext, dass die Beschenkte eine deutlich im Badezimmer dokumentierte Parfumvorliebe erkennen ließe, wie z. B. ein nonstop benutztes Lieblingsparfum, von dem es auch eine Bodylotion geben würde… Aber das erfordert natürlich Schlußfolgerungskompetenz! Transfer-Fähigkeit!

  3. Stefanie H.
    Es ist schon recht erstaunlich, wie viele bekloppte Geschenke ich schon von Männern erhalten habe. Das Ranking reicht von teuren Edel-BH mit der Bemerkung „für das Höschen hatte ich kein Geld mehr, das musst du selbst kaufen“ bis hin zu einem Snowboardkurs, den ich (Team Ski) trotz meiner vielfach geäußerten Abneigung absolvieren sollte.

    Gaga Nielsen
    mega… ganz großes Tennis! 🙂
    So als ganz grobe, große Linie fällt mir auf: Freundinnen schenken einem Sachen, von denen sie wissen oder vermuten, dass man sie besonders mag, Männer schenken einem Sachen, die sie selbst gut finden und die oft erkennen lassen, dass sie an Vorlieben der Beschenkten keinen ausufernden Gedanken verschenkt haben.

    Stefanie H.
    Exakt das.

    Claudia T.
    Das mit dem Höschen ist wirklich heftig. 🙂

    Gaga Nielsen
    Habe eben überlegt, was eine akzeptable Erläuterung zum gesparten Höschen gewesen wäre. Wenn der Herr wirklich ernsthafte finanzielle Engpässe hatte, hätte ich okay gefunden, wenn er das Höschen (oder noch besser zwei, eins zum Wechseln), zum Namenstag oder zu Weihnachten angekündigt hätte, mit dem Hinweis, dass er bereits im Dessousgeschäft hat reservieren lassen und eine Anzahlung gemacht hat und nun fleißig darauf spart, und der romantischen Verzierung, dass es ja auch ein Beweis ist, dass er ganz fest auf eine gemeinsame nähere Zukunft zu hoffen wagt! 🙂

    Gaga Nielsen
    P. S. bei echter finanzieller Armut hätte ich es auch sehr charmant gefunden, wenn er überhaupt keinen BH gekauft hätte, sondern einen tollen BH mit Höschen auf Pappkarton gemalt hätte und ausgeschnitten und dazu ein Kärtchen „Bitte entschuldige, dass die Dessous nur aus Pappkarton sind, Du weißt, mein Kontostand sieht nicht so gut aus. Aber das ist ja auch nicht so wichtig, weil OHNE Dessous bist Du noch viel schöner als mit!“

    Stefanie H.
    Ich vermute, der Herr hatte sein Geld für ein adäquates Höschen für die Parallelbeziehung vorbehalten. Selbstredend, dass unsere Verbindung nicht mehr sehr lange hielt.

    Gaga Nielsen
    oh…. ich hab ein déjà-vu beim Lesen….!

  4. Aber um auch mal von Gegenteil zu sprechen, womit ich zu begeistern war und bin: das waren und sind keine vorrangig materiellen Geschenke, eigentlich nie Gegenstände oder Sachen, die man kaufen kann, sondern große Gesten, schöne Worte, selbstverfasste Zeilen, ein Gedicht, eine mir gewidmete Komposition, ein selbst gemaltes persönliches Bild, etwas, das den Gedanken an mich erkennen lässt. Oder ein gemeinsames Erlebnis. Das sind tolle Geschenke, die ich niemals vergesse und in Ehren halte.

  5. Stefanie H.
    Geschenke, die bleiben. Oder bei denen ich ganz genau weiß, dass sie viel Gedankenschmalz erfordert haben.

    Stefanie H.
    Aber so ein schönes Diamantenhalsband ist natürlich auch nicht zu verachten.

    Gaga Nielsen
    Das käme auf die Geste an, mit der es übergeben wird. Ich bin da in emotionaler Hinsicht etwas theatralisch veranlagt 🙂 In irgendeinem astrologischen Fachbuch hab ich mal gelesen, dass die Mondposition im Horoskop anzeigt, wie man schenkt und beschenkt werden will. Erdzeichen schätzen angeblich materielle, sinnlich erfahrbare Zuwendungen, haptisch greifbar, also schon auch Gegenstände, aber auch ein tolles Essen, Getränke. Wasserzeichen bevorzugen emotionale, romantische Gesten als Gaben (was ich so beschrieben habe; ich habe den Mond im Skorpion), Feuerzeichen mögen Erlebnis, Action, Aufregung, Erregung und Abenteuer, Luftzeichen Anregung durch Kommunikation, Inspiration, Schöngeistiges, Abwechslung (grob skizziert).

    Gaga Nielsen
    @“viel Gedankenschmalz erfordert haben…“ Damit bin ich auch sehr beeindruckbar!

  6. Stefanie H.
    Als Luftzeichen habe ich ein großes Interesse an kommunikativen Abenteuergeschenken! 😎

    Gaga Nielsen
    Mo̶̶̶̷̶̶̶n̶̶̶̷̶̶̶d̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶i̶̶̶̷̶̶̶m̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶Z̶̶̶̷̶̶̶w̶̶̶̷̶̶̶i̶̶̶̷̶̶̶l̶̶̶̷̶̶̶l̶̶̶̷̶̶̶i̶̶̶̷̶̶̶n̶̶̶̷̶̶̶g̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶o̶̶̶̷̶̶̶d̶̶̶̷̶̶̶e̶̶̶̷̶̶̶r̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶W̶̶̶̷̶̶̶a̶̶̶̷̶̶̶s̶̶̶̷̶̶̶s̶̶̶̷̶̶̶e̶̶̶̷̶̶̶r̶̶̶̷̶̶̶m̶̶̶̷̶̶̶a̶̶̶̷̶̶̶n̶̶̶̷̶̶̶n̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶o̶̶̶̷̶̶̶d̶̶̶̷̶̶̶e̶̶̶̷̶̶̶r̶̶̶̷̶̶̶ ̶̶̶̷̶̶̶W̶̶̶̷̶̶̶a̶̶̶̷̶̶̶a̶̶̶̷̶̶̶g̶̶̶̷̶̶̶e̶̶̶̷̶̶̶?̶̶̶̷̶̶̶
    Edit: ich seh schon, Sonne Konjunktion Mond im Wassermann. Hier ist hochtouriger Erfindergeist gesucht und gewünscht! Bitte nur originelle Geschenkideen für die Lady!

  7. Stefanie H.
    Aszendent Fisch, Mars im Schützen, Venus im Steinbock. Was sagt uns das über die Geschenkwünsche?

    Gaga Nielsen
    es ist komplex! 🙂 Auf jeden Fall ist der Wunschmann erotisch einer mit der Venus im Schützen!

    Susanne E.
    toaster. (war allerdings zu weihnachten.)

    Gaga Nielsen
    Ein Toaster kann ja mit viel Phantasie auch als romantischer Hinweis umgedeutet werden: „ich möchte noch ganz oft mit dir frühstücken…!“ 🙂

    Susanne E.
    viiiiiieeeel phantasie! genau.

    Gaga Nielsen
    haha, zu viel Phantasie erforderlich, verstehe!
    Wenns einen gemeinsamen Haushalt gab, kann das auch ein sehr egoistisches Geschenk gewesen sein.

    Susanne E.
    nee, gabs nicht.

    Gaga Nielsen
    hmpf. (da fehlen mir die Worte!)

  8. Morticia1 – 11. Nov, 18:46
    Einst bekam ich einen antiken Anhänger aus in Gold gefassten Granatsteinen. Das Ding war viel zu riesig und untragbar. Aber komm, egal. Das Ding hatte er in Berlin auf einem Hinterhof zwischen Tür und Angel gekauft. (400 Mark damals) Das Ding hatte eine Aura von unguter Düsterness. Hab mich noch nie so wenig gefreut, war aber gut gemeint. Liebgemeinte 2 Punkte würd ich sagen.

    g a g a – 11. Nov, 19:16
    Oh… das ist schwierig und speziell… Ich finde überhaupt ist Schmuck so sehr persönlich, da man ihn ja meist direkt auf der Haut trägt und auch damit gesehen wird, dass da eigentlich Ab- und Zustimmungsbedarf ist. Vergleichbar mit Parfum, bei dem auch noch hinzukommt, dass es sich bei jedem Menschen anders entwickelt, wenn es sich mit dem Eigengeruch verbindet.

    Vielleicht hat derdie Schenkende des Granat-Anhängers die Idee gehabt, dass jede/r ob der Größe des Schmuckstücks nichts anderes als beeindruckt sein kann. Ich vermute, dass es kein Mensch war, der selbst Schmuck trägt, oder wenn, dann genau in dem (barocken?) Stil.

    Ich muss mir bei den erzählten Beispielen auch immer die Reaktion vorstellen. Die ist ja etwas schwierig zu handhaben, weil man nicht verletzen will und nicht undankbar wirken möchte….

    Ich versuche meine Reaktion auf das Holocaust-Werk zu erinnern. Ich vermute, ich habe mich erkennbar reserviert bedankt und vielleicht sogar gefragt, wieso er mir das zum Geburtstag schenkt. Und dass er dann eine jubilierende Lobrede auf dieses wichtige historische Aufarbeitungsbuch gehalten hat. Hätte er es mir an einem x-beliebigen Tag auf den Küchentisch gelegt, mit der Bemerkung: guck mal, hab ich dir mitgebracht, ich fand es sehr lesenwert, hätte ich mich darüber als ein Alltagsmitbringsel gefreut mit dem Hintergedanken, es an sich gut zu finden, es in der Bibliothek zu haben, um gelegentlich nachzuschlagen oder es zu lesen, wenn meine Nerven stark genug sind. Ich bin da extrem empfindlich, mich macht das Thema fix und fertig. Ich habe da keinen Verdrängungs- sondern Schutzmechanismus, weil ich schon so viel darüber weiß, was so furchtbar ist.

  9. g a g a – 11. Nov, 21:20
    Cosima W.
    War längere Zeit mit einem Pfarrer befreundet – zu meinem Geburtstag schenkte er mir ein selbstgemachtes Buch 📖 – so mit einer Spiralbindung- mit all seinem Predigten 🤣
    Ich kannte die Predigten alle – ich saß ja jeden Sonntag in der Kirche und spielte die Lieder 🎹.
    Meine Reaktion auf das „Supergeschenk“ :- sofort wurde der Schlussstrich gezogen 😇😅

    Gaga Nielsen
    Das ist ja auch ein ganz apartes Beispiel, danke dafür! Mir dünkt, es zieht sich so ein bißchen ein roter Faden durch die Männergeschenke, nämlich, dass die Idee existiert, dass berufsbezogene Leistungsnachweise auch dann beglückend sein könnten, wenn sie so gut wie keinen persönlichen Bezug zur Beschenkten erkennen lassen. Außer eben halt der Vermutung, dass eine einem zugewandte Person per se alles fantastisch finden müsste, was je vom Präsentgeber erschaffen wurde. So wie sich Mama eben auch über alles hocherfreut zeigt, was der Nachwuchs hinbekommen hat. Auch das erste kleine Scheißerchen ins Töpfchen! ;.) Soll jetzt natürlich nicht die eventuelle Wortgewalt der gebundenen Predigten schmälern. Da kann ja ganz viel Herzblut drin sein. Wenn auch auf die ganze große Welt gemünzt. 🙂

  10. Volker L.
    The Romane of a Chuck Palahniuk novel. Na ja. Immerhin nicht die Story, wo jemandem die eigenen Gedärme durch eine Swimmingpool-Pumpe um die Ohren gewirbelt werden. Maiskornfüllung inklusive.

    Gaga Nielsen
    Das?
    https://mitchlav.wordpress.com/2013/05/18/chuck-palahniuk-reads-his-short-story-romance
    „The Pitch: From Fight Club author, Chuck Palahniuk comes a love story for our time: After his girlfriend dies from cancer John finds himself overweight and thrust back into a hopeless world. When a girl who claims to be Britney Spears hits on him, he can’t believe his luck. She looks like a supermodel and parties like Hollywood. The only reason she doesn’t dump him for someone more attractive is he keeps the party rolling… or at least that’s the story he’s sticking with.“
    …aber immerhin vielleicht die Idee gehabt, dass du ausgesprochen gerne liest 🙂

  11. NÖMIX – 12. NOV, 11:21
    Aus der Schweizer Gratis-Zeitung “20 Minuten“:

    G A G A – 12. NOV, 12:54
    Bei Weihnachtsgeschenken wäre ich nachsichtiger als bei Geburtstagsgeschenken, weil Weihnachten ja nicht mein Geburts- und Ehrentag ist, sondern der von einem gewissen Jesus!

  12. Lydia G.
    Mir wurde mal von einem Lover (von dem ich mir sehr erhofft hatte, dass er baldigst mein richtiger richtiger Freund werden wird) zum Geburtstag ein Geschenk gemacht. Was ich allein schon ziemlich ungewöhnlich fand für einen Lover.

    Es war sehr schön verpackt und ich dachte wow (!) jetzt kommt da was richtig schön Romantisches raus. Wir werden endlich besiegeln, dass wir nun ein Paar geworden sind und so weiter und so fort. Innerlich platzte ich schon mal vor Freude.

    Aber als ich das Geschenk dann auspackte, war es ein Vibrator! Empört hielt ich das Ding zwischen Daumen und Zeigefinger in die Höhe. Ein rosafarbener Design-Vibrator, wie mir der Mann dann noch euphorisch mitteilte, und dass ich unbedingt die verschiedenen Stufen gleich ausprobieren müsse.
    Mit gespielter Begeisterung hielt ich also das Ding in die Luft und ratterte brav jene acht verschiedenen Stufen und Stärken alle einzeln durch die Luft.

    Ein richtiges Paar wurden wir leider dennoch nicht. Nicht an diesem Tag und auch niemals in Zukunft.

    Gaga Nielsen
    ….das ist aber ganz zauberhaft….
    ….äh – — beschrieben! 🙂

    Meine Lieblingsstelle in diesem Premiumkommentar: „(….) Innerlich platzte ich schon mal vor Freude. (…)“

    Ich halte diese Stelle für einen Schlüssel-Hinweis für alle immer noch Orientierungslosen, die nicht genau verstehen, was man sich von seinem Angebeteten wünscht. Also zum Geburtstag. Bei Weihnachten oder Ostern wäre ich weniger streng und kleinlich.

    Dass ich nach dem danebensten Geschenk von einem/einer Lover/Geliebten, wie mans auch immer nennen mag, gefragt habe, hat den folgenden Hintergrund:

    davon ausgehend, dass bei einer erotisch-amourös-romantisch basierten Verbindung, die verbindlicher als ein One Night Stand ist, Gelegenheit besteht, jemanden sehr gut und intensiv in allen möglichen Aspekten inclusive Vorlieben, Interessen und Abneigungen kennenzulernen, finde ich das Spektrum, das Gefälle zwischen „Volltreffer“ und „total daneben“ oder „knapp daneben ist auch vorbei“, recht erhellend und spannend. Fast scheint mir, ein Geschenk zum persönlichsten Festtag hat das Potenzial eines Indikators, ob die Verbindung eine nennenswerte Zukunft hat!

  13. Duke Meyer
    Zeitlich in anderer Reihenfolge, hier aber nach empfundenen Danebenheitsgrad gelistet:

    1. Einen scheußlich lieblos gestalteten Plüschdinosaurier (schlecht verniedlichter Sauropode), dessen Hals den übertrieben dicken Kopf (mit Kulleraugen) nicht halten konnte, weshalb dieser auf die Füße runterhing … (Die Beziehung hielt nicht mehr lange, was mich sehr traurig hinterließ: beides nicht deswegen. Rückblickend war es aber schon auch etwas bezeichnend.)

    2. Einen selbstgebauten, aber leider derart hässlich geratenen Gürtel, dass ich ihn nie tragen mochte (sehr lang her. Die Beziehung hält seit über zehn Jahren).

    3. Ein zu knappes T-Shirt im Ringerstil – von einer, die echt genau wusste, was mir passte, stand und gefiel (das Genannte nämlich ganz und gar nicht). Genau genommen waren wir da bereits nicht mehr zusammen, aber sie meinte es nicht bös‘, ich war ihr einfach schon aus dem Fokus (mich wunderte die unpassende Gabe rein sachlich).

    Ich bin jedoch selbst nicht schlecht im Danebenliegen: Brachte es einst fertig, (nicht einer Liebsten, aber) einer Bestvertrauten ein selbstgebasteltes Kochbuch zu schenken – mit Gerichten, die sie weder selber mochte noch ihren Kindern würde vorsetzen können (zumal sie nie nach Rezepten kochte, was ich ebenfalls wusste). Es war ein Offenbarungseid angestauter Einfallslosigkeit. Die Vertraute lob die (immerhin liebevolle) Gestaltung und verzieh mir.

    Gaga Nielsen
    Vielen Dank für diese Offenbarungen!
    Zum Plüschdinosaurier ist aus psychologischer Sicht würdigend einzuflechten, dass es immerhin eine Absicht gegeben haben muss, ein persönlich zugeschnittenes Präsent für Dich zu kreieren. Eventuell hast du etwas zu oft deine Sympathie für Dinosaurier erwähnt.

    Gürtel: sicher auch gut gemeint, immerhin trägst du ja grundsätzlich schon mal Gürtel, was die halbe Miete ist. Aber bei Klamotten bin ich ja der Meinung, dass ein gewisser Abstimmungsbedarf besteht, weil man sich ja in der Öffentlichkeit damit präsentieren soll.

    T-Shirt im Ringerstil: auch Geschmackssache, s. oben. Interessant aber der Aspekt, dass das Präsent nach Ende der Intimbeziehung kam. Vielleicht hat sie es zufällig im Schlußverkauf entdeckt und wegen der Farbe (?) an dich gedacht?

    Dass du deinen eigenen Fail hier offenbarst, ehrt dich sehr. „ein Offenbarungseid angestauter Einfallslosigkeit.“ ist sehr gekonnt formuliert! 🙂

  14. Duke Meyer
    Danke für die freundliche Würdigung! 🙂 Ich hatte nur deine Umfrage bedienen wollen wie gewünscht.

    Was – wenn’s kein Gemecker oder Herumgemahne ist – kann man in einer Beziehung „zu oft“ erwähnen? Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, einer (zumal bereits langjährigen) Intimvertrauten persönliche Neigungen oder Obsessionen vorzuenthalten, die selbst nur oberflächlich Bekannte von mir leicht mitkriegen.😉 Ich für meinen Teil interessiere mich zutiefst auch für sonst was für Abgründe geliebter Gegenüber. Meine Enttäuschung ergab sich ja gerade aus dem Danebenliegen der klaren persönlichen Zuwendung (so ähnlich, wie eine falsch gesungene Viertelnote die meisten Menschen mehr schmerzt als eine halbe oder ganze).

    Ich würde einer Malerin oder Fotografin 😉 keinen Wohnzimmerdeko-Gemäldedruck von Ikea schenken (na ja: auch sonst niemand nicht), weil’s für mich Banausen irgendwie „nach Kunst“ aussieht, worauf doch bestimmt abzufahren ich sie im stumpfblinden Verdacht hätte – weia … (Genau derlei nicht zu checken, gehört vielleicht zum Wesen des Banausentums. Was jener Gefährtin jedoch in keiner Weise attestierbar gewesen wäre, auch nicht vergleichsweise auf den Fall übertragen.)
    Generell bediene ich Obsessionen nicht aufs Geratewohl, sondern nur, wenn ich mir sicher bin, den Ton zu treffen.

    Einer Belesenen würde ich nicht so schnell wagen, ein Buch aus ihrem Spezialgebiet zu schenken, wenn ich das nicht selbst teile oder pflege – z.B. einen Krimi. Ich lese ja auch gerne, habe aber keine Ahnung, was einen guten Krimi ausmacht, und wie ich den erkennen soll – vorm Kauf.

    Mit jenem Gürtel konnte die Betreffende tatsächlich meine Geschmacksgrenzen nicht einschätzen. 🙂 (Es tat mir echt leid. Gern hätte ich ihr den Gefallen getan, das Teil zu tragen – aber es ging einfach nicht. Wäre fast gewesen, wie Brie zu essen – den ich nicht runterbekäme ohne ganz unappetitliche Folgen.) Wir pflegen ein gemeinsames Unvermögen für gegenseitige Geburtstagsüberraschungen (das kurioserweise nur immer zu so offiziellen Terminen auftritt – nicht zwischendurch und nebenbei) und kichern darüber.

    Das Ringer-T-Shirt trug tatsächlich eine applizierte Eidechse. Was daher jeder Bekannten oder Halbvertrauten nachzusehen gewesen wäre: Worauf Meyer steht, posaunt er rum oder macht es anderweitig bemerkbar (bin ja nicht so dezent, wie ich mich selbst gern sähe). Die Ex kannte mich jedoch nicht nur in- und auswendig – gerade T-Shirts dieser Form waren häufig Thema unserer Konversation über Garderobe gewesen (was wem steht, was nicht und warum). Dass derart weit ausgeschnittene Dinger mir ähnlich gut stünden wie eine Rotzbremse zu betont langen Koteletten, lag im klar umrissenen Kanon bis dato gemeinsam gepflegter Ästhetik.

    (Ich vergesse oder übersehe durchaus, wer den Kaffee mit Milch nimmt und/oder mit wieviel Zucker. Nicht aber bei Menschen, die mir das häufig genug vorführen und ggf. sogar thematisieren. Einmal bewusst registriert, merk ich mir sowas wie von selbst auch über Jahre hinaus. Und lange waren wir noch nicht getrennt gewesen.)

    P.S.: Bitte nimm diese überlange Zusatzantwort als Kompliment für die Umfrage. Leichthin plaudern zu können über scheinbare Oberflächlichkeiten, dabei jedoch Hintergründe erahnen zu lassen, die wiederum nicht peinlich entblößt oder hart diskutiert werden müssen, übt einen fast unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. 😃

    Gaga Nielsen
    sehr gelacht 🙂

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