Also, ich war beim neuen Edeka und beim neuen Rossmann. Eingang nun gegenüber von CHANEL! Es geht die Rolltreppe runter und man merkt gleich, wir bewegen uns in neuen Dimensionen, sehr geräumig! Der neue Edeka wirkt von innen ein bißchen ähnlich wie die Lebensmittelabteilung von Karstadt-Wertheim am KuDamm (ich kann mir nicht merken, wie das Kaufhaus aktuell firmiert). Als preisliches Referenzprodukt habe ich einen Crémant angesteuert, von dem ich den regulären Preis aus dem effeff kenne. Da ging mir doch gleich das Herz auf, denn das Getränk hat z. Z. den absoluten Tiefstpreis von 5,49! Sensationeller Preis.

Gelernt: Preisschilder mit rotem Etikett am Regal sind Sonderangebote. Auch die 1,5-Liter-Flasche Tonic Water der Marke „gut und günstig“ war noch günstiger als sowieso schon. Es gibt nun neben normalen Kassen noch zusätzlich drei Schnellkassen für kleinere Einkäufe, mit sehr freundlichem Kassenpersonal. Ich habe mit meinem Kassierer ein Pläuschchen gehalten und mich als ehemalige Stammkundin vorgestellt. Die Mitarbeiter merken sich das! Ich bin früher so gerne dahin, weil es sowieso auf meinem Weg liegt, aber auch noch extra gerne, weil so eine bestimmte blonde Kassiererin wie ein beleidigter Dackel geguckt hat, wenn ich länger nicht da war und gefragt hat, warum wieso weshalb und dass sie mich schon vermisst hat. Es hat gemenschelt. Überhaupt freuen sich Kassierer immer, wenn man ein persönliches Wort für sie hat, so wie ich mich als Kundin ja auch.

Bei Rossmann ähnlich! Ich brauchte den 10-Prozent-Rabatt-Gutschein gar nicht, es gibt gerade für jeden Kunden auf alles zehn Prozent. Habe Glühbirnen gekauft, die sind ja immer noch überall so unverschämt teuer. Und Deo. Auch dort ein sehr charmanter junger Kassierer, der mir ebenfalls gutgelaunt seine Wünsche für ein schönes Wochenende übermittelt hat.

Auf dem Rückweg kam mir zwar nicht Frank Castorf in der Sophienstraße entgegen, aber ein Mann der original wie Peter Handke aussah. Mit zwei vollen Einkaufsbeuteln aus Baumwolle. Muss gleich mal googeln, ob Handke jetzt zwischen Paris und Berlin pendelt. Kann aber auch ein Doppelgänger gewesen sein (Handke lebt noch, oder?).

Beim Weg durch die Sophie-Gips-Höfe überholte ich eine Mutter mit zwei kleinen Töchtern. Die eine Tochter, ca. drei oder vier, war auf dem Arm der Mutter und ganz ruhig. Die andere Tochter, ca. vier oder fünf, lief lustlos und weinend und jammernd hinterher. Gemeinerweise mussten alle Erwachsenen (ich eingeschlossen) darüber grinsen. Es war schon ein bißchen dick aufgetragen, um nicht zu sagen theatralisch. Die Mutter guckte ganz ungerührt, ich drehte mich zu ihr um und sagte: „vielleicht will sie auch auf den Arm?“ Die Mutti etwas hilflos lächelnd: „Ja. Ja ja. Ich wechsle schon dauernd ab.“ Ich in Richtung des Töchterchens auf dem Arm deutend: „Und wenn SIE dann unten ist, weint sie dann auch?“ Mutti: „Ja. Ganz genau dasselbe.“ Uff.

P.S. Der Edeka hat jetzt eine extra Abteilung mit riesiger Überschrift „VEGAN“, wie es sich für die vegane Welthauptstadt gehört. Bin zwar keine Veganerin, begrüße das aber.

2 Antworten auf „27. August 2021

  1. Gabriele S.
    Ich lese deine Texte gerne. Gut beobachtet und gut in Sprache übersetzt

    Gaga Nielsen
    Danke sehr, das freut mich, liebe Gabriele!

  2. kid37 – 27. Aug, 21:15
    Das freut mich sehr. Ich hatte nämlich so ein blödes Erlebnis in meinem kleinen Quartiersmarkt, weil die junge Kassiererin schon anfing, meine Sachen übers Band zu ziehen, ehe ich alles aufgeladen hatte, was natürlich blöd ist, weil dann am anderen Ende alles aufgetürmt und wild durcheinander kommt, so daß man fast neurotisch werden könnte, denn die ausgeklügelte Ordnung mit schweren Teilen und leichten Teilen kommt dann ja durcheinander. Jedenfalls mußte ich freundlich mahnen, kam mir aber gleich wie ein alter Blogger Mann vor, der wie ein Rentner mit der modernen Zeit nicht mehr hinterherkommt. Unangenehm! Sonst aber auch alles prima da, schön, daß Ihr Supermarkt sozusagen so auf Wohlfühltemperatur ist.

    g a g a – 27. Aug, 21:25
    Wir müssen da vielleicht mal gemeinsam hingehen. Ich wurde bereits mehrfach (also auch in anderen Edekas und Rewes) für meine strategische Befüllung des Laufbandes gelobt. Die schweren und robusten Sachen, Schaumwein- und Bierflaschen, Gurkengläser, Kartoffelsäcke zuerst, hernach die sensiblen Mimöschen wie Eierschachteln, Joghurt- und Sahnebecher. Mag aber auch daran liegen, dass ich auch immer etwas auf den dekorativen Aspekt achte, der dann noch extra ins Auge sticht.

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