Magnolia. 100 x 100 cm, Acryl, Tinte, Papier, Styropor

Noch ein Baum. Ich hatte doch erzählt, wie ich vor ca. zwei Monaten durch den Baumarkt gelaufen bin, auf der Suche nach einem Ersatz für die dort weggehamsterten Leinwände. Weil mir alle Bauplatten zu schwer waren für den U-Bahn-Transport, hatte ich zwei Styroporplatten im Format 50 x 100 gekauft und zusammengeleimt, und dann mit einem großen Papierbogen überzogen, den ich dann übermalt und nochmals mit gemalten Fragmenten beklebt habe. Einmal und nie wieder. Wenn man das fertige Werk falsch anfasst, hat man Dellen von den Fingern im Bild. Ich war bis jetzt vorsichtig, aber es hat wohl einen guten Grund, wieso nicht alle Welt Bilder auf Styroporplatten malt. Schade aber auch, wo sie so günstig sind, eine nur 1,49 Euro.

Das ist also das fertige Werk. Ein Magnolienbaum, sage ich mal. Wenn die Bilder annähernd fertig sind, überlege ich, worum es sich handelt. Ich konzentriere mich ganz stark und dann erkenne ich es blitzartig und weiß, woher das Déjà vu kam, das ich die ganze Zeit schon beim Werkeln hatte. Zufällig haben auch gerade die Magnolienbäume geblüht, als ich daran gearbeitet habe, aber ich habe an nichts Bestimmtes dabei gedacht. Elektrisches Pink mag ich sehr. Kein Barbiepink, sondern mexikanisches Pink, wie ich es nenne. Für mich ist es elektrisch, weil es mehr Elektritzität ausstrahlt, als die meisten anderen Farben. Ich habe das Gefühl, das Pink vibriert. Mit dieser Farbe verbinde ich starke Aufregung wie bei Vorfreude. Nur Gutes.

Eine Antwort auf „25. Mai 2020

  1. Kavi
    Sieht toll aus, aber ich bin dankbar, wenn tatsächlich nicht alle Welt auf Styropor malt. Das ist mit das umweltschädlichste Material der ganzen Welt und ein Magnolienbaum DARAUF ….. den Rest, den ich mir denke, kannst Du Dir denken.

    Gaga Nielsen
    ich verspreche hoch und heilig, dass ich nie mehr Styropor kaufe! Es kann aber passieren, dass ich weiterhin interessante Styropor-Verpackungsteile aufgable, die von anderen für die Entsorgung vorgesehen waren. Da gibt es manchmal sehr reizvolle Formen. Und dann ist es ja umweltfreundlicher, wenn ich die verarbeite, anstatt sie der BSR zu überlassen. Passiert aber selten, da ich sehr wählerisch bin. Als ich Kind war (in den Sixties), war Styropor ein bei uns Kindern sehr beliebtes neues Material, weil so leicht. Man konnte schön damit spielen. Damals war Umweltschutz noch kein Thema. Das Bewusstsein dafür entstand erst massiv Anfang der Achtziger Jahre. Als ich achtzehn war und das erste mal wählen durfte, 1983, habe ich dann auch gleich für die Grünen für den Gemeinderat kandidiert. Bin aber unter fünf Prozent geblieben. Das war in Bayern, was als Erklärung reichen sollte.

    Als die Coronawelle anfing, war im Bauhaus in der Hasenheide keine einzige Leinwand mehr da und wurde auch bis auf weiteres als nicht lieferbar avisiert. Das ist der Hintergrund. Ich hätte natürlich im Internet bestellen können, aber wer einen bestimmten Schaffensdrang hat, weiß, dass man mitunter keine Lust hat, den Drang mehrere Tage bis zu einer Lieferung zurückzuhalten. Dann muss eine Alternative her. Meine weiteren Alternativen waren seither zufällig gefundene Abdeckplatten aus dicker, harter Pappe, die auf einer Seite wie gewebt aussieht und als Bodenschutz bei Bauarbeiten genutzt wird. Da fand ich gebrauchte, ausrangierte Teile und hab sie mitgenommen.

    Man kann den Magnolienbaum auf dem bösen Material ja auch als magischen Akt deuten, ein Statement, dass das Organische dem Synthetischen als Gesamtpaket überlegen ist.

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