Gestern ein paar ganz brauchbare Bilder von Rudi Protrudi (66) von den Fuzztones und seinem dreissigjährigen italienischen Schlagzeuger Marco Rivagli (der aussieht wie der fünfte Ramone), auf meinem Rechner gesichtet. Die Bilder sind am 5. Juni 2018 beim EHIEH („Ein Hit ist ein Hit“) Vol. 38 entstanden. Von Nikko Weidemann, dem Gastgeber auch sehr viele, besonders gute sogar. Die kennt er noch gar nicht. Aber wen interessiert das – außer den Abgebildeten – ein halbes Jahr später. Ich beschäftige mich nach Lust und Laune, ohne Zeitplan und ohne besonderen Ehrgeiz nebenher mit diesen ganzen älteren Aufnahmen, lade es dann auch irgendwann in flickr hoch, ist ja mein virtuelles back up, aber mir geht da keiner ab. Ich war im Frühjahr schon mal bei einer der Shows und habe fotografiert. Letzten Endes gibt man die Bilder zur Kenntnis, es gibt ein paar lahme Reaktionen und eine Weile später sieht man rein zufällig, dass jemand aus zwei Fotografien einen Header für sein Musikerprofil gebastelt hat. Mich ärgert nicht, dass sich jemand damit repräsentiert, sondern nicht darüber kommuniziert.

An dem Abend mit Rudi Protrudi waren auch noch andere eindrucksvoll kostümierte musikalische Performer auf der Bühne vom Ballhaus. Die eine Truppe hatte bizarre Teletubbi-mäßige Plüschkostüme an, der sonnenbebrillte Sänger stellte einen Teller Spaghetti mit Tomatensoße dar, was sich lächerlicher anhört, als es visuell wirkte. Die drei Kostümierten coverten „DA DA DA“ von Trio. Ich war mit Jenny dort, sie wäre bestimmt amüsiert von den Bildern, zumal sie auch weiß, dass diese Truppe musikalisch nicht sehr interessant war, aber das ist der monotone Kult-Song ja auch nicht. Ina erzählte ich später von dem Abend und dass ich ziemlich eindrucksvolle Bilder hätte, die mich aber dennoch nicht so wahnsinnig interessieren, ich habe mit den Protagonisten auf der Bühne ja sonst nichts zu tun. Und ich sagte ihr auch, dass wer die Bilder sehen würde, denken müsste, er oder sie hätte die superhippe Mega-Party des Jahrtausends verpasst. Aber vielleicht war es das ja für einige. Mir ist da zuviel Powerpoint Präsentation, zu viel Gerede, zu viel Moderation im Stil eine Kultur-Vortrags mit Inhalten, die man bei Wikipedia nachlesen kann, zu viele platte Witzeleien, zu viele Kalauer. Ich hasse Kalauer. „Mainz wie es singt und lacht“ für Akademiker. Wir haben den Abend trotzdem genossen, aber die musikalische Qualität war schon sehr durchwachsen. Eine blonde Keyboarderin und Sängerin hat ein Cover von Joni Mitchell gesungen. Eine ihrer melancholischsten Balladen. Sehr, sehr gut. Das war eher auf meiner Wellenlänge.

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