Beim Abbau in der Tykwerzelle. Jetzt ist jemand anders darin. Das war schon mein Ding, eigene Räume zu haben, ein Universum ohne Kompromisse – im Rahmen der Gegebenheiten. Man lernt mit jedem Schritt, mit dem man sich in die Welt bewegt. Dass ich mich wacker schlage, dachte ich schon. Aber dass ich gerade in den letzten Wochen davor so einen Energiepegel mit tausend Ideen bekomme, war eine interessante Erfahrung. Jetzt könnte ich nach einer Pause so weitermachen. Ich habe ja auch so viel, und es lässt sich immer wieder verwerten. Später, danach, fiel mir mitunter auf, was ich nicht gezeigt habe, weil keine Zeit war, oder weil ich Bilder, die auch das eine oder andere Aha ausgelöst hätten, schlichtweg selbst nicht mehr auf dem Schirm hatte. Nach dem Abbau kam wieder der Fahrer mit griechischem Hintergrund, der als Sechsjähriger nach Berlin kam und hier aufwuchs, mit seinem GO-Transporter. Er hatte einen Freund und Kollegen dabei, die beiden halfen mir tatkräftig, meine Projektionswände und die schweren Taschen mit dem Equipment in die zweite Etage von meinem Atelier in der Schierker Straße hochzutragen. Wir haben uns geduzt, es war regelrecht familiär. Dann habe ich drei Stunden alles ausgepackt und halbwegs verräumt, den Regiestuhl in den großen Raum gestellt, auf die Sitzfläche mein altes Vaio-Notebook mit dem dritten Setup, das nicht zum Einsatz kam, wäre vielleicht auch untergegangen. Oder auch nicht. Dann zuhause ein innerlicher Cut, als hätte ich alles nur geträumt. Die letzten Tage die Lücke im Blog geschlossen, vorhin. Den letzten fehlenden Eintrag hier eingefügt. Alles nachgetragen. Bei zwei besonders langen Kommentarsträngen musste ich lachen und da war klar, dass das doch nicht so idiotisch ist, wie ich selbst manchmal zu mutmaßen geneigt bin. Es ist einfach zu amüsant. Das muss dann jeder selber entscheiden, ob so etwas einen zu archivierenden Wert hat. Wenn meine treuen Blogleser sehen, was ich in gewisser Weise mehr als ein Jahr unterschlagen habe, könnten sie sich vernachlässigt fühlen, aber ich habe ja nun alles getan, um es wieder gutzumachen. Schreibt man das so? Bei der Rechtschreibung bin ich seit langem verunsichert. War ich früher nie. Aber das geht vielen so. Ich denke, man versteht es. Ich versuche immer, verständlich zu schreiben. Wenn ich kryptisch bin, ist es eine Notlage. Noch gar nicht so spät, erst ein Uhr neunzehn. Dachte, es wäre schon später. Ich mochte den Sommer übrigens, mit seinem untypischen Wetter. Da bin ich alleine auf weiter Flur. Es war nie so heiß, dass ich meinen Adlerhorst vor der Hitze dämmen und abdunkeln musste, das ist immer ein gewisser Aufwand. Bei jeder Sonnenstunde war mir wie Frühling. Auch gestern Nachmittag wieder. Gegen Mittag hatten wir Regen, am Nachmittag brach eine Sonne mit einem Licht aus, das etwas von Mai oder März hatte. Dann wieder Wolken. Da mein Leben nicht aus Freibad-Plänen besteht, ist diese wilde Mischung für mich völlig in Ordnung. Nur das eine lange Sommerkleid hätte ich gerne einmal ausgeführt. Aber manchmal gibt es ja auch drinnen Gelegenheiten, keinen Rollkragenpullover zu tragen. Ich kriege heute keinen furiosen Schluss bei diesem Eintrag hin. Manchmal habe ich da ein Händchen dafür, heute nicht. Heute trinke ich nur noch etwas. Ich mache schon genug.

Eine Antwort auf „15. September 2017

  1. fb ~ 15.09.17 Jan Sobottka
    Nach dem Abbau in der Tykwerzelle…. Fand ich deine Friedrichhainer Chronik. Die liegt jetzt bei mir.

    Gaga Nielsen
    danke dir, Jan.

    Claudia Sawallisch
    Tolles Selfi, Lady!!

    Gaga Nielsen
    zumal ohne Selfie-Phone. Aber ich übe auch schon ein Weilchen. (siebzehn Jahr, blondes Haar)

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