Eine Antwort auf „05. Januar 2017

  1. fb ~ 05.01.17 Ina Weisse
    wer war denn am traurigsten??? und hat gewonnen. Sie?

    Gaga Nielsen
    gewonnen hat eine Berliner Frauen-Truppe (TSCHAIKA), die a capella ein finnisches Volkslied (?) namens „Meri“ gesungen hat, so ein bißchen im Stil von dieser bulgarischen Gruppe, die in Trachten auftritt („The Mystery of Bulgarian Voices“) und damit in den Achtzigern oder Neunzigern Erfolg hatte. Es waren schöne Momente bei diesem mehrstimmigen Gesang, aber nicht mein Favorit. Ich mochte am liebsten ein Frauen-Duo, das sich „snow forest“ nennt, da hatte ich wirklich (fast) feuchte Augen. Taschentuchalarm war ansonsten Fehlanzeige. Einige hatten das Thema verfehlt, mir (und Jenny, die neben mir saß auch) ein Rätsel, wieso die in die engere Auswahl kamen. Saudia Young hat gar nicht im Wettbewerb mitgemacht, sie hat gesungen, nachdem die zwölf Kandidaten durch waren und ausgewertet wurde, und wurde von Karl am Piano (ebenfalls out of competition) begleitet. Ich fand sie recht gut, ausdrucksstärkere Gesamtperformance als die Kandidaten. Meine Favoritinnen snow forest waren als Gesamtpaket (im Sinne von der visuelle Eindruck ist genauso packend wie der auditive….) nicht ganz so umwerfend. Andererseits wurde einem durch die eher unglamouröse, ja schlichte performance umso deutlicher, wie gut der Song war. Es lenkte quasi nichts vom Gehörten ab.

    Ina Weisse
    Danke für deine ausführliche Antwort. Als ich deine schönen ausdrucksvollen Fotos sah, dachte ich, hab was verpasst. Aber jetzt scheint es mir doch nicht mehr so!!

    Gaga Nielsen
    da sprichst du etwas an, das mir andere schon gesagt haben (und es ist manchmal richtig) ich versuche bei jeder Gelegenheit aus einer Art sportlichem Ehrgeiz Bilder einzufangen, die mich mitunter im Nachhinein mehr faszinieren, als die performance, während ich sie erlebte. Es ist in gewisser Weise ein manipulierender Eiindruck, den ich einfange. Nicht nur für andere, auch für mich. Es unterstüzt die Wahrnehmung, meine Zeit nicht vergeudet zu haben. Ich glaube aber, dass ich auch wirklich wahrhaftige Intensität einfange, die aber nicht immer durchgängig repräsentativ ist. Manchmal sind es seltene Momente, wo jemand sehr bei sich ist. Andererseits verlasse ich auch schon mal eine Veranstaltung, wenn ich mich langweile. Das war hier nicht der Fall. Es war durchwachsen, aber immer wieder mit hörenswerten Momenten. Und die location ist wahnsinnig sehenswert, ich dachte, ich bin in einem der zahllosen Wiener Palais, Sehr atmosphärisch. (ich stelle die ganze Strecke heute oder morgen online, dann siehst du, was ich meine)

    Ina Weisse
    Ja da sind wir wieder bei Roland Barthes!!

    Gaga Nielsen
    genau!

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