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»Außerdem war Rilke auch ein Salonlöwe. Er hatte nie das Gefühl, bei intellektuellen Soireen oder literarischen Tees nur seine Zeit zu vergeuden. Dort pries er enthusiastisch die sprachlichen Schönheiten, die er bei der Übersetzung von Anna de Noailles aufspürte. Für ihn stellte sie das Äußerste an ästhetischer Kühnheit dar, während sie heute nur noch als Beispiel eines schriftstellerischen Laubsägestils gilt. Rilke hingegen machte ihr Reimgeklingel glücklich.«

Claire Goll, „Ich verzeihe keinem“, Seite 67

3 Antworten auf „16. November 2016

  1. Na ja, ist doch schön, wenn es wenigstens einen glücklich macht. Es ist irgendwie beruhigend, daß es für alles den einen oder anderen Abnehmer gibt, der darin mehr sieht. So gesehen hat alles seine Daseinsberechtigung, egal wievielen es auch nicht gefallen mag.

  2. wie der Titel des Büchleins bereits erahnen lässt, handelt es sich bei den Erinnerungen von Claire Goll um ein Werk, das weder Polemik noch Polarisierung scheut. Sie verkündet das nicht als allgemeingültige Erkenntnisse, sondern erzählt halt sehr dezidiert von ihren Vorlieben und Abneigungen. Angenehme Abwechslung zu den sonstigen eher opportunistisch gehaltenen Lebenserinnerungen anderer. Interessante Lektüre, ich meine, wer war schon mit Rilke im Bett und plaudert darüber.

  3. Ah, ich sehe. Wir haben die gleiche Ausgabe. Darunter auch die hübschen Begriffe „schriftstellerische[r] Laubsägestil“ und „Reimgeklingel“. Austeilen konnte sie ganz gut, die Goll.

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