19. Oktober 2008

Saturn Sextil Neptun
(Geburtsjahr Juni – Okt. 1965)
[…] Sie sind zwar ernst gestimmt, doch gewinnen Sie ein wesentlich vertieftes Verständnis. Sie versagen sich Dinge, nach denen Sie früher gestrebt haben, weil Sie erkennen, daß sich mit etwas Geduld das tägliche Leben Ihren Idealen nähert. In dieser seelischen Verfassung sind Sie zu disziplinierter Selbstbeherrschung und zu Opfern bereit, ohne dabei zur Märtyrerin zu werden. Mit anderen Worten, Sie schätzen Ihre Handlungen realistisch ein.

Zurückhalten explosiver Gefühlsregungen in der Hoffnung auf Transformation. Angst vor Destruktion. Totaler Zerstörung. Schlafen und warten wie die Energiewelle ausläuft. Oder ob sie sich an einem Felsen bricht, die Energie zurückschleudert.

19. Oktober 2008

Saturn Sextil Neptun
(Geburtsjahr Juni – Okt. 1965)
[…] Sie sind zwar ernst gestimmt, doch gewinnen Sie ein wesentlich vertieftes Verständnis. Sie versagen sich Dinge, nach denen Sie früher gestrebt haben, weil Sie erkennen, daß sich mit etwas Geduld das tägliche Leben Ihren Idealen nähert. In dieser seelischen Verfassung sind Sie zu disziplinierter Selbstbeherrschung und zu Opfern bereit, ohne dabei zur Märtyrerin zu werden. Mit anderen Worten, Sie schätzen Ihre Handlungen realistisch ein.

Zurückhalten explosiver Gefühlsregungen in der Hoffnung auf Transformation. Angst vor Destruktion. Totaler Zerstörung. Schlafen und warten wie die Energiewelle ausläuft. Oder ob sie sich an einem Felsen bricht, die Energie zurückschleudert.

04. Oktober 2008


So sehe ich übrigens aus, wenn ich sauer bin. Es handelt sich im Detail um eine Kombination aus beleidigte Leberwurst, Verachtung, Rache, Stolz, Genie, Mitleid und Weltherrschaftsanspruch. Um es nonchalant auf den Punkt zu bringen: dabei sehe ich ungefähr dreißigtausendmal (das ist selbstverständlich noch sehr stark untertrieben – Prahlerei ist mir von Natur aus abhold) spannender, fotogener, attraktiver, scharfsinniger und charismatischer aus, als sechsundneunzig Prozent der gerichtsnotorischen Contemporary-Art-in-Mitte-Opening-Alkoholiker Groupies Gäste. Die Torte, der Hund und Bridge Markland ausgenommen. Man muss die Wahrheit auch hin und wieder einmal ausprechen dürfen, nicht wahr.
Und nun zum Wetter.

10. Oktober 2008


Wenn es nach mir geht, darf Mark Chung für das Kanzleramt antreten. Ein schicker Volksrepräsentant mit respektabler Vergangenheit, Fachkompetenz und Ausdrucksvermögen, der auch auf internationalem Parkett eine gute Figur abgibt. Leider war er diesmal nur als Sprecher der Musikindustrie auf dem Podium – aber was nicht ist, kann ja noch werden! Überhaupt plädiere ich für eine künstlerische Grundlagenqualifikation für Politiker. Der künftige Direktabgeordnete für Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg Ost Cosmic, der mit dem Wahlprogramm „Alles was rockt“ antritt, hat das immerhin erkannt und geht mit gutem Beispiel voran! Schon heute freue ich mich auf seinen Wahlkampf in gereimter Form und inhaltlich überzeugende Wahlplakate, die man sich auch als Erstwählerin gerne übers B ins Studierzimmer hängt. Das hat auch einfach mit Nachhaltigkeit zu tun! Irgendwie. Und so.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=59913

10. Oktober 2008


Wenn es nach mir geht, darf Mark Chung für das Kanzleramt antreten. Ein schicker Volksrepräsentant mit respektabler Vergangenheit, Fachkompetenz und Ausdrucksvermögen, der auch auf internationalem Parkett eine gute Figur abgibt. Leider war er diesmal nur als Sprecher der Musikindustrie auf dem Podium – aber was nicht ist, kann ja noch werden! Überhaupt plädiere ich für eine künstlerische Grundlagenqualifikation für Politiker. Der künftige Direktabgeordnete für Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg Ost Cosmic, der mit dem Wahlprogramm „Alles was rockt“ antritt, hat das immerhin erkannt und geht mit gutem Beispiel voran! Schon heute freue ich mich auf seinen Wahlkampf in gereimter Form und inhaltlich überzeugende Wahlplakate, die man sich auch als Erstwählerin gerne übers B ins Studierzimmer hängt. Das hat auch einfach mit Nachhaltigkeit zu tun! Irgendwie. Und so.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=59913

04. Oktober 2008


So sehe ich übrigens aus, wenn ich sauer bin. Es handelt sich im Detail um eine Kombination aus beleidigte Leberwurst, Verachtung, Rache, Stolz, Genie, Mitleid und Weltherrschaftsanspruch. Um es nonchalant auf den Punkt zu bringen: dabei sehe ich ungefähr dreißigtausendmal (das ist selbstverständlich noch sehr stark untertrieben – Prahlerei ist mir von Natur aus abhold) spannender, fotogener, attraktiver, scharfsinniger und charismatischer aus, als sechsundneunzig Prozent der gerichtsnotorischen Contemporary-Art-in-Mitte-Opening-Alkoholiker Groupies Gäste. Die Torte, der Hund und Bridge Markland ausgenommen. Man muss die Wahrheit auch hin und wieder einmal ausprechen dürfen, nicht wahr.
Und nun zum Wetter.

04. Oktober 2008

Ohne Wenn und Aber Chefsache. Man muss die Prioriäten herausarbeiten und darf sich auch nicht scheuen, selbst mit Hand anzulegen. Ich kann da ganz stringent sein.

04. Oktober 2008

Und die verlässliche Umarmung der Bettdecke. Bettdecken. Zwei. Und warmen Wassers. Dinge, die ich nie begreifen werde: warum sagen Menschen sie hätten keinen Sex, obwohl sie gesunde Arme und Hände besitzen. Gotteslästerung.

04. Oktober 2008

Sauber machen. Oder den durchgerosteten Gefühlspanzer ablegen. Oder beides. Oder Donald Duck lesen. Panzerknacker. Gefühlspanzer har har. Von wegen. Der Panzer hält die Knochen zusammen und schützt das Herz. Verborgen. Aber es schlägt.

09. September 2008


I’ve reached the platonic pavilion
A great way to swallow my time
But I do think I need a stronger witness
To watch me blow my mind
You ain’t digging all my questions
And I know I ain’t digging all your lies
Keep on selling me my future
And I’ll keep on wearing my disguise
Bullshit, they didn’t last forever
But my views get shorter everyday
I’m still so God damn hungry
I’ve feeded off my own bone
So lay me out in my parade
And meet me, dear, I glow
Dave Wyndorf, Baby Götterdämmerung

08. September 2008

Ja, wir müssen mal gute Sonnenbrillenfotos machen. Richtig gute. Das hier, neulich mitten in der Nacht nach deiner Eröffnung war ja nur ein erster Anlauf. Nachdem du meine Brille auf Cosmics Nase gesehen hast, fingst du an zu überlegen, wie du selbst mit dieser Brille aussehen würdest. Die Brille scheint ein kleines Macho-Gen zu übertragen. Was gar kein Problem ist. Nicht in diesem besonderen Fall.

05. september 2008

Neulich. „Lass uns doch mal gucken, ob es das Baal in der Mulack noch gibt“. Betty F*** Hoppla. „Ah – scheint jetzt ne Schwulenbar zu sein. Och komm, lass uns bleiben. Außerdem: ich bin schwul und du bist lesbisch.“



ALTE SCHÖNHAUSER NACHTS
Vorhin. „Ich lese noch ein bißchen in deinem Buch.„ „Ah! In meinem Buch! Das du mir demnächst bringst!“ „Ja, genau. Bachmann und Celan.“ „Dann kannst du mir ja vorlesen.“ „Ja, lese ich dir gerne vor“. „Und ich kann dir vorlesen.“ „Ja. Oder wir lesen uns beide vor. Mit verteilten Rollen. Das hat noch eine ganz andere Intensität. Sich diese Briefe vorzulesen… Du Bachmann, ich Celan.“ „Ja. Habe ich Lust. Du kannst ja beim Lesen liegen.“ „Immer bin ich ja nicht müde.“ Kannst ja trotzdem liegen. Und ich nehme es auf.“

31. august 2008

Es war Sommer,
und die Sonne schien,
und noch kürzer, das sah ich ein,
kann man Zehennägel nicht schneiden
und ließ es sein und las die Geschichte
weiter, die ich angefangen hatte,
eine Liebesgeschichte voller Hinweise
auf alle Fehler, die ich hinter mir
und in bester Erinnerung hatte,
säße ich sonst hier und bewunderte
das Paarungsverhalten der Fliegen,
einfach, schnell und auf Zucker?
Wolf Wondratschek

02. September 2008


Gut, sich auf sich zu besinnen. Und eine Leinwand. Und morgen. An der letzten Signatur kann ich ablesen, wie lange ich nicht in meinem Atelier war. Ich sehe nicht nach. Reiße alle Fenster auf. Sammle die Blätter und Blüten der Balkone über mir vom Balkon. Schütte zwei Eimer heißes Wasser mit Seife darüber. Staub der Monate hinfort. Wasser aufsetzen. Im Küchenschrank noch zwei Rippen Vollmilch-Nuss. Im Briefkasten zwei Postkarten aus zwei verschiedenen Urlaubsorten aus zwei verschiedenen Jahreszeiten von demselben warmen Menschen. Eine Einladungskarte zu einer Ausstellungseröffnung, die längst vorbei ist. Eine dvd, die ich mich nicht erinnere bestellt zu haben, über die kurische Nehrung, wo ich vor einem Jahr war. Vor genau einem Jahr. Ist schon bezahlt. Wie kommt diese Post zu mir? Ein Geschenk? Der Rest, Reklame, Postwurfsendungen, verstopft den Briefkasten. Ich schmeiße alles auf den Boden und fische die Schätze heraus. Rest zusammengeknüllt in die Papiertonne. Die Nachbarinnen in der ersten Etage, zwei ältere Damen haben neue furchterregende Schilder an ihre Wohnungstüren geschraubt Wachsamer Nachbar! Ich habe es immer geahnt. Gewusst! Wobei sie damit ja in der Pflicht sind. Wehe, in dem Haus wird eingebrochen, dann sind sie aber dran, die beiden. „Ich dachte, sie wären wachsam?“ Langer freundlicher Kampf mit der Leinwand. Aufwändiges Herumgemale. Dann tabula rasa. Am Ende bleibt nicht viel, aber Eindeutigkeit.

31. august 2008

Es war Sommer,
und die Sonne schien,
und noch kürzer, das sah ich ein,
kann man Zehennägel nicht schneiden
und ließ es sein und las die Geschichte
weiter, die ich angefangen hatte,
eine Liebesgeschichte voller Hinweise
auf alle Fehler, die ich hinter mir
und in bester Erinnerung hatte,
säße ich sonst hier und bewunderte
das Paarungsverhalten der Fliegen,
einfach, schnell und auf Zucker?
Wolf Wondratschek

30. august 2008


Gotta get past the negative things. Lawyers and business, you get what you bring. (No one’s sorry you did it yourself. It’s time to relax now and then give it hell.) Someday you’ll find what you’re looking for. Someday you’ll find everything you’re looking for. (You gotta trust someone. Someone you trust.) Try to get closer, but not too close. Try to get through but not BE through. No one can touch you now. (I can touch you now.) Someday you’ll find what you’re looking for. Someday you’ll find everything you’re looking for. Someday… Neil Young, Bandit

24. august 2008

Die erste Spur erzählt. Durch die Kamera versuchen zu verstehen. Aus Neptuns Reich aus der Tiefe ziehen.

If I had ever been here before, I would probably know just what to do, don’t you? If I had ever been here before on another time around the wheel, I would probably know just how to deal with all of you. And I feel like I’ve been here before. Feel like I’ve been here before. And you know It makes me wonder, what’s going on under the ground. Do you know? Don’t you wonder? What’s going on down under you. We have all been here before. We have all been here before. We have all been here before. We have all been here before
David Crosby, déjà vu

24. august 2008

Die erste Spur erzählt. Durch die Kamera versuchen zu verstehen. Aus Neptuns Reich aus der Tiefe ziehen.

If I had ever been here before, I would probably know just what to do, don’t you? If I had ever been here before on another time around the wheel, I would probably know just how to deal with all of you. And I feel like I’ve been here before. Feel like I’ve been here before. And you know It makes me wonder, what’s going on under the ground. Do you know? Don’t you wonder? What’s going on down under you. We have all been here before. We have all been here before. We have all been here before. We have all been here before
David Crosby, déjà vu

22. august 2008

Frage mich, in welchem Maß die von mir weitgehend kultivierte Abwesenheit von psychischer und physischer Nötigung angetan ist, mutmaßenderweise und durchaus irrtümlich mit Abwesenheit von Not oder Leidenschaft gleichgesetzt zu werden. Har har. Diese langweilige menschliche Reife, jemanden nicht zu vereinnahmen. Nicht Mensch, nicht Tier. Keine Grenze zu setzen, kein Diktat oder wenn, dann nur als Spiel mit erklärten Regeln. Einer Katze, einem Kater nicht hinterherzulaufen, nicht die Hand auszustrecken, zu krallen und auf den eigenen Schoß zu setzen. Nicht zum Streicheln zu zitieren. Nicht, dass mir ein Streicheln nichts bedeuten würde, aber was für eine andere Qualität, sich genau in der Mitte zu treffen. Weil die Wege sich kreuzen. Ohnehin. Der eigene Weg da hinführt. Und der des anderen. Running over the same old ground…

22. august 2008

Wie sich beim Aufwachen Kinderplappern einstellt, das erste Sprechen nach dem Träumen. Solche Unschuld. „Du, ich hab gerade geträumt, dass ich bei einer Ausstellungseröffnung war und da war der Konstantin und der hat so einsam ausgesehen und da hab ich mir gedacht, dass er bestimmt nie umarmt wird und dann bin ich hin und hab ihn ganz fest gedrückt. Da hat er sich gefreut…“

22. august 2008

Wie sich beim Aufwachen Kinderplappern einstellt, das erste Sprechen nach dem Träumen. Solche Unschuld. „Du, ich hab gerade geträumt, dass ich bei einer Ausstellungseröffnung war und da war der Konstantin und der hat so einsam ausgesehen und da hab ich mir gedacht, dass er bestimmt nie umarmt wird und dann bin ich hin und hab ihn ganz fest gedrückt. Da hat er sich gefreut…“

18. august 2008


Noch so ein lange vergangener Abend. 24. Mai 2008. Eröffnung dieser Expressionale. So viele Wochen später ist es eigentlich doch ganz unterhaltsam, sich an längst versunkene Eindrücke zu erinnern. Den tätowierten und den untätowierten Türsteher, das Dekolleté der neureichen Russin, den dekorativen Kopf eines Kameramanns, die autoritäre, whiskytrunkene Benta aus Zehlendorf, die Beine der Assistentin und das Gemächt des Esels. Selbstverständlich durfte vor diesem Grosz nicht gelächelt, sondern nur voller Andacht geschwiegen werden.

18. august 2008


Noch so ein lange vergangener Abend. 24. Mai 2008. Eröffnung dieser Expressionale. So viele Wochen später ist es eigentlich doch ganz unterhaltsam, sich an längst versunkene Eindrücke zu erinnern. Den tätowierten und den untätowierten Türsteher, das Dekolleté der neureichen Russin, den dekorativen Kopf eines Kameramanns, die autoritäre, whiskytrunkene Benta aus Zehlendorf, die Beine der Assistentin und das Gemächt des Esels. Selbstverständlich durfte vor diesem Grosz nicht gelächelt, sondern nur voller Andacht geschwiegen werden.

18. august 2008


Making of… Opus 13
Irgendwie und irgendwann entsteht ja alles. Die eine und die andere Spur. Zwei Freundinnen sagen unabhängig voneinander dasselbe. Mach dein Ding. Denk nicht zuviel nach. Kein schlechter Rat. Ich sehe das Ergebnis. Mein höheres oder tieferes oder wo auch immer mäanderndes Selbst macht lieber eine große als eine zurückhaltende Überblendung. Manchmal hat man schon beim Schneiden dieses sichere Gefühl. Manche Filmspuren haben das in den Genen.

Die zweite Spur

09. august 2008

Gerade festgestellt, dass mein Make up in den letzten drei Jahren irgendwie eintönig, ja ich möchte sagen langweilig geworden ist. Ich sehe Entwicklungsspielraum! Alles muss wieder wilder werden!

Mach mit! Sei dabei!

14. august 2008

zuhause. bei Helmut.

Foto: catonbed
Meine zweihundertneunzig Pigozzibilder müssen noch ablagern. Und die von June. Und dann auf neunundzwanzig reduzieren. Kleiner Scherz. Aber auf die Hälfte. Das war im Juni. Und das Foto entstand, nachdem wir uns schön vor dem Foto mit Udo Kier* gestritten hatten. Aber wie. Zores. Und am Tag vorher, nach Junes Pressekonferenz wollte Xavier Moreau an derselben Stelle allen Ernstes ein Foto mit mir. Und zuhause blätterten wir dann in dem Bildband von Helmut, dem mit Liz Taylor drauf. Und fanden Xavier gleich dreimal darin. Und haben gegrinst. Und das fällt einem zwei Monate später alles wieder ein, weil man ein paar Fotos anschaut.
*nicht mit Udo Kier gestritten. Ich würde nie mit Udo Kier streiten.