DOG II., Tim Kamieth, 2022. Gefällt mir auch sehr. Kann mich gar nicht entscheiden. Aber hey – muss ich ja auch nicht. Habe auch für dieses schöne Tier keinen Platz hier. Aber vielleicht Ihr? Falls es überhaupt noch zu haben ist… noch so ein Kandidat für Spontanverliebtheit. Jedenfalls bei mir. Dabei bin ich sonst gar nicht so wild nach Hunden. Aber nach Tims komplettem Wurf hier!
Um zu erhellen, wieso ich gerade hingebungsvoll über die sehr sehenswerte Ausstellung von Tim Kamieth poste: wir hatten im November gebrainstormt eventuell gemeinsam, also gleichzeitig bei Sevenstar auszustellen. Aber es zeichnete sich recht schnell ab, dass jeder so viel am Start hat, dass sich das räumlich in die Quere kommen würde. Und so wählte ich den Januar und Tim den Februar. Und das war auch gut so. Wir haben beide krasse eigensinnige Energien, die sich so viel besser entfalten konnten. Können. Es hört ja nicht auf. Meine Ausstellung ist leider vorbei, aber Tims elektrische Werke sind noch eine gute Woche zu sehen.
Verliebt. „Wenn ich dich seh‘, hab ich weiche Knie und lauter linke Hände. Aber es kommt für uns beide nie zum Anfang, nie zum Ende. Schieß mich zum Mond oder schieß mich vorbei und ich sag‘ höchstens: „Na und – was nu?“ Das haut mich nicht um, aber Du.“ (Leider kein Stall mehr frei, in meinem süßen Zoo… aber so sweet)
„DOG I.“ Painting by Tim Kamieth, 2022. On Display at Sevenstar.
Mehr interessante Gäste. Mit der hellblonden Lady und weiteren weiblichen Gästen hat sich zu später Stunde in der Kellerbar eine Konversation über Schönheitseingriffe ergeben. Leider habe ich den Name der platinblonden Beauty vergessen. Sie ist wohl an dem Punkt, über einen Eingriff nachzudenken und fragte in die Runde, ob jemand operiert ist. Auch das jeweilige Alter wurde erfragt. Da ich die Älteste war, kam sie ganz nah an mein Gesicht und fragte direkt: „Hast Du Narben?“ Ich musste lachen. Ja, ich habe eine gewaltige Narbe, unter dem Kinn, aber nicht von einer OP an meiner Jawline, sondern von einer Schlägerei Anno 1987 in der Dominabar in Schöneberg, als ein blödes Arschloch mir sein Bierglas ins Gesicht drücken wollte, aus Zorn darüber, dass ich keine Lust hatte, mit ihm Konversation zu treiben. Das Glas zerbrach und landete an meinem Kinn, knapp unterhalb. Die Rettungssanitäter wurden gerufen, die klaffende Wunde im Auguste-Viktoria-Krankenhaus genäht. Davon ist eine tiefe Narbe geblieben, die würde ich gerne weghaben. Falls da jemand einen Top-Chirurgen für mich hätte? Es war aber dennoch keine Tussi-Konversation, sie schien sehr reflektiert und gebildet, eine Lehrerin. Wieder eine Reihe schöner Begegnungen bei Sevenstar.
„PinK doG“, ganz links, ist meiner. Ende Februar gehe ich mit ihm Gassi, um die Ecke. Auch elektrisch: Tims JFK. Weiß nicht, wie das Bild offiziell heißt. Habe leider die kleinen Schilder nicht gelesen… Das Pink ist so schön blau. Ich nenne das „mexikanisches Pink“ aber Tim bezeichnet es bestimmt anders. Ich denke dabei an ein bestimmtes Haus des mexikanischen Architekten Luis Barragán, der bei jenem Wohnhaus einzelne Mauersegmente, auch im Außenbereich, in elektrisierenden Pinktönen komponierte. Tim ist am nächsten Samstag von mittags bis zum späteren Abend in seiner Ausstellung in der Galerie anzutreffen – geht gerne hin.
Tims Beschriftung gefällt mir richtig gut. Schön groß, wie rangezoomt. Und SEINE Schrift. Sehr präsent, reicht eine Scheibe. In den vergangenen Monaten habe ich eine neue Aufmerksamkeit für Beschriftung von Schaufensterscheiben entwickelt. Ich schwankte für meine Ausstellung bei Sevenstar zwischen was ganz Großem als Beschriftung und etwas elegant Subtilem. Wurde letzteres, war auch schön. Das kam daher, dass ich ein abschreckendes Beispiel an den Scheiben vom Schießer-Unterwäsche-Geschäft am Hackeschen Markt gesehen hatte. Ein Haufen Text in einer Typo wie Arial Black in weiß, und dann mehrere Zeilen gefüllt, ein ganzer Absatz, Blocksatz, der einem zum Lesen als Reklame angedient wurde. Das Ganze sah nicht nach Werbekampagne aus, sondern nach Sehtest beim Augenarzt.
Gästebuch und signierte Fotografie vorhin auf dem Teppich in meinem Wohnzimmer. Es gab Sonne. Die verdeckte Fotografie zeigt eine Situation während einer Pause auf einem Filmset in den Hollywood Hills der Produktion „Strange Matters“ von Philippe Mora aus dem Jahr 2002. Thorsten wirkte mit und fotografierte in der Pause. Die Spirale ist seine Unterschrift, die schon manche Probleme verursacht hat. Musste lachen. Ein heiterer Tag nach dem Abend der gelungenen Eröffnung von Tim. Spätabends, besser Nacht, ging es noch in die Georgia Bar, wo ich vorher noch nie war. Hatte mir den Laden kleiner vorgestellt. Wahnsinnig voll. Schlangen standen an. Durch geheime Handzeichen wurde der Vorgang bei unserer kleinen Gruppe beschleunigt. Alles stand drinnen dicht an dicht. Sehr gute Elektrobeats. Aber erstaunlich wenig wirkliches Tanzen, eher moderat verhaltenes Taktgewackel mit Glas in der Hand. Ich ja nicht. War ganz berauschend. Habe einige Fotos von Tims Eröffnung bei Sevenstar, auch eines seiner Werke erstanden, einen kleinen Siebdruck in limitierter Auflage. Aber meiner hängt noch bis zum Ende der Ausstellung, weil ich unbedingt die No. 7 haben wollte, keine andere Nummer. Ein entzückender pinker Hund mit tiefgehender Bedeutung. Drei, vier größere Werke hätte ich auch gern gekauft, aber ich habe absolut keinen Platz dafür, so schade. Den kleinen Hund krieg ich unter.
TONIGHT@SEVENSTAR – Opening: „A THIRD OF A DECADE“ – Tim Kamieth. „Die Werke, meist in Öl und Acryl auf Leinwand, verbinden die Energie des abstrakten Expressionismus mit den Einflüssen der Berliner Graffiti-Kultur. Sie feiern das Leben in seiner Vielfalt, hinterfragen aber auch die gesellschaftlichen und kapitalistischen Strukturen, die unsere moderne Welt prägen. Durch seine symbolträchtigen Kompositionen fordert Kamieth dazu auf, über friedvolles Miteinander von Gegensätzen nachzudenken.“
Gestern Nacht beim Rumstalken entdeckt. Putziges Berliner Upgrade von Dirty Harrys Credo. Auf dem Facebook-Account von einem Mann. Der hatte mir 2007 – es geschah mitten in der Nacht – einen Familiengründungsantrag gemacht. Nicht in meiner Wohnung im Schlafzimmer, sondern im Muschi Obermaier auf der Torstraße (wieso sagen eigentlich immer alle hier auf der Torstraße und nicht in). Jedenfalls kannte ich den Mann vorher nicht, man lernte sich erst am Tresen des Lokals kennen. Ein Gastronom mit französischem Namen. Damals war er der Betreiber eines überaus angesagten, winzig kleinen französischen Restaurants „auf der Torstraße“. Jean. Seit einigen Jahren ist er verheiratet (nicht mit mir) und hat nun offenkundig auch einen kleinen Stammhalter, wie ich seinem überschaubaren Fotocontent auf Facebook entnehme.
Er war damals mit zwei Freunden im Muschi Obermaier, der eine flirtete mich wortreich an, Jean stand nur dabei und hörte zu, sprach überhaupt nicht. Es wurde später, ich gesellte mich wieder zu der Truppe, mit der ich gekommen war, die weiter hinten im Lokal saß. Eine ganze Weile später, also einige Drinks später, kam Jean alleine nach hinten, auf mich zu. Fragte mich höflich, ob der Platz neben mir frei sei. Ich war überrascht, weil er vorher kein einziges Wort mit mir gesprochen hatte. Allerdings dachte ich mir die ganze Zeit vorher am Tresen, dass er bei weitem der Attraktivste des Trios sei. Ich freute mich darüber. Ohne umständliche Vorrede machte er mir spürbar aufgeregt, fast schüchtern, wie jemand, der sich überwinden, ein Herz fassen muss, schwindelerregende Komplimente, eine vollends entflammte Liebeserklärung. Er fragte mich mit eindringlichem Blick und erstaunlichem, heiligen Ernst, ob ich verheiratet sei, Kinder mag („ja!“) und/oder („auch“) welche möchte (ich überrumpelt unfähig zu „Ja“ oder „Nein“, er: „am liebsten drei“) und noch Ähnliches mehr. Dann ließ er sich von seinem Freund eine rote Visitenkarte geben und notierte darauf den Namen und die Adresse seines Lokals und seine private Handynummer. Alle Drei verabschiedeten sich. Es war schon sehr spät. Das wühlte mich wochenlang auf. Ich las im Internet alle Restaurantkritiken über seinen Laden. Mehrere Artikel über Brad Pitt und weitere Prominenz, die dort gerne hinging. Ich bekam fast schon Schwellenangst. Der unglaubliche Ernst seiner Ansprache machte mich komplett kirre. Ich dachte, ich kann da nicht einfach mal hin und nonchalant nur etwas trinken. Leicht hysterisch meinte ich, ich müsste ihm eine ultimative Antwort auf seinen quasi Antrag geben, mit ihm Kinder zu bekommen. Er war jünger als ich, damals vierunddreißig, ich zweiundvierzig. Da mir noch nie vorher jemand Derartiges angetragen hatte, überlegte ich ernsthaft, ob das mit 42 meine einzige und letzte Chance sei, einen bislang nicht weiter angedachten Lebensweg zu beschreiten.
Das geschah am siebzehnten November 2007. Ich ging mehrere Wochen damit schwanger, zu ihm hinzugehen. Komischerweise aber nicht, die Nummer anzurufen. Die kleine rote Visitenkarte von seinem Freund, auf die er mit Kugelschreiber seine Handy-Nummer geschrieben hatte, habe ich vor einiger Zeit in einem meiner Kaleidoskop-Bilder verarbeitet (das Bild war nicht in meiner Ausstellung). Als ich ganz kurz davor war, hinzugehen, wurde ich sehr krank. Ich bekam eine so schlimme, verschleppte Stimmbandentzündung, dass ich fast drei Monate nicht sprechen konnte. Damit hatte es sich erledigt, denn als ich wieder gesund war, im Frühling 2008, hatte ich neue sehr aufregende Begegnungen. Aber nie mehr einen solchen Antrag. Jahre später fiel er mir wieder ein und ich schaute im Internet nach ihm. Ich entdeckte erstaunlicherweise eine private, aber öffentlich zugängliche Seite mit schwarzweißen Hochzeitsfotos von ihm und seiner Auserwählten, einer Designerin, die auch ein Restaurant betrieb. Eine hochgewachsene Blondine. Vor ein paar Jahren hat er ein zweites Restaurant eröffnet, nur wenige Schritte vom ersten, das er abgegeben hat. Auch „auf der Torstraße“. Vor einigen Jahren war ich mit Ina da, wir probierten die sehr gute Bouillabaisse. Er war im Gastraum nicht zu sehen. Auf der FB-Restaurantseite sind Fotos, wo er in einem Garten Fisch räuchert und in der Restaurantküche etwas zubereitet, mit Brille auf der Nase. Bilder vom selbstgezogenen Gemüse für sein Restaurant. Er scheint ziemlich glücklich geworden zu sein, „auf“ der Torstraße.
Fortsetzung der Führung durch das zauberhafte Labyrinth der Kellerbar von Sevenstar. Dieses Werk heißt „uga!“ und entstand im Dezember 2006 an meinem damaligen Sony Vaio Notebook. Maus & Pixel, 4032 × 3141 px. Eines meiner ganz wenigen digital entstandenen Werke, vielleicht insgesamt vier habe ich so in all den Jahren erstellt. Jedenfalls das einzige digital basierte Gemälde in der Ausstellung, Viel später ließ ich einen Leinwanddruck davon anfertigen, der recht gut wurde und hier gerahmt zu sehen ist. Das archaische Selbstportrait entfaltet auch fünf Meter breit seine Wirkung. Das weiß ich, weil ich es einmal als Hintergrund einer Bühnenperformance beamte. Es ergab eine zauberhafte, geradezu mystische Atmosphäre, wie in einer steinzeitlichen Kulthöhle. Ich habe es immer schon geliebt, Räume zu verzaubern, ein großes, dreidimensionales, begehbares Bild zu malen. Während ich das schreibe, denke ich an Tim, der gerade bei Sevenstar seine Ausstellung aufbaut, die am Freitag um 19 Uhr eröffnet wird. Ich fiebere regelrecht mit, weil ich so genau weiß, was alles zu tun und zu bedenken ist, und wie man den Zeitfaktor unterschätzt, wenn es ans Hängen geht. Wie viele Korrekturen ich gemacht habe. Manches Bild fünfmal millimeterweise justiert, bis das Bauchgefühl rückmeldete: YES! Das lässt sich nicht vorab remote konstruieren oder ermessen. Es folgt geheimen Regeln, die man nicht vermitteln oder lehren kann. Es ist (für mich) die Fortsetzung der Malerei.
Ich nehme ein Vollbad in den Fotografien meiner Ausstellung. Dafür war währenddessen keine Zeit, ich war ja mittendrin in der dritten Dimension. Für alle, die es nicht hinbekommen haben, zeige ich nach und nach alle Ecken und Winkel. Hier zu sehen: „UGA“, „Tweety Lagerfeld“, „Agave“ und „STONES SIXTY II.“.
Albans und Adrians Blickwinkel. Links „Portrait eines Ersehnten“ von 1983, rechts „Goldfisch“ von 2023. Vierzig Jahre liegen dazwischen. Verblüffung für einige Besucher, dass ich bei ausreichender Inspiration anscheinend in alter Manier zeichnen kann. Nicht nur Eyeliner-Hülsen, Make up-Spiegel, Metallreste, Dessous und Schokoladenpapier aufkleben und blattvergolden.
Mein Lieblingsfoto vom 24. Januar 2025 von Bernward Reul. Alban Nikolai Herbst und sein Sohn Adrian v. Ribbentrop vor meiner Fotowand. Nur dafür hat es sich gelohnt, „Black Tie“ zu fordern. Fliegen mag ich vorwiegend so gelockert, aufgebunden, wie es sich zur späten Stunde bei Adrian ergeben hat. So muss das. Und die geradezu verschwörerische Nähe von Alban und Adrian so wundervoll eingefangen. „Großer Preis von Gaganien“, Bernward.
P.S. Das Foto dieses heute Alban Nikolai Herbst gewidmeten FAZ-Artikels anlässlich seines heutigen Geburtstags, entstand am 4. Oktober 2017 im Literaturhaus Berlin.
War schon gelungen. Retrospektiv betrachtet, wie dieser Raum in früheren Ausstellungen interpretiert wurde. So definitiv noch nie. Rougher, punkiger, abgerockter, jeweils auch interessant. Bei mir wird es immer etwas gepflegter, staatstragender. Wobei mich diese Erkenntnis fast schon provoziert, etwas sehr Gegenteiliges dort umzusetzen. Aber dennoch cosy. Vielleicht noch intimer als alles zuvor. Mit einem Bett, verschleiert wie Anitas und Micks Lust- und Lasterhöhle in Performance. Oh ja. Das wäre es. Gefiele mir sehr.
Man sehe mir die rosa Brille nach. Es war ein Abend, an dem mir das Herz aufging, mein Wunschkonzert. Auch wenn manches anders über die Bühne ging, als erwartet – oder gar nicht. Wie die Stimmung auf den Bildern ist, war sie. Bild von Alban und mir auf der kleinen Bühne beim Romy-Chanson-Teil, der wegen Saskias Fieber nur erzählt werden konnte, fotografiert von Bernward Reul.
Gruppenfoto mit Hans, Jenny, mir, Karl, und Maria von Cello Reul.
Foto von meinem Lieblings-Galeristen Thorsten und mir, von ihm selbst, Thorsten Heinze. Foto von Cosmic und mir von Fabian Kittmann. Danke Euch allen so sehr. Fürs da sein, dabei sein, meine kleinen Anfälle aushalten. Eure Treue. Für ganz viel. Alles.
In den Kissen wartete die Verpackung. Hundert große Plastiksäcke, fünfzig Meter Luftpolsterfolie. Die Kissen lagen während der ganzen Ausstellung auf meinem Lieblingsplatz in der Kellerbar, dem improvisierten Zweisitzersofa aus umgekipptem DJ-Pult mit gestreifter Bettwäsche. Meine beste Idee! Das große orange-gelb-goldene Bild stand abseits im lindgrünen Salon mit Bambus-Stuhl und Tischchen, weil es zurück in meine Wohnung sollte. Damit ich nicht durcheinander komme und womöglich die Siebensachen für daheim aus Versehen mit in den Laster packe.
Hinter verschlossenen Türen. Vor der Verpackungsarie. Ich habe nur ganz wenige Exponate nicht verpackt, weniger empfindliche, ungerahmte, nur flach bemalte Leinwände. Da ich aber sehr, sehr viele Assemblagen und hochwertig gerahmte Teile habe, möchte ich keine weiteren abgestoßenen Ecken oder abgefallenen Einzelteile riskieren, die unterwegs verloren gehen. Die fallen dann in die Kunststoffhülle oder Luftpolsterfolie, wenn es doch mal ruckelt oder aneinander schrammt. Das große Transportauto war bis an die Tür voll. Alle hochkant, gesichert mit Teleskopstangen. Aber vorher musste ich noch ein paar Bilder machen, wie alles da steht, bevor es wieder auf die Reise geht. Wäre mehr Zeit gewesen, hätte ich alles nach Farben sortiert und wie ein Puzzle auf den Boden gelegt, wie auf dem Plakat angeordnet und ein Foto davon gemacht. Aber ich bin inzwischen sehr sicher, die Bodenfläche der großen Galerie hätte nicht ausgereicht. Die Transportaktionen waren das Anstrengendste, weil auch immer mit Zeitdruck verbunden. Die hundertachtzig Teile und Sockel und Regiestühle etc. nach der Ankunft beim Atelier in den zweiten Stock hochzutragen, hat vier Stunden gedauert, mit nur kleinen Pausen. Ich hab immer noch Muskelkater davon. Manchmal zwei bis drei Teile in beiden Händen, aber insgesamt schätzungsweise 120 mal die Treppen rauf und runter. Das nächste mal werde ich ganz sicher weniger ausstellen. Und mir noch ein, zwei flotte, starke Männer dazu buchen. Mein Fahrer war günstig und lustig und auch fleißig beim rein- und rauswuchten, nur leider nicht fürs Schleppen über die Treppen engagiert. Aber dafür hat er mich während der Fahrt immer Schatz genannt. Gefiel mir irgendwie.
Leaving Gagania, letzte Blicke am 31. Januar. Alles zurück. Von Sevenstar zur Fasanenstraße, zur Schierker Straße und in meinen dreihundertsiebenundsechzig Meter von der Gormannstraße entfernten Adlerhorst. Die letzte Etappe zu Fuß. Bilder, Bambus-Regiestuhl, Tischchen, Gästebuch, Tablett, Teetasse, dies und das.
Busy, busy, busy… aber nix Geschäftliches. Was für ein Tohuwabohu diese Transporte mit sich bringen, unbelievable. Hat schon Anflüge von Wohnungsumzug. Heute Abschied von Sevenstar, aber nur von den Schlüsseln. Mein Nachfolger, der Sevenstar mit seinen wilden Bildern bespielt, Tim, hat am 14. Februar Ausstellungseröffnung. Bin sehr gespannt und freue mich darauf. Ich kenne ihn auch schon sehr lange. Er war auf meiner Fotowand, mit diesem Bild von 2009. Ich wünsche Tim viel Glück.
An alle Raucher/innen, die gestern Abend bei Sevenstar an der Bar waren: hat jemand von Euch versehentlich mein privates Feuerzeug eingesteckt? Es ist ein einfaches BIC, aber in einer mir persönlich wertvollen, sandfarbenen Wildlederhülle. Freue mich, wenn ich es zurückbekomme. Dankeschön.
Edit: hat sich beim Aufräumen eingefunden, war unters DJ-Pult gerutscht.
Lieblingsplatz at Sevenstar Kellerbar. Am liebsten erinnere ich mich daran, wie ich mit Thorsten an den Abenden vor der Eröffnung da saß, nachdem wir fertig mit Werkeln waren, und die diversen, von mir ausgewählten Getränke durchprobierten, die es bei der Ausstellungseröffnung und beim Wunschkonzert geben würde. Alles haben wir verkostet. Und für sehr, sehr gut befunden.
Heute spiele ich das letzte Mal Bardame. Ich habe sehr gerne Eure Gläser eingesammelt und dabei ein paar Worte gewechselt. Heute bin ich alleine hinter der Bar. Ich werde es noch einmal in vollen Zügen genießen. Und wenn kurz vor Mitternacht noch Gäste da sein werden, darf jede/r ein Bild abhängen oder auch zwei, die besonders gefielen. Dann wird erstmals die Rückseite zu sehen sein. Ich schreibe da oft ganz viel. Jedes Datum, an dem ich an einem Bild gearbeitet habe, den Titel, manchmal gibt es mehrere und manchmal auch eine Widmung. Ich freue mich sehr auf Euch.
Ihr Lieben: ich erwarte, dass morgen bis Mitternacht alle Party-Hinterlassenschaften bei Sevenstar abgeholt werden! Anziehsachen, die noch herrenlos rumliegen, werden am 30. Januar 2025 um 13:59 Uhr an der Bordsteinkante Gormannstr. 7 abgelegt😁(Spaß). Wer das liest und nicht da war, muss denken, ich veranstalte Stripper-Parties… Stand heute (kann natürlich morgen Abend noch weiteres dazukommen):
Adrian, Sevenstar, 24. Januar. Eine Treppe tiefer war es gar nicht leer. Black Tie als Dresscode zu avisieren, war sportlich. Aber manche sind eben Sportler. Einige wussten es aber auch gar nicht, stand nicht auf der länger schon gedruckten Einladungskarte zur Ausstellung. Wer es dann wusste, hat überwiegend Bereitschaft signalisiert. Einige haben sich für die Bundesjugendspiele qualfiziert, manche sogar für Olympia. Ich mag Ehrgeiz beim Outfit.
Der Weg in die Unterwelt von Gaganien. Was mir in den vielen Stunden in der Galerie auch sehr auffiel, ist ein ganz großer Unterschied zu anderen Galerien. Es gibt einige Unterschiede, angefangen bei der freigelegten archaischen Bausubstanz, über das subtile Lichtkonzept, die hauseigene Kellerbar. Man könnte endlos fortsetzen. Aber ein ganz, ganz auffälliger Unterschied ist, dass die Besucher sofort nach dem Reinkommen den Reflex haben, ihre Jacke, ihren Mantel auszuziehen. Ja, es ist kuschelig warm, aber auch andere Galerien sind ausreichend geheizt. Bei Sevenstar jedoch gibt es offenbar das Empfinden, in ein Wohnzimmer zu kommen, wo man gerne länger verweilen möchte. Amüsiert mich jedes Mal. Kann mich nicht erinnern, wann ich selbst je in irgendeiner anderen Galerie beim Ausstellungsbesuch meine Jacke oder meinen Mantel ausgezogen hätte. Ein Unikum.
Ein aufregender Tag… Abend… An alle, die insbesondere Saskias Auftritt entgegenfieberten: sie fiebert mit. Aber leider im Wortsinne… Es gibt aber noch immer einige andere hoffentlich gesunde Acts, auf die ich mich freue… Und vor allem die Herren im dunklen Anzug :-) Erstaunlich, dass eine Dresscode-Ansage so viel Aufruhr auszulösen vermag. Ich werde mich auch beugen, habe vorhin sogar noch ein Teil deswegen mit dem Bügeleisen bearbeitet, was nicht zu meinen Steckenpferden gehört. Also Bügeln. Macht euch schick, ich freu mich. Das gibt ein tolles Bild. 🤩
Dann wird es Nacht in Gaganien und die sieben Sterne erstrahlen violett über den Schaufenstern. Heute Nachmittag war die neue Barfrau für Freitag da. Habe ein gutes Gefühl. Wir spielten Bewerbungsverfahren – „spielten“, weil ich da schon längst wusste, dass ich sie haben will, und sie wusste es auch. Sie sollte mir vorführen, wie sie eine Crémant-Flasche öffnet. Der zweite Teil mit dem satten, ruhigen Plopp war vollendet. Den Korken lockern kriegt sie noch schneller hin, habe ihr gezeigt wie. Wir haben uns total verquatscht. Aus Datenschutzgründen nenne ich keine Namen und Hintergründe, aber ich könnte sie ohne Vorbehalte adoptieren. Hat aber schon Eltern, zum Glück. Später kam Jan, unangekündigt, aber immer willkommen. Haben uns länger unterhalten, wie alles so läuft. Ich habe früher nie auf die regulären Öffnungszeiten von Galerien geachtet, war eh immer nur bei den abendlichen Vernissagen oder Finissagen, also überwiegend. Jan ließ mir eine Karte von einer Galerie da, die gerade eine Eröffnung hatte und auf der Karte die diversen special Events wie Kuratorenführungen avisiert. Und die regulären Öffnungszeiten, nämlich Do. bis Sa. 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung. Klingt realistisch. Ich würde den Sonntag dazunehmen. Jan machte ein paar Fotos von mir in den drei oberen Ausstellungsräumen. Bin noch da, bereite was vor in der Kellerbar. Die Blumen von der Eröffnung auseinandersortiert, neu arrangiert. Ein paar haben überlebt, schon fast zwei Wochen her. Jetzt entsorge ich noch die welken Blumen. Das wilde Blumenmonstrum von Thorsten, dem Galeristen, sieht auch trocken apart aus, habe es nicht zum Müll getan, im Gegenteil. An ein schweres Eisenteil geknebelt, steht jetzt frei auf dem Boden. Wird er gucken. Er kam später als die meisten zur Eröffnung, nachdem wir den ganzen Nachmittag noch herumgefrickelt hatten, brauchte er eine Pause. Dann kam er mit wehendem Mantel, mit diesem Wunder, das ich außerstande bin, botanisch zu benennen, die Treppe runter, überreichte es grinsend mit den Worten: „Ich musste nach Peru, die Blume für Dich holen!“
Eine ganz zauberhafte Kolumne von Mitteschnitte Saskia über ihre mehrfachen Besuche in „Gagania“, meiner Ausstellung bei Sevenstar. Auch einige Andere (Bernward, Doro, Lüül, Mequito) haben über ihre Eindrücke geschrieben, das werde ich bald alles noch haarklein und hingebungsvoll extra würdigen. Versprochen!
@ ALLE: meine Barfrau für Freitag fällt wegen Krankheit aus, kennt wer wen, vertrauenswürdig, geschickt, flink mit Gastro-Erfahrung, gerne Studenten, gibt 15 Euro pro Stunde, 24. Januar von 19 – 24 Uhr, Sevenstar. Job: bei Gagas Wunschkonzert hinterm Tresen stehen, Getränke ausschenken, abkassieren. Tolle Atmosphäre.
Ich gehöre jetzt zum Inventar von Sevenstar! Permanente Exposition von Gaga Nielsen im Lindgrünen Salon! Meine schönsten Momente der vergangenen Tage in der Gallery: Besucherinnen, Flaneure, gelockt vom Schaufenster, staunen Bauklötze, als sie es von innen sehen. Ich jauchze innerlich. Meine ganzen Tiere, die auf Leinwänden zu mir gekommen sind, werden angestaunt. Und ganz großes Highlight: little Charlie, dreijähriges Sweetie von Saskia kommt mit Mama vorbei und malt im Blauen Salon einen wundervollen Schmetterling, einen Marienkäfer, eine Sonne und zwei Herzen an die Gallery-Wand. Ich hab sie dazu aufgefordert, im Sinne der totalen Freiheit der Kunst (nur minimal kuratiert bei der Farbauswahl), die auch Thorsten, der wundervollste aller Galeristen propagiert. Sein Standardsatz zu mir: Du kannst machen, was Du willst! Und so hat little Charlie nun ihre erste Dauerausstellung bei Sevenstar. Ich leider nicht. Außer beim vergoldeten Tempel-Bodengitter. Nun ganz fertig und signiert.
So, die Damen und Herren. Heute ist Montag. Noch viermal schlafen bis zu Gagas Wunschkonzert. Einige haben von mir persönliche Einladungskarten bekommen. Auf diesen steht auch dieses Special Event am Freitag. Was aber leider nicht auf der Karte steht, ist der Dresscode, der dem Facebook-Event zu entnehmen ist, der da lautet: „Black Tie“. Im saloppen Berliner Nacht- und Konzertleben ist es ja leider eine Seltenheit, dass man diesen schönen Dresscode live zu Gesicht bekommt. Eigentlich nur an Silvester in der Paris Bar. Das möchte ich gerne auf diesen Abend in der schönsten Galerie von Mitte erweitern. Der Eintritt ist weiterhin frei. Wer also bis jetzt noch nicht präsent hatte, dass ich gerne (Blick zu den Herren der Schöpfung) schwarze Anzüge, weiße gebügelte Herrenhemden und schwarze geputzte Schuhe, gerne auch einen schwarzen Binder oder gar eine Fliege beim Einlass sehen möchte, kann jetzt mal im Kleiderschrank nachsehen, ob da was Entsprechendes vorhanden ist. Der Dresscode erlaubt in geschlossenen Räumen auch keine Kopfsocken, Strickmützen, Base Caps, Basken-, Schieber-, Jockey- oder Pelzmützen. Gerne könnt Ihr warm eingepackt ankommen, aber die Funktionsklamotten und Hoodies und Strickwaren und Turnschuhe können leider nicht während des Konzertes anbehalten werden. Ist auch nicht nötig, da bestens geheizt ist. Das weibliche Geschlecht macht sich ja sowieso meist zurecht. Hier der Hinweis: auch Damen in schulterfreien Abendroben werden nicht frieren. Versprochen! Für die organisatorische Vorbereitung wäre es hilfreich, wenn Ihr verbindlich im fb-Event angebt, ob Ihr dabei sein werdet, hier geht’s lang: GAGAs WUNSCHKONZERT.
P.S. und wer von den Herren GANZ unsicher ist, stellt sich einfach die Frage: „Was würde Bryan Ferry anziehen?“ 😁
Flanieren in Mitte. Elegante Passanten. Blick von der anderen Straßenseite auf die Galerie bei Sonnenschein. Die Galerieräume wirken unbeleuchtet, dass sie es nicht sind, tritt erst zutage, wenn die geradezu alpin gleißende Sonne weiterzieht. Heute sieben charmante Besucherinnen und Besucher bei Sevenstar. Aufnahmen von heute 14:24 Uhr. Morgen und voraussichtlich auch Dienstag öffne ich erst abends ab 18 Uhr. Werktag-Nachmittage sind nicht bevorzugt für Galeriebesuche, sofern nicht verabredet.
Die Sonne ist heute Nachmittag die Königin. Sie überstrahlt alles. Ihr Licht ist so gewaltig, dass die Galerieräume durch das Schaufenster wie in Halbdunkel getaucht wirken, obwohl alle Scheinwerfer an sind. Bitte sehr, Ihr Auftritt. Wenn sie später sinkt, erstrahlt Gaganien in vollem Glanz. Das ist wörtlich zu nehmen.
Mein Schreibtisch im lindgrünen Salon bei Sevenstar. Links oben „Libellenkönigin II.“, darunter „Libellenkönigin III. Kommt gerne vorbei. Foto vom Salon: Bernward Reul, Einzelaufnahmen von mir.
Gucke nen alten James Bond Film auf Vox. Mit Roger Moore, Barbara Bach und Curd Jürgens! Und Carly Simon singt den Titelsong. Noch nie gesehen. Ach doch! Den hab ich doch evt. sogar damals im Kino gesehen: „Der Spion, der mich liebte“. Erwarte déjà vus. 1977/1978 in die Kinos gekommen. war ich zwölf/dreizehn. Erinnere mich deutlich, dass ich Roger Moore schon damals unsexy fand. War mir fast peinlich, weil so viele von ihm schwärmten. Kann ich heute noch verstehen, dass er mich erotisch komplett nicht erreicht. Nicht mein Fall. Zu brav. Aber hey: Curd Jürgens. Das ist schon eine andere Nummer. Curd ist toll. Fand ich auch damals schon, obwohl er schon ein weißhaariger Mann war. Dieser leicht diabolische Blick.
Keine Ermahnung, nichts zu berühren. Niemand tatscht grobmotorisch auf ausgestellte Sachen. Nur zart streichelnd. Das finde ich schön. Zum Beispiel die temperamentvolle Aida, die ich vorher nicht kannte, hat unterstrichen von eindringlichen Gesten vermittelt, was sie wahrnimmt. Das war so viel, für mich das reinste Geschenk. Sie war so ziemlich das genaue Gegenteil von diesem einen mir unangenehmen Besucher, den ich dann zu später Stunde bat, zu gehen. In dem Ausmaß, wie Aida zu allem etwas einfiel und alles war hochinteressant und sehr scharfsinnig, hatte er zu nichts eine Meinung, ja konnte nur knapp und unwillig beantworten, was ihn überhaupt hierher geführt hatte (eine Einladung über einen Verteiler). Aber ich will mich nicht mit diesem seltsamen Zeitgenossen aufhalten. Lieber erfreue ich mich daran, dass sich die meisten mit den Sachen auseinandergesetzt haben. Was bei einer feuchtfröhlichen Ausstellungseröffnung nicht ganz selbstverständlich ist. Mir drängt sich immer ein wenig der Vergleich mit einer Hochzeit auf. Es ist schon schön, wenn das Brautpaar nicht ignoriert wird. Das Paar besteht in dem Fall – wenn man mir den Vergleich gestattet – aus mir und der Kunst. Ich heirate die Kunst. Und natürlich Sevenstar. Wie es schon auf dem Gästebuch in Goldlettern gedruckt ist. Wie ich zu diesem besonders schönen Gästebuch kam, habe ich gerne jedem erzählt. Ich suchte online nach personalisierbaren Gästebüchern. Wo man also die Beschriftung des Einbands individuell anpassen kann. Da gibt es einige sehr einfache Modelle, aber auch ein paar besonders schöne. Mich interessierte Letzteres. Das waren ausschließlich Gästebücher, die für Hochzeiten gestaltet wurden. Meines hat einen Elfenbeinton und goldgeprägte Schreibschrift. Die Eingabemaske ist so aufgebaut, dass man in die ersten beiden Felder die Namen des Paars eingibt und dann ist eine dritte Zeile für das Hochzeitsdatum vorgesehen. Ich habe das etwas angepasst. Bei meinem Buch steht als Brautpaar: „Gaga Nielsen + Sevenstar“ und als Hochzeitsdatum: „Welcome to Gagania“. Gut, dass man da nicht nur Zahlen eintragen konnte! Es sieht sehr schön aus, und ich werde es bald zeigen. Es müssen aber noch mehr Einträge hinein, da ist noch Platz. Was schon drinsteht, ist zauberhaft. Und auf der Rückseite ist ein kleines goldenes Herz.
Wie lange haben denn Kinder heutzutage Schule? Gerade, 14.41 Uhr, laufen drei ca. zehnjährige Kids mit Schulranzen an der Galerietür vorbei, als kämen sie von der Schule. Oder wurde noch ein Stündchen r̷u̷̶̷̶̷m̷̶̷̶̷g̷̶̷̶̷e̷̶̷̶̷t̷̶̷̶̷r̷̶̷̶̷ö̷̶̷̶̷d̷̶̷̶̷e̷̶̷̶̷l̷̶̷̶̷t herumgestromert und gespielt, bevor es heimgeht?
Das war so nicht geplant. But… „Life is what happens to you, while you’re busy (…)“ etc. pp. Gestern wäre ich eigentlich gar nicht regulär in der Galerie gewesen, aber es ergab sich dann doch. Ich arbeitete ein bißchen am Bodengitter, bei dem ich noch einzelne Segmente mit Blattgold überarbeite, bis sich ein kathedrales Kreuz abzeichnet. Saskia kam vorbei, um ein Foto für ihre Kolumne, die jeden Mittwoch auf Mitteschnitte erscheint, zu schießen. Mit ihrem Smartphone, experimentelle Selfies, die den jeweiligen Beitrag illustrieren. Da ich ohnehin da war, bot ich Unterstützung an, falls es irgendeine Lampe zu halten gäbe o. ä. Keineswegs umfasste das Angebot, dass ich sie fotografiere. Meine Kamera war zwar zufällig in der Galerie, aber der Akku war leer und ich war ja auch anderweitig beschäftigt. Aber Saskia schaffte es mit ihrer ganzen Verführungskunst, mich dazu zu bringen, mit ihrem Smartphone einige Bilder von ihr auszulösen, wobei sie mir erst erklären musste, wo man da drauf tippt. „Guck, der weiße Kreis, da einfach drauf!“. Aha. Beim ersten mal klebte mein Finger wohl zu lange auf dem Auslöser – ich hatte auch noch klebrige Anlegemilch vom Blattvergolden am Zeigefinger – ich machte ein Video, statt ein Foto. Auch für Saskia interessant, dass beharrliches Draufdrücken auf diesen weißen Kreis eine Videoaufnahme auslöst. Letztlich landeten wir in der Kellerbar von Sevenstar Gagania, wo sich Saskia die tollsten Fummel anzog und ich drückte mutig, bzw. tippte kurz auf diesen weißen Kreis. Unter anderem entstand dabei dieses Foto auf dem WC von Sevenstar, wo auch einige Werke von mir links vom Spiegel hängen. In einer Fotografie spiegelte sich Saskias Profil, im danebenhängenden Spiegel war sie frontal zu sehen. Bilder wie aus einem Privatclub. Wir waren sehr von unserem Tun angetan. Eines der Bilder landete in ihrer heutigen Kolumne „Die spannendste Person im Raum„. Danach entspannten wir uns bei bestem Rotwein auf dem Zweisitzer in der Lasterhöhle. Wieder eine Flasche Rotwein weniger. Was für Abende in Sevenstar Gagania. Bin gespannt, wer heute vorbeikommt. Bin ab 14 Uhr da, meist auch länger als nur bis 19 Uhr. Bzw. zeige ich mich offen für längere Öffnung – mutig klingeln!
Danke für diesen wunderbaren Artikelüber meine Ausstellung im Faustkultur Magazin. Kulturtipp! Ich möchte am liebsten gleich hingehen…! Ach so.. ich bin ja schon da. Darf man daraus zitieren? Ich mache es mal. Der Autor Alban Nikolai Herbst hat den Text des Artikels auch auf seiner Dschungelseite. Auszug:
„(…) In der kultigen Galerie SevenStar entfaltet sich eine Ausstellung, die Berlins Schönheit und Schmerz gleichermaßen einfängt. Blattgold trifft auf subtile Risse, Eleganz auf ironische Schwere – ein Echo von Klimt, von Stuck und Ernst, das den Besucher in ein zweites Fin de Siècle entführt. Doch Vorsicht: Die Kellerstufen sind genauso abgründig wie faszinierend. Tauchen Sie ein in ein Abenteuer, das Sie ebenso verzaubern wie verstören wird.“
Bislang habe ich es nicht erwähnt, aber wenn Sevenstar auf ist, wie jetzt gerade z. B., gibt es auch immer was zu trinken 🙂 Also falls wer Lust hat, vorbeizukommen…
Übermütiges Herumkaspern vor der Fotowand. Dabei ist es gar kein Kasperletheater, was ich da gehängt habe. Vor allem die Fotografien sind eher auf eine schöne Art ernst, sensitiv, sinnlich oder erzählen von ernsthaftem Beglücktsein, Entrücktsein. Wie es in besonderen Momenten beim Musizieren, bei Gesang entsteht. Was die drei Abbildungen von mir von Bernward Reul und Jan Sobottka angeht, hatte sich wohl Erleichterung Raum verschaffen, dass ich tatsächlich alles fertig gehängt und gestellt hatte. Mich abendfein festlich umzuziehen, war mir weder zeitlich noch mental möglich. Aber da die Räume der Kellerbar irgendwie auch so einen gewissen Charme eines Kellers in einem alten Schloss in der Normandie oder der unteren Gewölbe eines Anwesens in den Schweizer Bergen haben, und ich mich dort regelrecht zuhause fühle, ist es gar nicht so unangemessen, dass ich die Wintergäste in meiner kuscheligen Azteken-Jacke empfing. Daheim laufe ich ja auch nicht in Pailletten gewandet herum. Ich fühlte mich so wohl. Wobei zu erwähnen ist, dass die Räume der Galerie – sowohl oben als auch unten – alles andere als kalt sind, auch ohne die Heizung aufzudrehen, ist es immer wohnlich warm. Das erstaunte viele Gäste. Die Portraits an der Wand sind alle von mir, die Fotos davon hier sind von Bernward Reul, Jan Sobottka, Jan-Berend Klein und Victoria Liebherr (die Lady mit der roten Mütze neben mir). Danke dafür. Ganz zauberhafter Besuch. Gerne auch noch einmal hier.
Bildunterschrift: „Ein wohlverdientes Gläschen“ oder auch zwei :-) Foto: Bernward Reul. Ich stand den ganzen Tag der Eröffnung unter Strom und bin ca. anderthalb Stunden vor dem Opening einmal richtig ausgerastet und habe so geschimpft und geflucht, dass Thorsten, der Galerist und Ronnie, der Elektriker ganz schnell auf leisen Sohlen nach unten in die Kellerbar flüchteten. Ich glaube, das hörte sich richtig gefährlich an. Es gibt zwischen dem einen und anderen Ausstellungsraum so eine kleine morsche Tür ohne Funktion bzw. für mich nur reiner Untergrund, um etwas zu hängen. Die Scheißtür sollte immer geschlossen sein und war auf einmal auf, ich wollte sie mit Wucht schließen, haute sie ins Schloss, das nicht mehr schließt, und meine grobmotorische Aktion führte dazu, dass eines der beiden Bilder die daran hingen, runterfiel. Der Rahmen zerbrach an einer Ecke. Der Countdown lief. Ich suchte die Klebetube und fluchte, fluchte, fluchte „SO EINE VERDAMMTE SCHEISSE – WELCHER VOLLIDIOT HAT DIE TÜR AUFGEMACHT???!!!??? FUCK!!!!“ Ich kann mir inzwischen durchaus vorstellen, dass das Scheißding von alleine aufklappte. Jedenfalls hab ich nach dem Leimen einen Nagel genommen und die Tür vernagelt. Als Lydia dann kam, kriegte sie auch meine Echauffiertheit ab, die Ärmste. Aber nun alles wieder gut. Warum erzähle ich das? Weil ich mich daran erinnere, wie gestresst ich war und auf dem Foto hier sehe ich so gelöst aus. Der Kleber trocknete rechtzeitig, das Bild hing wieder, keiner hats gemerkt.
Um die Eröffnung und Ausstellung für mich zu dokumentieren, suche ich alle Bilder, die mir zuteil werden, zusammen und stelle sie in jeweils ein Album, das sich auf einen Austellungsbereich bezieht. Unter jedes Foto schreibe ich den Photocredit, den Namen des Fotografen, der Fotografin. Das erste hab ich jetzt hochgeladen und heißt „Die Fotowand„, ist hier zu sehen. Schön, wie Blickwinkel verschiedener Menschen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Ich hoffe, dass keine/r von den Fotografen kleinlich damit sein wird, wenn Bilder daraus zur Dokumentation oder zur Illustration der Ausstellung verwendet werden. Ich hab mich ja auch großzügig gezeigt, das wäre ja geradezu ein Affront. Ich bedanke mich aufs Herzlichste für das Festhalten dieser schönen Augenblicke bei Aida Gey, Bernward Reul, Jan Sobottka, Jan-Berend Klein und Victoria Liebherr. So schön, dass Ihr da wart.
What a night… hab keine Bilder gemacht, aber Andere. Um halbsechs in der Früh die Galerie verlassen. Heute Nachmittag Party-Reste wegräumen. War wirklich schön. Eben zwei Zufallsbesucher in der Galerie gehabt. Sie waren auf dem Weg in ein Restaurant in der Nähe, schauten durch die Scheiben und wollten dann spontan sehen, was das für eine Ausstellung ist. Ein sympathisches Paar. Sie machte mehrere Fotos und erklärte, das, was sie durch die Scheibe sehen konnte, sprach sie sofort so stark an, dass sie mehr sehen wollte. So ein schönes Feedback. Auch in meinem Gästebuch. Hat mir vorhin sehr das Herz erwärmt, als ich die Einträge las. Danke an alle, die gestern gekommen sind und mit so warmen Worten meine Sachen gewürdigt haben. Bin gerührt. Auch großartig finde ich, wenn mir jemand sagt, mit welchen Sachen er oder sie nicht so viel anfangen kann und dann aber nachsetzt, was er oder sie hingegen sehr mochte. Das gibt mir viel. Alles. Noch einmal die herzliche Einladung an irgendeinem Tag zwischen 14 und 19 Uhr meine Ausstellung anzusehen. Täglich geöffnet, kein Ruhetag. Bis einschließlich 29. Januar 2025. You’re cordially invited.
IN MEMORIAM DAVID – SPACE ODDITY. Papier-Fragmente, Acryl. Textmarker, Kleber, Prunkrahmen „Roma“, 110 x 75 cm, Dezember 2018 und Januar 2019, Staatliche Museen v. Gaganien. Heute vor neun Jahren, am 10. Januar 2016 starb der von aller Welt geliebte David Bowie. Heute, neun Jahre später, am 10. Januar 2025 wird er bei uns sein. Mit diesem Bild von mir. Es ist mein liebstes in der Ausstellung bei Sevenstar, die heute Abend um 19 Uhr eröffnet wird. Ich hänge sehr daran. In der Kellerbar gibt es noch ein zweites Bild, das ihm gewidmet ist. Könnt Ihr alles sehen. Und ich würde Euch gerne sehen. Und nun die Frage aller Fragen: SEHEN WIR UNS…??? Ich weiß übrigens noch gar nicht, was ich anziehen werde. Erstmal Arbeitsklamotten, ein paar Kleinigkeiten müssen noch finalisiert werden. Die Holy Circles an die Decke. Dies und das. Und dann: WELCOME TO GAGANIA…!
Ich hoffe doch sehr, es wird ein Mekka für Euch, was Ihr ab morgen in Sevenstar-Gagania sehen werdet. Gestern Nacht die letzten fünf Bilder gehängt. Das Teil hier ist im vorderen Blauen Salon. Auf den Fotos hier, in meinem Atelier. Nun on the road im schönsten Exil. MEKKA. Niederegger-Marzipan-Inlay, Pannesamt, Karton, Kleber, Acryl, Spiegelscherben, Mosaiksteine, Messingbügel von kaputter Lesebrille, Blattgold, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Februar, 8., 10., 11. März 2023, 43,4 x 73,3 cm, Staatliche Museen von Gaganien.
Etikett von dem premium Cognac, den ich am Freitag auf den Markt bringe. Okay, okay – nicht ganz – mehr eine Art Waschzettel, der aber nicht hinten aus meinem Pullover hängt, sondern an einigen Stellen in der Gallery. Nicht jedes Objekt hat einen individuellen QR, sondern das ganze Album, das nach Farbräumen sortiert ist. Vor einem mysteriösen Werk stehend, sucht man im Raum nach dem ovalen Sticker an einer der Wände, scannt und scrollt sich im Album z. B. zu grün, sollte das Objekt irgendwie grün sein. Dürfte schnell gefunden sein. Beim Klick aufs Einzelbild kommen Details wie Titel, Materialien, Verfertigungsdatum, Größe. Was manchmal ganz interessant oder lustig sein kann. Eher wohl aber nicht bei einem Bild das nur aus Acrylfarbe auf einer Leinwand besteht. Da wäre dann vielleicht der Titel interessant, den ich mir dazu ausgedacht habe. So kann man dann auch ein Gespräch mit mir beginnen: „Hallo, Frau Nielsen! Ich habe gerade gelesen, dass Sie im Bild mit dem Titel „Das Schlürfen ist nicht gestattet“ (gibts wirklich, Abteilung braun-schwarz-gold) Kondomverpackungen verarbeitet haben. Können Sie erklären, warum?“ Wer jetzt noch nicht neugierig geworden ist, dem kann ich auch nicht helfen. Ich geh wieder rüber in die Gallery, die letzten fünf Teile von insgesamt hundertsiebenundsechzig hängen, stellen.
Heute detoxen und fleißig sein. Gestern ist nicht so viel passiert in der Gallery, außer Getränkelieferung entgegennehmen, einräumen und ein einziges Bild aufhängen. Dann kam Thorsten, der Galerist, um Scheinwerfer auszutauschen und wir versackten in der viel zu schönen Kellerbar. Der gelieferte Rotwein wurde intensiv verkostet. Auch die laufende Lieblingsplaylist haben wir aufmerksam durchgehört und für sehr gut befunden. Wir saßen zuerst auf den Regiestühlen vor der Fotowand. Sitzt sich gut. Dann wechselten wir auf den gemütlichen Zweisitzer in der kuscheligen Nische mit dicken Kissen im Rücken. Auch eine sehr lauschige Ecke. Unsere intensiven Gespräche beim Bio Tempranillo wollten kein Ende nehmen, dabei musste Thorsten doch noch auf eine Geburtstagsparty, zu der er mich mitnehmen wollte, aber ich erkannte die Gefahr und blieb lieber, um wenigstens ein Bild aufzuhängen. Die Unterhaltungen mit Thorsten sind aber auch zu schön. Wann er erstmal erzählt, will man gar nicht, dass er aufhört. Als ob eine Passionsblume ihre Blüte öffnet, die nur einmal im Jahr für vierundzwanzig Stunden blüht. Ich habe ihn in den siebzehn Jahren, die wir uns kennen, noch nie nach seiner Zeit mit Michael gefragt. Gestern erzählte er von sich aus, dass Marlon gerne zum Filmegucken kam. Auch seine alten von früher schauten sie manchmal an. Die Scheinwerfer kriegen wir schon noch hin.
Danke für diese Message mit minutiösen Angaben, lieber Lieferservice: „Vielen Dank für Ihre Bestellung bei unserem Lieferservice. Selbstverständlich können Sie erwarten, dass Ihre Lieferung pünktlich bei Ihnen ankommt. Dies können wir heute nicht erfüllen. Die Lieferung trifft voraussichtlich zwischen 06.01.2025 17:13 Uhr und 06.01.2025 17:57 Uhr ein. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.“. Dann kann ich jetzt ja mal in aller Ruhe nach unten aufs Klo gehen, ohne den Getränkelieferanten zu verpassen. Gut, dass mein Alkoholismus nicht so schwer ausgeprägt ist, dass ich schon vor 17:13 dringend was trinken müsste.
AMAZONIEN. Acryl auf Leinwand, November 2003, 120 cm x 150 cm, Staatliche Museen von Gaganien. Gestern Nacht um halbvier in der „großen Galerie“ von Sevenstar gehängt. Mache gleich weiter. Bei dem fast zweiundzwanzig Jahre alten Bild denke ich seit vielen Jahren unentwegt, das gäbe auch einen schönen Kinderzimmerteppich ab. Z. B. im weltweiten Sortiment von IKEA. Wobei praktisch denkende Eltern eventuell reinigungstechnische Bedenken wegen der weißen Teppich-Bereiche am Rand haben könnten. Meinethalben dann auch als Reproduktion für die Wand.
Gerade neu gelernt, wie man Personen von der Einladungs-Gästeliste bei einem Facebook-Event löscht und gleich ausprobiert. War ein Versuchskaninchen. All die anderen, die Ihr zur Eröffnung am zehnten oder zum Gaga-Wunschkonzert am vierundzwanzigsten Januar eingeladen habt, und die ich bislang gar nicht kenne, dürfen erstmal auf den beiden Listen bleiben :-) Könnten ja sehr nette und womöglich kunst-affine Menschen darunter sein.
Mir wurde schon empfohlen, um Rückmeldung bzw. explizite Zusage per Mail zu bitten. Aber das will ich nicht auch noch bewirtschaften müssen. Alles andere: streng kuratiert! Speziell gerne dürft ihr charismatische, eloquente, gutaussehende männliche Freunde einladen, die zum Beispiel vorzugsweise von Beruf Museums-Direktor in Berlin, London, New York oder Paris sind. Pfiffige Journalisten, Kuratoren.
Die flüchtig bekannte Yoga-Lehrerin von der VHS Reinickendorf eher nicht. Huch…! Hat die nette Gaga Nielsen jetzt einen Höhenflug? Ich sag mal so: äh… ja. Was vielleicht ein bißchen arrogant rüberkommt, hat schlichtweg kalkulatorische Hintergründe. Die Getränke werden leider Gottes nicht von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gesponsert. Wobei schon mehr als drei Flaschen pro Getränkesorte geordert wurden. Sonst müsste es ja auch nicht geliefert werden.
Also ich freu mich auf Euch und Eure Lieben, die Lust auf meine Sachen haben. Und die flüchtig bekannte Yoga-Lehrerin darf dann gerne bis einschließlich 29. Januar 2025 während der regulären täglichen Öffnungszeiten 14 – 19 Uhr vorbeischauen. Ich werde Montag und Dienstag ausgenommen, täglich selbst in der Galerie anzutreffen sein und bin sehr ansprechbar.
Drei Bereiche der Ausstellung sind schon fertig aufgebaut. Der blaue Salon, der lindgrüne Salon und die Kellerbar, die auch Ausstellungsbereich ist. Heute widme ich mich ganz dem großen Galeriebereich, wo die Leuchtringe hängen, die am Freitag wieder gehängt werden. Die Künstler vor mir hatten sie abgehängt. Dabei gehören die doch so sehr zu Sevenstar.
Waren aber tolle Künstler, Schmuckdesigner, die für internationale Acts extravagante Bühnen-Accessoires machen. Als sie neulich was abholten, haben sie mit mir ein Segens-Ritual für meine Ausstellung am historischen Brunnen im Keller gemacht. Den werdet ihr auch sehen, wenn ihr kommt. So aufregende Räume. Der Claim von Sevenstar war immer „Unseen Photography“. Das lässt sich erweitern auf „Unseen Gallery“. Ich liebe diesen Ort.
Ulkig, manche klopfen an die Scheibe der verschlossenen Galerietür, um mal zu gucken. Dabei bau ich doch erst auf… Aber es sieht jetzt schon interessant aus, das muss ich zugeben 😉. Ist noch viel zu tun, viel zu hängen. Obwohl es mir auch gefällt, wenn die Bilder einfach auf dem Boden stehen, an der Wand lehnend. Bei manchen lasse ich es auch so. Gefällt mir. Muss nicht alles spießig ausgezirkelt aufgehängt werden. Wobei auch das natürlich in Wahrheit ausgezirkelt sein wird. Aber das werden die Besucher nicht unbedingt realisieren, nur dass es gut aussieht. Ein Bild wird an dem antiken Schreibtisch im lindgründen Salon lehnen, da hat es die beste Präsenz, besser als an einer der Wände hängend. Habe jeden Winkel ausprobiert, da ist es perfekt. Fotos vom Aufbau mache ich nicht. Die müsste man dann ja auch wieder verarbeiten, keine Zeit. Außerdem bin ich dauernd noch am verändern. Das Geheimnis wird am 10. Januar gelüftet, nicht vorher. Als Jenny mir gestern mit Lydia beim Transport zur Hand ging und wir danach in der Galerie saßen, packte ich ein paar Äpfel aus meiner Tasche auf den alten Schreibtisch, neben mein Notebook. Jenny machte ein Foto davon und postete heute, sie hätte einen Einblick hinter die Kulissen von der Galerie erhalten. Sehr gute Wahl, das Motiv mit den Äpfeln, das Geheimnis bleibt gewahrt, da ich keine Äpfel ausstellen werde! Wenn es auch zwei Obstschalen in zwei Ecken geben wird. So, ich mache jetzt weiter. Kissenhüllen mit Verpackungsmaterial ausstopfen. Die Luftpolsterfolie etc. brauche ich wieder für den Rücktransport, so ist sie sehr geschickt und dekorativ weggeräumt. Ich bin schon manchmal ganz schön pfiffig! Bild: DER LETZTE ARCHAEOPTERIX, Acryl auf Leinwand, 4., 11., 17., 18. Februar und 27. u. 28. Mai 2007, 70 x 120 cm, Staatl. Museen v. Gaganien
HAPPY NEW YEAR – FROHES NEUES JAHR! Ein prosperierendes neues Jahr. Traut Euch, neue Sachen zu machen. Ich copypaste Auszüge einer heutigen abendlichen Message. Ich war gestern Teil eines kleinen Damenkränzchens in der Sevenstar Kellerbar. Also wir waren zu dritt, Lydia, Saskia (die kurz nach Mitternacht eintrudelte) und ich: „bin von den Toten auferstanden, sehr ausdauernd schnurrender Kater… na ja so soll es ja üblich sein, nach Silvester. „Bier auf Wein, das lass sein“. Es war aber auch die schiere Menge denk ich… wir haben zu dritt 4,25 Flaschen Schaumwein und drei bis vier Biere vernichtet, an diesem bekenntnisreichen, aber doch auch sehr schönen Abend. (…) Ich erhol mich weiter. (…) Mir ist dunkel in Erinnerung, dass es schon hell war, als wir uns vor Sevenstar auf unsere (zum Glück sehr kurzen) Heimwege machten. Weit nach acht, schon eher fast neun… Also nochmal Happy New Year allen. Ein gesundes auch, damit wir bald wieder weiterfeiern können! :-) Bin noch mit mir am Aushandeln, ob ich es kräftemäßig hinkriege, rüber zu Sevenstar zu gehen und unten mal durchzulüften und die Gläser abzuspülen und die leeren Flaschen und Sushi-Schälchen wegzuräumen – wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, war Saskia sehr angetan von der lauschigen Kellerbar! Sie fühlte sich sehr französisch dort und fing an en français zu parlieren, was ja auch zu dem Chanson passt, das sie dort performen soll. Außerdem haben wir zu dritt als passionierte eigentlich Nicht- aber dann doch-Gelegenheitsraucherinnen eine ganz Schachtel Camel extra groß platt gemacht, die Lydia in der Ritze geholt hatte:-)“
VER SACRUM (Hl. Frühling). Acryl, Rahmenrückwand, 85 x 75 cm, 25., 26., 27., 28. u. 29. Okt. 2019, Staatliche Museen v. Gaganien
PRAYER. Anrufung. Gebet. Nicht definierbare, weil unerinnerbare Scharnierteile, Handtaschenglieder, Verpackungskarton, Tippex, Schrauben, 21 x 29 cm, 15. Mai 2018, Staatl. Museen v. Gaganien
Thorsten Heinze Liebste Gaga, wie schön, freue mich so sehr, dass Du da bist, die Gallery zum Funkeln bringst.
Gaga Nielsen (…) Die Bar war nie schöner als jetzt. Wirst staunen. Ich baue meine Sachen perfekt ein, ohne Deine Arrangements zu ändern. It’s a match! Das Lustigste ist, was ich mit dem DJ-Pult gemacht habe, das muss unbedingt bleiben. Du wirst es nicht erkennen.
Foto vom 6. Oktober 2016, aufgenommen bei Sevenstar. Thorsten kommt nachher wieder aus Hamburg nach Berlin. Er lebt hauptsächlich in seiner Geburtsstadt Hamburg und ist alle paar Tage in Berlin. Unvergleichliche Wertschätzung. Ich war in vielen, vielen Galerien in Berlin, es gibt einfach keine schönere. It’s magic.
Gruß aus Gaganien – GREETINGS FROM GAGANIA! Diese Luftaufnahme kann ich leider noch nicht aufhängen, weil sie noch nicht hier bei mir bei Sevenstar ist. Der große Transport mit ca. 75 Teilen geht am 3. Januar über die Bühne. Bis dahin hänge ich die ca. zwanzig Bilder, die von meinen anderen beiden geheimen Kunsthorten schon hier sind. Hole gleich noch einige und einen Bambus-Regiestuhl aus meiner Wohnung. Der passt schön in den lindgrünen Salon bei Sevenstar, von wo aus ich das hier schreibe. GAGANIEN (Luftaufnahme m. Drohne). Gesso, Acryl, Leinwand, 60 x 80 cm, 22. – 23. August 2020, Staatliche Museen v. Gaganien.
Das nehme ich gleich unter den Arm und häng es auf, im oberen Bereich von Sevenstar, bei den Wänden mit der grünen Patina. BEANS & DREAMS. Aquarellpapier, Tinte, Grundierung, Acryl, Spachtel, Fragmente Corona-Stoffmaske, Klebstoff, Leinwand, 60 x 80 cm, 5. – 26. September 2021, Staatliche. Museen v. Gaganien
Was steht denn auf den hundert Blättern der Rose all? Was sagt denn tausendfaches Schmettern der Nachtigall? Auf allen Blättern steht, was stehet auf einem Blatt; Aus jedem Lied weht, was gewehet im ersten hat:
Dass Schönheit in sich selbst beschrieben hat einen Kreis, Und keinen andern auch das Lieben zu finden weiß. Drum kreist um sich mit hundert Blättern die Rose all, Und um sie tausendfaches Schmettern der Nachtigall
Friedrich Rückert, Zauberkreis, Gedichtband „Oestliche Rosen“, 1822
Kann Kunst festlich sein? Na klar! Für mich ist Kunst per se ein Fest. Ich liebe Reduktion auf das Wesentliche, wenn es aber viel Wesentliches gbit, möchte ich das auf gar keinen Fall beschränken. Mehr des Guten ist mehr. Jupiter ist meinem Herzen näher als Saturn. Der Zauberkreis hier wird am Freitag verpackt und geht dann auf die kleine Reise von der West- in die Ostcity. Wünsche zauberhafte Stunden, ob im Kreis oder im Viereck. Nach Sonnenaufgang folge ich meinem Stern und trage schon mal ein paar Sachen rüber zu Sevenstar. Kleinere, erste Vorbereitungen.
ZAUBERKREIS: LANZE-PFLANZE, GELEGE, GOLD-PLISSEE, SHRINE. Altes, rundes Verkehrsschild vom Straßenrand (Baustelle Gipsstraße), Frühstücksbrettchen, Blattgold, Acrylstifte, zwei ausrangierte Spülschrankgriffe, Kleber, Pralinenschachteleinlagen, Eyelinerverschlusskappen, Acryl, Teilsegment Styroporverpackung Onyx-Weinkühler, 36 sinnlose Zierknöpfe, Spiralen Stiebel Eltron-Boiler, Spiegelkachelscherben, Segment OH-Folienschachtel, Kaffeetassenverpackungsschachtel, Lackstift, 3D-Leinwand, 60 x 60 x 4 cm, 4., 12., 14., 15., 16., 17., 18., 19. und 22. Mai 2022, Staatliche Museen von Gaganien, Privatsammlung Fasanenstraße
Entstanden im Mai 2020 oder früher. Titel vergessen. Muss auf der Rückseite stehen. Vielleicht „Zauberwald“? Könnte sein. Sehe ich mir genauer an, wenn ich es verpacke. Kommt in die Ausstellung.
Zwischen Ausstellungsverpackungs-Aufregung (meiner) und Weihnachtsgeschenkeverpackungs-Turbulenzen (Euren) sende ich eine Friedensbotschaft von Friedrich Rückert. Schade, dass sie nicht alle erreichen wird. Aber einen Versuch ist es allemal wert.
„Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes. Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.
Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst. Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er. Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.
Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut, Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut. Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.
Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen Versöhnend dann soweit du kannst, umherzureichen. Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze; Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.“
KÖNIGIN DES TAGS. Glücklicher Zufall. Während ich gestern Nacht an einer Übersicht der Exponate herumformatierte, wurden die Bildelemente mitmarkiert. Dadurch zeigten sich die Bilder in den Komplementärfarben der Originalfarben. Bei diesem Bild, das im Original nachtblau ist, und KÖNIGIN DER NACHT heißt, gefiel mir das taghelle Ergebnis so gut, dass ich einen Screenshot davon machte, speicherte und es logisch KÖNIGIN DES TAGS taufte. Voilà. Zwischen Ausstellungslogistik schnell noch ein neues Bild rausgehauen, mache ich mir einen schlanken Fuß. Mal sehen, wie ich es weiterverwerte. Vielleicht als Leinwanddruck und überarbeiten, optimieren. Das Original ist sechzig mal achtzig. Hier zum Vergleich zu sehen. Und in echt ab 10. Januar bei Sevenstar.
»Und wie der Schmetterling erwacht vom Puppentraum, schwingt der Gedanke frei sich über Zeit und Raum. Wie, wann die Frucht ist reif, von selbst die Kapsel springt und hin der Saame fliegt, von Himmelsluft beschwingt.«Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen, 1836.
Bißchen näher dran. Gestern transportbereit verpackt. Als nächstes sind dann die anderen, die großen Bilder dran. Und die Skulpturen. Einige brauchen Luftpolsterfolie, zum Schutz der Bilder und Objekte, aber auch damit sich beim Transport keiner die Hände zerschneidet. Da sind einige mit gefährlich scharfen Spiegelscherbenkanten dabei. Möchte mich nicht anschließend mit meiner Haftpflichtversicherung befassen müssen. An was man alles denken muss. Es nimmt kein Ende! Außerdem heute einen zweiten Netzadapter für mein leistungsfähigstes Notebook bestellt. Habe das Teil in der Wohnung vorwiegend am Stromnetz und die Kabellage geschickt versteckt. Den Adapter möchte ich nicht ständig hin- und hertragen. Der Akku ist zwar recht gut und leistungsfähig, auch über viele Stunden, aber wenn das der Quell meiner Lieblings-Playlist ist, sollte nicht zu befürchten sein, dass da irgendwas nicht funktioniert. Große Nägel brauche ich auch noch. Kleinere hab ich reichlich. Und dann die Kärtchen für die Schilder neben den Exponaten. Oder reicht es, wenn Listen herumliegen, mit kleinen Abbildungen und entsprechendem Text? Daneben ist schon auch gut – oder? Zumal: bei Sevenstar gibt es in gewissen Abständen verschraubte Schildchenhalter aus Stahl.
Kleiner Test, was die Laufweite der Schriftzüge angeht. Ich muss noch am Rhythmus der Abstände von G A G A N I E L S E N herummanipulieren. Ca. drei Zentimeter mehr zwischen den Buchstaben, damit die Lücke in der Mitte nicht mehr als solche wirkt. Da habe ich mich bei der Bestellung wohl etwas verrechnet. Man klebt die Buchstaben nicht einzeln, sondern normalerweise den kompletten Schriftzug. Aber da muss ich dann wohl mit der Schere ran. Vorgabe für die Breite ist eine beispielhafte Reihe mit elf Bildern nebeneinander. Die Überschrift passt. Na dann, wohlan!
Meine Vorbereitungen. Von hinten etwas langweilig. Ich beginne am Mittelpunkt der Wand mit dem mittleren Bild der mittleren Reihe, No. 28. Dann baue ich nach oben und unten an. Wenn die Höhe gut ist, nach links und rechts. Kann aber sein, dass es vertikal zentriert gar nicht so gut aussieht, aus unerfindlichen Gründen die Höhe nicht stimmig ist. Das entscheidet das Gefühl. Habe ich schon häufiger beim Hängen erlebt. Auch, dass mir jemand zum exakt gleichen Abstand zu Decke und Boden riet und es einfach falsch wirkte. Ein Konzept ist schon gut, aber man darf sich nicht zu beharrend festlegen. Mit Materie und Raum spielen.
Tête-à-Tête mit Jean-Michel. Leider habe ich die Ausstellung 2001 nicht gesehen. Schade, zumal ich damals schon in der Nähe wohnte. Beate überließ mir eines der Plakate. Sie war damals die Galeristin. Pictureshow hieß ihre Galerie in der Oranienburger Straße. Ich hörte davon, bin aber nicht hin, ich war zu schüchtern.
Ein Preis wurde verliehen. Ich studierte die Logistik des Caterings. Wie sehen die Weingläser aus. Wie und was wird ausgeschenkt. Wie viel (bzw. wenig). Während die Laudatoren und der Preisträger sprachen, gab es noch kein aktives Angebot von Getränken. Kurzstielige, bauchige, preisgünstige Gläser. Wasser (Leitungswasser?) in Glaskaraffen, Grüner Veltliner und Rotwein, Primitivo. Eine weibliche junge Servicekraft schenkte nach Ende der Ansprachen auf Anfrage die Gläser ein, zu zwei Fünftel gefüllt. Knapp kalkulierte Bewirtung? Man hielt sich sehr befangen zurück.