30. Juni 2012


Wenn man vom Hackeschen Markt Richtung Alexanderplatz schlendert, kann es leicht passieren, dass man durch die Rosenstraße kommt. Vielleicht fällt einem dann ein, dass Margarethe von Trotta einmal einen gleichnamigen Film gedreht hat. Und auch wenn man den Film nicht gesehen hat, so wie ich, ist vielleicht dunkel hängengeblieben, dass das kontrovers beurteilte Werk um einen mutigen Protest von Frauen während der Nazizeit ging. Wenn man dann an dem Abschnitt gegenüber von der Hausnummer Siebzehn vorbeikommt, wo das vermooste Steinensemble Block der Frauen steht und die von der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger geschaffenen Gesichter auf sich wirken lässt, bedarf es keines besonderen Umstands, davon berührt zu sein. Die Mutter der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger war Jüdin, sie selbst Kommunistin. Sie verließ Berlin und emigrierte Neununddreißig nach Italien, wo sie in Florenz den deutschen Maler Helmut Ruhmer, einen Stipendiaten der Villa Massimo kennenlernte, der der Vater ihrer Kinder wurde und mit dem sie später im Exil in Sizilien lebte. Zwei Jahre vor Kriegsende kehrten sie nach Deutschland zurück und durften aufgrund der Rassengesetze nicht heiraten. Dass diese komplexe Skulptur von einer betroffenen Frau geschaffen wurden, wusste ich nicht, als ich es mir ansah. Beim späteren Nachlesen hat es mich erschüttert. Wie gut, dass unsere Gegenwart mit großen und beseelten Stolpersteinen gepflastert ist.
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IN MEMORIAM. »Der Rosenstraße-Protest war die größte spontane Protestdemonstration im Deutschen Reich während der Zeit des Nationalsozialismus. Ende Februar und Anfang März 1943 verlangten „arische“ Ehepartner aus „Mischehen“ und andere Angehörige von verhafteten Juden in Berlin deren Freilassung.«

29. Mai 2012

Für meine Erinnerung. Eine sehr betagte, sehr elegante Dame, die mir heute am 29. Mai 2012, gegen 13.25 Uhr in der Fasanenstraße entgegenkam. Leicht gebückt, durch einen Gehstock gestützt. Die seidigen weißen, längeren Haare zu einer Grace Kelly-Frisur hochgesteckt, die Haare schimmerten ähnlich der Farbe der sehr großen, sehr echt wirkenden Zuchtperlen an ihrem Collier, dazu ein wehender, leichter Sommermantel, glänzend wie Chintz, nur nicht so matt, beinah wie Satin. Dieselbe Perlmuttfarbe zwischen Elfenbein und Champagner. Auch am Handgelenk mehrreihiger, kostbar wirkender Perlenschmuck. Chanel und Diana Vreeland wären ganz und gar einvernehmlich mit ihrer Erscheinung gewesen. Obwohl sie nicht mehr mühelos gehen konnte, es wirkte leicht wackelig, kam es mir vor, als ob mir eine alte Fee entgegenschwebt, aus einer versunkenen, eleganteren Epoche. An einem ganz gewöhnlichen Tag unter der Woche, in der Fasanenstraße in Charlottenburg. Sicher wohnt sie ganz in der Nähe. Sie wirkte wohlhabend und ausgeruht. Und wirklich sehr alt. Sie sah keinen Tag jünger als Neunundachtzig aus, eher wie Fünfundneunzig. Ich glaube, sie trug auch ein wenig Make up, aber sehr dezent, ebenso subtil abgestimmt, wie alles an ihrer Erscheinung. Ich war so angetan, dass ich sie ansprechen musste, und ihr ein Kompliment machte. Schon alleine deswegen, weil sie in ihrem Alter sicher nicht mehr oft einfach so Komplimente für ihr Aussehen auf der Straße hört. Ich sagte: „Sie sehen toll aus! Großartig, was Sie anhaben!“ Sie blieb kurz in der Frühlingssonne stehen und winkte lachend ab, „Ach, das sind ALTE Sachen!“ Ich: „Das macht nichts, es sieht trotzdem großartig aus, wirklich sehr gut!“ Sie wirkte so souverän und aufwändig zurecht gemacht für ihren kleinen Spaziergang, ihr Flanieren durch die schöne Fasanenstraße, dass man merkte, sie hat eine große, lebenslange, schlafwandlerische Routine darin. Eine große Selbstverständlichkeit, ihrem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit zu widmen. Auch wenn sie schon so sehr am Ende ihres Lebens steht. Mit preußischer Disziplin und virtuoser Freude daran. Es war bestimmt eine der glamourösesten Begegnungen der letzten Tage. Und ich hätte gerne gewusst, wie ihr Leben verlief. Sicher war sie in jedem Alter eine großartige Erscheinung und hat viel Bewunderung erfahren. Und immer noch geht sie die flirrenden Straßen entlang, in ihrem bald hundertsten Frühling, mit ihrem wehenden Champagner-Feenmantel. Einer der schönsten Augenblicke heute.

28. Juni 2012

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Jetzt weiß ich es wieder: ich habe die bunte Sitzecke deswegen so fasziniert betrachtet, weil es das erste Mal nach dem langen Winter war, dass überall wieder Tische und Stühle draußen standen, am Hackeschen Markt und hier in diesem Café-Bar-Restaurant-Lounge-Dingens, An der Spandauer Straße, Ecke Rochstraße. Es kam beinah ein bißchen keck, so entschieden sommerlich daher, obwohl schon noch ein scharfer Wind geweht hat. Ostwind! Aber der Frühlingswille lag deutlich und unaufhaltsam in der Luft, am Samstag, dem dritten März. Das erste Märzwochenende. Ich habe ein bisschen in die Sonne geblinzelt,

hinter meiner dunklen Windschutzbrille und bin weiter, immer der Nase nach. Wieder unterwegs, auf Schusters Rappen! Ich verrate auf gar keinen Fall wohin, immer erst, wenn ich da bin. Also weiter.

27. Juni 2012

Der Countdown läuft! Ab 1. Juli neue Preise beim Zahnarzt. Von langer Hand geplant, habe ich mir mit kalter Berechnung heute einen Termin für die professionelle Zahnreinigung geben lassen. Ab Montag kostet der Spaß nämlich fünf Euro mehr für die halbe oder dreiviertel Stunde! Mein Plan ging auf, ich wurde nach einer halben Stunde mit frisch polierten Beißerchen entlassen, letztmalig zum Preis von 44,94! Wichtig war mir heute auch noch, der netten Zahnreinigungsfachkraft zu sagen, dass ich heute bitte nicht ermahnt werden möchte, weil ich meine Fehler kenne! Ich habe zwei Sorten Zahnseide und benutze sie nicht. Sie hat sich wie immer über meine Beichte amüsiert und mich stattdessen pädagogisch wertvoll für mein ansonsten ordentliches Zähneputzen gelobt. Kaum Zahnstein! „Ein Lob tut doch auch mal gut, oder?“ meinte sie noch. Ich habe ihr gleich zugestimmt und mich noch einmal schuldig bekannt: „Nobody’s perfect!“ Jetzt ist jedenfalls wieder ein paar Monate Ruhe. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinen Zähnen ganz zufrieden, auch sind sie weißer geworden, aber noch nicht Filmstarweiß! Mit Bleichen kriegt man das Blinkiblinki-Weiß nicht hin und mit gelegentlich Backpulver oder Natrium putzen auch nicht, außerdem ätzt das das Zahnfleisch weg, wenn man es jeden Tag macht. Ich habe alles ausprobiert! Von spezialangefertigter Bleichschiene (300 Euro seinerzeit!) über Perlweiß bis Aldi-superweiß-Zahncreme. Inzwischen weiß ich, dass Filmstarweiß nur mit unbezahlbarem, mehrstündigen Turbo-Hollywoodbleaching für ein paar Tausend Dollar oder Drüberlackieren oder so komischen Kronen aufkleben geht. „Porzellan Veneers“, wie die Fachleute sagen. Das ist meine Sache nicht, lieber echte und dafür dann halt pastellweiß oder wie das heißt. Apartes naturweiß! Was ich bei Kronen besonders eklig finde, sind die Übergänge zum Zahnfleisch und der unnatürliche Schimmer aus der Nähe betrachtet, bei ungünstigem Lichteinfall in die Mundhöhle! Man sieht es einfach, das wirkt nicht gut. Also immer schön putzen. Schrubben! Da kann ich auch voll aufdrücken, ruhig ein bißchen brutal! Wie man sieht, es lohnt sich!

Und ich praktiziere seit ca. zwanzig Jahren Zahnpasta einwirken lassen, fünf bis zehn Minuten, so lange ich unter der Dusche bin. Das gibt so ein Gefühl von porentiefer Grundreinigung und ist nicht so anstrengend. Das habe ich nirgends gelesen, sondern selber erfunden, weil es sich beim Putzen von anderen Sachen, Töpfe schrubben, Wäsche waschen, Silberbesteck reinigen, ja ähnlich verhält. Ich putze mit einer japanischen Zahnbürste ohne Schnickschnack, mit durchsichtigem, farblosen Plexiglasgriff und weißen Borsten im Dreierpack von dem japanischen Muji-Kaufhaus am Hackeschen Markt. Die sieht nicht so kitschig aus, sondern beinah chic! Andere Zahnbürsten gefallen mir nicht, schließlich muss auch im Badezimmer immer alles adrett und appetitlich wirken, schlussendlich ist es ein Tempel der Schönheit! Ein Ort der Andacht und Besinnung und der Religionsausübung. Mehr habe ich heute nicht zu berichten. Außer vielleicht: ich schreibe kein Buch.

27. Juni 2012


Das sind natürlich Luxustage, an denen man die Zeit hat, in aller Herrgotts Früh noch verschiedene Jacken durchzuprobieren oder zu bloggen! Wobei, das war denke ich mal nicht so früh, eher gegen Mittag. Da wirkt man dann entsprechend aufgeweckter auf den Bildern. Leider konnte ich mit der schönen schwarzen Lackleder-Fetisch-Jacke doch nicht vor die Tür, obwohl sie mir am besten gefallen hätte, weil ich beim von hinten gucken, einen Riss an der einen Ärmel-Naht entdeckt habe, und ich fürchte, der ist irreparabel. So ein komischer Lacklederstoff widersetzt sich ja gerne Flickarbeiten, zumal bei so einem knapp geschnittenen Jäckchen. Bedauerlich. Daher das schwarze Samtmodell. War ok.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

27. Juni 2012


Das sind natürlich Luxustage, an denen man die Zeit hat, in aller Herrgotts Früh noch verschiedene Jacken durchzuprobieren oder zu bloggen! Wobei, das war denke ich mal nicht so früh, eher gegen Mittag. Da wirkt man dann entsprechend aufgeweckter auf den Bildern. Leider konnte ich mit der schönen schwarzen Lackleder-Fetisch-Jacke doch nicht vor die Tür, obwohl sie mir am besten gefallen hätte, weil ich beim von hinten gucken, einen Riss an der einen Ärmel-Naht entdeckt habe, und ich fürchte, der ist irreparabel. So ein komischer Lacklederstoff widersetzt sich ja gerne Flickarbeiten, zumal bei so einem knapp geschnittenen Jäckchen. Bedauerlich. Daher das schwarze Samtmodell. War ok.
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25. Juni 2012

Los Baby, hol dir den Gratisklick!

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Braune Schweinswildlederhose Marke joy (pleite?) von Karstadt in Steglitz aus den Neunzigern, noch älterer dunkelbrauner Ledergürtel von keine Ahnung mit Leopardenprint auf Kuhfell Applikation und selber neu zusammenmontierter versilberter, schmiedeeiserner Schlangenkopfschließe von anderem kaputt gegangenen Boutiquen-Gürtel aus den frühesten Achtzigern. Schokobraunes, langärmliges Öko-Baumwolle-Leibchen für 3,50 €, vom Grabbeltisch, neulich bei Aldi. Darüber ein fesches sieben- bis zehnjähriges Jäckchen aus dem Traditionshaus Betty Barclay, Baumwoll-Viscose-Velours mit zwielichtiger Animal-Print-Beschichtung, zwecks irreführender Kroko-Optik. Dicke schwarze Socken. Unterwäsche. Stiefel. Kein Schmuck, bin schmuck genug!

25. Juni 2012


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Muß reichen! Da diesmal kein Farbbild dabei ist, folgende existentielle Information: Der Kragen, der hervorguckt, hat so Tigerstreifenmuster, wie das ganze Chiffonhemd. Der Rest ist schwarz. Da hätten sich die zusätzlichen Unkosten für teure Farbbilder hier im Internet gar nicht gelohnt. Ich muss sparen! Außerdem müssen die Einträge kürzer werden! Mein Geschwafel über Gott und die Welt hat mich noch kein Stück weiter gebracht!

24. Juni 2012


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Ich habe dann langsam eine gewisse Disziplin darin entwickelt, den Bekleidungszustand mit und ohne Kälteschutz festzuhalten. Wobei ja alles außer Unterwäsche als Kälteschutz bzw. Zivilisationsanpassung verstanden werden kann. Aber Unterwäsche wird es in dieser Reihe nur im Ausnahmefall zu sehen geben. Jedoch ist auch dieser mitunter eingetreten. Aber nicht im Februar! Wenn Sie mir tapfer die Stange hälten, erleben Sie noch die Ära der Bikinifotos. Ich hatte ja neulich Ferien. Aber nun ist noch Mantelzeit, tut mir leid. Wenigstens ist der Februar bald vorbei. Nur noch ein Tag! Obwohl der Februar ja eigentlich sehr schön für mich war, mit all den vorbildlichen Ausflügen. Ich kann und darf nicht meckern. Das entspricht außerdem auch gar nicht meiner Persönlichkeitsstruktur. Wenn man sich als Ziel gesetzt hat, stets als Vorbild zu wirken, fallen solche Sachen einfach komplett weg.

24. Juni 2012


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Ich habe dann langsam eine gewisse Disziplin darin entwickelt, den Bekleidungszustand mit und ohne Kälteschutz festzuhalten. Wobei ja alles außer Unterwäsche als Kälteschutz bzw. Zivilisationsanpassung verstanden werden kann. Aber Unterwäsche wird es in dieser Reihe nur im Ausnahmefall zu sehen geben. Jedoch ist auch dieser mitunter eingetreten. Aber nicht im Februar! Wenn Sie mir tapfer die Stange hälten, erleben Sie noch die Ära der Bikinifotos. Ich hatte ja neulich Ferien. Aber nun ist noch Mantelzeit, tut mir leid. Wenigstens ist der Februar bald vorbei. Nur noch ein Tag! Obwohl der Februar ja eigentlich sehr schön für mich war, mit all den vorbildlichen Ausflügen. Ich kann und darf nicht meckern. Das entspricht außerdem auch gar nicht meiner Persönlichkeitsstruktur. Wenn man sich als Ziel gesetzt hat, stets als Vorbild zu wirken, fallen solche Sachen einfach komplett weg.

24. Juni 2012

[…]



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Vierzehn Etappen. Das war mein sechsundzwanzigster Februar Zweitausendzwölf. Ein Nachmittag, den ich nicht vergessen werde. Wie viele andere. Ich habe ein gutes Gedächtnis. Im Kopf und im Herzen. Wissen Sie noch, was Sie am sechsundzwanzigsten Februar Zweitausendzwölf gemacht haben? Ich war in Berlin. In Berlin Mitte. Ich bin einfach losgelaufen, Luftlinie Gendarmenmarkt im Kopf. Und dann bin ich stehen geblieben. Und wieder. Und weiter. Und wieder. Es war die reinste Bescherung. Und am Ende traf ich einen Engel. Mit einem sexy Hintern. Und den Alten Fritz auf seinem Pferd, der erhaben über den Boulevard ritt. Glauben Sie mir, es macht etwas mit einem. Etwas Gutes. Der Alte Fritz schmeißt ein bißchen was von seiner Erhabenheit runter, wenn man ihn darum bittet. Bitten muss man. Bitten und Beten. Und Danken. Meine vornehmste Aufgabe. Vielleicht fühlt man sich nur in Mitte daheim, wenn man ein bißchen größenwahnsinnig ist. Ich mag expansiven Geist, den unbedingten Willen zum großen Wurf. Der hat hier Tradition, in dem Sinne bin ich unbedingt konservativ. Visionär aus guter, alter Tradition. Falls Sie wissen, was ich meine.

16. Juni 2012

So, es hat aufgehört zu regnen, ich gehe einkaufen! Ich gehe in fünf Minuten los, wir sehen uns bei Kaisers in der Brunnenstraße und anschließend bei Aldi Ecke Bernauer!

23. Juni 2012

Re: fussi heute abend
Von: Gaga Nielsen
An: (…)
Betreff: Re: fussi heute abend
Datum: Sat, 23. Jun 2012 09:03:05

oh schade, (…)
gestern war der einzige Tage seit Jahren, wo ich nicht ein einziges mal meine mails gecheckt habe.
Ja, ich hab geguckt, das war ein tolles Spiel… sehr schnell unsere Jungs in der zweiten Halbzeit! Ich habs im Schlafzimmer geguckt, weil der große Fernseher im Wohnzimmer schon länger kaputt ist.
Ich hoffe, du konntest es woanders schauen, man kann ja auch immer auf zdf online live auf dem computer gucken, den livestream, alle Spiele sind über den livestream zu gucken. Das war gestern das erste EM-Spiel, das ich auf dem Fernseher geguckt habe, die anderen hab ich gar nicht geschaut, nur die Tore mitgekriegt, weil dann jedes mal die Bude gewackelt hat!
Aber live public viewing ist auch was schönes, draußen! Am Donnerstag ist bestimmt überall die Hölle los! Ha!
Ich hab meine ganzen Deutschland Accessoires noch gar nicht eingesetzt dieses Jahr, Hula-Hula-Deutschland-Hawaii-Boa und meine Deutschlandwimpern.
Eine Schande eigentlich!
Lieben Gruß!
Gaga
——– Original-Nachricht ——–
> Datum: Fri, 22 Jun 2012 16:59:32 +0200
> Von: (…)
> An: gaga
> Betreff: fussi heute abend

> Liebe Gaga
> Guckst du heute abend Fussball bei dir?
> Wenn ja, wollen wir uns sehen?
> Alles Liebe (…)

20. Juni 2012

[…]

In die Dämmerung. Zwischen Bebelplatz und Unter den Linden, an der mit dem großen Schinkelposter verhängten Bauakademie vorbei, gleich um die Ecke von der Friedrichswerderschen Kirche, Blick nach rechts die Kuppel vom Französischen Dom und der Hedwigskathedrale. Alles schön beieinander im Schattenriss. Auch auf der großen Skulptur an seinem Schinkelplatz wirkt er jugendlich. Er ist auch nicht so sehr alt geworden. Sechzig Jahre und ein paar Monate. Achtundzwanzig Jahre nach seinem Tod, 1869 hat man den Platz nach ihm umbenannt und sein Bildnis aufgestellt. Ich denke nur laut. Nur so für mich. Nach dem gleißenden Licht des Nachmittags wurden die Farben matter und zogen sich langsam zurück in ihr abendliches Versteck. Ich machte mich schnurstracks zurück auf den Weg nach Hause, zu Fuß. Der kürzeste Weg ist immer Unter den Linden entlang. Da hab ich auch noch ein paar Bilder, quer links durch das kleine Straßenlabyrinth zum Scheunenviertel, heim in mein kleines Nest.

Du selbst wohl magst in heitrer Festlichkeit
Der Frucht und Blumen Schnur mit Band umschlingen,
Und so vom Turme hin zum Turme schwingen
Den himmelfrohen Blicken zum Geleit,
Wenn des Momentes kühne Heiterkeit
Von Gipfeln hin zu Gipfeln möchte springen,
Und nach der Vögel Lied in Blumenringen
Sich schaukeln schwebend überm Erdenstreit.
So sei hinüber dann zu Dir gekreist
Mein Liederband von einem Gipfel ab,
Dess‘ Lavastrom die Rinde überm Grab
Erstarrter Mitwelt oft Dir aufgeeist.
Sei treu begrüßt Du nie erschöpfter Geist,
Dem das Verhältnis seinen Meisterstab,
Das Unermeßliche zu messen, gab,
Daß Ew’ges sich in Grenzen schön erweist.
Indessen ein Philister stolz verblüfft
Durch aufgesteiften Leichnam des Vitruv,
Von seines ausgestopften Schulpferds Huf
Sich Hippokrene leckt, Karnieschen knifft,
Bist Du mit Orpheus glaubend eingeschifft,
Und wie in Klangfiguren Schöpferruf,
Wie im Kristall der Ton Gestalt sich schuf,
So Saitenklang in Deine Seele trifft.
Gehst Du jetzt wohl an meines Görres Hand,
Dem Liebe hier im Liede Dich gefügt,
Wo ernst der Rhein berauschte Ufer pflügt
Längs alter Tempel schicksalsvollem Rand,
Und malst ihm meisterlich in feuchten Sand
Mit leichtem Stabe, dessen Zug nicht trügt,
Ein Dombild hin, dem nicht die Zeit genügt,
Noch Dir, der es erfand, ihm, der’s verstand.
Dann denke, daß zuerst er einst gedacht,
Zuerst gesagt: Architektura ist
Erstarrte Musika, die Maß ermißt;
Worüber die Philister dumm gelacht,
Und lieb‘ ihn drum, sahst Du in stumme Nacht
Die Kunst doch auch verbaut durch Formgenist,
Bis Saitenklang Dir brach das Schulgerüst,
Ausstrahlend vom Gesetz zu Zier und Pracht.
Ich weiß, Grundtöne führen Dir den Plan
Und Harmonieen wiegen Dir ihn aus
Und Melodieen treiben bis zum Strauß
Des Gipfels Dir die Linien hinan,
Kein Zug läuft eigenwillig seine Bahn,
Und macht auf eigne Hand sich blumenkraus,
Du pflanzest nicht auf tolles Formgebraus,
Nein auf organ’sche Gipfel nur den Hahn.
O zürne nicht, daß ich Dich auf die Zinnen
Der Tempel führe, die im Geist Du bauest,
Und unermüdlich gut der Zeit vertrauest,
Ob einmal wohl ihr Großes geh‘ zu Sinnen;
Es ist um Dir die Aussicht zu gewinnen,
Wo Du der Erde Hoffnungsgrün erschauest
Und Trost des blauen Himmels niedertauest
Zu Bildern schöner Kunstzeit auf die Linnen.
Doch ach die liebe Zeit! mit Wortposaunen
Bläst sie Dein Bild des Griechenlebens an,
Und bleckt bei dem Gewitterdom den Zahn,
Wahrhaftig schön, altdeutsch, recht zum Erstaunen!
Doch Kritiker hört man ins Ohr sich raunen:
Phantastische Prospekte, nicht viel dran,
Im Kolorit hat er noch nichts getan,
Sein Blau will grauen nicht, sein Grün nicht braunen.
Auch hör‘ von Tempelspatzen, Heidenküstern,
Von Krähen in Metopenschädeln nistend,
Ihr Leben an Triglyphentropfen fristend
Ob got’scher Barbarei ich rings ein Flüstern;
Doch keiner ist zu griech’schem Wettbau lüstern,
Du schütteltest sonst kräftig, überlistend
Die Herrn im Atheistenstalle mistend,
Die Säulen Samson über den Philistern.
Ursprünglich springt wie Griechen Dir Erfindung,
Dorisch wird Manneskraft Dir wie den Alten,
Und jonisch siehst Du Frauenanmut walten,
Volute in der Locken Schneckenwindung,
Den Wulst in vollen Haarschmucks Unterbindung,
Des Schaftes Hohlstreif in Gewandes Falten;
Korinthisch hohe Zier rein zu gestalten,
Giebt jungfräuliche Schlankheit Dir Empfindung.
Die Mythe, die korinth’schem Säulenhaupt
Durch fromme Liebe schönes Leben gab,
Die Freundin lebt, Akanthus auf dem Grab
Der Jungfrau ihren Fruchtkorb noch umlaubt,
Kallimachus auch Du! kein dürrer Stab
Ist Dir der Meßstock; grün und vollbetraubt
Schwingst Du als Thyrsus ihn. Es grünt, wer glaubt,
Die dürren schnitt der Herr zum Feuer ab.
………………………………………………………….
Hier brech‘ ich ab. Ich hatte hingerissen
Wohl funfzig solcher Strophen Dir gesungen,
Von Deinen Leiden und Begeisterungen,
Domidealen und Realkulissen,
Scheinlauter Zeit kleinlauten Hindernissen.
Was Du in Dir und außer Dir errungen,
Was Dir gelungen, was Du überschwungen,
Das sagt‘ ich dort nach Wissen und Gewissen.
Doch hier schien allzuernst mir die Beschauung,
Um Dich bei Fahnenschwung und Trommelrühren
In lust’ge Zeltengassen einzuführen;
Wie leicht wär’s um die ganze Auferbauung
Durch ein Hurra und Lippellied geschehen,
Drum nimm fürlieb auf ernstres Wiedersehen!

Clemens Brentano, An Schinkel*
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*gemeinfrei

18. Juni 2012

[…]


Man muss sich jetzt nicht großartig für Carl Friedrich Schinkel interessieren, um mir zu folgen. Aber Schinkel lässt sich in Berlin schwer ignorieren, zumal in Mitte. Und das zu Recht. Ach, es ist Unsinn etwas zu beschreiben, was man in jedem Lexikon lesen kann. Nur will ich mich an das Gefühl erinnern, als ich die filigrane, geschnitzte Holztreppe nach oben ging, nie bin ich vorsichtiger über eine Treppe gegangen. Bei jedem Schritt dachte ich, wie riskant, wie exklusiv, diese Treppe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sie wirkte so zart gebaut, fragil. Ich trat ganz vorsichtig auf, streichelte das Geländer mehr, als dass ich mich festhielt. So eine Kostbarkeit. Und die bunten Fenster. Die Vielfalt der kleinen Arabesken. Und das sich wiederholende Blumenmotiv, das mir erst später beim Sichten der Bilder daheim so recht ins Bewusstsein kam. Das mich an die Pril-Blumen erinnerte, die wir als Kinder so gerne sammelten und auf die Kacheln in der Küche klebten. Das machten wohl alle Kinder gern. Glaube ich jedenfalls. Die fröhlichen Blumen von Pril mit dem Glanzversspiel. Wie lange ist das her? Vierzig Jahre. Schinkel ist mir näher gekommen. Durch die Treppe und die Blumen. Und sein Zitat. Er muss sehr musikalisch gewesen sein. Diese Kirche, die heute sein Museum ist, und die mich noch nie beschäftigt hat, bevor ich eher zufällig daran vorbeikam und sie zum Glück betrat, ist eine kleine Sinfonie.
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16. Juni 2012

So, es hat aufgehört zu regnen, ich gehe einkaufen! Ich gehe in fünf Minuten los, wir sehen uns bei Kaisers in der Brunnenstraße und anschließend bei Aldi Ecke Bernauer!

10. Juni 2012

[…]

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Quickie im Deutschen Dom. Wege. Irrwege. Umwege. so heißt die Ausstellung, in der ich nicht war, weil ich keine Lust hatte, meine Jacke auszuziehen. Das war mir zu kompliziert und umständlich, außerdem war mir sowieso nicht nach parlamentarische Schautafeln studieren, bei dem schönen Wetter. Ich war perfekt gekleidet zum Flanieren und in keinster Weise bereit, mich einem Jacken-Entledigungszwang auszusetzen. Nicht, dass ich drunter nicht ordentlich angezogen gewesen wäre, aber das war mir zu blöd. Ich war konsterniert, dass man überhaupt gewagt hat, mir das anzutragen. Man bittet die Queen schließlich auch nicht, den Hut abzusetzen, wenn sie einem öffentlichen Gebäude ihre Aufwartung macht. Ich habe dann noch artig gefragt, wie weit ich

mich ausziehen soll, ob ich die Unterwäsche anbehalten dürfte. Ich glaube, die Frage wurde von den gestrengen Aufpassern nichts so ganz verstanden. Interessanterweise sind die Mitarbeiter vom Berliner Dom wesentlich lustiger drauf, immer zu einem Scherz aufgelegt. Deswegen: schnell wieder weg hier! Ich habe mir schnell ein Bild von den aktuellen baulichen Gegebenheiten des Deutschen Doms vom Erdgeschoss aus gemacht und das hat dann auch gelangt. Es ist ja nun keine Kirche mehr. Deswegen ist sakrale Unterwürfigkeit auch fehl am Platze. Unverputzte alte und neue Klinkersteine. Der Deutsche Dom war ja auch jahrzehntelang in seinem ramponierten Nachkriegszustand belassen, sogar die Kuppel hat zig Jahrzente gefehlt. Schlimme Bilder gibt es davon.

Aber pünktlich zum 40. DDR-Jubeltag in den Achtzigern wurde schnell alles tip top hergerichtet, seither ist der Gendarmenmarkt wieder wie vor dem Kriegsbrand anzuschauen. Und lustig war die Zeitung, „Das Parlament“, das da herumlag, im Eingangsbereich. Mit Foto vom ehemaligen Bundespräsidenten und seiner Gattin, wie sie Bellevue verlassen. Darüber der Titel „Bellevue sucht Nachmieter“. Haha. Schönes Foto. Herr und Frau Adabei auf dem Weg zum Ausgang. Ende Februar war das. Schwamm drüber.

10. Juni 2012

[…]

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Quickie im Deutschen Dom. Wege. Irrwege. Umwege. so heißt die Ausstellung, in der ich nicht war, weil ich keine Lust hatte, meine Jacke auszuziehen. Das war mir zu kompliziert und umständlich, außerdem war mir sowieso nicht nach parlamentarische Schautafeln studieren, bei dem schönen Wetter. Ich war perfekt gekleidet zum Flanieren und in keinster Weise bereit, mich einem Jacken-Entledigungszwang auszusetzen. Nicht, dass ich drunter nicht ordentlich angezogen gewesen wäre, aber das war mir zu blöd. Ich war konsterniert, dass man überhaupt gewagt hat, mir das anzutragen. Man bittet die Queen schließlich auch nicht, den Hut abzusetzen, wenn sie einem öffentlichen Gebäude ihre Aufwartung macht. Ich habe dann noch artig gefragt, wie weit ich

mich ausziehen soll, ob ich die Unterwäsche anbehalten dürfte. Ich glaube, die Frage wurde von den gestrengen Aufpassern nichts so ganz verstanden. Interessanterweise sind die Mitarbeiter vom Berliner Dom wesentlich lustiger drauf, immer zu einem Scherz aufgelegt. Deswegen: schnell wieder weg hier! Ich habe mir schnell ein Bild von den aktuellen baulichen Gegebenheiten des Deutschen Doms vom Erdgeschoss aus gemacht und das hat dann auch gelangt. Es ist ja nun keine Kirche mehr. Deswegen ist sakrale Unterwürfigkeit auch fehl am Platze. Unverputzte alte und neue Klinkersteine. Der Deutsche Dom war ja auch jahrzehntelang in seinem ramponierten Nachkriegszustand belassen, sogar die Kuppel hat zig Jahrzente gefehlt. Schlimme Bilder gibt es davon.

Aber pünktlich zum 40. DDR-Jubeltag in den Achtzigern wurde schnell alles tip top hergerichtet, seither ist der Gendarmenmarkt wieder wie vor dem Kriegsbrand anzuschauen. Und lustig war die Zeitung, „Das Parlament“, das da herumlag, im Eingangsbereich. Mit Foto vom ehemaligen Bundespräsidenten und seiner Gattin, wie sie Bellevue verlassen. Darüber der Titel „Bellevue sucht Nachmieter“. Haha. Schönes Foto. Herr und Frau Adabei auf dem Weg zum Ausgang. Ende Februar war das. Schwamm drüber.

09. Juni 2012

[…]

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Meine kleine Stadt, mein kleines Refugium. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, ob für jemandem außerhalb von Berlin, der hier noch nie zu Besuch war, die Ortsbezeichnung Gendarmenmarkt eine Hausnummer ist. Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass zu Mauerzeiten recht wenig in [WEST-] Berlin vom Gendarmenmarkt die Rede war. Man konnte ja auch nur sehr schwer hin. Also nur unter erschwerten Bedingungen. Mit dem
Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums der DDR. Den Zirkus habe ich einmal mitgemacht, im Juni 1989. Ich kann mich absolut nicht daran erinnern, dass ich mit meiner Großkusine aus Grünau und meiner Tante und Großtante aus Treptow über den Gendarmenmarkt gelaufen wäre. Das hätte mir doch in Erinnerung bleiben müssen. Aber wir waren auf jeden Fall in Mitte und ich war wie erschlagen von den feudalen alten Bauten. Aber das hab ich ja erst neulich irgendwo hier erwähnt. Auf jeden Fall kommt man sich jetzt, wo man sich an die Existenz des Gendarmenmarktes dreiundzwanzig Jahre mit Haut und Haar gewöhnen konnte, ein bißchen vor, als ob man das Brandenburger Tor beschreiben wollte.

Das kennt ja nun wirklich jeder Deutsche zumindest von den alten Mauerfall-Filmberichten und von der Briefmarke und von der John F. Kennedy-Rede seinerzeit. Und von den Fernsehübertragungen der Silvesterfeiern der ungefähr letzten zwanzig Jahre. Ich schreibe aber trotzdem eine Kleinigkeit zum Gendarmenmarkt. Das Besondere ist, dass links und rechts vom alten Konzerthaus zwei Dome stehen, der Französische und der Deutsche Dom, die eine Zwillingskuppel haben. Die beiden Dome sehen zum Verwechseln ähnlich aus, besonders die Kuppeltürme. Aber innen drin sind sie komplett unterschiedlich, auch die sonstige Bauweise ist unterschiedlich. Aber auf den ersten Blick ist man wie in einer Spiegelung. Das hat schon etwas von feudalem Überfluss. Die Kuppel vom Deutschen Dom kann man nicht begehen, jedenfalls nicht die Außenbalustrade. Die vom Französischen sehr wohl, und das ist sehr, sehr schön. Aber das ist ein anderer Ausflug, irgenwann später. Jetzt laufen wir einfach nur mal über den Gendarmenmarkt, vorbei am Konzerthaus, wo ein paar recht attraktive, junge italienische Touristen Fotos hinter den alten Säulen machen und dann weiter zum Restaurant Refugium. Ich könnte jetzt behaupten, dass ich drin war und ein mehrgängiges Menü genossen habe, aber das wäre glatt gelogen. Ich habe bei diesem schönen Ausflug leider gar kein Lokal frequentiert, was mir im Nachhinein beinah ein bißchen unangemessen erscheint. Es war aber auch so ein Sonntagsspaziergang aus dem Bilderbuch.

09. Juni 2012

[…]

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Meine kleine Stadt, mein kleines Refugium. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, ob für jemandem außerhalb von Berlin, der hier noch nie zu Besuch war, die Ortsbezeichnung Gendarmenmarkt eine Hausnummer ist. Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass zu Mauerzeiten recht wenig in [WEST-] Berlin vom Gendarmenmarkt die Rede war. Man konnte ja auch nur sehr schwer hin. Also nur unter erschwerten Bedingungen. Mit dem
Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums der DDR. Den Zirkus habe ich einmal mitgemacht, im Juni 1989. Ich kann mich absolut nicht daran erinnern, dass ich mit meiner Großkusine aus Grünau und meiner Tante und Großtante aus Treptow über den Gendarmenmarkt gelaufen wäre. Das hätte mir doch in Erinnerung bleiben müssen. Aber wir waren auf jeden Fall in Mitte und ich war wie erschlagen von den feudalen alten Bauten. Aber das hab ich ja erst neulich irgendwo hier erwähnt. Auf jeden Fall kommt man sich jetzt, wo man sich an die Existenz des Gendarmenmarktes dreiundzwanzig Jahre mit Haut und Haar gewöhnen konnte, ein bißchen vor, als ob man das Brandenburger Tor beschreiben wollte.

Das kennt ja nun wirklich jeder Deutsche zumindest von den alten Mauerfall-Filmberichten und von der Briefmarke und von der John F. Kennedy-Rede seinerzeit. Und von den Fernsehübertragungen der Silvesterfeiern der ungefähr letzten zwanzig Jahre. Ich schreibe aber trotzdem eine Kleinigkeit zum Gendarmenmarkt. Das Besondere ist, dass links und rechts vom alten Konzerthaus zwei Dome stehen, der Französische und der Deutsche Dom, die eine Zwillingskuppel haben. Die beiden Dome sehen zum Verwechseln ähnlich aus, besonders die Kuppeltürme. Aber innen drin sind sie komplett unterschiedlich, auch die sonstige Bauweise ist unterschiedlich. Aber auf den ersten Blick ist man wie in einer Spiegelung. Das hat schon etwas von feudalem Überfluss. Die Kuppel vom Deutschen Dom kann man nicht begehen, jedenfalls nicht die Außenbalustrade. Die vom Französischen sehr wohl, und das ist sehr, sehr schön. Aber das ist ein anderer Ausflug, irgenwann später. Jetzt laufen wir einfach nur mal über den Gendarmenmarkt, vorbei am Konzerthaus, wo ein paar recht attraktive, junge italienische Touristen Fotos hinter den alten Säulen machen und dann weiter zum Restaurant Refugium. Ich könnte jetzt behaupten, dass ich drin war und ein mehrgängiges Menü genossen habe, aber das wäre glatt gelogen. Ich habe bei diesem schönen Ausflug leider gar kein Lokal frequentiert, was mir im Nachhinein beinah ein bißchen unangemessen erscheint. Es war aber auch so ein Sonntagsspaziergang aus dem Bilderbuch.

04. Juni 2012

Liebes Tagebuch,
heute war das große Konzert zu Ehren von Königin Elisabeth II., wegen sechzig Jahre Diamant-Jubiläum, vor dem Buckingham Palast. Ich habe das natürlich längst gewusst und trotzdem habe ich mich nicht ordnungsgemäß darum gekümmert, dem Ereignis direkt bei der Ausstrahlung hier auf dem Kontinent beizuwohnen. Aber im Royal Dish-Strang zu heute habe ich gemerkt, dass die Leute die ganze Zeit gucken und ich dusslige Kuh nicht. Dann habe ich schnell nach livestream BBC gegoogelt und auch gleich gefunden und mich zugeschalten. Geschaltet. Sicher habe ich eine Menge verpasst, Shirley Bassey und Grace Jones und Kylie. Grace Jones ist glaube ich auch schon über Sechzig aber tritt noch mit nackigen, eingeölten Oberschenkeln auf, nicht mehr ganz so straff wie früher, aber respektabel. Aber als ich zugeschaltet habe, war Sir Paul McCartney gerade dran und hat mit seiner Band Beatles-Lieder gespielt. Das war sehr, sehr schön. Er hat gerade angefangen mit „All my Lovin“, was schon immer eines meiner liebsten Lieder als Kind war. Ich bin ja mit Beatles-Liedern aufgewachsen, weil die Nachbarjungs die ganze Zeit Beatles gehört haben, aber im Radio sind die Lieder natürlich auch gekommen. All my Lovin! Das ist so schön. Es gab tolle Light Show und noch zwei Beatles-Lieder und welche von den Wings, die Hits und (ich war gerade auf dem Klo) dann hab ich gehört, wie Paul McCartney „Her Majesty, the Queen“ angesagt, also auf die Bühne gebeten hat. Ich habe also genau richtig zugeschalten, zum Höhepunkt!
Die Königin hat ein tolles, goldglänzendes Satin besticktes, langes Damastkleid angehabt und wirkte guter Dinge, obwohl ihr Mann, der Duke of Edinburgh Erkältung hat, von dem schlechten Wetter gestern auf dem Schiff und im Hospital liegt. Dann ist Prince Charles auf die Bühne gekommen und hat eine Rede gehalten. Ich weiß nicht mehr genau, ob er sie immer mit „Your Majesty“ angesprochen hat, aber so ähnlich und danach hat er gleich gesagt: „Dear Mummy!“ Und gegrinst. Und das Volk hat gelacht und gejubelt! Er hat schön geredet und sich bei den sechshundert Elektrikern bedankt und auch einen Gruß an seinen kranken Vater geschickt und das Volk aufgefordert, dem Duke of Ellington Edinburgh die besten Genesungswünsche zu schicken, worauf das Volk irgendetwas Segensreiches skandiert hat, oder wie man so sagt. Da habe ich schon eine Gänsehaut gekriegt. Königin Elisabeth war total gerührt, aber sie hat sich nicht getraut, es zu zeigen und hat geschluckt! Ich habe es genau gemerkt. Überhaupt ist interessant, dass ich bei Royal Dish gelesen habe, dass ein BBC-Reporter erzählt hat, dass die Queen erklärt hat, was in ihr vorgeht, wenn sie manchmal so auffallend grimmig und schief guckt. Das ist immer dann, hat sie gemeint, wenn sie versucht nicht loszulachen, deswegen wird sie dann ganz ernst und guckt verkniffen, um die Beherrschung nicht zu verlieren. Also ich kann mir nicht helfen, ich finde das sehr sympathisch. Vor allem, wenn man jetzt weiß, dass sie eigentlich total lustig drauf ist, wenn sie grimmig guckt.
Aber weiter! Und dann hat Charles noch viele nette lobende Sachen gesagt, wie dass man auch wegen ihr das Gefühl hat, dass man stolz darauf sein kann britisch zu sein und das Volk hat gejubelt und sie hat ganz bescheiden aber freudig geguckt. Dann hat Charles alle hunderttausend Millionen Leute da vor dem Buckingham Palast aufgefordert, zu Ehren der Königin „hip hip hurrah!“ zu rufen. Drei mal! Alle haben super mitgemacht. Ich auch! Und dann wurde natürlich noch God Save the Queen gesungen, wie es sich gehört. Ich habe auch mitgesungen, obwohl ich nicht hundertprozentig textsicher bin. Aber ich wollte teilhaben und meine Ehrerbietung zum Ausdruck bringen. Schließlich ist es auch unsere Königin! Denn eine andere haben wir nun einmal nicht! Lang lebe die Königin! All my lovin. Gute Nacht.

04. Juni 2012

Liebes Tagebuch,
heute war das große Konzert zu Ehren von Königin Elisabeth II., wegen sechzig Jahre Diamant-Jubiläum, vor dem Buckingham Palast. Ich habe das natürlich längst gewusst und trotzdem habe ich mich nicht ordnungsgemäß darum gekümmert, dem Ereignis direkt bei der Ausstrahlung hier auf dem Kontinent beizuwohnen. Aber im Royal Dish-Strang zu heute habe ich gemerkt, dass die Leute die ganze Zeit gucken und ich dusslige Kuh nicht. Dann habe ich schnell nach livestream BBC gegoogelt und auch gleich gefunden und mich zugeschalten. Geschaltet. Sicher habe ich eine Menge verpasst, Shirley Bassey und Grace Jones und Kylie. Grace Jones ist glaube ich auch schon über Sechzig aber tritt noch mit nackigen, eingeölten Oberschenkeln auf, nicht mehr ganz so straff wie früher, aber respektabel. Aber als ich zugeschaltet habe, war Sir Paul McCartney gerade dran und hat mit seiner Band Beatles-Lieder gespielt. Das war sehr, sehr schön. Er hat gerade angefangen mit „All my Lovin“, was schon immer eines meiner liebsten Lieder als Kind war. Ich bin ja mit Beatles-Liedern aufgewachsen, weil die Nachbarjungs die ganze Zeit Beatles gehört haben, aber im Radio sind die Lieder natürlich auch gekommen. All my Lovin! Das ist so schön. Es gab tolle Light Show und noch zwei Beatles-Lieder und welche von den Wings, die Hits und (ich war gerade auf dem Klo) dann hab ich gehört, wie Paul McCartney „Her Majesty, the Queen“ angesagt, also auf die Bühne gebeten hat. Ich habe also genau richtig zugeschalten, zum Höhepunkt!
Die Königin hat ein tolles, goldglänzendes Satin besticktes, langes Damastkleid angehabt und wirkte guter Dinge, obwohl ihr Mann, der Duke of Edinburgh Erkältung hat, von dem schlechten Wetter gestern auf dem Schiff und im Hospital liegt. Dann ist Prince Charles auf die Bühne gekommen und hat eine Rede gehalten. Ich weiß nicht mehr genau, ob er sie immer mit „Your Majesty“ angesprochen hat, aber so ähnlich und danach hat er gleich gesagt: „Dear Mummy!“ Und gegrinst. Und das Volk hat gelacht und gejubelt! Er hat schön geredet und sich bei den sechshundert Elektrikern bedankt und auch einen Gruß an seinen kranken Vater geschickt und das Volk aufgefordert, dem Duke of Ellington Edinburgh die besten Genesungswünsche zu schicken, worauf das Volk irgendetwas Segensreiches skandiert hat, oder wie man so sagt. Da habe ich schon eine Gänsehaut gekriegt. Königin Elisabeth war total gerührt, aber sie hat sich nicht getraut, es zu zeigen und hat geschluckt! Ich habe es genau gemerkt. Überhaupt ist interessant, dass ich bei Royal Dish gelesen habe, dass ein BBC-Reporter erzählt hat, dass die Queen erklärt hat, was in ihr vorgeht, wenn sie manchmal so auffallend grimmig und schief guckt. Das ist immer dann, hat sie gemeint, wenn sie versucht nicht loszulachen, deswegen wird sie dann ganz ernst und guckt verkniffen, um die Beherrschung nicht zu verlieren. Also ich kann mir nicht helfen, ich finde das sehr sympathisch. Vor allem, wenn man jetzt weiß, dass sie eigentlich total lustig drauf ist, wenn sie grimmig guckt.
Aber weiter! Und dann hat Charles noch viele nette lobende Sachen gesagt, wie dass man auch wegen ihr das Gefühl hat, dass man stolz darauf sein kann britisch zu sein und das Volk hat gejubelt und sie hat ganz bescheiden aber freudig geguckt. Dann hat Charles alle hunderttausend Millionen Leute da vor dem Buckingham Palast aufgefordert, zu Ehren der Königin „hip hip hurrah!“ zu rufen. Drei mal! Alle haben super mitgemacht. Ich auch! Und dann wurde natürlich noch God Save the Queen gesungen, wie es sich gehört. Ich habe auch mitgesungen, obwohl ich nicht hundertprozentig textsicher bin. Aber ich wollte teilhaben und meine Ehrerbietung zum Ausdruck bringen. Schließlich ist es auch unsere Königin! Denn eine andere haben wir nun einmal nicht! Lang lebe die Königin! All my lovin. Gute Nacht.

03. Juni 2012

[…]

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Jaguar am Straßenrand, Hotel de Rome. Ich mag das. Ich mag alles, was zur virtuosen Linie strebt. Autos, Hotels, Menschen. Das Mahnmal. Zur Erinnerung an die
Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. In die polierte Tafel ist das Zitat von Heinrich Heine eingeprägt: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Aus der Hedwigskirche kommend, ein paar Schritte nach links, ist man direkt am Bebelplatz. Das Hotel und die juristische Fakultät der Humboldt-Universität dominieren den Platz. Auf der anderen Seite des Universitätsgebäudes heißt die Adresse Unter den Linden. Es gibt jetzt ein Institut für Internet und Gesellschaft darin, das innerhalb der juristischen Fakultät Räume zu haben scheint. Was für eine noble Adresse. Im Hotel de Rome gibt es eine hochgelobte Bar und Dachterrasse, wo sich gerne Journalisten von monatlich erscheinenden Magazinen mit prominenten Gesprächspartnern treffen. Die Gespräche erscheinen dann in der Vogue oder ähnlich aufwändigen Printmedien mit eleganten Schwarzweiß-Fotografien. Ach ja, ein Jaguar. Ich freue mich einfach immer nur, wenn ein schönes Auto am Straßenrand steht. Es gibt viel zu wenige davon.

02. Juni 2012

[…]

Von allen Kirchen, in denen ich in Mitte war, ist mir St. Hedwig die Liebste. Sie hat nicht nur die anmutigste Kuppel von allen, sie hält auch innen, was sie von außen verspricht. Ein heiterer, vergleichsweise schlichter Tempelraum mit verhaltenem Licht, das durch die Rundbogenfenster dringt. Kleine Kerzen flackern in einer Nische, inmitten der Kuppel ein kleines rundes Fenster für die Sonne. Ich war ganz ruhig in diesem Raum. Nicht dieses mich häufig in jahrhundertealten Gotteshäusern ereilende, recht profane Gefühl wie in einem übermäßig barock überladenen Museum. Der liturgische Innenraum wurde nach dem Neuaufbau der alten Hedwigskirche, die bei der Bombardierung Berlins 1943 schwer gelitten hatte, in den sechziger Jahren ganz neu gestaltet. Ich mag es so sehr gerne. Die Andachtsräume eine Treppe tiefer, rund um den Altarraum sind auch sehr besonders. Es hat sich mir alles erschlossen, obwohl ich nicht katholisch und auch sonst in keiner Kirche bin. In dem kleinen Gewölbe mit sakralen Schätzen in Glasvitrinen, gefiel mir besonders, was auf einer Schrifttafel stand:
Alle sichtbaren Gegenstände sind
uns vor Augen gestellt zur
Bezeichnung und Erklärung der
unsichtbaren Dinge, und sie
belehren uns durch das Auge in
symbolischer, das heißt in bildlicher
Weise.
Weil in der Form der sichtbaren
Dinge ihre Schönheit besteht, ist
die Schönheit der sichtbaren Dinge
ein Bild für die Schönheit der
unsichtbaren.
Hugo von Sankt Viktor, 1097 -1141

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02. Juni 2012

Harumi Klossowska de Rola Sag mal, warum hast du deine ersten Schuhe eigentlich „Love“ genannt?
Christian Louboutin Auf die Idee kam ich durch ein Foto von Lady Diana, das überall abgedruckt wurde. Aus der Zeit, als sie sich mit Prinz Charles zu Tode langweilte. Ich glaube, das war während eines Besuchs in Neuguinea. Sie saß in sehr königlicher Pose auf einem kleinen Stuhl, hatte die Knie fest aneinandergepresst und blickte traurig auf ihre Füße hinunter. Ich sagte mir: Ein Jammer, dass da an ihren Füßen nicht etwas ist, was ihr ein Lächeln entlockt, und dann schrieb ich das Wort „Love“ auf die Schuhe. Wenn es da jemand gäbe, der sie liebt, und wenn sie das dann an ihren Füßen lesen würde, würde sich ihre Miene bestimmt aufhellen.
VOGUE 6 / 09

29. Mai 2012

Für meine Erinnerung. Eine sehr betagte, sehr elegante Dame, die mir heute am 29. Mai 2012, gegen 13.25 Uhr in der Fasanenstraße entgegenkam. Leicht gebückt, durch einen Gehstock gestützt. Die seidigen weißen, längeren Haare zu einer Grace Kelly-Frisur hochgesteckt, die Haare schimmerten ähnlich der Farbe der sehr großen, sehr echt wirkenden Zuchtperlen an ihrem Collier, dazu ein wehender, leichter Sommermantel, glänzend wie Chintz, nur nicht so matt, beinah wie Satin. Dieselbe Perlmuttfarbe zwischen Elfenbein und Champagner. Auch am Handgelenk mehrreihiger, kostbar wirkender Perlenschmuck. Chanel und Diana Vreeland wären ganz und gar einvernehmlich mit ihrer Erscheinung gewesen. Obwohl sie nicht mehr mühelos gehen konnte, es wirkte leicht wackelig, kam es mir vor, als ob mir eine alte Fee entgegenschwebt, aus einer versunkenen, eleganteren Epoche. An einem ganz gewöhnlichen Tag unter der Woche, in der Fasanenstraße in Charlottenburg. Sicher wohnt sie ganz in der Nähe. Sie wirkte wohlhabend und ausgeruht. Und wirklich sehr alt. Sie sah keinen Tag jünger als Neunundachtzig aus, eher wie Fünfundneunzig. Ich glaube, sie trug auch ein wenig Make up, aber sehr dezent, ebenso subtil abgestimmt, wie alles an ihrer Erscheinung. Ich war so angetan, dass ich sie ansprechen musste, und ihr ein Kompliment machte. Schon alleine deswegen, weil sie in ihrem Alter sicher nicht mehr oft einfach so Komplimente für ihr Aussehen auf der Straße hört. Ich sagte: „Sie sehen toll aus! Großartig, was Sie anhaben!“ Sie blieb kurz in der Frühlingssonne stehen und winkte lachend ab, „Ach, das sind ALTE Sachen!“ Ich: „Das macht nichts, es sieht trotzdem großartig aus, wirklich sehr gut!“ Sie wirkte so souverän und aufwändig zurecht gemacht für ihren kleinen Spaziergang, ihr Flanieren durch die schöne Fasanenstraße, dass man merkte, sie hat eine große, lebenslange, schlafwandlerische Routine darin. Eine große Selbstverständlichkeit, ihrem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit zu widmen. Auch wenn sie schon so sehr am Ende ihres Lebens steht. Mit preußischer Disziplin und virtuoser Freude daran. Es war bestimmt eine der glamourösesten Begegnungen der letzten Tage. Und ich hätte gerne gewusst, wie ihr Leben verlief. Sicher war sie in jedem Alter eine großartige Erscheinung und hat viel Bewunderung erfahren. Und immer noch geht sie die flirrenden Straßen entlang, in ihrem bald hundertsten Frühling, mit ihrem wehenden Champagner-Feenmantel. Einer der schönsten Augenblicke heute.

27. Mai 2012

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von wegen
27. Mai 2012.
Leider habe ich das mit dem Live-Stream von meinem Balkon noch nicht so richtig hinbekommen, aber immerhin einen brandheißen tagesaktuellen Beitrag. Das Thema Investitionspolitik liegt mir als Wirtschaftsprofi ganz stark am Herzen und ich bin bestrebt, meine Leser fortlaufend an meinem Herrschaftswissen teilhaben zu lassen. Sobald ich mehr weiß, melde ich mich.

26. Mai 2012

Es sind wunderbare, klare Tage. Es ist Frühling. Es ist Frieden. Wenn ich morgens die Sophienstraße entlanglaufe, blendet die Sonne meinen Blick, die Häuserwände reflektieren das Gleißen, entlang an den alten, neu verputzten Fassaden, der schnörkellose Stuck im Schlagschatten. Es ist wie in einem wunderbaren Film. Jeder Schritt macht mich glücklich. Warum es mir noch schöner als sonst vorkommt, kann ich nicht sagen. Vielleicht weil ich einen so starken Sinn für besonderes Licht habe. In diesen letzten drei Tagen ist das Licht auffallend klar und kraftvoll, der Himmel, der leichte Wind. Es sind Bilderbuch-Tage. Ich will es hier festhalten.

17. Mai 2012

Sie können sich ja vorstellen wie das ist, wenn Sie sich einfach vorstellen wie es ist, wenn man frisch verliebt ist. Man möchte den geliebten Anblick von allen Seiten für immer festhalten, für später mal, um sich an das große Glück noch besser erinnern zu können und als Zeichen der Verehrung. Deswegen gibt es gerade dauernd so viele Bilder vom Objekt meiner Verehrung, das da heißt: Berlin Mitte. Der schöne Bezirk, in dem ich seit meiner Immigration nach Berlin vor sechsundzwanzig Jahren nun seit dreizehn Jahren lebe. Und wenn ich die wichtigsten, schönsten, mich beglückendsten Ecken hergezeigt habe, beruhigt sich das auch wieder. Nur mal so als grobe, nähere Perspektive. Das Schicksal richtet es dann ja auch oft so ein, dass sich andere Objekte vors Objektiv schieben, von denen man heute noch gar nichts ahnt und weiß. So war es schon oft in meinem Leben und ich bin zuversichtlich, dass die Wundertüte noch nicht leer ist. Statistisch gesehen kommt nach einer Architektur- eine Landschafts- bzw. Auslandsphase, und dann eine mit Flora und Fauna. Mit Blumen und Tieren. Erdbewohnern. Zuletzt Menschen. Und manchmal auch Männern. Aber ich will da nicht zuviel versprechen. Eines ist allerdings klar, meine Ansprüche an die Fotogenität und den Liebreiz eines Vertreters dieser Spezies sind mindestens ebenso vielfältig wie die an ein Gebäude. Schließlich sollen die Bilder gut werden. Was sage ich. Erhebend. Später dann. Für noch später dann. Dabei genieße ich es durchaus bereits in der Gegenwart des Entstehens.

Ich kann den Wert eines Augenblicks ganz gut erkennen, in dem Moment, in dem er ist. Das ist bestimmt eines meiner größten Talente. Und wenn es mir nicht in die Wiege gelegt ist, was ich gar nicht mehr weiß, dann habe ich es mir erarbeitet, kultiviert. Denn ich war in der Wüste. Dort lernt man jeden einzelnen Wassertropfen zu schätzen. Jeden Blick und jedes warme Wort. Das werde ich nicht mehr verlieren. Dieses Gefühl für die Gaben jedes Augenblickes ist der größte Schatz, den ich besitze. Danke lieber Gott oder wie du heißt. Ich duze dich einfach, ich denke das ist okay. Wir können auf Augenhöhe miteinander sprechen. Du weißt, dass ich nicht mehr in der Kirche bin, aber ich weiß, dass dir das gar nicht wichtig ist, sondern viel wichtiger ist, wie man fühlt und denkt und handelt. Siehst du, wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt! Gute Nacht, Gott. Schlaf gut. Morgen musst du wieder früh raus und arbeiten! Übrigens ein Tipp von mir: wenn du früher schlafen gehst und ausgeruht in den neuen Tag gehst, geht dir das Tagwerk besser von der Hand. Regnen lassen. Blumen wachsen, Sonne lachen Frieden machen. Probier es bitte mal aus.

17. Mai 2012

Sie können sich ja vorstellen wie das ist, wenn Sie sich einfach vorstellen wie es ist, wenn man frisch verliebt ist. Man möchte den geliebten Anblick von allen Seiten für immer festhalten, für später mal, um sich an das große Glück noch besser erinnern zu können und als Zeichen der Verehrung. Deswegen gibt es gerade dauernd so viele Bilder vom Objekt meiner Verehrung, das da heißt: Berlin Mitte. Der schöne Bezirk, in dem ich seit meiner Immigration nach Berlin vor sechsundzwanzig Jahren nun seit dreizehn Jahren lebe. Und wenn ich die wichtigsten, schönsten, mich beglückendsten Ecken hergezeigt habe, beruhigt sich das auch wieder. Nur mal so als grobe, nähere Perspektive. Das Schicksal richtet es dann ja auch oft so ein, dass sich andere Objekte vors Objektiv schieben, von denen man heute noch gar nichts ahnt und weiß. So war es schon oft in meinem Leben und ich bin zuversichtlich, dass die Wundertüte noch nicht leer ist. Statistisch gesehen kommt nach einer Architektur- eine Landschafts- bzw. Auslandsphase, und dann eine mit Flora und Fauna. Mit Blumen und Tieren. Erdbewohnern. Zuletzt Menschen. Und manchmal auch Männern. Aber ich will da nicht zuviel versprechen. Eines ist allerdings klar, meine Ansprüche an die Fotogenität und den Liebreiz eines Vertreters dieser Spezies sind mindestens ebenso vielfältig wie die an ein Gebäude. Schließlich sollen die Bilder gut werden. Was sage ich. Erhebend. Später dann. Für noch später dann. Dabei genieße ich es durchaus bereits in der Gegenwart des Entstehens.

Ich kann den Wert eines Augenblicks ganz gut erkennen, in dem Moment, in dem er ist. Das ist bestimmt eines meiner größten Talente. Und wenn es mir nicht in die Wiege gelegt ist, was ich gar nicht mehr weiß, dann habe ich es mir erarbeitet, kultiviert. Denn ich war in der Wüste. Dort lernt man jeden einzelnen Wassertropfen zu schätzen. Jeden Blick und jedes warme Wort. Das werde ich nicht mehr verlieren. Dieses Gefühl für die Gaben jedes Augenblickes ist der größte Schatz, den ich besitze. Danke lieber Gott oder wie du heißt. Ich duze dich einfach, ich denke das ist okay. Wir können auf Augenhöhe miteinander sprechen. Du weißt, dass ich nicht mehr in der Kirche bin, aber ich weiß, dass dir das gar nicht wichtig ist, sondern viel wichtiger ist, wie man fühlt und denkt und handelt. Siehst du, wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt! Gute Nacht, Gott. Schlaf gut. Morgen musst du wieder früh raus und arbeiten! Übrigens ein Tipp von mir: wenn du früher schlafen gehst und ausgeruht in den neuen Tag gehst, geht dir das Tagwerk besser von der Hand. Regnen lassen. Blumen wachsen, Sonne lachen Frieden machen. Probier es bitte mal aus.

17. Mai 2012

[…]

Bitte setzen Sie Ihre Sonnenbrille auf. Hier kommen Farbfotos. Ich habe zunächst in Betracht gezogen, eine colorierte Aufnahme hier direkt im Beitrag einzustellen, aber das sind Ihre Augen ja gar nicht gewohnt. Die aufmerksameren Leser habe ja sicher schon bemerkt, dass ich in meinen kleinen Diaschauen auch immer Farbfotografien einbaue. Im Grunde ist das nur ein Test um zu prüfen, ob Sie gewissenhaft lesen und das Material vorschriftsmäßig durcharbeiten. Wenn ich dann irgendwann einmal doch wieder hier im Blog ein Farbfoto einstelle und dann womöglich sogar ein Kommentar gepostet werden sollte, und zwar des Inhalts „ich finde, Sie könnten viel öfter in Farbe fotografieren“, ist der- oder diejenige gleich ertappt, und ich sehe, dass die Hausaufgaben nicht ordnungsgemäß gemacht wurden. Das gibt dann natürlich einen Eintrag ins Klassenbuch. Zum Ende des Schuljahrs kann dann jeder noch versuchen, seine Zensur durch eine mündliche Nachprüfung zu verbessern. Ungeachtet dessen mache ich mir während des gesamten Schuljahres fortlaufend Notizen, wer besonders gut mitgearbeitet hat. Also strengen Sie sich bitte an.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

16. Mai 2012

Liebes Tagebuch,
heute ist kein Sonnenbaden-Tag. Aber vorgestern. Und vorvorgestern. Du kennst ja meinen Balkon schon, aber damit du auch ein bißchen wie Ferien hast, schicke ich noch eine Ferienpostkarte von meinem Balkon. Ich höre dabei am liebsten Musik von Drittanbietern. Du weißt schon, was ich meine. Es ist ja nur für privat und mein Lieblingslied, deswegen bin ich irgendwie entschuldigt. Außerdem sind Ferien! Und überhaupt!
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76827240&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
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Viele Grüße schickt
Deine Gaga

16. Mai 2012

Liebes Tagebuch,
heute ist kein Sonnenbaden-Tag. Aber vorgestern. Und vorvorgestern. Du kennst ja meinen Balkon schon, aber damit du auch ein bißchen wie Ferien hast, schicke ich noch eine Ferienpostkarte von meinem Balkon. Ich höre dabei am liebsten Musik von Drittanbietern. Du weißt schon, was ich meine. Es ist ja nur für privat und mein Lieblingslied, deswegen bin ich irgendwie entschuldigt. Außerdem sind Ferien! Und überhaupt!
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Viele Grüße schickt
Deine Gaga

15. Mai 2012

[…]

Auf die Gefahr hin, dass meine Leser denken, bei mir sind ein paar Schrauben locker, muss ich doch für mein kleines Tagebuch festhalten, dass ich in der Oberwallstraße plötzlich unerwartete Glücksgefühle aufwallen spürte! Ich flanierte eigentlich nur am Prinzessinenpalais von hinten vorbei (was sich zur anderen Seite als Opernpalais präsentiert), durch den Bogen, der das Prinzessinenpalais mit dem Kronprinzenpalais verbindet und war ganz in menem Element. Ohne jetzt irgendwie größenwahnsinnig wirken zu wollen, dachte ich wie selbstverständlich: „Alles meins!“. Bitte fragen Sie mich nicht wieso weshalb warum. Ich hatte in der Oberwallstraße das deutliche Gefühl, dass mir das Prinzessinenpalais und alles drumherum persönlich gehört. Ohne jetzt besonderen Wert darauf zu legen. Es ist eben wie es ist! Ich habe zum Beispiel gar nicht den Wunsch im Prinzessinenpalais zu wohnen, weil ich ja von Hause aus eher fürs Moderne bin, jetzt ganz privat gesprochen, unterkunftsmäßig. Ich bin da im Moment mit meinen Räumlichkeiten ganz zufrieden. Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass mir Mitte gehört. Ich habe da auch ein großes Verantwortungsgefühl und achte darauf, dass es immer überall schön und ordentlich und recht adrett ist. Für unsere Gäste!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615


14. Mai 2012

[…]


Einfach immer mir nach. Es gibt noch viel zu sehen. Wenn ich jetzt schon verrate, wo wir noch überall hingehen, entspricht das in keiner Weise dem wirklichkeitsgetreuen Erleben, wenn Sie wirklich neben mir gegangen wären. Denn dann hätten Sie auch nicht gewusst, wo ich hingehe! Aus dem einfachen Grund, weil ich es selber nicht gewusst habe! Also total authentisch, immer der Nase nach und dann gucken, wo man raus kommt! Na gut, ich hatte eine ganz grobe Idee von der Richtung, also Luftlinie, aber es gibt doch nichts Schöneres, als ein paar schöne Schleifen zu segeln, immer der Sonne hinterher, oder einem schönen langen Schatten. Dafür war der Tag wie gemacht! Gaga Nielsen Tours sind immer für eine Überraschung gut. Ich habe selber gestaunt. Ein SUPER Ausflug!
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12. Mai 2012


So Herrschaften, weiter geht’s. Wir treffen uns wie gehabt vor meinem Kleiderschrank im Flur. Entrée klingt besser, mondäner! Heute, am 26. Februar 2012 mache ich nämlich auf mondän! Also neulich. Dazu brauche ich nur eine uralte Jacke, ungefähr von Neunzehnhundertfünfundneunzig von CM Pabst, die Marke gibt es schon ewig nicht mehr, einen Gürtel aus dem Schlussverkauf bei Karstadt oder Wertheim – ich verwechsle das ja immer – und eine schicke Sonnenbrille aus dem Drogeriemarkt. Aber das Wichtigste ist natürlich, dass man wie eine Million Dollar guckt, und das kann ich super! Man wird dann auch automatisch mondän behandelt, wenn man mondän aus der Wäsche guckt! Ein lustiges Spiel! Wenn ich die Wahl habe zwischen wie eine Million Dollar gucken können und eine Million Dollar auf dem Konto haben, wäre ich echt hin- und hergerissen! Pah. Wie eine Million Dollar gucken, kann man sich nicht hinoperieren lassen, soviel ich weiß, auch nicht für eine Million Dollar. Also ich bleibe lieber beim Guckenkönnen, da kenn ich mich aus und das macht auch insgesamt weniger Ärger. Außerdem schließt das ja nicht aus, dass ich irgendwann aus heiterem Himmel eine Million Dollar kriege. Vom lieben Gott oder so, ohne blöden Kuhhandel! Oder durch preisbewusstes Wirtschaften! Wenn ich in die Geschäfte mit den niedrigen Preisen gehe, ziehe ich mich meistens etwas unauffälliger an, damit die anderen Kunden, die nicht so gut wie eine Million Dollar gucken können, nicht denken ich bilde mir ein ich bin was Besseres! Das wäre mir unangenehm. Ich achte immer sehr darauf, zum Personal und den anderen Kunden möglichst freundlich zu sein, um nicht als arrogant oder eingebildet zu gelten! Gerade die Armen freuen sich über ein warmes Wort oder einen freundlichen Blick! Ich spüre das.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus! Jawohl. Auch achte ich immer darauf, dass die Kunden vor und hinter mir an der Kasse ein Trennhölzchen haben, bzw. nutze ich die Wartezeit, um allen in meiner Reichweite ein Trennhölzchen zu reichen und schiebe auch welche mit Schwung ganz nach hinten auf der Metallkufe am Förderband. Wenn ich dann dran bin, achte ich peinlich genau darauf, mit der Kassiererin Schritt zu halten, damit durch mich für die anderen Kunden keine Wartezeiten entstehen. Wenn direkt hinter mir ein Kunde ist, der nur ein bis drei Sachen hat, frage ich artig, ob er gerne vor möchte. Meistens wird das dankbar angenommen. Nur einmal hat eine junge Frau gelächelt und gesagt, „ach nein – danke, ich hab Zeit! Dann hat sie weiter gesimst. Vielleicht habe ich sie gestört. Das wollte ich natürlich auch nicht. Sobald ich am Förderband dran bin, packe ich im Akkordtempo meine Sachen drauf, sortenrein, und werfe sie dann ganz schnell wieder in meinen Einkaufswagen, sobald die Kassiererin gescannt hat. Das geht Hand in Hand! So kann man arbeiten! Anschließend fahre ich mit meinem Wägelchen seitlich an die Packstation oder wie das heißt und packe meine Siebensachen – natürlich ebenfalls sortenrein – in meine mitgebrachten Einkaufsbeutel. Ich habe immer meine stabile Umhängetasche mit den Ramones drauf dabei und zwei schwarze Baumwollbeutel von c/o. Wenn ich die Sachen packe, achte ich darauf, dass man den Aufdruck von den Baumwollbeuteln nicht sieht, weil ich c/o-Beutel eigentlich ein bißchen prätentiös im Aldi finde. Aber insgesamt bin ich der Typ für Understatement und achte auch im Straßenbild darauf, dass das Logo immer am Körper ist. Das wirkt insgesamt schlichter. Für das Einpacken nach dem Einkaufen brauche ich ungefähr dreimal so lange wie für die Aktion an der Kasse, weil ich da sehr sorgsam und genau bin. Man könnte auch sagen penibel! Die Joghurtbecher dürfen nicht durcheinanderpurzeln, sondern werden feinsäuberlich gestapelt und das muss so halten bis ich daheim bin. Hat bis jetzt auch immer einwandfrei geklappt. Je älter ich werde, umso mehr entwickle ich sämtliche Tugenden von meinem Sternzeichen! Los, raten Sie mal!

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12. Mai 2012


So Herrschaften, weiter geht’s. Wir treffen uns wie gehabt vor meinem Kleiderschrank im Flur. Entrée klingt besser, mondäner! Heute, am 26. Februar 2012 mache ich nämlich auf mondän! Also neulich. Dazu brauche ich nur eine uralte Jacke, ungefähr von Neunzehnhundertfünfundneunzig von CM Pabst, die Marke gibt es schon ewig nicht mehr, einen Gürtel aus dem Schlussverkauf bei Karstadt oder Wertheim – ich verwechsle das ja immer – und eine schicke Sonnenbrille aus dem Drogeriemarkt. Aber das Wichtigste ist natürlich, dass man wie eine Million Dollar guckt, und das kann ich super! Man wird dann auch automatisch mondän behandelt, wenn man mondän aus der Wäsche guckt! Ein lustiges Spiel! Wenn ich die Wahl habe zwischen wie eine Million Dollar gucken können und eine Million Dollar auf dem Konto haben, wäre ich echt hin- und hergerissen! Pah. Wie eine Million Dollar gucken, kann man sich nicht hinoperieren lassen, soviel ich weiß, auch nicht für eine Million Dollar. Also ich bleibe lieber beim Guckenkönnen, da kenn ich mich aus und das macht auch insgesamt weniger Ärger. Außerdem schließt das ja nicht aus, dass ich irgendwann aus heiterem Himmel eine Million Dollar kriege. Vom lieben Gott oder so, ohne blöden Kuhhandel! Oder durch preisbewusstes Wirtschaften! Wenn ich in die Geschäfte mit den niedrigen Preisen gehe, ziehe ich mich meistens etwas unauffälliger an, damit die anderen Kunden, die nicht so gut wie eine Million Dollar gucken können, nicht denken ich bilde mir ein ich bin was Besseres! Das wäre mir unangenehm. Ich achte immer sehr darauf, zum Personal und den anderen Kunden möglichst freundlich zu sein, um nicht als arrogant oder eingebildet zu gelten! Gerade die Armen freuen sich über ein warmes Wort oder einen freundlichen Blick! Ich spüre das.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus! Jawohl. Auch achte ich immer darauf, dass die Kunden vor und hinter mir an der Kasse ein Trennhölzchen haben, bzw. nutze ich die Wartezeit, um allen in meiner Reichweite ein Trennhölzchen zu reichen und schiebe auch welche mit Schwung ganz nach hinten auf der Metallkufe am Förderband. Wenn ich dann dran bin, achte ich peinlich genau darauf, mit der Kassiererin Schritt zu halten, damit durch mich für die anderen Kunden keine Wartezeiten entstehen. Wenn direkt hinter mir ein Kunde ist, der nur ein bis drei Sachen hat, frage ich artig, ob er gerne vor möchte. Meistens wird das dankbar angenommen. Nur einmal hat eine junge Frau gelächelt und gesagt, „ach nein – danke, ich hab Zeit! Dann hat sie weiter gesimst. Vielleicht habe ich sie gestört. Das wollte ich natürlich auch nicht. Sobald ich am Förderband dran bin, packe ich im Akkordtempo meine Sachen drauf, sortenrein, und werfe sie dann ganz schnell wieder in meinen Einkaufswagen, sobald die Kassiererin gescannt hat. Das geht Hand in Hand! So kann man arbeiten! Anschließend fahre ich mit meinem Wägelchen seitlich an die Packstation oder wie das heißt und packe meine Siebensachen – natürlich ebenfalls sortenrein – in meine mitgebrachten Einkaufsbeutel. Ich habe immer meine stabile Umhängetasche mit den Ramones drauf dabei und zwei schwarze Baumwollbeutel von c/o. Wenn ich die Sachen packe, achte ich darauf, dass man den Aufdruck von den Baumwollbeuteln nicht sieht, weil ich c/o-Beutel eigentlich ein bißchen prätentiös im Aldi finde. Aber insgesamt bin ich der Typ für Understatement und achte auch im Straßenbild darauf, dass das Logo immer am Körper ist. Das wirkt insgesamt schlichter. Für das Einpacken nach dem Einkaufen brauche ich ungefähr dreimal so lange wie für die Aktion an der Kasse, weil ich da sehr sorgsam und genau bin. Man könnte auch sagen penibel! Die Joghurtbecher dürfen nicht durcheinanderpurzeln, sondern werden feinsäuberlich gestapelt und das muss so halten bis ich daheim bin. Hat bis jetzt auch immer einwandfrei geklappt. Je älter ich werde, umso mehr entwickle ich sämtliche Tugenden von meinem Sternzeichen! Los, raten Sie mal!

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11. Mai 2012

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Unspektakulär. Nur fürs Protokoll. Das Interessante bei dem Spielchen ist, dass ich Fotos von mir an Tagen mache, an denen ich von Hause aus keine Lust gehabt hätte, Fotos zu machen. Und weil es ja keine inszenierte, ausstaffierte Ausnahme-Aktion für fünf Minuten Geknipse vor dem Kleiderschrank sein soll, sondern das echte, wirkliche ankleidungstechnische Tagesgeschäft, kommen auch mal so bemerkenswert langweilige Kombinationen wie diese hier vor. Aber bequem. Am 25. war mir dann offenbar völlig entfallen, dass ich mich doch jeden Tag zu diesem Foto disziplinieren wollte und ich habe anscheinend alle Fünfe gerade sein lassen. Woher kommt die Redewendung eigentlich? „Alle Fünfe“ – Alle fünf Extremitäten des Mannes? In meinem Fall dann wohl eher „Alle Viere“. Na gut. Bin zu faul zum Googeln. Ist ja auch schon spät. Für meine Verhältnisse. Genug gebloggt für heute! Sie können jetzt auch schlafen gehen, ich stelle über Nacht keine neuen „DAILY“-Fotostrecken ein. Morgen dann weiter, frisch ans Werk mit dem 26. Februar! Da hab ich dann eine tolle Jacke an, versprochen! Sie werden Augen machen. Fesch und mondän!

28. April 2012


Der kleine Apfelbaum blüht wieder. Schlagschatten an den linken Häuserwänden in der Joachimstraße bis hinten zum Fluchtpunkt Eingang Sophie-Gips-Höfe. Ein aktueller Blogeintrag! Eines der Alleinstellungsmerkmale meines Blogs ist ja der zuverlässige Anachronismus der Blogeinträge. Bevor ich diese schöne Tradition weiterpflege, ein tagesaktueller Beitrag. Foto ist aber alt, macht nix. Könnte man heute genauso machen. Ich habe mich in der Sonne gesonnt und dabei meine Schminkstifte angespitzt. Was für eine blöde Idee! Viel zu weich zum Anspitzen. Ansonsten muss ich leider sagen, dass es sich nicht bewährt, bei Schminkstiften mit der Qualität zugunsten des Preises zu experimentieren. Die meisten Kajalstifte im untersten Preissegment geben zu wenig Farbe ab. Viel zu hart, könnte man gleich Wachsmalkreide hernehmen! Ich rate aber auch nicht zu hochpreisigen Marken. Ein Kajalstift von Christian Dior muss nun wirklich nicht sein! Zumal den niemand sieht, weil man sich ja nicht in aller Öffentlichkeit im Restaurant die Augen nachmalt. Lippen nachziehen und Nase pudern mit repräsentativem Zubehör von Yves Saint Laurent oder mit Chanel-Logo drauf ist natürlich etwas ganz anderes, das ist ja schon durch Spielfilmszenen existentiell wichtig und gesellschaftsfähig geworden. Le must! Demzufolge achten wir als preisbewusste Verbraucherin bei Schminke für das stille Kämmerlein auf Qualität und Preis! Zum Beispiel sind die Stifte von Margret Astor Eins A! Keine Reiche-Leute-Marke und dementsprechend bezahlbar. (Vielleicht kriege ich durch die Erwähnung Prozente!)
Außerdem habe ich noch einen Haushaltstipp, der leider nicht ganz so neu ist, wie ich zuerst dachte und den ich in meinem Bekanntenkreis als nobelpreiswürdige Sensationsentdeckung präsentieren wollte, was leider in vier von fünf Fällen gelangweiltes Gähnen ausgelöst hat. Ja, es tut mir leid, ich bin eben nicht so eine Superhausfrau, die dieses Herrschaftswissen bereits in die Wiege gelegt bekommen hat. Auch wenn es außer mir alle schon längst wissen, kann ich es ja trotzdem noch einmal schreiben. Also ich habe neulich durch Beobachtungsstudien entdeckt, dass es besser ist, wenn man Obst und Gemüse nicht abwäscht. Erdbeeren halten sich so mindestens drei bis fünf Tage länger!!! Ja, Sie wussten das schon längst. Ich habe bisher immer alles ordentlich abgewaschen und dann ins Obst- und Gemüseschälchen verfrachtet. Aber weil meine Erdbeeren jedesmal über Nacht verdorben waren, wurde ich misstrauisch. Und die nächsten ungewaschenen Erdbeeren haben sich glatt eine Woche gehalten! Sensationell! Es gibt wahrscheinlich so ein konservierendes Superspray für die Präsentation in der Warenauslage, damit alles möglichst lange proper aussieht. Und natürlich bin ich auf die überall herumposaunten Empfehlungen der Obst- und Gemüsebauernlobby hereingefallen, Obst und Gemüse möglichst gründlich zu waschen! Aber das hört sich jetzt auf. Auch hier kann man langfristig sparen, weil man nie mehr Sachen wegschmeißen muss. Kurz vor dem Aufessen kann man dann schon mal waschen, das ist nicht verkehrt. So halte ich es persönlich. Wobei ich überlege, ob die Konservierungsstoffe nicht vielleicht auch mich von innen länger konservieren würden und die kleinen gefräßigen Bakterien abwehren würden. Leider sind mir noch keine Studien bekannt, wo das geprüft und empfohlen wurde. So, fertig mit dem aktuellen Blogeintrag. Ich muss jetzt wieder am nächsten Eintrag für Februar weiterarbeiten und Kaffee trinken!
P.S. Mein Sparktonto wächst wie das Apfelbäumchen! Das preisbewusste Wirtschaften ist mir nun in Fleisch und Blut übergegangen, ich kann gar nicht mehr aufhören! Inzwischen kann ich die günstigsten Lebensmittel-Preise im Schlaf herunterbeten. Zum Beispiel: sechs Bio-Eier bei Norma: 1,39 €, bei Aldi 1,55 €. Demächst trete ich damit bei Wetten Dass auf und werde Wettkönigin!

11. Mai 2012

Dachte eben, vielleicht sollte ich zur Abwechslung – zur Auflockerung! zu den Februarklamotten passende Songtexte posten. Vielleicht „Winterlong“ von Neil Young, den ich früher nicht wenig und gerne gehört habe. (Dieser Tage doch eher by random.)

„I waited for you, Winterlong, you seem to be where I belong. It’s all illusion anyway. (…) Half the time has passed away, (…) I waited for you Winterlong, You seem to be where I belong.“ Usw. usf. Hm, na gut, kann ich jetzt so nicht unterschreiben. Wenn man unkommentiert Songtexte postet, kommt man ja zurecht in den Ruch der schweren Identifikation mit dem Dargebotenen. War jetzt nur wegen „Winter“ drin. Welche Winterlieder gibt es noch? Phh…. „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Irgendwelche Punklieder oder Soul Songs? Techno Mucke? Keine Ahnung. Okay, war ein Versuch. Ist aber trotzdem ein lauschiges Lied von Neil Young, soweit ich erinnere. Mal auf youtube gucken. Ah ja, hier isses.
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11. Mai 2012


Muss man natürlich einkalkulieren, in die morgendlichen Rituale. Zwei bis vier Minuten. Ich stehe seither diszipliniert gerne früher auf, weil insgesamt braucht man natürlich noch mehr Zeit für sich, weil man sich ja selber nicht zumuten will, dass einem jeden zweiten Tag dieselbe Klamottenkombination im Spiegel entgegenschaut. Es war dann aber auch gut, dass die Rollkragenpulloverkälte sich dem Ende neigte und andere Oberteile drankommen durften! Man muss auch streng konstatieren, dass die Körperhaltung verbesserungsfähig ist. Das merkt man immer dann, wen man sich „normal“ vor den Spiegel stellt und merkt, wenn man sich jetzt noch ein bißchen streckt, sieht das doch bedeutend vorteilhafter aus. Man müsste es jetzt nur noch hinkriegen, das so zu verinnerlichen, dass man automatisch immer so apart aufrecht steht und geht. Steter Tropfen höhlt den Stein! Eine Frage der Erziehung! Ich arbeite bei meiner Erziehung pädagogisch wertvoll abwechselnd mit motivierendem Lob („fein gemacht!“, „kommt super!“ „irgendwie dynamisch!“ „rockt!“) sowie sehr wohlmeinender, konstruktiver Kritik („geht gar nicht!“ „ouh“, „hmnaja“, „heieiei“, „schabrackenmäßig“, „aha“, „ohje“, „au weia“).
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11. Mai 2012

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Donner und Doria da draußen, wie schön. Gestern beim Einschlafen auch dieses wunderbare Donnergrollen. Musik in meinen Ohren! Beruhigendstes Geräusch der Erde. Wenn man drinnen ist, in der warmen sicheren Höhle, versteht sich. Die DAILY shots entstehen immer früh an einem Tag, nach dem Aufstehen, wenn ich mich fertig für die Zivilisation gemacht habe. Und schon wenigstens eine Tasse Kaffee getrunken habe. Vorher nicht! So, weiter zum 22. Ich sehe, das war auch ein Rollkragenpullovertag! Das wird jetzt haarklein abgearbeitet. Bin ich stur wie ein Ochse!

10. Mai 2012

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Ja, ich gebe zu, das war ein langer Tag. Aber über den Kunstmarkt können wir schon noch schnell mal gehen. Die Händler packen sowieso schon ein und es ist ja kein Umweg. Jedes Wochenende sind sie da, auf ihrem kleinen Markt am Zeughaus, mit ihren Drucken und Zeichnungen und gemalten Bildern und Hüten und Gürteln und geschnitzten und geschmiedeten Sachen. Es ist kein Trödelmarkt mit alten Sachen und Antiquitäten, sondern neueres Kunsthandwerk, die kunstschaffenden Handwerker, Bildhauer und Maler stehen selbst an den Ständen. Mitunter ähnliche Stände wie am Wochenende am Hackeschen Markt, aber wenig Fressbuden.


Klein und familiär, man ist in ein paar Minuten durch, wenn man von der schnellen Truppe ist. Da der Akku der Kamera noch mitgespielt hat, habe ich auf dem Heimweg ein paar letzte Bilder gemacht, es muss schon nach siebzehn Uhr gewesen sein, einige Händler waren schon weg. Ich bin dann auch schnurstracks nach Hause, vorbei am Dom, Richtung Monbijou, Hackescher, Rosenthaler, Sophien, Sophie-Gips, Joachim, August, – Fahrstuhl.

Rein in die gute Stube, raus aus der Mütze, raus aus dem Mäntelchen. Kalte Schokolade, heißer Kaffee, Bilder von der Kamera. Uii, doch so viele. Na ja, man möchte der deutschen Geschichte ja auch gerecht werden, wenn man sich schon einmal durchgerungen hat, die Sache zu verabeiten. Da ahnte ich dunkel, dass ich die ganze deutsche Wucht nicht mal eben so hauruck posten könnte. Aber nun ist es vollbracht. Und jetzt Gute Nacht!

10. Mai 2012


Ich habe eigentlich nur einmal am Verstand der Kuratoren gezweifelt. Als ich vor dem einsamen Schaukästchen mit einer aufgebügelten lila Latzhose und einem Courage-Heftchen stand. Bis dahin hatte ich doch für möglich gehalten, dass auch die eine oder andere Frau an der Ausstellungskonzeption beteiligt gewesen sein könnte. Oh, oh. Schnell weiter. Ich kam ja nun gerade aus dem Dritten Reich und wollte mir nicht gleich wieder die soeben halbwegs erfolgreich von statten gegangene Erheiterung angesichts des ersten Quelle-Katalogs, des wohlbekannten Grundig-Tonbandgerätes (mein Vater hatte das auch) und der feschen Plakate, vermiesen lassen. Ah, da hinten fällt ja gerade die Mauer, nichts wie hin! So, Neunundachtzig, Wiedervereinigung bums fertig!

Nein. Nicht fertig. Bevor wir in die Gegenwart entlassen werden, müssen wir noch da durch. Durch diese Meter an dieser fast leeren, sehr stillen Wand vorbei. Mit den beiden grobkörnigen, verwischten Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Sie zeigen zwei einzelne Portraits. Das Gesicht von Sophie Scholl. Und das Gesicht ihres Bruders, Hans Scholl. Man kann da nicht einfach so vorbeihuschen. Weil die Gesichter den Blick bannen, so einsam wie sie an dieser großen Wand im Halbdunkel hängen. Gerade waren da doch noch die lustigen Elvis-Schallplatten, der Petticoat und „Das Deutsche Raumfahrtspiel“ und alles war wieder bunt und lustig. Aber jetzt sind da wieder Sophie und ihr Bruder und erinnern uns. Und das ist gut. Und jetzt dürfen wir gehen. In eine neue, bessere Zeit. In unsere Zeit. Sie liegt an uns. An mir und an Dir.
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09. Mai 2012

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DAS HIMBEERFEUER IST ERLOSCHEN. ES IST EIN ASCHENSOMMER IN DER WELT. DIE MENSCHEN GEHEN MIT GESENKTEN LIDERN, AM ROSTIGEN ROSENUFER AUF UND AB. SIE WARTEN AUF DIE POST DER WEISSEN TAUBE, AUS EINEM FREMDEN SOMMER IN DER WELT. DIE BRÜCKE AUS PEDANTISCHEN METALLEN DARF NUR BETRETEN WER DEN MARSCH-SCHRITT HAT. DIE SCHWALBE FINDET NICHT NACH SÜDEN. ES IST EIN BLINDER SOMMER IN DER WELT.
Rose Ausländer
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08. Mai 2012


Erster Weltkrieg. Beinprothese. Feldgeschirr. Ziehstufen des deutschen Stahlhelms. We want you for U.S. Army. Madison Square Garden 1918. Kolonialpolitik. Tropenanzug. Waffen. Uniformen. Handprothese. NIE WIEDER KRIEG. Nieder mit dem Abtreibungsparagraphen. Acht-Stunden-Tag. Plattenkamera. Matrosenanzug. Matrosenkleid. Ringelbadeanzug. Ultra-Zeozon. Freikörperkultur. Krad. AEG. NIVEA. Puderdosen. Büstenhalter. Schaufensterpuppen. Zwanziger Jahre. Metropolis. IST EIN FILM.

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08. Mai 2012


Ferien. Sonnenfrühstück. Sonnenbadetag. Leni-Buch (kritische Reflektion). Sonnenbrille. Die beiden Federkopfkissen vom Bett auf dem Balkon. Das sonnengegerbte Badetuch aus Velours mit dem großen Vogel auf der Bambusmatte. In der Vox-Dokusoap Mieten Kaufen Wohnen lernt man die Fachausdrücke. Die Makler reden von einer Dachloggia, wenn es ein Einschnitt in das Dach ist, nicht von einem Balkon. Balkon wäre drangeklebt, wie ein Vogelnest. Der warme Frühling ist zurück. Heute am 8. Mai 2012. Achter Mai! Historisches Datum. Ende des zweiten Weltkrieges, 1945. Wie glücklich die Menschen gewesen sein müssen. Waren.

08. Mai 2012


Ferien. Sonnenfrühstück. Sonnenbadetag. Leni-Buch (kritische Reflektion). Sonnenbrille. Die beiden Federkopfkissen vom Bett auf dem Balkon. Das sonnengegerbte Badetuch aus Velours mit dem großen Vogel auf der Bambusmatte. In der Vox-Dokusoap Mieten Kaufen Wohnen lernt man die Fachausdrücke. Die Makler reden von einer Dachloggia, wenn es ein Einschnitt in das Dach ist, nicht von einem Balkon. Balkon wäre drangeklebt, wie ein Vogelnest. Der warme Frühling ist zurück. Heute am 8. Mai 2012. Achter Mai! Historisches Datum. Ende des zweiten Weltkrieges, 1945. Wie glücklich die Menschen gewesen sein müssen. Waren.

07. Mai 2012


Symbolfoto (2008)
Gestern Abend beim Kochen über das Ergebnis für Sarkozy in Feststimmung geraten und deutlichen Appetit auf Rotwein identifiziert. Auf einen Franzosen mit ordentlich Tannin versteht sich. Andere kann man ja gar nicht trinken. Der gestrige Impuls ist höchst bemerkenswert und muss gebloggt werden, da alkoholhaltige Getränke und demzufolge auch Rotwein keine Rolle mehr bei meiner Nahrungsaufnahme spielen. Das letzte Glas Rotwein habe ich am 24. November 2010 getrunken. Seither stand eine letzte Flasche Saint-Émilion auf dem Küchenschrank. Leicht eingestaubt. Also ich hatte nicht nur den Impuls, ich habe ihm auch nachgegeben, denn besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Ich habe also ein schönes, gut poliertes großes Bordeauxglas aus dem Oberschrank genommen und etwas ungelenk, ich bin ja nun aus der Übung, die Flasche geöffnet. Das Essen war auch fertig und ich habe das Glas ungefähr 2,7 Zentimeter gefüllt. Vielleicht waren es auch drei Zentimeter. Ich wusste ja nicht, was passieren würde, daher war ich vorsichtig. Der erste Schluck hat genau wie erwartet geschmeckt. Ausgezeichnet und gar nicht befremdlich. Ich hatte ordentlich Appetit drauf. Zum Essen war das Ganze auch ideal. Ich habe dann nochmal auf das Wahlergebnis angestoßen, wobei ich ehrlich sagen muss, eher darauf, dass Sarkozy und Bruni verdient auf die Fresse gefallen sind, mit ihrer verlogenen Strategie zwecks Privilegienwahrung. Darauf einen guten Franzosen! Ich habe die Flasche dann gleich wieder verkorkt und zurück auf den Küchenschrank gestellt. Ich wollte erst einmal antesten, wie mein mittlerweile unschuldiger Babyorganismus damit zurechtkommt. Ich habe gut, tief und fest geschlafen und bin wohlausgeruht und ohne erkennbare Einbußen im Wohlbefinden aufgestanden. Ich denke für die Zukunft ist es in dem Maß praktikabel. Zwei Komma sieben bis drei Zentimeter Rotwein sind vertretbar. Aber nicht mehr. Und nun weiter mit Kaffee!

Symbolfoto (2011)

06. Mai 2012

Unten vorm Hackbarths steht ein schwarzer Mercedes-Karavan. Ich überlege, ob es ein Leichenwagen ist. Ich kann das Heck leider nur von oben sehen. Aber ich denke, Grieneisen hätte irgendwo den Namen seitlich draufgeklebt. Oder ein ehemaliger Leichenwagen. Aber dafür ist das Modell zu neu. Komisch, dass mir das eher einfällt, als dass es vielleicht ein Familienauto sein könnte. Die Republica-Gäste haben wirklich Schwein gehabt, mit dem Kaiserwetter die drei Tage. Jetzt ist wieder original Aprilwetter, was mich aber nicht weiter stört. Aus der pubertären Phase bin ich zum Glück heraus, wo man Wetterverhältnisse als wegweisend für die Befindlichkeit einstuft. Ich habe hier immer was zu basteln. Gerne lese ich die Erlebnisberichte der Gäste von dieser #rp12, von der ich nur einen einzigen Stream komplett geschaut habe, von jener Spam Poetry Show, die sehr gelungen war, allerdings wohl auch nicht repräsentativ in dieser performancehaften Einzigartigkeit. Und interessant finde ich die teils verhohlene, teils unverhohlene Bewunderung für den Auftritt des handsomen Regierungssprechers Steffen Seibert. Den hätte ich mir live auch angeguckt, weil mich Schnittstellen der Macht immer interessieren und ich denke, dass man bei Schlüsselfiguren andocken muss, wenn man etwas in Bewegung bringen will. Vielleicht bringt das einen Denkprozess in Gang, bei denen die glauben, bessere Inhalte im Angebot zu haben, aber spüren, dass die Resonanz auf ihren Vortrag nicht in gewünschter Weise funktioniert. Man kann an solchen Figuren lernen, das Instrumentarium studieren. Ich studiere im Moment im Hintergrund das Merchandising der Nazis, das ich im DHM zum ersten Mal in meinem Leben in echt sehen konnte. Die visuelle Sprache war dezidiert, entschieden, kraftvoll. Schwarz-Weiß-Rot. Das wirkte modern und dynamisch, das hat gerockt. Ich lasse es rein graphisch auf mich wirken, als wäre ich eine Besucherin vom Mars. Interessante Erkenntnisse. Oh ja. Oh, die Sonne blinzelt durch die Wolkendecke. Ich mag sie ja schon, so ist es ja nicht.

06. Mai 2012

Unten vorm Hackbarths steht ein schwarzer Mercedes-Karavan. Ich überlege, ob es ein Leichenwagen ist. Ich kann das Heck leider nur von oben sehen. Aber ich denke, Grieneisen hätte irgendwo den Namen seitlich draufgeklebt. Oder ein ehemaliger Leichenwagen. Aber dafür ist das Modell zu neu. Komisch, dass mir das eher einfällt, als dass es vielleicht ein Familienauto sein könnte. Die Republica-Gäste haben wirklich Schwein gehabt, mit dem Kaiserwetter die drei Tage. Jetzt ist wieder original Aprilwetter, was mich aber nicht weiter stört. Aus der pubertären Phase bin ich zum Glück heraus, wo man Wetterverhältnisse als wegweisend für die Befindlichkeit einstuft. Ich habe hier immer was zu basteln. Gerne lese ich die Erlebnisberichte der Gäste von dieser #rp12, von der ich nur einen einzigen Stream komplett geschaut habe, von jener Spam Poetry Show, die sehr gelungen war, allerdings wohl auch nicht repräsentativ in dieser performancehaften Einzigartigkeit. Und interessant finde ich die teils verhohlene, teils unverhohlene Bewunderung für den Auftritt des handsomen Regierungssprechers Steffen Seibert. Den hätte ich mir live auch angeguckt, weil mich Schnittstellen der Macht immer interessieren und ich denke, dass man bei Schlüsselfiguren andocken muss, wenn man etwas in Bewegung bringen will. Vielleicht bringt das einen Denkprozess in Gang, bei denen die glauben, bessere Inhalte im Angebot zu haben, aber spüren, dass die Resonanz auf ihren Vortrag nicht in gewünschter Weise funktioniert. Man kann an solchen Figuren lernen, das Instrumentarium studieren. Ich studiere im Moment im Hintergrund das Merchandising der Nazis, das ich im DHM zum ersten Mal in meinem Leben in echt sehen konnte. Die visuelle Sprache war dezidiert, entschieden, kraftvoll. Schwarz-Weiß-Rot. Das wirkte modern und dynamisch, das hat gerockt. Ich lasse es rein graphisch auf mich wirken, als wäre ich eine Besucherin vom Mars. Interessante Erkenntnisse. Oh ja. Oh, die Sonne blinzelt durch die Wolkendecke. Ich mag sie ja schon, so ist es ja nicht.

02. Mai 2012


Das Päckchen immer weitertragen. Bis zum Exit. Bis es ganz leicht ist. Bis alle Wackersteine, der Schwerkraft folgend, herausgepurzelt sind. Das ist das Allerschönste am Älterwerden. Aber man muss an seinen guten Stern glauben und vor dem Einschlafen beten hilft auch. Aber nicht nur Bitten beim Beten. Danken hat eine erstaunliche Vibration. Beinah ein Trick! Ha. Hab ich selber herausgefunden. So ähnlich wie neulich die Sache mit dem Obst und Gemüse. Das haben auch schon andere vor mir entdeckt, aber Sachen selber neu entdecken ist lehrreicher. Der Lerneffekt ist sensationell! Und der Entdeckergeist wird gekitzelt. Uranus! Aber das steht ja schon in meinem Horoskop, dass man mit Pluto und Uranus in exakter Konjunktion und auch noch an der Sonne ein kleiner Daniel Düsentrieb ist. Also immer gut aufpassen, wenn ich neue Sachen entdecke, auch wenn es die schon gibt! Das sind meistens superwichtige Sachen und Erkenntnisse, die die Menschheit total weiterbringen. Großes Indianerehrenwort.

wenn ich das alles nur betrachte
kann ich es nicht verschwenden
wenn ich das alles nur verachte
kann ich es auch beenden
alles geschieht nur einmal
das alles ein einziges mal
ich kann kein ende finden
das alles hält mich wach
ich kann kein ende finden
ich suche nicht danach
wenn ich das alles nur besuche
muss ich immer wieder gehn
wenn ich das alles nur versuche
kann ich das alles nicht verstehn
alles geschieht nur einmal
das alles ein einziges mal
ich kann kein ende finden
das alles hält mich wach
ich kann kein ende finden
ich suche nicht danach

ic falkenberg

01. Mai 2012

Seltsam. Das ist das erste Mal, dass mich die Republica interessiert hätte. Mit allem möglichen Drum und Dran. Vorher nie. Ich verband damit eher eine Klugscheißer-Veranstaltung ohne Musik und Sex Appeal. Ich könnte jetzt nicht direkt behaupten, dass die Videos der vergangenen Jahre diese an den Haaren herbeigezogene Mutmaßung komplett konterkarieren würden. Mir gefällt allerdings dieses Jahr sehr, wie die Seite gestrickt ist und wer da so eingeladen wurde. Und die Größe. Ich mag einige Protagonisten sehr gerne, ob aus persönlicher Bekanntschaft oder unbekannterweise, aus der Ferne. Und ausgerechnet in diesem Jahr hindert mich eine blöde private Befangenheit, auf die ich nicht näher eingehen will. Ich habe mich weder um eine Karte gekümmert, noch mir die Zeit für die für mich interessanten Veranstaltungen genommen. Um nichts habe ich mich gekümmert. Gut, da könnte man noch dran herumschrauben. Jetzt hätte ich Lust den ganzen Haufen nach vielen Jahren wieder einmal zu sehen und mir steht vor allem diese Befangenheit im Weg. Ja, es ist mir auch zu teuer, so ein Ticket für wasweißichwieviel Euro zu kaufen. 2005 waren Bloggertreffen noch ohne Eintritt, aber das jetzt ist ja eine profimäßig aufgezogene Kongressveranstaltung. Ja, die schönen Tüten kosten, die Vorbereitung, die Miete, das Catering, die Technik. Ja, ist ja alles nachvollziehbar. Muss nur mal schnell ein bißchen herumwinseln. Sicher hätte ich auch ein paar Bilder gemacht, die ein bißchen mehr gerockt hätten, als die anderen. Ich kenne das Spielchen ja von der a2n, altogether now, vor drei Jahren. Die Organisatoren waren zum Teil identisch. Man kriegte als jemand aus dem Dokumentatorenteam ein lila Bändchen und konnte überall einfach hinein. Die Treffen im Vorfeld waren auch interessant, weil ich dort einen mir völlig fremden Sprachduktus erlebte. Interessant, was für einen Wortschatz viele dieser Netz-Werker haben und pflegen. Tim Renner amüsierte mich, weil er am Bodenständigsten von allen war, auch in seiner Ausdrucksweise. Ich verstand jedes Wort. Und er grinste auch immer sehr nett zu mir rüber. Na ja. Andere Baustelle. Amanda Palmer war wirklich sympathisch. Man musste mich nicht lange überreden, bei der Dokumentation mitzuwirken, weil mir Musik-Schaffende schon immer am Herzen liegen. Blogger dann doch eher persönlichkeitsspezifisch. Und doch habe ich einen Sinn für das Grundrauschen der Bewegung, die mich ja letztlich auch alle Nase lang vor den Monitor treibt und ins Internet schreiben lässt.

Also gut, ich bin dann bei diesem „Klassentreffen“ wie einige so putzig schreiben, wohl nicht dabei. Vielleicht gucke ich mir den einen oder anderen Stream an. Oder die Location, wenn alles vorbei ist und abgebaut wird. Wenn die Luft wieder rein ist. Haha. Das ist doch wirklich blöd. Alle werden sich auf die Schulter klopfen und schwelgen, wie schön es war. Natürlich wird da auch immer übertrieben, das ist ja klar. Nur ich weiß natürlich, wo ich bin, kann es gar nicht schlecht sein, weil ich hab mich ja immer dabei! Also es tut mir leid, ich hätte gerne die Republica mit meinem immanenten Mysterium bereichert, aber es hat nicht sollen sein. Jammer. So Schluß jetzt. Dann nächstes Jahr. Oder so. Außerdem will die Kaltmamsell bestimmt nicht so gerne mit ihrem Aua-Auge fotografiert werden. Das ist dann nächstes Jahr auch wieder in Ordnung.

29. April 2012

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Der freundliche Adler, die Haute Couture-Rüstungen, die Pesttafel, der Reisekoffer mit den Silberbürsten, das erbeutete Zelt aus dem Orient. Deutsche Geschichte, 100 v. Chr. bis 1917 in der oberen Etage. Ausblick auf den Zeughaushof, die Kassettentüren. Ich fotografierte nur ein paar Sachen, die eine unerklärbare, bemerkenswerte Resonanz bei mir auslösten. Da ist unendlich viel mehr zu sehen, das ist ja klar. Mehr ist gar nicht dazu zu sagen. Aber diese spacigen Rüstungen… wie aus einem Science Fiction. Mittelalter-Science Fiction. Und dabei so schön. Kann man auf jeden Laufsteg in Paris schicken. Ich bin vergleichsweise schnell durch den ersten Teil der Ausstellung, weil mir die Zeit ab dem Zweiten Weltkrieg unter den Nägeln brannte. Wie kann man das Unfassbare angemessen dokumentieren? Um in den zweiten Teil ab 1918 zu kommen, musste ich wieder die große Treppe hinunter. Aus diesen folgenden Epochen gibt es naturgemäß uferlos Exponate und ich blieb auch sehr viel öfter mit meiner Kamera hängen. Dort war es wie ein Film, ein Rausch und Rasen durch die Epochen bis in die Gegenwart kurz nach Mauerfall. Was für eine wechselhafte Geschichte dieses Land hat. Mein Land. Unser Land.

28. April 2012

Kaum hatte ich das Foyer geentert und gescannt, signalisierte mein eingebauter Infrarot-Sensor erhöhte atmosphärische Spannungen an einer Figur im hinteren Bereich am Treppenaufgang. Mein System identifizierte sofort, dass es sich um eine interessante problematische Materienverdichtung handelt, die ich sofort näher betrachten und einer Prüfung unterziehen wollte. Das Warnschild wies die Nachbildung einer verschwundenen, ca. vier Meter hohen menschenähnlichen Form aus einem goldfarbenen Metall aus, die nur kurzzeitig existierte und im Labor des Hexers Arno Breker ausgebrütet wurde. Ich betrachtete das Phänomen von allen Seiten und gruselte mich ein wenig, als mein Blick den eisigen Blick des nachgebauten Monstrums traf. Erhebend war das nicht. Ich identifizierte, dass ich vor der Nachbildung eines männlichen Angehörigen der menschlichen Rasse stand. In alten Schriften hatte ich gelesen, dass die Figur ein männliches Idealbild einer bestimmten dunklen Epoche verkörpern soll. Nun ja, die Geschmäcker sind ja verschieden. Die Arme fand ich recht gelungen, auch das Hinterteil

war ansprechend geformt. Aber dieser auf mich – ohne jetzt irgendwie polemisch werden zu wollen – entartet trapezförmige Oberkörper schien mir doch arg naturfremd und an den Haaren herbeigezogen. Die Waden entschieden zu dick, die Füße wieder ganz in Ordnung. Aber der Kopf. Der vergleichsweise kleine, schlecht proportionierte Schädel erschien mir, ganz abgesehen von dem irgendwie debilen, degenerierten Gesichtsausdruck, stark deformiert und wenig ideal, ja ich möchte abermals sagen: entartet. Wenn das System, das einen derart missgestalteten Kopf als „ideal“ einordnete, zum Niedergang verurteilt war, schien mir das nur schlüssig und folgerichtig. Die seltsame Figur mit dem deformierten Rumpf und dem schönen, kräftigen Hintern ist also spurlos verschwunden. Also die beiden original Figuren, die vor der nur kurzzeitig existierenden, von einem gewissen Albert Speer erbauten Neuen Reichskanzlei herumstanden. Es ergab sich eine kleine Plauderei mit einem älteren, gewitzten Pärchen. Wir gaben uns in gesamtdeutscher Eintracht der Phantasie hin, fanatische Russen hätten die monströsen Skulpturen auf ein altes Frachtschiff nach Odessa verschleppt, wo sie nun seit Neunundvierzig in einem Privatpark feudal vor sich hinoxidieren. Ein sowjetisches Mysterium. Übrigens vielleicht am Rande interessant: aus den Trümmern der nach Kriegsende von den Russen gesprengten Neuen Reichskanzlei wurde das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park gebastelt. Um mich von dem eindrücklichen Erlebnis zu erholen, überquerte ich zügig, gemessenen Schrittes die Ruhmeshalle und gab mich dem Studium zweier Frauenskulpturen hin. Die etwas mollige Dame auf der Seite zum Zeughaushof balancierte eine Art Tigerskalp auf dem Schädel und erinnerte mich an Abbildungen auf der Homepage einer zeitgenössischen Hobby-Schamanin. Ich war umgehend völlig absorbiert. Aber als ich dann vor der großen Viktoria mit den großen Engelsflügeln stand, war der Fluch endgültig gebannt. Geläutert schritt ich zur hochherrschaftlichen Treppe, gewappnet und bereit, mich der gesamten Deutschen Geschichte zu stellen!

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28. April 2012


Der kleine Apfelbaum blüht wieder. Schlagschatten an den linken Häuserwänden in der Joachimstraße bis hinten zum Fluchtpunkt Eingang Sophie-Gips-Höfe. Ein aktueller Blogeintrag! Eines der Alleinstellungsmerkmale meines Blogs ist ja der zuverlässige Anachronismus der Blogeinträge. Bevor ich diese schöne Tradition weiterpflege, ein tagesaktueller Beitrag. Foto ist aber alt, macht nix. Könnte man heute genauso machen. Ich habe mich in der Sonne gesonnt und dabei meine Schminkstifte angespitzt. Was für eine blöde Idee! Viel zu weich zum Anspitzen. Ansonsten muss ich leider sagen, dass es sich nicht bewährt, bei Schminkstiften mit der Qualität zugunsten des Preises zu experimentieren. Die meisten Kajalstifte im untersten Preissegment geben zu wenig Farbe ab. Viel zu hart, könnte man gleich Wachsmalkreide hernehmen! Ich rate aber auch nicht zu hochpreisigen Marken. Ein Kajalstift von Christian Dior muss nun wirklich nicht sein! Zumal den niemand sieht, weil man sich ja nicht in aller Öffentlichkeit im Restaurant die Augen nachmalt. Lippen nachziehen und Nase pudern mit repräsentativem Zubehör von Yves Saint Laurent oder mit Chanel-Logo drauf ist natürlich etwas ganz anderes, das ist ja schon durch Spielfilmszenen existentiell wichtig und gesellschaftsfähig geworden. Le must! Demzufolge achten wir als preisbewusste Verbraucherin bei Schminke für das stille Kämmerlein auf Qualität und Preis! Zum Beispiel sind die Stifte von Margret Astor Eins A! Keine Reiche-Leute-Marke und dementsprechend bezahlbar. (Vielleicht kriege ich durch die Erwähnung Prozente!)
Außerdem habe ich noch einen Haushaltstipp, der leider nicht ganz so neu ist, wie ich zuerst dachte und den ich in meinem Bekanntenkreis als nobelpreiswürdige Sensationsentdeckung präsentieren wollte, was leider in vier von fünf Fällen gelangweiltes Gähnen ausgelöst hat. Ja, es tut mir leid, ich bin eben nicht so eine Superhausfrau, die dieses Herrschaftswissen bereits in die Wiege gelegt bekommen hat. Auch wenn es außer mir alle schon längst wissen, kann ich es ja trotzdem noch einmal schreiben. Also ich habe neulich durch Beobachtungsstudien entdeckt, dass es besser ist, wenn man Obst und Gemüse nicht abwäscht. Erdbeeren halten sich so mindestens drei bis fünf Tage länger!!! Ja, Sie wussten das schon längst. Ich habe bisher immer alles ordentlich abgewaschen und dann ins Obst- und Gemüseschälchen verfrachtet. Aber weil meine Erdbeeren jedesmal über Nacht verdorben waren, wurde ich misstrauisch. Und die nächsten ungewaschenen Erdbeeren haben sich glatt eine Woche gehalten! Sensationell! Es gibt wahrscheinlich so ein konservierendes Superspray für die Präsentation in der Warenauslage, damit alles möglichst lange proper aussieht. Und natürlich bin ich auf die überall herumposaunten Empfehlungen der Obst- und Gemüsebauernlobby hereingefallen, Obst und Gemüse möglichst gründlich zu waschen! Aber das hört sich jetzt auf. Auch hier kann man langfristig sparen, weil man nie mehr Sachen wegschmeißen muss. Kurz vor dem Aufessen kann man dann schon mal waschen, das ist nicht verkehrt. So halte ich es persönlich. Wobei ich überlege, ob die Konservierungsstoffe nicht vielleicht auch mich von innen länger konservieren würden und die kleinen gefräßigen Bakterien abwehren würden. Leider sind mir noch keine Studien bekannt, wo das geprüft und empfohlen wurde. So, fertig mit dem aktuellen Blogeintrag. Ich muss jetzt wieder am nächsten Eintrag für Februar weiterarbeiten und Kaffee trinken!
P.S. Mein Sparktonto wächst wie das Apfelbäumchen! Das preisbewusste Wirtschaften ist mir nun in Fleisch und Blut übergegangen, ich kann gar nicht mehr aufhören! Inzwischen kann ich die günstigsten Lebensmittel-Preise im Schlaf herunterbeten. Zum Beispiel: sechs Bio-Eier bei Norma: 1,39 €, bei Aldi 1,55 €. Demächst trete ich damit bei Wetten Dass auf und werde Wettkönigin!

24. April 2012

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Ich will kurz für Kenner der Materie erklären, warum der furiose DHM-Anbau, die gläserne Spirale von Ieoh Ming Pei in meinen Bildstrecken vom Deutschen Historischen Meusum keine Rolle spielt. Wer es nicht kennt, wer Berlin nicht kennt, weiß freilich nicht, wovon ich rede. Hinter dem alten Zeughaus gibt es eine den Zeughaushof überdachende Glaskonstruktion, die in diesen wunderbaren Ausstellungsanbau mündet, der Skulptur einer gläsernen Spirale. Grandios. Genau genommen zog mich dieses Stück neuer Architektur noch mehr an – visuell – als die historischen Exponate. Zumindest eingangs – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Spirale ist nur der Eingang. In diesem Neubau sind wechselnde Ausstellungen, im alten Zeughaus die ständige Ausstellung über die deutsche Geschichte bis 1994. Nun war es nicht der hellste Nachmittag, an dem ich hinging. Schon während ich die Spirale fokussierte, dachte ich bei mir, ungünstigere Lichtverhältnisse hätte man sich nicht aussuchen können. Bedeckter Nachmittag. Na ja. Ich fotografierte die gläsernen Wände gegen den düsteren Himmel, was auch interessant war, aber nicht eigentlich, was ich wollte. Ich dachte, gut – ich versuche was geht und dann irgendwann eben noch mal bei idealem Licht.

Ein bißchen ging mir der Gedanke aber doch quer, weil ich allenthalben einen unheimlichen Drang nach effizienter und abschließender Vorgehensweise habe. Man könnte auch sagen, ich lote Sachen gerne vollständig aus und hake sie dann ab. Wie man Länder abhakt, die man einfach mal gesehen haben will. Ich bin überhaupt kein Typ, der Sehnsucht nach einem Ferienort hat, den man Jahr für Jahr immer wieder aufsucht. Da bin ich doch eher Schwester im Geiste mit Farin Urlaub, der sich zum Ziel gesetzt hat, alle 194 Länder der Erde in seinem Leben zu bereisen, so viel wie nur möglich zu sehen. Um seinen inneren Horizont zu weiten. Also gut. Um es kurz zu machen: ich hatte Bilder davon, sie waren nicht schlecht, sie waren auch charismatisch und atmosphärisch aber ich habe sie – ja – das passiert alle zwei drei Jahre mal – versehentlich gelöscht. Und ich hatte keine Lust auf diesen Wiederherstellungszirkus auf der Festplatte. Das Spielchen kenne ich schon. Dann dachte ich auch: eigentlich auch o.k. – jetzt habe ich eine viel größere Motivation, mir dieses wunderbare Stück Architektur noch einmal extra vorzunehmen. Und deswegen betreten wir zwar das alte Zeughaus durch diesen Anbau, aber man sieht so gut wie gar nichts davon. Wir konzentrieren uns also hingebungsvoll auf das alte Zeughaus. Man geht durch das neue Gebäude, wo man auch die Eintrittskarte ersteht, über eine Treppenunterführung wieder nach oben in den überdachten Zeughaushof und schreitet über einen langen roten Teppich zum Eingangsportal des alten Zeughauses, wo uns die deutsche Geschichte erwartet. Ich hatte keinerlei Vorstellung, was die Ausstellungsarchitektur angeht, ich war völlig unvorbereitet und es war ein idealer Zeitvertreib für einen Sonntagnachmittag im Februar.

Und wenn ich durch das Portal gegangen sein werde, werden wir uns im Foyer befinden, das ebenfalls eine eigene Strecke verdient. Wegen der Treppe und – für mich nach der Lektüre von Albert Speers Erinnerungen von besonderem Interesse – wegen einer Figur von Arno Breker, einer Replik einer verschwundenen heroischen Skulptur aus der Neuen Reichskanzlei. Ich mag rote Teppiche, stelle ich fest. Es fühlt sich überhaupt gut an und eigentümlich selbstverständlich über den Hof zu gehen. In solchen feudalen Stätten empfinde ich selten ein Gefühl von Ehrfurcht. Ich freue mich über den architektonischen Aufwand, der früher getrieben wurde, die Großzügigkeit, die baulichen Details, die Arbeit der Stukkateure. Man könnte auch sagen, ich laufe nach Gutsherrenart durch solche Objekte. Das amüsiert mich, seit ich denken kann. Dann fällt mir wieder ein, dass ich mir schon als Kind, wenn es einen Ausflug in ein Ludwig-Schloss gab, überlegte, dass als König arbeiten auch vorstellbar wäre, wenn ich dann mal groß wäre. Also König. Nicht Königin. Niemals Prinzessin. Eindeutig König. Aber nicht als ersehnte, verklärte und unerreichbare Wunschvorstellung, sondern handwerklich gedacht, „da wüsste man dann wenigstens, wie das geht, das ist nicht so schwer“. So ein König-Ludwig-König, romantisch und visionär, der verantwortungsbewusst seiner Vorbildfunktion und seinen in Gottes Namen anstehenden Repräsentationsverpflichtungen zum Wohle des Landes und seines hochgeschätzten Volkes mit Anstand, Würde und modernem Gedankengut Folge leistet. Weiß der Henker, woher das kommt. Deswegen neulich auch die Idee mit meinem Vorschlag ich als Bundespräsident. Präsidentin muss es wohl heißen. Ist ja auch wurscht! Ich wäre eine gute Repräsentantin für dieses Land. Das glaube ich wirklich. Mal schauen, auf was für Ideen ich noch komme und wo es mich hinverschlägt! Man darf gespannt sein. Oder wie der gute Farin sagt, „Das Schönste am Reisen ist, das man nicht weiß, was als Nächstes passiert.“

22. April 2012



Sonntagnachmittags-Spaziergang zum Zeughaus. Zeughaus Zeughaus, das hat man ja schon zig mal gehört. Gibt es überall, so Zeughäuser. Da wo man als Großgrundbesitzer, also zum Beispiel von Berlin, glaubte sein Fleckchen Erde mit mehr als der Mistgabel verteidigen zu müssen, oder auch um gelegentlich gut gerüstet, ein bißchen mit der Weltherrschaft zu spielen. Und im Zeughaus war eben das Zeug dafür drin. Die Kanonen und Gewehre und die toll glänzenden Rüstungen. Ein anderes Wort für Waffenarsenal. Nicht dass ich mich jetzt brennend für Waffen oder die Weltherrschaft interessieren würde. Wobei ich denke, letzteres müsste bei geschickter Vorgehensweise an und für sich auch einigermaßen friedlich zu erreichen sein (ich sehe das ganz modern). Es war also wieder an der Zeit für einen zackig strammen Verdauungs-Spaziergang, warum also nicht zum Berliner Zeughaus! Es steht direkt an der Spree in Mitte, Unter den Linden.

Mehr oder weniger gegenüber vom Berliner Dom. Und ich verwette meine Schußwaffe, die wenigsten internet-affinen Berlin-Touristen waren drin! Aber ich. Aber dazu später. Heute ist da ja das Deutsche Historische Museum daheim. Auch so ein Museum wo man ewig denkt, ja, müsste man sich eigentlich auch mal anschauen. Der Gedanke wird ungefähr alle zwei drei Jahre, zumeist folgenlos, aufgefrischt. Aber in diesem glorreichen Jubeljahr vom Alten Fritz mache ich diese ganzen Sachen. Bewaffnet und allzeit schussbereit! Wir beginnen mit einer kleinen Aufwärm-Schießübung, indem wir in Zweiergruppen mit der geladenen Schusswaffe im Anschlag im Stechschritt um das Gebäude paradieren und auf meinen Befehl hin auf die in den Schießscharten positionierten Objekte zielen und scharf feuern!

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19. April 2012


Große Hamburger Straße. So oft laufe ich da gar nicht lang, obgleich so nah. Man hat ja so seine festen Anlaufpunkte, die Wege von da nach da, wenn man nicht spazieren geht und das ist meistens der andere Bogen, unterhalb vom Gipsdreieck, Richtung Rosenthaler und Sophienstraße. Ist eigentlich nur sinnvoll, das für jemanden zu erwähnen, der eine grobe Vorstellung von dieser Ecke von Berlin Mitte hat, vom sogenannten Scheunenviertel. Die meisten Berlin-Besucher, man kann eigentlich seit gut zehn Jahren sagen: Alle kennen den Hackeschen Markt und die Oranienburger Straße. Da kommt man auch schon mal beim Flanieren in die Große Hamburger Straße. Ich laufe auch sehr gerne da in der Nachbarschaft herum, besonders wenn ich nicht in Eile bin, oder wenn ich Richtung Museumsinsel will, oft nur, um einen anderen Weg als den gewohnten zu nehmen. Um die innere Landkarte aufzufrischen. Und um mich zu erinnern, was für atmosphärische Ecken da zu Füßen meiner Bleibe liegen. Wenn man einen Sinn für Patina und bauliche Details hat, kann man preisgünstig sehr schöne Augenblicke haben. Solche wie die, für die man eine Städtereise nach Paris macht oder Wien oder eben nach Berlin.
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Und wenn ich dann begreife, immer wieder aufs Neue, dass es mich nur die Entscheidung kostet, einen kleinen Schlenker auf meinen alltäglichen Wegen zu machen, bin ich sehr dankbar. Man sollte die Wirkung von der Grundstimmung eines Stadtteils auf die eigene Verfassung niemals unterschätzen. Es gibt ja inzwischen sogar Studien, dass Glück ansteckend wirken soll. Wenn man in einem Haus oder in einer Straße mit einer Überzahl an zufriedenen, heiteren oder wagemutigen Menschen lebt, soll das unbekannterweise ansteckend sein. Auch wenn man nie persönlichen Kontakt pflegt. Das scheint irgendwie die Atmosphäre aufzuladen und sich in Wellen fortzusetzen. Wahrscheinlich wie jegliche mentale Verfassung, deren Färbung gehäuft einen Dominoeffekt bewirkt. Wenn man zum Beispiel einfach nur die Brunnenstraße Richtung Wedding, ganz im Norden, Ecke Voltastraße langgeht, spürt man eine ganz andere Atmosphäre als im südlichen Teil der Brunnenstraße. Ja klar, andere Bevölkerungsstruktur schafft eine anders gefärbte Infrastruktur, auch atmosphärisch. Man taucht ein, verbindet sich, atmet ein, atmet aus, verströmt sich, nimmt auf. Ich wüsste gerade nicht, wo es für mich besser als hier wäre. Ich suche ja auch gar nicht. Man muss auch einmal anerkennen, wenn man in einem Lebensbereich Ruhe gefunden hat, gerade so ein unruhiger Geist wie ich. Ich könnte haarklein erklären, warum welcher Berliner Bezirk nicht der richtige für mich wäre, aber das wäre ganz schön viel Arbeit. Wenn auch vielleicht interessant. Warum zum Beispiel Friedrichshain für mich nicht ein Herzenswunschbezirk wäre, bräuchte ich holterdipolter eine neue Bleibe. Auch nicht Kreuzberg. Auch nicht das südliche Wilmersdorf. Im Westen mochte ich Schöneberg, da habe ich auch viele Jahre gelebt. Und die Ecke von Charlottenburg um den Savignyplatz. Und natürlich die Kudamm-Querstraßen.
Besonders die Fasanenstraße, und ganz besonders Richtung Literaturcafé. Lustigerweise hat Asta Nielsen ihre langjährigste Berliner Wohnung in der Fasanenstraße 69 gehabt. Heute ist da eine Pension, die Pension Funk. Dass ich aber vor dreizehn Jahren hier in Mitte und nicht in der alten West-City heimischer als je zuvor irgendwo sonst geworden bin, hat sich ergeben, weil mir das südliche Wilmersdorf, wo ich vorher lebte, zu ruhig war, zu verstaubt, zu reglos. Es war ruhig, aber ich war unruhig. Heute ist es umgedreht. Ich wohne in einem angenehm unruhigen Bezirk und das macht micht zutiefst ruhig. Das war die Verheißung. Die Elektrizität und die Aufbruchstimmung zog mich an. Ich lernte bald, dass manche Straßen nicht nur Wege sind, um die Einkäufe zu transportieren, sondern kleine Bühnen, für elektrisches Leben. Ja durchaus „Sehen und Gesehen werden“. Ich wollte das gerne haben. Sehr gerne. Wir wollen alle gesehen werden. Das Beste in uns soll wahrgenommen werden. Jeder wünscht sich das. In der Nähe vom Südwestkorso, fast schon Steglitz, hatte ich eine Zweizimmerwohnung, die alle Wunschvorstellungen von ruheliebenden Rentnerinnen erfüllt hat. Deswegen lebten auch so viele so gerne und lange dort. Die vielzitierten Wilmersdorfer Witwen. Ich hatte Ende der Neunziger dort das Gefühl, ich könnte ebensogut in irgendeiner mausetoten Kleinstadt sein, dort am Ludwig-Barnay-Platz. Lange her. Zum Glück. So lange wie jetzt hier habe ich in noch keiner meiner Berliner Wohnungen gelebt.
Zuerst hatte ich Mitte der Achtziger ein Intermezzo in einer unausgebauten Fabriketage in der Prinzessinnenstraße 1 – 2 in Kreuzberg. Sechs oder acht Wochen, dann flog ich raus, mit dem Schauspieler, der die Miete, die ich ihm dafür gab, nicht an Becker und Kries (eine sehr bekannte Berliner Hausverwaltung) weitergegeben hatte. Dann wieder übergangsweise ein paar Wochen zurück zu meiner ersten Adresse in Berlin, in die Argentinische Allee in Zehlendorf, zu einer Freundin, einer Kunststudentin, bei der ich auf dem Teppich im Wohnzimmer übernachtete. Zum Glück fand ich in Schöneberg eine Wohnung, in der Leberstraße 54, schräg gegenüber von Marlene Dietrichs Geburtshaus, in dem sie auch ihre Kindheit verbrachte. Zu ihrer Zeit hieß die Straße Sedanstraße. Ich glaube, es gibt dort inzwischen auch eine Gedenktafel. Als ich dort lebte aber noch nicht, da war sie ja auch noch nicht tot. Gedenktafeln werden ja leider meistens erst angeschraubt, wenn der ehrenwerte Mensch es nicht mehr selber sehen kann. Ja und dann eben in jene sehr ruhige Wohnung in Wilmersdorf, die eine Verbesserung war, weil ich mir inniglich einen Platz an der Sonne wünschte, einen Balkon mit tagsüber Sonne, nicht nur am Morgen. Der Balkon war dann so Richtung Südost. In der Wohnung war es schon auch ganz schön. Das Schlafzimmer war riesig, genauso groß wie das Wohnzimmer.
Eine sehr geräumige Küche. Ein Bad mit Fenster und Badewanne. Und Zentralheizung. Endlich keine Ofenheizung mehr! Ich habe drei Kreuze gemacht. Und dann, nach sieben Jahren meine kleine Rebellion, weil ich plötzlich so viele neue, interessante und auch jüngere Menschen um mich hatte, die ihren Lebensmittelpunkt in Mitte hatten, wo sie lebten und selbstbestimmt arbeiteten. Diese Energie zog mich magnetisch an. Aber so schön wie die Straßen heute hier sind, waren sie damals nicht. Ich freue mich über jede gelungene Sanierung der alten Häuser. Das wird hier außerordentlich behutsam gemacht. Sehr feinfühlig. Das einzige, was ich nicht auf Dauer hier beibehalten würde, sind bestimmte Straßenzüge in der Linien- und in der Joachimstraße mit den wirklich nicht sehr gelungenen Lückenbüßern aus der versunkenen Deutschen Demokratischen Republik. Es gibt auch unendlich viele mißratene West-Plattenbauten, dass wir uns nicht falsch verstehen. Vielleicht gibt es ja auch irgendwo attraktivere Varianten von Plattenbau, als hier in der Joachim- und in der Linienstraße, wie auch immer. Die hier können ruhig mal langsam platt gemacht werden. Die Mauern haben eine substanziell unzuträgliche Ausstrahlung. Das liegt auch an den Baustoffen, nicht nur an der Optik. Irgendeine sehr junge Galerie hat sich vor vier Jahren mal für ein paar Wochen in der Torstraße in einer Plattenbauwohnung eingemietet. Ich war dort bei der Eröffnung. Es war wie im Bunker. Ich wollte nur noch so schnell wie möglich raus. Nicht weil die Leute unangenehm gewesen wären oder das Zeug an den Wänden so schlecht. Ich hatte so ein Gefühl von Atemnot, als ob geballte Schadstoffe aus dem abgeschmirgelten Plattenmauerwerk dringen, direkt in meine Atemwege. Das war ein einschneidendes Erlebnis.

Ich höre mal auf mit meiner Gute-Nacht-Geschichte. Für heute ist alles erzählt. Um etwas Gutes zum Schluss zu schreiben: hier in Mitte ist nichts schlechter geworden. Hier sind noch genug Künstler und Lebenskünstler unterwegs, jede Ecke ist davon durchdrungen. Man muß sich keine Sorgen um die Hamburger Straße und den ganzen schönen Bezirk machen. Ich passe auf.

16. April 2012

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Och passt doch prima. Hätte man auch heute ohne weiteres anziehen können. 19. Februar oder 16. April – ist doch völlig schnurz. Noch gibt es keine Frühlingshitzewallungen. Obwohl der späte Nachmittag am Hackeschen Markt auf einmal blendendes Sonnenlicht präsentiert hat, das war schon ganz arg frühlingshaft. Und die Bäume rauschten in ihrem jungen neuen Blättergrün. Kann man eigentlich Suppe aus jungen Baumblättern machen? Ich meine, schmeckt die? Müsste man mal recherchieren. Ich bin in Sachen nach Rezept kochen eher uninteressiert. Der Appetit regiert, was gebrutzelt wird. Zum Glück reicht meine Erfahrung und Vorstellungskraft meistens aus um nichts zu verhunzen. Jetzt noch Nachtisch zusammenrühren und dann ab in die Falle. Im Moment kriege ich ganz gut und regelmäßig 23 Uhr hin. Das macht sich bezahlt. Ich kann nicht aufhören, das zu predigen. Vorhin, auf der Treppe zur S-Bahn noch einmal rekapituliert, was meine Säulen für garantiertes Wohlbefinden sind. 1. Mindestens sieben Komma fünf Stunden Nachtschlaf. 2. Nicht saufen. Also Alkohol nur in ärztlich verordneter Dosierung. 3. Bequemes Schuhwerk, das nicht drückt und das Laufen zur Freude macht. Ich ziehe im Moment am liebsten meine schwarzen Easy Tones an. Ich dachte zuerst, das wäre wieder Bauernfängerei für die vielen problemzonengeplagten, verzweifelten Frauen dieser Welt. Bis ich ein Paar im Schlußverkauf erstanden habe. Nur fünfzig Euro bei Karstadt Sport! Als alter Sparfuchs habe ich da natürlich zugeschlagen und es nicht bereut. Man hat das Gefühl, die Füße haben ein bißchen was getrunken. Wie so leicht beschwipst. Ein schönes Gefühl. Wie auf Wolke Sieben. Oder Cloud Nine, für die nicht vorhandenen Engländer unter den Lesern! Na gut, die Dinger sehen jetzt nicht so fick-mich-mäßig aus, aber dafür fühlen sich die Füße und der Rest ziemlich erotisiert. Und letzten Endes wäre man doch beleidigt, wenn die Menschen faszinierter auf den Schuh als in die Augen der Schuhträgerin blicken würden. Ich sehe da kein Problem! Oh, ich muss mich sputen! Mein Sahnekefir-Betthupferl wartet immer noch!

16. April 2012

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Och passt doch prima. Hätte man auch heute ohne weiteres anziehen können. 19. Februar oder 16. April – ist doch völlig schnurz. Noch gibt es keine Frühlingshitzewallungen. Obwohl der späte Nachmittag am Hackeschen Markt auf einmal blendendes Sonnenlicht präsentiert hat, das war schon ganz arg frühlingshaft. Und die Bäume rauschten in ihrem jungen neuen Blättergrün. Kann man eigentlich Suppe aus jungen Baumblättern machen? Ich meine, schmeckt die? Müsste man mal recherchieren. Ich bin in Sachen nach Rezept kochen eher uninteressiert. Der Appetit regiert, was gebrutzelt wird. Zum Glück reicht meine Erfahrung und Vorstellungskraft meistens aus um nichts zu verhunzen. Jetzt noch Nachtisch zusammenrühren und dann ab in die Falle. Im Moment kriege ich ganz gut und regelmäßig 23 Uhr hin. Das macht sich bezahlt. Ich kann nicht aufhören, das zu predigen. Vorhin, auf der Treppe zur S-Bahn noch einmal rekapituliert, was meine Säulen für garantiertes Wohlbefinden sind. 1. Mindestens sieben Komma fünf Stunden Nachtschlaf. 2. Nicht saufen. Also Alkohol nur in ärztlich verordneter Dosierung. 3. Bequemes Schuhwerk, das nicht drückt und das Laufen zur Freude macht. Ich ziehe im Moment am liebsten meine schwarzen Easy Tones an. Ich dachte zuerst, das wäre wieder Bauernfängerei für die vielen problemzonengeplagten, verzweifelten Frauen dieser Welt. Bis ich ein Paar im Schlußverkauf erstanden habe. Nur fünfzig Euro bei Karstadt Sport! Als alter Sparfuchs habe ich da natürlich zugeschlagen und es nicht bereut. Man hat das Gefühl, die Füße haben ein bißchen was getrunken. Wie so leicht beschwipst. Ein schönes Gefühl. Wie auf Wolke Sieben. Oder Cloud Nine, für die nicht vorhandenen Engländer unter den Lesern! Na gut, die Dinger sehen jetzt nicht so fick-mich-mäßig aus, aber dafür fühlen sich die Füße und der Rest ziemlich erotisiert. Und letzten Endes wäre man doch beleidigt, wenn die Menschen faszinierter auf den Schuh als in die Augen der Schuhträgerin blicken würden. Ich sehe da kein Problem! Oh, ich muss mich sputen! Mein Sahnekefir-Betthupferl wartet immer noch!

15. April 2012

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Der Tag da oben im Februar war nicht so mein Tag, aber knallharte Disziplin hat mich die Sache mit dem Foto auch an diesem ingesamt eher trüben Tag durchziehen lassen. Ich glaube, ich bin den Abend vorher zu spät ins Bett, das hat sich gerächt! Ein bißchen lahm zum Drogeriemarkt getapert, durch die Sophie-Gips-Höfe, vorbei an Barcomi’s, nur vorbei, nicht hinein. Das würde ja gar nicht in mein Sparprogramm passen. Ja, ich war natürlich schon mal drin. Wenn man mal Besuch aus Westdeutschland hat, sucht man natürlich auch die örtliche Gastronomie auf, keine Frage! Man gibt sich souverän und tut, als ob man da dreimal die Woche Kaffee trinkt. Für mich sind die Sophie-Gips-Höfe einfach eine praktische Abkürzung auf dem Weg zum Hackeschen Markt und zur S-Bahn, insofern ist es keine spitzenmäßige Sensation, mich da wenigstens ein-, zweimal am Tag durchtapsen zu sehen.

Touristen werden auch gerne durchgeschleust, weil die bunten Lichtinstallationen immer Freude bereiten. Nur in dem gelben Licht in der einen Ecke sieht man schlimm krank aus. Da hab ich auch Bilder gemacht, aber gleich wieder gelöscht. Als ob ich Magenprobleme hätte, was nicht der Fall ist! So gelblichgrün im Gesicht, ganz schlimm. Am Schmeichelhaftesten ist das pinke Licht. Das finde ich super. Mal schauen, wie lange ich brauche, bis ich die Zeit einhole und mit den ganzen Daily-Bildchen in der Gegenwart ankomme. Vielleicht schaffe ich es auch nie. Aber so bin ich immer beschäftigt! Es wird nie langweilig. Wenn ich so durchgucke, fehlt nur am 18. Februar und am 25. Februar der tägliche Schuss, sonst lückenlos durchgezogen. Man muss natürlich aufpassen, dass man nicht abhängig wird. Interessant ist, dass man mit der Zeit Routine darin entwickelt, sich für wenigstens ein Bild gut drauf zu bringen. Ich denke es ist eine gute Sache, den Tag mit einem freundlichen Bild von sich selber zu beginnen. Das hält dann erfahrungsgemäß sogar noch ein bißchen vor, eine Stunde bestimmt! Manchmal sogar bis zum Mittagessen! Ich habe es jetzt volle zwei Monate lang ausprobiert. Das einzige was mitunter ein bißchen stressig dabei wird, ist das Gefühl, keinen einzigen Tag im Kalender auslassen zu dürfen. Aber das liegt an meiner manischen Veranlagung. Ich muss da noch lockerer werden! Meine preußische Disziplin treibt mich in den Wahnsinn!

14. April 2012

Hiergeblieben! Wir haben zwar nun ausgiebig den Berliner Dom besichtigt aber nun wollen wir uns zum Abschluss doch auch noch gerne ein Bild von der näheren Umgebung von unserem guten alten Dom machen. Ich dachte an einen kleinen Spaziergang durch den Lustgarten Richtung Zeughaus, am Alten Museum vorbei, bis zur Schloßbrücke zu den putzigen Spreemöwen und dann heimwärts zurück über die gute alte Friedrichsbrücke. Auf geht’s, nicht schlappmachen, bald wird es dunkel! Dann geht es auch nach Hause, versprochen! Der Lerneffekt ist dann einfach noch größer.

Und Sie können dann auch mit Ihrem neu erworbenen Insider-Herrschaftswissen viel besser mitreden, um nicht zu sagen: auftrumpfen, wenn Sie demnächst zur Republica nach Berlin reisen und sich mit den ganzen feschen jungen Leuten aus dem Internet treffen. Der trendbewusste Berlintourist von heute kommt in drei bis fünf Tagen ja oft gar nicht dazu, sich die ganzen schönen alten Sachen anzuschauen. Da müssen stundenlang Speisen und Getränke in Lokalen im Prenzlauer Berg eingenommen werden und sich sonstwo mit alten Bekannten von früher aus der Heimat verabredet usw. usf. Da bleibt die Besichtigung der historischen Stätten schon einmal auf der Strecke. Aber dafür bin ich ja zum Glück da. Sie können es sich aussuchen, wann Sie sich zur Führung bei mir anmelden. Sogar mitten in der Nacht, können Sie in meiner kundigen Begleitung mit mir durch den Lustgarten laufen. Wenn das kein Service ist, bin ich mit meinem Latein am Ende!
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08. April 2012

Nun ist die große Stunde gekommen! Wir begeben uns gemeinsam in die Hohenzollerngruft. Sicher erhoffen auch Sie sich davon einen unvergesslichen und irgendwie aufwühlenden Höhepunkt unseres gemeinsamen Ausfluges zum Berliner Dom. Auch ich habe mir die Erfüllung dieses lange gehegten Herzenswunsches seit vielen Jahren in den prachtvollsten, wenn auch eher dunkel gehaltenen Anthrazit-Schattierungen ausgemalt. Genau genommen war meine Vorstellung, dass man sich nach Erwerb der Zugangsberechtigung vielleicht Schlag Zwölf Mitternacht zur vollen Stunde mit einem Ortskundigen am Grufteingang trifft, wo jeweils maximal sieben bis neun andere Gruftbesucher um Einlass bitten. Der düster dreinschauende, vielleicht etwas bucklige Leiter der Gruftführung (unbestimmbaren Alters) würde eine zuckende Holzfackel in der knorrigen, gichtgekrümmten Hand halten und durch eine unheilvoll quietschende, wurmstichige Holztür würde man tollkühn und todesmutig gemeinsam die feuchten, stechend muffig übelriechenden, vermoosten Steinstufen hinabschreiten. Eine enge, schlecht ausgeleuchtete Wendeltreppe hinab, in ein ungewisses, modriges Dunkelgewölbe. Der irgendwie mittelalterlich wirkende Führer hätte an die Gruppe – ganz modern – vor dem Abstieg ins Grauen noch antiseptischen Mundschutz verteilt. Man weiß ja, Schimmelpilz und das gefährliche Leichengift. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Mit einem knarzigen Hänsel-und-Gretel-Quietschen, untermalt vom verschwörerisch meckernden Lachen des irren Alten würde die schwere Tür unversehens ins Eisenschloss fallen und das einzige Tageslicht auf unbestimmte Zeit, für ein, zwei Stunden, die einem wie eine Ewigkeit vorkommen würden, aussperren. Das jüngste Gericht wäre der reinste Osterspaziergang dagegen. Für das, was einen unten in den gruseligen Gewölben erwarten würde, bräuchte man auch beim anschließenden Bloggen richtig, richtig starke Nerven oder wenigstens Riechsalz. Die modrigen, durch Schleier von Spinnweb erahnbaren Katafalke des Hauses Hohenzollern würden wie durch geisternde Irrlichter hie und da von der zuckenden Fackel von jenem zahnlosen, missgestalteten Greise erhellt (der sich nebenher auch noch für ein Zubrot als Glöckner verdingen würde).
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Stockfleckiges, mottenlöchriges Sargfutter mit fadenscheinigen Prunkstickereien für die einstmals gekrönten, verrottenden toten Leiber würden für Sekunden durch die schiefen, leicht angehobenen Sargdeckel schimmern. Durch die Ritzen erkennt man hier eine graue, klumpig verfilzte Haarsträhne, dort eine gefaltete Knochenhand mit einem wurmstichigen Prunkkreuz auf verblichenem Leichengewande. Ich denke, Sie wissen so grob ungefähr, was ich meine. In diesem dramaturgischen Sinne ist es vielleicht sogar ganz zuträglich, dass die Aufnahmen die unschärfsten und schemenhaftesten der ganzen schönen Domreihe sind. Ein bißchen schummrig war es nun ja doch. Ansonsten alles picobello. Auf dem hochglänzend polierten Steinboden hätte man ohne Weiteres Picknick machen können. Mundschutz wurde nicht benötigt. Ich habe allerdings den Verdacht, dass dort ein modernes Mittel zum Einsatz kommt, das den muffigen Leichengeruch, der ja zwangsläufig doch durch die morschen Särge dringen muss, neutralisiert! Was ich allerdings unbedingt lobend erwähnen möchte, sind die ausgestellten Sargmodelle. Da ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Aparte Applikationen, festliche Holzornamente und Beschläge sowie schöne Intarsienarbeiten. Was mich persönlich ganz stark anspricht, sind diese dunkelroten Samtkissen auf der Kopfseite mit schöner goldener Krone obenauf. Das hat Stil, das zeugt von Geschmack und angemessener Ehrerbietung. Das könnte ich mir von der Sache her auch für mich vorstellen. Auf jeden Fall haben mir viele Särge entschieden mehr zugesagt, als diese ganz modernen Sargmodelle wie zum Beispiel der neulich von Whitney Houston oder Michael Jackson. Ich glaube, die hatten sogar den gleichen Katafalk. Das Modell hat mir eher ausgesehen wie eine längliche, kugelsichere Geldschatulle mit Futter. Zu glatt poliert und das Goldfarbene auch insgesamt zu aufdringlich. Meinem Geschmack entspricht da eher eine einfache viereckige Kiste, meinethalben leicht gepolstert, ohne Schmuckleisten und Schnörkel-Scharniere, aber dafür aus einem edlen, vielleicht rötlichen Gehölz, schön matt gewachst, mit sehr zurückhaltender Maserung und bitte ganz ohne Astlöcher. Das Ganze soll immer noch elegant aussehen und nicht nach Marke Eigenbau vom Obi-Baumarkt oder Siebziger-Jahre-Wohngemeinschaft. Was mir auch noch ausgezeichnet gefallen hat, ist die geheimnisvolle Gruftnische für die namenlose Prinzessin. Sehr mysteriös, ganz nach meinem Geschmack! An Kindersärgen mangelt es ja nicht da unten, aber diese Nische, ja man könnte sagen, dieses Ein-Zimmer-Gruft-Apartment, ist ganz besonders. Durch die Gitterstäbe eines hermetisch verschlossenen, schmiedeeisernen Schnörkeltors wird einem gnädig gestattet, aus ziemlicher Entfernung einen Blick auf einen kleinen weißen Sarg mit einem vertrockneten Blumenstrauß zu erhaschen. Nicht einmal Königin Sophie-Charlotte hat eine so exorbitant exklusive letzte Ruhestätte da unten. Dabei hat das kleine Würmchen, für den der Geburtsvorgang scheinbar zu starker Tobak war, noch nicht einmal einen Namen. Da muss schon arg viel Hinwendung im Spiel gewesen sein, dass die kleine Baby-Prinzessin so einen Platz in der Ewigkeit der alten Hohenzollerngruft bekommen hat. Soweit zur Gruft, wieder was vom Tisch! Zuguterletzt erwartet einen dann um die Ecke des Kellergewölbes der Dom-Shop, mit schicken besinnlichen Souvenirs und daneben so einem Mini-Einstein-Café.

Da ich damals bereits auf dem Hardcore-Spartrip war, war eine teure Tasse Kaffee natürlich nicht drin, wo ich mir schließlich um die Ecke daheim bedeutend preisgünstiger selber ausgezeichneten Bohnenkaffee zubereiten kann! Ich denke, heute am Ostersonntag ist es vielleicht besonders schicklich, wenn ich die Gruft-Bilder hochlade, da ich ja sogar den österlichen Sinnspruch dort unten gefunden habe „ER ist nicht HIER – ER ist auferstanden“. Na bitte.

08. April 2012

Nun ist die große Stunde gekommen! Wir begeben uns gemeinsam in die Hohenzollerngruft. Sicher erhoffen auch Sie sich davon einen unvergesslichen und irgendwie aufwühlenden Höhepunkt unseres gemeinsamen Ausfluges zum Berliner Dom. Auch ich habe mir die Erfüllung dieses lange gehegten Herzenswunsches seit vielen Jahren in den prachtvollsten, wenn auch eher dunkel gehaltenen Anthrazit-Schattierungen ausgemalt. Genau genommen war meine Vorstellung, dass man sich nach Erwerb der Zugangsberechtigung vielleicht Schlag Zwölf Mitternacht zur vollen Stunde mit einem Ortskundigen am Grufteingang trifft, wo jeweils maximal sieben bis neun andere Gruftbesucher um Einlass bitten. Der düster dreinschauende, vielleicht etwas bucklige Leiter der Gruftführung (unbestimmbaren Alters) würde eine zuckende Holzfackel in der knorrigen, gichtgekrümmten Hand halten und durch eine unheilvoll quietschende, wurmstichige Holztür würde man tollkühn und todesmutig gemeinsam die feuchten, stechend muffig übelriechenden, vermoosten Steinstufen hinabschreiten. Eine enge, schlecht ausgeleuchtete Wendeltreppe hinab, in ein ungewisses, modriges Dunkelgewölbe. Der irgendwie mittelalterlich wirkende Führer hätte an die Gruppe – ganz modern – vor dem Abstieg ins Grauen noch antiseptischen Mundschutz verteilt. Man weiß ja, Schimmelpilz und das gefährliche Leichengift. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Mit einem knarzigen Hänsel-und-Gretel-Quietschen, untermalt vom verschwörerisch meckernden Lachen des irren Alten würde die schwere Tür unversehens ins Eisenschloss fallen und das einzige Tageslicht auf unbestimmte Zeit, für ein, zwei Stunden, die einem wie eine Ewigkeit vorkommen würden, aussperren. Das jüngste Gericht wäre der reinste Osterspaziergang dagegen. Für das, was einen unten in den gruseligen Gewölben erwarten würde, bräuchte man auch beim anschließenden Bloggen richtig, richtig starke Nerven oder wenigstens Riechsalz. Die modrigen, durch Schleier von Spinnweb erahnbaren Katafalke des Hauses Hohenzollern würden wie durch geisternde Irrlichter hie und da von der zuckenden Fackel von jenem zahnlosen, missgestalteten Greise erhellt (der sich nebenher auch noch für ein Zubrot als Glöckner verdingen würde).
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Stockfleckiges, mottenlöchriges Sargfutter mit fadenscheinigen Prunkstickereien für die einstmals gekrönten, verrottenden toten Leiber würden für Sekunden durch die schiefen, leicht angehobenen Sargdeckel schimmern. Durch die Ritzen erkennt man hier eine graue, klumpig verfilzte Haarsträhne, dort eine gefaltete Knochenhand mit einem wurmstichigen Prunkkreuz auf verblichenem Leichengewande. Ich denke, Sie wissen so grob ungefähr, was ich meine. In diesem dramaturgischen Sinne ist es vielleicht sogar ganz zuträglich, dass die Aufnahmen die unschärfsten und schemenhaftesten der ganzen schönen Domreihe sind. Ein bißchen schummrig war es nun ja doch. Ansonsten alles picobello. Auf dem hochglänzend polierten Steinboden hätte man ohne Weiteres Picknick machen können. Mundschutz wurde nicht benötigt. Ich habe allerdings den Verdacht, dass dort ein modernes Mittel zum Einsatz kommt, das den muffigen Leichengeruch, der ja zwangsläufig doch durch die morschen Särge dringen muss, neutralisiert! Was ich allerdings unbedingt lobend erwähnen möchte, sind die ausgestellten Sargmodelle. Da ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Aparte Applikationen, festliche Holzornamente und Beschläge sowie schöne Intarsienarbeiten. Was mich persönlich ganz stark anspricht, sind diese dunkelroten Samtkissen auf der Kopfseite mit schöner goldener Krone obenauf. Das hat Stil, das zeugt von Geschmack und angemessener Ehrerbietung. Das könnte ich mir von der Sache her auch für mich vorstellen. Auf jeden Fall haben mir viele Särge entschieden mehr zugesagt, als diese ganz modernen Sargmodelle wie zum Beispiel der neulich von Whitney Houston oder Michael Jackson. Ich glaube, die hatten sogar den gleichen Katafalk. Das Modell hat mir eher ausgesehen wie eine längliche, kugelsichere Geldschatulle mit Futter. Zu glatt poliert und das Goldfarbene auch insgesamt zu aufdringlich. Meinem Geschmack entspricht da eher eine einfache viereckige Kiste, meinethalben leicht gepolstert, ohne Schmuckleisten und Schnörkel-Scharniere, aber dafür aus einem edlen, vielleicht rötlichen Gehölz, schön matt gewachst, mit sehr zurückhaltender Maserung und bitte ganz ohne Astlöcher. Das Ganze soll immer noch elegant aussehen und nicht nach Marke Eigenbau vom Obi-Baumarkt oder Siebziger-Jahre-Wohngemeinschaft. Was mir auch noch ausgezeichnet gefallen hat, ist die geheimnisvolle Gruftnische für die namenlose Prinzessin. Sehr mysteriös, ganz nach meinem Geschmack! An Kindersärgen mangelt es ja nicht da unten, aber diese Nische, ja man könnte sagen, dieses Ein-Zimmer-Gruft-Apartment, ist ganz besonders. Durch die Gitterstäbe eines hermetisch verschlossenen, schmiedeeisernen Schnörkeltors wird einem gnädig gestattet, aus ziemlicher Entfernung einen Blick auf einen kleinen weißen Sarg mit einem vertrockneten Blumenstrauß zu erhaschen. Nicht einmal Königin Sophie-Charlotte hat eine so exorbitant exklusive letzte Ruhestätte da unten. Dabei hat das kleine Würmchen, für den der Geburtsvorgang scheinbar zu starker Tobak war, noch nicht einmal einen Namen. Da muss schon arg viel Hinwendung im Spiel gewesen sein, dass die kleine Baby-Prinzessin so einen Platz in der Ewigkeit der alten Hohenzollerngruft bekommen hat. Soweit zur Gruft, wieder was vom Tisch! Zuguterletzt erwartet einen dann um die Ecke des Kellergewölbes der Dom-Shop, mit schicken besinnlichen Souvenirs und daneben so einem Mini-Einstein-Café.

Da ich damals bereits auf dem Hardcore-Spartrip war, war eine teure Tasse Kaffee natürlich nicht drin, wo ich mir schließlich um die Ecke daheim bedeutend preisgünstiger selber ausgezeichneten Bohnenkaffee zubereiten kann! Ich denke, heute am Ostersonntag ist es vielleicht besonders schicklich, wenn ich die Gruft-Bilder hochlade, da ich ja sogar den österlichen Sinnspruch dort unten gefunden habe „ER ist nicht HIER – ER ist auferstanden“. Na bitte.

07. April 2012


Es ist immer gut, die Dinge aus einer höheren Perspektive zu betrachten. Ich glaube, dass es etwas Gutes mit einem macht, wenn man aus Fenstern schaut, die dem Himmel recht nah sind. Ich muss gerade an den Spruch von einem Immobilienmakler denken, der regelmäßig in der Dokusoap „mieten, kaufen, wohnen“ auf Vox auftritt. Ein schmalzlockiger, koboldhafter Halbitaliener, dem man trotz seiner Übertreibungen, unterfüttert mit Anzüglichkeiten in saarländischer Mundart nicht so richtig böse sein kann. Gilt es den besonders kostspieligen Preis eines Objektes zu verteidigen, hält sein Lieblingssprüchlein Einzug: „Drei Dinge sind bei einer Immobilie wichtig: Lage, Lage, Lage!“ Die Lage vom Berliner Dom ist ohne Frage gut gewählt. Man kommt aus dem Staunen nicht so schnell heraus, wenn man aus den vielen Fenstern vom Kuppelumgang guckt. Man fühlt sich wie in den Prospekt einer europäischen Städtereise gebeamt. Seltene Perspektiven, wenn auch nicht so ganz fremd, was man da erblickt. Wunderbar neuartig, so auf die Stadt zu sehen. Ich dachte zunächst, man sähe vielleicht etwas Ähnliches wie vom äußeren Kuppelrundgang draußen, den ich da ja noch gar nicht beurteilen konnte. Aber es ist ganz anders. Jetzt weiß ich das, weil ich zwei Wochen später auch draußen auf der Kuppel war, die Außenbalustrade war Mitte Februar noch im Winterschlaf. Ich habe eine große Liebe zu Dächerlandschaften. Dachschindeln. Grünspan. Und dem sich frech ins Bild schiebenden Fernsehturm zwischen den alten großen Steinfiguren. Aber schauen Sie selbst.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=109615

07. April 2012


Es ist immer gut, die Dinge aus einer höheren Perspektive zu betrachten. Ich glaube, dass es etwas Gutes mit einem macht, wenn man aus Fenstern schaut, die dem Himmel recht nah sind. Ich muss gerade an den Spruch von einem Immobilienmakler denken, der regelmäßig in der Dokusoap „mieten, kaufen, wohnen“ auf Vox auftritt. Ein schmalzlockiger, koboldhafter Halbitaliener, dem man trotz seiner Übertreibungen, unterfüttert mit Anzüglichkeiten in saarländischer Mundart nicht so richtig böse sein kann. Gilt es den besonders kostspieligen Preis eines Objektes zu verteidigen, hält sein Lieblingssprüchlein Einzug: „Drei Dinge sind bei einer Immobilie wichtig: Lage, Lage, Lage!“ Die Lage vom Berliner Dom ist ohne Frage gut gewählt. Man kommt aus dem Staunen nicht so schnell heraus, wenn man aus den vielen Fenstern vom Kuppelumgang guckt. Man fühlt sich wie in den Prospekt einer europäischen Städtereise gebeamt. Seltene Perspektiven, wenn auch nicht so ganz fremd, was man da erblickt. Wunderbar neuartig, so auf die Stadt zu sehen. Ich dachte zunächst, man sähe vielleicht etwas Ähnliches wie vom äußeren Kuppelrundgang draußen, den ich da ja noch gar nicht beurteilen konnte. Aber es ist ganz anders. Jetzt weiß ich das, weil ich zwei Wochen später auch draußen auf der Kuppel war, die Außenbalustrade war Mitte Februar noch im Winterschlaf. Ich habe eine große Liebe zu Dächerlandschaften. Dachschindeln. Grünspan. Und dem sich frech ins Bild schiebenden Fernsehturm zwischen den alten großen Steinfiguren. Aber schauen Sie selbst.
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31. März 2012

Im Kino gewesen. Metropolis gesehen. Die restaurierte Fassung wie bei der Premiere 1927. Alle waren mucksmäuschenstill. Hundertfünfzig Minuten lang. Das war toll. Bei „Ende.“ nach dem letzten Titel „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“, nachdem sich der Arbeiterrebell und der Herr von Metropolis die Hand gereicht haben, haben alle vor Freude und Begeisterung geklatscht. Und das, obwohl der Regisseur und die Hauptdarsteller nicht anwesend waren! Super. In Metropolis kann man genau sehen, dass Fritz Lang Skype erfunden hat. Der Herr von Metropolis hat nämlich Skype, wenn er telefoniert. Ich habe kein Skype, weil ich nicht so gerne telefoniere. Und auch nicht Leute dabei angucken will. Und auch nicht beim nicht wirklich gesehen werden angeguckt werden will. Aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt muss ich schlafen gehen.

31. März 2012

Im Kino gewesen. Metropolis gesehen. Die restaurierte Fassung wie bei der Premiere 1927. Alle waren mucksmäuschenstill. Hundertfünfzig Minuten lang. Das war toll. Bei „Ende.“ nach dem letzten Titel „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“, nachdem sich der Arbeiterrebell und der Herr von Metropolis die Hand gereicht haben, haben alle vor Freude und Begeisterung geklatscht. Und das, obwohl der Regisseur und die Hauptdarsteller nicht anwesend waren! Super. In Metropolis kann man genau sehen, dass Fritz Lang Skype erfunden hat. Der Herr von Metropolis hat nämlich Skype, wenn er telefoniert. Ich habe kein Skype, weil ich nicht so gerne telefoniere. Und auch nicht Leute dabei angucken will. Und auch nicht beim nicht wirklich gesehen werden angeguckt werden will. Aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt muss ich schlafen gehen.

25. März 2012

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Der Vollständigkeit halber. Wenn man schon einmal da ist. Ich mache Sachen ja gerne ganz. Nichts soll mir entgehen, wenn ich nun schon einmal da bin. Das heißt aber nicht, dass ich vor jedem Ausstellungsstück innehalte. Man muss es sich wie Querlesen vorstellen. Was ich auch in jeglichen anderen Ausstellungen praktiziere. Es gibt ja sogar Seminare wo man das lernt, wie ich neulich gelernt habe. Man schaut nur auf die Mitte der Zeile und bewegt sich schnell nach unten. Dann hat man zumindest erfasst, worum es im Wesentlichen geht und ob es von Interesse ist. Bei Exponaten geht das noch schneller. Wenn etwas den Blick bannt, trete ich näher und schaue ganz genau hin, ein ganzes Weilchen. Am Faszinierendsten waren für mich die Ausblicke aus den Fenstern. Die alten Modelle sind natürlich auch ganz schön, besonders das große weiße Gipsmodell. Und zu begreifen, wie unterschiedlich die Kuppeln im Laufe der Geschichte ausgesehen haben. Wurde ja mehrmals umgebaut, der Berliner Dom. Aber das kann jeder nachlesen. Und die nachgemachte alte Wetterfahne vor dem Eingang mit dem abgeblätterten Gold, dieser Trompeten-Engelsflügel hat mir sehr gefallen. Ja geradezu gerührt hat er mich.


Manchmal machen mich solche kleinen Details sentimental. Vielleicht weil darin soviel Liebe zum Ausdruck liegt. Sehr feinsinnig. Die Verzauberung der Materie durch Kunsthandwerk. Und man hat vor diesen hohen Fenstern dieses Gefühl wie in den großen altehrwürdigen Museen der Welt. Dieses Erhabene, Erhebende. Was den Louvre halt zum Louvre macht, unabhängig von den Exponaten. Ein sehr kleines, feines Museum, das nur dem Dom alleine gewidmet ist. Der Ausblick hat Lust auf noch mehr Ausblick gemacht. Und den gab es später ein paar Treppen höher.

19. März 2012

Heute etwas über die Stränge schlagen. Statt wie geplant um Punkt Dreiundzwanzig Uhr in die Falle, eine halbe Stunde Verlängerung mit mir ausgehandelt. Mist, nur noch sieben Minuten. Und Zähne noch nicht geputzt und Wimperntusche und Zeug noch auf den Augendeckeln. Das könnte morgen das Öffnen erschweren. Früher war ich da ja sehr großzügig mit mir. Abschminken? Phhh. Zähnenputzen… och… hm. Na ja. Glaubt man ja nicht, wenn man mich sieht, adrett wie ich mich gerne gebe. Aber ich bemühe mich um Authentizität. Ein Zeichen von Reife! Finde ich gut. Ist auch insgesamt gesünder. Das Ganze Getue um die Gesundheit hat natürlich letztlich auch mit meiner Eitelkeit zu tun. Abgewrackt und vorzeitig gebrechlich wirkt einfach undekorativ. Ich denke natürlich immer an die Bilder. Und ans Wohlbefinden. Gesund sieht nicht nur dekorativer aus, sondern fühlt sich auch besser an. 23:30 Uhr tja, ich muss dann mal wieder.

19. März 2012

Heute etwas über die Stränge schlagen. Statt wie geplant um Punkt Dreiundzwanzig Uhr in die Falle, eine halbe Stunde Verlängerung mit mir ausgehandelt. Mist, nur noch sieben Minuten. Und Zähne noch nicht geputzt und Wimperntusche und Zeug noch auf den Augendeckeln. Das könnte morgen das Öffnen erschweren. Früher war ich da ja sehr großzügig mit mir. Abschminken? Phhh. Zähnenputzen… och… hm. Na ja. Glaubt man ja nicht, wenn man mich sieht, adrett wie ich mich gerne gebe. Aber ich bemühe mich um Authentizität. Ein Zeichen von Reife! Finde ich gut. Ist auch insgesamt gesünder. Das Ganze Getue um die Gesundheit hat natürlich letztlich auch mit meiner Eitelkeit zu tun. Abgewrackt und vorzeitig gebrechlich wirkt einfach undekorativ. Ich denke natürlich immer an die Bilder. Und ans Wohlbefinden. Gesund sieht nicht nur dekorativer aus, sondern fühlt sich auch besser an. 23:30 Uhr tja, ich muss dann mal wieder.

18. März 2012


Ich arbeite dann mal weiter an meinem kleinen Glück. Ganz oben auf der heutigen to do-Liste: Schlaf. Ich kann da noch viel besser werden, ich weiß das. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich muss mir immer wieder sagen, wie gut es mir tut, und wie wunderbar es sich anfühlt, wenn die Augendeckel von selber aufklappen, weil man genug geruht hat. Einfach super. Gute Nacht!